Eine feiste Orkagentin

Thomas Thiel berichtete für „FAZ.NET“ über einen gegen Necla Kelek gerichteten Zitateschwindel der ISIS-Zulieferin Lamya Kaddor (1).

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Lamya Kaddor gegen Necla Kelek

Wen schert schon, ob das Zitat stimmt?

Was lehrt der Islam über die Sexualität des Mannes? Die Soziologin Necla Kelek hat dazu einen Satz gesagt, den ihre Intimfeindin Lamya Kaddor falsch zitiert. Das Zitat wird seit Jahren weiterverbreitet. Ob sich das je ändert?

Einundfünfzig Fußnoten sind viel für einen Blogbeitrag. Doch es ist eine lange Geschichte zu erzählen. Am 16. Juni 2010 sagt die Soziologin Necla Kelek in einem Talkformat des ZDF, befragt nach der Sexualmoral des Islam, folgendes, und sie schickt voraus, sie wolle es krass formulieren: „Ich sehe nach diesem Menschenbild, was der ,Islam‘ übrigens auch vorgibt, in der Erziehung, da gibt es ein Menschenbild, was konstruiert ist, die Menschen haben nicht die Fähigkeit, ihre Sexualität zu kontrollieren, und besonders der Mann nicht, der ist ständig eigentlich herausgefordert und muss auch der Sexualität nachgehen, er muss sich ,entleeren‘, heißt es, und wenn er keine Frau findet, eben dann ein Tier oder eine andere Möglichkeit, wo er dem nachgehen muss. Und das hat sich im Volk so durchgesetzt, das ist ein Konsens.“

Krass formuliert ist das in jedem Fall. Hat Kelek hier einen pauschalen Sodomie-Verdacht gegen muslimische Männer formuliert? Das wäre erst noch zu klären gewesen. Zwischen dem „konstruierten“ Menschenbild des Islams, das Kelek bekämpft, und dem Sexualleben von Muslimen, das sie von Glaubensvorschriften lösen will, gibt es Spielräume. Wie Kelek im Einzelnen über muslimische Männer denke, erfährt man in einer zweiten Version, die aber nicht von ihr selbst stammt, sondern von ihrer Intimfeindin Lamya Kaddor, damals Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes.

Kaddor greift das Zitat am 21. Juli in einer Pressemitteilung auf und verbindet damit die politische Forderung, Kelek nicht wie geplant den Freiheitspreis der Naumann-Stiftung zu verleihen. Kaddor schreibt: „Der muslimische Mann muss ständig der Sexualität nachgehen.“ Das hat Kelek so nie gesagt, doch nun scheint klar, wie sie es gemeint haben muss, und das Zitat wird Kelek nicht mehr loslassen, weil es von Politikern, Journalisten, Wissenschaftlern und immer wieder auch von Kaddor in neuen Varianten aufgegriffen wird. In einer Spiegel-Online-Kolumne von Jakob Augstein heißt es beispielsweise: „Dumm und dauergeil, so ist er, der Muslim.“ Auf Facebook schiebt Augstein nach: „Dass der Islam Sex mit Tieren lehrt. Ja, das nenne ich Rassismus.“

Der Journalist Jörg Metes hat die Metamorphose des Zitats in einem ausführlichen Artikel in dem Blog „Ruhrbarone“ dokumentiert, der auf Facebook heftig diskutiert wird. Der in dem Beitrag unter anderem angegriffene Journalist Daniel Bax hält bereits die Zitierpflicht für eine Zumutung: „Bei Elsässer [Chefredakteur der rechtspopulistischen Zeitschrift „Compact“] oder Höcke würden wir doch auch nicht fragen, wie er diesen einen Satz nun genau gemeint hat. Weil wir den Kontext kennen.“ Soll heißen: Wenn die Meinung nicht passt, ist der Wortlaut gleichgültig.

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Time am 21. Dezember 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/lamya-kaddor-zitiert-necla-kelek-falsch-15351818.html

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12 Antworten to “Eine feiste Orkagentin”

  1. Cajus Pupus Says:

    -OT- Vielleicht zum letzten Mal:

    Markt und Straßen stehn verlassen,
    Still erleuchtet jedes Haus,
    Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
    Alles sieht so festlich aus.
    An den Fenstern haben Frauen
    Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
    Tausend Kindlein stehn und schauen,
    Sind so wunderstill beglückt.
    Und ich wandre aus den Mauern
    Bis hinaus in’s freie Feld,
    Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
    Wie so weit und still die Welt!
    Sterne hoch die Kreise schlingen,
    Aus des Schneees Einsamkeit
    Steigt’s wie wunderbares Singen –
    O du gnadenreiche Zeit!

    Drei merkwürdige Gäste
    Die vornehmen Leute aus dem Osten hatten den Stall und die Krippe noch nicht lange verlassen,
    da trug sich eine seltsame Geschichte in Betlehem zu, die in keinem Buch verzeichnet ist.

    Als die Reitergruppe der Könige gerade am Horizont verschwand,
    näherten sich drei merkwürdige Gestalten dem Stall.
    Die erste trug ein buntes Flickenkleid und kam langsam näher.
    Zwar war sie wie ein Spaßmacher geschminkt,
    wirkte aber hinter ihrer lustigen Maske eigentlich sehr, sehr traurig.
    Erst als sie das Kind sah, huschte ein leises Lächeln über ihr Gesicht.
    Vorsichtig trat sie an die Krippe heran und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht:
    „Ich bin die Lebensfreude“ sagte sie. „Ich komme zu dir weil die Menschen nichts mehr zu lachen haben.
    Sie haben keine Freude mehr am Leben. Alles ist so bitterernst geworden.“
    Dann zog sie ihr Flickengewand aus und deckte das Kind damit zu.
    „Es ist kalt in dieser Welt. Vielleicht kann dich der Mantel des Clowns wärmen und schützen.“

    Darauf trat die zweite Gestalt vor.
    Wer genau hinsah, bemerkte ihren gehetzten Blick und spürte, wie sehr sie in Eile war.
    Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, schien es, als falle alle Hast und Hektik von ihr ab.
    „Ich bin die Zeit“ sagte sie und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht.
    „Eigentlich gibt es mich kaum noch. Die Zeit, sagt man, vergeht wie im Flug.
    Darüber haben die Menschen aber ein großes Geheimnis vergessen.
    Die Zeit vergeht nicht. Zeit entsteht. Sie wächst überall dort, wo man sie teilt.“
    Dann griff die Gestalt in ihren Mantel und
    legte ein Stundenglas in die Krippe.
    „Man hat wenig Zeit in dieser Welt.
    Diese Sanduhr schenke ich dir, weil es noch nicht zu spät ist.
    Sie soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du immer so viel Zeit hast,
    wie du dir nimmst und anderen schenkst.“

    Dann kam die dritte Gestalt an die Reihe.
    Sie hatte ein geschundenes Gesicht voller dicker Narben,
    so als ob sie immer und immer wieder geschlagen worden wäre.
    Als sie aber vor das Kind in der Krippe trat, war es als heilten die Wunden und Verletzungen,
    die ihr das Leben zugefügt haben musste. „Ich bin die Liebe“ sagte die Gestalt und strich dem Kind zärtlich über das Gesicht.
    „Es heißt, ich sei viel zu gut für diese Welt. Deshalb tritt man mich mit Füßen und macht mich fertig.
    “ Während die Liebe so sprach, musste sie weinen und drei dicke Tränen tropften auf das Kind.
    „Wer liebt, hat viel zu leiden in
    dieser Welt. Nimm meine Tränen. Sie sind das Wasser, das den Stein schleift.
    Sie sind wie der Regen, der den verkrusteten Boden wieder fruchtbar macht und selbst die Wüste zum Blühen bringt.“

    Und die Tränen verwandelten sich in drei wunderschöne blühende rosa Rosen.
    Da knieten die Lebensfreude, die Zeit und die Liebe vor dem Kind des Himmels.
    Drei merkwürdige Gäste, die dem Kind ihre Gaben gebracht hatten.
    Das Kind aber schaute die drei an, als ob es sie verstanden hätte.
    Plötzlich drehte sich die Liebe um und sprach zu den Menschen.
    „Man wird dieses Kind zum Narren machen, man wird es um seine Lebenszeit bringen und
    es wird viel leiden müssen, weil es bedingungslos lieben wird.
    Aber weil es Ernst macht mit der Freude und weil es seine Zeit und seine Liebe verschwendet,
    wird die Welt nie mehr so wie früher sein. Wegen dieses Kindes steht die Welt
    unter einem neuen guten Stern, der alles andere in den Schatten stellt.“
    Darauf standen die drei Gestalten auf und verließen den Ort.
    Die Menschen aber, die all das miterlebt hatten, dachten noch lange über diese rätselhaften Worte nach.
    Auch unser Leben und unsere Zeit stehen seit der Geburt Jesu unter einem neuen guten Stern,
    der alles Dunkle hell macht und alle Verletzungen heilt.
    Das ist die große Freude, die allem Volk zu Teil wird, auch mir und dir.

    Ich wünsche Euch allen zur Weihnachtszeit
    ein Herz voll Glück und Heiterkeit.
    Dass alle Sorgen vergessen scheinen
    und die Menschen sich glückselig vereinen.

    Cajus Pupus

  2. Time Says:

    Lieber Freund!

    Deinen ersten Kommentar hier hast Du vor über sieben Jahren hinterlassen!

    Ich wünsche Dir alles Gute, viel Freude im neuen Jahr und Gottes Segen!

    Dein Time

  3. Jakobiner Says:

    Von der Kaddor halte ich recht wenig, habe auch einen Artikel gegen ihren Rassismusvorwurf geschireben, warum es kaum muslimische Nobelpreisträger gibt.. Aber hier hat Kelek scheinbar unrecht, wie Kaddors Gegendarstellung auf t-online.de recht gut belegt:

    „Und nun zu dem Zitat, das ich falsch zitiert haben soll. Necla Kelek sagte 2010 im Interview mit der ZDF-Sendung „Forum am Freitag“ – und das ist keine sinngemäße Wiedergabe gesprochener Worte, wie das außerhalb der Wissenschaft übliche Verfahrensweise ist, sondern eine wortwörtliche Abschrift:

    „Ich sehe nach diesem Menschenbild, von der ich vorhin gesprochen habe, was der Islam übrigens auch vorgibt – in der Erziehung, da gibt es ein Menschenbild, was konstruiert ist. Die Menschen haben nicht die Fähigkeit, ihre Sexualität zu kontrollieren, und besonders der Mann nicht, und der ist ständig eigentlich herausgefordert und muss auch der Sexualität nachgehen. Er muss sich entleeren, heißt es, und wenn er keine Frau findet, eben dann ein Tier oder eine andere Möglichkeit, wo er auch dem nachgehen muss. Und das hat sich im Volk so durchgesetzt, das ist ein Konsens, wo auch die älteren Damen, Frauen, immer davon sprechen: ‚Ja, wenn du dich jetzt so kleidest, er muss ja, er kann ja nicht anders‘.“

    Das ist der haarsträubende Teil von Keleks Antwort auf die kritische Nachfrage des Moderators zu einer konkreten Textstelle in ihrem Buch „Himmelsreise“, wo geschrieben steht:

    „Das muslimische Leben ist durch all das im Alltag sexualisiert und gewalttätig. Das drückt sich auch in der Umgangssprache aus. Es wird mit Worten alles ‚gefickt‘, die Mutter, das Auto, der Staat. Der Mann möchte damit wohl kund tun, dass er in der Lage ist, jederzeit sexuell aktiv zu sein. Der Pfadfinderspruch ‚Immer bereit!‘ ist auf sexuellem Gebiet das, was das Ideal eines muslimischen Mannes ausmacht.“

    Im unmittelbar anschließenden Absatz verweist Kelek auf eine Veröffentlichung des Psychotherapeuten Halis Cicek aus Berlin-Kreuzberg. Demnach hätten vier von fünf Migranten aus der ländlichen Türkei ihre ersten sexuellen Erfahrungen mit Tieren gemacht und hielten dies für „selbstverständlich“.“

    http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_82946676/islamfeindlichkeit-necla-kelek-sprach-doch-von-der-sodomie-des-muslimischen-mannes.html

  4. Time Says:

    In der Sache hat Kelek m.E. nach recht.

    http://fredalanmedforth.blogspot.de/2017/12/deutschland-migration-fur-tierbordelle.html

  5. Cajus Pupus Says:

    Lieber Time,

    ich habe gar nicht gewusst, dass ich schon seit 7 Jahren bei Dir bin. Meine Aufzeichnungen gehen „nur“ bis zum:

    Cajus Pupus Says:
    7. Oktober 2013 um 17:48

    Der Islam ist keine Staatsaufgabe sondern von vorne bis hinten ein riesengroßer Gehirnschaden!

    zurück. Time, da kannst Du mal sehen, wie schnell die Zeit vergangen ist.

    Wenn man einmal die ganzen Jahre vor dem inneren Auge vorbei fließen läst, erschreckt man sich fast zu Tode. Und wenn man nun den Zustrand von Deutschland 2006 mit dem Zustand von Deutschland 2017 vergleicht! au weia

    Meine Erkenntnis aus diesem Vergleich ist, Deutschland ist nicht nur TOT, sondern knatsch kaputt!

    Solange die BIO-Deutschen nicht aufwachen und sich wehren, gibt es keine Hoffnung mehr für unser Vaterland.

    Aber mein Freund,

    lass Dich nicht unterkriegen. Ich versuche auch, so lange es geht, oben zu bleiben.

    Liebe Grüße und frohe Feiertage

    Cajus

  6. Jakobiner Says:

    Hetze, Fake News, nicht einmal Daniel Pipes würde sich bei der Bekämpfung des Islamismus auf Böhmermannsches MoT-Niveau begeben, die Islamisten als Kinder- und Tierficker darzustellen. Du unterhälst eine absolute Hetzseite.

  7. Jakobiner Says:

    Noch so eine islamophile Publikation von Marx 21:
    https://www.marx21.de/das-neue-marx21-magazin-islam-rassismus-und-die-aufgaben-der-linken/

  8. Time Says:

    Jakob,

    Du bist also der Ansicht, dass „Daily Mail“ ein Fake-News-Hetzblatt ist.

    Aha.

    Bist Du auch der Ansicht, dass das Klomeni-Zitat bei Fred falsch ist?

    Der Text lautet:

    “Ein Mann kann Geschlechtsverkehr mit Tieren wie Schafen, Kühen, Kamelen haben. Jedoch sollte er das Tier töten, nachdem er seinen Orgasmus hatte. Er sollte nicht das Fleisch an die Leute in seinem eigenen Dorf verkaufen; jedoch das Fleisch ins nächste Dorf zu verkaufen ist erlaubt.” (Ruholla Khomeni, Tahrirolvasyleh, Band 4 Darol Elm, Ghom, Iran, 1990)

    Bist Du auch der Ansicht, dass der folgende Text NICHT von Buhari, dem wichtigsten Hadith-Überlieferer, ist?

    Er lautet:

    „Ibn Sharib erzählt, Ib Abdul Talib habe gesagt: „Immer wenn seine Frauen sich in ihrer monatliche Reinigung (d.h. Menstruation) befanden, sah ich den Gesandten Allahs (sws) des öfteren in der Nähe seiner Kamelherde. Dort pflegte er liebevollen Umgang mit den weiblichen Tieren, wandte sich aber mitunter auch den Jungtieren beiderlei Geschlechts zu.“ (Sahih Al-Buchari Bd. 2, Nr. 357)

    Ich wünsche Dir ein gesegnetes Weihnachtsfest,

    Dein Time

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    PS: Die Faktenverweigerung (s. Dein Link oben) der Linken ist erschütternd. Sie diskutieren, ob der Feldherr Klo H. Metzel ein „Anarchist“ gewesen sei – krass!!!

  9. Jakobiner Says:

    Die Quellen werde ich mal prüfen. Krass finde ich auch das Marx21-Magazin zum Islam: Kopftuchfrau und dazu der blöde Spruch „Mein Kopf gehört mir“in Anlehnung an „Mein Bauch gehört mir“. Das wird das Kopftuch mit Hirn/Kopf verwechselt, mit Frauengleichberechtigung gleichgesetzt und Islam als sogar selbstverwirklichungs-feministisch umgelogen.

  10. Jakobiner Says:

    Fehlt nur noch, dass sich die Muslima der Me Too-Kampagne anshcließen–Motto: Ich wurde von einem westlichen Mann falsch angesehen angesichts meines Niqabs und Kopftuchs. Da wird schon jeder Blick dann zur sexuelllen Belästigung, die man mittels Verschleierung abwehren müsse.

  11. Jakobiner Says:

    Und wie blöd muss man sich stellen oder bewußt lügen: Kopftuch-„Mein Kopf gehört mir“ in Anlehnung an das feministische „Mein Bauch gehört mir“. Da werden islamische Gebärmaschinen mit Abtreibungsbefürworterinnen quasi gleichgestellt. Soll siich doch diese ganzen Linksruck/Marx21-Frauien Kopoftücher aufziehen und Gebärmaschinen werden, wie dies der Islam und auch die AfD fordert. SChizophren? Doppelter Maßstab? Ignoranz und Unwissenheit? Keine Ahnung, was gebildete westliche linke Frauen dazu bringt, slch einen Scheiß zu vertreten. Vielleicht zuviel Genderstudies und Postkolonialismusstudien und etwas zuviel Postmodernenliteratur?

  12. Jakobiner Says:

    „Mein Kopf gehört mir“–im IS-Staat und in Saudiarabien zumindestens nicht–da wird der bei eigenständigen Gedanken nämlich abgeschnitten!

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