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Wortbruch, Heimtücke und Heuchelei

9. Dezember 2019

Chaim Noll schrieb für die „Achse“ einen beeindruckenden Artikel (1).

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So billig kommt ihr nicht davon

Wenn das Handeln eines Politikers – in diesem Fall einer Politikerin – nur noch von taktischen Erwägungen bestimmt wird, kann man von Inhaltsleere sprechen, von konzeptioneller Armut, man kann es auch Täuschung, Falschheit oder Infamie nennen.

Fast nichts, was diese Frau tut, ist ohne Kalkül, ohne Berechnung. So auch ihr Besuch in Auschwitz. Gerade jetzt, da die deutsche Regierung international ins Gerede gekommen ist für ihre anti-israelische, daher im Kern anti-jüdische Politik.

Israel ist einer der Eckpfeiler jüdischen Lebens in der Welt, und wer Israel schadet, der schadet den Juden. Auch wenn es Juden gibt, die betonen, man könne ein guter Jude sein, ohne für Israel einzustehen, man könne Jude sein und Antizionist – glaubt ihnen nicht, sie schwindeln, und sie wissen es auch. Denn käme es hart auf hart, müssten sie fliehen, von wo sie heute sind, wären sie die ersten, die hier Obdach suchten. Dazu ist dieser Staat gegründet worden, und dazu muss er stark sein. Wer ihn schädigt, sei es durch Unterstützung seiner übelsten Feinde, sei es durch Stigmatisierung in den Abstimmungen der Vereinten Nationen, der will den Juden nicht wohl, und wenn er hundert Klagelieder in Auschwitz anstimmt.

Die Hamburger Wochenzeitung Die Zeit lieferte, schon wenige Stunden später, die erste Hofberichterstattung von diesem „wichtigen Besuch“. Für Journalisten ist es vergleichsweise leichte Arbeit, ziemlich sicher in der Wirkung: Ein Auftritt in Auschwitz ist immer erschütternd und liefert eindrucksvolle Bilder. Doch es liegt am Ort und seiner Ausstrahlung, weniger an den Besuchern. Da kann kommen, wer will, selbst Leute, die Auschwitz missbrauchen als Cover für ihren heimlichen Verrat an den Juden, für ihre zynische judenfeindliche Politik.

„Jude“ auf deutschen Schulhöfen wieder das Schimpfwort

Vorsichtshalber wurden ein paar jüdische Fürsprecher mitgenommen, etwa der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Er verlautbarte, was er sollte, eine Würdigung des Besuches als „ganz wichtiges Zeichen“ gegen den „Rechtsruck“, der heute in Deutschland zu beobachten sei. Weil er glaubt oder zu glauben vorgibt, wenn der Antisemitismus in einem Land zunimmt, müsse es zwangsläufig an einem „Rechtsruck“ liegen. Als gäbe es nicht einen ebenso virulenten Antisemitismus der Linken oder den tödlichen Judenhass, den der Heilige Koran gebietet. Einen Judenhass, elementar, religiös motiviert, im Heiligen Text festgeschrieben, für jeden „Gläubigen“ verbindlich, der von tausend Kanzeln in Europa gepredigt wird und dafür sorgt, dass „Jude“ auf deutschen Schulhöfen wieder das Schimpfwort ist, um die Opfer von morgen zu kennzeichnen.

So diente dieser Besuch auch dazu, um vom eigentlichen Problem abzulenken: Dass der Hass, den die europäischen Juden heute aushalten müssen, von verschiedenen Seiten kommt – dadurch ist ihre Lage, ob nun in England, Frankreich oder Deutschland, so desperat. Nur eine der Quellen zu nennen und die anderen wohlweislich zu verschweigen, wie es der Präsident des Zentralrats tut, bedeutet wissentliche Verharmlosung der Gefahr. Und dient nicht den deutschen Juden, sondern einer Regierung, die nicht willens ist, gegen den Judenhass des religiösen Islam vorzugehen. Der importierte Judenhass wird, indem er heute die deutschen Schulhöfe erobert, das Klima von morgen bestimmen. Diese Regierung hat die deutschen Juden längst verraten. Zum Beispiel durch ihre Einwanderungspolitik. Und nicht nur die Juden. Wortbruch, Heimtücke und Heuchelei sind die Charakteristika der niemals endenden Kanzlerschaft.

Sie empfinde „tiefe Scham“, erklärte sie in Auschwitz. Wofür? Für die Verbrechen Toter, nicht der Heutigen. Nicht für das Abstimmungsverhalten Deutschlands in den Vereinten Nationen, wenn es gegen Israel geht. Nicht für den heutigen Judenhass, die Unterstützung terroristischer Regimes und Organisationen, deren immer wieder erklärtes Ziel die Vernichtung des Judenstaates ist. Das Problem wird in die Vergangenheit verbannt. Oder für Kampagnen gegen politische Gegner missbraucht. Die Juden spielen in diesen schäbigen Berechnungen ohnehin kaum eine Rolle.

Degradiert zu einem Opferverein

Durch den beharrlichen Totenkult werden die Juden, die eine vitale, inspirierende Kraft für die deutsche Gesellschaft sein könnten, degradiert zu einem Opferverein. Es gibt keine Juden in deutschen Parlamenten, in den höheren Rängen der politischen Parteien oder anderen entscheidenden Gremien, sie sind – bis auf eine Handvoll verwegener Einzelgänger – auch nicht in den Medien spürbar, im intellektuellen Leben oder in der öffentlichen Diskussion. Ihre offiziellen Vertreter – in der ständigen Angst, das Wenige, das man ihnen zugesteht, auch noch zu verlieren – verhalten sich beschämend handzahm und regierungstreu.

Nichts davon meinte die Rednerin, als sie erklärte, sie empfinde „tiefe Scham“. Ihre Rede mündete in die üblichen nichtssagenden Versprechungen: „Wir dulden keinen Antisemitismus. Alle Menschen in Deutschland und Europa müssen sich sicher und zu Hause fühlen.“ Wieder sind die Juden in Deutschland ernsthaft bedroht, und jedes Kind weiß, von welcher Seite. Statt zu handeln, statt Lösungen für die Zukunft anzubieten – für die Juden und alle Deutschen – begnügt sich diese Regierung mit leeren Ritualen. Und weil es kein offizieller Vertreter des deutschen Judentums tut, muss hier der Ort sein, um die beschämte Besucherin und ihre Mittäter wissen zu lassen: So billig kommt ihr nicht davon.

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Time am 9. Dezember 2019

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1) https://www.achgut.com/artikel/so_billig_kommt_ihr_nicht_davon

Ein Herz für Jihadisten

8. Dezember 2019

Unsere nazislahmhörige Regierung leistet sich ein weiteres Mal sinnlose Ausfälle gegen Russland.

„Nach Mord in Berlin: AKK für weitere Maßnahmen gegen Moskau“, titelt „t-online“ (1).

Grund: Die russische Regierung habe einen Georgier ermorden lassen.

Kai Portmann vom „Tagesspiegel“ scheint einigermaßen verwirrt. Zunächst schreibt er in seinem Artikel (2): „Auch gebe es keinen Bezug zur organisierten Kriminalität oder zum islamistischen Terrorismus.“

Später heißt es: „Der zum Tatzeitpunkt 40 Jahre alte Zelimkhan Khangoshvili wurde von den russischen Behörden als Terrorist eingestuft und verfolgt. Er sollte getötet oder nach Tschetschenien entführt werden. Der Georgier hat den Ermittlungen zufolge unter anderem zwischen 2000 bis 2004 als Kommandeur einer tschetschenischen Miliz im zweiten Tschetschenienkrieg gegen russische Streitkräfte gekämpft.“

Für die deutsche Regierung und ihre willfährigen MSM ist es also offenbar kein Terrorismus, wenn die Opfer RUSSISCHE Soldaten sind.

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Schüsse auf Georgier im Kleinen Tiergarten

Was die Ermittler über den mutmaßlichen Mörder wissen

Die Bundesanwaltschaft hat Hinweise, dass ein Georgier in Berlin im Auftrag Russlands ermordet wurde. Tatverdächtig ist der Russe Vadim Krasikov alias Sokolov

Tatverdächtig ist der Russe Vadim Krasikov alias Vadim Sokolov.

In einer Pressemitteilung vom 4. Dezember 2019 äußerte sich die Bundesanwaltschaft ausführlich zum Stand der Ermittlungen und zum Hintergrund des Verdächtigen und des Ermordeten.

Keine Hinweise auf „Auftrag eines nichtstaatlichen Akteurs“

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass der russische Staat in die Tat verwickelt ist. Es gebe bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mord im Kleinen Tiergarten „im Auftrag eines nichtstaatlichen Akteurs erfolgt ist“. Die Ermittlungen haben demnach auch keine Hinweise ergeben „auf eine wie auch immer geartete Verbindung zwischen dem Beschuldigten und dem Tatopfer, geschweige denn für ein persönliches Motiv des Beschuldigten“. Auch gebe es keinen Bezug zur organisierten Kriminalität oder zum islamistischen Terrorismus.

Mord in Moskau nach demselben Muster – Fahrrad und Kopfschüsse

Identifiziert wurde Krasikov demnach durch den Abgleich seines Fotos mit dem eines Mannes namens Sokolov, der in Berlin in Untersuchungshaft sitzt. Daraus ergab sich, „dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein und dieselbe Person handelt“.

Krasikov wurde von den russischen Behörden am 23. April 2014 zur Fahndung ausgeschrieben. Er wurde gesucht wegen eines Mordes vom 19. Juni 2013 in Moskau. Eine Überwachungskamera hatte die Tat festgehalten.

Zu sehen ist, wie sich der Täter auf einem Fahrrad seinem Opfer nähert. Der Angegriffene kann den Täter zunächst zu Fall bringen. Doch der Attentäter folgt seinem Opfer und tötet den Mann durch mindestens zwei Schüsse in Oberkörper und Kopf. Auch beim Mord in Berlin war der Täter per Fahrrad unterwegs und tötete sein Opfer durch Kopfschüsse.

Gut ein Jahr nach dem Fahndungsausruf zog Russland diesen jedoch wieder zurück – nur zwei Monate später stellten die russischen Behörden der Bundesanwaltschaft zufolge einen Inlandsreisepass auf den Namen Vadim Sokolov aus. Bei seiner Festnahme in Berlin hatte Sokolov einen Reisepass dabei, der auf den Namen Vadim Sokolov ausgestellt und den russischen Behörden zufolge ein echtes Ausweisdokument war.

Spur führt zum russischen Verteidigungsministerium

Die deutschen Ermittler stellten fest, dass Sokolov am 17. August 2019 von Moskau nach Paris geflogen war. Er benutzte dafür ein Visum mit einer Arbeitgeber-Bescheinigung einer Firma namens „Zao Rust“ mit Sitz in St. Petersburg. Demnach war Sokolov dort als Bauingenieur angestellt. Die weiteren Angaben zu dem Unternehmen standen aber im Widerspruch zu denen im russischen Handelsregister. Eine „Zao Rust“ zugeordnete Telefaxnummer führte nach Angaben der Bundesanwaltschaft zu zwei Unternehmen, die dem russischen Verteidigungsministerium gehören.

Drei Tage nach seiner Ankunft in Frankreich flog Sokolov am 20. August 2019 von Paris nach Warschau. Dort bezog er ein Hotelzimmer, das er über das Internet zunächst bis zum 25. August und dann vor Ort noch einen Tag länger buchte. Allerdings verließ Sokolov das Hotel vorzeitig am Morgen des 22. August und kehrte nicht wieder zurück.

Lücke zwischen Abreise aus Warschau und Mord in Berlin

Was Sokolov zwischen der Abreise vom Warschauer Hotel und dem Mord in Berlin am Mittag des 23. August getan hat, ist bislang unklar. Es gebe keine Hinweise darauf, „dass sich der Beschuldigte vor dem 22. August 2019 in Berlin aufgehalten, das spätere Tatopfer dort zum Zwecke der Durchführung des Anschlags selbst ausgespäht oder selbst die Tat vor Ort logistisch vorbereitet hatte“, stellt die Bundesanwaltschaft fest.

Der zum Tatzeitpunkt 40 Jahre alte Zelimkhan Khangoshvili (alias Tornike K., T.) wurde von den russischen Behörden als Terrorist eingestuft und verfolgt. Er sollte getötet oder nach Tschetschenien entführt werden. Der Georgier hat den Ermittlungen zufolge unter anderem zwischen 2000 bis 2004 als Kommandeur einer tschetschenischen Miliz im zweiten Tschetschenienkrieg gegen russische Streitkräfte gekämpft.

Am 28. Mai 2015 wurde Khangoshvili Ziel eines Anschlags in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Ein unbekannter Täter gab acht Schüsse auf ihn ab, von denen vier das Opfer trafen. Khangoshvili wurde schwer am Arm verletzt.

Das Attentat vom 23. August 2019 in Berlin überlebte er nicht.

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Time am 8. Dezember 2019

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1) https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_86958954/beziehung-deutschland-russland-nach-mord-in-berlin-akk-fuer-weitere-massnahmen-gegen-moskau.html
2) https://www.tagesspiegel.de/politik/schuesse-auf-georgier-im-kleinen-tiergarten-was-die-ermittler-ueber-den-mutmasslichen-moerder-wissen/25299692.html

Weihnachten 2019

8. Dezember 2019

Auf dem Weihnachtsmarkt von Straßbourg

Mit dem Nazislahm hat das natürlich nicht das Geringste zu tun.

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Time am 8. Dezember 2019

Die Anti-Religion (#1)

7. Dezember 2019

Der Nazislahm hat sich von Anfang an als eine Ideologie verstanden, die das Juden- und Christentum auslöschen will.

Mehr ist er nicht.

Er ist das Werk Satans.

Von Dr. Rudolf Kutschera veröffentlichte die „Achse“ einen vierteiligen Aufsatz über den kloranischen Judenhass (1).

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Wie antijüdisch ist der Koran? (I)

In den 2019 erschienenen Erinnerungen an ihre Kindheit („Unveiled“) im arabisch-muslimischen Milieu Kanadas beschreibt die Publizistin Yasmine Mohammed den „durchdringenden Hass auf das jüdische Volk – man lernt das von klein auf. In muslimischen Gemeinschaften wird das Wort für Jude nicht nur als Schimpfwort gebraucht, sondern als regelrechter Fluch. Es ist ein Hass, der so durchdringend ist, dass man ihn nicht erkennen kann: Er ist einfach allgegenwärtig. Als Muslimin habe ich niemals innegehalten, um darüber nachzudenken, warum wir das jüdische Volk so sehr hassen sollten … Es ist, wie wenn man ein Kind fragen würde, warum es keine Monster mag. Es ist einfach ein angelerntes Verhalten, das kaum infrage gestellt wird, und der Hass auf Israel ist seine Fortsetzung.“ (1)

Einer der zahlreichen Versuche, auch Christen dafür zu gewinnen, fand während des Besuches von Papst Benedikt XVI. am 11. Mai 2009 in Jerusalem statt. Der oberste islamische Richter der Palästinensischen Autonomiebehörde, Scheich Taysir Rajab, rief damals in Anwesenheit des Papstes die Christen dazu auf, sich mit den Muslimen gegen die, wie er sagte, „mörderischen“ Juden zusammenzuschließen. (2)

Sind das Einzelfälle, die gar nicht erwähnt werden sollten, weil es zahlreiche Momente friedlicher Koexistenz in Vergangenheit und Gegenwart durchaus gegeben hat? Wer wagt einen unverstellten Blick? Dieser muss danach fragen, in welcher Weise der real existierende muslimische Antijudaismus (3) auch mit dem zentralen Text des Islam, dem Koran, zu tun hat. Der reflexartig gebrachte Verweis auf den Nahostkonflikt greift eindeutig zu kurz.

„Und deshalb schrieben Wir den Kindern Israel dies vor“

Der häufig als Beweis für die Friedensliebe des Islam angeführte (4) Vers 32 aus der 5. Sure des Koran verweist exemplarisch auf das Problem, denn es heißt dort: „Wenn jemand einen Menschen tötet […], so ist’s, als töte er die Menschen allesamt. Wenn aber jemand einem Menschen das Leben bewahrt, so ist’s, als würde er das Leben aller Menschen bewahren.“ (5) Der Koran legt dieses fast wörtliche Zitat aus dem Talmud (6) Allah in den Mund, der diesen Surenvers in „Wir“-Form folgendermaßen einleitet: „Und deshalb schrieben Wir den Kindern Israel dies vor“.

Dieses Zitat, das in der Tat ein hohes ethisches Niveau widerspiegelt, ist also weder eine Aufforderung an die Muslime zum Gewaltverzicht noch eine Reverenz an Israel. Ganz im Gegenteil: Der Koranvers 5,32 steht im Kontext einer der zahlreichen Mahnreden an die „Kinder Israel“, also die Juden. Deswegen folgt unmittelbar danach in Vers 5,33 eine grimmige Ankündigung: „Doch die Vergeltung derer, die gegen Allah und seinen Gesandten kämpfen […] ist, dass sie getötet oder gekreuzigt werden oder ihnen ihre Hände und Füße abgehauen werden, wechselweise rechts und links.“

Wie kommt es zu derartigen Aussagen? Die arabische Halbinsel war zum Zeitpunkt der Koranentstehung (7), also im 7./8. Jahrhundert, von unterschiedlichsten Kulturen und Religionen geprägt. Muhammad selbst sowie die von ihm gesammelte Gemeinschaft hatten davon Kenntnis. Sie kannten auch die zahlreichen Verwerfungen innerhalb dieser religiös-kulturellen Gemengelage. Der Korantext spiegelt all das wider, denn er ist keineswegs das Ergebnis einsamer Visionen eines Sehers, sondern dokumentiert die etwa 20 Jahre dauernde Entstehung der ersten muslimischen Gemeinschaft samt deren sie umgebenden Auseinandersetzungen.

Historisch ist damit an den Zeitraum zwischen 610 – nach muslimischer Tradition der Beginn von Muhammads religiöser Tätigkeit – bis zu seinem Tod als Herrscher über Mekka im Jahr 632 zu denken. Die heutige Koranforschung gibt dabei den Diskussionen sowohl innerhalb der entstehenden muslimischen Gemeinschaft als auch mit ihren Kontrahenten ein viel stärkeres Gewicht als früher, wo nur auf die persönliche Entwicklung des Muhammad geblickt wurde.

Mit biblischer Autorität ausgestattet

Der Koran ist also ein Konglomerat, das von unterschiedlichsten Texten, mündlichen Traditionen und Diskussionen geprägt ist. Darunter gibt es besonders viele biblische Erzählungen und Motive. Den Koranautoren lagen die biblischen Texte aber normalerweise nicht schriftlich vor. Sie hielten das fest, was sie zumeist mündlich, häufig akzentuiert durch jüdische oder christliche Interpretationen, in Erfahrung gebracht hatten. Diese vorgefundenen biblischen Inhalte samt deren Interpretationen wurden von Muhammad und den Koranautoren mit einer bestimmten Intention transformiert: Der „Prophet“ und die ursprüngliche muslimische Gemeinde sollte mit biblischer Autorität ausgestattet werden. Dementsprechend tragen alle biblischen Figuren im Koran Züge des Muhammad und spiegeln gleichzeitig den Diskussionsstand der frühen muslimischen Gemeinschaft wider.

Biblische Figuren im Koran wurden dabei häufig in bewusster Absetzung von den theologischen Vorstellungen von Juden und Christen gezeichnet. Dabei ist immer genau zu prüfen, ob das, was Muhammad und die Koranautoren als typisch jüdisch oder christlich wahrgenommen haben, tatsächlich jüdisch oder christlich ist! Gerade biblische Figuren treten im Koran häufig innerhalb von polemischen Argumentationen auf, was deren Bild und Aussagen verzerrt. Das lässt sich exemplarisch an den Surenversen 9,30ff. zeigen, wo den Juden vorgeworfen wird, sie hielten Uzair, das ist der biblische Esra, für den Sohn Gottes. Dieser Vorwurf enthält gravierende Missverständnisse.

Muhammad lehnte ja generell jede Vorstellung von einem „Sohn Gottes“ ab, wobei er beim Wort „Sohn“ an ein real von „Gott“ mit einer Frau gezeugtes Wesen denkt. Das ist freilich weder das, was nach christlicher Vorstellung mit Jesus als „Sohn Gottes“ gemeint ist – und schon gar nicht eine reale theologische Kategorie im Judentum. Dieser auf Missverständnissen gründende Vorwurf bezichtigt die Juden also eines ähnlichen Irrtums wie derjenige, dem nach koranischer Optik die Christen angeblich gegenüber Jesus verfallen sind.

Der historische Hintergrund für diesen Vorwurf ist vielleicht eine jüdische oder jüdisch-christliche Sekte, die Esra in besonderer Weise verehrt hat und von der Muhammad Kenntnis erlangt hat. Wahrscheinlicher aber ist, so der Koranforscher Heribert Busse, „Muhammad habe in der Hitze des Gefechts die Juden einer Irrlehre bezichtigen wollen, die an Schwere der christlichen Irrlehre von der göttlichen Natur Jesu gleichkommt; dabei konnte er an die hohe Wertschätzung, deren Esra sich im Judentum erfreute, anknüpfen.“ (8) Die Frage nach dem Antijudaismus steht im größeren Kontext der Einstellung des Koran zu den Anhängern anderer Religionen, auf die im folgenden kurz einzugehen ist.

Kernaussagen im Koran zur Pluralität der Religionen

Die Religionen und deren Anhänger erfahren im Koran unterschiedliche Bewertungen. In den Suren 2 und 5 wird etwa Juden und Christen bescheinigt, „dass ihr Glaubensbekenntnis mit dem Islam identisch ist und sie, wie die Muslime, eine Anwartschaft auf das Heil haben. Anders verhält es sich bei der Liste in Sure 22. Der Tenor ist insgesamt negativ; über die Differenzen, die zwischen ihnen [d.h. zwischen Muslimen und den Anhängern aller anderen Religionen, also auch Juden und Christen] bestehen, ‚wird Gott am Tag der Auferstehung entscheiden‘.“ (9) Die koranische Beurteilung anderer Religionen richtet sich dabei vor allem danach, wie deren Vertreter während der jeweiligen Suren-Entstehung zu Muhammad und seiner Gemeinschaft und damit zu deren Aufruf eingestellt waren, sich ihnen anzuschließen.

Den Idealzustand für die Menschheit, den es wiederherzustellen gilt, repräsentiert Adam. Er wird im Koran zu einem der Bibel entlehnten Protagonisten einer angeblich einheitlichen Ur-Religion. Dabei repräsentiert er nicht wie im biblischen Original den vom Ackerboden, auf Hebräisch adamah, genommenen Menschen. Er ist also nicht der Mensch an sich mit seinen Möglichkeiten und Gefährdungen. Im Koran wird er zum Gründer einer Gemeinschaft (umma – ein aus dem Hebräischen entlehntes Wort), die im Glauben eins war. Da diese anschließend zerbrach, sandte Gott immer wieder Propheten (unter anderem Noah, Mose, Jesus, Muhammad selbst), die diese Einheit wiederherstellen sollten.

Die Spaltung der ursprünglichen Einheitsreligion Adams, ja der Einheit des Menschengeschlechts (10) ist aus koranischer Perspektive sündhaft. Sie wird erst im islamisch dominierten „Haus des Friedens“ aufgehoben. Darunter ist eine Welt zu verstehen, die sich im Sinne Muhammads Allah unterworfen hat.

Eine weitere Erklärung für die religiöse Vielfalt liefert der Surenvers 5,48: „Hätte Gott gewollt, er hätte euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht, doch wollte er euch mit dem prüfen, was er euch gab. Wetteifert darum um das Gute! Euer aller Rückkehr ist zu Allah, er wird euch dann kundtun, worin ihr immer wieder uneins wart.“ Gelegentlich begründet der Koran den religiösen Pluralismus auch schlicht mit der ethnischen Vielfalt: den vielen Völkern entsprechen viele Religionen. Allerdings war diese Sicht innerislamisch offenbar umstritten. Freilich können im Koran gegensätzliche Aussagen unvermittelt nebeneinander stehen bleiben, indem auf die Allmacht Allahs verwiesen wird, so etwa im Surenvers 25,54: „Dein Herr ist voller Macht.“

Kinder Israels und Juden

Juden und Christen betrachtet der Koran als die „Leute der Schrift“, sie haben Teil an den Offenbarungen aus der himmlischen Urschrift, der „wohlbewahrten Tafel“ (Surenvers 85,22), andernorts auch „Mutter des Buches“ (Surenverse 13,39 und 43,4) genannt.

Die Anhänger der mosaischen Religion erscheinen im Koran – vor allem ab der medinischen Phase, also nach der Flucht Muhammads nach Medina – unter zwei Namen: Kinder Israels und Juden. Diese Unterscheidung wird vor allem an der Einstellung zu Jesus festgemacht. Die Spaltung zwischen Judentum und Christentum hat also die koranische Einstellung zu den Juden mitgeprägt. Somit ist auch christlicher Antijudaismus in den Koran eingeflossen. „Nach koranischer Auffassung waren die Juden nichts anderes als ungläubige Israeliten: Jesus wandte sich mit seiner Botschaft an die Kinder Israels; diese teilten sich daraufhin in zwei Gruppen, die Christen (naṣārā), die an Jesus glaubten, und andere, die nicht glaubten. Letztere hießen fortan Juden.“ (11)

Innerhalb der Lebenszeit Muhammads gab es eine Entwicklung bezüglich der Art und Weise, wie mit den Anhängern anderer Religionen zu verfahren ist. Wie im Blick auf die Phasen im Verhältnis zu den Juden noch genauer zu zeigen sein wird, werden gegen Ende seines Lebens Juden und Christen unter bestimmten Bedingungen toleriert. Polytheisten hingegen, häufig „Beigeseller“ genannt – wobei sich diese Bezeichnung auch gegen Christen und deren Trinitätslehre richten kann –, haben sich grundsätzlich zum Islam zu bekehren, denn „der rechte Weg ist klar geworden gegenüber dem Trug“ (Surenvers 2,256). Dazu ist ihnen eine Frist zu gewähren, an deren Ende der Koran die Muslime auffordert: „Sind die heiligen Monate abgelaufen, dann tötet die Beigeseller, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie, und lauert ihnen auf aus jedem Hinterhalt! Doch wenn sie sich bekehren, das Gebet verrichten und die Armensteuer geben, dann lasst sie laufen! Siehe, Allah ist bereit zu vergeben, barmherzig“ (Surenvers 9,5).

Die theologischen Motive für die Einstellung des Koran zu den Juden zeigen sich besonders deutlich an zwei zentralen Figuren der biblischen Heilsgeschichte: Abraham und Mose.

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Quellen:

(1) Aus der Online-Ausgabe der Jerusalem Post vom 18.08.2018: https://www.jpost.com/Middle-East/Ex-Muslim-to-Post-Trying-to-teach-naive-West-about-true-nature-of-Islam-598946 (Übersetzung aus dem Englischen durch den Autor, letzter Zugriff am 20.08.2019).

(2) Mehr zu dieser Rede, deren Augenzeuge der Autor selbst war, unter: https://www.catholic.org/lent/story.php?id=33531 (letzter Zugriff am 20.8.2019)

(3) Es geht also um die Frage nach Antijudaismus. „Antisemitisch“ wäre als Bezeichnung unpassend, da Noachs Sohn Sem nach biblischer Genealogie Stammvater auch der Araber ist.

(4) So etwa in Erklärungen islamischer Verbände nach den Anschlägen von Paris im Jahr 2015.

(5) Da selbst in der muslimischen Welt – und in zahlreichen Online-Versionen – die unterschiedlichsten Koranübersetzungen Verwendung finden, wird auch im Folgenden aus unterschiedlichen Übersetzungen zitiert, zumeist jedoch aus den deutschen Übersetzungen von Rudi Paret oder Hartmut Bobzin.

(6) Vgl. Synhedrin 37a-37b, in: Der babylonische Talmud. Übersetzung durch Lazarus Goldsmidt (Berlin: 1903), 149f.

(7) Diverse kontrovers diskutierte Fragen zur Entstehungsgeschichte, literarischen Eigenart oder Autorenschaft des Korans können hier übergangen werden. Relevant als Quelle sunnitisch-muslimischen Glaubens – also für etwa 90 Prozent aller Muslime – ist der Endtext mit seinen 114 Suren (= Kapiteln). Das arabische Wort „Koran“ heißt übersetzt „Verlesung“ und verweist auf einen liturgischen, also gottesdienstlichen Entstehungskontext. Der Einfachheit halber wird im Folgenden zumeist Muhammad als Autor des Korans genannt, obwohl bis zur Herstellung des Endtextes eine Reihe weiterer Autoren und Redaktoren aus dem Kreis der entstehenden muslimischen Gemeinschaft beteiligt waren. Auch die zahlreichen kontroversen Fragen rund um die Biographie Muhammads können hier übergangen werden. Eine alles umstürzende Biographie Muhammads oder der Koranentstehung, wie sie in den letzten Jahrzehnten gelegentlich versucht wurde, kann nicht als gesichert gelten. Sie ist für die Frage nach dem Antijudaismus im Koran letztlich irrelevant. Eine anschauliche Einführung in die Geschichte Muhammads und die Frühgeschichte des Islam findet sich hier (letzter Zugriff am 28.7.2018).

(8) Heribert Busse, Die theologischen Beziehungen des Islams zu Judentum und Christentum (Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1991), 61.

(9) Busse (in: Die theologischen Beziehungen, 31f.) bezieht sich hier auf den Surenvers 22,17, in dem „diejenigen, die glauben“ den Juden, Sabiern, Christen, Zoroastriern und Polytheisten gegenübergestellt werden.

(10) Vgl. Surenvers 2,213: „Die Menschen waren eine einzige Gemeinde“.

(11) Busse, Die theologischen Beziehungen, 33.

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Time am 7. Dezember 2019

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1) https://www.achgut.com/artikel/wie_antijuedisch_ist_der_koran_1

Erfundene Verbrechen

6. Dezember 2019

Der Jurist Alan M. Dershowitz schrieb für das „Gatestone Institute“ über die Ähnlichkeiten und Unterschiede der Kampagnen gegen Donni und Bibi (1).

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Trump und Netanyahu: Gegen beide wird wegen
erfundener Verbrechen ermittelt

Zwischen den Ermittlungen des US-Kongresses gegen den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, der gerade angeklagt wurde, gibt es auffällige Ähnlichkeiten und wichtige Unterschiede.

Die auffälligste Ähnlichkeit ist, dass gegen beide wegen Handlungen ermittelt wird, die ihre Legislative nicht ausdrücklich unter Strafe gestellt hat. Darüber hinaus würde kein Gesetzgeber in einem rechtsstaatlichen Land jemals ein allgemeines Gesetz erlassen, das ein solches Verhalten kriminalisiert. Die Untersuchungen dieser beiden umstrittenen Führer basieren auf der Anwendung allgemeiner Gesetze, die bisher noch nie für das fragliche Verhalten galten, und deren Ausweitung auf bestimmte politische Persönlichkeiten.

Netanyahu wurde wegen Bestechung angeklagt, weil er angeblich zugestimmt hat, einem Medienunternehmen zu helfen im Austausch für mehr positive Berichterstattung und/oder weniger negative Berichterstattung. Es gibt Streitigkeiten über die Fakten, aber selbst wenn sie als für Netanyahu am wenigsten vorteilhaft angesehen werden, stellen sie keine einklagbare Bestechung dar.

Noch würde die Knesset jemals ein Statut erlassen, das es für ein Mitglied der Knesset zu einem Verbrechen macht, eine Stimme auf bestimmte Weise abzugeben, um eine gute Medienberichterstattung zu erhalten. Wenn ein solches Gesetz jemals verabschiedet würde, würde die gesamte Knesset im Gefängnis sitzen. Politiker suchen immer eine gute Medienabdeckung und viele stimmen in diesem Sinne ab. Einige verhandeln vor Abstimmungen sogar über eine gute Abdeckung. Deshalb haben sie Pressesekretäre und Medienberater.

Es könnte auch kein vernünftiges Statut ausgearbeitet werden, das das angebliche Verhalten Netanyahus abdeckt, nicht aber das anderer Knessetmitglieder, die ebenfalls für eine gute Berichterstattung einen Tauschhandel mit ihren Stimmen betreiben. Deshalb hat kein Gesetzgeber in einem Rechtsstaat jemals eine positive Berichterstattung in den Medien als „quid“ oder „quo“ für eine Verurteilung wegen Bestechung angenommen, und deshalb sollte die Bestechungsanklage von Netanyahu nicht von den Gerichten bestätigt werden.

Eine Verurteilung wegen positiver Berichterstattung in den Medien würde sowohl die Pressefreiheit als auch die demokratischen Prozesse der Regierungsführung gefährden. Staatsanwälte sollten sich aus den Interaktionen zwischen Politikern und Medien heraushalten, es sei denn, es werden spezifisch definierte Verbrechen begangen, klar unterscheidbar von umstrittenen politischen Sünden, und niemand sollte jemals für Handlungen angeklagt werden, die vom Gesetzgeber nie unter Strafe gestellt wurden und nie unter Strafe gestellt würden.

Auch gegen Präsident Trump wird wegen angeblicher Bestechung ermittelt. Ursprünglich dachten die Demokraten, sie könnten ihn für nicht-kriminelles Verhalten anklagen, wie z.B. angebliche Misswirtschaft, Amtsmissbrauch oder unmoralisches Verhalten. Ich denke, sie sind jetzt von mir und anderen davon überzeugt worden, dass keine Amtsenthebung verfassungsrechtlich zulässig wäre, wenn der Präsident nicht wegen der in der Verfassung genannten Verbrechen, nämlich „Verrat, Bestechung oder andere hohe Verbrechen und Vergehen“, für schuldig befunden würde. So hat sich die demokratische Führung nun auf Bestechung als Straftatbestand festgelegt, für die sie Präsident Trump anklagen können. Das Problem mit diesem Ansatz – ähnlich dem Problem mit dem israelischen Ansatz gegen Netanyahu – ist, dass es schlicht kein Verbrechen für einen Präsidenten ist, seine Macht über die Außenpolitik für politische, parteipolitische oder sogar persönliche Vorteile zu nutzen. Stellen Sie sich vor, der Kongress versucht, ein Gesetz zu verabschieden, das definiert, was einen kriminellen Missbrauch der außenpolitischen Macht darstellen würde, im Unterschied zu einem politischen oder moralischen Missbrauch.

Präsidenten haben sogar schon militärische Aktionen zu politischem Vorteil vom Zaun geschlagen. Sie haben Hilfe für fremde Länder versprochen, um sich selbst bei der Wahl zu helfen. Sie haben Botschafter ernannt, nicht aufgrund ihrer Kompetenz, sondern aufgrund von vergangenen und erwarteten zukünftigen politischen Beiträgen. Nichts davon ist jemals als kriminell angesehen worden, und der Kongreß würde nie von der Verabschiedung eines Strafgesetzes auch nur träumen, das versuchte, solches Verhalten zu kriminalisieren.

Könnte er ein spezifisches Verbrechen zusammenschustern, das darauf beruht, persönlichen politischen Vorteil und nicht parteipolitischen Vorteil zu suchen? Das bezweifle ich. Aber selbst wenn er ein solches Statut analysieren könnte, hat er dies nicht getan. Und wenn er es nicht getan hat, können weder der Kongress noch die Staatsanwälte versuchen, die Ausübung der außenpolitischen Macht eines Präsidenten mit der Begründung zu kriminalisieren, dass sie die Art und Weise, wie er sie benutzt hat, nicht mögen, selbst wenn er sie missbraucht hat.

Der zentrale Aspekt der Rechtsstaatlichkeit ist, dass gegen niemand ermittelt, dass niemand verfolgt oder angeklagt werden darf, es sei denn, sein Verhalten verstößt gegen bestehende und eindeutige Verbote. Weder der Kongress noch die Staatsanwälte können sich sowas für die Anklageerhebung aus den Fingern saugen, denn auch sie stehen nicht über dem Gesetz.

Nun zu den Unterschieden. Israel ist eine parlamentarische Demokratie, in der der Premierminister durch ein einfaches Misstrauensvotum entfernt werden kann. Es gibt keine Notwendigkeit für einen Amtsenthebungsmechanismus. Die Vereinigten Staaten hingegen sind eine Republik mit Gewaltenteilung und Kontrollmechanismen. Die Gestalter der Republik, angeführt von James Madison, sahen die Amtsenthebungsbefugnis als zentral für die Erhaltung unserer Republik und wollten sie nicht in eine parlamentarische Demokratie umwandeln. Deshalb lehnten sie einen Vorschlag ab, der eine Amtsenthebung aufgrund von „Mißwirtschaft“ ermöglicht hätte. Ein solches offenes Kriterium, so Madison, hätte zu einer Situation geführt, in der der Präsident die Wünsche des Kongresses erfüllt. Deshalb bestand Madison auf den spezifischen Kriterien für die Amtsenthebung, die die Gestalter der Republik schließlich akzeptierten.

Obwohl die Unterschiede zwischen Israel und den Vereinigten Staaten beträchtlich sind, haben sie doch beide die gleiche Rechtsstaatlichkeit. Nach rechtsstaatlicher Auffassung und ordnungsgemäßer Anwendung dürfen weder Netanyahu noch Trump der Bestechung für schuldig befunden werden.

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Time am 6. Dezember 2019

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1) https://de.gatestoneinstitute.org/15220/trump-netanyahu-verbrechen

 

Respekt, Gefühl und Realismus

5. Dezember 2019

Stefan Frank schrieb für „mena-watch“ über die neue Politik Boliviens Israel gegenüber (1).

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Bolivien geht auf Distanz zum Iran

Bolivien wird die diplomatischen Beziehungen zu Israel, die der damalige Präsident Evo Morales vor zehn Jahren abgebrochen hatte, wiederherstellen. Das berichtet u.a. die israelische Tageszeitung Haaretz.

Karen Longaric, eine Sprecherin des bolivianischen Außenministeriums, sagte dem Bericht zufolge: „Wir werden die Beziehungen mit Israel wiederherstellen – aus Respekt vor der Souveränität des Staates, aus einem Gefühl des Herzens, und weil die Beziehungen beiden Seiten positive Aspekte bringen und einen Beitrag zum Tourismus in Bolivien leisten.“

Der israelische Außenminister Yisrael Katz begrüßte die Entscheidung und sagte, sie werde Israels Außenbeziehungen und den Stand des Landes in der Welt stärken. Katz erläuterte, das israelische Außenministerium habe seit langem „direkt“ als auch auf über „Mediation durch den brasilianischen Präsidenten“ an der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zu Bolivien gearbeitet und die Angelegenheit kürzlich erneut auf der UN-Generalversammlung mit dem brasilianischen Außenminister diskutiert. Dadurch, dass Präsident Morales, „der Israel feindlich gegenüberstand“ zurückgetreten und eine „freundliche Regierung an seine Stelle getreten“ sei, sei diese Entwicklung möglich geworden, so Katz.

Gleichzeitig ernannte Boliviens Interimsregierung mit Walter Oscar Serrate Cuellar nach elfjähriger Pause auch wieder einen Botschafter in Washington. 2008 hatte Morales den US-Botschafter aus Bolivien ausgewiesen, die amerikanische Botschaft in La Paz wurde damals von Regierungsanhängern verwüstet (Morales hatte den Botschafter beschuldigt, mit seinen Gegnern zu konspirieren). Daraufhin verwiesen die USA im Gegenzug den bolivianischen Botschafter des Landes.

Solidarisierung mit Hamas

Die Beziehungen zu Israel brach Morales im Januar 2009 ab, nachdem Israel in der Militäroperation Cast Lead gegen den Raketenbeschuss der Hamas aus dem Gazastreifen vorgegangen war (der zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als sieben Jahren anhielt und Ende 2008 immer mehr zugenommen hatte: Im Dezember hatte die Hamas eine im Juni 2008 von ihr verkündete Waffenpause – die von ihr bis Oktober nur halbherzig, ab November dann gar nicht mehr eingehalten worden war – für beendet erklärt). Morales warf Israel „Angriffe auf die Menschheit“ und einen „Genozid“ vor.

2014 bezeichnete Morales Israel als einen „terroristischen Staat“ und hob die seit 1972 geltende Möglichkeit der visafreien Einreise für Israelis auf. Bolivien ist vor allem bei israelischen Rucksacktouristen als Reiseziel beliebt.

Zufluchtsort für Juden – und NS-Verbrecher

Erste Juden kamen im 16. Jahrhundert ins Land. Die größte Einwanderungswelle von Juden nach Bolivien gab es Ende der 1930er Jahre, als Tausende deutsche Juden ankamen, die vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten flohen und in Bolivien Unterstützung durch den Bergbauunternehmer Moritz Hochschild erhielten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Land mit seiner deutschen Kolonie allerdings auch Zufluchtsort für NS-Kriegsverbrecher wie Klaus Barbie. Die meisten jüdischen Flüchtlinge verließen Bolivien in den folgenden Jahrzehnten wieder, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, wegen Wirtschaftskrisen und Hyperinflation.

Evo Morales‘ Versuch, sich an der Macht zu halten

Unter Evo Morales, der 2005 zum Präsidenten gewählt wurde, gab es einen anhaltenden Wirtschaftsaufschwung, der ihn populär machte; doch seine Regierung wurde immer autoritärer, so dass sich viele frühere Anhänger von ihm abwandten. Die von seiner eigenen Partei 2009 geschriebene Verfassung erlaubte dem Präsidenten nur zwei Amtszeiten.

Diesen Verfassungsartikel versuchte Morales 2016 durch ein Referendum abzuschaffen, das ihm eine dritte Amtszeit ermöglichen sollte. Das lehnte eine Mehrheit der Wähler ab, so dass Morales nach seiner insgesamt dritten Amtszeit hätte abtreten müssen (die erste wird bei der Begrenzung auf zwei Amtszeiten nicht mitgezählt, weil sie vor der Einführung der Regel war). Daraufhin wandte sich Morales 2017 an das mit seinen Getreuen besetzte Verfassungsgericht, das ihm bestätigte, dass eine Beschränkung seiner Amtszeit gegen seine „Menschenrechte“ verstoße.

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am 29. Oktober 2019 erreichte Morales mithilfe von massivem Wahlbetrug – so die in einem Bericht zusammengefassten Erkenntnisse von Wahlbeobachtern der Organisation amerikanischer Staaten (OAS) – 47 Prozent und somit den 10-Prozent-Vorsprung an Stimmen vor dem Zweitplazierten (dem Sozialdemokraten Carlos Mesa) der laut der Verfassung nötig ist, um eine Stichwahl zu vermeiden. Morales erklärte sich zum Sieger und schloss eine Stichwahl aus.

Daraufhin kam es in den Städten zu großen Demonstrationen und Straßenblockaden. Als Morales angesichts der Wut der Bevölkerung eine Wahlwiederholung anbot, forderte das Volk bereits seinen Rücktritt und war durch das verspätete Angebot nicht mehr zu besänftigen. Auch der mächtige Gewerkschaftsrat forderte Morales’ Rücktritt.

Als Soldaten und Polizisten sich weigerten, auf Zivilisten zu schießen und sogar durch das Schwenken der Nationalflagge – dem Zeichen der Morales-Gegner – ihre Unterstützung der Proteste demonstrierten, sah Morales seine Macht schwinden. Er floh aus Bolivien und beantragte Asyl in Mexiko. Weil auch sein Vizepräsident Álvaro Garcia Linera und die Präsidentin des Senats, Adriana Salvatierra (beide Morales-Anhänger), von ihren Ämtern zurücktraten, fiel die Nachfolge im Präsidentenamt laut der Verfassung auf die Vizepräsidentin des Senats, Jeanine Anez. Sie wird das Amt bis zu Neuwahlen ausüben, die es im März geben soll.

Morales und Ahmadinejad: Im Hass vereint

Der Hass auf Israel ging bei Morales einher mit den engen Beziehungen, die er zu Venezuelas früherem Präsidenten Hugo Chávez pflegte, der für seinen Antisemitismus berüchtigt war. Chávez war es, der dafür sorgte, dass Venezuelas Verbündete enge Beziehungen zum iranischen Regime aufbauten. Mehrmals reiste Morales in seiner Amtszeit nach Teheran und unterzeichnete bilaterale Abkommen.

Über Morales’ Besuch in Teheran im Jahr 2010 berichtete das iranische Regimefernsehen Press TV:

„Präsident Mahmud Ahmadinedschad und sein Kollege Evo Morales, betonten die Notwendigkeit, die Widerstandsfront der unabhängigen und freiheitssuchenden Nationen im Kampf gegen Imperialismus und globale Hegemonie zu stärken. Präsident Ahmadinedschad erklärte: ‚Unter den gegenwärtigen Umständen ist der Imperialismus am schwächsten, und es ist der richtige Zeitpunkt, eine unabhängige Front gegen die globale Arroganz zu errichten.‘

Er fuhr fort, freie Nationen sollten den Status Quo, der jetzt zu ihren Gunsten ist, ausnutzen, um ihren Kampf gegen den Kapitalismus fortzusetzen. ‚Es besteht kein Zweifel, dass die Stärkung unabhängiger Staaten dem globalen Frieden und der Sicherheit zugutekommen und zum Niedergang des Kapitalismus führen wird’, sagte Ahmadinedschad. Präsident Evo Morales forderte seinerseits engere Beziehungen zwischen unabhängigen und revolutionären Ländern und sagte, dass starke Beziehungen zwischen dem Iran, Bolivien und anderen Nationen den globalen Imperialismus schwächen können.“

In seinem 2012 veröffentlichten Buch From Ambivalence to Betrayal: The Left, the Jews and Israel bemerkte der 2015 verstorbene Antisemitismusforscher Robert Wistrich, wie leicht sich Antisemiten aus der Linken, der extremen Rechten und dem Islam auf eine gemeinsame Sprache einigen und Juden als Schuldige ausmachen:

„Nicht weniger als Linke haben europäische Faschisten regelmäßig die Juden mit Kapitalismus und westlichem Imperialismus identifiziert. Statt wie früher die ‚jüdisch-bolschewistische‘ Allianz zu geißeln (wie Hitler und die Vorkriegsfaschisten das ständig taten), fokussiert sich die extreme Rechte heute darauf, die ‚amerikanisch-zionistische Achse’ anzugreifen.“

Dies sei der Punkt, wo sie mit „antizionistischen“ Linken und den Islamisten Einverständnis erzielten, so Wistrich:

„Wo Neomarxisten oder liberale ‚Progressive‘ ein gemeinsames Anliegen mit islamischen Revolutionären finden, von Hadsch Amin Al-Husseini bis Arafat, von Hassan al-Banna bis Khomeini, Ghaddafi und al-Qaradawi. Dies ist der Ort, wo ‚Islamofaschismus’ mit ‚Islamo-Marxismus’ verschmilzt, in einem leeren ‚Progressivismus’ ohne Fortschritt, getrieben von einem krampfhaften Hass auf die westliche Modernität, die Juden und den bürgerlichen Liberalismus.“

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Time am 5. Dezember 2019

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1) https://www.mena-watch.com/bolivien-macht-morales-hinwendung-zum-iran-ruckgangig/

Ich glaube ihnen kein Wort

4. Dezember 2019

Schon vor Jahren habe ich Ihnen Murat Kurnaz und Moazzam Begg (1) und auch Omar Kadr (2) vorgestellt, drei notorische Lügner im Dienste des Jihad, die durch ihre Propaganda zu Millionären wurden.

Ich habe ihnen Fälle von angeblichen Attentaten auf Orks oder ihre Einrichtungen gezeigt, die ganz wahrscheinlich zu Propagandazwecken selbst produzierte Fakes waren (3).

Jetzt gibt es einen neuen Orklumpen, der als angebliches Opfer auf Welttournee ist: der Uigure Ömer Bekali.

Was er berichtet, ist grauenhaft. Grauenhaft unglaubwürdig.

Sein sei zunächst zur Organtransplantation erfasst worden.

Er sei sodann acht Monate eingesperrt worden.

Ihm seien „Eisenstangen unter die Fingernägel“ gesteckt worden.

Er habe weniger als einen halben Quadratmeter Raum in der Gemeinschaftszelle gehabt.

Er habe sich acht Monate lang nicht waschen dürfen.

Es habe täglich nur ein Stück Brot und Wasser oder auch oft gar nichts zu essen gegeben.

Nur Freitags, da gab es zwangsweise Schweinefleisch.

Wozu untersucht man jemand umständlich zur Organplantation, um ihn anschließend zuschanden zu machen? Wie kriegt man Stangen unter Fingernägel? Wie lebt ein normaler Mensch auf einem halben Quadratmeter? Übereinander? Wie halten die Wächter eine Männerhorde aus, die sich acht Monate lang nicht gewaschen hat? Wieso hat er noch seine Zähne, wenn er acht Monate ohne Vitamine gelebt hat? Wie verkraftet man den Schock eines fetten Schweinebratens, wenn man nur Wasser gewöhnt ist?

Die Orks lügen, sobald sie den Mund aufmachen.

Ich glaube ihnen kein Wort.

Lesen Sie einen Artikel von „IslamiQ“ (4).

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Ostturkestan

„Das ist kein Ausbildungszentrum, sondern ein Foltergefängnis“

Der Uigure Ömer Bekali wurde acht Monate lang in einem „Ausbildungszentrum“ im chinesischen Xinjiang festgehalten und gefoltert.

Bereits seit Jahren verstärkt sich Chinas repressive Politik gegenüber den in der Provinz Xinjiang lebenden Uiguren kontinuierlich. Doch erst seitdem behauptet wird, China betreibe riesige Gefangenenlager in der Region, richtet sich das Interesse der Weltöffentlichkeit auf Xinjiang. Die strenge Zensur in der Volksrepublik macht eine unabhängige Berichterstattung über die Lager nicht leicht. Augenzeugenberichte wie die von Ömer Bekali gibt es kaum. Acht Monate lang war der Uigure in einem der sogenannten „Ausbildungszentrum“ interniert, bevor ihm die Flucht ins Ausland gelang. Der zweifache Vater berichtet über seinen Werdegang und die Situation in Ostturkestan.

„Sie banden meine Füße und Hände
mit Eisenketten an die Decke“

Ömer Bekali wurde in der Stadt Kashgar in Xinjiang geboren. Nach seinem Studium zog er 2006 aufgrund der zunehmenden Diskriminierung gegenüber der uigurischen Minderheit nach Kasachstan. Nach einer Ausbildung und Anstellung im Bereich Hotelmanagement arbeitete er – inzwischen kasachischer Staatsbürger – als stellvertretender Geschäftsführer eines Reisebüros. 2017 reist er kurz vor der Internationalen Energiemesse EXPO in kasachischen Hauptstadt Astana zu einer Konferenz nach China. Als unbescholtener Bürger fühlte Bekali sich sicher. Bei der Ankunft in China habe man ihn zwar eine halbe Stunde lang an der Passkontrolle festgehalten, dann habe er seine Reise zunächst jedoch ungehindert fortsetzen können.

Nach dem Ende der zweitägigen Konferenz möchte Ömer Bekali noch seine Eltern in Kashgar besuchen. Ab diesem Zeitpunkt gerät sein Leben aus den Fugen. Am 26. März 2017 um 10 Uhr morgens stürmen bewaffnete Polizisten das Haus, in dem Bekali mit seinen Eltern und Geschwistern zusammensitzt. Gefesselt und mit einem schwarzen Sack über dem Kopf wird er abgeführt. „Zuerst“, erinnert sich Ömer Bekali, „brachten sie mich ins Krankenhaus. Hier wurden alle meine Organe überprüft, um sie falls nötig später entnehmen zu können. Dann steckten sie mich in eine unterirdische Polizeistation, wo ich vier Tage und Nächte lang schwer gefoltert wurde. Sie banden meine Füße und Hände mit Eisenketten an die Decke. Sie steckten Eisenstangen und Nadeln unter meine Fingernägel und quetschten sie mit einer Zange, schlugen mich mit einer Eisenpeitsche und folterten mich mit Elektroschocks.“ Durch die Folter habe man ihn und seine Mitgefangenen dazu bringen wollen, Verbrechen zu gestehen, die sie nicht begangen hatten, darunter Aufstand gegen die Verfassungsordnung, Zusammenarbeit mit Terroristen und die Vorbereitung von Terroranschlägen. Bekali unterschrieb das vorbereitete „Geständnis“ trotz allem nicht.

Kein „Ausbildungszentrum“ sondern „Folterzentrum“

Anschließend sei er in ein „Ausbildungszentrum“ gebracht worden, wo er sich mit zeitweise bis zu 40 anderen Gefangenen eine 18 Quadratmeter große Gefängniszelle habe teilen müssen. „Wir waren aneinander gekettet. Sie haben unsere Ketten drei Monate lang nicht entfernt. Ob wir auf die Toilette gingen oder schliefen, unsere Hände und Füße waren immer gefesselt“, erinnert sich Ömer Bekali.

Freitags wurde ihnen Schweinefleisch serviert. An den anderen Tagen gab es für die Häftlinge, die sich weder waschen noch duschen durften, nichts außer eines kleinen chinesischen Brots und Wasser. „Vor dem Essen sollten wir ein „Gebet“ sprechen: „Lang lebe Ji Xinping, das Land möge stark sein, ich möchte der Kommunistischen Partei Chinas und dem Staat danken.“ Wenn wir das Gebet zu leise sprachen, ließen sie uns die Worte so oft wiederholen, bis sie damit zufrieden waren“, berichtet Ömer Bekali. „Manchmal bekamen wir 24 Stunden lang überhaupt nichts zu essen, wenn ihnen nicht gefiel, was wir sagten.“

Jeden Abend mussten die Häftlinge die chinesische Nationalhymne und Gesetzestexte auswendig lernen. Uigurisch zu sprechen war strengstens verboten, ebenso wie das islamische Gebet. Ungehorsam wurde brutal bestraft: stundenlanges Stehen, Dunkelhaft, Schläge. „Manchmal ließen sie uns 24 Stunden lang hungrig und durstig auf einem Stuhl sitzen, der der „Folterstuhl“ genannt wurde. Im Sommer wurden wir dabei der Sonne ausgesetzt, im Winter stellten sie unsere nackten Füße in einen Behälter mit Eis“, berichtet Bekali. Immer wieder verschwanden Mitgefangene. Auch wenn niemand genau wusste, wohin sie gebracht wurden, hat Ömer Bekali seine Vermutungen. Er selbst habe erlebt, wie zwei Häftlinge zu Tode gefoltert wurden.

Seit zwei Jahren ohne Nachricht

Während Ömer Bekali im „Ausbildungszentrum“ saß, bemühte sich seine Familie in Kasachstan um seine Freilassung. Nach Interventionen der Botschaft kam er nach acht Monaten Lagerhaft schließlich frei. „Wenn ich kein kasachischer Staatsbürger gewesen wäre, hätten sie mich nie entlassen“, glaubt er. Nach der Haftentlassung zog er zuerst mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Istanbul. Inzwischen lebt er in den Niederlanden, hat dort Asyl beantragt. Was ihm in China wiederfahren ist, will Ömer Bekali überall publik machen. „Weil ich im „Ausbildungszentrum“ war, habe ich erst viel später erfahren, dass mein Vater in Ostturkestan ebenfalls in ein Lager gebracht und später dort getötet wurde. Von meiner Mutter und meinen Geschwistern habe ich seit 2017 keine Nachrichten mehr erhalten. Ich weiß nicht, ob sie überhaupt noch am Leben sind.“

„Sie sammeln alle ein“

Die zögerliche Haltung der Weltgemeinschaft gegenüber China ärgert Ömer Bekali. „Dieser Staat hat uns Uiguren niemals erlaubt, unsere Religion zu praktizieren. Bei uns sind sogar Vorhänge verboten. Bei wem zur Zeit des Morgengebets Licht brannte, der wurde sofort verfolgt und verhört. Fasten, beten, Gardinen vor den Fenstern, Alkoholverzicht – all das kann ein Grund sein, um ins Lager geschickt zu werden“, sagt Bekali.

Seit 2013 nehme die Verfolgung kontinuierlich zu. Erst sei religiöse Bekleidung verboten worden, Männer hätten sich rasieren müssen. Nach dem Ramadan-Fasten sei es nun inzwischen sogar untersagt, daheim zu beten. Anfangs habe das Regime nur Religionsgelehrte und Intellektuelle verhaften lassen und dies auch nur nachts. Inzwischen gäben sich die Behörden nicht einmal mehr Mühe, ihre Repressionspolitik zu verschleiern, berichtet Ömer Bekali. „Jetzt sammeln sie alle ein.“

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Time am 4. Dezember 2019

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/the-fabulous-gitmo-freak-show/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2017/07/06/wie-wird-man-millionaer/

3)
https://madrasaoftime.wordpress.com/2019/09/14/und-wieder-ein-fake-anschlag/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2016/12/12/fake-of-fools/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2016/09/27/schweinepresse-reloaded/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2016/09/29/das-fatih-fake/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/09/26/wann-ist-ein-anschlag-ein-anschlag/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/09/04/finger-weg-von-euren-moscheen/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/08/25/anschlage-2/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/04/19/wer-standig-lugt/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/02/23/entsetzlicher-anschlag-auf-moschee/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/13/auch-propagandalugen-haben-kurze-beine/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/25/hort-auf-zu-flennen/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/08/aus-der-orkischen-propagandamaschine/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/12/10/sie-mussen-sich-entscheiden/

4) http://www.islamiq.de/2019/11/27/das-ist-kein-ausbildungszentrum-sondern-ein-foltergefaengnis/

2. Internationale Konferenz zur Christenverfolgung

3. Dezember 2019

Lesen Sie einen Artikel aus der „Freien Welt“ (1).

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Europa ist ohne christliche Identität verloren

Viktor Orbán: Christenverfolgung ist
»organisierter Angriff auf eine ganze Kultur«

»Wir sind stolz, dass unser König, der hl. Stephan, den ungarischen Staat auf festem Boden gegründet und unser Land vor tausend Jahren zu einem Teil des christlichen Europas gemacht hat,« erklärte Viktor Orbán in einer vollen Konferenzhalle in Budapest.

Der Premierminister erklärte den hl. Stephan, den ersten ungarischen König, als erleuchteten Monarchen und »Visionär«, dessen Botschaft von jedem von uns persönlich angenommen werden sollte, um zu einer Botschaft der Kraft und des Gedeihens zu werden.

Kontext bot die 2. Internationale Konferenz zur Christenverfolgung, die vom 26.-28. November in Budapest stattfand, wie Breitbart berichtet.

Die Rede Orbáns wurde wiederholt von tosendem Applaus unterbrochen.

Ungarn sei – trotz seiner Größe – bedeutend für die ganze Welt, erklärte er und zog das historische Beispiel der zwölf Apostel heran, die die Welt durch ihr christliches Zeugnis und letztlich durch ihren Tod veränderten.

Anlass der Konferenz war die zunehmende Christenverfolgung weltweit.

Seit 2013 wurde eine drastische Zunahme von 50 Prozent von Gewalt gegen Christen verzeichnet – beispielsweise von Open Doors. Christen sind die weltweit am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft. Selbst die BBC spricht von einem »Genozid«.

Nicht nur in fernen Ländern ist dies der Fall: Seit 2018 hat auch die Diskriminierung von Christen in Europa zugenommen. Im Jahresbericht der OIDAC wurden 325 Fälle physischer Gewalt in 14 Staaten verzeichnet.

Mit seiner Teilnahme bezeugt Orbán seine Bereitschaft an vorderster Front für verfolgte Christen einzustehen.

»Vier von fünf Personen werden für ihren Glauben verfolgt und ca. 245 Millionen Christen weltweit erleiden extreme Verfolgen,« so Orbán. »Und trotzdem schweigt Europa immer noch! Europäische Politiker scheinen wie gelähmt und unfähig zu reagieren, sie bestehen darauf, dass es sich nur um allgemeine ‚Menschenrechte‘ handelt.«

Auch Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sprach bei der Veranstaltung.

»Herr Ministerpräsident, ich bin hier um Ihnen dafür zu danken, was sie und ihre Regierung getan haben, um das Christentum zu schützen. Ungarn ist das erste Land innerhalb der europäischen Union, das aktiv auf christliche Werte gegründete Menschenrechte fördert,« erklärte sie auf Ungarisch.

»Das bedeutet vor allem, den Schutz des menschlichen Lebens von Empfängnis bis zum Tod. Auch der Schutz der Familie als Einheit zwischen Mann und Frau, und die Religionsfreiheit sind darin inbegriffen.«

Orbán fördere Christen in einer Zeit, von selbst von der katholischen Kirche lieber Politik betrieben wird.

»Der Westen scheint sich mehr um die globale Erderwärmung und um Tierschutz zu sorgen. Wo sind wir gelandet, wenn Pflanzen und Tiere mehr geachtet werden, als menschliche Wesen? Selbst der Papst hat einen Klimanotstand ausgerufen! Natürlich wollen wir in einer gesunden Umwelt leben, aber wie können wir die schlimmsten künstlichen Eingriffe dulden, wenn es um unsere eigene Spezies geht?«

Fürstin von Thurn und Taxis verliert trotzdem die Hoffnung nicht:

»Ungarn meldet sich aber zu Wort, Polen auch, und durch ein wahres Wunder auch die USA unter Donald Trump und Brasilien unter Jair Bolsonaro. Sie haben die Kultur des Todes hinter sich gelassen und fördern christlich gegründete Menschenrechte. Wir müssen hoffen und beten, dass andere Regierungschefs mutig ihrem Beispiel folgen werden.«

Orbán sieht in der Christenverfolgung nicht nur eine humanitäre Krise, sondern eine »organisierte Gewalt gegen eine ganze Kultur, auch hier in Europa.« Vor allem die Akzeptanz unbegrenzter Massenimmigration in Europa nannte er eine »Zeitbombe«.

Die Lösung liegt für ihn auf der Hand:

»Die einzige Lösung für Europa ist seine christliche Identität wieder zu entdecken.«

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Time am 3. Dezember 2019

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1) https://www.freiewelt.net/nachricht/viktor-orban-christenverfolgung-ist-organisierter-angriff-auf-eine-ganze-kultur-10079677/

Faces of nazislam (#46)

2. Dezember 2019

Dr. Ali Sina (1):

„Es gibt viele Wege zur Spiritualität. Islam bietet keinen einzigen. Alles, was Sie zu einem besseren Menschen macht, ist ein spiritueller Pfad. Je tiefer Sie jedoch in den Islam eintauchen, desto schwärzer wird Ihre Seele. Geboren, das Licht Gottes zu tragen, werden Sie dann böse, wenn Sie beginnen, Muhammad zu folgen. Ihre Gedanken werden dämonisch. Der Abscheu auf Ihre Mitmenschen erfüllt Ihr Herz und lässt keinen Platz mehr für Liebe. Sie werden zu einer Manifestation des Teufels. Sogar die Augen besonders frommer Muslime zeigen diese Bosheit. Erstaunlicherweise werden Menschen hässlich, wenn sie fromme Muslime werden. Ich weiß nicht, wie man das rational erklären kann, aber es ist eine beobachtbare Tatsache. Schauen Sie sich mal die Gesichter der Terroristen an. Das sind die allerfrömmsten Muslime. Oder schauen Sie sich die Gesichter von Führern muslimischer Parteien an. Es gibt etwas zutiefst Böses in ihren Augen. Islam ist ein antispirituelles Bekenntnis. Es macht Sie nicht zu einer besseren Person. Je weiter Sie ihm folgen, desto schlechter werden Sie. Es ist ein Bekenntnis, das aus Engeln Scheusale macht. Wenn ich an Satan glauben würde, würde ich sagen, dass der Islam seine Verschwörung ist, um diese Welt zu zerstören und jeden in die Hölle zu bringen.“

Usman Khan hat zwei Menschen im Namen des Nazislahm ermordet. Lesen Sie einen Artikel von „Sciences Files“ (2).

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Resozialisierung klappt bei Terroristen nicht

Das Beispiel des London Bridge Mörders

Wenn die Geschichte nicht einen so tödlichen Verlauf genommen hätte, könnte man sie als Anekdote erzählen. Behandeln wir sie als eine Art “tödliche Anekdote”.

Am 29. November fand in der Londoner Fishmongers’ Hall eine Veranstaltung im Rahmen des Programms “Learning Together” statt.

“Learning Together” geht auf eine Initiative von Dr. Ruth Armstrong und Dr. Amy Ludlow von der Erziehungswissenschaftlichen bzw. Kriminologischen Fakultät der Universität Cambridge zurück.

In der Selbstbeschreibung des Projektes heißt es:

“Prison-based education, in the sense of bringing students from outside and within prison together to learn alongside one another, has a long British history. However, its practice in the UK over the last twenty years had declined, while the practice in the US has accelerated, through the Inside-Out programme. With support from the Teaching and Learning Innovation Fund (TLIF) we have designed and delivered a new educational initiative called Learning Together. The design and delivery of Learning Together has been informed by criminological and educational theory – what we know about stigma, marginalisation and the role of intergroup contact in reducing prejudice, what we know about desistance (how people rebuild non-offending lives), and what we know about how people can be best supported to engage with and develop through learning.”

Die Prämisse, auf der “Learning Together” somit basiert, ist eine, die zumindest unter Kriminologen nicht unumstritten ist. Sie gehört in den weiteren Kontext der “Labeling Theory” und nimmt an, dass die Re-Sozialisierung von Kriminellen durch gesellschaftliche Hürden, Vorurteile, Voreingenommenheiten, Vorsicht, behindert wird, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erneuter Straffälligkeit erhöht, einfach deshalb, weil die ehemaligen Kriminellen in der Gesellschaft nicht Fuß fassen können. Zu dieser Prämisse gesellt sich eine zweite: Um in einer Gesellschaft Fuß fassen zu können, ist Bildung wichtig. Bildung wirkt quasi als Bollwerk gegen Kriminalität.

Diese Hypothese basiert natürlich auf dem allgemein bekannten Bias der Strafverfolgung. Edwin H. Sutherland hat dies in seinem Buch “White Collar Crime” beschrieben, Karl-Dieter Opp hat es in seinem Buch “Soziologie der Wirtschaftskriminalität” angesprochen: Angehörige der Arbeiter- und unteren Mittelschicht finden sich leichter in Polizeilichen Kriminalstatistiken als Angehörige der Mittel- und Oberschicht. Die Gelegenheitsstrukturen sind anders. Eine Prügelei zwischen Arbeitern findet sich schnell als Körperverletzung in der Statistik. Die kleinen Bedrohungen und üblen Nachreden, die in den Netzwerken, die Steuerzahler finanzieren oder zwischen Managern in Unternehmen an der Tagesordnung sind, werden kaum erfasst. Bestechung und Bestechlichkeit, vermutlich der Boden, auf dem Politik und Verwaltung gebaut sind, finden sich kaum in der Polizeilichen Kriminalstatistik. Geht es um die Kriminalität, dann haben Arbeiter und untere Mittelschichtler es deutlich leichter, statistisch erfasst zu werden.

Wie auch immer: In Cambridge ist man der Ansicht, Straftäter seien reformierbar, könnten über Bildung auf den Pfad der straftatlosen Tugend zurückgeholt werden. Das Cambridger Programm gibt es seit 2014, in diesem Jahr sollte in London das fünfjährige Bestehen des Programms gefeiert werden, das Studenten und Insassen von HMP Grendon (also Strafgefangene, die derzeit im Gefängnis einsitzen) zusammenbringt.

An der “Learning Together” Konferenz, die in der Ankündigung als Konferenz bezeichnet wird, die Anlass zum Feiern, zur Knüpfung von Kontakten und zur Zusammenarbeit sein soll, haben Gefangene, Mitglieder von Bewährungskomitees, denen die vorzeitige Entlassung von Gefangenen obliegt, Studenten der Cambridge University, Sozialarbeiter und Kriminologen, die im Bereich der Re-Sozialisierung arbeiten, teilgenommen.

Mit von der Partie: Usman Khan.

Der Telegraph schreibt, dass Khan eingeladen worden sei, um seine Erfahrungen aus dem Gefängnis mit den Anwesenden zu teilen. In der Times wird nur davon gesprochen, dass Khan an der Morgensession teilgenommen habe.

Sicher ist dagegen, dass Usman Khan, den die deutschen Medien in ihrer idiotischen Manie als Usman K. bezeichnen, nach der Morgensession zurückgekommen ist und von der Veranstaltung aus, seine Mordtour gestartet hat, in deren Verlauf er zwei Menschen getötet und drei weitere zum Teil schwer verletzt hat, ehe er von einem Polizeibeamten erschossen wurde.

Was die Tagesschau denkt, dass man zu Usman Khan wissen müsse, ist das Folgende:

“Bei dem Messerangreifer von London handelt es sich um einen wegen Terrorismus verurteilten Ex-Häftling. Dies teilte der Chef der Britischen Anti-Terror-Polizei, Neil Basu, mit. Der 28-jährige Usman K. sei 2012 wegen Vergehen im Zusammenhang mit Terrorismus verurteilt worden. Demnach wurde er im Dezember 2018 vorzeitig zur Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Einem Bericht der “Times” zufolge geschah dies, nachdem er zugestimmt hatte, eine elektronische Fußfessel zu seiner Überwachung zu tragen.”

“Das Vergehen im Zusammenhang mit Terrorismus” wird wohl als Euphemismus des Jahres in die Annalen eingehen. Tatsächlich hat Khan gemeinsam mit acht anderen eine Reihe von Terroranschlägen geplant, darunter den Stock Exchange Plot. Dahinter verbirgt sich die bei Entdeckung schon im fortgeschrittenen Stadium sich befindliche Idee , mit Rohrbomben die Londoner Stock Exchange in die Luft zu jagen. 2010 wurde Khan gemeinsam mit seinen Mitverschwörern verhaftet und 2012 zu “indeterminate detention”, also zu zeitlich nicht beschränkter Inhaftierung, um die Öffentlichkeit vor ihm zu schützen, verurteilt.

2013 wurde die Strafe von einem Berufungsgericht auf 16 Jahre reduziert, von denen Khan 8 Jahre im Gefängnis verbringen sollte. Im Dezember 2018 wurde er auf Bewährung und mit der Auflage, eine elektronische Fußfessel zu tragen, aus der Haft entlassen. Im November 2019 nahm er an der oben genannten Konferenz teil, und wer weiß, vielleicht fanden sich unter den Teilnehmern auch diejenigen, die für seine vorzeitige Entlassung verantwortlich sind.

Wie auch immer, seine erfolgreiche Resozialisierung hat Khan eindrucksvoll dokumentiert. Nach der Morgensession, die ihn wohl gelangweilt hat, hat er seine eigene Session veranstaltet: Zwei Tote und drei Verletzte sind das Ergebnis davon. Khan selbst wurde erschossen, was den Versuchen, ihn zu resozialisieren, endgültig ein Ende bereitet hat.

Er galt gemeinsam mit Nazam Hussein als Kopf der neun Verschwörer, die 2010 festgenommen wurden. Er war das, was man wohl einen überzeugten Islamisten nennen kann, und er hat seinen Islamismus und seinen Hass auf die Ungläubigen, für die er die Bezeichnungen “Kuffar” und “Dogs” hatte, bei keinem geringeren als Anjem Chowdhury, einem der bekanntesten Hassprediger Britannien und im Umfeld der Terrororganisation al-Muhajiroun gelernt. Das ist der Stoff, aus dem Personen, die sich für gebildet halten, Resozialisierung machen, die Grundlage, auf der Richter in Berufungsgerichten der Ansicht sind, es gehe keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit von Personen wie Khan aus. Es ist der Stoff, der selbst Wissenschaftler nicht daran zweifeln lässt, dass ihr Konzept der Re-Sozialisierung nicht umfassend anwendbar ist, falls es überhaupt anwendbar ist.

Zwei Menschen aus der Masse der Londoner haben die Zuversicht von Gutmenschen mit dem Leben bezahlt, eine Zuversicht, die den Vorfall als Freak Event abtun und unbeirrt fortfahren wird, denn die Vorstellung, dass manche Menschen eben schlicht und ergreifend Kriminelle sind, die dann, wenn es die Gelegenheit zulässt, Straftaten ausführen werden, und durch nichts zu einem Besseren bekehrt werden können, die ist Gutmenschen scheinbar fremd. Sie kann ihnen fremd sein, denn die Kosten ihrer Fehleinschätzungen, die tragen regelmäßig Andere.

Labour steht im Vereinigten Königreich für eine Politik der offenen Grenzen, ein last stand seit gestern.

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Time am 2. Dezember 2019

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/28/ali-sina-uber-spiritualitat-3
2) https://sciencefiles.org/2019/11/30/resozialisierung-klappt-bei-terroristen-nicht-das-beispiel-des-london-bridge-morders/

Islamunterichtspflicht in Hamburg

1. Dezember 2019

Dimmi-Bischöfin Kirsten Fehrs

Unter dem Deckmantel der Viefältigkeit wird die Islamunterrichtspflicht in Hamburg eingeführt, und die christlichen Kirchen finden das süper.

Lesen Sie einen Artikel aus der „Süddeutschen Zeitung“ (1).

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Hamburg: Religionsunterricht auch
von nicht christlichen Lehrern

An den Hamburger Schulen sollen künftig auch Vertreter nicht christlicher Religionsgemeinschaften Religionsunterricht für alle Schüler geben.

Das teilte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Freitag gemeinsam mit der Bischöfin der evangelischen Nordkirche, Kirsten Fehrs, sowie Vertretern der katholischen Kirche, der jüdischen Gemeinde, der alevitischen Gemeinde und der muslimischen Verbände mit. Damit gehe Hamburg einen bundesweit einzigartigen Weg, sagte Rabe und sprach von einer „wunderbaren Idee für unsere religiös und kulturell vielfältige Stadt“.

Bislang wurde der Religionsunterricht an den staatlichen Schulen für alle Religionen und Konfessionen von der evangelischen Kirche auf Grundlage eines gemeinschaftlichen Lehrplans erteilt. Ein Modellversuch unter anderem an der Kurt-Tucholsky-Schule in Altona, bei dem auch jüdische, alevitische und muslimische Lehrer Religion für alle unterrichteten, sei sehr positiv verlaufen und werde jetzt auf alle Schulen übertragen, sagte Rabe.

An der Universität Hamburg seien entsprechende Studiengänge für angehende Religionslehrer geschaffen worden. In den nächsten Jahren könnten so verstärkt Lehrer mit einer anderen als der christlichen Religionszugehörigkeit eingestellt werden. Ziel sei, dass das Verhältnis der Lehrer in ihren unterschiedlichen Glaubenszugehörigkeiten einmal dem der Schüler entspreche, sagte der Fachreferent für Religionsunterricht in der Schulbehörde, Jochen Bauer.

Bereits seit 30 Jahren habe die evangelische Kirche Vertreter anderer Weltreligionen in die Gestaltung des Unterrichts einbezogen, sagte Bischöfin Fehrs. „Kinder lernen auf diese Weise ihre eigene Religion kennen, aber auch den Glauben der anderen.“ Dies fördere das friedliche Zusammenleben. „Wenn die Kinder künftig abwechselnd von Lehrkräften unterschiedlicher Konfessionen unterrichtet werden, wird das den Dialog fördern.“

Auch die Vertreter der muslimischen Verbände Schura, Ditib, VIKZ sowie der jüdischen und alevitischen Gemeinden lobten die neue Regelung. „Diese authentische Wissensvermittlung stärkt Schülerinnen und Schüler und legt Grundsteine für ein respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander“, sagte der Schura-Vorsitzende Fatih Yildiz. „Der Religionsunterricht für alle hilft den Schülern, das Judentum als aktuellen, jetzt und heute relevanten Teil der Vielfalt Hamburgs zu begreifen“, sagte Stefanie Szczupak, Vorstand der jüdischen Gemeinde.

Auch die katholische Kirche zeigte sich offen für ein vergleichbares Modellprojekt. Ziel sei es, „Bestandteil dieses weiterentwickelten Religionsunterrichts in Hamburg zu werden und darin auch das katholische Christentum durch katholische Lehrkräfte authentisch abzubilden“, sagte Christoper Haep vom Erzbistum Hamburg.

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Time am 1. Dezember 2019

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1) https://www.sueddeutsche.de/panorama/religion-hamburg-religionsunterricht-auch-von-nicht-christlichen-lehrern-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-191129-99-934717