Posts Tagged ‘Adolf Hitler’

Wirmers Flagge

17. August 2019

In Ostdeutschland wird auf regimekritischen Demonstrationen oft eine „skandinavische“ Flagge in den bundesdeutschen Farben gezeigt. Was hat es damit auf sich?

Lesen Sie einen Artikel von Christina Hebel vom „Relotius“ von vor vier Jahren, der nicht ohne speichelleckende Bewertung auskommt (1).

Übrigens: Ich mag diese Flagge!

Aber am liebsten mag ich ein rotes Kreuz auf weißem Grund!

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Symbolik bei Demos

Warum bei Pegida die Kreuz-Fahne weht

Oft wehen in Dresden die Kreuz-Fahnen in Schwarz-Rot-Gold, wenn Pegida marschiert. Die Banner erinnern an das norwegische Nationalsymbol. Entworfen hat sie ein Hitler-Gegner.

Der Pegidist trägt gern Fahne: Schwarz-Rot-Gold dominiert Montagabends die Dresdner Innenstadt. Doch neben dem offiziellen Banner der Bundesrepublik Deutschland, den schwarz-rot-goldenen Blockstreifen, tauchen auch immer wieder Banner auf, die an die norwegische Fahne erinnern. Allerdings nur in der Form, nicht in den Farben.

Das liegende Philippuskreuz der selbsternannten Patrioten ist schwarz, gold umrandet auf rotem Grund. Woher stammt es?

Entworfen wurde das Kreuz in Schwarz-Rot-Gold von Josef Wirmer. Der katholische Jurist und Zentrumspolitiker gehörte zu dem engeren Kreis der Unterstützer des Attentats auf Adolf Hitler durch Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944.

1944 entwickelte er die Fahne mit den deutschen Nationalfarben. Er wählte eine andere Form, denn die drei waagerechten Blockstreifen standen für viele Deutsche für die gescheiterte Weimarer Republik. Das Kreuz wählte Wirmer, um seiner religiösen Überzeugung Ausdruck zu verleihen. Die Fahne sollte das neue vorläufige Nachkriegs-Nationalsymbol werden – ein Zeichen eines erhofften Neustarts.

Doch nach dem missglückten Stauffenberg-Attentat wurde Wirmer am 4. August festgenommen und im Konzentrationslager Ravensbrück gefangen gehalten. Am 8. September 1944 wurde er zum Tode verurteilt. Wirmer wurde nur zwei Stunden nach der Urteilsverkündung hingerichtet.

Wirmers Entwurf wurde noch einmal von seinem jüngeren Bruder Ernst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegriffen. Die neu entstandene Partei CDU wollte eine Flagge für Westdeutschland einführen – als Abgrenzung zu dem Schwarz-Rot-Gold, das die SED in der sowjetischen Besatzungszone – damals noch ohne Staatswappen – als Fahne verwendete. Doch ein auf den Ideen der Wirmer-Brüder basierender Entwurf konnte sich im Grundsatzausschuss des Parlamentarischen Rates am 3. November 1948 nicht durchsetzen.

Bei Amazon gibt es die ursprüngliche Wirmer-Fahne inzwischen in verschiedenen Varianten als „Flagge Deutscher Widerstand 20. Juli“ zu kaufen. Sie wird immer wieder als Widerstandssymbol instrumentalisiert. So tauchte sie bei einer Kundgebung der rechtsextremistischen Partei Pro NRW auf, auch die rechtsextremen Reichsbürger des „Deutschen Kollegs“ verwenden sie. Zu deren Gründungsmitgliedern gehört der Holocaust-Leugner und Neonazi Horst Mahler.

Zudem wird die Kreuzflagge, auch von der rechtsextremen und islamophoben German Defense League verwendet und war bei der Hogesa-Demonstration in Köln zu sehen. In Kreisen der „Neuen Rechten“ gilt die Fahne als Zeichen „des geheimen Deutschlands“. Für den rechten Verleger Götz Kubitschek ist das „markentechnisch gesehen die gerechtfertigte und erfolgreiche Besetzung eines starken Zeichens“.

Auf dem islamfeindlichen Blog Politically Incorrect empfahl ein Autor die Fahne während der EM 2012 als „kultige“ Alternative zur Deutschlandflagge. Im Gegensatz zu der offiziellen Fahne sah der Verfasser in der Wirmer-Variante ein Symbol „für die Selbstbestimmung der Deutschen“.

Was darunter zu verstehen ist, zeigt sich bei Pegida: Seit Monaten wettern die Fahnenschwenker gegen Medien („Lügenpresse“), Politiker („Volksverräter“), die Islamisierung von Kantinen und Friedhöfen und gegen Flüchtlinge, die „über das gelobte Land herfallen“ (Zitat Pegida-Chef Lutz Bachmann).

Mit den Werten des Katholiken Josef Wirmer hat dies nichts mehr zu tun.

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Time am 17. August 2019

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1) https://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-warum-in-dresden-die-kreuz-flagge-weht-a-1045600.html

Die Vollendung des dritten Tempels

28. April 2019

Von Adam Eliyahu Berkowitz brachte „haOlam“ einen Artikel über die gegenseitige Inspiration zwischen Nazis und Nazislahmisten (1).

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Die Nazi-Wurzeln des palästinensischen Nationalismus

Sie sagen: Kommt, wir tilgen sie aus, dass sie kein Volk mehr sind, des Namens Israel werde nicht mehr gedacht. Einmütig haben sie sich beraten, einen Bund gegen dich zu schließen: die Zelte Edoms und die Ismaeliter (Psalm 83,5-7, Zürcher Bibel)

Es ist unbestreitbar, dass sich während des Zweiten Weltkriegs viele Muslime mit Deutschland verbündeten und Hunderttausende von ihnen für die Nazis kämpften. Man könnte argumentieren, dass sei Folge ihrer gemeinsamen Feinde gewesen: des britischen Empire, der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten von Amerika.

Obwohl das für viele muslimische Länder, die sich aus pragmatischen und strategischen Gründen auf die Seite Deutschlands stellten, eindeutig stimmt, deutet bezüglich der Palästinenser ein Blick auf die Verbindung zwischen den Wurzeln des palästinensischen Nationalismus und dem Aufstieg der Nazis darauf hin, dass stärker vertretbar ist, dass diese Allianz auf gemeinsamen Philosophien und einem Hass ihrer größten gemeinsamen Nemesis gründete: den Juden.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu wurde weithin kritisiert, weil er in einer Rede vor dem World Zionist Congress (WZC) 2015 auf den Judenhass verwies, der die Herkunft des palästinensischen Nationalismus mit dem Nationalsozialismus verbindet. Darin schrieb der dem Palästinenserführer Haddsch Amin al-Husseini zu, Hitler überzeugt zu haben, alle Juden zu töten.

„Hitler wollte zu dieser Zeit die Juden nicht auslöschen, er wollte die Juden vertreiben“, sagte Netanyahu vor dem WZC. „Und Haddsch Amin al-Husseini ging zu Hitler und sagte: ‚Wenn Sie sie vertreiben, werden sie hierher (nach Palästina) kommen.‘ Nach Angaben von Netanyahu fragte Hitler daraufhin: ‚Was sollte ich mit ihnen machen?‘, und der Mufti antwortete: ‚Verbrennen Sie sie.‘“

Obwohl Netanyahu von den linken Medien für diese Kommentare kritisiert wurde, hat seine Behauptung eine historische Grundlage. Dieter Wislicency, einer von Adolf Eichmanns Stellvertretern, behauptete das bei den Nürnberger Prozessen nach dem Krieg ebenfalls. Dass Wislicenys Behauptung korrekt ist, wird von vielen Historikern angefochten, obwohl bekannt ist, dass al-Husseini Hitler in Deutschland während des Kriegs besuchte und auf der Höhe seines Betriebs Auschwitz besucht haben könnte.

Ebenfalls gut dokumentiert ist, dass al-Husseini von Hitler das Versprechen einforderte und erhielt, keinen aus Europa fliehenden Juden zu erlauben, in Palästina anzukommen, einem Plan, der von der englischen und der amerikanischen Regierung initiiert wurde. Das führte zweifellos dazu, dass viele Juden nicht in der Lage waren zu fliehen und in den Todeslagern der Nazis starben.

Forschungergebnisse haben gezeigt, dass er Holocaust sich beinahe bis ins Heilige Land ausbreitete. 2006 fanden Historiker an der Universität Stuttgart in ihren Studien in Nazi-Archiven heraus, dass eine in Athen stationierte SS-Einheit den Auftrag hatte, der Front der Invasionstruppen in Palästina zu folgen und dann rund 500.000 europäische Juden zusammenzutreiben und zu ermorden, die dort Zuflucht gefunden hatten. Das war der Nahost-Teil der Endlösung.

„Der wichtigste Nazi-Kollaborateur und ein absoluter arabischer Antisemit war Haddsch Amin al-Husseini, der Mufti von Jerusalem“, sagten die Forscher und merkten an, dass al-Husseini und Heinrich Himmler, der Nazi-Führer, dem die größte Verantwortung für die Bemühungen zur Auslöschung der Juden zugeschrieben wird, sich hierfür oft trafen.

„Die Niederlage Rommels durch die Alliierten Ende 1942 hatte die Ausdehnung des Holocaust nach Palästina verhindert“, schlossen die Forscher.

Al-Husseinis Hass auf die Juden war so groß, dass er die Palästinenser im britischen Mandat aufhetzte, Pogrome zu begehen. Selbst als al-Husseini 1941 in den Irak ins Exil musste, hetzte er zur Gewalt gegen die dortige große jüdische Gemeinschaft auf.

Die Bewunderung, die al-Husseini für Hitler hatte, beruhte auf Gegenseitigkeit. Während er den Katholizismus als schwache, verweichlichte Religion verurteilte, pries Hitler den Islam als starke, aggressive, soldatische Religion. Albert Speer, Hitlers Minister für Bewaffnung und Kriegsproduktion, schrieb in seinen Memoiren über seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Darin hielt er Hitlers Denkweisen fest.

„Sehen Sie, es ist unser Unglück, die falsche Religion zu haben“, soll Hitler nach Aussage Speers regelmäßig gesagt haben. „Warum hatten wir nicht die Religion der Japaner, die das Opfer für das Vaterland als höchstes Gut ansehen? Auch die mohammedanische Religion wäre für uns weit passender gewesen als das Christentum. Warum musste es das Christentum mit seiner Sanftmut und Schlaffheit sein?“

Dieses Erbe des Judenhasses wurde weitergegeben und fand seinen Weg in die Ursprünge der palästinensischen Autonomiebehörde. Al-Husseini traf 1946 den jungen Yassir Arafat, später Führer der palästinensischen Befreiungsorganisation und ersten Präsidenten der PA. Es war an diesem Punkt, dass Arafat sein Schützling wurde, die Angelegenheit übernahm und schließlich die Führung des palästinensischen Nationalismus.

Diese Union zwischen den Idealen der arischen Herrenrasse des Nationalsozialismus und den sehr semitischen Palästinensern erscheint merkwürdig. Rabbi Pinchas Winston, ein produktiver Endzeit-Autor, beschreibt hingegen ihre klaren Wurzeln in der Bibel und ihre Funktion beim Herbeiführen des Messias.

„Die Araber wurden von den Nazis ausgebildet. Die Nazis wurden besiegt, die Araber aber nicht. Die Araber sind ihre Fortsetzung“, sagte Rabbi Winston gegenüber Breaking Israel News. „Das kann man drastisch in der antiisraelischen Propaganda der Araber sehen, die mit der antisemitischen Propaganda identisch ist. Die Palästinenser waren eine Kreation der arabischen Welt, einfach nur um über Politik und Öffentlichkeitsarbeit zu erreichen, was ihnen militärisch nicht gelang.“

Winston zitierte die Grundlage für diese Verbindung, man kann sie in Kol Hator finden (Die Stimme der Turteltaube), geschrieben von Rabbi Hillel Rivlin aus Schklow. Das Buch stellt die Lehren zum Prozess des Messias von Rabbi Elijah ben Solomon Zalman dar, dem herausragenden Gelehrten des 18. Jahrhunderts, der als Gaon von Wilna bekannt war.

„Es gibt drei Klipot (Schalen der Unreinheit): Esau, Ismael und Erew Raw (gemischte Vielzahl)“, erklärte Rabbi Winston. „Der Erew Raw arbeitet daran, Esau und Ismael zusammenzubringen, um das jüdische Volk zu vernichten.“

Winston erklärte, dass das das jüdische Konzept eines Messias zwei Stufen hat, der mit dem Moschiach (Messias) aus dem Haus Josef beginnt, ein praktischer Prozess, zu dem der Aufbau des Landes Israel und die Sammlung der Exilanten gehört. Der Moschaich aus dem Haus David ist ein Wunderprozess, der in der Vollendung des Dritten Tempels und der Wiederauferstehung der Toten gipfelt.

„Ismael von der Seite der Klipa (Unreinheit) ist der unreine Hamor (Esel), der dem Moschiach ben David auf der Seite der Keduscha (Heiligkeit) entspricht“, erklärte Rabbi Winston. „Der Moschiach ben Josef ist die Heiligkeit, die der Unreinheit des Esau auf der Seite des Schor (Bullen) entspricht. Esau kommt, um den Moschiach ben Josef zu vernichten, so wie Ismael kommt, um den Moschiach ben David zu vernichten. Sie arbeiten Hand in Hand, um den Moschiah ben David vom Moschiach ben Josef zu trennen.“

Der Rabbi erklärte, dass dies im Krieg von Gog und Magog gipfelt, einem Bündnis aus Esau und Ismael. Sie kommen zusammen gegen Israel, obwohl sie immer noch miteinander zerstritten sind.

„Diese Beziehung zwischen Esau und Ismael wird vom Erew Raw unterstützt und aktiviert, der heute aus vielen Linken und Liberalen besteht, sogar aus Juden, die, wie der Erew Raw aus Ägypten kamen und dran arbeiten Israel zu untergraben und die Geula (Erlösung) zu verhindern. Der Zohar sagt, als Moses den Erew Raw aus Ägypten holte, besiegelte er das Schicksal des jüdischen Volks bis zum Moschiach. Moses wird in jeder Generation zurückkommen, nur um den Erew Raw in Ordnung zu bringen.“

Rabbi Winston merkte an, wie diese Beziehung Esau-Ismael ein unerlässliches Element der Verbindung zwischen den Palästinensern und dem Nationalsozialismus ist.

„Der Punkt ist, dass die Verbindung zwischen den Palästinensern und Muslimen zu den Nazis nicht nur eine Zweck-Beziehung war“, sagte Winston. „Esau und Ismael sind untrennbar miteinander verbunden und diese Verbindung hat kabbalistische Wurzeln mit Moschiach-Konsequenzn. Das ist der Grund, dass Esau Machala heiratet, die Tochter Ismaels; um eine böse Allianz gegen die Nachkommen Jakobs zu schmieden.“

Obwohl in rabbinischen Quellen allgemein Übereinstimmung besteht, dass Ismael heute vom Islam und der arabischen Welt repräsentiert wird, ist Esau zu identifizieren heute etwas komplizierter.

„Esau hat drei Komponenten: eine geschäftliche, eine religiöse und eine rüpelhafte“, erklärte Winston. „Russland ist eindeutig der Rüpel Esau, mit dem schwer umzugehen ist, aber das ist immer noch möglich. Rom ist der religiöse Esau. Amerika ist der Geschäftsmann Esau, mit dem man schachern kann.“

Rabbi Winston vermerkte, dass Esau regelmäßig als die Christenheit identifiziert wird, da die Kirche aufzublühen begann, nachdem sie ihr Zentrum in Rom hatte, der Nation, die am engsten mit dem biblischen Esau identifiziert wird. Aber der Rabbi betonte, dass nicht von der gesamten Christenheit prophezeit wird, in der Endzeit eine negative Funktion zu erfüllen.

Winston zitierte einen Abschnitt des Talmud, in dem dem römischen Kaiser Antonius gesagt wurde, dass er es verdiente, dass die zu ihm Welt kam, weil er freundlich zu den Juden und zu Rabbi Jehudah HaNasi war (der die Mischnah zusammenstellte). Der Rabbi versicherte ihm, für seine Taten würde er es verdienen, dass die Welt kommt. Antonius gab der Sorge Ausdruck, dass die letztliche Vernichtung Esaus vorhergesagt wurde. Rabbi Jehudah HaNasi erklärte, dass Esau (d.h. Rom) schließlich wie vorhergesagt vernichtet werden würde, aber nur der Teil von Esau, der die Rolle des Esau als Zerstörer erfüllte.

„Das ist eine Quelle für das Konzept des gerechten Heiden“, erklärte Rabbi Winston. „Das sehen wir heute in den Christen, die Israel unterstützen.“

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Time am 28. April 2019

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1) https://haolam.de/artikel/Israel-Nahost/37255/Die-NaziWurzeln-des-palaestinensischen-Nationalismus.html

Prozess gegen Necla Kelek

25. November 2018

Bonnie Crombie, Bürgermeisterin der kanadischen Stadt Mississauga, biedert sich bei Ahmadiyya-Orks an. In der Mitte: Hazrat Mirza Masroor Ahmad, oberster Chef.

Lesen Sie einen Artikel von Gerd Buurmann von „haOlam“ (1).

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Die Mormonen des Islams, nur erfolgreicher

Am 22. November 2018 beginnt in Frankfurt der Prozess gegen die Publizistin und Religionskritikerin Necla Kelek, angestrengt von der Ahmadiyya-Gemeinde.

Am 22. November 2018 beginnt in Frankfurt der Prozess gegen die Publizistin und Religionskritikerin Necla Kelek, angestrengt von der Ahmadiyya-Gemeinde. Sie hat Kelek verklagt, da die Autorin in einem Interview mit dem Deutschlandfunk aus dem Jahr 2017 die Gemeinschaft als „Sekte“ und „sehr verschlossene, sehr strenge Gruppe“ bezeichnet hatte.

Necla Kelek erklärte in dem Interview, für sie sei eine Religion eine Bewegung, die spirituell sein müsse und in der jeder ein- und austreten könne. Da diese Merkmale bei der Ahmadiyya-Gemeinde nicht erfüllt seien, bezeichnete sie die Gemeinschaft als Sekte und kritisierte die Entscheidung, sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts anzuerkennen als eine „Fehlentscheidung“. Kelek erklärt, die Ahmadiyya-Gemeinde nutze ihren Status als Körperschaft, um „eine politische Agenda zu verfolgen“, und sei in ihrer religiösen Praxis „nicht transparent“.

Auf Basis dieser Aussagen wurde Necla Kelek von der Ahmadiyya-Gemeinde verklagt. Was ist das für eine Gemeinde, die gegen die Meinungsfreiheit und die Wissenschaftsfreiheit klagt?

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft wurde von Mirza Ghulam Ahmad in den 1880er Jahren in Britisch-Indien gegründet. Mirza Ghulam Ahmad wurde am 13. Februar 1835 in Qadian geboren und starb am 26. Mai 1908 in Lahore. Er erhob für sich den Anspruch, nicht nur der „Erneuerer des 14. islamischen Jahrhunderts“ zu sein, sondern war auch fest davon überzeugt, der „verheißene Messias“ und der „Mahdi der Endzeit“ zu sein. Er beanspruchte, im Geist und in Vollmacht Jesu aufzutreten. In dieser Bescheidenheit ist es nur verständlich, dass er auch erklärte, ein Prophet Gottes zu sein.

Im Jahr 1882 erhob Mirza Ghulam Ahmad den Anspruch, ein von Gott Auserwählter zu sein. Am 20. Februar 1886 schließlich soll Allah sich ihm offenbart und erklärt haben, er solle eine neue Gemeinschaft gründen, was er dann auch am 23. März 1889 tat. Im Juli 1895 teilte ihm Allah dann noch mit, Jesus habe die Kreuzigung überlebt, sei nach Indien ausgewandert und dort eines natürlichen Todes gestorben.

Als Mirza Ghulam Ahmad starb, hatte er bereits etwa 400.000 Anhänger gesammelt. Mirza Ghulam Ahmad erinnert an einen anderen „Propheten“, der ebenfalls im 19. Jahrhundert wirkte. Sein Name war Joseph Smith, er lebte in den USA.

Die Kirche der Heiligen der Letzten Tage

Joseph Smith lebte von 1805 bis 1844 und erklärte, er habe die Fähigkeit, mithilfe eines „Sehersteins“ verborgene Schätze aufspüren. Er behauptete, im Frühjahr 1820 seien ihm Gott und Jesus erschienen und am 21. September 1823 ein Engel mit dem Namen Moroni, der ihm Gottes Auftrag überbracht haben soll, ein Buch von Goldplatten zu übersetzen, welche „die Fülle des immerwährenden Evangeliums“ enthalten sollten. Diese Goldplatten lägen in einem Hügel mit dem Namen Cumorah in der Nähe von Manchester. Diese Goldplatten will er gefunden haben, worauf er die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gründete, besser bekannt als die Mormonen.

Mirza Ghulam Ahmad verkündete, Jesus sei in Indien gewesen und Joseph Smith behauptete, Jesus sei zwischen seinem Tod und seiner Himmelfahrt noch mal kurz nach Amerika geflogen. Die Mormonen verstehen sich selbst als Christen und die Ahmadiyya als Muslime. Wer jedoch glaubt, ein Mitglied der Ahmadiyya würde für den Islam sprechen, glaubt auch, ein Mormone spreche für das Christentum.

Dennoch ist diese Ahmadiyya-Sekte die einzige dem Islam nahestehende Gemeinde, die in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt wurde; und zwar im Bundesland Hessen im April 2013. Zudem sind die Ahmadiyyas die ersten Gläubigen, die in Deutschland eine Moschee gebaut haben, nämlich die Wilmersdorfer Moschee.

Der Führer und der Mufti

Die Wilmersdorfer Moschee wurde zwischen 1924 und 1928 in der Brienner Straße im Berliner Ortsteil Wilmersdorf erbaut. In der Zeit des Nationalsozialismus trat in dieser Moschee der Jerusalemer Großmufti Mohammed Amin al-Husseini als Ehrengast der SS auf. Der Großmufti war in Berlin, um mit Adolf Hitler über die “Endlösung der Judenfrage” zu sprechen. Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben, und weil auch die Naziregierung das Gleiche wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen Ermordung aller Juden.

Nach dem Treffen fand die Konferenz am Wannsee statt, deren Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der davon erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte später aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvernichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, sobald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Es gab aber auch Ahmadiyya, die sich gegen das Naziregime stellten. Im Jahr 1925 zum Beispiel wurde der Schriftsteller Hugo Marcus Geschäftsführer der Gemeinde. Da er vor seinem Übertritt Jude war, wurde er von den Nationalsozialisten verfolgt. Die Gemeinde half ihm, ins Exil in die Schweiz zu entkommen. Der in Berlin lebende ägyptische Arzt Mohamed Helmy wiederum rettete eine jüdische Familie, wobei ihm Kamal el-Din Galal half, der dabei heimlich entwendete Papiere des Großmuftis Mohammed Amin al-Husseini benutzte, an die er anlässlich des Besuchs des Großmuftis in der Wilmersdorfer Moschee gelangt war. So rettete dieser Besuch einer jüdischen Familie das Leben.

Einhundert Moscheen für Deutschland

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft hat eine lange und widersprüchliche deutsche Geschichte. Eine Sache aber ist klar, die Ahmadiyyas sind die Mormonen des Islam. Sie sind in Deutschland jedoch etwas erfolgreicher als die Mormonen. Im Jahr 1989 zum Beispiel rief der spirituelle Führer der Ahmadiyya und sogenannte „4. Kalif des Messias“, Mirza Tahir Ahmad, anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Gemeinde das „100-Moscheen-Projekt“ aus, das vorsieht, einhundert Moscheen in Deutschland zu bauen.

Im Oktober 2017, zwei Monate nach dem Interview Keleks mit dem Deutschlandfunk, fand auf dem Gelände des ehemaligen Mendiger Flugplatzes in Rheinland-Pfalz die 38. Jahresversammlung der Ahmadiyya Muslim Jugend statt. Trotz Regen und Sturm waren über sechstausend Mitglieder aus ganz Deutschland angereist. Der Bundesvorsitzende der Jugendorganisation, Hasanat Ahmad, erklärte:

„Vor dem Hintergrund gegenwärtiger gesellschaftlicher Turbulenzen sind wir als Teil der Zivilgesellschaft auch regelmäßig darum bemüht, versöhnliche Impulse zu setzen.“

Der versöhnlichste Impuls der Veranstaltung bestand darin, mit anwesenden Mitgliedern die „größte Deutschlandfahne“ nachzustellen. Der Pressesprecher der Muslim Jugendorganisation Ahmadiyya, Iftikar Malik, erklärte dazu:

„Mit dem Motto der Aktion ‚Muslime zeigen Flagge‘ möchten die jungen Muslime ihr klares, bedingungsloses Bekenntnis als loyale Bürger zum Ausdruck bringen. Für die Jugendlichen gilt: ‚Die Liebe zum Heimatland, also die Liebe zu unserem Deutschland, ist auch ein Teil unseres Glaubens. So ist es nur selbstverständlich, dass wir uns zu Deutschland bekennen und unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten möchten.“

Die Rhein-Zeitung schrieb am 9. Oktober 2017 über diese Aktion:

„Frauen haben zu dem Festival übrigens keinen Zutritt – „das liegt an unserem Selbstverständnis“ erklärt Malik. Denn man befürchte, dass sich die unterschiedlichen Geschlechter gegenseitig vom Beten und der religiösen Reflexion ablenken könnten. So sind es nur Männer, die am Samstagnachmittag im Regen zu Tausenden die Fahne der Bundesrepublik nachstellen, um ein Zeichen für Deutschlands Grundwerte zu setzen.“

Ohne Frauen für Deutschland! Eine patriotische Geschlechtertrennung! Das ist mal ein klares und bedingungsloses Bekenntnis zu Deutschlands Grundwerten. Bravourös! Lediglich ein feierliches Verbrennen des Grundgesetzes wäre ein noch deutlicheres Zeichen gewesen. Dass die Ahmadiyya-Gemeinde es mit dem Grundgesetz und der dort verankerten Freiheit der Meinung und der Wissenschaft nicht so hat, zeigt sie gerade deutlich und nachhaltig mit ihrer Klage gegen Necla Kelek.

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Time am 25. November 2018

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1) https://haolam.de/artikel_35797.html

Neues von der Schariapartei (SPD)

28. August 2018

Lesen Sie einen Artikel von Ralf Fischer von „Jungle World“ (1).

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Der SPD-Oberbürgermeister von Marburg ist bei
Islamisten ein gern gesehener Gast

Sozialdemokratische Islamismusförderung

Die Islamische Gemeinde Marburg pflegt Verbindungen in das Milieu des legalistischen Islamismus. Trotzdem folgt der Oberbürgermeister der hessischen Universitätsstadt immer wieder den Einladungen der Gemeinde und ihres Umfeldes.

Für den kommenden Sonntag plant der »Förderverein für das Marburger Kultur- und Bildungszentrum mit Moschee e. V.« die Eröffnungsfeier seines Kunstprojekts »5 Säulen«. Die Säulen stehen der Ankündigung zufolge für die rituellen Pflichten im Islam: »das Aufsagen des Glaubensbekenntnisses, die fünf Gebete, das Almosengeben, das Fasten im Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka«. Nach Angaben der Organisatoren »stellen die Säulen sowohl eine Öffnung der Moschee zur Stadt hin dar als auch eine durchlässige Tür, durch die Besucher der Stadt zur Moschee gelangen können«. Grußworte sollen bei der Veranstaltung der Marburger Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD), der Islamwissenschaftler Albrecht Fuess und der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Marburg, Bilal El-Zayat, sprechen.

Das »Bündnis gegen Antisemitismus Marburg« protestiert gegen den Auftritt des sozialdemokratischen Stadtoberhaupts bei der Veranstaltung. In einem Flugblatt kritisiert die Initiative, dass die Teilnahme des Oberbürgermeisters der Islamischen Gemeinde Marburg (IGM) eine Legitimität verleihe, die sie dem Bündnis zufolge nicht haben sollte. So stuft der hessische Verfassungsschutz die IGM als der islamistischen Muslimbruderschaft nahestehend ein. Seit Jahren wird Marburg im Verfassungsschutzbericht des Landes als ein Zentrum islamistischer Aktivitäten in Deutschland genannt.

Das liegt unter anderem an dem Vorsitzenden der IGM. So war El-Zayat von 2003 bis 2005 Vorsitzender der Muslimischen Jugend Deutschlands. »Wegen personeller Überschneidung erscheint die Muslimische Jugend als Jugendorganisation der Islamischen Gemeinschaft Deutschland (IGD)«, sagte die hessische Islamismusexpertin Sigrid Herrmann-Marschall der Jungle World.

2011 reiste El-Zayat gemeinsam mit einer größeren Gruppe zum Vordenker der internationalen Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi. Fotos von dem Besuch finden sich noch immer in sozialen Medien. Der in Katar lebende Prediger steht seit Juni 2017 auf der Terrorliste der Regierungen Saudi-Arabiens, Ägyptens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrains und gilt als einer der weltweit einflussreichsten Islamisten. Er nannte Adolf Hitler »eine gerechte Strafe Allahs für die Juden«. Beim nächsten Mal werde, »so Gott will«, diese Strafe »durch die Hand der Gläubigen erfolgen«.

Dass El-Zayat bei al-Qaradawi eine Audienz erhielt, deutet auf eine wichtige Rolle des Marburgers in der islamistischen Bewegung hin. Auf einem Foto aus dem Jahr 2013 formt El-Zayat seine Hand zum »Rabia-Zeichen«, dem internationalen Erkennungszeichen der Muslimbruderschaft.

Ebenfalls mitgereist war der Imam des »Teiba-Kulturzentrums zur Förderung der Bildung und Verständigung« (TKZ) in Berlin, Ferid Heider. Dem Berliner Verfassungsschutzbericht zufolge zählt das Kulturzentrum zu den Vereinen, die eine enge Verbindung zur IGD aufweisen. Trotzdem kann die Gemeinde ihre Freitagspredigten in einer Turnhalle in Spandau abhalten. Vergangenes Jahr nahm El-Zayat an dem Event »Islamleben« teil. Organisiert wird diese Veranstaltung seit 2011 von der IGD.

Trotz dieser offensichtlichen Verbindungen in das Milieu des legalistischen Islamismus lässt Spies es sich nicht nehmen, den regelmäßigen Einladungen der Gemeinde zu folgen. Vor zwei Jahren, anlässlich des 30jährigen Bestehens der Moschee, entgegnete er seinen Kritikern: »In dieser Stadt werden Menschen nicht an Spekulationen, Verdächtigungen und Verschwörungstheorien, sondern an ihren Worten und Taten gemessen.«

Die Islamismusexpertin Herrmann-Marschall hält es für problematisch, dass Honoratioren der Marburger Stadtgesellschaft die Veranstaltung durch ihre Mitwirkung adeln. »Sowohl der Oberbürgermeister als auch der Islamwissenschaftler Fuess vermitteln damit, dass alles in Ordnung sei und der Verfassungsschutz mit seiner Einschätzung falsch liege. Sie helfen damit aktiv, die Marburger Stadtgesellschaft zu täuschen.«

Die »unheimliche Melange aus identitären Linken, lokaler Politik, Universität und politischem Islamismus« werde anhand des einladenden Fördervereins für das Marburger Kultur- und Bildungszentrum besonders deutlich, schreibt das Bündnis gegen Antisemitismus. Neben dem Universitätsprofessor Fuess seien unter anderem auch Spies’ Vorgänger im Amt des Marburger Oberbürgermeisters, Egon Vaupel (SPD), und die nach Selbstauskunft »christliche Kommunistin« Goharik Gareyan-Petrosyan in diesem Verein organisiert. Und wie selbstverständlich habe im Marburger Rathaus nicht nur die Gründung des Vereins stattgefunden, er firmiere auch unter dessen Adresse.

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Time am 28. August 2018

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1) https://jungle.world/artikel/2018/34/sozialdemokratische-islamismusfoerderung

Ohne Kolonialismus geht das nicht

8. August 2017

The Fuhrergan schreitet voran auf dem Weg seiner Vorbilder Adolf Hitler und Klo H. Metzel. Er erkennt die bestehenden Grenzen nicht mehr an und lässt seine Think-Tanks über eine mögliche militärische Eroberung Europas sinnieren (1). Von zentraler Bedeutung ist die Wiedererlangung der religiösen Bedeutung der Torkei für die gesamte nazislahmische Sphäre. Aber hierin wird Ratze scheitern.

Lesen Sie einen Artikel von Boris Kálnoky von der „Welt“ (2).

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Traum vom Kalifat

Erdogan will die Türkei zur Leuchte des Islam machen

Die osmanischen Sultane waren die politischen und als Kalifen zugleich die religiösen Führer der islamischen Welt. Der türkische Präsident Erdogan will daran anknüpfen – und hat bereits Maßnahmen ergriffen.

Kleine Brötchen backen ist die Sache des türkischen Präsidenten nicht. „Wir haben unsere derzeitigen Grenzen nicht freiwillig akzeptiert“, sagte Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Jahr in einer Rede – eine Kritik am Vertrag von Lausanne, in dem 1923 die heute gültigen Grenzen der Türkei festgelegt wurden und die weit entfernt sind von der Ausdehnung, die das Osmanische Reich bis dahin besessen hatte. In den Staatsmedien tauchten immer wieder Landkarten mit den Grenzen des alten Reiches auf. Aus dem Gedankenspiel, der Türkei die Größe des Osmanischen Reiches zurückzugeben, wird jetzt sichtbare Politik.

Ihren Aufstieg in die Weltgeschichte begannen die Osmanen als Krieger, nicht als Frömmler. Die Religion hatte die Funktion, den Machtanspruch des Sultans zu zementieren. Auf dem Höhepunkt ihrer Stärke im 16. Jahrhundert begannen die Sultane, den Titel des Kalifen zu beanspruchen – des Nachfolgers des Propheten Mohammed als religiös-politischer Führer der islamischen Welt. Das blieb so, bis Mustafa Kemal Atatürk, der Gründer der modernen Türkei, das Kalifat 1924 abschaffte.

Sein historisch einflussreichster Nachfolger als Staatspräsident ist schon jetzt Recep Tayyip Erdogan. Dessen Politik ist von vielen Experten als ein Versuch beschrieben worden, zu den Traditionen der Osmanen zurückzukehren und auch nach deren einstiger internationaler Rolle als Weltmacht zu streben.

Erdogan arbeitet an der religiösen Führungsrolle

Innenpolitisch ist Erdogan fast am Ziel. Er errichtet ein auf ihn zugeschnittenes „exekutives Präsidialsystem“ – eine Art Sultanat, wenn man so will. Außenpolitisch ist die Türkei unter ihm erstmals seit dem Ersten Weltkrieg wieder aktiv geworden, mit klaren machtpolitischen Ambitionen und erheblichem Störpotenzial im Nahen Osten. Eine wirkliche Regional- oder gar Weltmacht ist sie noch nicht geworden, zu unberechenbar und kurzsichtig ist ihre Politik. Und zu gering ihr wirtschaftliches Gewicht.

Auch was die religiöse Führungsrolle betrifft, hat Erdogan bislang wenig erreicht. Nach wie vor suchen sunnitische Muslime Orientierung bei den geistlichen Autoritäten in Kairo, Mekka und Jerusalem, nicht in Istanbul.

Das liegt vor allem daran, dass die religionspolitischen Reformen Atatürks bis heute von Erdogan nicht angegriffen wurden. Jetzt aber will er einen neuen Hebel ansetzen, um die Türkei wieder zur Leuchte des Islam zu machen.

Atatürks Grundproblem war der politische Machtanspruch, den die islamische Lehre und Rechtspraxis formulierte. Der Kalif war religiös gesehen Nachfolger Mohammeds, politisch aber auch Staatschef. Die Scharia als Rechtssystem unterschied nicht zwischen religiösem und staatlichem Recht.

Politisch bedeutete das auf Dauer eine potenzielle Gefährdung von Atatürks Macht. Er sah den Islam aber auch als Modernisierungsbremse, schon deswegen mussten Religion und Klerus politisch eingehegt werden. Zugleich war an der tiefen Religiosität der Bevölkerung nicht viel zu ändern. Seine Lösung war die Verstaatlichung der Religion. Alle Moscheen, alle Geistlichen wurden dem Staat unterstellt, der Inhalt der Freitagspredigt wird seither vom Diyanet, dem Religionsdirektorat in Ankara, zentral vorgegeben.

Moscheen, in denen der säkulare Staat predigt, was die jeweilige Regierung will – damit hatte die Türkei in den Augen der islamischen Welt ihre Rolle als religiöse Autorität verspielt. Erdogans Re-Islamisierung der türkischen Politik signalisierte jedoch seinen Wunsch, die Gewichte zwischen Politik und Religion wieder zu verschieben.

Er selbst versuchte, sich ab 2010 zum Wortführer der islamischen Welt aufzuschwingen, mit beträchtlichem Erfolg. Das Mittel dazu war – neben frommen Phrasen – eine Rhetorik der Konfrontation gegen Israel, bis dahin strategischer Partner der säkularen Türkei. Das verschaffte ihm tatsächlich persönliche Glaubwürdigkeit auf der arabischen Straße. Aber es löste nicht das Problem, dass die Türkei theologisch keinerlei Autorität mehr besaß in der islamischen Welt.

In Situationen religiöser Erregung – etwa in der Krise um die Mohammed-Karikaturen 2005 und 2006 – kamen Fatwas, geistlich-rechtliche Weisungen islamischer Rechtsgelehrter, aus allen Ecken der islamischen Welt und versetzten die Gläubigen in Aufruhr. Aus Istanbul kam nichts. Einerseits weil das politisch so entschieden wurde und die Imame dort Staatsbedienstete sind, aber auch weil der Einfluss einer Fatwa abhängt vom Ansehen und der Glaubwürdigkeit des Gelehrten, der sie äußert. Solche Geistlichen gibt es nicht in der Türkei, zumindest nicht in den Augen der übrigen islamischen Welt.

Erdogan hat die Religion als Mittel der Politik erkannt, er versteht aber auch, dass dieses Werkzeug in seiner Hand stumpf ist ohne eine erhebliche Aufwertung der türkischen Theologie. Jetzt will er dieses Problem offenbar in Angriff nehmen. Die Kompetenzen der Muftis sollen erweitert werden: Fortan sollen sie Eheschließungen vornehmen können. Bislang war dafür, wie in westlichen Ländern, die säkulare Staatsverwaltung zuständig. Die neue Regel wäre eine erste sanfte Verschiebung von staatlichem hin zu religiösem Recht.

Es gibt Pläne für die Gründung einer großen „internationalen“ islamischen Universität. Erdogan sagte dazu, hier sollte der „wahre Islam“ gelehrt werden, und zwar nicht nur auf Türkisch, sondern auch auf Arabisch und Englisch. Auf diese Weise soll Istanbul theologische Strahlkraft erlangen in aller Welt: Eine solche Hochschule, erreichte sie denn auch nur annähernd die Glaubwürdigkeit etwa der altehrwürdigen Al-Azhar-Universität in Kairo, wäre ein kostbares politisches Einflussmittel für die Türkei. Sentenzen angesehener Gelehrter von dort könnten in die muslimische Welt hineinwirken. Imame, die dort ausgebildet würden, könnten in allen Ländern des Globus predigen und die „sanfte Macht“ der Türkei stärken.

Theologisches Gewicht wird gestärkt

Als Leiter einer solchen Universität kommt für Erdogan vielleicht der jetzige Chef der Diyanet in Betracht, Mehmet Görmez. Der Präsident erwähnte, dass er bereit wäre, eine neue Aufgabe für ihn zu erwägen, sollte Görmez das wünschen. Der wiederum sagte, nach seinem jetzigen Job als Chef aller Imame käme nur eine religionswissenschaftliche Aufgabe für ihn infrage.

Vieles deutet also darauf hin, dass Erdogan auf eine Stärkung des theologischen Gewichts der Türkei in der islamischen Welt hinarbeiten will. Nicht unbedingt auf eine Rückkehr des Kalifats, aber er will eine Rückkehr zur religiösen Autorität der Türkei, die der Kalif einst verkörperte.

Es gibt nur ein Problem. Die Widerstände gegen einen religiös-politischen Führungsanspruch der Türkei waren besonders im arabischen Raum historisch immer groß, die Osmanen waren lange die Kolonialisten der arabischen Welt. Saudi-Arabien wird auf seinen religiösen und politischen Führungsanspruch in der Region nicht verzichten – schließlich ist es das Land, in dem Mekka liegt.

Zudem ist die Türkei gefürchtet: Keine der reichen, sich islamisch nennenden arabischen Regierungen ist vom Volk gewählt. Eine Türkei, die effektiv auf die arabische „Straße“ einwirken kann, wäre eine Türkei, die arabische Regierungen stürzen kann, in der Hoffnung auf mehr regionalen Einfluss. In diesem Sinne wird der neue türkische Truppenstützpunkt in Katar von den übrigen arabischen Fürstentümern, die das reiche, aber kleine und dennoch außenpolitisch sehr aktive Emirat als überambitionierten Störenfried sehen, mit Stirnrunzeln betrachtet.
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Time am 8. Augst 2018

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1) http://www.pi-news.net/tuerkei-kann-europa-in-drei-tagen-einnehmen/
2) https://www.welt.de/politik/ausland/article167396003/Erdogan-will-die-Tuerkei-zur-Leuchte-des-Islam-machen.html

Im Rausch des Glaubens

16. Mai 2017

Antonia Kleikamp schreibt in der „Welt“ anhand des Buches „Hitlerjunge Schall“ über die Parallelen zwischen nationalsozialistischer Jugend und nazislahmischer Jugend (1).

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Was Hitlerjugend und Islamischer Staat gemeinsam haben

Im Jahr 1929 beginnt der 16-jährige Franz Schall, Tagebuch zu schreiben. Ein Auftritt Hitlers wird ihm zum Erweckungserlebnis. Parallelen zu den IS-Terroristen der Gegenwart drängen sich auf.

Wer sein Ziel vor Augen hat, entwickelt ungeahnte Kräfte. Am 1. Januar 1932 notierte Franz Albrecht Schall in sein Tagebuch: „Und nun mit Volldampf voraus ins Neue Jahr! Heil Hitler und Heil Deutschland!“ Die kommenden Monate, da war sich der 18-Jährige aus der thüringischen Kreisstadt Altenburg sicher, würden die Entscheidung bringen – natürlich zugunsten seines Helden, des „Führers“ der NSDAP.

Ein Dreivierteljahr zuvor, am 12. April 1931, hatte Schall den bereits bekanntesten deutschen Politiker zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen – in Weimar. Bei einer Kundgebung der thüringischen SA anlässlich des Sturzes von Wilhelm Frick, des ersten NSDAP-Ministers überhaupt, hielt Hitler vor 8000 Zuhörern eine Rede.

Schall war aus dem knapp 100 Kilometer entfernten Altenburg gekommen, stand am Straßenrand und wartete. Dann geschah es: „Die Arme fliegen hoch. Die Augen rechts! Die Musik schmettert. Dort steht Hitler auf dem Auto, mit erhobener Hand, jede Gruppe sieht er mit seinen unbeschreiblichen Augen an. Jetzt kommen wir!“ Spätestens von diesem Sonntag an, an dem der NSDAP-Chef auch noch einen Vorbeimarsch von 12.000 Anhänger auf dem Marktplatz abnahm, gehörte Franz Albrecht Schall (1913-2001) zu den leidenschaftlichen Anhängern der braunen Bewegung.

Viele von Schalls begeisterten Einträgen sind in einer Edition zu lesen, die der Dresdner Historiker André Postert jetzt unter dem Titel „Hitlerjunge Schall. Die Tagebücher eines jungen Nationalsozialisten“ herausgegeben hat. Zeugnisse dieser Art gibt es vergleichsweise selten. Denn Schalls Notizen, angefertigt im jugendlichen Überschwang, zeigen noch ganz unmittelbar die Faszination und Verblendung einer Generation, die in den Nationalsozialismus hineinwuchs und sich dem Führerkult mit Haut und Haaren verschrieb. Schall, Sohn eines Lehrers aus Altenburg, begann sein Tagebuch mit 16 Jahren, als er zum Bund Deutscher Neupfadfinder gehörte. Doch bald war ihm dieser Verein nicht mehr politisch und national genug; er wechselte zur Hitlerjugend.

„Muss immer an unser Deutschland und an die Bewegung und an Adolf Hitler denken“, schrieb Schall. Der Nationalsozialismus berauschte ihn geradezu: „Ohne Nazi kann ich nicht voll leben und sein, was ich sein soll.“ In diesem Sinn baute er die HJ Altenburg mit auf. Heimabende, Fackelzüge, Führertagungen und immer wieder Aufmärsche. Zufrieden mit dem Eifer seiner Kameraden war Schall freilich nicht immer: „HJ aß mit Leidenschaft Eis! Das sagt alles. Von wirklichem Kampfgeist keine Spur! Es ist geradezu trostlos.“

Mit diesem „Eventkult“, dieser bombastischen Inszenierung und Theatralik appellierte der Nationalsozialismus an die Gefühle und Sehnsüchte der Jugendlichen: „Die nationalsozialistische ‚Weltanschauung‘“, kommentiert Herausgeber Postert, „ist hier nicht zuerst ideologische Peitsche, sondern eher ein berauschendes Narkotikum, das, einmal eingenommen, gleich Sinn, Macht und Größe versprach – ein erhebendes Gefühl, bedeutend zu sein und an großen Dingen mitzuwirken.“

Das erinnert den heutigen Leser fatal an die Faszination, die der IS auf viele Jugendliche ausübt. Auch er spricht mit starken Bildern und Symbolen die Gefühle von Jugendlichen an, lädt ihr Leben mit Bedeutung auf. Der Kult um den Nationalsozialismus wird bei Schall zum Akt der Rebellion – gegen die Eltern, gegen die Demokratie, gegen die „morsche, zerfallende Welt.“ Nur der NS-Jugend gehört die Zukunft, wie Schall berauscht schrieb: „Die Jugend ohne Ziel, die Welt verbaut, doch Deutschland wartet und ruft seine Söhne – hier ist deine Heimat, hier ist dein Ziel. Deutschland, Deutschland, nichts als Deutschland.“

Um so enttäuschter war er, als Hitler bei der Wahl zum Reichspräsidenten dem greisen Marschall und Kandidaten der Demokraten, Paul von Hindenburg, deutlich unterlag. Nur 11,3 Millionen votierten für den Führer der NSDAP, das waren 30,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Gegenüber der vorangegangenen Reichstagswahl hatte Hitler das Ergebnis der NSDAP zwar abermals gesteigert, war aber immer noch weit von einer eigenen Mehrheit entfernt. Schall freute sich zwar über die Zuwächse, fügte in seinem Tagebuch aber hinzu: „Trotzdem gab es manche, die niedergeschlagen waren, dass Hitler nicht die absolute Mehrheit erhielt.“

Hitlers Ernennung zum Reichskanzler überraschte Franz Albrecht Schall. Er konnte es nicht fassen: „Es kam für uns etwas plötzlich“, schrieb er in sein Tagebuch: „Ich bin selbst noch halb ungläubig. Welche Möglichkeiten tun sich auf!“

Schall begann in Dresden eine Ausbildung als Tischler, doch die Qualität seiner Arbeit litt unter seinen Tagträumen: „Muss eben im Betrieb so viel an Deutschland denken, weiß wohl, dass es im Interesse der Arbeit schadenbringend ist. Ich kann aber nicht anders.“ Da rutschte dann auch schon mal der Hobel aus. Mit einem „Hitler-Heil im Herzen“ ging er jeden Abend zu Bett.

In seinen Aufzeichnungen finden sich zunehmend rassistische und fremdenfeindliche Untertöne. So entdeckte er im Zug einen „ganz blöden, kulleräugigen Mulatten“. Tschechische Touristen beschimpfte er abfällig als „Krämer“, „schlau und gerissen wie die Juden“. Nach der Machtergreifung 1933 rechtfertigte Schall das brutale Vorgehen der Nazis: „Es wird rücksichtlos durchgegriffen, manche Härten und Ausfälle ändern nichts an der tadellosen Durchführung und Exaktheit der Maßnahmen.“

Mit seinem Vater war er da längst über Kreuz. Dieser, ein enger Freund des Schriftstellers Hermann Hesse, geriet in zunehmenden Widerspruch zum Nazi-Regime, schrieb ein kritisches Traktat über Hitler und wurde von der Gestapo verhaftet. Den Sohn rührte das wenig. Auch nach dem Krieg wird er sich nie vollständig vom „Erlebnis Hitlerjugend“ distanzieren.

Schalls Tagebücher, die bis ins Jahr 1935 reichen, sind frühzeitig als historische Dokumente erkannt worden. Noch in den 1930er-Jahren wurde das handschriftliche Manuskript abgetippt. Auf abenteuerlichen Wegen überstand es Krieg und Bombenangriffe. Die jetzige Ausgabe ist mit erklärenden historischen Begleittexten und Kommentaren versehen. Diese Tagebücher sind wertvoll, zeigen sie doch die verführerische Anziehungskraft radikaler Ideen auf die Jugend.

André Postert (Hrsg.): „Hitlerjunge Schall. Die Tagebücher eines jungen Nationalsozialisten“, (dtv, München. 360 S., 24,00 Euro)

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Time am 16. Mai 2017

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1) https://www.welt.de/geschichte/article164605686/Was-Hitlerjugend-und-Islamischer-Staat-gemeinsam-haben.html

Sie wählten den Nazislahm

17. April 2017

Für Hitler auf der Straße: Anhänger der Sudetendeutschen Partei im September 1938

Fast zwei Drittel der Tork-Deutschen und Deutsch-Torks haben dafür gestimmt, dass Erdogan die Torkei diktatorisch regieren darf. Schuld an dieser undemokratischen Haltung sind nach Ansicht der grünen Bolschewistin Claudia Roth die Deutschen, weil sie zu wenig integrativ eingestellt sind. Daher fordert sie „extreme Bemühungen“ um die Erdogan-Fans und die Einführung des kommunalen Wahlrechts (1).

Sven Felix Kellerhoff erinnert indessen bei der „Welt“ an die Entscheidung der Sudetendeutschen für Hitler 1935 (2).

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Sudetendeutsche lebten in Demokratie – und wählten Hitler

Fast zwei Drittel der türkischen Wähler in Deutschland stimmten für Erdogans Plan – obwohl dieser die Demokratie in ihrer Heimat zu beschneiden droht. Der Fall ähnelt in mancher Hinsicht einer Wahl im Jahr 1935.

Mitunter treibt die Demokratie seltsame Blüten. Da stimmen zum Beispiel zwei Drittel der Wähler faktisch für einen ausländischen Diktator, der in seinem Land die Opposition ausgeschaltet und alle Medien gleichgeschaltet hat. Und das, obwohl sie selbst in einem funktionierenden Rechtsstaat leben und keinen Druck der zuständigen Regierung zu fürchten haben.

Gemeint ist nicht der Ausgang des Referendums über eine neue Verfassung für die Türkei, der nach offiziellen Angaben 63 Prozent der türkischen Wähler in Deutschland zustimmten. Vielmehr geht es um die Parlamentswahl in der Tschechoslowakischen Republik (CSR) am 19. Mai 1935. 68 Prozent der Sudetendeutschen, also der kulturell deutsch geprägten Bewohner vor allem der tschechischen Grenzregionen zu Deutschland und Österreich, stimmten dabei für die Sudetendeutsche Partei (SDP) von Konrad Henlein.

Die SDP war im Wesentlichen eine Auslandsorganisation von Adolf Hitlers NSDAP: Sie wurde indirekt vom deutschen Staat finanziert, über den Volksbund für das Deutschtum im Ausland. Das Interesse Hitlers war die Destabilisierung der tschechoslowakischen Republik, die nach seiner Machtübernahme 1933 viele Emigranten aufgenommen hatte.

Die Sudetendeutschen lebten als Minderheit in einem ethnisch zersplitterten Land. Aber gleichwohl war die CSR ohne Zweifel ein demokratischer Rechtsstaat mit einer politischen Opposition, funktionierenden Medien und unabhängigen Gerichten.

Auf der anderen Seite der Grenze, in Deutschland, gab es schon 1935 nichts mehr davon: Die „nationalsozialistische Revolution“ hatte nach dem Brand im Reichstagsgebäude am Abend des 27. Februar 1933, mit dem die Nazis nichts zu tun gehabt hatten, den sie aber virtuos ausnutzten, die scheinbar stabilen Stützen der Weimarer Republik hinweggefegt: Rundfunk und Zeitungen wurden unter das Kommando von Joseph Goebbels gezwungen, die Gerichte in Rekordtempo auf Regierungslinie gebracht, die Opposition vertrieben oder eingesperrt.

All das wussten die wahlberechtigten Sudetendeutschen – und sie stimmten 1935 trotzdem zu zwei Dritteln für die SDP. Die sudetendeutschen Sozialdemokraten erreichten gerade einmal 17 Prozent, die Christlich-Konservativen nicht einmal zehn Prozent. Warum?

Der „starke Mann“ Hitler kam bei Sudetendeutschen an

Ein entscheidender Grund war die massive Propaganda, die Henleins SDP mit Unterstützung aus Deutschland betrieb. Kein Partei konnte annähernd so viele Kundgebungen veranstalten, vergleichbar viele Flugblätter und Broschüren verbreiten. Immer war der Tenor aggressiv, gerichtet gegen die tschechische Bevölkerungsmehrheit in der CSR, der systematische Unterdrückung der deutschen Minderheit vorgeworfen wurde.

Ähnlich wichtig war die Stimmung, die aus Deutschland hinüberschwappte. Der konfrontative Ton, den Hitler gegenüber fast allen Nachbarstaaten anschlug, brachte ihm Zustimmung: Endlich gab es einen „starker Mann“, der sich dem Klein-Klein des Völkerbundes und seiner komplizierten Regularien schlicht verweigerte. Der einfach ohne Rücksicht auf Verluste polemisierte und Verträge ignorierte. Der den Staat nach seinen Vorstellung umbaute – und damit offenbar Erfolg hatte.

Drittens spielte eine Rolle, dass sich die Lage der sudetendeutschen Minderheit in den vorangegangenen Jahren tatsächlich verschlechtert hatte. Die ländlich geprägten Regionen, in denen die meisten Sudetendeutschen lebten, hatten sich von der Weltwirtschaftskrise schlechter erholt als die ethnisch tschechischen und slowakischen Landesteile, in denen es moderne Industrien gab, etwa die großen Skoda-Werke oder den Maschinenbauer CKD.

Die Folge waren ökonomische Sorgen der Sudetendeutschen: Von den durchschnittlich 846.000 Arbeitslosen in der CSR 1936 gehörten 535.000 zur deutschen Minderheit. Die Integration der Minderheit in den Staatsapparat war rückläufig. Bis zur Gründung der CSR am Ende des Ersten Weltkrieges war der Staatsapparat der damals zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gehörenden Länder Böhmen und Mähren eindeutig von der deutschsprachigen Minderheit dominiert worden.

Ab 1919 gingen bis zu 60.000 Stellen im öffentlichen Dienst an tschechischsprachige Beamte. Im Rechtswesen und der öffentlichen Verwaltung hatten die Sudetendeutschen einen Anteil weit unter ihrer Quote in der Bevölkerung, und selbst im Erziehungswesen wurde dieser Schnitt nur knapp erreicht.

Ende der 20er-Jahre begann sich diese Verschiebung auszugleichen. Doch die politische Radikalisierung in Deutschland seit dem Erdrutschsieg der NSDAP 1930 mit einer Verachtfachung ihrer Stimmen führte zu einem Kurswechsel: Das Ungleichgewicht vergrößerte sich nun wieder.

Deutsche Konflikte auf tschechischem Territorium

Ab 1933 trugen aus Deutschland geflüchtete und vertriebene NS-Gegner die Konflikte aus ihrer Heimat in die CSR. Vielen Tschechen missfiel, dass ihr Land zunehmend als Basis der deutschen Opposition wahrgenommen wurde; sie wollten mit diesen Konflikten nicht zu tun haben.

Das war die Gemengelage, die am 19. Mai 1935 zu dem großen Wahlerfolg der SDP führte. Doch das genügte Konrad Henlein und seinem Mentor Hitler nicht. Getreu dem in „Mein Kampf“ gleich auf der ersten Textseite formulierten Anspruch „Gleiches Blut gehört in ein gemeinsames Reich“ verschärfte das Dritte Reich seine antitschechoslowakische Politik weiter.

Hitler wollte im Herbst 1938 deshalb sogar einen Krieg vom Zaun brechen, die Panzer der Wehrmacht standen bereit. Doch die Großmächte Frankreich und Großbritannien knickten ein und gestanden im Münchner Abkommen zu, dass die sudetendeutschen Gebiete dem Dritten Reich zugeschlagen wurden. Doch das befriedigte den Appetit des Diktators Hitler nicht, sondern bestärkte ihn nur in seinem konfrontativen Kurs. Die Folgen sind bekannt.

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Time am 17. April 2017

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1) https://www.welt.de/politik/deutschland/article163762926/Muessen-uns-extrem-um-Erdogan-Anhaenger-bemuehen.html
2) https://www.welt.de/geschichte/article163760246/Sudetendeutsche-lebten-in-Demokratie-und-waehlten-Hitler.html

Dies ist der Dritte Weltkrieg

26. August 2016

Terrorist

Von Amotz Asa-El, dem leitenden Berichterstatter der „Jerusalem Post“, brachte „Audiatur“ grundlegende Gedanken (1).

Dass dieser dabei auf den sogenannten „Islamismus“ deutet, wo doch jeder Kenner der Materie weiß, dass die Orkterroristen nur die Avantgarde einer homogenen Ideologie namens „Islam“ sind, kann dabei als strategisches Zugeständnis verbucht werden.

Jedem Klorankundigen und Verteidiger der offenen Gesellschaft ist tatsächlich bewusst, dass der Nazislahm vollständig dekonstruiert werden muss.

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Der strategische Verbündete des Islamismus: das Leugnen

“Man wird nie betrogen”, sagt Goethe, “man betrügt sich selbst”. Diese schmerzliche Wahrheit, die vielen in ihrem eigenen Leben schon begegnet ist, ist auch bei historischen Ereignissen am Werk – insbesondere bei Kriegen.

Jeder wusste, dass Hitler auf Krieg aus war, doch es musste erst der Einmarsch in Polen kommen, damit die Leute aufhörten, sich vorzumachen, dieser Krieg könne irgendwie abgewendet werden. Roosevelt wusste, dass Japan Absichten im Pazifik verfolgte, doch so richtig begriff er die Situation erst, als seine Schiffe in Pearl Harbor versenkt wurden. Und Stalin leugnete die nahende Operation Barbarossa noch, als man ihm Luftaufnahmen von Panzerdivisionen an seiner Grenze zeigte – ja, sogar dann noch, als die Panzer bereits in sein Reich eindrangen.

Heutzutage gibt es eine solche Geisteshaltung des Leugnens im Hinblick auf den Krieg des Islamismus gegen den Rest der Welt.

In seinem Streben nach globaler Herrschaft des Islam, wie es sie im Mittelalter gab, führt der Islamismus einen Krieg gegen die Welt und ahmt dabei Lenins und Hitlers Versuche nach, die ganze Welt ihrer jeweiligen Ideologie zu unterwerfen.

Gleichwohl sind die Waffen und Kriegsschauplätze des Islamismus neuartig.

Der Islamismus setzt keine Langstreckenbomber, Fallschirmjäger, U-Boote oder Kampfjets ein, und die Schlachtfelder, auf die er seine Feinde manövriert, sind keine verlassenen Orte wie El-Alamein oder die Midway-Inseln, sondern das genaue Gegenteil: Flughäfen, Bahnhöfe, Einkaufspassagen, Theater und andere urbane Einrichtungen, wo seine Truppen auf ein Minimum an Soldaten und ein Maximum an schutzlosen Zivilisten treffen.

Der Mangel an intensiven Gefechten und die Ausgedehntheit der Schlachtfelder sind die Gründe, warum viele Menschen leugnen, dass sie sich in einem Krieg befinden, ganz zu schweigen von einem Weltkrieg.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 bildete sich in den USA zwar auf vielfältige Weise ein Bewusstsein für den hereingebrochenen Krieg; und doch vermeidet es Präsident Barack Obama auch heute – 15 Jahre später und nachdem es von Kalifornien bis Florida grosse Terroranschläge gegeben hat – noch, den Islamismus als den Feind zu benennen, und beharrt darauf, dass der “Terror” der Feind sei. Es ist, als hätte man dem amerikanischen Volk 1944 gesagt, es stünde nicht im Krieg gegen den Faschismus, sondern gegen Kamikaze.

Dieser Unwille, die Dinge beim Namen zu nennen, ist den Israelis nur allzu gut bekannt.

Während der sieben Jahre zwischen der Unterzeichnung des Osloer Abkommens 1993 und dem Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2000 pflegten Politiker zu sagen, die israelischen Opfer palästinensischer Terroranschläge würden “dem Frieden geopfert”.

Wie alle Formen des Leugnens konnte das nur eine begrenzte Zeit funktionieren. Als die Israelis im letzten Jahrzehnt bei 138 Selbstmordanschlägen und Dutzenden von Schusswaffenangriffen mehr als tausend Todesopfer zu beklagen hatten, kamen die meisten von ihnen zu dem Schluss, dass die Toten nicht “dem Frieden geopfert” worden, sondern Opfer des Krieges waren. Und sobald das Volk begriffen hatte, dass es sich in einem Krieg befand, war der Sieg schon halb errungen.

Besonders augenfällig wurde dieser Geisteswandel während der Operation Schutzschild im Jahr 2002, als es einen Überschuss von Reservisten gab, die ihre Jobs und Familien zurückliessen, um sich freiwillig für den Angriff der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) auf die Terrornester in der Westbank zu melden. So gross war die Zahl derer, die sich zum Dienst an der Waffe meldeten, dass viele von ihnen wieder nach Hause geschickt werden mussten.

Derselbe mentale Wandel war in diesem Jahrzehnt bei der Reaktion auf Gazas Raketenangriffe auf israelische Städte zu beobachten. Die Einsicht, dass es sich um einen Krieg handelt, führte dazu, dass israelische Erfinder das Raketenabfangsystem Iron Dome produzierten, während Israels Soldaten in Gaza kämpften, mit der einhelligen Unterstützung der Heimatfront.

Derzeit herrscht weithin Einvernehmen darüber, dass Israel den Feind in die Enge getrieben hat, doch niemand gibt sich der Illusion hin, dass dieser Krieg zu Ende wäre; denn in diesem Krieg – das haben die Israelis im letzten Jahrzehnt erkannt – geht es nicht um Nationalismus, sondern um Islamismus: die Ideologie, die ebenso hinter den Selbstmordanschlägen der Hamas steht wie hinter der globalen islamistischen Bewegung.

Es stimmt: Auf den ersten Blick ist dieser Krieg kaum als Weltkrieg zu erkennen. Die Waffen sind andere, die Schauplätze sind andere und glücklicherweise kommt die Zahl der Opfer bei weitem nicht an die der vorangegangenen Weltkriege heran. Und doch ist es ein Weltkrieg, und zwar aus zwei Gründen:

Erstens, was das Ziel betrifft: dem Islamismus geht es um die ganze Welt. Zweitens ist dieser Krieg auch in seiner Ausdehnung ein globaler, sowohl geografisch als auch politisch.

Was die Geografie betrifft, so hat der Islamismus bereits fast überall zugeschlagen, von Buenos Aires über Peking, Ottawa und Bali bis nach Madrid, Nairobi, Moskau und Nizza. Politisch betrachtet schlägt der Islamismus im demokratischen Indien ebenso zu wie im autokratischen Ägypten; in der muslimischen Türkei ebenso wie im buddhistischen Thailand und auf den christlichen Philippinen.

Dass Europa den Feind erkennt, ist ein Prozess, der – wie im letzten Jahrzehnt in Israel – langsam, aber kontinuierlich voranschreitet.

In Frankreich sagte der Präsident François Hollande nach den Anschlägen vom Herbst 2015: “Frankreich ist im Krieg”; den Dschihadismus benannte er als den Feind. Für die Regierung bedeutete dies das Ende des Leugnens; für die Bevölkerung, die nach Einschätzung der Demoskopen bei den nächsten Wahlen mehrheitlich für entschlussfreudigere Alternativen stimmen wird, kam Hollandes Sinneswandel zu zaghaft und zu spät.

In Deutschland muss eine ähnliche Wende im Zuge der jüngsten islamistischen Anschläge im Land noch heranreifen – doch betrachtet man die in den letzten Wochen einbrechenden Umfragewerte für Bundeskanzlerin Angela Merkel, dann scheint die Erwartung der Öffentlichkeit klar zu sein.

Keine Frage: Das Ende des Leugnens bedeutet noch lange nicht den Beginn des Sieges.

Grosse Umstellungen in den Staatshaushalten und tiefgreifende Änderungen in den alltäglichen öffentlichen Abläufen müssen folgen. Die Stärke der Geheimdienste und Spezialeinheiten muss massiv ausgebaut werden, ebenso die Überwachungstechnologie und die Finanzkontrolle; stetige und unerschrockene präventive Schläge sind erforderlich, dazu ein unmissverständliches und zügiges juristisches Handeln.

Gleichzeitig müssen die vielen Feinde des Islamismus den Austausch von Geheimdienstinformationen intensivieren, zudem müssen Anstrengungen zur Aufklärung unternommen werden, um zukünftigen Islamisten klarzumachen, dass ihre Sache zutiefst verwerflich ist; dass die islamistischen Gehirnwäscher sie nicht näher zu Gott bringen, sondern zu einem Krieg gegen seine Schöpfung – und dass die Zivilisation den Islamismus ebenso besiegen wird, wie sie den Kommunismus und den Faschismus besiegt hat.

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Time am 26. August 2016

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1) http://www.audiatur-online.ch/2016/08/24/der-strategische-verbuendete-des-islamismus-das-leugnen/

Das Bild zum Sonntag

13. August 2016

HitlerErdogan

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Time am 13. August 2016

Tag für Tag

18. April 2016

Lahore

In Lahore wurden am 27. März von einem mohammedanistischen Avantgardisten 75 Menschen vor allem christlichger Religion ermordet, unter ihnen waren 35 Kinder.

Den Orks und ihren Lakaien geht mit der islamkritischen Ausrichtung der AfD der Ars*h auf Grundeis. Unsinnigerweise wird die Partei als „faschistisch“ denunziert, während für jedermann offensichtlich außer Khorchide, Kalisch und Co. so gut wie alle Mohammedanisten eine nationalsozialistische, kollektivistische Gesellschaft nach der Scharia und dem Führerprinzip präferieren. Als besten Menschen aller Zeiten verehrt man einen Menschen, der auf dem persönlichen Schuldkonto unabhängig von seiner Schreibtischtäterschaft erheblich mehr Verbrechen, Abartigkeiten und Grausamkeiten aufzuweisen hat als Adolf Hitler: Sein Name ist Klo H. Metzel. Der Nazislahm beinhaltet die Grundprinzipien von Bolschewismus und Nationalsozialismus.

Leider kippen schon jetzt die ersten Dimmi-Schleimer in der AfD um. Die „FAZ“ (1):

„Die AfD wird heftig für ihre Angriffe gegen den Islam angegriffen. Führende Parteifunktionäre reagieren gegenüber der F.A.Z. mit Unverständnis. Andere distanzieren sich vom Moscheenverbot, das Vize-Chef Gauland vorgeschlagen hat.“

Wirklich nur noch peinlich ist die durch die Wirklichkeit des realen Mohammedanismus Tag für Tag widerlegte Behauptung, diese satanische Ideologie sein mit den Prinzipien von Demokratie und offener Gesellschaft vereinbar. Lesen Sie einen demagogischen Lügentext der orkischen Propagandaseite „IslamiQ“ (2).

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AfD stößt auf heftige Kritik

Die AfD kündigte an, mehr islamkritische Elemente in ihr neues Parteiprogramm aufzunehmen. Muslime und politische Parteien zeigen sich empört darüber.

Mit heftiger Kritik reagieren muslimische Vertreter andere Parteien auf die angekündigte Verschärfung des islamkritischen Kurses der Alternativen für Deutschland (AfD).

Torkei

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland wehrt sich gegen die Thesen der rechtspopulistischen AfD und bejahte die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie. „Der Islam beinhaltet die Grundprinzipien des Christen- und des Judentums und ist mit dem Grundgesetz genauso vereinbar wie diese Religionen“, sagte Nurhan Soykan, Sprecherin des Zentralrats in Köln am Sonntag.

Belgien

Soykan betonte, der Islam schreibe keine bestimmte Staatsform vor. „Die Demokratie ist islamkonform“, bekräftigte sie. Die AfD betreibe nichts anderes als Populismus, um die Gesellschaft zu spalten. „Die Muslime in Deutschland haben den Radikalen bisher gut die Stirn geboten und werden dies auch weiterhin tun – genauso, wie sie der AfD die Stirn bieten werden“, so Soykan

Libanon

Der Vorsitzende des ZMD, Aiman Mazyek kritisiert, die Partei schwimme auf einer Welle der Islamfeindlichkeit und dagegen sei Aufklärung jetzt das Wichtigste.

Politiker wie Beatrix von Storch oder Alexander Gauland wollten eine andere Republik, kritisierte der Zentralrats-Vorsitzende: „Die AfD will eben nicht die freiheitlich-demokratische Grundordnung – sie will sie letztendlich abschaffen. Deshalb ist das, was sie jetzt fordert, nicht ein Islam-Diskurs, sondern das ist grundgesetzwidrig.“

Sudan

Der Vorsitzende des Islamrats Deutschland Burhan Kesici wirft der AfD vor durch solche populistischen Thesen mit den Ängsten der Menschen zu spielen. „Ich glaube, dass die AfD einfach mit den Ängsten der Menschen spielt. Wir haben im letzten Jahr die Flüchtlingswelle gehabt, wir haben große Arbeitslosigkeit, wir haben andere Probleme, und ich glaube, dass man jetzt auch mit dem Islam versucht, zu punkten und ein neues Wählerklientel zu bekommen“, so Kesici.

Parteien reagieren empört

Vertreter der veschiedenen politischen Parteien distanzieren sich deutlich vom Islam-Diskurs der AfD und zeigen sich empört über ihre populistischen Thesen. „Die AfD radikalisiert sich immer mehr. Ihre Positionen zum Islam zeugen von extremistischem Denken, das mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist“, sagte Franz Josef Jung, Beauftragter der Unionsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften. Mit ihren Thesen diffamiere die AfD „pauschal einen ganzen Glauben“.Sie versuche „den Glauben von Millionen Menschen in Misskredit zu bringen“.

Israel

Nach Ansicht der SPD-Beauftragten für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Kerstin Griese, schürt die AfD „auf hochgefährliche Weise haltlose Vorurteile“. Selbstverständlich gebe es „einen Islam, der sich ans Grundgesetz hält“. Praktiziert werde dieser von „weit mehr als 90 Prozent der hier lebenden Muslime“. Man dürfe nicht aus der Existenz „von einigen extremistischen Gruppen auf eine ganze Religion schließen“. Die von der AfD geforderten Einschränkungen muslimischer Religionspraxis hält Griese für verfassungswidrig, denn „die Glaubensfreiheit ist Bestandteil des Grundgesetzes“.

Indonesien

Die religionspolitische Sprecherin der Linken, Christine Buchholz, warf der AfD vor, mit „Islamhass“ das gesellschaftliche Klima zu vergiften und „Rassismus gegen Muslime“ zu schüren. Die AfD, so Buchholz, „wirft geistige Brandsätze und ist so mitverantwortlich für die steigende Zahl an islamfeindlichen Übergriffen und Anschlägen auf Flüchtlingsheime“.

Iran

„Die AfD betreibt billigen und gefährlichen Populismus zugleich“, sagte Rainer Schmeltzer, NRW-Minister für Arbeit und Integration. „Wir dürfen nicht zulassen, dass einzelne Gruppen der Bevölkerung gegen andere ausgespielt werden.“

Ägypten

Führende Politiker der AfD hatten am Sonntag angekündigt, eine deutlich islamkritische Politik zu einem Schwerpunkt ihres Parteiprogramms machen zu wollen. „Der Islam ist an sich eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist“, hatte die stellvertretende Parteivorsitzende und Europaabgeordnete Beatrix von Storch gesagt.

Lucke

Ähnlich hatte sich der AfD-Fraktionschef im Brandenburger Landtag und ebenfalls stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland geäußert und vor einer „Islamisierung Deutschlands“ gewarnt: „Viele Muslime gehören zu Deutschland, aber der Islam gehört nicht zu Deutschland.“

Senocak

Auf ihrem Parteitag in zwei Wochen in Stuttgart will die AfD ihr erstes Parteiprogramm beschließen. Dabei soll es auch darum gehen, Symbole des Islams aus der Öffentlichkeit zu verbannen. „Wir sind für ein Verbot von Minaretten, von Muezzins und für ein Verbot der Vollverschleierung“, erklärte von Storch. Den Bau und den Betrieb von Moscheen sowie Beschneidungen wolle man dagegen nicht verbieten.

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Time am 18. April 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-politiker-distanzieren-sich-von-anti-islam-kurs-14185441.html
2) http://www.islamiq.de/2016/04/18/afd-stoesst-mit-anti-islam-thesen-auf-heftige-kritik/