Überraaaschung! (#2)

Ulrich Exner berichtet für die „Welt“ (1).

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Der „Höllenritt“ des Boostedter Bürgermeisters

Bürgermeister von Boostedt klagt über Probleme mit Flüchtlingen

Notruf des Bürgermeisters von Boostedt: Hartmut König sieht gravierende Probleme mit Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive – Alkohol, Frust, kaum Interesse an Sprachkursen. Seine Forderung ans Land: Kleinere Unterkünfte schaffen.

Boostedt galt als Vorzeigeort für den Umgang mit Flüchtlingen. Viele engagierten sich, auch der Bürgermeister. Nun klagt er über das schlechte Benehmen von Migranten ohne Bleibeperspektive. Von der Landesregierung fühlt er sich alleingelassen.

Er war einer der ersten, der geholfen hat. Er hat sich gegen das Misstrauen gestemmt, das allein die Ankündigung, in seiner Gemeinde könnte eine Flüchtlingsunterkunft entstehen, hervorgerufen hatte. Er hat Runde Tische organisiert und mit Bürgerversammlungen dazu beigetragen, dass Boostedt „in der Flüchtlingsbetreuung als Vorzeigeobjekt“ galt, wie es Hartmut König selbst ausgedrückt hat.

Drei Jahre später ist der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Boostedt (Kreis Segeberg) bitter enttäuscht. Von der Respektlosigkeit der Flüchtlinge, von Rüpeleien, Vermüllung und mangelndem Integrationswillen. Aber auch von der Landesregierung, von der er sich nicht angemessen unterstützt fühlt.

„Wir Boostedter werden vom Land alleingelassen“, klagt Christdemokrat König über die Politik der christdemokratisch geführten Kieler Landesregierung. Für seine Gemeinde sei der Umgang mit den Flüchtlingen inzwischen „ein Höllenritt“ geworden, sagte der Kommunalpolitiker WELT. Zuvor hatte König Boostedts Nöte und deren Ursachen ausführlich in den „Kieler Nachrichten“ beschrieben.

Landesregierung: Zahl der Flüchtlinge soll sinken

Kernpunkt seiner Kritik ist die gegenüber den Anfängen der Flüchtlingsunterkunft deutlich veränderte Zusammensetzung der in Boostedt Untergebrachten. Während dort zunächst vor allem integrationswillige Familien gelebt hätten, seien inzwischen rund 800 der 1200 Bewohner zumeist männliche Migranten, die ohne jede Bleibeperspektive in Deutschland seien und nur noch auf ihre Abschiebung oder Rückführung warteten. Hilfsangebote wie Deutschkurse seien nicht mehr angenommen worden, auch das einst vorbildliche ehrenamtliche Engagement zahlreicher Boostedter Bürger sei in sich zusammengebrochen.

„Auch wenn es das Land abstreitet“, so König, „ich habe das Gefühl, dass wir hier ein Ankerzentrum sind. Ein Ankerzentrum hintenrum“, in dem die Geflüchtete nur noch ihre Zeit absäßen. Die Zahl der Zwischenfälle innerhalb der Unterkunft sei ebenso angestiegen wie die Zahl der Bürger, die sich über das schlechte Benehmen beschwerten. „Das ist deine Willkommenspolitik“, werde er häufig von Mitbürgern angesprochen, „und das haben wir nun davon.“

Das Kieler Innenministerium wollte sich am Mittwoch offiziell zunächst nicht zu den Vorwürfen des Bürgermeisters äußern. Ein Sprecher verwies jedoch auf Gespräche, die in den vergangenen Wochen geführt worden seien. Ein Ergebnis: Die Zahl der in Boostedt untergebrachten Flüchtlinge soll im kommenden Jahr von derzeit 1200 auf 500 bis maximal 700 sinken.

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Time am 9. August 2018

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1) https://www.welt.de/regionales/hamburg/article180801542/Fluechtlinge-in-Boostedt-Der-Hoellenritt-eines-Buergermeisters.html

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2 Antworten to “Überraaaschung! (#2)”

  1. Sophist X (@sophist_x) Says:

    Dieses Kaff ist Deutschland im Kleinformat. Eine inkompetente Administration mit einer utopischen Agenda und eine von der Propaganda irregeführte Bevölkerung.

  2. Cajus Pupus Says:

    Das kommt uns doch allen sehr bekannt vor! Zauberlehrling:

    …Herr, die Not ist groß!
    Die ich rief, die Geister
    werd ich nun nicht los.

    Bei Schiller kam der Meister! Nur wer kommt hier?

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