Im Interview: Ibrahim Rüschoff

14. April 2017

Von Paula Konersmann, Redakteurin der Katholischen Nachrichtenagentur, hat das mohammedanistische Hetzorgan „IslamiQ“ ein Interview mit dem Konvertiten und ZMD-Mitglied Ibrahim Rüschoff gebracht (1).

„IslamiQ“ wird von der faschistoiden torkischen IGMG Mille Görüsch gesteuert. Diese ist mit der DITIB, die der vielfachen Spionage überführt wurde, und der UETD, einer Auslandsorganisation von Fuhrergans AKP, verbandelt.

Ebenso erstaunlich wie ekelhaft ist die offensichtlich enge Zusammenarbeit zwischen „IslamiQ“ und der „Katholischen Nachrichtenagentur“.

Ekelhaft ist auch das Takija-Gelüge des Herrn Doktor, der allen Ernstes sagt: „Ein frommer Muslim, der dem Vorbild des Propheten folgt und religiöse Gebote beachtet, übt sein gutes Recht aus. Das ist keine Krankheit“, so als ob Klo H. Metzel nicht 72 Kriege geführt, geraubt, gemordet, geplündert, versklavt und vergewaltigt hätte, wie es jeder in den Grundlagentexten des Nazislahm selbst lesen kann.

Wie alle Orks will Rüschoff kompromisslos 100% der mohammedanistischen Forderungen von minderwertigkeitsmarkierender Frauenkleidung bis zum getrennten Schwimmunterricht durchsetzen, und er betreibt Jihad, wenn er der westlichen Gesellschaft die Schuld an der Radikalisierung von Mohammedanisten gibt, da sie ja nicht umgehend jeder Forderung nachkomme.

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Therapeut über Religion als Ressource

Dr. Ibrahim Rüschoff ist Psychiater und Psychotherapeut. Die Mehrheit seiner Patienten sind Muslime. Im Interview spricht er über die Rolle von Religion in der Psychotherapie und die Probleme und Sorgen muslimischer Patienten.

Herr Dr. Rüschoff, welche Rolle spielt die Religion grundsätzlich für die Psychotherapie?

Rüschoff: Traditionell sind viele Psychotherapeuten gegenüber der Religion eher reserviert eingestellt. Aber das verändert sich: So gibt es in der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) seit einiger Zeit ein eigenes Referat „Spiritualität und Religion“. Religion wird zunehmend als sinnstiftendes Element im Leben erkannt. Sie kann Sinnhorizonte öffnen, die sonst nicht da wären. Mangelnder Sinn ist nur schwer zu ertragen.

Kann Religion einem Heilungsprozess auch im Weg stehen?

Rüschoff: Eine unreif oder neurotisch gelebte Religion mit einem übermäßig strafenden Gottesbild kann beispielsweise hinderlich sein. Das liegt aber weniger an der Religion als an der persönlichen Sicht des Patienten. Im Islam ist Barmherzigkeit die wichtigste Eigenschaft Gottes. Das wissen alle Muslime – aber sie spüren es oft kaum.

Wie erklärt sich dieser Widerspruch?

Rüschoff: Die ersten „Götter“ eines Menschen, eines Kindes, sind die Eltern. Etwas vereinfacht dargestellt erfahren Kinder Allmacht als erstes durch ihre Eltern. Das spätere Bild eines allmächtigen Gottes – hilfreich, strafend oder rachsüchtig – ist stark von diesen Erfahrungen geprägt. Wenn eine Therapie solche Prägungen lockern kann, wird auch die Religion unproblematischer. Sie wird dann spiritueller und nicht mehr als beängstigend erlebt.

Durch hohe Flüchtlingszahlen stellt sich die Frage nach Psychologen mit Kenntnissen über den Islam. Wie schätzen Sie diesen Bedarf ein?

Rüschoff: Kenntnisse über die Lebens- und Wertewelt des Patienten sind natürlich immer hilfreich. Dennoch rate ich immer, sich den besten Therapeuten zu suchen, den man finden kann – ob Muslim oder nicht. Ein Therapeut beschäftigt sich den ganzen Tag mit den verschiedenen Welten seiner Patienten und wird jeden in seiner subjektiven Wirklichkeit ernst nehmen. Zudem arbeiten muslimische Therapeuten ja auf derselben wissenschaftlichen Basis wie andere auch. Der Unterschied ist allerdings, dass uns viele Patienten einen gewissen Vertrauensvorschuss geben.

Wie zeigt sich das?

Rüschoff: Bestimmte Fragen fassen die Patienten nicht gleich so auf, als wollte man sie vom Glauben abbringen – sondern als kritisches Hinterfragen von Handlungen. Hinzu kommt: Eine muslimische Therapeutin kann bei einer muslimische Patientin zum Beispiel viel eher als Vorbild in punkto Selbstbestimmung erlebt werden als eine nichtmuslimische Frau. Ich selbst habe immer wieder mit muslimischen Männern zu tun, die sich von Müttern abgrenzen müssen, da ist es ähnlich. Wenn aber zum Beispiel jemand aus einem entlegenen Tal Afghanistans vom Krieg traumatisiert in der Praxis erscheint, dann hilft Wissen um den Islam auch nur bedingt weiter. Für Flüchtlinge ist es nicht so entscheidend, mit einem muslimisch versierten Menschen zu sprechen. Sogenannte interkulturelle Kompetenz ist hier wichtiger, zumal die Religion im Leben des Einzelnen vielleicht gar keine so große Rolle spielt, wie wir glauben.

Gibt es über das Geschlechterverhältnis hinaus weitere Themen, die man als „muslimische“ Themen bezeichnen könnte?

Rüschoff: Probleme im Geschlechterverhältnis sind nicht spezifisch muslimisch. Rund ums Mittelmeer sind die Sozial- und Familienstrukturen ähnlich, insbesondere auf dem Land: Orthodoxe Griechen, katholische Sizilianer, koptische Ägypter oder muslimische Marokkaner unterscheiden sich da nicht sehr. Die sozialen Bedingungen prägen sehr viel stärker. Insofern gibt es keine „muslimischen“ Themen – aber durchaus Themen, die Muslime oft beschäftigen.

Welche?

Rüschoff: Zum Beispiel Geschlechterbeziehungen, ein ausgeprägtes Rollendenken, eine häufige Betonung von Pflichten und Rechten in der Ehe anstatt die Orientierung an Aufgaben und Fähigkeiten. Die Familienbindungen sind zumeist stark, und wenn Erziehung stets religiös begründet wird, ist die Ablösung von den Eltern ein schwieriger Schritt. Die elterliche Erwartung bezüglich Gehorsam ist oft unangemessen hoch. Wenn Kinder eine andere Meinung vertreten, gelten sie schnell als respektlos, so dass sie oft nur schwer ein Gefühl für angemessenes Konfliktlösungsverhalten entwickeln können. Im Erwachsenenalter gibt es dann oft nichts zwischen Schweigen oder massiver Auseinandersetzung.

Spielen politische Themen eine Rolle, etwa der Streit ums Kopftuch?

Rüschoff: Kaum. Ich habe fast 80 Prozent muslimische Patienten, davon circa 70 Prozent Frauen – und Kopftuch ist fast nie ein Thema. Die Probleme liegen zumeist in der Familie oder am Arbeitsplatz.

Ein „Spiegel“-Essay stellte kürzlich die Frage „Ist Islamismus heilbar?“. Was antworten Sie?

Rüschoff: Ist Islamismus überhaupt eine Krankheit, müsste man zurückfragen. Ein frommer Muslim, der dem Vorbild des Propheten folgt und religiöse Gebote beachtet, übt sein gutes Recht aus. Das ist keine Krankheit. Islamismus ist ein vielschichtiges Problem, die Religion ist nur ein Teil davon. Problematisch wird es, wenn eine religiöse Orientierung im Sinne einer persönlichen Konfliktbewältigung benutzt wird. Wenn ein seelisch gestörter Mensch eine kriminelle Tat religiös überhöht, ist die Störung vielleicht behandelbar – aber die Tat selbst hat herzlich wenig mit Religion zu tun. Ein muslimischer Krimineller ist ein Krimineller, auch wenn er sich auf die Religion beruft.

Müsste hier auch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Radikalisierung ansetzen?

Rüschoff: Die Gesellschaft tut sich insgesamt schwer mit der Integration alternativer Lebensentwürfe. Viele Menschen, insbesondere Jugendliche, haben das Gefühl, dass sie von einer gerechten Teilhabe ausgeschlossen sind – und manche reagieren darauf mit Trotz: Wenn ihr mich ohnehin nur als Problem seht, dann bin ich eben eins. Deswegen erreicht man auch radikalisierte Jugendliche kaum mit religiösen Argumenten: Ihnen geht es nicht um den Islam, sondern um soziale Anerkennung.

Was müsste geschehen?

Rüschoff: Sie können in Deutschland an Ufos glauben oder an sonstwas – Hauptsache, Sie verhalten sich wie alle. Ein Kopftuch, Gebet in der Schule oder am Arbeitsplatz, Abstand zu gemischtem Schwimmen, die Ablehnung vor- oder außerehelicher Sexualität oder der Wunsch nach einem würdigen Gotteshaus werden als Provokation erlebt. Psychologisch gesehen spricht das für eine Verunsicherung. Wer souverän ist, kann den anderen lassen, wie er ist – wer es nicht ist, strebt unbedingt Homogenität an, versucht, den anderen zu assimilieren oder, wenn er sich widersetzt, ihn auszugrenzen.

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Time am 14. April 2017

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1) http://www.islamiq.de/2017/04/12/therapeut-ueber-religion-als-ressource/

Nur ein bisschen Angst machen

13. April 2017

Für den „Tagesspiegel“ berichtet Hans-Jörg Rother über eine Doku-Serie mit Hamed Abdel-Samad bei „Arte“ (1). Lobend wird die mohammedanistische Kabarettistin Samia Orosemane erwähnt, die tatsächlich ihre ebenso zynischen wie funkenlosen Pointen an den grausamen Massenmorden aufhängt, die seit Jahren im Namen des Nazislahm verübt werden (2. Teil, ab 26:20), und die uns „nur ein bisschen Angst machen will“.

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Arte-Doku mit Hamed Abdel-Samad

Wie ticken Europas Muslime?

Eine Arte-Dokumentation mit dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad lotet die Stimmungslage unter „Europas Muslimen“ aus.

Bis zu der Minute war alles gut gegangen: der von der Sprecherin der Sehitlik-Moschee am Neuköllner Columbiadamm freundlich begleitete Gang durch die Reihen der Gläubigen am Tag des Fastenbrechens, die Anfrage der Arte-Moderatorin Nazan Gökdemir, ob an diesem Ort Kritiker willkommen sind, und sogar der wegen des Gedränges auf die Straße verlegte Disput mit Hamed Abdel-Samad, dem ebenso prominenten wie verhassten, mit einer Fatwa belegten Kritiker. Missbrauchte der Prophet die weiblichen Gefangenen? Die Diskussion der gotteslästerlichen Frage wird auf ein späteres Datum vertagt, zudem jetzt das Feuerwerk im Hintergrund die Worte übertönt, nicht so laut, dass man nicht die drohenden Rufe „Verpisst euch! Hier wird auch bald Frankreich sein!“ hören würde. Gemeint ist das Attentat von Nizza, das vom Breitscheidplatz sollte erst kommen. Die Personenschützer drängen Hamed aus der Gefahrenzone, Nazan Gökdemir steht der Schrecken im Gesicht.

Ungeplante Zwischenfälle sind in einer Doku wie das Salz in der Suppe. Auf dem türkischen Markt, beim spielerischen Anprobieren von Kopftuch und Burka störte noch niemand die wohlgemute Stimmung im ersten, dem Berliner Teil der Arte-Doku „Europas Muslime“, so der zu vielversprechende Titel, solange der muslimische Dissident unerkannt in der Deckung blieb. Aber was kann der bekannte ägyptische Autor von Büchern wie „Der islamische Faschismus“ oder „Mohamed – eine Abrechnung“ – wo er den Religionsgründer einen „Tyrannen“ (und Schlimmeres) nennt – anderes erwarten, wenn ein Gläubiger sein Gesicht erkennt? Es erstaunt schon, wie aufgeschlossen auf der Weiterreise im zweiten Teil über Brüssel, Paris und Marseille bis nach Granada mildere Islamkritiker mit ihm reden, ein früherer Großmufti zum Beispiel oder die Kabarettistin Samia Orosemane, die sich vor Ironie und Spott auf muslimische Schwächen nicht scheut und damit dem Film (Regie: Thomas Lauterbach) mal zu einer heiteren Zwischenszene verhilft. Doch am Ende der geschickt eingefädelten Reise wird ein durchaus freundlicher Imam an der neuen, stolz gegenüber der Alhambra thronenden Moschee die Begegnung mit dem ungebetenen Gast verweigern.

Eine Doku, randvoll mit Problemen

Geschmeidig im ersten Teil, von Ort zu Ort springend im zweiten, mutet der spannungsreiche Film wie ein Lackmustest im teils wenig auffälligen, teils gefährlich abdriftenden Islam in Westeuropa an. Ob eine spätere Reise zu den immer vitaleren islamischen Zentren auf dem Balkan oder im europäischen Teil Russlands führen wird, weiß bei Arte derzeit niemand zu sagen. Auch diese Doku ist, trotz unterhaltsamer Szenen, mit Problemen bis an den Rand vollgepackt.

Besonders hartnäckig drängt sich die Frage nach der Gewaltbereitschaft und dem Dschihadismus unter der muslimischen Jugend, den Enkeln der Gastarbeiter und Zuwanderer, auf. „Verpisst euch!“ Man vergisst nicht die Drohung in diesem Ruf. Gesprächsoffen zeigen sich eher die Älteren. Ist noch auf einen europäischen Islam zu hoffen, wie ihn vor Jahren der Ex-Kommunist Roger Garaudy in seinem Turm in Córdoba kommen sah? Für Hamed Abdel-Samad scheint das Thema abgetan. Aber warum sucht er dann immer wieder das Gespräch? Weil hier nur der Dialog hilft?

http://www.arte.tv/guide/de/068423-001-A/europas-muslime-1-2

http://www.arte.tv/guide/de/068423-002-A/europas-muslime-2-2

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Time am 13. April 2017

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1) http://www.tagesspiegel.de/medien/arte-doku-mit-hamed-abdel-samad-wie-ticken-europas-muslime/19654544.html

Counterjihad ist Antifaschismus

12. April 2017

Militante Bolschewisten verfolgen Anhänger der AfD, verprügeln sie und zerstören ihr Eigentum. Sie wenden die Methoden der nationalsozialistischen SA an und nennen sich dennoch „Antifaschisten“.

An ihnen ist nichts antifaschistisch, und alles an ihnen ist faschistisch.

Deshalb sind ihre besten Freunde die Mohammedanisten.

Die Selbstbezeichnung der bolschewistischen Gewalttäter als Antifaschisten, die ihnen von den MSM ohne Einschränkungen abgenommen wird, kann der Counterjihad nicht akzeptieren.

Sein Gegner ist der Mohammedanismus bzw. dessen immanenter und wesentlichster Aspekt, der Jihad. Der Mohammedanismus ist eine totalitäre und faschistische Ideologie, und der Jihad ist seine faschistische Praxis (1).

Laut Wikipedia (2) „… ruft Faschismus nach einer ‚spirituellen Revolution‘ gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von ‚andersartigen‘ Kräften und Gruppen, die sie bedrohen, zu reinigen. Faschismus tendiert dazu, Männlichkeit, Jugend, mystische Einheit und die regenerative Kraft von Gewalt zu verherrlichen. (…) Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt.“

Ich sehe 100 % Übereinstimmung mit dem Mohammedanismus.

Dazu kommen die jeweiligen Führerkulte à la Klomeni.

Der Totalitätsanspruch weiterhin ist ganz selbstverständlich durch den Kloran gegeben, bindend ist das angebliche Wort des angeblichen Gottes Alla, und verkündet und gedeutet wird es durch die hierarchische Mullakaste.

Der „am Militär orientierte Parteiaufbau“ ist gegeben, eine „kulturstiftende, auf Mythen, Riten und Symbolen basierende, irrationale“ Religion ist gegeben, eine „korporative, hierarchische Wirtschaftsorganisation“ ist gegeben, „ein totalitäres, in Funktionshierarchien gegliedertes Gesamtmodell der Gesellschaft“ ist gegeben.

Minderheiten werden blutig verfolgt, dies betrifft viele Gruppen von Christen über zwangsumgesiedelte arabische, kurdische oder sonstige Minderheiten bis zu den Schwulen.

Offener Staatsterrorismus (öffentliche Hinrichtungen, Razzien, Morde, Strafaktionen, Verschwindenlassen, massenhafte Folter usw.) wird als Machtmittel eingesetzt, Schauprozesse finden statt.

Ein eliminatorischer Judenhass ist als gesellschaftlicher Konsens installiert.

Die Frauen werden systematisch herabgesetzt.

Um von der eigenen Unfähigkeit, die Gesellschaft konstruktiv zu organisieren, abzulenken und um die Massen in Bewegung zu halten, damit sie bloß nicht zur kritischen Reflexion kommen, sind die totalitären Systeme wie Kommunismus, Faschismus und Mohammedanismus auf permanente Unruhe, einen permanenten Ausnahmezustand angewiesen. Die Apokalypse wird wie vom deutschen Nationalsozialismus ersehnt. Mit den Worten von Ork-Mastermind Yavuz Özoguz (3):

„Jeder Tag ist Aschura und jeder Ort ist Kerbela.“

Weil der Mohammedanismus also eine durch und durch faschistische Ideologie ist, ist sein Antagonist, der Counterjihad, antifaschistisch.

Er ist nicht nur antifaschistisch, er ist auch keine Ideologie und keine Religion.

Er ist eine breit angelegte antifaschistische Ideensammlung.

Er ist der authentischste und wahrhaftigste Antifaschismus unserer Zeit.

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Time am 12. April 2017

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/01/16/doch-sie-sind-nazis/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie
3) http://www.muslim-markt.de/forum/messages/3431.htm

Nazislahm = Genozid

11. April 2017

Der sadistische Wahnsinn der Mohammedanisten ist global und wird zunehmend schrankenlos. Lesen Sie einen Artikel von Wolfram Weimer von „N-TV“ (1).

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Christen werden systematisch massakriert

Das Massaker von Alexandria erschüttert die Welt. Plötzlich wird offenbar, dass Christen im islamischen Raum systematisch verfolgt, gefoltert und ermordet werden. Das US-Außenministerium spricht von „Genozid“, Hilfswerke klagen „Verfolgung im Stil ethnischer Säuberung“ an.

Es sind besonders brutale Anschläge auf die christliche Minderheit in Ägypten: Bewusst am Palmsonntag wurden in Alexandria und Tanta mindestens 44 Menschen getötet – nur weil sie Christen waren. Doch das Massaker ist Teil einer systematischen Verfolgung von Christen im gesamten arabischen Raum. Menschenrechtsgruppen zählen für das vergangene Jahr 7100 ermordete Christen und 2406 attackierte Kirchen.

Christen flüchten – einem Exodus gleich – massenhaft aus dem Nahen Osten. Das Hilfswerk „Open Doors“ warnt, die „Verfolgung im Stil ethnischer Säuberung greife auch auf Afrika über“, die systematischen Massaker des IS würden Schule machen. Das amerikanische Außenministerium spricht von einem „Genozid“. Auch der EU-Sondergesandte Jan Figel erklärt: „Ich denke, dass es sehr wichtig ist, diese Ereignisse auch als Genozid zu bezeichnen. Denn daraus leitet sich in internationalem Recht auch die Verpflichtung ab, zu handeln. Den Stimm- und Schutzlosen muss eine Stimme gegeben werden. Wir sollten das ‚Genozid-Jahrhundert‘ beenden.“

Es häufen sich Berichte über Christenverfolgungen von Indonesien und den Philippinen ganz im Osten bis Nigeria ganz im Westen. In der Elfenbeinküste traf es vor einem Jahr bei einem Angriff auf Christen in westlichen Hotels auch die Leiterin des Goethe-Instituts. Das Nachrichtenportal Al-Akhbar erklärte: „Dank Allah, dem Allmächtigen, konnten Ritter der Al-Kaidar im islamischen Maghreb in den Urlaubsort einbrechen“.

Von den Schlächtereien Boko Harams in Nigeria und Mali über das antichristliche Gewaltregime in Eritrea bis zu den Shabaab-Milizen, die in Somalia und Kenia Jagd auf Christen machen, reichen die Überfallserien. Häufig werden Busse überfallen, die Insassen nach Glauben selektiert und dann die Christen ermordet. Diese Selektionsmorde sind in mehreren Staaten Afrikas inzwischen entsetzliche Normalität geworden. Dschihadisten-Milizen in Libyen verfolgen dabei einen besonders grausamen Glaubenskrieg. Immer wieder melden Nachrichtenagenturen, dass christliche Eritrea-Flüchtlinge und koptische Christen dort muslimische Religionsprüfungen absolvieren müssten und bei Nichtbestehen demonstrativ enthauptet oder im Meer ertränkt werden.

Asia Bibi trank aus dem falschen Gefäß

Ein Gericht in Palermo hat nun sechs junge Männer zu je 18 Jahren Haft verurteilt, weil sie neun christliche Flüchtlinge „aus religiösen Motiven“ ins Meer geworfen und getötet hatten. Gestützt hatte sich die Anklage auf acht Zeugen, die ebenfalls auf dem Boot waren, das im April 2015 von Libyen aus nach Italien startete. Die Christen seien gezwungen worden, zu Allah zu beten. „Wer sich weigerte, wurde ins Wasser geworfen.“

Auch die Zentralafrikanische Republik ist seit einigen Monaten Schlachtfeld der islamischen Offensive. Dort sickern islamistische Kämpfer aus dem Tschad und Sudan ein und terrorisieren die christliche Bevölkerung. Missionsstationen und Kirchen werden von den Milizen geplündert, zerstört oder gebrandschatzt. Es herrscht in ganzen Landstrichen Pogromstimmung. Das Gebiet rund um die Kathedrale von Bangui ist ein „killing field“ geworden.

Der EU-Sondergesandte Jan Figel macht – ebenso wie Papst Franziskus und über 572.000 Unterzeichner mittels einer Petition – auch auf das Einzelschicksal der fünffachen Mutter Asia Bibi in Pakistan aufmerksam. Die Christin sitzt wegen angeblicher Verletzung der Blasphemie-Gesetze im Gefängnis und wurde zum Tode verurteilt. Asia Bibi hatte während der Feldarbeit in ihrem Dorf für ihre muslimischen Kolleginnen Wasser aus einem Brunnen geholt. Zwei von ihnen beschwerten sich anschließend darüber, dass sie als Christin auch aus dem Gefäß getrunken und damit das Wasser verunreinigt habe. Das Gerichtsurteil lautet auf Tod durch den Strang.

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Time am 11. April 2017

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1) http://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Christen-werden-systematisch-massakriert-article19789150.html

Der Untergang genießen

10. April 2017

„Schweden trotzt dem Terror“, … lässt sich nicht unterkriegen“, „… erhebt sich gegen den Terror“ und gedenkt der Opfer eines der vielen täglichen mohammedanistischen Massenmorde mit einer „Demonstration der Liebe“. Der Attentäter ist verständlicherweise mit seinem Werk sehr „zufrieden“, wenngleich seine Spießgesellen in Ägypten erheblich erfolgreicher waren. Das Hauptproblem ist es jetzt, genug Empfänger für die erneut zu erhöhende Jizia zu finden.

Wie verkommen die Grundeinstellungen der westlichen politischen und insbesondere medialen Eliten sind, zeigt die Werbung für eine „Dokumentation“, die neben die Berichte aus Ägypten gestellt wird, wo Teilen unserer Kultur (den Kopten) derzeit die Auslöschung angedroht wird.

Wir sollen den Untergang einer der großartigsten Zivilisationen der Menschheitsgeschichte goutieren und mit den barbarischen Warlords um den Sieg fiebern. Wir sollen mit ihnen schreien und das Schwert gegen Frauen und Kinder schwingen. Wir sollen mit ihnen plündern, vergewaltigen, mordbrennen und foltern. Das ganze wird als Kampf für „Freiheit“ und „Kultur“ angepriesen.

Stars der Serie sind u.a. folgende Massenmörder: Hannibal (gestorben 183 v. Chr.), der Verräter Arminius, Alarich, Geiserich und Attila.

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Time am 10. April 2017

Im Interview: Sebastian Kurz

9. April 2017

Silvia Stöber hat für die „Tagesschau“ im Februar ein Interview mit Österreichs Außenminister Sebastian Kurz geführt (1). Er macht auch aktuell durch realistische Vorschläge wieder von sich reden (2).

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„Europa bewegt sich in die richtige Richtung“

Österreichs Außenminister Kurz ist für seine harte Haltung beim Thema Flüchtlinge bekannt. Nun lobt er im Interview mit tagesschau.de, wie sich die Politik in Deutschland entwickelt hat. Auf die Frage nach einer möglichen Koalition mit der rechten FPÖ antwortet er ausweichend.

tagesschau.de: Sie haben die deutsche Flüchtlingspolitik – wie zum Beispiel die Aufnahme von Flüchtlingen aus Italien und Griechenland – kritisch bewertet. Kanzlerin Merkel hat an anderer Stelle ihre Politik aber verschärft, zum Beispiel in puncto Abschiebungen. Wie sehen Sie die deutsche Politik derzeit?

Sebastian Kurz: Ich finde, dass sich die Politik nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa in die richtige Richtung bewegt hat. Ich bin von Anfang an der Meinung gewesen, dass die Politik der offenen Grenzen falsch ist, weil sie dazu führt, dass sich immer mehr Menschen auf den Weg machen. Es hat in Deutschland und in ganz Europa eine starke Trendwende stattgefunden. Das halte ich für gut. Wir sind aber noch lange nicht am Ziel. Vieles, was angedacht ist, muss wirklich umgesetzt werden. Am Ende des Tages muss klar sein: Wer sich illegal auf den Weg nach Europa macht, muss an der Außengrenze gestoppt, versorgt und zurückgestellt werden. Aber er darf nicht nach Mitteleuropa weiterreisen dürfen. Parallel müssen wir die Hilfe vor Ort ausbauen.

tagesschau.de: Eine Ihrer Forderungen ist der Aufbau von Asylzentren in den Nachbarstaaten der EU, in Ländern wie Weißrussland und Tunesien. Nun sind aber die Bedingungen für Flüchtlinge in Weißrussland sehr hart und Tunesien zum Beispiel möchte keine Asylzentren eröffnen.

Kurz: Ich bin massiv kritisiert worden, als ich gesagt habe, wir müssen von Australien lernen und den Menschen, die sich illegal zu uns auf den Weg machen, Sicherheit außerhalb Europas bieten. Aber wir können diesen Menschen nicht das bessere Leben in Mitteleuropa bieten, weil wir so ungerecht sein wollen, sondern weil sich sonst immer mehr Menschen auf den Weg machen. Mittlerweile hat sich dieser Zugang durchgesetzt. Ich halte das für richtig und bin überzeugt, dass wir Partnerländer finden werden, in denen Flüchtlingszentren von internationalen Organisationen betrieben werden, die wir als EU auch finanzieren. Ich glaube auch, dass der Andrang in diesen Zentren überschaubar sein wird. Die Zahl der Menschen, die dort untergebracht werden, wird massiv zurückgehen. Die Masse der Menschen kommt vor allem auf der Suche nach einem besseren Leben nach Mitteleuropa. Das verstehe ich menschlich zu 100 Prozent. Wir können das aber nicht leisten.

tagesschau.de: Wie ist es aber mit den Menschen, die aufgrund ihrer Lage ein Recht auf Asyl haben? Beantragen können sie es nur in Deutschland oder Österreich, nicht aber in der Türkei oder Weißrussland. Wie wollen Sie das regeln?

Kurz: Ich würde hier auf das System der Resettlement-Programme umstellen. Das bedeutet: Nicht, wer sich illegal auf den Weg nach Europa macht, hat es geschafft, wenn er die Überfahrt über das Mittelmeer überlebt hat, sondern wer sich illegal auf den Weg nach Europa macht, wird zurückgestellt. Wer in den Herkunftsländern Unterstützung braucht, kann mittels Resettlement-Programmen – in zahlenmäßig schaffbarem Ausmaß natürlich – nach Europa gebracht werden. Dies funktioniert in Australien und Kanada. Auch Großbritannien und Österreich nehmen jetzt schon über solche Programme direkt aus den Krisenherden Menschen auf – ohne dass die Menschen Schlepper verwenden müssen und im Mittelmeer sterben und ohne Überforderung bei uns in Mitteleuropa.

tagesschau.de: Ein weiteres Land, in das Flüchtlinge zurückgeführt werden sollen, ist die Türkei. Sie haben sich für ein Ende der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei ausgesprochen und die Regierung in Ankara sehr verärgert. Wie wollen Sie denn die Türkei überzeugen zu kooperieren?

Kurz: Wir brauchen die Zusammenarbeit mit der Türkei wie mit anderen Nachbarstaaten. Aber ich bin der Meinung, dass sich die Türkei in den vergangenen Jahren immer weiter von Europa und unseren Grundwerten entfernt hat. Ich sehe diese Türkei daher nicht in der EU.

tagesschau.de: Nun war Kanzlerin Merkel gerade in der Türkei zu Gesprächen. Halten Sie das für zielführend?

Kurz: Ich halte Kontakte mit der Türkei für absolut richtig. Es gibt auch keine Alternative zum Dialog. Als Ziel sehe ich die Zusammenarbeit aber trotzdem in einer maßgeschneiderten Partnerschaft und in nicht in einem Beitritt.

tagesschau.de: Eine Frage zur Sicherheitspolitik: Was halten Sie von Plänen innerhalb der EU entsprechend dem Lissaboner Vertrag gemeinsame Militärstrukturen zu errichten?

Kurz: Ich bin der Meinung, dass wir eine stärkere Kooperation im Bereich der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik brauchen, auch als Vertreter eines neutralen Landes halte ich das für sinnvoll. Es gibt viele Bereiche, in denen die Zusammenarbeit Sinn macht, in manchen Bereichen ist sie sogar notwendig, wie beim Außengrenzschutz.

tagesschau.de: Nun sind ja rechtspopulistische Parteien in Europa gegen die EU. Wenn Marine Le Pen in Frankreich die Wahl gewinnt, ist die EU am Ende. Wie stehen Sie zu einer Koalition mit der FPÖ?

Kurz: Es gibt in Österreich eine Koalition zwischen SPÖ und FPÖ im Burgenland, eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ in Oberösterreich. Auf Bundesebene stellt sich die Frage nicht, weil wir eine intakte Koalition zwischen ÖVP und SPÖ haben und diese Koalition ist noch mitten in der Legislaturperiode.

tagesschau.de: Nach der Übernahme des OSZE-Vorsitzes im Januar haben Sie zuerst die Ukraine besucht. Inzwischen hat sich die Lage dort noch verschärft. Sie schlagen einen stufenweisen Abbau der Sanktionen gegen Russland vor, wie genau wollen Sie das umsetzen?

Kurz: Ich halte ein Zug-um-Zug-Prinzip für sinnvoll: Für eine positive Entwicklung in der Ukraine eine schrittweise Rücknahme der Sanktionen. Wir versuchen das als OSZE zu unterstützen, indem wir die OSZE-Beobachtermission massiv ausbauen und technisch besser ausstatten, um eine bessere Kontrolle zu ermöglichen. Ich hoffe, dass das dazu führt, dass der Waffenstillstand wirklich eingehalten wird.

tagesschau.de: Für wie wichtig halten Sie dabei den Aspekt, dass die ukrainische Seite wieder Zugang zur Grenze nach Russland erhält?

Kurz: Das ist natürlich ein notwendiger Schritt. Aber der erste Schritt muss ein Waffenstillstand sein.

tagesschau.de: Sie beschreiben sich gern als Brückenbauer. Aber Sie haben Verständnis für Trumps Plan eines Mauerbaus zu Mexiko gezeigt. Wie passt das zusammen?

Kurz: Das war in einer Überschrift verkürzt dargestellt.

tagesschau.de: Anders ausgedrückt: Was halten Sie vom Brücken bauen einerseits und Mauern bauern andererseits?

Kurz: Wenn wir vom Verhältnis der EU und Russland sprechen, wenn wir vom Ukraine-Konflikt sprechen, da bin ich natürlich der Meinung, dass wir Brücken bauen müssen. Nur mit einem Mehr an Vertrauen wird es eine Verbesserung der Situation geben können und wird es möglich sein, wieder nachhaltigen Frieden und Stabilität auf unserem Kontinent zu haben. Stichwort Mauern bauen: Ich halte nichts von Mauern bauen. Ich bin aber der Meinung, dass Grenzen wie die europäischen Außengrenzen geschützt werden müssen. Ein ordentlicher Grenzschutz an den europäischen Außengrenzen ist die Basis für ein Europa ohne Grenzen nach innen. Wer gegen europäische Außengrenzen ist, der ist verantwortlich dafür, dass es bald kein Europa ohne Grenzen nach innen mehr gibt.

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Time am 9. April 2017

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1) http://www.tagesschau.de/ausland/kurz-interview-101.html
2) http://faktenfinder.tagesschau.de/kurz-fluechtlingslager-101.html

Im heiligen Land

8. April 2017

Lesen Sie einen Aufsatz von Vera Lengsfeld von „Achgut“ (1).

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Das Tote Meer stirbt

Mein letzter Tag in Israel ist der Höhepunkt meiner Reise. Wir machen uns auf zur Wüstenfestung Masada. Es ist mit 30 Grad der erste richtig heiße Tag. Aber ein um diese Jahreszeit noch kühler Wind macht die Hitze erträglich. Wir halten am Beduinenort Chura, um handgepresstes Olivenöl zu kaufen, für das der Ort berühmt ist. Den Beduinen geht es in Israel gut. Zwar stehen ihre Häuser nach unserem Geschmack chaotisch in der Gegend herum, sie sind aber ansehnlich und solide, mit allem modernen Komfort. Man kann kaum glauben, dass die Bewohner vor wenigen Jahren noch in Zelten gewohnt haben.

Hinter der Wüstenstadt Arad beginnt der wildeste und vielleicht schönste Teil der Negev. Hier dominiert ein sanftes Ocker, nur an wenigen Stellen sieht man etwas Grün. Die wilden Kamele, denen wir begegnen, finden trotzdem Futter. Wir nähern uns Masada von Westen, wo die Römer-Rampe den Berg hinaufführt. Anders als auf der Ostseite mit Besucherzentrum und Seilbahn, ist hier nicht viel los. Der Parkplatz ist fast leer. Der russische Jude am Imbiss-Stand ist froh, dass er uns Tee verkaufen kann. Auf dem Platz steht eine nachgebaute römische Belagerungsmaschine. Unvorstellbar, dass so ein mächtiges Ding den Berg hinauf bugsiert wurde.

Die Wüstenfestung wurde von den Hasmonäern um 160-143 BC gebaut. König Herodes stattete sie mit Palästen aus, unter anderem mit dem Felsenpalast an der Nordseite, an dessen Wänden noch Malereien im pompejanischen Stil vorhanden sind – was zeigt, dass es damals schon einen globalen Geschmack und globale Moden gab.

Neben Palästen, Wehranlagen, 37 Wachtürmen, Ställen, Kommandanturen, 12 Zisternen gab es Römische Bäder und sogar Schwimmbecken. Dazwischen wurde auf Feldern alles angebaut, was die Festungsbewohner brauchten. Die Festung war autark. Die Römer fanden nach monatelanger Belagerung immer noch reichliche Lebensmittelvorräte. Von den Dattelkernen, die bei modernen Ausgrabungen in antiken Tonkrügen gefunden wurden, ist eine übrigens in einem Jerusalemer Labor erfolgreich zu einer Dattelpalme geworden. Nach zweitausend Jahren. Ein Zeichen, wie stark Natur auf Überleben ausgerichtet ist.

Das Tote Meer ist stark zurückgegangen

Von der Festung aus hat man einen phantastischen Blick in alle Himmelsrichtungen. Die Belagerten konnten von oben sehen, was sich in den Römerlagern, die um den Berg herum verteilt waren, tat. Neben der Festung gibt es zahllose Wohn – und Vorratshöhlen im Berg, die leider derzeit nicht besichtigt werden können.

Außer auf die Wüste blickt am auch auf das Tote Meer, das in den letzten 25 Jahren erschreckend zurückgegangen ist. Die Stelle, wo ich 1990 zum ersten Mal badete, liegt heute mehrere hundert Meter vom Ufer entfernt. Ein Landzunge ist dabei, das Meer in zwei Hälften zu teilen. Grund für die Verlandung ist, dass in Syrien und Jordanien aus den Zuflüssen zum See Genezareth fast alles Wasser entnommen wird. Von denjenigen, die ebenso eifrig wie verlogen Israel Wasserdiebstahl vorwerfen, gibt es keinerlei Proteste gegen die fortschreitende Zerstörung eines der Naturwunder der Erde.

Aber auch Israel scheint eher gelassen zu regieren. Der Wasserbedarf des Landes ist durch die Meerwasser-Entsalzung so ausreichend gedeckt, dass Israel sogar Wasser nach Jordanien exportiert. Auch die palästinensischen Gebiete hängen am israelischen Wassersystem Mekorot. Zwar gab es immer wieder Pläne, dem Toten Meer Wasser aus dem Mittelmeer oder dem Roten Meer zuzuführen, die aber aus unterschiedlichen Gründen nicht ausgeführt wurden. Aber auch der nächstliegende Schritt, Jordanien per Vertrag zu verpflichten, den Zuflüssen kein Wasser mehr zu entnehmen, wird anscheinend nicht in Betracht gezogen. Dabei ist Jordanien von Israel so abhängig, dass so ein Vertrag durchzusetzen wäre.

Rücksichtslose Wasserentnahme ist
überall auf der Welt ein konkretes Problem

Während die Politik viel Aufwand betreibt, um eingebildete „Katastrophen“ wie den so genanten Klimawandel zu bekämpfen, steht sie den wirklichen Umweltkatastrophen gleichgültig gegenüber. Das scheint leider auch auf die Politiker meines Lieblingslandes zuzutreffen. Dabei könnte man mit einem Bruchteil der für „Klimarettung“ verpulverten Gelder nicht nur das Tote Meer, sondern auch den Aralsee, einst der größte Binnensee der Welt, in meiner Lebenszeit zu 95 Prozent zur Salzwüste geworden, die hunderttausenden Menschen die Gesundheit ruiniert und Landwirtschaft nur nach dreimaligen „waschen“ der Felder möglich macht. Im über hundert Kilometer entfernten Nukus liegt das Salz wie Schnee auf der Straße. Der Schriftsteller Chaim Noll, auch bei diesem Ausflug mein Begleiter, erzählt mir vom Sewansee in Armenien eine ähnliche Horrorgeschichte. Was das Tote Meer betrifft, gibt er sich philosophisch. Es gäbe einen versteinerten Palmenhain, der immer noch unter Wasser läge, wie die biblischen Städte Sodom und Gomorrha.

Mag sein, aber eine Seerettungs-Konvention der UNO wäre gute Realpolitik, die aber immer mehr aus der Mode kommt. Am Abend sitzen wir im Garten von Chaim und Sabine. Er ist in dieser Jahreszeit von tropischer Üppigkeit. Sabines Katzen leisten uns Gesellschaft und während wir Rotwein trinken, heulen plötzlich die Wölfe und Schakale, bellen die Hyänen, als wollten sie mir Auf Wiedersehen sagen. Darauf können sie sich verlassen. Nächstes Jahr in Meitar!

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Time am 8. April 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/israelreise_4_das_tote_meer_stirbt

Ein theologisches Problem

8. April 2017

Jürg Altwegg schreibt bei „FAZ.NET“ über ein aktuelles Buch von Pascal Bruckner (1).

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Muslime in Frankreich

In der Rolle der Entrechteten

Im Westen nichts Neues: Der französische Philosoph Pascal Bruckner fragt, was an dem Vorwurf dran ist, in Frankreich grassiere Islamophobie. Er erkennt darin den Versuch, Kritik an der Religion zu unterdrücken.

Dass der Rassismus ein schlimmes Übel ist und es in Frankreich durchaus einen Rassismus gegen die islamische Bevölkerung gibt, weiß Pascal Bruckner zur Genüge. Er ist auch keineswegs bestrebt, ihn zu verniedlichen. Doch sein Augenmerk richtet er auf den „imaginären Rassismus“, den die Islamisten dem Westen und dem laizistischen Frankreich im Besonderen unterstellten. Bruckner zielt damit auf den Vorwurf der „Islamophobie“, mit dem sich in seinen Augen weite Teile der Linken identifizieren und dabei die muslimischen Einwanderer zu den neuen Entrechteten und Unterdrückten des Systems verklären.

Der 1948 geborene Bruckner gehörte zu den jungen „Neuen Philosophen“, die sich vom Marxismus abwandten und der antitotalitären Aufklärung verschrieben. Bruckner, der bei Roland Barthes studierte und mit seinem Buch über „Die neue Liebesunordnung“ – das er zusammen mit Alain Finkielkraut schrieb – bekannt wurde, hat die politische Entwicklung in Frankreich seit mehr als drei Jahrzehnten begleitet. Er unterstützte den Krieg im Irak, bezeichnete ihn aber später als Irrtum. 2007 sprach er sich für Sarkozy aus, von dem er sich aber „aus Enttäuschung“ schnell wieder entfernte. Mehrere seiner Essays, die hohe Auflagen erreichen, erschienen in deutscher Übersetzung. Vor kurzem veröffentlichte er ein ergreifendes Buch über die faschistische Vergangenheit seines Vaters.

Bruckners Essay „Das Schluchzen des weißen Mannes“ war eine frühe Abrechnung mit der Dritte-Welt-Ideologie und handelte vom „schlechten Gewissen des Westens“ als Folge von Faschismus und Kolonialismus. Mit diesem schlechten Gewissen begründet der Autor die fahrlässige Sympathie für die Strategie des Islams. In der Logik der antitotalitären Aufarbeitung und Aufklärung behandelt er den Islamismus als Ideologie. Der Dschihadismus ist für ihn „kein soziales, sondern ein theologisches Problem“. Und alles andere als eine „Wahnvorstellung“ sei die Angst vor der Invasion des Westens durch den Islam.

Bruckner berichtet, dass die Rede von einer „Islamophobie“ im neunzehnten Jahrhundert in den französischen Kolonien aufkam, als die Muslime für die verlässlichsten Verbündeten Frankreichs galten, die man unterstützen wollte. Danach verschwand die „Islamophobie“ aus dem Vokabular und tauchte erst im Umfeld der Fatwa gegen Salman Rushdie in England wieder auf.

Der Vorwurf der „Islamophobie“ unterbindet für Bruckner jede Kritik an der Religion durch Nichtgläubige – und verhindere gleichzeitig die Reform fundamentalistischer Dogmen durch gemäßigte Muslime, denn für die Fundamentalisten sei der Islam ein „erratischer Block“. Zudem würde er in einer Konkurrenz von Minderheiten um einen Opferstatus eingesetzt: „Die neuen Juden sind wir.“ Verbote des Schleiers oder Vorbehalte gegen Halal-Mahlzeiten in Kantinen würden entsprechend als erste Etappe einer Verfolgung gedeutet. Und wer die Mitverantwortung des Islams für die Attentate diskutieren will, würde zum Rassisten gestempelt.

Bruckner selbst wurde vor Gericht gebracht, als er von „Kollaboration“ mit den Terroristen sprach. Er warf sie jenen vor, die nach den Attacken in der Silvesternacht in Köln nicht die Opfer, sondern die Täter verteidigten, und auch Linken, die den Schleier als Ausdruck der Freiheit für die Frauen verteidigen. Energisch legt er sich mit dem Philosophen Alain Badiou und auch mit Michel Onfray an. Am heftigsten kritisiert er den „Neoheideggerianer“ Jean-Luc Nancy. Dessen Reaktion auf den Anschlag am Nationalfeiertag in Nizza resümiert er so: Wir sind selbst schuld, mit unserem westlichen „Willen zur Macht“ und unserer „Obsession der Herrschaft“ und „merkantilen Fettleibigkeit“ hätten wir offensichtlich nichts anderes verdient. Mit Edgar Morin und dem Papst rechnet Bruckner gleich auch noch ab. Das Motiv sei, so meint er, doch immer das gleiche: „Die Feinde unserer Gesellschaft sind unsere Freunde. Selbst wenn es sich dabei um Barbaren handelt, man muss sie unterstützen. Denn das einzige Übel in der Welt ist der Westen.“

Pascal Bruckner: „Un racisme imaginaire“. Islamophobie et culpabilité. Éditions Grasset, Paris 2017. 272 S., br., 19,– €.

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Time am 8. April 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/pascal-bruckner-nimmt-den-vorwurf-der-islamophobie-ins-visier-14949871.html

Innovation braucht Freiheit

7. April 2017

Ratze Fuhrergans Sultanat ist zum Scheitern verurteilt. Lesen Sie einen Kommentar von Christian Geinitz von „FAZ.NET“ (1).

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Gefährlicher Handel

Geschäfte mit dem Sultanat

Das anstehende Referendum in der Türkei könnte weitreichende Folgen für die Demokratie des Landes haben. Findige Investoren schreckt dies jedoch nicht ab. Denn Wirtschaften in Autokratien ist äußerst lukrativ, aber auch gefährlich.

Am Ostersonntag könnte es in der Türkei zu einer ganz besonderen Auferstehung kommen – der des Sultanats. Das jedenfalls befürchten viele Gegner des Präsidialsystems, über dessen Einführung die Türken am 16. April abstimmen werden. Das Lager der Nein-Sager argwöhnt, dass die geplante Verfassungsänderung zum Ende von Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung führen werde und zur Machtkonzentration in einer einzigen Hand: der des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Die Befürworter des neuen Systems, allen voran Erdogans Regierungspartei AKP, argumentieren, dass die bestehende Konstellation lediglich in eine rechtliche und damit kontrollierbare Form gegossen werde. Schon jetzt kämen dem Präsidenten weitgehende Befugnisse zu, er stehe aber neben oder über Regierung und Parlament. Das ändere sich, wenn er als Regierungschef selbst Verantwortung übernehmen und sein Handeln vor den Abgeordneten und den Wählern rechtfertigen müsse. Tatsächlich ist es so, dass die Änderungen den Status quo festschreiben. Allerdings nicht den Status quo zu normalen Zeiten, sondern den während des Ausnahmezustands.

Wenn man die Erfahrungen damit als Grundlage für das nimmt, was dem Land blüht, sind die Aussichten erschreckend. Die Dekrete des Präsidenten, die Übergriffe auf Parlament, Justiz, Verwaltung, Militär, Unternehmen und Medien haben dazu geführt, dass Tausende Verdächtige auf zweifelhafter Grundlage festgenommen, entlassen, enteignet, kaltgestellt wurden. Im Ausnahmezustand ist die Türkei kein demokratischer Rechtsstaat mehr, noch wird sie es in einem Präsidialsystem sein. Aus dem Ausland heraus ist es eher die Wirtschaft, die dem Regime in den Arm fällt, als die Politik. Zum einen, weil Ankara als Nato-Verbündeter und Bollwerk gegen den Flüchtlingsandrang zu wichtig erscheint. Zum anderen, weil Erdogan jede Einflussnahme für seine Zwecke nutzt: Seht her, der Westen will uns herumschubsen; dagegen hilft nur eine starke Führung. Viel härter als mahnende Worte treffen die Machthaber die ökonomischen Konsequenzen ihres Handelns. Als Folge des Putschversuchs und der überschießenden Vergeltungsaktionen ist die Wirtschaft in die schwierigste Lage seit der Finanzkrise gerutscht. Anleger ziehen ihr Geld ab, die Direktinvestitionen gehen zurück. Dadurch fällt der Wert der Lira, die Inflation nimmt zu, Devisenkredite werden unbezahlbar. Das Wirtschaftswachstum hat sich 2016 halbiert, die Arbeitslosigkeit stark erhöht. Inzwischen ist fast jeder vierte Jugendliche ohne Beschäftigung.

Aber straft die internationale Wirtschaft wirklich die Führung für den wachsenden Autoritarismus ab? Eher ist es wohl so, dass sie vor Instabilitäten zurückschreckt, vor Risiken für ihr Geld. Jedenfalls gilt das für Deutschland, den wichtigsten Handelspartner. Unternehmer und Verbandsvertreter sagen zwar gern, dass sie mit Erdogans Weg nicht einverstanden seien und dass die Beziehungen litten. Statistisch ablesbar ist das aber nur für die Zeit unmittelbar nach dem Putschversuch und den Terroranschlägen.

Als klar war, dass die alte Führung auch die neue sein würde und dass sie vermutlich fester denn je im Sattel sitzt, erholten sich die Zahlen sehr schnell. Nach dem Türkischen Statistikamt wuchsen die deutschen Direktinvestitionen 2016 um ein Fünftel, auch der Handel hat sich ausgeweitet. Beide Aufwärtsbewegungen haben sich 2017 fortgesetzt. Ähnliches zeigt sich an den Finanzmärkten. Seit Jahresbeginn hat der Aktienindex 14 Prozent hinzugewonnen, auch die Lira konnte sich von ihrem Tiefstand erholen.

Die Botschaft ist klar: Die Investoren fassen wieder Vertrauen in die Türkei. Viele tun das wegen und nicht trotz der politischen Entwicklung in Ankara. Denn je schneller sich die Verhältnisse dort klären, desto schneller lässt sich auch wieder Geld verdienen. Ähnlich sehen es Bankanalysten. Sie erwarten, dass die Märkte auf ein „Ja“ im Referendum deutlich positiver reagieren werden als auf ein „Nein“. Am schlimmsten wären Neuwahlen, heißt es. Und so dürfte sich die Türkei in die Liste jener dubiosen Staaten einreihen, mit denen sich auch dann gute Geschäfte machen lassen, wenn sie es an grundlegenden Freiheiten, an Transparenz, Partizipation, politischer Kultur fehlen lassen. Das gilt für Russland oder Ungarn ebenso wie für Saudi-Arabien oder China. „Pecunia non olet“, mögen sich die Geschäftsleute denken, oder auch: Es ist nicht unsere Aufgabe, sich einzumischen.

Doch diese Haltung verkennt vielerlei – dass mit wirtschaftlichem Einfluss auch gesellschaftliche Verantwortung einhergeht; dass Innovationen und gutes Personal in Freiheit besser gedeihen; dass erst offene Gesellschaften jene Unternehmen groß gemacht haben, die jetzt bereit sind, darauf zu verzichten. Es muss im ureigenen Interesse der Geschäftswelt liegen, in der Türkei auf dieselben Standards wie in der Heimat zu pochen. Denn nur so kann sie sich gegen Willkür, Gängelung, Korruption, verschlossene Märkte, unfaire Gerichts- oder Genehmigungsverfahren schützen. Am 16. April steht viel auf dem Spiel. Auch für die deutsche Wirtschaft.

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Time am 7. April 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/referendum-in-der-tuerkei-beeinflusst-deutsche-wirtschaft-14960874.html

Groteske Verleugnung der Wahrheit

6. April 2017

Arye Sharuz Shalicar

Bei „Achgut“ beleuchtet Vera Lengsfeld die zunehmend bedrängte Stellung der Juden in Deutschland (1).

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Jung, Muslim, Antisemit: Weder neu noch überraschend

In einer „Schule ohne Rassismus“ in Berlin-Friedenau, die noch dazu unter der Schirmherrschaft der Senatorin für Integration, Dilek Kolat (SPD), steht, wurde ein 14jähriger jüdischer Schüler von seinen muslimischen Mitschülern so lange gemobbt, bis ihn seine Eltern von der Schule nahmen. Lehrer und Schulleitung scheinen nichts davon mitbekommen zu haben, dass in ihrer „Schule ohne Rassismus“ antisemitische Attacken üblich waren.

Bezeichnenderweise fand der Skandal erst über die britische Zeitung „The Jewish Chronicle“ den Weg in unsere Medien. Während aber in der Originalberichterstattung klar darauf hingewiesen wurde, dass es sich um türkische und arabische Mitschüler gehandelt hat, wurde das in deutschen Medien in den Hintergrund geschoben. „Die Welt“ wies verdruckst darauf hin, dass es sich um eine Schule handelt, in der 75 Prozent der Schüler eine andere Muttersprache als Deutsch hätten, darunter viele aus arabischen und türkischen Familien.

Die „Huffington Post“ präsentiert gar unter der martialischen Überschrift „Fremdenfeindliches Mobbing an Schulen: Sie wollen ihre Opfer vernichten“ eine Schauspielerin, deren Tochter unter fremdenfeindlichen Übergriffen an ihrer Schule leidet. „Meine Haut ist, ich würde sagen Latte Macchiato-braun, die meiner Tochter karamellbraun“, beschreibt sich die Schauspielerin selbst und die „Huffington Post“ verweist auf Pegida-Väter, die mit Galgen demonstrieren und legt damit nahe, dass die Tochter unter rassistischen Übergriffen von biodeutschen Schülern leidet, die am Küchentisch von ihren Pegida-Eltern rassistisch indoktriniert werden, ohne einen einzigen Beleg dafür zu liefern. So wird wenigstens in der Propaganda die schöne Multikulti-Ideologie noch einmal gerettet.

Diese groteske Verleugnung der Wahrheit, dass es in Deutschland einen grassierenden Antisemitismus und Rassismus muslimischer Herkunft gibt, wird immer härter mit der Realität konfrontiert.

Nach dem Skandal in Friedenau hat sich die Jüdische Gemeinde endlich entschlossen, Klartext zu reden. Zentralratspräsident Josef Schuster sagte dem Berliner „Tagesspiegel“: „Hier geht es um Antisemitismus übelster Art.“ Schuster appellierte gleichzeitig an die muslimische Gemeinschaft, „den antisemitischen Tendenzen in ihren Reihen mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten“. Allerdings will Schuster immer noch glauben, „dass in einem Teil der Moscheen in Deutschland Judenfeindlichkeit und Israelfeindlichkeit aktiv Vorschub geleistet wird“, dass also muslimischer Antisemitismus nicht flächendeckend ein Problem ist.

Die zahlreichen Warnungen werden seit Jahren ignoriert

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch, sagte der „Heilbronner Stimme“: „Das ist kein Einzelfall.“ Immer öfter würden jüdische Schüler angefeindet, ausgegrenzt oder sogar körperlich angegriffen – „weil sie Juden sind“. Nein, das ist kein Einzelfall, es ist nicht mal ein neues, mit der Masseneinwanderung von 2015 aufgetretenes Problem. Über den Antisemitismus an deutschen Schulen gibt es bereits mehrere Bücher, die aber kaum beachtet worden sind. Die viel zu früh ums Leben gekommene Jugendrichterin Kirsten Heisig hat bereits vor Jahren in ihrem Buch „Das Ende der Geduld. Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter“ Antisemitismus, Rassismus und Frauenfeindlichkeit an Schulen beschrieben.

Noch genauer kann man es in Arye Sharuz Shalicars Buch „Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude“ nachlesen.

Shalicar ist der Sohn einer jüdischen Familie, die aus dem Iran nach Deutschland gekommen ist. Er wächst in Spandau auf, zieht aber als Jugendlicher in den 80er Jahren mit seiner Familie in den Wedding. Hier muss er sich in einem muslimisch dominierten Umfeld behaupten. Im Wedding, in Kreuzberg, in den anderen Ausländerghettos in Deutschland gibt es seit Jahrzehnten eine Parallelgesellschaft, auch wenn das von Politik und Medien immer noch hartnäckig übersehen, wenn nicht gar geleugnet wird. In dieser Gesellschaft herrschen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus, nicht von Biodeutschen, sondern von „Ausländern“ mit und ohne deutschen Pass. Der Hass dieser jungen Türken, Bosnier, Kurden, Araber, Palästinenser, Inder, der dem jungen Shalicar unvorbereitet entgegenschlägt, ist, wie Chaim Noll in seinem Vorwort schreibt: „…nicht der Hass des europäischen Antisemiten, es ist der Hass, der aus dem Nahen Osten kommt, sozusagen die Fortsetzung des Nahostkonflikts in Europa.“

Shalicar bekommt diesen Hass täglich zu spüren: Verbal, indem ihm immer wieder gesagt wird, dass die Juden hassenswert seien, auch wenn die Jugendlichen, die ihm das entgegen schleudern, außer ihm noch nie einen Juden gesehen haben. Dann durch körperliche Übergriffe. Shalicar wechselt schließlich die Schule und seine Taktik. Er beschließt, einer von ihnen zu werden, ein Mitglied einer der Jugendbanden, die sich den Wedding untereinander aufgeteilt haben.

Das alles treibt Shalicar schließlich aus dem Land

Er macht auf sich aufmerksam, indem er zum Sprayer wird. Nacht für Nacht zieht er los, um seine überdimensionalen Tags an die Wände im Wedding zu schmieren. Als sein Sprayer-Name „Aron“ schließlich in aller Munde ist, gibt er sich zu erkennen, indem er diesen Namen auf sein T-Shirt drucken lässt. Aron hat sich durch seine kühnen Tags so viel Ansehen erworben, dass er von einer kurdischen Jugendgang aufgenommen wird. Er kann sich jetzt sogar offen als Jude bekennen, wird aber als die Ausnahme angesehen, als einer, der wie „wir“ ist, nicht wie ein „Jude“. Shalicar muss seine Mitgliedschaft in der Gang teuer bezahlen. Er wird zum Kleinkriminellen, kommt immer öfter mit der Polizei in Konflikt, trägt schließlich ein Messer bei sich oder andere Waffen und setzt sie bei Schlägereien ein.

Es ist die Liebe und die wachsende Neugier auf seine Herkunft, die Shalicar aus seiner Abwärtsspirale befreit. Seine Freundin Janica, der er auch sein Buch gewidmet hat, erinnert ihn immer wieder daran, dass es ein Leben außerhalb der Wedding-Banden gibt.

Er macht schließlich sein Abitur, geht zur Bundeswehr und studiert, unter anderem Hebräisch und Judaistik. Shalicar schließt sich der Jüdischen Gemeinde an, die er aber bald inkonsequent findet. Während überall in Europa Juden auf die Straße gehen, um gegen muslimischen Antisemitismus zu demonstrieren, bleibt es in Deutschland still.

Das alles treibt Shalicar schließlich aus dem Land. Er will dort leben, wo er und seine künftigen Kinder frei sind, wo sie sich zugehörig, also zuhause fühlen können. Er entscheidet sich für Israel, auch wenn das eine Trennung von seiner ersten Liebe Janica bedeutet.

In Israel hat Shalicar eine Bilderbuchkarriere hingelegt. Er wurde Major der israelischen Armee und war lange Zeit ihr Pressesprecher. Heute gehört er zu den Mitarbeitern im Büro des Ministerpräsidenten. Die Entwicklung in Deutschland beobachtet er immer noch genau. Er stünde sicher jederzeit mit Rat und Tat bereit, wenn sich die deutschen Verantwortlichen in Politik und Medien endlich dazu durchringen sollten, das Problem des muslimischen Antisemitismus und Rassismus anzupacken. Hoffen wir, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis Shalicars unverzichtbarer Rat eingeholt wird.

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Time am 6. April 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/jung_muslim_antisemit_weder_neu_noch_ueberraschend