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Die Vollendung des dritten Tempels

28. April 2019

Von Adam Eliyahu Berkowitz brachte „haOlam“ einen Artikel über die gegenseitige Inspiration zwischen Nazis und Nazislahmisten (1).

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Die Nazi-Wurzeln des palästinensischen Nationalismus

Sie sagen: Kommt, wir tilgen sie aus, dass sie kein Volk mehr sind, des Namens Israel werde nicht mehr gedacht. Einmütig haben sie sich beraten, einen Bund gegen dich zu schließen: die Zelte Edoms und die Ismaeliter (Psalm 83,5-7, Zürcher Bibel)

Es ist unbestreitbar, dass sich während des Zweiten Weltkriegs viele Muslime mit Deutschland verbündeten und Hunderttausende von ihnen für die Nazis kämpften. Man könnte argumentieren, dass sei Folge ihrer gemeinsamen Feinde gewesen: des britischen Empire, der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten von Amerika.

Obwohl das für viele muslimische Länder, die sich aus pragmatischen und strategischen Gründen auf die Seite Deutschlands stellten, eindeutig stimmt, deutet bezüglich der Palästinenser ein Blick auf die Verbindung zwischen den Wurzeln des palästinensischen Nationalismus und dem Aufstieg der Nazis darauf hin, dass stärker vertretbar ist, dass diese Allianz auf gemeinsamen Philosophien und einem Hass ihrer größten gemeinsamen Nemesis gründete: den Juden.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu wurde weithin kritisiert, weil er in einer Rede vor dem World Zionist Congress (WZC) 2015 auf den Judenhass verwies, der die Herkunft des palästinensischen Nationalismus mit dem Nationalsozialismus verbindet. Darin schrieb der dem Palästinenserführer Haddsch Amin al-Husseini zu, Hitler überzeugt zu haben, alle Juden zu töten.

„Hitler wollte zu dieser Zeit die Juden nicht auslöschen, er wollte die Juden vertreiben“, sagte Netanyahu vor dem WZC. „Und Haddsch Amin al-Husseini ging zu Hitler und sagte: ‚Wenn Sie sie vertreiben, werden sie hierher (nach Palästina) kommen.‘ Nach Angaben von Netanyahu fragte Hitler daraufhin: ‚Was sollte ich mit ihnen machen?‘, und der Mufti antwortete: ‚Verbrennen Sie sie.‘“

Obwohl Netanyahu von den linken Medien für diese Kommentare kritisiert wurde, hat seine Behauptung eine historische Grundlage. Dieter Wislicency, einer von Adolf Eichmanns Stellvertretern, behauptete das bei den Nürnberger Prozessen nach dem Krieg ebenfalls. Dass Wislicenys Behauptung korrekt ist, wird von vielen Historikern angefochten, obwohl bekannt ist, dass al-Husseini Hitler in Deutschland während des Kriegs besuchte und auf der Höhe seines Betriebs Auschwitz besucht haben könnte.

Ebenfalls gut dokumentiert ist, dass al-Husseini von Hitler das Versprechen einforderte und erhielt, keinen aus Europa fliehenden Juden zu erlauben, in Palästina anzukommen, einem Plan, der von der englischen und der amerikanischen Regierung initiiert wurde. Das führte zweifellos dazu, dass viele Juden nicht in der Lage waren zu fliehen und in den Todeslagern der Nazis starben.

Forschungergebnisse haben gezeigt, dass er Holocaust sich beinahe bis ins Heilige Land ausbreitete. 2006 fanden Historiker an der Universität Stuttgart in ihren Studien in Nazi-Archiven heraus, dass eine in Athen stationierte SS-Einheit den Auftrag hatte, der Front der Invasionstruppen in Palästina zu folgen und dann rund 500.000 europäische Juden zusammenzutreiben und zu ermorden, die dort Zuflucht gefunden hatten. Das war der Nahost-Teil der Endlösung.

„Der wichtigste Nazi-Kollaborateur und ein absoluter arabischer Antisemit war Haddsch Amin al-Husseini, der Mufti von Jerusalem“, sagten die Forscher und merkten an, dass al-Husseini und Heinrich Himmler, der Nazi-Führer, dem die größte Verantwortung für die Bemühungen zur Auslöschung der Juden zugeschrieben wird, sich hierfür oft trafen.

„Die Niederlage Rommels durch die Alliierten Ende 1942 hatte die Ausdehnung des Holocaust nach Palästina verhindert“, schlossen die Forscher.

Al-Husseinis Hass auf die Juden war so groß, dass er die Palästinenser im britischen Mandat aufhetzte, Pogrome zu begehen. Selbst als al-Husseini 1941 in den Irak ins Exil musste, hetzte er zur Gewalt gegen die dortige große jüdische Gemeinschaft auf.

Die Bewunderung, die al-Husseini für Hitler hatte, beruhte auf Gegenseitigkeit. Während er den Katholizismus als schwache, verweichlichte Religion verurteilte, pries Hitler den Islam als starke, aggressive, soldatische Religion. Albert Speer, Hitlers Minister für Bewaffnung und Kriegsproduktion, schrieb in seinen Memoiren über seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Darin hielt er Hitlers Denkweisen fest.

„Sehen Sie, es ist unser Unglück, die falsche Religion zu haben“, soll Hitler nach Aussage Speers regelmäßig gesagt haben. „Warum hatten wir nicht die Religion der Japaner, die das Opfer für das Vaterland als höchstes Gut ansehen? Auch die mohammedanische Religion wäre für uns weit passender gewesen als das Christentum. Warum musste es das Christentum mit seiner Sanftmut und Schlaffheit sein?“

Dieses Erbe des Judenhasses wurde weitergegeben und fand seinen Weg in die Ursprünge der palästinensischen Autonomiebehörde. Al-Husseini traf 1946 den jungen Yassir Arafat, später Führer der palästinensischen Befreiungsorganisation und ersten Präsidenten der PA. Es war an diesem Punkt, dass Arafat sein Schützling wurde, die Angelegenheit übernahm und schließlich die Führung des palästinensischen Nationalismus.

Diese Union zwischen den Idealen der arischen Herrenrasse des Nationalsozialismus und den sehr semitischen Palästinensern erscheint merkwürdig. Rabbi Pinchas Winston, ein produktiver Endzeit-Autor, beschreibt hingegen ihre klaren Wurzeln in der Bibel und ihre Funktion beim Herbeiführen des Messias.

„Die Araber wurden von den Nazis ausgebildet. Die Nazis wurden besiegt, die Araber aber nicht. Die Araber sind ihre Fortsetzung“, sagte Rabbi Winston gegenüber Breaking Israel News. „Das kann man drastisch in der antiisraelischen Propaganda der Araber sehen, die mit der antisemitischen Propaganda identisch ist. Die Palästinenser waren eine Kreation der arabischen Welt, einfach nur um über Politik und Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen, was ihnen militärisch nicht gelang.“

Winston zitierte die Grundlage für diese Verbindung, man kann sie in Kol Hator finden (Die Stimme der Turteltaube), geschrieben von Rabbi Hillel Rivlin aus Schklow. Das Buch stellt die Lehren zum Prozess des Messias von Rabbi Elijah ben Solomon Zalman dar, dem herausragenden Gelehrten des 18. Jahrhunderts, der als Gaon von Wilna bekannt war.

„Es gibt drei Klipot (Schalen der Unreinheit): Esau, Ismael und Erew Raw (gemischte Vielzahl)“, erklärte Rabbi Winston. „Der Erew Raw arbeitet daran, Esau und Ismael zusammenzubringen, um das jüdische Volk zu vernichten.“

Winston erklärte, dass das das jüdische Konzept eines Messias zwei Stufen hat, der mit dem Moschiach (Messias) aus dem Haus Josef beginnt, ein praktischer Prozess, zu dem der Aufbau des Landes Israel und die Sammlung der Exilanten gehört. Der Moschaich aus dem Haus David ist ein Wunderprozess, der in der Vollendung des Dritten Tempels und der Wiederauferstehung der Toten gipfelt.

„Ismael von der Seite der Klipa (Unreinheit) ist der unreine Hamor (Esel), der dem Moschiach ben David auf der Seite der Keduscha (Heiligkeit) entspricht“, erklärte Rabbi Winston. „Der Moschiach ben Josef ist die Heiligkeit, die der Unreinheit des Esau auf der Seite des Schor (Bullen) entspricht. Esau kommt, um den Moschiach ben Josef zu vernichten, so wie Ismael kommt, um den Moschiach ben David zu vernichten. Sie arbeiten Hand in Hand, um den Moschiah ben David vom Moschiach ben Josef zu trennen.“

Der Rabbi erklärte, dass dies im Krieg von Gog und Magog gipfelt, einem Bündnis aus Esau und Ismael. Sie kommen zusammen gegen Israel, obwohl sie immer noch miteinander zerstritten sind.

„Diese Beziehung zwischen Esau und Ismael wird vom Erew Raw unterstützt und aktiviert, der heute aus vielen Linken und Liberalen besteht, sogar aus Juden, die, wie der Erew Raw aus Ägypten kamen und dran arbeiten Israel zu untergraben und die Geula (Erlösung) zu verhindern. Der Zohar sagt, als Moses den Erew Raw aus Ägypten holte, besiegelte er das Schicksal des jüdischen Volks bis zum Moschiach. Moses wird in jeder Generation zurückkommen, nur um den Erew Raw in Ordnung zu bringen.“

Rabbi Winston merkte an, wie diese Beziehung Esau-Ismael ein unerlässliches Element der Verbindung zwischen den Palästinensern und dem Nationalsozialismus ist.

„Der Punkt ist, dass die Verbindung zwischen den Palästinensern und Muslimen zu den Nazis nicht nur eine Zweck-Beziehung war“, sagte Winston. „Esau und Ismael sind untrennbar miteinander verbunden und diese Verbindung hat kabbalistische Wurzeln mit Moschiach-Konsequenzn. Das ist der Grund, dass Esau Machala heiratet, die Tochter Ismaels; um eine böse Allianz gegen die Nachkommen Jakobs zu schmieden.“

Obwohl in rabbinischen Quellen allgemein Übereinstimmung besteht, dass Ismael heute vom Islam und der arabischen Welt repräsentiert wird, ist Esau zu identifizieren heute etwas komplizierter.

„Esau hat drei Komponenten: eine geschäftliche, eine religiöse und eine rüpelhafte“, erklärte Winston. „Russland ist eindeutig der Rüpel Esau, mit dem schwer umzugehen ist, aber das ist immer noch möglich. Rom ist der religiöse Esau. Amerika ist der Geschäftsmann Esau, mit dem man schachern kann.“

Rabbi Winston vermerkte, dass Esau regelmäßig als die Christenheit identifiziert wird, da die Kirche aufzublühen begann, nachdem sie ihr Zentrum in Rom hatte, der Nation, die am engsten mit dem biblischen Esau identifiziert wird. Aber der Rabbi betonte, dass nicht von der gesamten Christenheit prophezeit wird, in der Endzeit eine negative Funktion zu erfüllen.

Winston zitierte einen Abschnitt des Talmud, in dem dem römischen Kaiser Antonius gesagt wurde, dass er es verdiente, dass die zu ihm Welt kam, weil er freundlich zu den Juden und zu Rabbi Jehudah HaNasi war (der die Mischnah zusammenstellte). Der Rabbi versicherte ihm, für seine Taten würde er es verdienen, dass die Welt kommt. Antonius gab der Sorge Ausdruck, dass die letztliche Vernichtung Esaus vorhergesagt wurde. Rabbi Jehudah HaNasi erklärte, dass Esau (d.h. Rom) schließlich wie vorhergesagt vernichtet werden würde, aber nur der Teil von Esau, der die Rolle des Esau als Zerstörer erfüllte.

„Das ist eine Quelle für das Konzept des gerechten Heiden“, erklärte Rabbi Winston. „Das sehen wir heute in den Christen, die Israel unterstützen.“

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Time am 28. April 2019

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1) https://haolam.de/artikel/Israel-Nahost/37255/Die-NaziWurzeln-des-palaestinensischen-Nationalismus.html

Prozess gegen Necla Kelek

25. November 2018

Bonnie Crombie, Bürgermeisterin der kanadischen Stadt Mississauga, biedert sich bei Ahmadiyya-Orks an. In der Mitte: Hazrat Mirza Masroor Ahmad, oberster Chef.

Lesen Sie einen Artikel von Gerd Buurmann von „haOlam“ (1).

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Die Mormonen des Islams, nur erfolgreicher

Am 22. November 2018 beginnt in Frankfurt der Prozess gegen die Publizistin und Religionskritikerin Necla Kelek, angestrengt von der Ahmadiyya-Gemeinde.

Am 22. November 2018 beginnt in Frankfurt der Prozess gegen die Publizistin und Religionskritikerin Necla Kelek, angestrengt von der Ahmadiyya-Gemeinde. Sie hat Kelek verklagt, da die Autorin in einem Interview mit dem Deutschlandfunk aus dem Jahr 2017 die Gemeinschaft als „Sekte“ und „sehr verschlossene, sehr strenge Gruppe“ bezeichnet hatte.

Necla Kelek erklärte in dem Interview, für sie sei eine Religion eine Bewegung, die spirituell sein müsse und in der jeder ein- und austreten könne. Da diese Merkmale bei der Ahmadiyya-Gemeinde nicht erfüllt seien, bezeichnete sie die Gemeinschaft als Sekte und kritisierte die Entscheidung, sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts anzuerkennen als eine „Fehlentscheidung“. Kelek erklärt, die Ahmadiyya-Gemeinde nutze ihren Status als Körperschaft, um „eine politische Agenda zu verfolgen“, und sei in ihrer religiösen Praxis „nicht transparent“.

Auf Basis dieser Aussagen wurde Necla Kelek von der Ahmadiyya-Gemeinde verklagt. Was ist das für eine Gemeinde, die gegen die Meinungsfreiheit und die Wissenschaftsfreiheit klagt?

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft wurde von Mirza Ghulam Ahmad in den 1880er Jahren in Britisch-Indien gegründet. Mirza Ghulam Ahmad wurde am 13. Februar 1835 in Qadian geboren und starb am 26. Mai 1908 in Lahore. Er erhob für sich den Anspruch, nicht nur der „Erneuerer des 14. islamischen Jahrhunderts“ zu sein, sondern war auch fest davon überzeugt, der „verheißene Messias“ und der „Mahdi der Endzeit“ zu sein. Er beanspruchte, im Geist und in Vollmacht Jesu aufzutreten. In dieser Bescheidenheit ist es nur verständlich, dass er auch erklärte, ein Prophet Gottes zu sein.

Im Jahr 1882 erhob Mirza Ghulam Ahmad den Anspruch, ein von Gott Auserwählter zu sein. Am 20. Februar 1886 schließlich soll Allah sich ihm offenbart und erklärt haben, er solle eine neue Gemeinschaft gründen, was er dann auch am 23. März 1889 tat. Im Juli 1895 teilte ihm Allah dann noch mit, Jesus habe die Kreuzigung überlebt, sei nach Indien ausgewandert und dort eines natürlichen Todes gestorben.

Als Mirza Ghulam Ahmad starb, hatte er bereits etwa 400.000 Anhänger gesammelt. Mirza Ghulam Ahmad erinnert an einen anderen „Propheten“, der ebenfalls im 19. Jahrhundert wirkte. Sein Name war Joseph Smith, er lebte in den USA.

Die Kirche der Heiligen der Letzten Tage

Joseph Smith lebte von 1805 bis 1844 und erklärte, er habe die Fähigkeit, mithilfe eines „Sehersteins“ verborgene Schätze aufspüren. Er behauptete, im Frühjahr 1820 seien ihm Gott und Jesus erschienen und am 21. September 1823 ein Engel mit dem Namen Moroni, der ihm Gottes Auftrag überbracht haben soll, ein Buch von Goldplatten zu übersetzen, welche „die Fülle des immerwährenden Evangeliums“ enthalten sollten. Diese Goldplatten lägen in einem Hügel mit dem Namen Cumorah in der Nähe von Manchester. Diese Goldplatten will er gefunden haben, worauf er die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gründete, besser bekannt als die Mormonen.

Mirza Ghulam Ahmad verkündete, Jesus sei in Indien gewesen und Joseph Smith behauptete, Jesus sei zwischen seinem Tod und seiner Himmelfahrt noch mal kurz nach Amerika geflogen. Die Mormonen verstehen sich selbst als Christen und die Ahmadiyya als Muslime. Wer jedoch glaubt, ein Mitglied der Ahmadiyya würde für den Islam sprechen, glaubt auch, ein Mormone spreche für das Christentum.

Dennoch ist diese Ahmadiyya-Sekte die einzige dem Islam nahestehende Gemeinde, die in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt wurde; und zwar im Bundesland Hessen im April 2013. Zudem sind die Ahmadiyyas die ersten Gläubigen, die in Deutschland eine Moschee gebaut haben, nämlich die Wilmersdorfer Moschee.

Der Führer und der Mufti

Die Wilmersdorfer Moschee wurde zwischen 1924 und 1928 in der Brienner Straße im Berliner Ortsteil Wilmersdorf erbaut. In der Zeit des Nationalsozialismus trat in dieser Moschee der Jerusalemer Großmufti Mohammed Amin al-Husseini als Ehrengast der SS auf. Der Großmufti war in Berlin, um mit Adolf Hitler über die “Endlösung der Judenfrage” zu sprechen. Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben, und weil auch die Naziregierung das Gleiche wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen Ermordung aller Juden.

Nach dem Treffen fand die Konferenz am Wannsee statt, deren Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der davon erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte später aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvernichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, sobald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Es gab aber auch Ahmadiyya, die sich gegen das Naziregime stellten. Im Jahr 1925 zum Beispiel wurde der Schriftsteller Hugo Marcus Geschäftsführer der Gemeinde. Da er vor seinem Übertritt Jude war, wurde er von den Nationalsozialisten verfolgt. Die Gemeinde half ihm, ins Exil in die Schweiz zu entkommen. Der in Berlin lebende ägyptische Arzt Mohamed Helmy wiederum rettete eine jüdische Familie, wobei ihm Kamal el-Din Galal half, der dabei heimlich entwendete Papiere des Großmuftis Mohammed Amin al-Husseini benutzte, an die er anlässlich des Besuchs des Großmuftis in der Wilmersdorfer Moschee gelangt war. So rettete dieser Besuch einer jüdischen Familie das Leben.

Einhundert Moscheen für Deutschland

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft hat eine lange und widersprüchliche deutsche Geschichte. Eine Sache aber ist klar, die Ahmadiyyas sind die Mormonen des Islam. Sie sind in Deutschland jedoch etwas erfolgreicher als die Mormonen. Im Jahr 1989 zum Beispiel rief der spirituelle Führer der Ahmadiyya und sogenannte „4. Kalif des Messias“, Mirza Tahir Ahmad, anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Gemeinde das „100-Moscheen-Projekt“ aus, das vorsieht, einhundert Moscheen in Deutschland zu bauen.

Im Oktober 2017, zwei Monate nach dem Interview Keleks mit dem Deutschlandfunk, fand auf dem Gelände des ehemaligen Mendiger Flugplatzes in Rheinland-Pfalz die 38. Jahresversammlung der Ahmadiyya Muslim Jugend statt. Trotz Regen und Sturm waren über sechstausend Mitglieder aus ganz Deutschland angereist. Der Bundesvorsitzende der Jugendorganisation, Hasanat Ahmad, erklärte:

„Vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftlicher Turbulenzen sind wir als Teil der Zivilgesellschaft auch regelmäßig darum bemüht, versöhnliche Impulse zu setzen.“

Der versöhnlichste Impuls der Veranstaltung bestand darin, mit anwesenden Mitgliedern die „größte Deutschlandfahne“ nachzustellen. Der Pressesprecher der Muslim Jugendorganisation Ahmadiyya, Iftikar Malik, erklärte dazu:

„Mit dem Motto der Aktion ‚Muslime zeigen Flagge‘ möchten die jungen Muslime ihr klares, bedingungsloses Bekenntnis als loyale Bürger zum Ausdruck bringen. Für die Jugendlichen gilt: ‚Die Liebe zum Heimatland, also die Liebe zu unserem Deutschland, ist auch ein Teil unseres Glaubens. So ist es nur selbstverständlich, dass wir uns zu Deutschland bekennen und unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten möchten.“

Die Rhein-Zeitung schrieb am 9. Oktober 2017 über diese Aktion:

„Frauen haben zu dem Festival übrigens keinen Zutritt – „das liegt an unserem Selbstverständnis“ erklärt Malik. Denn man befürchte, dass sich die unterschiedlichen Geschlechter gegenseitig vom Beten und der religiösen Reflexion ablenken könnten. So sind es nur Männer, die am Samstagnachmittag im Regen zu Tausenden die Fahne der Bundesrepublik nachstellen, um ein Zeichen für Deutschlands Grundwerte zu setzen.“

Ohne Frauen für Deutschland! Eine patriotische Geschlechtertrennung! Das ist mal ein klares und bedingungsloses Bekenntnis zu Deutschlands Grundwerten. Bravourös! Lediglich ein feierliches Verbrennen des Grundgesetzes wäre ein noch deutlicheres Zeichen gewesen. Dass die Ahmadiyya-Gemeinde es mit dem Grundgesetz und der dort verankerten Freiheit der Meinung und der Wissenschaft nicht so hat, zeigt sie gerade deutlich und nachhaltig mit ihrer Klage gegen Necla Kelek.

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Time am 25. November 2018

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1) https://haolam.de/artikel_35797.html

Durch Gewalt hergestellte Macht ist illegitim

20. Mai 2011

Die Liquidierung bin Ka*kens ist für mich das zentrale Ereignis der letzten Jahre. Die Natter hatte ihr Haupt erhoben, aber sie wurde in die Kloake zurückgetrieben, aus der sie hervorgekrochen war. Amerika hat seinen Anspruch, die westliche Welt führen zu können, unter Beweis gestellt. Das Monster wurde zehn Jahre lang gejagt – und zur Strecke gebracht! So wird es jedem gehen, der unsere Freiheit und unsere demokratische Gesellschaft bedroht. Wir kriegen Euch alle, egal in welchem Loch ihr euch nach euren Untaten verkriechen wollt!

Ich fühle mich befreit, gestärkt und ermuntert. Ich spüre die Gewissheit, dass Amerika dem gewalttätigen Jihad auf lange Sicht kein Recht auf Erden einräumen wird. Ohne den gewalttätigen Jihad aber wird der absurde, lächerliche und groteske Aberglauben des Mohammedanismus verschwinden. Zehn Jahre lang habe ich jeden Tag dafür gebetet, dass das satanische Genie gefasst wird, und meine Gebete wurden Wirklichkeit.

Viele meiner intellektuellen Mitbürger sehen das nicht so. Prof. Dr. Raphael Gross (1) wundert sich über sie in der heutigen FAZ.

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Politische Gefangene

Adolf Eichmann, die RAF und der Fall Usama Bin Ladin

Kürzlich jährte sich der in Jerusalem geführte Prozess gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann zum fünfzigsten Mal, und eine Tagung, die anlässlich dessen stattfand, überraschte mich vor allem in einer Hinsicht: Sie zeigte, wie fundamental sich die Perspektiven von israelischen und deutschen Historikern auf dieses Strafverfahren unterscheiden. Während aus der israelischen Perspektive der 1961 geführte Prozess ein welthistorisches Ereignis darstellt, welches in seiner Bedeutung sogar fast den gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg geführten Prozess der Alliierten in den Schatten stellt, scheinen viele deutsche Spezialisten skeptisch. War es denn überhaupt legitim, ein Gerichtsverfahren gegen einen Menschen durchzuführen, der nur unter Verletzung der Souveränität des Staates Argentinien zustande kommen konnte?

Der damalige hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer sah dieses Problem offenbar als weniger schwerwiegend an: Er hatte den israelischen Behörden den entscheidenden Hinweis gegeben und dadurch selbstlos sein eigenes Amt gefährdet. Die in einem Prozess hergestellte Gerechtigkeit gegenüber einem Massenmörder schien ihm wichtiger als seine berufliche Karriere und vor allem als die Souveränität des argentinischen Staates: ihm war nur zu gut bekannt, wie vielen hochrangigen NS-Verbrechern dieses Land mehr oder weniger offen Asyl gewährte. Die Vorstellung, man hätte Eichmann 1961 – mitten im Kalten Krieg – vor einen internationalen Gerichtshof stellen sollen, war dem Pragmatiker Fritz Bauer wohl zu Recht keine Überlegung wert. Hätte man dann nicht auch den von ihm wesentlich initiierten Auschwitz-Prozess statt in Frankfurt am Main in Den Haag abhalten müssen?

Eine ähnliche Verwunderung löste bei mir die in Deutschland verbreitete Empörung über die amerikanische Aktion gegen Bin Ladin in Pakistan aus. Und dies nicht nur, weil Peter Scholl-Latour im Gespräch mit Helmut Schmidt im deutschen Fernsehen seine Verurteilung mit der Formulierung unterstrich, dass „die Deutschen“ anders als die Amerikaner in solchen Angelegenheiten eben „besonders tugendhaft“ seien. Aber wo liegt das Problem? Während das Vorgehen der amerikanischen Armee gegen zahlreiche Terroristen in Pakistan durch Drohnenangriffe wenig kritische Aufmerksamkeit erhalten hat, ändert sich dies nun im Fall von Bin Ladin schlagartig. Man könnte fast den Eindruck erhalten, es wurde ein feindlicher Staatschef heimtückisch und ganz untugendhaft ermordet. Die schiere Anzahl der Morde vom 11. September 2001 machen aus einem Mörder plötzlich das Oberhaupt einer feindlichen Bewegung, das eine entsprechende Behandlung verdient.

In den siebziger Jahren lehnten die RAF-Terroristen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan Carl Raspe es nachdrücklich ab, als Strafgefangene bezeichnet zu werden. Für eine bestimmte Öffentlichkeit verstanden sie es erfolgreich, sich als politische Gefangene zu inszenieren. Sie glaubten sicherlich auch selbst daran. Der Begriff „Armee“ stand ja nicht zufällig in ihrem Namen „Rote Armee Fraktion“. Gegen sie sollte also nicht das normale Strafgesetzbuch Anwendung finden, sondern sie wollten nach dem Kriegsvölkerrecht behandelt werden. Mit einigem Erfolg münzten sie damit ihre kriminellen Verbrechen in politische Straftaten um.

Ihre Handlungen liefen aber auf nichts anderes als Verbrechen hinaus. Was mich irritiert, ist vor allem, wie sie es trotzdem schafften, mit ihrer allein auf Gewalt gegründeten Macht in den Augen der Öffentlichkeit eine Aura der Legitimität zu erzeugen. Der Gewaltakt scheint sie gewissermaßen nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor einer bestimmten Öffentlichkeit zu politischen Akteuren zu machen. Eine Spur davon findet sich auch in der heute verbreiteten Haltung zu Bin Ladin: Diejenigen, die gerade angesichts der Erschießung von Bin Ladin darauf bestehen, dass er vor ein internationales Strafgericht hätte gestellt werden sollen, scheinen letztlich vielfach zu glauben, dass die von ihm durch reine Gewalt hergestellte Macht irgendwie doch Legitimität beanspruchen kann. Unbemerkt unterstützen sie die Vorstellung, dass Gewalt als solche in der Lage ist, Recht zu setzen. Wegen des Ausmaßes seiner Gewalt scheint Bin Ladin kein gewöhnlicher Verbrecher mehr zu sein, sondern ein politischer Straftäter.

So bleibt dann der Eindruck, dass gerade deutsche Intellektuelle oft in dem Moment, da sie scheinbar am stärksten rechtsstaatliche Prinzipien einfordern, das in einem Kontext tun, in dem sie von der Aura scheinbar rechtssetzender Gewalt geblendet werden. Am Ende ist man daher unsicher, ob wirklich berechenbare und gerechte Normen von ihnen verteidigt werden oder eben doch eine Form des Rechts, welches auf Gewalt beruht.

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Time am 20. Mai 2011

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Raphael_Gross

Raphael Gross zu Gast in der Madrasa unter:
https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/12/wartet-mal-25-jahre-aber-dann/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/aurel-kolnai-und-der-counterjihad/