Und täglich grüßt die Schweinepresse

„N-TV“ berichtete gestern über einen Prozess gegen einen Mann und zwei seiner Söhne, die acht Polizisten in Düren z.T. schwer verletzt hatten (1).

Aus dem Bericht geht die Herkunft der Täter nicht hervor. Recherchiert man aber ein Jahr zurück, erfährt man a.a.O. (2):

„Die Dürener Polizei hat am Mittwochmorgen einen 46 Jahre alten Deutschen mit türkischen Wurzeln und seinen 27 Jahre alten Sohn verhaftet. Nach zwei weiteren Söhnen des 46-Jährigen wird ebenfalls per Haftbefehl gesucht.“

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Prozessauftakt gegen Schläger:
Ein Knöllchen, acht verletzte Polizisten

Was nach einem Routineeinsatz wegen eines Knöllchens klingt, ist am Ende völlig eskaliert: Polizisten werden angegriffen, geschlagen und verletzt. Der Fall wird nun vor Gericht verhandelt – doch die Angeklagten bleiben Antworten schuldig.

Als an dem Samstag im November 2016 bei der Polizei in Düren nicht weit von Aachen der Notruf eingeht, klingt alles nach einem Routineeinsatz: Ein städtischer Mitarbeiter, der unterwegs ist und Knöllchen schreibt, wird bedroht. Wenn er sich noch mal in der Straße blicken lasse, würde er ihn umbringen, soll ihm ein 47 Jahre alter Anwohner gesagt haben. Eine Streife fährt hin, doch vor Ort werden die Polizisten laut Staatsanwaltschaft angegriffen und verprügelt. Acht Beamte werden verletzt, stellt Staatsanwalt Joel Güntert bei Beginn des Prozesses am Landgericht Aachen fest.

Auf der Anklagebank sitzen ein Vater und zwei seiner Söhne. An jenem Samstag schreit der 47-jährige Anwohner den ersten eintreffenden Polizisten an. Der soll entgegnet haben: „Hier gewinnt nicht der, der am lautesten schreit.“ Der 29-jährige Sohn mischt sich laut Anklage ein: „So spricht man nicht mit meinem Vater.“ Aufgrund der aggressiven Situation ruft ein Polizist per Notruftaste im Streifenwagen Verstärkung, die nach und nach ankommt.

Es entwickelt sich ein dynamisches Geschehen, wie aus der Anklage hervorgeht: Der Vater geht zum körperlichen Angriff auf einen Polizisten über, greift zu einem Radmutterschlüssel und wird von einem Kollegen des Polizisten mit Pfefferspray abgewehrt. Der 29-Jahre alte Sohn streckt einen Polizisten mit einem Faustschlag nieder und schlägt ihm mit dem Radmutterschlüssel auf den Kopf und zertrümmert dem damals 37 Jahre alten Mann damit die Augenhöhle. Das Opfer leidet noch immer unter den Folgen, wie sein Anwalt sagt. Ein Spezialeinsatzkommando nahm die Verdächtigen schließlich fest.

Dem 29-Jährigen werden von der Anklage unter anderem gefährliche Körperverletzung und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Auch der Vater muss sich für den Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung verantworten. Für alle, also auch den zweiten Sohn des 47-Jährigen, gilt außerdem der Vorwurf des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Anwalt Christoph Arnold vertritt fünf angegriffene Polizisten, drei davon sind Nebenkläger in dem Verfahren. Nach und nach seien immer mehr Streifenwagen gekommen. „Jeder der ausgestiegen ist, wurde direkt angegriffen“, sagt er. Das wirke bei den Polizisten nach. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat landesweit die Gewalt gegen Polizisten in Nordrhein-Westfalen 2016 um 20 Prozent zugenommen. Fast 17.000 Beamte wurden demnach im Dienst beleidigt, bedroht oder körperlich angegriffen. In dem Verfahren, das bis zum 31. August laufen soll, sind nach Angaben des Gerichts 60 Zeugen geladen.

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Time am 27. Mai 2017

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1) http://www.n-tv.de/panorama/Ein-Knoellchen-acht-verletzte-Polizisten-article19861540.html
2) http://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/haftbefehle-nach-gewaltattacke-gegen-polizisten-in-dueren-1.1492230

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