Liberaler Nazislahm? VERGISS ES!

15. November 2017

Einmal mehr sagt ein sogenannter „moderater Muslim“ (Momo) klar und deutlich, dass die vom Counterjihad kommunizierten Erkenntnisse über den Nazislahm voll und ganz zutreffen.

Der Mohammedanismus ist eine homogene, monolithische Weltanschauung, die nicht interpretierbar ist, die nicht relativiert oder kritisiert werden darf, die unveränderbar ist, die total und global ist.

Der Mohammedanismus ist für immer und ewig zeitlos im Sinne von spätantik.

Lesen Sie einen Aufsatz von Ali Mete (s.o.) vom orkischen Hetz-Organ „IslamiQ“ (1).

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Wer oder was ist „liberaler Islam“?

„Liberaler Islam“: Ein Projekt voller Fragezeichen

Der sog. “liberale Islam“ will als säkulare und humanistische Alternative zum “konservativen Islam“ dienen. Welche Probleme ein liberal-islamisches Denken birgt und was er bedeutet, erklär IslamiQ-Chefredakteur Ali Mete.

Immer öfter wird von einem „liberalen Islam“ gesprochen. Sogenannte „praktizierende Muslime“ wie auch „Kulturmuslime“, die sich als liberale, humanistische, säkulare usw. Muslime bezeichnen, melden sich vermehrt zu Wort. In diesem Beitrag sollen Positionen zum liberalen Islam und Probleme liberal-islamischen Denkens dargestellt werden.

„Liberale Muslime“, so die gängige Bezeichnung, möchten ein „humanistisches, modernes und aufgeklärtes Islamverständnis im zeitgemäßen Kontext“ fördern. Sie fordern u. a. eine moderne, historisch-kritische Lesart des Korans, eine humanistische, individualisierte Theologie, geschlechtergemischte Gebete ohne Bekleidungsvorschriften und mit Predigten auf deutsch, aber mit der Möglichkeit, das diese von „Imaminnen“ geleitet werden. „Liberale Muslime“ fordern zudem die Einbindung in die Vertretungsstrukturen der Muslime in Deutschland, einen „humanistisch orientierten“ islamischen Religionsunterricht und mehr Einsatz im Kampf gegen Gewalt und Extremismus.[1] Ferner gehören auch Themen wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Akzeptanz und Inklusion Homosexueller in die muslimische Gemeinschaft zum Grundbestand liberal-islamischer Anliegen.[2]

Daten und Fakten

Wie viele „liberale Muslime“ es gibt, ist in der Gesamtheit nur schwer festzustellen. Bekannt ist, dass der 2010 gegründete Liberal-Islamische Bund (LIB) und damit der älteste der wenigen Vereine und Gesprächsgruppen des „liberalen Islams“ deutschlandweit lediglich 350 Mitglieder hat.[3] Gemeinden gibt es in Köln, Frankfurt und Berlin, während in Stuttgart, Hamburg und im Raum Ennepe-Ruhr einzelne Gruppen bestehen.[4] Zum Vergleich: Die vier größten islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland[5] vertreten ca. 85 Prozent der 2500 Moscheegemeinden in Deutschland und damit einen großen Teil des muslimischen Gemeindelebens.[6] Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) mit Sitz in Köln, um ein Beispiel zu nennen, ist nur ein, wenn auch das größte Mitglied des Islamrates. Sie besteht mit ihren Vorgängerorganisationen seit den 70er Jahren, hat 36 Regional-/Landesverbände (davon 16 in Deutschland), mehr als 2300 Ortsgemeinden, 613 Moscheen, über 20.500 ehrenamtliche Funktionäre und rund 146.000 Mitglieder weltweit.[7]

Von liberal-muslimischen Akteuren ist des Öfteren zu hören, sie würden der „schweigenden Mehrheit der Muslime“ eine Stimme geben, nämlich jener, die sich nicht durch die etablierten islamischen Religionsgemeinschaften vertreten fühle. So schreibt Lamya Kaddor: „Doch wir liberalen Muslime, wir, die schweigende Mehrheit, müssen sie (die „Orthodoxen“, AM) davon überzeugen, das ein bisschen mehr Machtverteilung, ein bisschen mehr Ausgleich und Kompromissbereitschaft am Ende allen guttun werden.“[8] Doch um welche Macht geht es hier? Die bestehenden islamischen Religionsgemeinschaften haben die Aufgabe und den Anspruch, für ihre Gemeinschaften zu sprechen und sich für ihr Islamverständnis stark zu machen – nicht mehr und nicht weniger. Die Gemeinschaften stehen für keinen Islam, der von oben herab „etabliert“ wird.

Der inzwischen medial präsente Abdel-Hakim Ourghi, Mitglied der Interessengruppe „Säkulare Muslime“ und Verfasser des Buches „Reform des Islam“ sieht das anscheinend anders. Er setzt einen Gegensatz zwischen Konservatismus und Modernismus/Humanismus voraus und schreibt, dass „die muslimischen Dachverbände nicht in die geeigneten Ansprechpartner des Staates und der beiden Kirchen sind“, da sie „einen konservativen Islam vertreten“ und daher „keine Garantie für die Etablierung eines modernen und humanistischen Islam“ seien.[9] Ihm schwebt vielmehr ein Rat vor, „der sich aus Mitgliedern konservativer Verbände sowie Mitgliedern eines reformierten liberalen Islams zusammensetzt“.[10]

Öffentliches Auftreten

Die Politik unterstützt liberale Bestrebungen, um die „Vielfältigkeit des Islam“ zu fördern.[11] Nur einige Beispiele: Die Gründungsversammlung des Verbands Demokratisch-Europäischer Muslime (VDEM) fand 2010 mit Unterstützung des Aachener Oberbürgermeisters Marcel Philip statt.[12] Das Muslimische Forum Deutschland (MFD) wurde mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung gegründet.[13] Der Kölner Friedensmarsch #Nichtmituns[14], welcher von der LIB-Gründerin Lamya Kaddor und dem Aktivisten Tarek Mohamad initiiert und organisiert wurde, fand einen großen und prominenten Unterstützerkreis aus der Politik und Gesellschaft[15]. Trotzdem haben am Ende nach Polizeiangaben lediglich bis zu 1000 Personen teilgenommen.[16]

Entgegen der unverhältnismäßigen Präsenz und Förderung liberaler Muslime vonseiten der Politik und der Medien ist die Zahl der Veröffentlichungen liberaler Vereine qualitativ und quantitativ recht überschaubar. Auf der Homepage des 2010 gegründeten LIB befinden sich insgesamt sieben recht kurze und teilweise rudimentäre und so gut wie gar nicht mit Quellen belegte Positionspapiere, denen man bestenfalls ansatzweise liberal-islamische Positionen und Ideen entnehmen kann, sowie knapp 40 größtenteils frei geschriebene „Freitagsgedanken“. Die jüngste auf der Seite auffindbare Pressemitteilung ist von Ende 2015, der letzte Medienbeitrag von Mitte 2016.[17] Auf den Internetpräsenzen anderer, noch kleinerer Gruppen sieht es nicht besser aus.

Etwas mehr findet man auf dem deutschsprachigen Buchmarkt, auch wenn es sich hierbei um Werke von Einzelpersonen und Einrichtungen handelt und es in diesen Büchern nicht systematisch um „den liberalen Islam“, sondern eher um einzelne Aspekte und Perspektiven eines „zeitgemäßen Islams“ geht. Hierzu gehören z. B. Lamya Kaddors „Muslimisch – weiblich – deutsch! – Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam“ (2010), Hilal Sezgins „Mohammed und die Zeichen Gottes – Der Koran und die Zukunft des Islam“ (2008) oder Mouhanad Khorchides „Gott glaubt an den Menschen – Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus“ (2015), „Scharia – der missverstandene Gott. Der Weg zu einer modernen islamischen Ethik“ (2013) und „Islam ist Barmherzigkeit. Grundzüge einer modernen Religion“ (2012).

Probleme „liberal-islamischen“ Denkens

Muslime und islamische Vereinigungen, die sich über Label wie „liberal“, „säkular“, „humanistisch“ usw. definieren, beanspruchen für sich, eine in den Hintergrund gedrängte, vergessene Strömung des Islams zu repräsentieren, die „über Jahrhunderte hinweg von vielen muslimischen Denkern weitergetragen“[18] worden sei. Aus dieser Position ergeben sich einige Probleme.

Der politische Begriff „liberal“

Das erste Problem ist der Name: „liberaler Islam“. Der Begriff „liberal“ ist ein moderner politischer (Kampf)Begriff und lebt von der Abgrenzung. Denn „(e)ine politische oder soziale Handlungseinheit konstituiert sich erst durch Begriffe, kraft derer sie sich eingrenzt und damit andere ausgrenzt und d. h. kraft derer sie sich selbst bestimmt.“[19] Dessen scheint sich zumindest der LIB bewusst zu sein, da er sonst nicht klarstellen würde, dass „das Wort ‚liberal’ kein auf den politischen Kontext begrenzter Begriff“ sei und „nichts anderes als ‚freiheitlich (gesinnt)’ und ‚vorurteilsfrei’“ bedeute.[20] Aber trotzdem vergleicht LIB-Gründerin Lamya Kaddor das Verhältnis von „Orthodoxie“ und „liberaler Auffassung“ mit „unserem funktionierenden politischen System“: „Wir können darin die verschiedenen Grundeinstellungen zwischen Konservatismus, Liberalismus und Sozialismus beobachten.“[21]

Jedoch ganz und gar nicht vorurteilsfrei versuchen „liberale Muslime“ oft, sich begrifflich, politisch und theologisch von anderen Muslimen und deren Gemeinschaften abzugrenzen, wobei deren Selbstbezeichnung „islamische Religionsgemeinschaft“ tunlichst gemieden wird. Diese oft drastische, bei liberalen Akteuren wie Abdel-Hakim Ourghi fast schon kriminalisierende Art der Profilierung durch Abgrenzung beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Während etwa Ourghi islamischen Religionsgemeinschaften fast jedwede Befugnis und das Existenzrecht abspricht[22], haben Vertreter und Vertreterinnen der etablierten islamischen Religionsgemeinschaften liberale Aktivitäten bisher kaum wahr- oder ernstgenommen und berechtigterweise nur wenig Bedarf verspürt, sich abzugrenzen. Sie haben früh erkannt, dass es sich um eine Scheindebatte handelt und sich nicht auf die „politische Denkschablone“ liberal-konservativ eingelassen.[23]

Die Suche nach einer Anbindung an die Tradition

Die Abgrenzung liberaler Muslime von den Vertretern eines traditionellen Islams steht in einem Spannungsverhältnis zum Versuch, ihr Denken in der islamischen Tradition zu verankern, allein schon deshalb, um den Anschein, ein Kind der Moderne zu sein, zu vermeiden, was ja schon der zeitgenössische Begriff „liberal“ nahelegt.

Um diesen Eindruck zu vermeiden wird nach Anknüpfungspunkten in der islamischen Tradition gesucht. Hierbei fallen die Namen von Strömungen wie der Mutazila und Gelehrten wie Ibn Hazm (gest. 1064), Ibn Ruschd (gest. 1198), Ibn Arabî (gest. 1240), Schâtibî (gest. 1388), Dschamal ad-Dîn al-Afgâni (gest. 1897), Muhammad Abduh (gest. 1905) und Muhammad Ikbal (gest. 1938). Denn dem LIB zufolge ist der liberal-islamische Ansatz „weder eine Erfindung des Abendlands noch eine der Moderne“: „Zu allen Perioden der islamischen Geschichte hat es wichtige spirituelle Vorbilder (z. B. Ibn Arabi, 1165-1240), Gelehrte (z. B. Muhammad Abduh, 1849-1905) und reformatorische Bewegungen (z. B. die Mu’tazila ab dem 8. Jhd.) gegeben, die den Islam in seinen freiheitlichen Aspekten betonten.“[24

Es bleibt bei der bloßen Nennung dieser Personen. Eine tiefergehende Erörterung, inwiefern die Mutazila und die genannten Gelehrten für ein liberal-islamisches Verständnis stehen, gibt es von Seiten der liberalen Vereine nicht. Lediglich Mouhanad Khrochide behandelt in seinen Büchern diese und ähnliche Frage, jedoch nur oberflächlich und nicht in gebotener akademischer Manier, da die Bücher laut eigenen Angaben auf eine „auch für Laien verständliche Weise“[25] geschrieben wurden.

Ohnehin ist fraglich, inwieweit eine zu ihrer Entstehungszeit wichtige Bewegung wie die Mutazila, für teilweise salopp daherkommende liberale Bestrebungen herhalten kann. Allein die Betonung der Vernunft bei der Mutazila als gemeinsames Merkmal hinzustellen, ist zu kurz gegriffen. Dies wird der Mutazila nicht gerecht, die u. a. aus dem Bedarf heraus entstanden ist, den islamischen Glauben angesichts der Glaubenslehren systematisch zu erklären bzw. zu verteidigen, weshalb sie besonders in den damaligen Metropolen Kufa und Basra stark vertreten war.

Die Vernunft bzw. Ratio (Akl) war ein – zentrales und wichtiges – Mittel der Mutazila, aber kein Selbstzweck. Unter ihren folgenden fünf zentralen Prinzipien befindet sich kein „Prinzip der Vernunft“: 1. die Einheit Allahs (Tawhîd), 2. die Gerechtigkeit Allahs (Adl), 3. die Verheißung und Drohung (al-Wad wa al-Waîd), 4. die Zwischenstellung zwischen zwei Aufenthaltsorten (al-Manzila bayn al-Manzilatayn) und 5. das Gebieten des Guten und das Verbieten des Verwerflichen (al-Amr bil-Maruf wan-Nahy anil-Munkar).[26]

Die starke Bezugnahme auf die Mutazila bei heutigen liberalen Muslimen hinterlässt den Eindruck als wären alle anderen Denkschulen gegen den Einsatz rationaler Argumente und würden sich ausschließlich an den Wortlaut halten. Dieser verengte und vermutlich auch dem aktuellen Image des Islams geschuldete Blick ist nicht zutreffend, jedoch aufschlussreich hinsichtlich der Vorstellung vermeintlich liberal denkender Muslime. Denn so einflussreich die Mutazila auch war, im Zuge von zahlreichen Disputen durchgesetzt haben sich mit der Aschariyya und der Maturidiyya zwei Theologieschulen, die ihre Aufgabe darin sahen, dem rationalistischen Gedankengebäude der Mutazila eine ebenfalls auf rationalistischen Argumenten beruhende Verteidigung der islamischen Glaubensfundamente entgegen zu stellen. Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime folgt – bewusst oder unbewusst – der Maturidiyya, da diese unter Hanafiten traditionell vorherrschend ist.[27]

Ähnlich verhält es sich mit der Bezugnahme auf bestimmte Gelehrte. Im LIB-Positionspapier zur Homosexualität wird auf Ibn Hazm verwiesen, demzufolge die Überlieferungen zu homosexuellen Akten „allesamt als gänzlich zweifelhaft und unzuverlässig“ seien. „Liwat galt Ibn Hazm als Form von außerehelicher Sexualität als sündhaft, er erkannte jedoch ihre von anderen Gelehrten betriebene weitere Kriminalisierung nicht an und betrachtete eine solche als nicht im Einklang mit den eigentlichen Quellen des Islams.“[28] Nun muss man aber wissen, dass der andalusische Rechts- und Hadithgelehrte Ibn Hazm einer der bekanntesten Vertreter der kleinen und kurzlebigen Zâhiriyya war. Das Hauptmerkmal dieser Rechtsschule war ihr unbeirrbares Festhalten an dem Wortlaut der Quellen, weshalb z. B. Schâtibî die Zahiriyya stark kritisierte und Ibn Hazm in die Nähe der Hâridschiten rückte, die wiederum so gar nicht freiheitlich-liberal waren. Vor diesem Hintergrund ist verwunderlich, dass sich das Positionspapier auf Ibn Hazm bezieht und kann nur mit Mangel an Alternativen bzw. fehlender Expertise erklärt werden.

Individualisierung und Methodenlosigkeit in theologischen Fragen

Ein Kennzeichen bzw. Problem liberal-islamischen Denkens ist die ambivalente Haltung gegenüber dem Idschma und den Hadithen mit gleichzeitiger Betonung des Idschtihads. Einerseits ist diese Haltung nachvollziehbar, denn ohne die Infragestellung von Hadith und Idschma wären viele Positionen und Wünsche liberaler Muslime gar nicht mehr islamisch-theologisch begründbar. Die Gefahr der ausartenden Individualisierung und der damit verbundenen Methodenlosigkeit bei der Urteilsfindung in theologischen Fragen ist groß. Denn Idschtihad heißt nicht einfach nur, dass man von seinem Verstand Gebrauch macht und vom Wortlaut der deutschen Koranübersetzung seinen Glauben und seine religiöse Praxis ableiten könnte.

Vor diesem Hintergrund ist auffällig, dass sich keiner der liberal-islamischen Gruppen damit auseinandersetzt, unter welchen Bedingungen, von wem und mit welchen Qualifikationen ein Idschtihad heute vorgenommen werden kann. Einfach nur theologisch bewandert zu sein, reicht – vor allem angesichts der heutigen komplexen Lebensrealität – bei weitem nicht aus.

Welche Folgen eine theologische Individualisierung gepaart mit Methodenlosigkeit haben kann, kann anhand einiger Beispiele verdeutlicht werden.

In einem „Freitagsgedanken“ des LIB macht sich Katharina F. Gedanken über das Opfern und Spenden. Sie kommt zu dem Ergebnis: „Meiner Ansicht nach muss heutzutage nicht unbedingt ein Tier geopfert werden, sondern es geht hauptsächlich darum etwas von sich für andere zu geben bzw. andere am Opfer teilhaben zu lassen. Und ob ich nun Geld spende, damit irgendwo auf der Welt ein Tier geschlachtet und dessen Fleisch an Bedürftige verteilt wird oder ob ich es spende damit die bereits erwähnten Hilfsgüter verteilt werden, ist eigentlich egal. Ich denke, dass beides als Opfergabe von Gott angenommen wird.“[29]

Ein anderer Text derselben Verfasserin beschäftigt sich mit der Frage der Sprache beim Gebet und kommt zum Schluss: „Wo steht im Koran geschrieben, dass das Gebet auf Arabisch Pflicht ist? Nirgends. Ein solches Gebot existiert nicht. Das Argument mancher Muslime, dass man auf Arabisch beten müsse, weil der Koran auf Arabisch offenbart wurde, ist falsch. Man kann ohne Bedenken auch auf Deutsch oder jeder anderen Sprache beten.“[30]

Damit hat Katharina F. quasi aus dem Stegreif heraus zwei tief verwurzelte religiöse Praktiken problematisiert und in wenigen Sätzen einer für sich selbst plausiblen Lösung zugeführt. Man kann, wenn man die nötige Qualifikation dazu hat, den Idschma kritisieren und auch Hadithkritik betreiben. Das ist das Tagesgeschäft muslimischer Gelehrter und Akademiker. Aber schreit das Vorgehen wie es hier geschildert wird, nicht gerade nach dem Vorwurf der Beliebigkeit, den liberale Muslime strikt von sich weisen? Denn mit derselben Logik könnte ohne Weiteres das fünfmalige Gebet auf zwei oder drei reduziert, das Fasten auf den Verzicht von einigen wenigen Genüssen und Gewohnheiten abgestuft oder das Kopftuch abgeschafft werden, wie es Lamya Kaddor ja bereits getan hat: „Gott verlangt sittsames Verhalten. […] Das Kopftuch spielt in meinem Deutschland des 21. Jahrhunderts keine Rolle mehr.“[31]

Es drängt sich der Verdacht auf, liberalen Muslimen gehe es darum, bestimmte Lebensentwürfe theologisch zu begründen. In einem Schweizer Papier wird das deutlich: „Die Reformziele […] umfassen die Anpassung des Islam an die Erfordernisse des heutigen gesellschaftlichen Lebens, die Konformität mit den UNO-Menschenrechtsdeklarationen und den Willen, als BürgerInnen und MuslimInnen einen Beitrag zur Bewältigung der Zukunftsprobleme der Menschheit zu leisten.“[32] In der Religion wird somit nicht mehr etwas Wesentliches gesehen, dass das Leben ordnet, sondern als etwas, das beliebig und zum eigenen Vorteil geordnet werden kann und muss.

Ausblick

Der Islam ist nie statisch gewesen, schon gar nicht so wie ihn vermeintlich liberal denkende Menschen sehen möchten, um ihn gemäß ihren Vorstellungen neu zu ordnen. Selbstverständlich gab und gibt es Muslime, die Fehler machen, ein verzerrtes Verständnis ihrer Religion haben oder Erlaubtes für verboten und Verbotenes für erlaubt erklären. Doch schon immer hat es Bewegungen und Gelehrte gegeben, die mit Wissen, Demut und Hingabe versucht haben, diese Missstände zu korrigieren, indem sie aus der unendlichen Fülle koranischer und prophetischer Weisheit und der Methoden, die im Laufe der Jahrhunderte entwickelt wurden. In diesem Rahmen können Muslime ihre Religion reflektieren und praktizieren. Der Islam bedarf keiner Pseudoreform, schon gar nicht einer vermeintlich liberalen, denn der Islam ist immer und überall lebbar.

[1] http://saekulare-muslime.org/freiburger-deklaration/

[2] https://lib-ev.jimdo.com/wir-%C3%BCber-uns/

[3] http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/heftige-angriffe-gegen-liberale-muslime–138705010.html

[4] http://www.liberale-muslime-deutschland.de/

[5] Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB); Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IRD); Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und Verband islamischer Kulturzentren (VIKZ)

[6] http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DIK/DE/Magazin/Gemeindeleben/BekanntheitOrg/bekanntheit-org-mld-node.html

[7] Tätigkeitsbericht bei der 9. Hauptversammlung der IGMG, S. 39, https://www.igmg.org/wp-content/uploads/2016/05/IGMG_Genel-Kurul_Inhalt_160509_mudu.pdf

[8] „Muslimisch – weiblich – deutsch! – Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam“, Lamya Kaddor, München 2010, S. 85.

[9] „Der Islam und die Muslime in Deutschland“, in: „Islam und Staat“, Gerda Hasselfeldt, Ursula Männle (Hrsg.), Berlin 2017, S. 16.

[10] http://saekulare-muslime.org/freiburger-deklaration/index.html

[11] So NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) in einem Bericht auf RP ONLINE. In der gleichen Nachricht hießt es ironischerweise: „Wichtig sei, dass sich keine religiöse Gemeinschaft vor einen politischen Karren spannen lasse, ganz gleich aus welcher Himmelsrichtung.“ http://www.rp-online.de/nrw/landespolitik/nrw-unterstuetzt-liberale-moscheen-nach-dem-vorbild-der-ibn-rushd-goethe-moschee-in-berlin-aid-1.7000328

[12] http://www.vdem.eu/, 9.8.2017

[13] http://www.islamiq.de/2015/10/08/zweiter-anlauf-eines-fragwuerdigen-projekts/

[14] http://www.ramadan-friedensmarsch.de/

[15] http://www.ramadan-friedensmarsch.de/seiten/unterzeichnerinnen.html

[16] https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-280.pdf

[17] https://lib-ev.jimdo.com/medien-presse/pressemitteilungen-archiv/

[18] „Liberaler Islam“ – Positionspapier des Liberal-Islamischen Bundes e.V., https://lib-ev.jimdo.com/inhalte-und-ziele/positionspapiere/, S. 1.

[19] „Zur historisch-politischen Semantik asymmetrischer Gegenbegriffe“, Reinhart Koselleck, in: „Positionen der Negativität“, Harald Weinrich (Hg.), München 1979, S. 65.

[20] „Liberaler Islam“, ebd.

[21] „Muslimisch – weiblich – deutsch!“ S. 87.

[22] „Der Islam und die Muslime in Deutschland“, S. 11 ff.

[23] „Islam ohne Seele oder alles nur PR?“, Muhammad Sameer Murtaza, http://islam.de/20577

[24] „Liberaler Islam“, S. 2.

[25] „Islam ist Barmherzigkeit. Grundzüge einer modernen Religion“, Mouhanad Khorchide, Freiburg im Breisgau 2012, S. 27.; „Scharia – der missverstandene Gott. Der Weg zu einer modernen islamischen Ethik“, Mouhanad Khorchide, Freiburg im Breisgau 2013, S. 22.

[26] „Mu’tezile“, TDV İslam Ansiklopedisi, Bd. 31, S. 391 ff., http://www.islamansiklopedisi.info/dia/pdf/c31/c310262.pdf

[27] „Mâtürîdiyye“, TDV İslam Ansiklopedisi, Bd. 28, S. 165 ff., http://www.islamansiklopedisi.info/dia/pdf/c28/c280089.pdf

[28] „Homosexualität im Islam“ – Positionspapier des Liberal-Islamischen Bundes e.V., https://lib-ev.jimdo.com/inhalte-und-ziele/positionspapiere/

[29] „2016_09_02: „Opferfest und Spenden““, von Katharina F., https://lib-ev.jimdo.com/freitagsgedanken/

[30] „2016_04_08: „Darf man auf deutsch beten?““ v. Katharina F., https://lib-ev.jimdo.com/freitagsgedanken/

[31] „Muslimisch – weiblich – deutsch!“ S. 56.

[32] http://www.forum-islam.ch/de/reformbewegungen/index.php

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Time am 15. November 2017

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1) http://www.islamiq.de/2017/11/12/liberaler-islam-ein-projekt-voller-fragezeichen

Kein Integrationsinteresse

14. November 2017

Lesen Sie einen Beitrag von Thilo Sarrazin von „Achgut“ (1).

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Auch ohne Arbeit besser als in der Heimat

Knapp 60 Prozent der Deutschen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, 5.4 Prozent sind arbeitslos. Ausländer vom Balkan oder aus osteuropäischen Drittstaaten sind zu knapp 40 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt, rund 15 Prozent sind arbeitslos.

Ausländer aus nichteuropäischen Asylherkunftsländern sind dagegen nur zu 10 Prozent sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ihre Arbeitslosigkeit beträgt über 50 Prozent. Die wenigen, die Arbeit gefunden haben, sind fast ausschließlich in ungelernten, einfachen Tätigkeiten. Ihre Abgangschance in Arbeit (also die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres Arbeit zu finden) schätzt die Arbeitsverwaltung auf zwei Prozent.

Bei diesem Tempo würde es 50 Jahre dauern, bis alle Arbeit gefunden haben. Aber das ist natürlich ein theoretischer Wert. Erstens werden sie älter, zweitens bauen sich ihre Qualifikationsdefizite nicht automatisch ab. Und drittens merken sie beim Warten und Nichtstun, dass der deutsche Sozialstaat sie mit Wohnraum, Krankenversicherung und Geldleistungen gut versorgt. Auch ohne Arbeit ist ihr Lebensstandard weitaus höher als in der Heimat.

Das Problem ist alt

Das Problem entstand nicht erst mit dem Flüchtlingszustrom seit 2015, auch davor waren die Ausländer aus den Asylherkunftsländern kaum in den Arbeitsmarkt integriert. Aber mit dem plötzlichen Zuzug von weiteren 1,5 Millionen vorwiegend jungen Männern hat es sich dramatisch verschärft. Es handelt sich um eine tickende Zeitbombe. Die meisten sind Muslime. Gefühle von Erfolglosigkeit und Nutzlosigkeit können vorhandene Radikalisierungstendenzen verschärfen. Lässt man Familiennachzug zu, so beschleunigt das die Bildung neuer beziehungsweise die Vergrößerung bestehender Parallelgesellschaften.

Das Beste wäre es, diese jungen Menschen möglichst schnell in Arbeit zu bringen oder sie zumindest auszubilden, ehe im Nichtstun Demotivierung und Radikalisierung einsetzen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Nur, wer kümmert sich darum? Die Behörden – Arbeitsämter und Kommunen – tun es jedenfalls nicht. Sie sind voll mit der Erfassung, Verwaltung und Versorgung von Asylbewerbern und Zuwanderern ausgelastet. Bei den angebotenen Sprachkursen springen die meisten Teilnehmer ab, ehe der Lernerfolg einsetzt. Eine Vermittlung in Lehrstellen gelang nur in seltenen Fällen. Unternehmen zeigen sich wegen des Mangels an Sekundärtugenden bei den jungen Leuten frustriert.

Fünf bis zehn sollen es sein

Kürzlich traf ich eine alte Bekannte, jenseits der aktiven Berufsphase, kulturwissenschaftlich gestählt und in Sozialarbeit erfahren. Sie bringt junge Männer unter den Flüchtlingen und Migranten in Ausbildung und Arbeit. Dazu geht sie in Flüchtlingsunterkünfte und sucht Kandidaten aus, die wirklich wollen und bereit sind, sich anzustrengen. Diese werden von ihr sehr eng und zeitaufwendig über Jahre begleitet. Bei zweien hatte sie bereits Erfolg, bei einem dritten erhofft sie ihn. Für die kommenden Jahre hat sie sich zum Ziel gesetzt, fünf bis zehn junge Asylbewerber in Arbeit zu bringen.

Von Projekten aller Art hält sie überhaupt nichts, es zähle nur die Arbeit am Einzelfall, und diese erstrecke sich regelmäßig über Jahre, wenn sie erfolgreich sein solle. Bei vollem zeitlichen Engagement ergebe sich eine Betreuungsquote von maximal eins zu zehn. Nach diesem Maßstab braucht man allein für Berlin 5.000 Vollzeitbetreuer, denn in der Stadt leben 50.000 Asylbewerber, die seit Herbst 2015 kamen. Für die anderhalb Millionen im ganzen Bundesgebiet wären entsprechend 150.000 Betreuer notwendig.

Nicht jeder eignet sich zum Betreuer. Es müssen robuste Menschen mit sozialer Kompetenz, großer Motivation und hoher Frustrationstoleranz sein, die Zugang zu Behörden, Firmen und Arbeitsplätzen haben und ihre „Schützlinge“ sowohl straff anleiten als auch motivieren können. Mit voller Berufstätigkeit ist solch ein Engagement nicht vereinbar, man ist dazu auf die „rüstigen Rentner“ angewiesen. Was ist aber, wenn diese in ihrem wohlverdienten Ruhestand lieber Golf spielen und nach Mallorca reisen, sofern sie noch ausreichend vital sind?

Die Asylbewerber bleiben sich selbst überlassen

In Berlin wird man keine 500 Betreuer mit dem nötigen Engagement und Profil finden, bundesweit ist es nicht anders. Die weitaus meisten Asylbewerber bleiben sich selbst überlassen. Meine Bekannte sagte voller Erbitterung, 15.000 hätte Angela Merkel ja aus humanitären Gründen ins Land lassen können, der Rest sei unverantwortlich gewesen.

Unser Gespräch fand in Berlin-Neukölln statt, so kamen wir auf die dort lebenden Migranten zu sprechen. Meine Bekannte zeigte sich fassungslos, dass exakt die alten Fehler wiederholt werden:

Der Marsch in die Parallelgesellschaften begann nicht in den 60er Jahren mit dem Gastarbeiterzuzug, sondern seit 1973 mit dem Familiennachzug. Dieser führte zur kulturellen Abschottung und zum Transfer traditioneller Clanstrukturen aus dem Maghreb und dem Nahen Osten nach Deutschland.

Die sogenannten Libanon-Flüchtlinge, die Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre nach Deutschland kamen, waren die Keimzelle der arabischen Großclans, deren organisierte Kriminalität heute in Deutschland eine so große Rolle spielt.

Ein Integrationsinteresse gibt es in diesen Gruppen nicht. An die Stelle der von uns erhofften Loyalität zu Deutschland tritt für die meisten die Loyalität zu ihren Großfamilien und die Loyalität zur islamischen Religion, zumeist in ihren wenig aufgeklärten Versionen.

Für die Integration, so meine Bekannte abschließend, sei der größte Teil der in Neukölln lebenden Muslime verloren. Mit der unbedachten Masseneinwanderung seit 2015 haben wir uns ein vergleichbares, nur viel größeres Problem eingehandelt.

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Time am 14. November 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/auch_ohne_arbeit_besser_als_in_der_heimat

Im Interview: Volker Beck

13. November 2017

Till-Reimer Stoldt hat für die „Welt“ ein Interview mit Volker Beck von den Grünen geführt (1).

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„Die Entfremdung der Christen wäre eine Gefahr“

Religionsexperte und Grünen-Politiker Volker Beck über den zunehmenden Heimatverlust von Christen, die zunehmende Beheimatung von Muslimen – und warum der religiös neutrale Staat sich um beides kümmern sollte.

Viele halten Volker Beck für den Erfinder der Religionspolitik. Und zumindest eines stimmt: Der langjährige Grünen-Bundestagsabgeordnete erdachte 2013 den Titel eines „religionspolitischen Sprechers“ für seine Fraktion. Fragten Kollegen, was das denn sei, antwortete er: „Einer, der nicht nur die Kirche, sondern auch Moschee und Synagoge im Dorf lassen will“. Doch nun, da Beck nicht mehr dem Bundestag angehört, will er die Frage noch grundsätzlicher beantworten – als religionswissenschaftlicher Lehrbeauftragter der Ruhr-Uni Bochum.

DIE WELT: Herr Beck, Deutschland braucht eine durchdachte Religionspolitik – das ist eine zentrale These Ihrer Lehrveranstaltung. Aber gab es die nicht schon immer?

Volker Beck: Regierungen haben stets Entscheidungen getroffen, die sich auf Gläubige und Religionsfreie auswirkten. Insofern gab es Religionspolitik natürlich immer, aber sie wurde über Jahrzehnte anders betitelt – als Integrations-, Rechts- oder Innenpolitik. Deshalb setzen wir uns im Seminar mit den verschiedenen religionspolitischen Akteuren, ihren Interessen und Programmatiken auseinander – von Regierungen bis zu Gewerkschaften. Nicht alle diese Akteure würden von sich sagen, sie machten Religionspolitik. Erst allmählich beginnt Religionspolitik ein Bewusstsein ihrer selbst zu entwickeln.

DIE WELT: Woran liegt das?

Beck: Lange galt Religion in der Politik als eher zweitrangige Größe. Der Trend zur Säkularisierung, von einst 95 auf derzeit rund 55 Prozent Kirchenmitgliedern, schien zu suggerieren, dass Religionsfragen an Bedeutung verlieren. Das hat sich seit dem elften September 2001 geändert. Mittlerweile haben die meisten verstanden, dass es nicht nur Säkularisierung, sondern zugleich auch Pluralisierung und ein Wachstum anderer Glaubensgruppen gibt; und dass beide Trends gestaltet werden müssen.

DIE WELT: Was heißt das angesichts der Tatsache, dass mit rund vier Millionen Muslimen eine neue Religion in Deutschland entstanden ist?

Beck: Zunächst verlangt das nach einer Entscheidung, ob wir unser Religionsrecht behalten wollen oder nicht. Anders als im laizistischen Frankreich ist das deutsche Verhältnis von Staat und Religion auf Kooperation angelegt, der neutrale Staat reicht allen Glaubensgemeinschaften die Hand zu positiver Entfaltung – bei Religionsunterricht, universitärer Theologenausbildung oder Seelsorge in Gefängnis und Bundeswehr. Unsere Verfassung unterscheidet aber nicht nach Anhängern von Jesus, Mose, Mohammed oder Buddha. Entweder gilt ihr Angebot für alle Religionen oder für keine. Sie verlangt nur, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

DIE WELT: Und? Sollten wir die Politik der ausgestreckten Hand auf andere Religionsgemeinschaften ausweiten?

Beck: Als Politiker bejahe ich das, weil dadurch Bürgern jeder Konfession die Beheimatung in unserem Land erleichtert wird. Als Lehrbeauftragter würde ich sagen: Wenn sich ein Staat dafür entscheidet, braucht er geeignete Partner für diese Zusammenarbeit. Mit Kirchen und jüdischer Kultusgemeinde ist das gelungen…

DIE WELT: …mit der hierzulande vergleichsweise jungen Gemeinschaft der Muslime noch nicht, obwohl die organisierten Bewerber seitens der Muslime seit Langem bekannt sind.

Beck: Ja, das sind vor allem die vier im Koordinierungsrat der Muslime organisierten Verbände und ein schiitischer Verband. Zwei von ihnen, Zentralrat und Islamrat, versuchen seit Jahren, ihre Anerkennung als Partner des Staates vor Gericht zu erzwingen. Erst am Donnerstag hat das OVG Münster dies abgelehnt. In meinen Augen zu Recht, weil diese Verbände nicht die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen einer Religionsgemeinschaft erfüllen.

DIE WELT: Warum nicht?

Beck: Nehmen Sie den Zentralrat. Der setzt sich aus heterogenen Gruppen zusammen wie den Schiiten der Blauen Moschee Hamburgs. Einige Beobachter sagen, sie sei eine Dependance des iranischen Geheimdienstes. Eine andere Zentralrats-Gruppe ist die sunnitische IGD, die aus den islamistischen Muslimbrüdern erwuchs, dann gibt es die Atib, die in der türkisch-nationalistischen Bewegung der Grauen Wölfe ihre Wurzeln hat. Das wirft Fragen auf: Inwiefern sind die vom Ausland gesteuert? Wer nimmt da wie Einfluss? Und ist der Verband angesichts seiner Heterogenität nicht eher eine Agentur organisierter Öffentlichkeitsarbeit als eine Glaubensgemeinschaft?

DIE WELT: Ohnehin in Verruf geraten ist die staatstürkische Ditib.

Beck: Alles spricht dafür, dass Ditib personell und finanziell beeinflusst und wohl auch gesteuert wird von der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die der Regierung in Ankara untersteht.

DIE WELT: Sehen Sie bei allen vier Groß-Verbänden Abhängigkeiten zum Ausland?

Beck: Ja, es gibt vielfältige Abhängigkeitsverhältnisse. Wenn eine angebliche Religionsgemeinschaft aber von religionsfremden politischen Instanzen, sei es der Staat oder eine Partei, maßgeblich beeinflusst wird, kann sie kein Partner des deutschen Staates sein.

DIE WELT: Entsprechend werden die Bundesländer immer zurückhaltender bei der Zusammenarbeit mit den Verbänden.

Beck: Sie stehen vor einer Grundsatzfrage: Sollen sie wegen des Fehlens verlässlicher muslimischer Partner sagen „Dann haben die Muslime eben Pech gehabt“…

DIE WELT: …oder…

Beck: …am Ziel festhalten, Muslimen auf anderem Weg Religionsunterricht et cetera zu ermöglichen. NRW zum Beispiel scheint letzteren Weg einzuschlagen und islamischen Religionsunterricht auszubauen, ohne die Muslimverbände als Religionsgemeinschaften anzuerkennen. Was zeigt: Islampolitik geht auch mit einer Kooperation auf Distanz zu diesen Verbänden.

DIE WELT: Während die Minderheit der Muslime und die der Religionslosen wachsen, soll die Mehrheit der Christen laut Prognosen weiter schrumpfen. Wie sollte weitsichtige Religionspolitik damit umgehen?

Beck: Sie muss davon ausgehen, dass gesellschaftlich und politisch einiges neu ausgehandelt werden wird. Da müssen zwei Grundrechte immer wieder neu ausbalanciert werden: Einerseits das Recht der Religionsgemeinschaften, auch öffentlich ihren Glauben zu leben, andererseits das Recht der Nichtgläubigen, ihr Leben unbeeinflusst von Vorstellungen der Glaubensgruppen zu gestalten.

DIE WELT: Was heißt das konkret? Wenn an Karfreitag die Angetrunkenen aus jeder Straßenkneipe grölen dürften, während die Christen von der Andacht zum Tode Jesu heimkehren, wäre das ein Triumph für militante Atheisten, aber ein herber Heimatverlust für Christen.

Beck: Eine solche Entfremdung der christlichen Bevölkerung wäre eine Gefahr. Aber: Sie ist nicht zwingend mit solchen Neuverhandlungsprozessen verbunden. Eine auf Interessenausgleich ausgerichtete Politik kann sie verhindern.

DIE WELT: Da lauert Konfliktpotenzial, oder?

Beck: Ja, aber man kann dieses Konfliktpotenzial entschärfen. Schließlich möchte unsere Verfassung die Freiheitsrechte aller Bevölkerungsgruppen unterstützen – die der Christen wie der Anders- und Nichtgläubigen. Die Verfassung stellt hohe Anforderungen an die Fähigkeit Regierender, umsichtig zu moderieren und alle Seiten zu ihrem Recht kommen zu lassen.

DIE WELT: Wie könnte das beim Streit ums Tanzverbot an Karfreitag aussehen?

Beck: Man muss das jeweils von den Freiheitsrechten aus denken. Stört es den Gläubigen, wenn von ihm unbemerkt am Karfreitag eine private Tanzveranstaltung ohne Ruhestörung in einer Discothek stattfindet? Stört es den tanzfreudigen militanten Atheisten wirklich, wenn er an einer Handvoll Tage im Jahr nicht auf den Marktplätzen der Stadt tanzen kann? Man muss das Kind bei den stillen Feiertagen nicht mit dem Bade ausschütten und man kann es trotzdem neu austarieren.

DIE WELT: Stramm säkularistisch klingt das nicht.

Beck: Nein, von solch einem konfliktträchtigen Kurs rate ich persönlich ab. Der Sinn von Religionspolitik ist Religionsfreiheit. Das meint nicht Freiheit von Religion, sondern Freiheit in religiösen Fragen. Und eine gewisse christliche Prägung der Kultur wird von einer Mehrheit der Christen und Nichtchristen bejaht, etwa der weitgehend arbeitsfreie Sonntag. Außerdem nutzt die Kooperation von Religion und Staat allen Seiten.

DIE WELT: Damit setzen Sie sich von radikalen Säkularisten ebenso ab wie von vielen konservativen Christen.

Beck: Ja, beide haben eins gemeinsam: Sie favorisieren eine strikte, klinische Trennung von Staat und Kirche. Konservative Christen knüpfen dabei oft an das Wort Benedikts XVI. von der „Entweltlichung der Kirche“ an. Sie wollen raus aus den vielen Kooperationen mit dem Staat, weil der Kirche dadurch eine zu ungeistliche Perspektive aufgedrängt werde, die ihr Profil schwäche. Sie meinen, all die Kooperationen in Schulen und Hochschulen hätten die Kirche zu sehr „gemainstreamt“ und ihre Lehre und Glaubenspraxis verwässert.

DIE WELT: Ist an der Beobachtung nicht was dran?

Beck: Mag sogar sein. Fragt sich nur, wie man sie bewertet. Man könnte es auch als kluge Strategie des weltlichen Staates bejahen, dass Religionen durch viele enge Kommunikationskanäle zum säkularen Raum in Beziehung treten. Das dient der gesellschaftlichen Kohärenz, Vielfalt braucht auch Zusammenhalt. Gleichzeitig gewinnen die Religionsgemeinschaften durch die Kooperation Relevanz und Entfaltungsmöglichkeiten. Es ist schon ein Geben und Nehmen.

DIE WELT: Beschreiben Sie da nicht doch eine Strategie der tödlichen Umarmung?

Beck: Nein, eher einen Weg, wie Religion, Gesellschaft und Staat auch künftig harmonieren.

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Time am 13. November 2017

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1) https://www.welt.de/regionales/nrw/article170483573/Die-Entfremdung-der-Christen-waere-eine-Gefahr.html

Formen des Jihad

12. November 2017

Immer, wenn ein Mohammedanist allein oder in einer Gruppe Gewalt ausübt, kann er dies als heilige Handlung mit den mohammedanistischen Grundlagentexten rechtfertigen (1). Alles ist Jihad und jeder Tag ist Kerbela…

Lesen Sie einen Artikel aus der „Welt“ (2).

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Schwere Krawalle in Brüssel

„Inakzeptable Aggression“ – 22 Polizisten verletzt

Rund 300 Personen randalieren in der Brüsseler Innenstadt, nachdem sich Marokko für die WM 2018 qualifiziert hatte.

In Brüssel ist es am Samstagabend nach der Qualifikation der marokkanischen Fußball-Nationalmannschaft für die WM 2018 in Russland zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei versuchte, rund 300 Menschen im Zentrum der Stadt in Schach zu halten, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Randalierer setzten im Zentrum der belgischen Hauptstadt Autos in Brand und schlugen Schaufenster ein. Geschäfte wurden geplündert. Die Polizei ging im Zentrum von Brüssel mit Wasserwerfern gegen die Menge vor, um sie zu zerstreuen. 22 Polizisten wurden verletzt. Auch ein Passant wurde mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Es sei nicht klar, ob er an den Unruhen beteiligt war.

„Diese Aggression war inakzeptabel – zusammenzuleben bedeutet Respekt, auch für die Polizei, die Tag und Nacht für unsere Sicherheit sorgt“, schrieb der belgische Innenminister Jan Jambon bei Twitter.

Durch eine massive Polizeipräsenz beruhigte sich die Lage schließlich nach Mitternacht langsam wieder.

Marokko löste das WM-Ticket in der Gruppe C durch ein 2:0 (2:0) im Gastspiel bei der Elfenbeinküste in Abidjan. In Brüssel gibt es eine große marokkanische Gemeinde.

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Time am 12. November 2017

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2017/11/01/schoene-gruesse-von-der-umma/
2) https://www.welt.de/sport/fussball/article170534761/Inakzeptable-Aggression-22-Polizisten-verletzt.html

Blue Flag

12. November 2017

Für die „Welt“ berichtete Gil Yaron über ein Manöver in Israel, an dem auch die Deutsche Luftwaffe teilnimmt (1).

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Deutsche Kampfjets fliegen erstmals über Israel

Israel führt derzeit mit internationalen Partnern ein riesiges Manöver in der israelischen Wüste ab. Auch die Bundeswehr ist dabei. Eine große Ehre, dabei sein zu dürfen, sagen die deutschen Soldaten.

„Es war ein sehr emotionaler Augenblick für uns, als die deutsche Luftwaffe in unserem Bunker parkte“, sagt Oberst Itamar, Kommandeur des israelischen Luftwaffenstützpunktes Uvda. Er sei gerührt gewesen, als vier Eurofighter des taktischen Luftwaffengeschwaders 73 Steinhoff aus Rostock in die Negevwüste kamen, zum Manöver, 72 Jahre nach dem Holocaust.

Oberstleutnant Gero von Fritschen, Kommodore des deutschen Geschwaders, spricht von einer „großen Ehre, zu den ersten deutschen Kampfpiloten zu gehören, die hier im Luftraum unterwegs sind“. In dieser Woche wird in Israels Wüste Geschichte geschrieben – erstmals seit 100 Jahren fliegen wieder deutsche Kampfflugzeuge durch den Himmel.

Damals waren Aufklärer der Königlich Bayerischen Luftwaffe über der Negevwüste geflogen, um die ersten Luftaufnahmen Palästinas zu machen. Nun nehmen 125 deutsche Soldaten zwei Wochen lang an dem Manöver teil, in dem täglich rund 100 Einsätze gegen Terroristen und der Luftkampf gegen Flugzeuge geübt werden.

Dabei simulieren israelische Experten Bodentruppen, die mit russischen Abwehrraketen ausgerüstet sind. Das Manöver sei für die Bundeswehr ein riesiger Gewinn, man könne in der Wüste viel tiefer und schneller fliegen als im „dicht besiedelten Deutschland“.

Militärische Kooperation zwischen Deutschland und Israel ist kein Novum. Deutsche Drohnen- und Hubschrauberpiloten werden in Israel ausgebildet. Allein 2017 fanden 80 gemeinsame Projekte zwischen beiden Armeen statt, 20 davon zwischen den Luftwaffen.

Ein Land fehlt: die Türkei

Doch früher fanden die Kontakte im Verborgenen statt – auch um es sich nicht mit arabischen Staaten zu verscherzen. „Blue Flag“ aber ist sehr prominent. Es sei auch ein „politisches Signal“, sagt der deutsche Offizier. Wenn arabische Staaten mit Israel im Kampf gegen den Dschihadismus kooperierten, warum nicht auch Deutschland?

Was das Manöver mit dem Namen „Blue Flag 2017“ außerdem besonders macht, ist, dass an ihr acht Nationen teilnehmen und viele andere dazukommen wollten oder Beobachter entsandten. Nicht umsonst sprechen die israelischen Offiziere von „aerial diplomacy“ – Luftwaffendiplomatie.

Sie soll demonstrieren, dass Israel trotz aller Kritik seiner Siedlungspolitik kein isolierter Pariastaat ist, und helfen, neue strategische Bündnisse im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind zu schmieden: dem radikalen Islam in aller Welt. Die Gästeliste des Manövers zeugt davon, dass die globalen Interessen sich im vergangenen Jahrzehnt massiv verschoben haben – und Jerusalem es verstand, neue Verbündete zu gewinnen.

Schaut man auf die Flaggen, die im gleißenden Wüstenhimmel wehen, fällt vor allem eines auf: die Abwesenheit der Türkei. Noch vor einem Jahrzehnt war Ankara für Israel ein Verbündeter und strategischer Nato-Partner. Israelische Kampfjets trainierten in der Türkei, die ihre Luftwaffe mit israelischer Hochtechnologie ausrüstete.

Aber Indien ist dabei

Die Machtübernahme Präsident Recep Tayyip Erdogans bereitete dem jedoch ein Ende. Der sympathisiert mit Muslimbrüdern und hat sich zum Schutzherrn der radikal-islamischen Hamas gemacht – des Erzfeinds Israels. Auch im Westen werden angesichts der autokratischen und neoosmanischen Tendenzen am Bosporus Zweifel laut, wie lange Ankara verlässlicher Nato-Partner bleiben kann.

Statt des weißen Halbmonds auf rotem Tuch weht das weiße Kreuz der griechischen Flagge. Dabei gehörte Athen zu den größten Kritikern der Israelis – auch wegen deren gutem Verhältnis zur Türkei. All das ist Vergangenheit. Inzwischen proben griechische und israelische Piloten jährlich gemeinsam. Und die griechische Armee gestattet den Israelis, Probeangriffe gegen ihre S-300 Luftabwehrraketen zu fliegen, um sich auf einen Einsatz gegen den Iran vorzubereiten.

Nichts demonstriert die Verschiebung globaler Interessen besser als die Präsenz indischer Piloten. Einst war Indien feindlich gegenüber Israel eingestellt. Der Subkontinent, der sich mühsam vom British Empire befreit hatte, betrachtete Israel als Teil einer feindlichen imperialistischen Achse. Aber auch in Delhi hat der radikale Islam den Imperialismus inzwischen als Feind ersetzt.

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Time am 12. November 2017

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1) https://www.welt.de/politik/ausland/article170479897/Deutsche-Kampfjets-fliegen-erstmals-ueber-Israel.html

Der erste Papst der Orks (#6)

12. November 2017

Lesen Sie einen Artikel von INXI von „PI“ (1).

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Römische Kirche ist Teil des Kartells

Am 14. Januar ist der „Welttag des Migranten und Flüchtlings“. An sich nichts besonderes; schließlich gibt es mittlerweile für jeden Blödsinn einen eigenen „Welttag“. So wäre es auch in diesem Fall, wenn sich nicht der Papst mit einer Botschaft zu Wort gemeldet hätte. Nicht nur für deutsche Patrioten, sondern für jeden autochthonen Europäer ist diese Schrift Sprengstoff pur.

Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker, der diese Botschaft (die übrigens schon im letzten August erstellt wurde?), analysiert hat, nennt Franziskus gar Pontifex horribilis! Völlig zu Recht und ohne Übertreibung, wie die nachfolgenden Ergüsse des alten Mannes aufzeigen.

Franziskus fordert:

– Den Migranten und Flüchtlingen breitere Möglichkeiten für eine sichere und legale Einreise in die Zielländer anzubieten.

Asylanten, Wirtschaftsflüchtlinge, Einwanderer – egal! Jeder soll kommen dürfen und dies selbstredend sicher und legal. Keine Grenzen jeglicher Art mehr für Europa und die Nationalstaaten. Wer Zielland ist, dürfte klar sein. Es werden eher nicht Bulgarien oder Rumänien sein. Selbst Griechenland erscheint den Invasoren nicht angemessen.

Franziskus fordert:

– Der Migrantenstatus soll den Zugang zur nationalen Gesundheitsversorgung und dem Rentensystem nicht begrenzen.

Bedeutet nichts anderes als bedingungslosen Zugang in die schon jetzt instabilen, vom Werte schaffenden Europäer finanzierten Sozialsysteme. Und zwar unbegrenzt! Während sich die Asylindustrie, zu der auch die Kirchen zählen, dumm und dußlig verdient, sollen die Facharbeiter von Finnland bis Portugal die Rente für kulturfremde Invasoren erarbeiten, während ihre eigene in den Sternen steht. Von einem kollabierendem Gesundheitssystem ganz zu schweigen.

Franziskus fordert:

– die Familienzusammenführung „einschließlich der Großeltern, Geschwister und Enkel“, die „niemals wirtschaftlichen Erfordernissen unterworfen werden“ darf.

Hier spricht dieser sogenannte Oberhirte wiederholt den Nationalstaaten jegliches Recht ab. Das ist Umvolkung pur! Der endgültige Beweis für dieses Ziel wird nachfolgend ersichtlich.

Franziskus fordert:

– Nach einiger Zeit sollen Zuwanderer die Staatsbürgerschaft in ihrem europäischen Aufenthaltsland auch dann erwerben können, wenn sie weder kulturell noch wirtschaftlich und auch nicht sprachlich integriert sind.

Dieser Satz sagt alles. Freilich ist nun auch das Handeln der deutschen Kardinäle und Bischöfe in diesem Kontext klar. Der Verfasser dieser Zeilen ist bekennender Atheist und kann daher zu religiöser Thematik nichts aussagen. Aber diese Schrift des Papstes ist weder religiös noch human. Sollten diese Forderungen auch nur ansatzweise Wirklichkeit werden, versinkt Europa in Bürgerkrieg, islamischer Gewalt und Anarchie.

Jörg Meuthen, bekennender Katholik, hat angesichts der Anfeindungen der Kirche gegen die AfD sich dagegen ausgesprochen, Mitgliedern den Austritt zu empfehlen. Das müsse jeder für sich entscheiden. Bis heute eine richtige Aussage. Bis heute…

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Time am 12. November 2017

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1) http://www.pi-news.net/roemische-kirche-ist-teil-des-kartells/

Wieder beleidigt: die 5. Kolonne

10. November 2017

Tariq Rammeltag ist ein äußerst prominenter Vertreter der sogenannten Momos, d.h. der angeblich „moderaten Muslime“. Er ist familiär eng mit der Muslimbruderschaft verbunden, für minderwertigkeitsmarkierende Frauenbekleidung und Steinigung, und er ist ein Serienvergewaltiger (1).

Dies macht ihn naturgemäß zu einem Helden der Bolschewisten, wie Jürg Altwegg für „FAZ.NET“ berichtet (2).

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„Charlie Hebdo“ zu Edwy Plenel:
Die dümmste und peinlichste aller möglichen Reaktionen

Die fünfte Kolonne der sechsten Säule: Die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ attackiert den Journalisten Edwy Plenel als Komplizen von Tariq Ramadan. Der Angegriffene fühlt sich an die NS-Zeit erinnert.

Mit Tariq Ramadan auf dem Titelbild und seiner Erektion „Ich bin die sechste Säule des Islams“ hat „Charlie Hebdo“ in der vergangenen Woche eine neue Welle von Beschimpfungen und Attentatsdrohungen ausgelöst. In der neuesten Ausgabe legt die sich Zeitschrift mit dem prominenten französischen Journalisten Edwy Penel an: Er wird auf dem Cover als Komplize Ramadans und der Islamisten präsentiert.

Plenel war die Nummer zwei in der Redaktion von „Le Monde“, bevor er das Internetportal „Mediapart“ gründete. Schon beim „Monde“ hatte er sich als Enthüllungsjournalist einen Namen gemacht. Für „Charlie Hebdo“ zeichnete die Karikaturistin Coco vier Plenel-Porträts nach dem berühmten Vorbild der drei Affen, die nichts sehen, hören und sagen. Sie spielt mit Plenels Markenzeichen, dem Schnauz, der ihm Augen, Mund und Ohren verstopft. Ein Volltreffer ist auch die Schlagzeile: „Mediapart enthüllt: Wir wussten von nichts.“

An solidarischer Unterstützung durch die Kollegen hatte es „Charlie Hebdo“ in all den Jahren der Drohungen, weltweiten Demonstrationen, Prozesse, Brandanschläge und des Attentats nicht gefehlt. Mit einer Attacke der Zeitschrift auf Medien hatte niemand gerechnet. Unterstellt die Journalisten-Schelte, dass Mediapart die Tariq Ramadan vorgeworfenen sexuellen Verbrechen bewusst unterschlagen hat? Dafür gibt es keine Belege, auch andere Redaktionen wollten nicht über die mutmaßlichen Vergewaltigungen berichten, solange es keine Klägerin gab. Der Mediapart-Journalist Fabrice Arfi twitterte: „Vorbehaltlose Unterstützung, wenn Charlie bedroht wird. Aber mit Worten, Ideen und Fakten gegen dieses erbärmliche Cover.“ Bei diesem Kommentar hätte man es bewenden lassen können.

Doch Edwy Plenel fühlt sich von der provozierenden Attacke der „Charlie Hebdo“-Karikaturistin durchaus getroffen. Er gehört zu den Journalisten, die Tariq Ramadan förderten und unterstützten. Plenel hat viele Auftritte mit dem Islam-Intellektuellen bestritten, in den Medien und auch an Orten, wo Ramadan ein Heimspiel hatte und dem kritischen Journalisten vielleicht das eine oder andere hätte auffallen können. Plenel war Trotzkist. Er verteidigt die Muslime als neue Proletarier so eifrig gegen die „Islamophobie“, dass man manchmal durchaus den Eindruck bekam, er verniedliche die Attentate. Cocos Titelblatt muss Plenel wohl so gedeutet haben, als würde er nach der „sechsten Säule“ des Terrorismus – Ramadan – als dessen „fünfte Kolonne“ vorgeführt. Prompt ließ er sich zur dümmsten und peinlichsten aller möglichen Reaktionen verleiten: Edwy Plenel entblödete sich nicht, das Cover mit der berühmten „Affiche Rouge“ zu vergleichen.

Das „rote Plakat“ war von den Deutschen im besetzten Paris ausgehängt worden. Auf ihm sind die Mitglieder der Manouchian-Widerstandsgruppe abgebildet. Ihr gehörten vor allem staatenlose Armenier und Juden aus Osteuropa an. „Befreier?“, stand in großen Lettern auf dem Plakat: Nein – eine „Armee des Verbrechens“. Der Aushang war eine Botschaft an die Résistance. Louis Aragon hat „L’Affiche Rouge“ ein Gedicht gewidmet, der Sänger Jean Ferrat machte daraus ein Chanson, das in Frankreich jeder kennt.

Auf den Vergleich hat „Charlie Hebdo“-Redakteur Fabrice Nicolino mit einem glänzenden Kommentar reagiert. Er verweist darauf, dass Plenel den Titel seines Pamphlets „Für die Muslime“ Emile Zolas „Für die Juden“ entlehnt habe. Der Dichter schrieb seinen Artikel zwei Jahre vor seinem Aufruf für den des Landesverrats angeklagten Juden Alfred Dreyfus: „J’accuse!“. Aber auch sonst, höhnt Nicolino, habe der Ex-Trotzkist in seiner Verwirrung einiges verwechselt. Zum Beispiel das kleine Detail, dass nicht er selber und die Redakteure von Mediapart erschossen wurden wie Missak Manouchian und seine 22 „Terroristen“ von den Deutschen im Krieg.

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Time am 10. November 2017

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1) http://diepresse.com/home/ausland/welt/5317608/Frankreich_Das-Doppelleben-des-Tariq-Ramadan
2) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/charlie-hebdo-persifliert-den-journalisten-edwy-plenel-15285020.html

Sieg des Counterjihad: NRW

9. November 2017

Lesen Sie einen tränenreichen Bericht des nazislahmischen Hetzorgans „IslamiQ“ (aka Mille Görüsch) (1).

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Kein Anspruch auf Islamunterricht

Der Islamrat und der ZMD haben keinen Anspruch auf eine allgemeine Einführung des islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) heute entschieden.

Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland und der Zentralrat der Muslime in Deutschland sind auch weiterhin nicht als Religionsgemeinschaften anzusehen. Das entschied das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster am Donnerstag in einem Revisionsverfahren. Danach hätten sie auch keinen Anspruch auf einen allgemeinen islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen nach ihren Grundsätzen, hieß es. Eine weitere Revision ließ das Gericht nicht zu.

Ausschlaggebend für die Entscheidung war nach Angaben des Vorsitzenden Richters insbesondere, dass in beiden Dachverbänden laut deren Satzung eine reale Durchsetzung von religiösen Lehrautoritäten bis in die untersten Ebenen der Mitgliedsverbände und Moscheegemeinden hinein nicht gegeben sei.

Hinzu komme, dass der Zentralrat nicht als zuständig angesehen werde, identitätsstiftende Aufgaben wahrzunehmen. Beide Kriterien waren zuvor vom Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) Leipzig als notwendig für eine Anerkennung als Religionsgemeinschaften formuliert worden.

„Entscheidung ist nicht das Ende unserer Bemühungen“

„Die Entscheidung des Gerichts ist bedauerlich. Der Senat hat mit seinem Urteilsspruch die Chance verpasst, den islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen auf juristisch solide Beine zu stellen“, erklärt Burhan Kesici, Vorsitzendes des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland e.V., anlässlich der Entscheidung des OVG Münster. Das aktuelle Beiratsmodell stehe verfassungsrechtlich auf sehr dünnem Eis und sei allen voran ein politisches Konstrukt ohne Gewähr auf Dauerhaftigkeit.

„Nichtsdestotrotz bedeutet diese Entscheidung nicht das Ende unserer Bemühungen, weiter konstruktiv an der dauerhaften Etablierung eines islamischen Religionsunterrichts zu arbeiten. Wir werden uns auch in Zukunft nach bestem Wissen und Gewissen an diesem Prozess beteiligen“, so Kesici. Ein positiver Richterspruch hätte die bereits überfällige Institutionalisierung der islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland beschleunigen können.

Kesici zufolge habe der Senat die Entwicklungen der vergangenen Jahre nicht hinreichend gewürdigt. „Weder wurde das von der Landesregierung in Auftrag gegebene Gutachten über die Islamische Religionsgemeinschaft NRW e.V. berücksichtigt, noch wurden Sachverständige gehört“, so Kesici weiter.

20-jähriger Rechtsstreit geht voraus

Dem Urteil geht ein fast 20-jähriger Rechtsstreit voraus. Bereits 1998 hatten Islamrat und Zentralrat der Muslime gegen das Land Nordrhein-Westfalen auf Einführung des islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach an öffentlichen Schulen geklagt. In mehreren Instanzen – darunter auch am OVG Münster – war ihnen aber der Status der Religionsgemeinschaft abgesprochen worden. Schließlich hob das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig ein OVG-Urteil auf und verwies den Fall nach Münster zurück.

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Time am 9. November 2017

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1) http://www.islamiq.de/2017/11/09/ovg-muenster-kein-anspruch-auf-islamunterricht/

Aus der Hauptstadt (#41)

8. November 2017

Richard Friebe berichtete im „Tagesspiegel“ über eine mohammedanistische Propagandashow, in der gelogen wird, dass sich die Balken biegen (1).

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Alternative Fakten

Die falsche Verklärung des Gelehrten Ibn al-Haytham

Bei der Berliner „Science Week“ wird eine Ausstellung über einen islamischen Wissenschaftler gezeigt. Aber sie biegt die Wahrheit zurecht, sagen Kritiker.

Wenn es um eine gute Story geht, dann soll man sich möglichst nicht von Fakten stören lassen. Dieses Zitat wird wahlweise Mark Twain oder Tiger Woods zugeschrieben. Mitte nächster Woche startet, begleitend zur „Falling Walls“-Konferenz, die „Berlin Science Week“. Geplant sind 60 Veranstaltungen, und mit zehn Tagen ist sie auch etwas länger als nur eine Woche. Über diese kleine Abweichung von den Fakten schon im Namen hat sich bislang niemand beschwert. Ein Teil dieser zehn Wissenschaftstage allerdings zieht bereits im Vorfeld Kritik auf sich: die Ausstellung „Ibn al-Haytham – The Man Who Discovered How We See“.

„Die Macher sind bereit, für die Geschichte, die sie erzählen wollen, historische Fakten beziehungsweise das Fehlen echter Nachweise weitgehend zu ignorieren“, sagt die Mathematikerin und Historikerin Sonja Brentjes vom Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Und Organisatoren und Geldgeber, unter anderem das Bundesforschungsministerium, seien „offenbar bereit, das auszublenden“.

Junge Muslime sollen inspiriert werden

Die „Macher“, das ist die britische Initiative „1001 Inventions“, ein gleichnamiges Unternehmen und die dahinter stehende Stiftung für Wissenschaft, Technologie und Zivilisation (Foundation for Science, Technology and Civilisation, FSTC) aus Manchester. Geleitet wird letztere von Mohamed el-Gomati, einem emeritierten in Libyen geborenen Professor für Elektroingenieurswesen an der Universität York, und Salim al-Hassani, ebenfalls emeritierter Ingenieurswissenschaftler, allerdings von der Universität Manchester und gebürtiger Iraker.

Ziel ist es, die Beiträge von Wissenschaftlern islamischen Glaubens in früheren Jahrhunderten einem breiten Publikum nahezubringen. Junge Muslime sollen „inspiriert“ und für Wissenschaft und Technologie interessiert werden.

Darin ist man seit mehr als einem Jahrzehnt nach eigenen Angaben extrem erfolgreich, vor allem durch die Ausstellung „1001 Inventions“ („tausendundeine Erfindung“) und ein gleichnamiges, vom amerikanischen „National Geographic“-Verlag publiziertes Buch. Für Videoproduktionen gewann man Stars wie Omar Sharif (beworben mit „Sein letzter Auftritt“) und Oscar-Preisträger Ben Kingsley. Die dort erzählten „inspirierenden“ Geschichten allerdings, sagt Brentjes, seien voller „Glorifizierungen und Reklamationen wissenschaftlicher Erstleistungen“, für die es nur wenige verlässliche historische Belege gebe.

Leistungen angeblicher Flugpioniere nicht belegt

Die Expertin für Mathematik, Kartografie und Wissensaustausch in islamisch geprägten Gesellschaften vor 1700 ist mit ihrer Kritik nicht allein. Der türkisch-amerikanische Physiker Taner Edis etwa hat in einem Fachartikel nachgewiesen, dass die Leistungen der als Flugpioniere dargestellten Ibn Firnas (9. Jahrhundert) und Hezarfen Celebi (17. Jh.) einerseits physikalisch kaum möglich waren, andererseits durch Quellen nicht belegt sind. Auch die Darstellung, hier seien in einem historisch kontinuierlichen Prozess die Grundlagen aller modernen Luftfahrt gelegt worden, sei unhaltbar.

In dem Sammelband „1001 Distortions: How Not to Narrate History of Science, Medicine, and Technology in Non-Western Cultures“ (Ergon 2016) haben Wissenschaftler noch einige weitere Fehler, Ungenauigkeiten und steile Thesen aufgelistet. Rainer Brömer, Medizinhistoriker an der Universität von Istanbul, etwa seziert dort die These, der in Syrien geborene Ibn al-Nafis habe bereits im 13. Jahrhundert den Lungen-Blutkreislauf beschrieben. Für ihn sind solche Behauptungen nicht nur ein sachliches Problem. Tatsächlich könnten derartige Darstellungen zwar vielleicht zunächst Begeisterung bei Muslimen für Leistungen ihrer Glaubensbrüder aus früheren Jahrhunderten auslösen. Letztendlich seien sie schulterklopfend und damit „herablassend gegenüber Muslimen“. Und, ergänzt Brentjes, diese auch beim besten Willen nicht wegzudiskutierenden falschen Darstellungen und das wahrscheinlich gut gemeinte, politisch motivierte Darüberhinwegsehen etwa seitens der Berliner Science-Week-Organisatoren spielten „islamophoben Verschwörungstheoretikern in die Hände“.

Wissenschaftlicher Fortschritt ist ein komplizierter Prozess

Die tatsächlichen Leistungen von Wissenschaftlern, Mathematikern, Medizinern und Übersetzern aus dem Griechischen in muslimisch geprägten Gesellschaften seien bedeutend und erforschungswürdig genug. „Nur ist das eben alles ein bisschen komplexer und komplizierter, als es diese Erzählungen von Erstleistungen und Einzelhelden und auch von durch die Religion bedingter Überlegenheit nahelegen – und durchzogen von Brüchen“, sagt Brentjes.

Der Erfolg von Initiativen wie „1001 Inventions“ und nach Ansicht der vom Tagesspiegel befragten Fachleute ähnlich problematischen Ausstellung „Sultans of Science“ (MTE Studios, Dubai) reicht offenbar bereits weit hinein in die Bildungssysteme mancher Staaten. Ein türkischer Wissenschaftshistoriker, der ungenannt bleiben möchte, sagt, Studenten in der Türkei etwa seien bereits „sehr in dieser Art von Denken verhaftet“. Es sei schwer, sie dazu zu bringen, „kritisch und objektiv über Geschichte nachzudenken“. Überhöhende und falsche Darstellungen der Leistungen osmanischer und islamischer Forscher und Entdecker seien auch in den kürzlich überarbeiteten Lehrplänen in der Türkei vermehrt zu finden.

Von einer „simplistischen Glorifizierung“ sprechen Kritiker

Die Ausstellung, die in Berlin gezeigt wird, stellt nach Angaben von Fachleuten, die sie bereits anderswo gesehen haben, Ibn al-Haytham als den „Vater der experimentellen Optik“ (so wird er auch im Buch „1001 Inventions“ genannt) dar. Eine „simplistische Glorifizierung“ nennt Brentjes diese Darstellung.

Tatsächlich gehe nicht nur die experimentelle Optik mindestens bis zu Ptolemäus (2. Jh. n. Chr.) zurück. Auch al-Haythams Arbeiten selbst fußten auf denen muslimischer und christlicher Vorgänger. Seine bedeutende Theorie der Optik habe auf diesen basiert, aber ebenso auf „aristotelischen Konzepten, euklidischer Geometrie und der religiös-philosophischen Schule der Mu’tazila“.

Diese verfügbaren Fakten und ihr Zusammenspiel inklusive der bleibenden offenen Fragen – all das klingt ein bisschen komplex und kompliziert. Eine simple Story kann man aus ihnen sicher nicht stricken. Eine gute aber vielleicht schon.

Jürgen Mlynek, ehemaliger Direktor der Helmholtz-Gemeinschaft und heute Cheforganisator der Science Week, äußert sich, mit der Kritik konfrontiert, so: Die Berlin Science Week biete nur „ein Dach“ für Veranstaltungen mit Wissenschaftsbezug. „Dabei ist uns wichtig – ganz im Geiste von Berlin als Symbolort der Freiheit – die Berlin Science Week als offene Plattform in einer offenen Gesellschaft zu verstehen.“ Doch könne es natürlich auch bezogen auf die Frage, „welche Form der Vermittlung und Vereinfachung angemessen ist“, zu Kontroversen kommen.

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Time am 8. November 2017

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1) http://www.tagesspiegel.de/wissen/alternative-fakten-die-falsche-verklaerung-des-gelehrten-ibn-al-haytham/20509948.html

Die Kirchen dienen sich Satan an

7. November 2017

Hamed Abdel-Samad kritisierte kürzlich die Kirchen, dass sie gern mit den selbsternannten islamischen Interessenvertretungen Kontakte pflegen, Einzelpersonen aber missachten (1).

In der Tat verweigern die Kaderschmieden des Nazislahm die Erstellung bzw. Offenlegung ihrer Mitgliederlisten und geben vielmehr Schätzungen darüber zum Besten, die um 100% variieren können. Sie sprechen also für niemand Konkreten. Sie sind wie Satan, der nur für sich selbst spricht, aber schwache Menschen glauben machen will, sein Wille sei ihr Wille.

Ich schrieb vor vier Jahren (2):

„Sie vertreten gemessen am deutschen Volk 0,3 bis 0,4% der Menschen! Und sie vertreten auch von den Mohammedanisten nur vier bis acht Prozent! Man stelle sich vor, die DKP hätte gefordert, Kirchensteuern einziehen zu dürfen, in den Rundfunkräten sitzen zu dürfen, Lehrpläne mitbestimmen zu dürfen. Was für ein absurdes Schauspiel vollzieht sich derzeit in unserem Land? Eine Handvoll Kellerasseln zwingt einer Elefantenherde ihren Willen auf! Liegen denn alle außer den großartigen Kommentatoren der MoT und mir selbst im Drogendelirium? Hey Leute, wacht doch bitte auf.“

Etwas hat sich geändert: Seit ein paar Wochen gibt es eine counterjihadische Partei im Bundestag!

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Mehr Dialog mit Einzelnen

Politologe Abdel-Samad warnt vor politischem Islam

Der Politologe kritisiert, dass die Kirchen in Deutschland zu sehr auf den Dialog mit Islam-Verbänden setzten. Man müsse vielmehr mit den einzelnen Menschen sprechen, statt mit politischen Gruppierungen.

Der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad warnt vor dem politischen Islam. Bei den Gesprächen mit Islamvertretern setzten die Kirchen in Deutschland zu sehr auf Verbände wie etwa die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), kritisierte Abdel-Samad am Montagabend in Passau. Doch das Ziel dieses politischen Islam sei nicht die Integration. Er verstecke sich vielmehr hinter den Kirchen und nutze „Grauzonen“ im deutschen Grundgesetz, um seine eigene Infrastruktur aufzubauen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erwiderte, dass das Problem erkannt sei und dass bereits kritische Gespräche geführt würden. Doch Abdel-Samad kritisierte, dass dies viel zu spät passiert sei. Nach wie vor würden auch Fehler im Umgang mit anderen Vertretern gemacht. So sei etwa zu der Gedenkfeier nach dem Terroranschlag in Berlin 2016 von der evangelischen Gemeinde der Imam einer Moschee eingeladen worden, die vom Verfassungsschutz beobachtet werde.

In Deutschland leben nach den Worten des Wissenschaftlers rund fünf Millionen Muslime. Die wenigsten davon gehörten einer Organisation an, auch wenn diese immer aufträten, als würden sie für viele Muslime sprechen. Mit den einzelnen Menschen müsse man ins Gespräch kommen und nicht mit den politischen Gruppierungen.

Abdel-Samad und Bedford-Strohm äußerten sich auf einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Menschen in Europa“ der „Passauer Neuen Presse“.

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Time am 7. November 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/religionsdialog-abdel-samad-warnt-vor-politischem-islam-15280956.html
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/07/06/sie-sprechen-nur-fur-sich-selbst/