Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Fingerfight 03

4. Mai 2016

Trump03

Wer von den Bewohnern der Elfenbeintürme hätte das gedacht? Donald Trump setzt sich durch (1).

Hat er die richtige „Taktik“? Sind alle seiner Wähler debil?

Oder haben er und seine Wähler möglicherweise auch vielleicht ein klein bisschen recht – und recht auf bestimmte Inhalte?

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Time am 4. Mai 2016

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1) http://www.n-tv.de/politik/Trump-fast-am-Ziel-Sanders-kaempferisch-article17618396.html

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– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/25/counter-funk/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/30/finger-zeigen-gegen-die-vernunft/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/01/finger-finger-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/03/vorsicht-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/06/unfunky-fingers/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/09/verfilzte-fingerfortsatze/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/13/an-den-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/16/fingerverbot/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/18/es-lebe-die-fingerpest/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/23/finger-der-finsternis/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/27/fingerreligion/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/29/„frische“-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/01/finger-fur-sie/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/04/von-den-fingern-nichts-neues/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/30/fingerfools/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/01/aus-den-fingern-gesaugt/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/04/fingerfanz/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/09/die-fanatischen-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/11/fingerfikher/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/20/verbrecherfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/09/14/neues-von-der-fingerfront/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/10/01/awful-anwar-the-finger-fuzzies/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/02/03/fiese-finger-fuchteln-viel/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/04/24/islam-ist-f-inger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/05/die-finger-der-faschisten/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/08/fantastillionen-von-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/17/flutschfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/24/feindliche-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/02/finger-der-verwechslung/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/05/fingerverruckt/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/16/aus-meinem-fingervorrat/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/21/voll-fette-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/29/forever-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/06/fingerfalle/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/20/verdammt-die-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/28/verliererfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/08/04/die-falschen-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/08/12/fingerviecher/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/24/frustrierte-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/30/vernagelte-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/04/ali-time-und-die-40-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/15/fingerfallout/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/21/filthy-fingers/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/28/fingerfreaks
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/09/fingerfidis-verpsst-euch/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/16/fragen-sie-die-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/29/finger-an-flaschen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/08/fingerflops/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/21/fingerfixing/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/05/fallig-frische-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/12/die-finger-der-versager/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/26/fingerfracking/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/02/26/die-fingerphalli/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/03/12/finger-ohne-grenzen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/04/17/diese-finger-sind-verflucht/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/05/01/finger-auser-facon/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/10/die-verachtenswerten-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/30/frankensteins-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/07/25/finger-voller-flausen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/08/02/finger-im-fieber/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/08/26/fur-eine-handvoll-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/10/23/sie-finden-nicht-sie-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/01/04/freudlose-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/02/17/pausenfullerfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/03/17/diese-finger-werden-verschwinden/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/06/06/zeigt-her-eure-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/07/06/der-nie-versiegende-fingerfluss/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/08/28/foltererfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/09/18/vorrang-fingerzidforschung/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/10/13/futter-fur-die-fingerfans/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/10/25/der-finger-als-fetisch/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/11/02/no-future-for-the-fingers/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/11/11/fingerfletscher/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/02/19/finger-fuchteln-fur-die-vergangenheit/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/03/24/finger-derselben-hand/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/07/20/faktenresistente-fingerfreunde/

Im Interview: Hans-Thomas Tillschneider

3. Mai 2016

Tillschneider

„N-TV“ (1): „Hans-Thomas Tillschneider wurde 1978 in Rumänien geboren und wuchs im Schwarzwald auf. Ab 1998 studierte er Islamwissenschaften in Freiburg und Leipzig und ging 2000 für ein Jahr nach Damaskus. In Jena promovierte er zu einem Thema der Koranauslegung. Seit 2010 ist er Assistent am Lehrstuhl für Islamwissenschaft an der Universität Bayreuth und lehrt dort. Tillschneider ist Mitglied der AfD und gehört dort dem als rechtsnational bzw. völkisch bezeichneten Flügel an. Mit seinem Einzug in den sachsen-anhaltischen Landtag am 13. März wurde Tillschneider Abgeordneter und lässt seine Lehrtätigkeit ruhen. Er bekennt sich zur Identitären Bewegung, eine völkisch orientierte Gruppierung innerhalb der Neuen Rechten. Den Islam kritisiert Tillschneider nicht an sich, sondern hält ihn für inkompatibel mit der deutschen Kultur. Lapidar ausgedrückt: Der Islam soll so bleiben, wie er ist, aber auch bleiben, wo er herkommt.“

Diese Ansicht teile ich nicht: Der Nazislahm muss m.E. vollständig und weltweit dekonstruiert und geächtet werden.

Lesen Sie ein Interview mit Tillschneider von Nora Schareika.

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Die AfD will den Islam in Deutschland in die Schranken weisen. Wie denkt darüber einer aus der Partei, der nicht nur über Halbwissen verfügt? Im Gespräch mit n-tv.de erklärt Islamwissenschaftler Tillschneider, bekennender Identitärer und promovierter Koranexperte, warum er die Islamgegner in seiner Partei unterstützt.

n-tv.de: Warum ist das Thema Islam Ihnen und der AfD so wichtig?

Hans-Thomas Tillschneider: Es ist das Thema unserer Zeit, denn wir leben in einer Zeit, in der die nationalen und kulturellen Identitäten an Bedeutung gewinnen. Das Paradigma dafür hat Samuel Huntington (der Autor von „Kampf der Kulturen“, Anm. d. Red.) geliefert. Eine seiner viel diskutierten Thesen besagt ja, dass nach dem Wegfall des Kalten Krieges die kulturellen Identitäten wichtiger werden. Genau das erleben wir seit den 80er Jahren in der islamischen Welt: Die islamischen Gesellschaften werden immer islamischer. In den 70er Jahren hat man in Kairo so gut wie keine verschleierte Frau gesehen, heute muss man lange suchen, bis man eine unverschleierte gefunden hat. Durch die Globalisierung wird auch unsere deutsche Identität irritiert. Daher kommt dieses Fragen nach Identität, die Rückbesinnung auf das Eigene und die Angst vor Identitätsverlust, was auch legitim ist.

Warum wäre der Verlust der Identität schlimm?

Da kommen wir in den Bereich der letzten Fragen. Jeder muss für sich die Frage beantworten: Wollen wir unser deutsches Volk, unsere deutsche Kultur und unseren besonderen Weg, durch die Geschichte zu gehen, bewahren? Oder wollen wir sagen, das können wir entsorgen, weil es die internationalen Wirtschaftskreisläufe hemmt und deshalb konstruieren wir jetzt eine Einheitskultur und schleifen alles ab?

Ist das denn schon der Fall?

Natürlich. Das ist ein Grund, warum ich schon vor vielen Jahren in den Osten gezogen bin. Ich war das erste Mal im Jahr 2000 in Leipzig. Was mich da überrascht hat, war, dass diese Gegenden so schön deutsch sind. Diese Gegenden haben sich etwas bewahrt, was im Westen verlorengegangen ist. Die neuen Bundesländer haben in meinen Augen eine Vorbildfunktion für die alten, weil sich dort noch viel, viel deutsche Kultur erhalten hat, die im Westen teilweise schon verloren ist.

Die Auseinandersetzung um den Islam dreht sich momentan eher um symbolische Diskussionen – etwa um die Bedeutung von Minaretten. Warum sind Sie der Meinung, diese markierten einen Herrschaftsanspruch des Islam?

Ein Minarett markiert die Moschee nach außen als einen islamischen Kulturbau. Sie wird als Fremdkörper ersichtlich, als islamische Kulturinsel in unserem Bereich. Der Islam kann aber nicht zwischen Religion und Politik trennen. Was uns ganz tief eingeschrieben ist, nämlich die Trennung von Staat und Religion, hat er nie vollzogen, weil er von Anfang an eine hochpolitische Religion war. Deshalb transportiert das Minarett einen Machtanspruch.

Bei der AfD-internen Islamdebatte bekommt man den Eindruck, dass da viel Halbwissen herumwabert. Bereitet das Ihnen als Islamwissenschaftler manchmal Bauchschmerzen?

Nein. Vieles, was vorgebracht wird, stimmt natürlich nicht oder ist Halbwissen. Aber für eine demokratische Willensentscheidung muss sich niemand rechtfertigen. Wenn die Kassiererin keine Moschee in ihrem Umfeld will, dann hat ihre Stimme das gleiche Gewicht wie die des linksliberalen Professors, der mit schönen Worten rechtfertigen kann, weshalb er findet, dass eine Moschee in sein Wohnumfeld gehört. Deshalb weise ich immer die Frage zurück, weshalb im Osten der Widerstand so groß und im Westen so gering sei, wo es doch im Osten so wenige Ausländer und Muslime gibt. Da sage ich immer: Das interessiert mich nicht. Das relativiert die demokratische Willensbekundung, wir haben sie aber nicht zu relativieren, wir haben sie zu akzeptieren.

Sie haben selbst ein Jahr in Damaskus verbracht. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Das war eine sehr schöne und sehr bereichernde Zeit. Ich bin auch sehr gerne im Orient und habe großen Respekt vor dem Islam. Ich will aber nach Damaskus fahren müssen, um eine Moschee zu sehen. Ich hatte damals die Wahl, nach Damaskus oder nach Kairo zu gehen, das war die klassische Alternative für Orientalistikstudenten zu jener Zeit. Ich habe mich ganz klar für Damaskus entschieden, weil mir Kairo zu verwestlicht war. Es geht mir um diese Identitäten. Deshalb unterstütze ich die Identitäre Bewegung und bekenne mich auch dazu. Ich will eine bunte Welt aus vielen verschiedenen Kulturen. Werden verschiedene Kulturen in einer Gesellschaft zusammengewürfelt, verschmelzen sie entweder zu einem grauen Einheitsbrei oder es entstehen Konflikte. Multikulti funktioniert nicht. Ich will einen Islam, der islamisch ist, und ein Deutschland, das deutsch ist. Daran kann ich eigentlich nichts Schlechtes erkennen.

Sie haben beim Parteitag der AfD am Wochenende eine Reihe von verschärfenden Änderungsanträgen zum Grundsatzprogramm gestellt, darunter mehrere zum Islam. Abgestimmt wurde jetzt nur der, in dem Sie gegen die Förderung eines Reformislam argumentieren. Worum geht es Ihnen dabei?

Islamkritik ist nicht gleich Islamkritik. Das Gute ist, dass wir uns in der AfD alle einig sind, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört. Aber unterhalb dieses Konsenses gibt es unterschiedliche Auffassungen, weshalb dem so ist. Ich vertrete eine kulturalistische Islam- oder besser Islamisierungskritik. Ich sage: Der Islam passt nicht zu Deutschland. Das ist ein im Grunde trivialer, auf jeden Fall aber unmittelbar evidenter Befund von Inkompatibilität. Ich kritisiere den Islam nicht an sich und will ihn weder reformieren noch aufklären. Das halte ich gar nicht für möglich. Eine universalistische Islamkritik bezieht sich im Gegensatz zu meiner Islamkritik auf angeblich universelle, global geltende Werte, die auch der Islam respektieren müsse, und deshalb brauche es einen Reformislam. Das ist übrigens eine linke Position, wie sie auch Alice Schwarzer einnimmt. Meine Position ist: Die Deutschen haben ihre Kultur, die Muslime haben ihre Kultur, und das passt nicht zusammen. Dieser Standpunkt hat sich in Stuttgart durchgesetzt.

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Time am 3. Mai 2016

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1) http://www.n-tv.de/politik/Ich-will-Moscheen-lieber-im-Orient-sehen-article17604966.html

Ork-Demokratie

2. Mai 2016

Indonesien

Schariapolizei

Bei „FAZ.NET“ durfte Rainer Hermann einmal mehr ein ausführliches Hohelied auf den Nazislahm ausbringen, das nach der Behauptung, die meisten „islamistischen Parteien“ seien für die Demokratie, mit den folgenden sybillinischen Zeilen endete (1):

„In der arabischen Welt gibt es, von Tunesien und dem Sonderfall des Libanons abgesehen, keine liberale Demokratie. Die Mehrheit der Muslime lebt aber in Demokratien, ob in der Türkei oder Malaysia, in Indien oder Indonesien, in Bosnien-Hercegovina oder Senegal, in Amerika oder Europa. Und die meisten Muslime sind so demokratisch wie die Länder, in denen sie leben.“

Also in Wirklichkeit doch keine Demokratie, jedenfalls keine „liberale“, was immer damit gemeint sein soll.

Schauen wir mal mit Till Fähnders nach Indonesien, diesem „demokratischen“ Musterland der Orks (2).

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Scharia-Polizei in Indonesien

Erst Berührung, dann Bestrafung

Mit der Moralpolizei auf Streife: Seit dem vergangenen Jahr wird die Scharia in der indonesischen Region Aceh schärfer ausgelegt. Wie kommt die Bevölkerung damit zurecht?

Im Scheinwerferlicht taucht das Gesicht einer jungen Frau auf. Wie ein scheues Reh schaut sie in Richtung des Pick-up-Trucks. Ihr Haar ist mit einem senffarbenen Kopftuch verhüllt. Neben ihr sitzt ein junger Mann auf einem kleinen Motorrad. Er guckt ebenso erschrocken in Richtung des Autos, auf dem sechs Männer mit Springerstiefeln, dunkelgrünen Uniformen und Schirmmützen sitzen.

Die Mützen der Männer tragen den Aufdruck „POL WH“, die Abkürzung für „Polisi Wilayatul Hisbah“. Es ist der Name der Religionspolizei in Aceh, der einzigen Region in Indonesien, in der die Scharia, die islamische Rechtsprechung, ebenso gilt wie das nationale Gesetzbuch.

Eingeführt wurde die Scharia in dem Gebiet am nördlichen Zipfel Sumatras schon im Jahr 2001. Nachdem der Tsunami das Ende des langjährigen Bürgerkriegs beschleunigt hatte, gewährte die Zentralregierung der Region im Jahr 2005 autonome Sonderrechte, darunter die Erlaubnis, an der Scharia festzuhalten. Im liberal-muslimischen Indonesien, dem Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt, ist Aceh seither die Ausnahme.

Nach der Entdeckung des jungen Paars liegt nun Ärger in der Luft. Sofort sind einige der Polizisten aus dem Auto gesprungen. Sie nähern sich dem Paar mit drohender Haltung. Die beiden Studenten sind unverheiratet, jung und stehen allein in einer dunklen Ecke auf dem Campus ihrer Universität. Nach dem „Qanun Jinayat“, dem islamischen Regelwerk für die Region, ist das ein Problem.

„Khalwat“ nennt sich das Vergehen, wenn unverheiratete Paare allein miteinander sind und ihre Körper zu nah aneinander sind. Die beiden Studenten reagieren nervös. „Seht, ich bin gar nicht nah an ihr dran“, sagt der Junge auf dem Motorrad.

Tatsächlich stehen die beiden mindestens einen Meter voneinander entfernt. Die Polizisten scheint das zu besänftigen. Einer von ihnen macht eine ruckartige Bewegung. „Verschwindet hier“, ruft er. Eilig fahren die beiden mit dem Motorrad in der Dunkelheit davon. Doch nicht immer geht es so glimpflich ab, wenn unverheiratete Paare allein erwischt werden. Seit dem Oktober des vergangenen Jahres gilt eine verschärfte Version des „Qanun Jinayat“. So drohen für Ehebruch, homosexuelle Handlungen und die öffentliche Zurschaustellung von Zuneigung bei unverheirateten Paaren bis zu hundert Schläge mit dem Stock.

Am vergangenen Dienstag wurden in dem Ort Takengon in Zentralaceh ein junger Mann und eine junge Frau geprügelt, weil sie zu nah aneinander gestanden hatten. Sie bekamen jeweils drei Schläge. Zum ersten Mal seit Änderung des Gesetzes wurde dort unter den Blicken von mehr als Tausend Zuschauern auch die Höchststrafe verabreicht. Ein Mann und eine Frau, die des Ehebruchs beschuldigt waren, bekamen die hundert Schläge von jeweils zehn Beamten abwechselnd verabreicht.

Keine kurzen Hosen

Ebenfalls ein Novum war die erste Auspeitschung einer Nichtmuslimin. Eine sechzig Jahre alte Christin wurde 28 Mal geprügelt, weil sie Alkohol verkauft haben soll. Beinahe hätte auch eine deutsche Touristin den Arm der Islam-Gesetzgebung zu spüren bekommen. Die Frau soll im Bikini am Strand gelegen haben, hatte sich aber schon wieder angezogen, als die Scharia-Polizei eintraf.

Die Polizisten sollen dafür sorgen, dass die islamischen Gesetze eingehalten werden. Alkohol und Glücksspiel sind laut „Qanun Jinayat“, streng untersagt. Musliminnen müssen ein Kopftuch tragen. Nach 23 Uhr dürfen Frauen nur noch in Begleitung eines männlichen Verwandten auf die Straße. Auch auf die Kleidung der Frauen achten die Polizisten: Sie sollte nicht zu enganliegend sein. Männer dürfen keine kurzen Hosen tragen, die über dem Knie enden.

Zwei Schichten gibt es am Abend. Die erste beginnt um 17 Uhr am Hauptquartier der Polizei in der Innenstadt von Banda Aceh. Sechs Polizisten besteigen das Gefährt, auf dessen Ladefläche zwei Metallbänke montiert sind, vier hinten, zwei in der Fahrerkabine. Es sind überwiegend junge Männer im Alter zwischen 25 und dreißig. Grünschnäbel, die sich nur mit Vornamen anreden.

„Bitte gehen Sie nach Hause“

Der 25 Jahre alte Muhaddis sagt, sie würden vor allem Studenten bei Regelverstößen erwischen. Banda Aceh ist eine Universitätsstadt, die auch junge Leute aus anderen Regionen anzieht. Doch zunächst fährt die Patrouille an diesem Abend in das Gebiet von Ulee Leu, einem Ort, der von dem Tsunami am zweiten Weihnachtstag 2004 besonders schwer getroffen worden war. Dort verbringen viele Bewohner von Banda Aceh heute gerne ihre freien Stunden.

Familien, kleinere und größere Jugendgruppen sitzen auf einem kleinen Steindamm, der den Strand von der Straße trennt. Sie schauen der Sonne beim Untergehen zu, angeln, picknicken, plaudern. Am Rand stehen die Autos, Mopeds und Motorräder der Ausflügler. Im Schritttempo fährt der Pick-up die Straße entlang.

Der Kommandeur der Patrouille spricht in ein Handmikrofon. Durch einen knarzenden Lautsprecher dröhnt seine Stimme. „Wir fordern alle Besucher auf, den Strand zu verlassen. Er wird um 18 Uhr 30 geschlossen. Bald wird zum Gebet gerufen. Bitte gehen Sie nach Hause und bereiten sich auf das Gebet vor!“, ruft der Kommandeur.

„Das sind keine guten Mädchen“

Die Menschen auf dem Damm drehen sich um und schauen herüber. Manche springen sofort auf. Andere nähern sich nur zögerlich ihren Zweirädern. Nach kurzer Zeit herrscht Stau auf der Küstenstraße. Dann entdeckt die Patrouille ein paar Frauen und Männer, die sich demonstrativ Zeit lassen. Sie stehen auf dem Steindamm und fotografieren sich weiter mit ihren Handys. Noch dazu tragen die Frauen Hosen, die am Bein eng geschnitten sind. „Dies sind keine guten Mädchen“, sagt Muhaddis. Der Kommandeur lässt den Pick-up stoppen. Die Polizisten steigen vom Auto und nähern sich den jungen Leuten. Fünf grün uniformierte Männer stehen auf der anderen Straßenseite und schauen herüber, während der Kommandeur weiter seine Durchsage macht.

Doch auch diesen jungen Leuten gegenüber zeigt sich die Scharia-Polizei an diesem Abend nachgiebig. Sie dürfen auf ihren Rollern und Motorrädern in die Abendsonne düsen. Auch die anderen Leute knattern mit ihren Mopeds zurück in die Stadt. Von dort schallt schon der Ruf der Muezzine herüber. Die Scharia-Polizisten fahren ebenfalls zu einer der Moscheen. Am Eingang streifen sie ihre schweren Stiefel und ihre Socken ab. Dann gesellen sie sich zu den anderen Gläubigen, die schon im Gebetsraum versammelt sind. Die Frauen sind durch einen Vorhang im hinteren Viertel der Moschee abgetrennt.

Die vielen Pausen während der Streife geben Zeit, die Anwohner ein wenig nach ihrer Meinung zu fragen. „Ich finde sie gut, weil sie mich davon abhalten, schlechte Dinge zu tun“, sagt der 18 Jahre alte Dedi Rolia. Er sitzt in einem der Cafés von Banda Aceh und unterhält sich mit seiner ebenfalls 18 Jahre alten Freundin. Das Paar ist seit zwei Jahren zusammen. Es achte peinlich darauf, nichts Verbotenes zu tun, sagt Dedi Rolia. „Wir gehen nur an öffentlichen Plätzen zusammen aus“, sagt er. Die Gelegenheiten dazu seien selten, da die Freundin ohnehin ihr Wohnheim an der Universität nach 18 Uhr nicht mehr verlassen dürfe.

Bei Zugezogenen verhasst

Die Gesetzgebung passe zu den örtlichen Gepflogenheiten, sagt auch der 27 Jahre alte Riansyah, der mit seiner Verlobten ebenfalls in dem Café sitzt. Für eine flächendeckende Einführung ist der Mann aber nicht. „Es gibt so viele Ethnien und Religionen, das würde nur zu Konflikten führen“, sagt er. Eine Sache störe ihn außerdem. Die Scharia-Polizei fange meist nur die kleinen Fische. „Sie wagen nicht, die Mächtigen zu schnappen“, sagt er.

Gerade bei Zugezogenen sei die Scharia-Polizei sehr verhasst, sagt auch der 63 Jahre alte Tamtawi Alba. Der Mann arbeitet als Chauffeur und kennt sich damit aus, wie man die Dinge, die eigentlich verboten sein sollen, dennoch bekommen kann: Alkohol, Prostituierte, Glücksspiel. Man braucht nur ein bisschen Geld und Verbindungen, sagt Tamtawi Alba. Etwa im Luxushotel „Hermes Palace“ wo manchmal Zimmer angemietet würden, um illegale Kartenspiele zu organisieren.

Wie einer der Scharia-Polizisten später berichtet, gab es im vergangenen Jahr allerdings auch im „Hermes Palace“ eine Razzia. Dabei wurden mehrere Muslime beim Spielen und Alkoholtrinken erwischt. Die Strafe: vierzig Schläge mit dem Rohrstock. Auch für Nichtmuslime sind solche Aktivitäten nicht mehr ganz ungefährlich, nachdem seit dem vergangenen Jahr das neue Gesetz gilt. Bei normalen Vergehen können sie sich aussuchen, ob sie vor ein Scharia-Gericht wollen oder vor ein weltliches. Bei Verstößen, die nur im „Qanun Jinayat“ stehen, werden aber auch sie in jedem Fall den islamischen Regeln nach verurteilt.

„Frauen haben hier keine Rechte“

Menschenrechtler kritisieren, dass das Vorgehen gegen die Verfassung verstoße und die Menschenrechte verletze. Die Leidtragenden seien vor allem Frauen, sagt Ratna Saris. „Frauen haben hier keine Rechte“, sagt die Muslimin, die für eine örtliche Nichtregierungsorganisation für Frauenrechte arbeitet. Im Falle einer Vergewaltigung müssten sie vier Zeugen benennen können, damit es überhaupt zu einem Verfahren komme. Zudem würden sie häufig doppelt bestraft. Denn nachdem sie verurteilt wurden, würden die Frauen von der Familie verbannt und von Nachbarn und Freunden geächtet.

Zudem lasse das Gesetz viele Graubereiche offen. So biete es Gelegenheit zum Missbrauch, sagt die Frauenrechtlerin. Zum Beispiel habe es im vergangenen Jahr einen Fall gegeben, in dem eine Frau nach einer Vergewaltigung abermals und mehrfach vergewaltigt worden sei – von Scharia-Polizisten. Nur ein Teil der Übeltäter sei dafür belangt worden. „Sie können ungestraft machen was sie wollen“, sagt Ratna Saris. Auch der Anteil der Frauen unter denen, die mit Peitschenhieben bestraft werden, sei deutlich höher als die der Männer, sagt Ratna Saris.

Die Scharia-Polizisten in Banda Aceh finden allerdings nicht, dass Mitleid angebracht ist. Die Strafen seien zwar hart, aber die Menschen wüssten ja, worauf sie sich einließen, sagt ein junger Polizist mit dem Namen Iqbal. Zudem seien die Schläge weniger dazu da, um Schmerzen zu bereiten. Wichtiger sei der Schameffekt, da die Prügelstrafe in der Regel öffentlich vollstreckt werde, sagt der junge Mann.

Öffentliche Auspeitschungen

Da die öffentlichen Auspeitschungen in der Regel nicht angekündigt werden, ist es schwer, sich selbst ein Bild davon zu machen. Aber es gibt Videoaufnahmen. Sie zeigen etwa den Fall einer Frau, die gegen die Bekleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die für die Bestrafung in ein weites, weißes Gewand gekleidete Frau wird unter dem Jubel der Schaulustigen auf ein Podest geführt. Ihr Kopf ist von einem Tuch umhüllt. Mit gesenktem Haupt muss sie auf dem Boden niederknien.

Der Vollstrecker trägt ein dunkles Gewand am Körper und eine Maske über dem Kopf. Er lässt dreimal einen dünnen Rohrstock auf den Rücken der Frau niedersausen. Das peitschende Geräusch des Stocks, der auf dem Fleisch landet, geht einem durch Mark und Bein.

Nach dem Gebet in der Moschee gehen die Religionspolizisten in ein Restaurant zum Essen. Dann geht es noch einmal in eine andere Moschee; es ist das letzte Gebet für diesen Tag. Erst zum Schluss beginnen die Polizisten ihre Streife durch das Universitätsviertel. Jede Person, die im Dunkeln am Straßenrand sitzt, wird genau inspiziert.

„Wenn es nur Männer sind, ist es o.k.“, sagt Muhaddis. Doch außer dem jungen Paar, das sich auf dem Motorrad davon macht, finden sie an diesem Abend sonst keine Verdächtigen. Erschöpft fahren die Polizisten danach in ihr Hauptquartier zurück. Eine zweite Streife ist noch etwa eine Stunde länger unterwegs. Sie prüft, dass auch nach der Ausgangssperre keine unbegleiteten Frauen mehr auf der Straße sind.
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Time am 2. Mai 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ist-der-islam-mit-demokratie-dem-grundgesetz-vereinbar-14202942.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/auf-streife-mit-der-scharia-polizei-in-aceh-indonesien-14183815.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Im Interview: Ruud Koopmans

1. Mai 2016

Koopmans

Lesen Sie ein Interview von Sven Astheimer mit dem Migrationsforscher Ruud Koopmans (1).

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Migrationsforscher im Gespräch

„Die meisten Menschen wollen unbequeme Fakten nicht hören“

Der Soziologe Ruud Koopmans kritisiert, dass sich muslimische Migranten zu wenig anpassen würden. Multikulti hält er für fatal, Merkels Türkei-Politik ebenso. In Deutschland wird er bislang kaum gehört – und er ahnt, warum.

Herr Koopmans, Sie forschen seit rund 20 Jahren zu den Themen Migration und Integration. Sie müssten derzeit ein gefragter Mann sein. Wie oft hat das Kanzleramt schon bei Ihnen angerufen?

Die Kanzlerin hat noch nicht angerufen. Aber ich komme gerade aus dem Innenministerium, wo wir über die Gründe von Migration gesprochen haben. Wir haben auch sehr kontrovers über den jüngsten Deal mit der Türkei diskutiert.

Dennoch tauchen Sie in der öffentlichen Debatte recht wenig auf. Was glauben Sie, woran das liegt?

Es ist schon so, dass die meisten Politiker und Journalisten nur die Bestätigung ihrer eigenen Meinung hören wollen. Und da ist vielleicht die Position, die ich vertrete, in Deutschland zurzeit nicht so populär. Insgesamt ziehen meine Forschungsergebnisse schon Aufmerksamkeit auf sich. Anfang 2015 habe ich eine Studie veröffentlicht über islamischen Fundamentalismus und Feindbilder von Muslimen in Europa. Diese Ergebnisse wurden in vielen Ländern auf der ganzen Welt von Pakistan über Israel bis in die Vereinigten Staaten heftig diskutiert, auch in Europa – aber eben nicht in Deutschland. Die F.A.Z. hat als einziges Leitmedium darüber berichtet, wenn auch sehr kritisch. Aber immerhin hat sie berichtet. In den anderen Medien war komplette Funkstille.

Zufällig am Tag der Anschläge in Brüssel haben Sie die Ergebnisse Ihrer jüngsten Studie veröffentlicht. Muslimische Zuwanderer sind demnach so schlecht in die Arbeitsmärkte der Zielländer eingebunden, weil sie sich nicht genügend anpassen. Ist das wirklich revolutionär gegen den Mainstream?

O, ja. Das bedeutet nämlich, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen kultureller Assimilation und struktureller Integration in den Arbeitsmarkt. Das ist hierzulande ein Tabu-Thema, das darf nicht sein. Eigentlich sollte die Kultur keinen Einfluss auf die Integration haben.

Aber Sie sind ja nicht der Erste, der sich mit dem Thema beschäftigt…

Das stimmt. Aber die meisten Studien gehen so vor, dass sie sich die Situation von Migranten und Nichtmigranten anschauen und die soziodemographischen Faktoren abgleichen. Wenn es dann bei gleichem Alter, gleichem Bildungsniveau und gleichem Wohnort immer noch Unterschiede gibt, wird das mit Diskriminierung durch die Arbeitgeber erklärt. In der Fachliteratur nennt man das „ethnic penalty“, also ethnische Bestrafung. Solche Studien basieren meistens auf allgemeinen Daten und es fehlen spezifische Faktoren, die für Migranten eine Rolle spielen. Das können Sprachkenntnisse sein oder spezielle Vorstellungen über die Rolle der Frau.

In Ihren Befunden spielt Diskriminierung also keine Rolle mehr?

Wenn man die genannten kulturellen Aspekte berücksichtigt, bleiben jedenfalls keine signifikanten statistischen Unterschiede mehr. Es gibt sicherlich Diskriminierung, diese fällt nur viel geringer aus als bislang angenommen.

Bestreiten Sie wirklich, dass Bewerber mit Namen wie Ali oder Aische benachteiligt werden?

Nein. Aber ein Problem dieser experimentellen Ansätze ist, dass sie zwar zeigen, dass es einen Zusammenhang gibt, aber nicht, wie groß das Phänomen ist. Es wird unterstellt, dass in jeder Situation, in der Ali sich bewirbt, auch ein Stefan in Konkurrenz tritt, der genau die gleichen Merkmale hat. Das kommt aber am wirklichen Arbeitsmarkt gar nicht so oft vor, weil Stefan wahrscheinlich eine bessere Ausbildung hat und gar nicht mit Ali um dieselbe Stelle konkurriert.

Woran liegt es dann, dass Muslime in nahezu allen Industriestaaten häufiger arbeitslos sind als andere Gruppen?

Erstens haben die Sprachkenntnisse einen starken Einfluss. Unsere Studie zeigt: Wer über gute Sprachkenntnisse verfügt und überwiegend deutsche Medien konsumiert, hat bessere Chancen am Arbeitsmarkt. Das ist eine Sache, die liegt ganz klar bei den Migranten. Der zweite Faktor sind interethnische Kontakte. Migranten der ersten, aber teilweise auch noch der zweiten Generation sind im Zielland fremd. Die besten Kenntnisse über den Arbeitsmarkt – wo gibt es die besten Jobs, wie bewirbt man sich? – haben die Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft. Deshalb haben übergreifende Kontakte entscheidenden Einfluss auf die Arbeitsmarktchancen.

Und Muslime bleiben eher unter sich?

Ja, diese soziale Segregation unter Muslimen ist hoch, auch im Vergleich zu allen anderen Migrantengruppen. Da brauchen Sie sich häufig nur die Wohnsituation anzuschauen.

Sie führen das auf kulturelle und religiöse Unterschiede zurück?

Für einen konservativen Muslim sind schon zwischengeschlechtliche Kontakte außerhalb der Familie ein Problem. Am Beispiel von Holland kann man auch sehen, dass interethnische Beziehungen keine Frage von Rasse und Herkunft sind. Es gibt viele Paare, von denen ein Teil aus Surinam oder von den Antillen kommt. Aber unter Muslimen sind solche Mischehen, wie in allen anderen europäischen Ländern, eher selten. Wobei man aber dazusagen muss, dass es auch umgekehrt eine Art sozialer Diskriminierung geben dürfte, da nicht jeder auch den Kontakt zu Muslimen haben will.

Seit den Anschlägen in Paris und Brüssel stellt sich die Frage, wie die Parallelgesellschaft im Brüsseler Viertel Molenbeek als Brutstätte des Terrorismus entstehen konnte. Wie erklären Sie das?

Meine vorherige Untersuchung hat gezeigt, dass das Niveau von Fanatismus unter Muslimen in Belgien deutlich höher ist als etwa in Deutschland. Auch bei fremdenfeindlichen Einstellungen gegenüber Juden und dem Westen hatte Belgien den höchsten Wert aller sechs untersuchten Länder. Dass da etwas richtig schiefgelaufen ist, ging aus der Studie schon hervor. Das wurde von ein paar Politikern in Belgien auch aufgegriffen, allerdings nur vom rechten Rand des politischen Spektrums, und damit sind die Argumente in den Augen vieler gleich wieder delegitimiert. Das ist leider mein Los.

Dabei waren sie früher bei den niederländischen Grünen.

Ich halte mich immer noch für einen Linken, der seine Forschungsergebnisse präsentiert. Aber die meisten Menschen wollen unbequeme Fakten nicht hören.

Wird das Thema unter Kollegen totgeschwiegen?

Das wäre vielleicht zu viel gesagt, aber man erfährt schon eine gewisse Ablehnung. Das ist aber in Deutschland weniger der Fall als in Belgien, Großbritannien oder den Niederlanden. Ich bekomme dann über Dritte zu hören, dass meine Arbeit Wasser auf die Mühlen von Rassisten und Rechtspopulisten sei.

Der englische Titel Ihrer Studie lautet „Does Assimilation Work?“ Wie lautet Ihre Antwort?

Aus den genannten Gründen ganz eindeutig ja. Wer assimiliert ist, ist seltener arbeitslos und nimmt häufiger am Arbeitsmarkt teil. Wobei es da auch noch einiger Forschung bedarf. Es kann zum Beispiel sein, dass assimilierte Muslime zwar genauso oft arbeiten wie Personen aus der Mehrheitsgesellschaft, aber in schlechteren Jobs unterhalb ihrer Qualifikation. Das würde auch die Diskriminierung bei den Bewerbungen erklären.

Was verstehen Sie unter dem Begriff Assimilierung?

In der Soziologie versteht man darunter den Prozess der Annäherung der Migranten an die Mehrheitsgesellschaft. Das kann man sowohl strukturell sehen mit Bezug auf Arbeitsmarkt und Bildung als auch kulturell, wozu Sprache und soziale Kontakte gehören. Durch den Aufstieg des Multikulti-Begriffs seit den siebziger Jahren wurde Assimilation immer mehr zum Tabu. Dabei geht es nicht darum, dass die Migranten ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben.

Sondern worum?

Es geht darum, dass man in der Lage ist, die Sprache des neuen Wohnlandes zu sprechen, und nicht nur Kontakt innerhalb der eigenen Gruppe hat. Multikulti basiert auf dem Gedanken der Bikulturalität. Aber das hat bei vielen Muslimen nicht funktioniert. Fragen Sie mal in der türkischstämmigen Bevölkerung nach, was sie von Erdogans Bestrebungen halten, die freien Medien nun auch in Westeuropa mundtot zu machen. Die Identifikation mit der Türkei ist bei vielen weitaus stärker als mit Deutschland oder den Niederlanden. Das Problem der Multikulti-Debatte ist, dass die Schuld für diese Umstände immer bei der aufnehmenden Gesellschaft gesucht wird.

Halten Sie Multikulti für gescheitert?

Nein, ich glaube, es ist in vielen Köpfen noch sehr lebendig – gerade in Deutschland. Deutschland ist ja durch die Geschichte bedingt ein Nachzügler. Wir machen Prozesse durch, die Nachbarländer schon lange hinter sich haben. Die Niederlande oder Großbritannien haben sich viel früher auf den Gedanken eingelassen, dass sie Einwanderungsländer sind.

Was lässt sich von den anderen lernen?

Dass Multikulti eine schlechte Idee ist, weil sie das Nebeneinander von verschiedenen Kulturen legitimiert. Niemand soll seine Identität aufgeben. Aber wenn man in die Öffentlichkeit geht, dann ist man nur erfolgreich, wenn man die lokalen Regeln kennt. In Deutschland gibt es jedoch einen starken Willen zu politischer Korrektheit, und es fehlt der Wille, die Bedeutung von kultureller Anpassung zu akzeptieren. Wenn ich in Vorträgen die Bedeutung der deutschen Sprache in den Migrantenfamilien betone, setzt es häufig Buhrufe. Die Leute glauben, man lerne erst richtig Deutsch, wenn man auch gut Türkisch könne. Aber das ist falsch. Wenn ein Kind in einer Familie aufwächst, in der nur Türkisch gesprochen wird, es vor allem mit türkischsprechenden Kindern spielt und die ganze Zeit türkisches Fernsehen läuft, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn das Kind auf einer deutschen Schule Probleme bekommt.

Die Bundesregierung hat ins Integrationsgesetz verpflichtende Sprachkurse aufgenommen und eine Residenzpflicht. Zwei Aspekte, die Sie auch gefordert haben. Aber wie will der Staat Einfluss nehmen auf das Fernsehprogramm? Das ist eine private Entscheidung.

Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Deshalb kommt es auf die Botschaft an. Statt ihnen ständig zu sagen, dass es richtig sei, wenn sie die Sprache und Kultur ihrer Heimat pflegen, muss man ihnen klarmachen, wie wichtig eine Anpassung an das Wohnland ist.

Was schlagen Sie für Flüchtlinge vor?

Bei Anerkennung bekommen Flüchtlinge eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung. Wer in dieser Zeit den Integrationskurs erfolgreich abschließt, die Sprache lernt und einen Arbeitsplatz findet, der sollte die Aussicht auf ein permanentes Bleiberecht bekommen, unabhängig von der Situation in der Heimat.

Und wer das nicht erfüllt?

Dann stellt sich die ganz normale und legitime Frage in jeder Einwanderungsgesellschaft, ob hier die humanitäre Pflicht Deutschlands endet und die Person wieder gehen muss.

Wie wirkt sich die Höhe von Sozialleistungen auf die Integrationschancen aus?

Wenn es nur darum ginge, Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren, müssten alle das angelsächsische Modell mit niedrigen Sozialleistungen kopieren. Das baut einen so hohen Druck auf, da braucht der Staat gar keine Integrationspolitik. Aber es wäre ein Fehler, deshalb den Sozialstaat über Bord zu werfen.

Schweden hat unter Tränen von Politikern seine Grenzen geschlossen…

Weil dort vieles schiefgelaufen ist. Die Arbeitslosenzahlen unter Flüchtlingen sind auch nach Jahren noch sehr hoch. Schweden hat ein noch höheres Versorgungsniveau als Deutschland, gepaart mit einem sehr liberalen Ausländerrecht – eine fatale Kombination.

In Deutschland sind die Flüchtlingszahlen seit der Schließung der Balkan-Route und dem Türkei-Abkommen stark gesunken. Ist das Problem dauerhaft gelöst?

Nein, es zeigt sich ja schon, dass sich Flüchtlingsrouten verlagern. Aber vor allem glaube ich, dass der Türkei-Deal nicht halten wird. Man hat in den letzten Wochen gesehen, dass dieser Deal zu einem moralischen Spagat wird für die deutsche und europäische Politik, weil Erdogan seine Machtposition gnadenlos ausnutzt, um gegen die interne Opposition in seinem Land vorzugehen. Das Vorgehen der Bundeskanzlerin im Fall Böhmermann ist aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigen. Da muss ein deutscher Satiriker seine Sendung einstellen, weil er Morddrohungen bekommt.

Sie hat ja mittlerweile Fehler eingeräumt…

Aber es geht doch weiter. In den Niederlanden wurden türkische Organisationen aufgerufen, Präsidentenbeleidigung zu melden. Eine niederländisch-türkische Journalistin wird im Türkei-Urlaub verhaftet und ihre Wohnung in Amsterdam aufgebrochen. Deutschen Journalisten wird die Einreise verweigert. Und die Bundesregierung schweigt dazu – das ist eine Schande. Dabei hat die Bundeskanzlerin mit einer großen Geste das Dublin-System im Alleingang aufgehoben. Und als es mit einer europäischen Lösung nichts wurde, weil andere Staaten zu Recht die Sozialisierung der Kosten verweigerten, wurde Erdogan zum Türsteher gemacht.

Was lässt sich aus den vergangenen Monaten lernen?

Dass Migration sehr wohl steuerbar ist. Als man die Grenzen öffnete, kamen die Leute. Und als die Balkan-Route zugemacht wurde und Erdogan endlich seine Schlepperbanden kontrollierte, hatte das auch spürbare Effekte. Natürlich gibt es eine humanitäre Pflicht. Aber die muss man anders erfüllen. Denn bislang können nur Menschen kommen, die sich Tausende Euro für Schlepperbanden leisten können. Und vor allem junge Männer, die diese Tour auf sich nehmen können.

Sind Sie also für deutsche Entscheidungszentren in der Region? Bamf-Außenstellen in Jordanien und Libanon?

Nein, keine individuellen Prüfungen vor Ort. Ich bin für Kontingentlösungen. Dann könnte man etwa Familien oder verfolgte Minderheiten bevorzugen und den Prozess steuern. Außerdem Unterstützung für Jordanien, Libanon und die Balkan-Länder, die viel Last tragen. Ich würde die 6 Milliarden Euro lieber dort ausgeben als nur für Erdogan.

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Time am 1. Mai 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/migrationsforscher-koopmans-haelt-multikulti-fuer-fatal-14202950.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

 

Der Antifaschismus steht rechts

1. Mai 2016

Petry

Lesen Sie am „Kampftag der Arbeiterklasse“ einen Artikel von „N-TV“ (1).

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„Islam gehört nicht zu Deutschland“

AfD beschließt deutlichen Anti-Islam-Kurs

Minarette und Vollverschleierung sollen verboten werden, beschließt die AfD auf ihrem Parteitag. Man grenzt sich nicht nur vom „politischen Islam“ ab, sondern von der Religion generell. Beim Thema Einwanderung wird dagegen zurückgerudert.

Die AfD hat auf ihrem Parteitag in Stuttgart einen klaren Anti-Islam-Kurs beschlossen. „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, heißt es in dem entsprechenden Kapitel für das erste Grundsatzprogramm der Partei. Minarette, der Ruf des Muezzins und jegliche Vollverschleierung sollen verboten werden. Das Kapitel wurde mit großer Mehrheit beschlossen.

Die gut 2000 Parteitagsmitglieder folgten bei dem Thema im Wesentlichen dem Leitantrag der AfD-Spitze. Die Partei bekennt sich zur „Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit“. Der Religionsausübung müssten aber klare Schranken gesetzt werden. In dem Beschluss heißt es weiter: „Viele Muslime leben rechtstreu sowie integriert und sind akzeptierte Mitglieder unserer Gesellschaft.“

Die im Vorfeld von führenden AfD-Politikern gebrauchte Formulierung, der Islam sei unvereinbar mit dem Grundgesetz, findet sich nicht in dem Beschlusstext. Verschärft wurde der Leitantrag in dem Punkt, der sich auf das Thema Islamkritik bezieht. Hier setzte sich ein Antrag durch, nicht nur Kritik am Islam, sondern auch an Islamverbänden ausdrücklich zu erlauben. Keine Mehrheit fand dagegen die Forderung, sich nur von einem „politischen Islam“ und nicht vom Islam generell abzugrenzen.

Beschluss abgemildert

Heftig gestritten wurde über ein generelles Verbot von Einwanderung. Nachdem die Mitglieder am Samstagabend in ihr Parteiprogramm geschrieben hatten, „Einwanderung, insbesondere aus fremden Kulturbereichen“ sei grundsätzlich abzulehnen, wiesen einige Mitglieder nun darauf hin, dass die AfD sich in ihrer Anfangsphase immer für eine kontrollierte Zuwanderung von Fachkräften nach dem Vorbild Kanadas eingesetzt habe. Von dieser Linie sollte man jetzt nicht abweichen.

Einige Redner erklärten, problematisch sei vor allem die Zuwanderung von Muslimen. Christliche Migranten aus Asien sollte man in Deutschland willkommen heißen. Schließlich wurden einige am Vortag beschlossene radikale Formulierungen wieder gekippt. Stattdessen heißt es im Parteiprogramm jetzt: „Für den Arbeitsmarkt qualifizierte Einwanderer mit hoher Integrationsbereitschaft sind uns willkommen.“

Unter den Teilnehmern sorgte derweil ein Datenleck für Aufregung: Auf einer linken Internetseite wurden Namen, Adressen und Telefonnummern von Parteimitgliedern veröffentlicht. Parteichef Jörg Meuthen kündigte eine „strafrechtliche Verfolgung“ an. Nach den Ausschreitungen vom Samstag vor dem Tagungsort, blieb es am zweiten Tag der Versammlung ruhig.

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Time am 1. Mai 2016

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1) http://www.n-tv.de/politik/AfD-beschliesst-deutlichen-Anti-Islam-Kurs-article17595271.html

Daniel, the pipe (#2)

28. April 2016

Schrillary

Der counterjihadische Grande Daniel Pipes ist in der MoT immer höchst ambivalent betrachtet worden (1).

In einem aktuellen Artikel warnt er vor dem dezidiert counterjihadischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, den er mit Mussolini vergleicht (2).

Aber Realpolitik ist immer nur eine Frage der besten Optionen, nie des Optimums, und das letzte, was ich den offenen westlichen Gesellschaften nach den Jahren des ersten mohammedanistischen US-Präsidenten B. Hussein O. wünsche, ist eine US-Präsidentin Schrillary.

Pipes

Für Trumps politische Art gibt es einen Namen: Neofaschismus

Unter seinen vielen unfassbaren Wahlkampfäußerungen betreffen Donald J. Trumps vielleicht wichtigste seine eventuelle Rolle als Präsident der Vereinigten Staaten.

Als ihm gesagt wurde, dass Uniformierte seinen rechtswidrigen Befehl als Präsident Gefangene zu foltern und Zivilisten zu töten nicht befolgen würden, antwortete Trump drohend: „Sie werden sich nicht weigern. Sie werden es nicht ablehnen, glauben Sie mir.“ In Reaktion auf Kritik durch den Sprecher des Repräsentantenhauses sprach Trump wie ein Mafiaboss: „Paul Ryan, den kenne nicht gut, aber ich bin sicher, dass ich mit ihm gut auskommen werde. Und wenn nicht? Dann wird er einen hohen Preis dafür zahlen müssen.“ In seiner Beschwerde, dass das internationale Ansehen der Vereinigten Staaten zurückgegangen ist, versprach Trump Ausländer dazu zu bringen „unser Land zu respektieren“ und „unser Oberhaupt zu respektieren“, indem er eine „Persönlichkeitsaura“ schaffen wird. In Bezug auf die Medien, die er verachtet, sagte Trump: „Ich werde unser Verleumdungsrecht öffnen, so dass wir sie, wenn sie bewusst negative und furchbare und falsche Artikel schreiben, verklagten und eine Menge Geld machen können.“

Er ermutigt Teilnehmer auf seinen Kundgebungen Kritiker körperlich anzugehen und hat angeboten ihre Anwaltshonorare zu übernehmen. Er hat zweimal Tweets eines amerikanischen Nazis retweetet. Erst unter Druck distanzierte er sich widerstrebend von Unterstützung durch David Duke und den Ku-Klux-Klan. Er BEhielt eine Ausgabe von My New Order, einer Sammlung der frühen Reden Adolf Hitlers, auf seinem Nachttisch. Er rief seine Anhänger dazu auf ihm die Treue zu schwören, was hitlergrußartige Ehrenbezeigungen hervorrief.

Auf diese und andere Weise übertritt der republikanische Präsidentschaftskandidat die normalen Grenzen der amerikanischen Politik. Er will das Militär, den Kongress, Auslandsregierungen, die Presse und die gewöhnlichen Bürger seinem Willen unterwerfen. Seine Forderungen – und nicht einige muffige Dokumente des 18. Jahrhunderts – sind das, was zählt. Trump präsentiert sich als Milliardär, meisterhafter Geschäftemacher und Nationalist, der Dinge erledigen kann – sch… auf Verlierer und das Kleingedruckte.

Konservative haben diese Tendenzen aufgegriffen. Rich Lowry von der National Review vermerkt: „Donald Trump lebt in einem Flugzeug, in dem es keinen Kongress und keine Verfassung gibt. Es gibt keinen Ausgleich oder Grenzen. Es gibt nur seinen Willen und sein Expertenteam.“ Michael Gerson von der Washington Post pflichtet ihm bei: „Seine Antwort auf fast jedes Problem ist er selbst – seine Verhandlungskünste, seine Entschlusskraft, sein einzigartiges Verständnis des nationalen Willens.“ Jeff Jacoby vom Boston Globe fürchtet, dass er „ein skrupelloser Machthaber im Weißen Haus wird, unbelastet von Verfassungsnormen und demokratischem Anstand“.

Linke stimmen zu. Der durch Watergate berühmt gewordene Carl Bernstein nannte Trump „eine neue Art Faschist in unserer Kultur“ und jemand mit einer „autoritär-dämagogischen Auffassung“. Hillary Clinton schildert Trump als jemanden, „der einen dämagogischen Weg“ verfolgt, der sich auf Fremdenfeindlichkeit, Paranoia, Vorurteil und Nationalismus verlässt, „um die Menschen aufzuwiegeln“.

Der Begriff Faschismus geht auf das Jahr 1915 zurück, als er von Benito Mussolini übernommen wurde, um eine neue Bewegung zu beschreiben, die Elemente der Rechten (Nationalismus) und der Linken (einen wirtschaftlich allmächtigen Staat) kombinierte. Der Merriam-Webster beschreibt die faschistische Einstellung so: Sie „verherrlicht die Nation und oft die Rasse über das Individuum und steht für eine zentralisierte, autokratische Regierung unter Leitung eines diktatorischen Führers, starke wirtschaftliche und soziale Reglementierung und gewaltsame Unterdrückung von Opposition“.

Neofaschismus ist der Begriff für Persönlichkeiten, die sich Elemente der faschistischen Agenda zu eigen machen; er ist eine politische Bewegung, „die von Politik charakterisiert ist, die dazu konzipiert wurde, die Grundprinzipien des Faschismus … in bestehende politische Systeme einzubauen“. Das beschreibt Trump gut.

Videos von Mussolini demonstrieren, wie der Stil des italienischen Diktators den des republikanischen Spitzenreiters vorwegnahm; selbst ohne Italienischkenntnisse erkennt man die Ähnlichkeit ihrer Charaktere und des Tons, sogar in ihrer Mimik. Der angesehen Historiker Andrew Roberts sieht in Mussolini „Trumps heimliche Schablone“.

Die Vereinigten Staaten, die älteste demokratische Republik, sieht sich einer internen Gefahr gegenüber, die anders ist als jede andere der vergangenen eineinhalb Jahrhunderte, einer Gefahr, die das Potenzial des Zerfalls des Lebens im Inland und der Reduzierung des Ansehens des Landes in der Welt hat. Es gibt nichts Wichtigeres als Donald J. Trump und dem neofaschistischen Virus, den er ins Weiße Haus zu bringen wünscht, Widerstand zu leisten und ihn zu besiegen.

Die Republikaner von Pennsylvania haben in den Vorwahlen am 26. April eine wichtige Aufgabe vor sich: Wir müssen unseren Teil dazu beitragen Trump die Delegierten zu verweigern, die er braucht um unser Kandidat für das Präsidentenamt zu werden.

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Time am 28. April 2016

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/11/01/daniel-the-pipe/
2) http://de.danielpipes.org/16615/donald-trump-neofaschismus

Sieg des Counterjihad: weniger Jizia

28. April 2016

Jizia

Das skandalöse Hartz IV für EU-Ausländer (Jizia) soll endlich eingedampft werden. Andere Formen der Jizia werden folgen müssen.

Lesen Sie einen Bericht von „FAZ.NET“ (1).

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Kein Hartz IV mehr für EU-Ausländer

In Deutschland lebende EU-Bürger sollen künftig deutlich weniger Sozialleistungen erhalten. Sozialhilfe bekommt nur, wer schon lange ohne Unterstützung da ist. Der Gesetzentwurf aus dem Hause Nahles geht nun in die Abstimmung.

In Deutschland lebende EU-Bürger sollen künftig grundsätzlich von Hartz IV und Sozialhilfe ausgeschlossen sein, wenn sie nicht hierzulande arbeiten oder durch vorherige Arbeit Ansprüche aus der Sozialversicherung erworben haben. Dies sehen offenbar die von Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) Ende 2015 angekündigten Gesetzespläne zur Einschränkung der Sozialleistungen für EU-Ausländer vor.

Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, sollen EU-Bürger demnach erst dann Anspruch auf Hartz IV und Sozialhilfe haben, wenn sich der Aufenthalt ohne staatliche Unterstützung nach einem Zeitraum von fünf Jahren verfestigt hat. Dies sei der Kern eines Gesetzentwurfs, den das Sozialministerium fertiggestellt habe und der nun an das Kanzleramt zur Ressortabstimmung gehe.

Nahles hatte Ende Dezember angekündigt, den Sozialhilfe-Anspruch von EU-Ausländern per Gesetz zu beschränken. Sie reagierte damit auf eine Entscheidung des Bundessozialgerichts zu Sozialleistungen für arbeitssuchende Zuwanderer aus EU-Staaten. Das Urteil schreibt vor, dass EU-Bürger im Falle eines Aufenthalts ab sechs Monaten in Deutschland Hilfen zum Lebensunterhalt in gesetzlicher Höhe beantragen können. Die Kommunen befürchteten durch das Urteil erhebliche Mehrbelastungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich damals grundsätzlich hinter die Nahles-Pläne gestellt.

Dem Bericht zufolge soll für EU-Bürger, die künftig von Sozialhilfe ausgeschlossen sind, mit dem Gesetz ein neuer Anspruch auf einmalige Überbrückungsleistungen eingeführt werden. Maximal für vier Wochen sollten die Betroffenen Hilfen erhalten, um den unmittelbaren Bedarf für Essen, Unterkunft, Körper- und Gesundheitspflege zu decken. Zugleich erhalten sie demnach ein Darlehen für Rückreisekosten in ihr Heimatland, wo sie anschließend Sozialhilfe beantragen könnten.

Arbeitssuchende EU-Ausländer erhalten ebenso wie Deutsche Hartz-IV-Leistungen. Denjenigen Arbeitslosen, die sich keine Arbeit suchen, kann Deutschland jedoch die Leistungen verweigern. Auch wenn EU-Ausländer kein Aufenthaltsrecht nach dem Freizügigkeitsgesetz besitzen, weil sie etwa nicht über genügend eigenes Vermögen verfügen, haben sie keinen Anspruch auf die Zahlungen. Nach eigenem Ermessen können die Ämter aber Sozialhilfe gewähren; bei einem Aufenthalt ab sechs Monaten sind sie dazu verpflichtet.

EU-Ausländer, die nicht erwerbsfähig sind, können Sozialhilfe bekommen. Voraussetzung ist, dass sie sich seit mehr als drei Monaten in Deutschland aufhalten. Zudem gilt auch hier: Sofern ein EU-Ausländer nur nach Deutschland gekommen ist, um Sozialhilfe zu beziehen, muss der Staat sie ihm nicht gewähren.

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Time am 28. April 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/sozialpolitik-kein-hartz-iv-mehr-fuer-eu-auslaender-14203837.html

Sieg des Counterjihad: Genf

27. April 2016

FAZ

The Fuhrergan zeigt schon mal, dass sein Ziel die Machtausübung in der ganzen Welt ist, und dass man ihn um Erlaubnis fragen muss, wenn man in Genf ein Foto ausstellen will (1).

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Zensurforderung

Schweiz will Erdogan-kritisches Foto nicht entfernen

In der Schweiz hat sich die türkische Regierung mit einem Zensurbegehren eine Abfuhr geholt. Ein Erdogan-kritisches Foto darf in Genf weiter öffentlich gezeigt werden.

Die Türkei hat sich mit ihrer Forderung, ein Erdogan-kritisches Foto aus einer Genfer Open-Air-Ausstellung zu entfernen, eine Abfuhr eingehandelt. Das Bild werde weiter auf dem zentralen Platz vor dem europäischen Sitz der Vereinten Nationen gezeigt, sagte der Genfer Stadtrat Guillaume Barazzone am Dienstag dem Schweizer Fernsehen SRF. „Genf und die Schweiz stehen für die Freiheit der Meinungsäußerung ein“, betonte er. Das türkische Konsulat in Genf hatte die Entfernung des Bildes verlangt.

Auf dem Platz vor dem UN-Komplex könnten sich traditionell Minderheiten durch Demonstrationen artikulieren, erklärte der Stadtrat. Auf dem Bild des Fotografen Demir Sönmez, der kurdisch-armenische Wurzeln hat und seit 1980 in der Schweiz lebt, ist ein Transparent zu sehen, das Erdogan für den Tod eines Jugendlichen bei einer Protestaktion in Istanbul verantwortlich macht.

Neben seinem Porträtfoto steht in französischer Sprache: „Ich heiße Berkin Elvan, die Polizei hat mich auf Anordnung des türkischen Ministerpräsidenten getötet“.

Elvan war im Sommer 2013 am Rande der Gezi-Proteste in Istanbuler von einer Tränengaskartusche am Kopf verletzt worden. Er starb nach monatelangem Koma im Alter von 15 Jahren.

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Time am 27. April 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/schweiz-lehnt-tuerkeis-zensurforderung-fuer-erdogan-foto-ab-14200469.html

Fingerfight 02

26. April 2016

Trump02

Anstatt ihn zu unterstützen, wollen die republikanischen Gegenkandidaten von Donald Trump sich gegen ihn verbünden (1).

Bei den Mohammedanisten kämpfen Sunniten gegen Schiiten, bei uns Kasich und Cruz gegen Trump.

Aber was die Orks können, kann Donald schon lange: Fingerfuchteln!

Ich sehe ihn als nächsten US-Präsidenten.

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Time am 26. April 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-amerika/vorwahlen-in-amerika-trump-bezeichnet-buendnis-gegen-ihn-als-erbaermlich-14199602.html#/elections

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– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/25/counter-funk/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/30/finger-zeigen-gegen-die-vernunft/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/01/finger-finger-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/03/vorsicht-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/06/unfunky-fingers/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/09/verfilzte-fingerfortsatze/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/13/an-den-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/16/fingerverbot/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/18/es-lebe-die-fingerpest/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/23/finger-der-finsternis/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/27/fingerreligion/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/29/„frische“-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/01/finger-fur-sie/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/04/von-den-fingern-nichts-neues/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/30/fingerfools/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/01/aus-den-fingern-gesaugt/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/04/fingerfanz/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/09/die-fanatischen-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/11/fingerfikher/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/20/verbrecherfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/09/14/neues-von-der-fingerfront/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/10/01/awful-anwar-the-finger-fuzzies/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/02/03/fiese-finger-fuchteln-viel/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/04/24/islam-ist-f-inger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/05/die-finger-der-faschisten/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/08/fantastillionen-von-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/17/flutschfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/24/feindliche-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/02/finger-der-verwechslung/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/05/fingerverruckt/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/16/aus-meinem-fingervorrat/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/21/voll-fette-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/29/forever-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/06/fingerfalle/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/20/verdammt-die-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/28/verliererfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/08/04/die-falschen-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/08/12/fingerviecher/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/24/frustrierte-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/30/vernagelte-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/04/ali-time-und-die-40-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/15/fingerfallout/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/21/filthy-fingers/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/10/28/fingerfreaks
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/09/fingerfidis-verpsst-euch/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/16/fragen-sie-die-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/11/29/finger-an-flaschen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/08/fingerflops/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/21/fingerfixing/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/05/fallig-frische-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/12/die-finger-der-versager/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/01/26/fingerfracking/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/02/26/die-fingerphalli/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/03/12/finger-ohne-grenzen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/04/17/diese-finger-sind-verflucht/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/05/01/finger-auser-facon/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/10/die-verachtenswerten-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/30/frankensteins-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/07/25/finger-voller-flausen/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/08/02/finger-im-fieber/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/08/26/fur-eine-handvoll-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/10/23/sie-finden-nicht-sie-fingern/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/01/04/freudlose-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/02/17/pausenfullerfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/03/17/diese-finger-werden-verschwinden/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/06/06/zeigt-her-eure-finger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/07/06/der-nie-versiegende-fingerfluss/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/08/28/foltererfinger/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/09/18/vorrang-fingerzidforschung/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/10/13/futter-fur-die-fingerfans/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/10/25/der-finger-als-fetisch/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/11/02/no-future-for-the-fingers/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/11/11/fingerfletscher/
– https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/02/19/finger-fuchteln-fur-die-vergangenheit/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/03/24/finger-derselben-hand/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/07/20/faktenresistente-fingerfreunde/

Die 5. Kolonne der Torks

25. April 2016

Nazislahm

Völlig unbehelligt können fast 1.000 mohammedanistische DITIB-Kommissare der Torks ihr propagandistisches Unwesen in Deutschland treiben und in rund 1.000 von der Torkei kontrollierten Moscheen gegen Demokratie, Menschenrechte und offene Gesellschaft hetzen (1).

Strunzdumm und verlogen wie immer ist der Kommentar der SED: Es dürfe keine „Sonderbehandlung“ einzelner Religionen geben. Tatsächlich steht man unterwürfig und dienstbeflissen bereit, um den Orks jede noch so unverschämte Sonderforderung zu erfüllen.

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Erdogans verlängerter Arm?

In Deutschland predigen 970 aus der Türkei entsandte Imame

Die türkische Religionsbehörde hat zahlreiche Imame nach Deutschland entsandt. Grünen-Chef Cem Özdemir warnt vor ihrem Einfluss und Versuchen, mit radikalem Gedankengut den gemäßigten Islam im Land zurückzudrängen.

In deutschen Moscheen predigen laut einem Zeitungsbericht derzeit rund 970 Imame, die von der türkischen Religionsbehörde entsandt worden sind. Ihre Aufenthaltsdauer in Deutschland liege in der Regel bei fünf Jahren, schreibt die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib). Aus der CSU war zuletzt die Forderung gekommen, die Finanzierung von Moscheen aus dem Ausland zu stoppen.

Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte der „Welt am Sonntag“, in Ditib-Moscheen gebe es zwar viele engagierte Gemeindemitglieder, die „tolle Arbeit“ leisteten. Der Dachverband selbst aber sei der verlängerte Arm des türkischen Staates. Ankara mache Ditib immer mehr zu einer politischen Vorfeldorganisation der regierenden AKP. Er forderte: „Die Türkei muss die Muslime endlich freigeben.“

Özdemir sieht vor allem den Einfluss des Wahabismus als großes Problem. Vertreter dieser puritanischen Interpretation des sunnitischen Islam, die in Saudi-Arabien Staatsreligion ist, versuchen seiner Ansicht nach auch in Deutschland den „Mehrheitsislam zurückzudrängen“. Der Bundesregierung fehle in Bezug auf saudische Finanzmittel für hiesige islamische Einrichtungen das Problembewusstsein, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Man behandelt Saudi-Arabien mit Samthandschuhen und arbeitet sich stattdessen an Symbolthemen wie dem Burka-Verbot ab.“

Die Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Neukölln, Franziska Giffey (SPD) sagte der „Welt am Sonntag“, sie sehe es kritisch, „wenn Moscheevereine fremdgesteuert sind und dort Imame predigen, die nicht nach dem deutschen Werteverständnis ausgebildet und nicht hier aufgewachsen sind“.

Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Georg Pazderski sagte: „Die Türkei mischt sich mit dieser Praxis massiv in die deutsche Innenpolitik ein.“ Dies dürfe genauso wenig geduldet werden wie die Finanzierung von Moscheen in Deutschland aus dem Ausland.

Die religionspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Christine Buchholz, betonte, es dürfe keine „Sonderbehandlung“ einzelner Religionen geben. Deshalb brauche Deutschland auch kein Islamgesetz, wie in Österreich.

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Time am 25. April 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/erdogans-verlaengerter-arm-in-deutschland-predigen-970-aus-der-tuerkei-entsandte-imame-14197207.html#/elections


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