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Mythos Andalusien (#2)

8. Juli 2020

Von Andreas Kilb erschien bei „FAZ.NET“ ein lesenswerter Beitrag (1).

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Spanien unter dem Islam

Damals war religiöse Toleranz Familiensache

Achthundert Jahre aus der Vogelperspektive: Brian A. Catlos erzählt die Geschichte von Al-Andalus im Stil einer Streaming-Serie und dekonstruiert die Mythen der Reconquista und ihrer Feinde.

Al-Andalus, das islamische Spanien, ist ein Kampfplatz der Geschichtswissenschaft. Während es die einen als Hort religiöser Toleranz und kultureller Hochblüte preisen, betonen die anderen seine Rolle als Motor des afrikanisch-muslimischen Sklavenhandels und seine ideologische Verhärtung unter der Herrschaft von Almoraviden und Almohaden. Der Ton der Debatte hat sich zusätzlich verschärft, seit die ideologischen Vordenker von Al Qaida und IS die Rückeroberung von Al-Andalus auf ihre Fahnen geschrieben haben. Die Frage, ob das Kalifat von Córdoba eine höhere Zivilisationsstufe erreicht hatte als seine christlichen Widersacher, ist für manche Historiker zur Glaubensfrage geworden. Das west-östliche Duell der Kulturen, zurückgespiegelt ins Mittelalter, findet zwischen Buchdeckeln statt.

Der amerikanische Religionswissenschaftler Brian A. Catlos will dagegen zeigen, dass der andalusische Kulturkampf „auch eine Geschichte von Allianzen und Freundschaften“ war: zwischen Königen, Kalifen, Grafen und Emiren wie zwischen Gelehrten, Künstlern und einfachen Leuten. Um das zu beweisen, fährt er die gesamte knapp achthundertjährige Biographie von Al-Andalus mit dem historischen Kameraauge ab, oft aus der Vogel-, seltener aus der Straßenperspektive. Sie haben alle ihren Auftritt, der Eroberer Tarik ebenso wie Boabdil, der letzte Emir von Granada, die Geistesgrößen Ibn Ruschd, Ibn Wafid und Abulcasis, der Feldherr Almansor und der unvermeidliche Cid.

Der Vorteil dieser linearen, mit Karten und Illustrationen unterlegten Erzählweise liegt darin, dass sich die einzelnen Lebensphasen von Al-Andalus wie Episoden einer Streaming-Serie nacheinander abspulen: die frühe Expansion, die ersten Omajjaden, das Kalifat, die Taifa-Reiche, die almoravidische Restauration, das Emirat von Granada, sein Ende und die Vertreibung des Islams aus Spanien. Andererseits erfährt man zu wenig über die historischen Prozesse und Strukturen, die diese Epochen miteinander verklammern.

Die Clans kämpften für ihre Privatinteressen

Offenbar war der westgotische Adel, der die iberische Halbinsel bis 711 beherrschte, rasch zur Kollaboration mit den Invasoren bereit; warum leistete er, anders als die hispanische Kirche, nicht mehr Widerstand? Und warum fiel es den Muslimen umgekehrt so leicht, Christen und Juden in ihr Herrschaftssystem einzubinden? Abd ar-Rahman III., der erste Kalif von Córdoba, war Enkel einer baskischen Prinzessin und Sohn einer christlichen Konkubine. Um mit seiner hellen Haut und den blauen Augen arabischer zu wirken, färbte er seinen Bart schwarz. Toleranz war für seinesgleichen nicht nur Staatsräson, sondern Familiensache.

Ein Grund für diese Familiarität zwischen Alteingesessenen und Eroberern könnte in der Strukturähnlichkeit ihrer Sozialbeziehungen liegen. Goten, Araber und Berber waren in Clanverbänden organisiert. Einer dieser Clans, die Banu Qasi, stammte von einem zum Islam konvertierten römisch-gotischen Adligen namens Cassius ab. Bis zum späten zehnten Jahrhundert bildete das Territorium der Banu Qasi einen Puffer zwischen den christlichen Königen von Pamplona und den Emiren von Saragossa; eine der Niederlagen, welche die Heere der Franken regelmäßig bei Roncesvalles kassierten, geht auf ihr Konto. Ein anderer, arabischstämmiger Clan, die Banu Sarradsch, rivalisierte im fünfzehnten Jahrhundert mit den herrschenden Nasriden um die Macht im Emirat von Granada. Keiner der beiden Sippen wäre es eingefallen, für übergeordnete Ziele Krieg zu führen: Sie kämpften für ihre Privatinteressen im Rahmen der politischen Großwetterlage.

Heiratsallianzen waren kein taugliches Mittel der Politik

Anders lagen die Dinge in den städtischen Zentren am Guadalquivir und besonders in der Hauptstadt Córdoba. Hier regierte seit 756 der letzte überlebende Zweig der alten Kalifensippe der Omajjaden über ein zunehmend stabiles und durch den Import von orientalischer Gelehrsamkeit und Alltagskultur auch zivilisatorisch hochentwickeltes Machtgefüge. Im Jahr 929 nahm Abd ar-Rahman III. angesichts der schwindenden Macht der Kalifen in Bagdad selbst deren Titel an. Aber schon unter seinem Enkel Hischam zerfiel das Kalifat in ein Dutzend Kleinstaaten, die Taifa-Reiche.

Ein Grund dafür lag darin, dass es Hischams erfolgreichem Feldherrn und Kämmerer al-Mansur nicht gelungen war, den schwachen Kalifen vom Thron zu stoßen und eine neue Dynastie zu begründen. In Konstantinopel hatte kurz zuvor der Flottenadmiral Romanos Lakapenos durch Verheiratung seiner Tochter mit dem minderjährigen Kaiser die Macht an sich gerissen und das byzantinische Reich vor dem Ansturm der Bulgaren bewahrt. In Córdoba waren Heiratsallianzen dagegen kein taugliches Mittel der Politik, weil der Harem des Herrschers zwar unbegrenzt aufnahmefähig, aber zur Herstellung von Legitimität kaum imstande war. Das Kalifat implodierte, weil es sich nicht weiterentwickeln konnte. Dazu kam, dass seine Eliten den Heeresdienst an Sklaven- und Söldnerverbände abgetreten hatten. Al-Mansur ersetzte sie durch nordafrikanische Berber. Nach seinem Tod plünderte eine Berberarmee die wehrlose Hauptstadt.

Catlos’ Überblicksdarstellung legt solche strukturellen Betrachtungen nahe, ohne sie selbst anzustellen. Stattdessen richtet der Autor sein Augenmerk darauf, die Mythen zu dekonstruieren, mit denen das historische Geschehen im Nachhinein eingefärbt wurde. Die Reconquista, die „Rückeroberung“ Spaniens durch die Christen, wurde erst zum Begriff, als deren Kleinkönigreiche vom elften Jahrhundert an militärisch die Oberhand gewannen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Thema der religiösen Toleranz im spanischen Islam, über deren Ausmaß sich Edward Said und Bernard Lewis zerstritten haben. Auch hier gilt, dass das politische Interesse der weltanschaulichen Rechtfertigung vorausging. Im neunten Jahrhundert etwa konnten es sich die Emire von Córdoba leisten, die christliche Märtyrerbewegung in ihrem Reich durch relativ milde Zwangsmaßnahmen zu ersticken. In der Taifa-Zeit hingegen verminderte sich mit den Handlungsspielräumen der Machthaber auch deren Duldungsbereitschaft. Dennoch war das Massaker von 1066 an den Juden von Granada kein ethnisches Pogrom, sondern der Höhepunkt eines Machtkampfs zwischen den Anhängern des jüdischen Wesirs Joseph ibn Naghrela und der Berberdynastie der Ziriden. Zu Massenmorden an Juden wie in Mitteleuropa vor dem Ersten Kreuzzug oder beim Ausbruch der Pestepidemie von 1349 ist es in Al-Andalus nie gekommen: Dieser Vernichtungswille war eine Spezialität des Christentums.

Der Phantomschmerz über den Untergang der andalusischen Sonne, den manche muslimische Intellektuelle pflegen, erhält durch diesen Band wenig Nahrung: dafür ist der Ton, den es anschlägt, bei allem Überschwang im Detail zu nüchtern, seine Perspektive auf die Ereignisse zu illusionslos. In der Reconquista, zeigt Catlos, siegte nicht die bessere, sondern die besser organisierte, militärisch überlegene und ideologisch gefestigte Seite über eine durch Clan-Fehden und religiöse Streitigkeiten geschwächte islamische Gesellschaft. Den Kulturkampf um Al-Andalus wird Brian Catlos mit seinem Buch vermutlich nicht befrieden können. Aber vielleicht macht die Lektüre es ein wenig leichter, sich auf gemeinsame Spielregeln zu einigen.

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Time am 8. Juli 2020

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1) https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/al-andalus-eine-geschichte-der-muslime-in-spanien-16834137.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Der Kern ist der Kloran

7. Oktober 2012

Uups! Dieses Kloranpapier könnte Sie beschmutzen!

Hauptaufgabe des Counterjihad ist m.E. die Textanalyse. Es geht darum, Hadithe, Sira, Fatwas und insbesondere den Kloran zu lesen, die Texte zu analysieren, zu interpretieren, in Beziehung zueinander aber auch zum konkreten Verhalten der Mohammedanisten zu setzen, zu bewerten und ggf. Handlungen vorzuschlagen.

In diesem Sinn ist die Arbeit Dr. Sinas z.B., der bei seinen Betrachtungen von der Historizität eines Psychopathen Klo H. Metzel ausgeht, und die Eigenartigkeit des Mohammedanismus in dessen kranker Psyche verortet, zwar notwendig und wichtig, aber der Kern bleibt der Kloran bzw. sein Inhalt. Was steht da drin? Hilft es den Menschen oder schadet es ihnen? Meine Ansicht ist klar: Das ist ein abgrundtief böser und giftiger Text. Von der Sira, die noch klarer bösartig ist, den Hadithen, die zudem irrwitzig läppisch sind und den Fatwas, die die größte Dokumentation von Anmaßung und Narzissmus der Menschheit darstellen, will ich hier gar nicht reden.

Auch die Arbeit der Ohlig-Gruppe (1), die den Mohammedanismus als Auftragsarbeit der Herrscher der expandierenden Araber erklärt, war für mich bahnbrechend und sensationell, gleichwohl bleibt der Kern meiner Kritik am Mohammedanismus die Bösartigkeit und evidente Geisteskrankheit des Klorans.

Auf den Forschungen der Ohlig-Gruppe scheint übrigens ein Buch des britischen Schriftstellers Tom Holland zu beruhen (2), über das Andreas Kilb in der gestrigen FAZ berichtete („Im Schatten des Schwertes – Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreiches“, Klett-Cotta, Stuttgart 2012, 29,95 Euro).

Offenbar geht Holland auf den Inhalt des Kloran dabei nicht oder nur am Rande ein, so dass es für Herrn Kilb möglich wird, Folgendes zu formulieren:

„Der Islam begann als Kriegerbekenntnis, aber er wurde zur Weltmacht, weil er wie sein großer Konkurrent, das Christentum, die Sehnsüchte der Unterdrückten und Entrechteten in sich aufnahm.“

Sicher haben viele Unterdrückte und Entrechtete die Sehnsucht, einmal selbst Krieger oder sogar Chef zu sein und es dann der ganzen Welt heimzuzahlen, und genau dafür ist der Kloran, der mutmaßlich von einer mutmaßlichen Vollwaise verfasst wurde, die Vorlage. Den „barmherzigen Samariter“, den „verlorenen Sohn“ oder „Jakobs Versöhnung mit Esau“ findet man dort jedoch nicht, und Konstruktionen wie „… wie das Christentum…“ zeigen, dass der, der sie äußert, einer Lüge der Mohammedanisten aufgesessen ist.  

Dass es den Orks nicht passt, dass man ihre Texte liest, anstatt sich davor niederzuwerfen, versteht sich. Eine Filmausstrahlung über das Buch wurde auf ihren Druck hin abgesetzt (3), wie Kybeline am 12. September berichtete:

„Aufgrund massiver Drohungen gegen den Autor hat der britische Sender Channel 4 eine Dokumentation über die Geschichte des Islam vom Programm abgesetzt. Nach einer Sicherheitsabwägung habe man sich entschlossen, den Beitrag ‚Islam: The Untold Story’ anders als geplant nicht am Donnerstag zu wiederholen, erklärte eine Sprecherin des Senders laut der britischen Zeitung ‚Daily Telegraph’ (Onlineausgabe Dienstag). Die Sendung sei aber noch in der Mediathek abrufbar. Nach Angaben der Zeitung waren nach der Erstausstrahlung mehr als 1.000 Beschwerden über den Autor Tom Holland eingegangen. Der Historiker sei auf Twitter mit Drohbotschaften überschüttet worden. Holland hatte in seiner TV-Dokumentation über die Ursprünge des Islam unter anderem die Auffassung dargelegt, über den Propheten Mohammed gebe es kaum zeitgenössische Zeugnisse. Auch habe sich die Lehre des Islam über viele Jahre entwickelt, statt mit dem Koran auf einen Schlag in Erscheinung zu treten.“

Lesen Sie jetzt die Rezension von Andreas Kilb.

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Wie der Himmel Mohammeds auf die Erde kam

Vom Aufstieg einer Weltmacht: Tom Holland sucht nach der historischen Wahrheit hinter den Erzählungen vom Ursprung des Islam.

Im Jahr 679 besucht der westfränkische Kleriker Arculf die heiligen Stätten in Jerusalem. Seit mehr als vierzig Jahren wird die Stadt von den arabischen Eroberern regiert, aber die Monumente des Christentums, allen voran die Grabeskirche Konstantins, stehen noch in altem Glanz da. Auch die Münzen tragen christliches Gepräge, und die Reisedokumente sind auf Griechisch verfasst. Nur auf dem ehemals brachliegenden Tempelberg regt sich neues religiöses Leben. Die „Sarazenen“, berichtet Arculf, hätten dort „ein viereckiges Gebetshaus“ errichtet. Allerdings sei der Bau „ziemlich grob“ geraten: „einfache Bretter senkrecht aufgestellt, und große Querbalken darübergelegt“. Man kann sich freundlichere Urteile über die Architektur des frühen Islam vorstellen.

Für den englischen Autor Tom Holland aber ist Arculfs Reisebericht von unschätzbarem Wert. Denn er fällt genau in die Epoche, von der Holland in seiner Studie über Mohammed und die Ursprünge des Islam erzählen will, die Zeit, in der sich das Bekenntnis der Muslime von einer Stammes- zur Weltreligion wandelte. Und er fasst zugleich metaphorisch knapp zusammen, was Holland auf gut vierhundert Seiten erläutert: dass der Islam auf den Scherben und Brachflächen dreier anderer, älterer Religionen, der jüdischen, christlichen und zoroastrischen, emporwuchs; und dass die Bretter und Balken, die seine historische Überlieferung stützen, wissenschaftlich gesehen aus ziemlich grobem, teilweise gar faulem Holz bestehen.

Letzteres ist unter Islam-Forschern, zumal westlicher Provenienz, seit langem bekannt. Aber für den religionsgeschichtlichen Laien gibt es doch einiges zum Staunen, wenn er etwa bei Holland liest, dass der Name der Stadt Mekka im heiligen Buch der Muslime, dem Koran, nur ein einziges Mal und in außerislamischen Quellen erst mehr als hundert Jahre nach dem Tod Mohammeds auftaucht; dass der Verfasser der frühesten überlieferten Mohammed-Biographie, der im neunten Jahrhundert in Ägypten lebende Ibn Hischam, aus dem verlorenen Urtext seines Vorgängers Ibn Ischak alles getilgt haben will, was ihm „schändlich“, „verletzend“ oder sonstwie überflüssig erschien; oder dass von den abertausend Hadithen, den durch ebenso viele „Gewährsmänner“ überlieferten Aussprüchen und Taten des Propheten, noch kein einziges einer quellenkritischen Prüfung standgehalten hat.

Wer sich in die wissenschaftliche Diskussion zu Mohammed und seinen Lehren vertiefe, der fühle sich, seufzt Holland, als wollte er „in einem Spiegelkabinett ein Trompe-l’œil-Gemälde studieren“. Ebendieses Gemälde will Holland nachzeichnen. Dass er dabei mangels ergiebiger Quellen oft zu Spekulationen greifen muss, ist ihm schmerzlich bewusst. Dennoch hält er am Ziel fest, die Geschichte des Islam mit Hilfe außerislamischer Zeugnisse so zu rekonstruieren, dass sie einen „erzählerischen Verlauf“, sprich: eine halbwegs plausible Dramaturgie ergibt.

Man kann dieses Buch also auf zweierlei Weisen lesen: als populärwissenschaftliche Aufbereitung des aktuellen Forschungsstands in der Islamistik und als abenteuerliche Erzählung vom Ursprung des arabischen Weltreichs und seiner Religion. Wie schon in seinen Büchern über das Rom Cäsars („Rubicon“), den griechischen Freiheitskampf gegen die Perser („Persisches Feuer“) und die Welt des Hochmittelalters („Millennium“) versucht Holland durch die Überlieferung hindurch auf den Geist der Epoche zu blicken. Dabei kommt ihm der Umstand gelegen, dass die historische und die religionswissenschaftliche Erforschung der Jahrhunderte zwischen der Taufe Konstantins des Großen und der Gründung von Bagdad bisher weitgehend isoliert nebeneinander herliefen. Holland bringt sie nun zusammen: die äußere Geschichte der Kriege zwischen dem römischen und dem persischen Großreich bis hin zu den dramatischen Entscheidungen des siebten Jahrhunderts – und die innere Geschichte des Ringens der Erlösungsreligionen und ihrer Priester, der Bischöfe, Rabbis und Mowbeds, um die Herzen der Gläubigen und die Alleinherrschaft im Reich der Transzendenz.

Aus beidem, aus dem irdischen wie dem himmlischen Konflikt, gingen die Kräfte hervor, die sich im Islam zu revolutionärer Wirkung verbanden. Seit dem frühen sechsten Jahrhundert mussten die durch Thronwirren, Pestepidemien und Sektenwesen geschwächten Reiche der Oströmer und Perser zur Sicherung ihrer Grenzen immer stärker auf das kriegerische Potential der Araberstämme zurückgreifen. Die Quraysh, die späteren Verbündeten Mohammeds, deren Namen auf das altsyrische Wort „Qarisha“, „Bund“, verweist, wurden auf diese Weise vermögend; viele ihrer Mitglieder, darunter die Sippe der Umayyaden, erwarben Grundbesitz im Grenzland. Als im Vernichtungskrieg zwischen dem Kaiser Herakleios und dem Perserkönig Chosrau die Ordnung des Nahen Ostens zerfiel, verloren diese Föderaten, ähnlich den Goten und Franken im Weströmischen Reich, ihre Pfründen und wurden zur kritischen Masse zwischen den Großmächten.

Zur selben Zeit erreichte der jahrhundertealte jüdisch-christliche Glaubenskampf einen Höhepunkt. Herakleios krönte die Wiedereroberung Jerusalems mit einem Erlass zur Zwangstaufe der Juden. Es war das gleiche Jahr, in dem der Prophet Mohammed und seine früheren Gegner, darunter einige mächtige jüdische Stämme, in der Stadt Jathrib, später Medina, einen Vertrag schlossen, der sie unter einem einzigen Banner versammelte. Zwei Jahre später, im Todesjahr Mohammeds, begannen die Angriffe auf das Gebiet der Perser und Römer. Binnen zehn Jahren fielen Syrien, Palästina, Ägypten und das Zweistromland in muslimische Hand.

Aber waren die Eroberer schon „Muslime“ im heutigen Sinn? Muawija beispielsweise, der erste Umayyadenkalif, betete noch auf Golgotha, ließ Kirchen wieder aufbauen und schmückte Badehäuser mit Kreuzzeichen. Erst sein Nachfolger Abd al-Malik, unter dem auch der Koran erstmals kodifiziert und Mekka mit einer prachtvollen Moschee ausgestattet wurde, schmückte den Felsendom in Jerusalem mit antichristlichen Parolen. Die Münzprägung, der Schriftverkehr und das Steuerrecht wurden unter den Umayyaden schrittweise islamisiert. Dabei untergrub der politische Erfolg des neuen Glaubens zugleich seine Exklusivität. Mit den von ihnen unterworfenen Völkern und den zahllosen Kriegsgefangenen, die auf den Sklavenmärkten des Nahen Ostens verkauft wurden, hatten sich die Araber eine Klientel ins Haus geholt, die ebenso wie sie nach Erlösung durch Allah und seinen Propheten dürstete. Und aus den theologischen Schulen der Juden und Christen im Nordirak sickerten diskursgeübte Konvertiten in die Moscheen ein, wo sie in Gestalt der Ulama, der Rechtsgelehrten, alsbald die Deutungshoheit über Religions- und Lebensfragen übernahmen. Der Islam begann als Kriegerbekenntnis, aber er wurde zur Weltmacht, weil er wie sein großer Konkurrent, das Christentum, die Sehnsüchte der Unterdrückten und Entrechteten in sich aufnahm.

An diesem schwungvollen Buch kann man im Detail manches aussetzen, besonders da, wo es seinen Schwung überzieht und die frühbyzantinische und die persisch-sassanidische Geschichte im Stil einer Seifenoper zusammenfasst. Aber der Kern von Hollands Erzählung stimmt. Er handelt davon, dass die Offenbarungen der großen Buchreligionen nicht nur vom Himmel, sondern auch aus der Erde kommen, aus dem historischen Boden und den metaphysischen Hoffnungen ihrer Entstehungszeit. Die cleveren Siegelbewahrer und Ausdeuter der heiligen Schriften, die Kirchenväter, Rabbis und Ulamas, haben das immer gewusst; aber sie haben wohlweislich sich davor gehütet, ihr Wissen der Nachwelt weiterzugeben. Die Aufgabe des Historikers liegt darin, es wieder auszugraben. Das ist Tom Holland gelungen.

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Time am 7. Oktober 2012

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/28/die-ohlig-gruppe/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Holland_(Schriftsteller)
3) http://www.kybeline.com/2012/09/12/grosbritannien-muslime-verhindern-filmausstrahlung/#more-37970

Opfer der Deutschen fotogener

11. Mai 2010

Andreas Kilb berichtete in der gestrigen FAZ von einer Fotoausstellung in der Galerie „Kunstraum“ in Potsdam, die Bilder von Hinterbliebenen des Bombenangriffs auf zwei von den Taliban entführte Tanklaster zeigt. Kilb schreibt (1):

„Ebendies ist der Pferdefuß dieser Ausstellung: Sie ersetzt ein Feindklischee durch ein Freundklischee. Die Taliban, liest man in Christoph Reuters Katalogaufsatz, haben in der Provinz Chardara, aus der sämtliche Opfer des Bombardements stammten, einen starken Rückhalt in der Bevölkerung; auf Mettelsiefens Fotos und in den Begleittexten haben sie ihn nicht. Hat niemand unter den Dorfleuten gewusst, wer die Tanklaster entführt hatte? Und warum kommen die Toten alle aus denselben fünf Orten, während andere, ebenso nah an der Furt im Fluss gelegene Dörfer keine Opfer zu verzeichnen haben? Bei der Entführung der Tanklaster erschossen die Taliban einen der beiden Fahrer; warum fehlt sein Bild in der Ausstellung? Zudem zeigen die Aufnahmen ausschließlich Hinterbliebene männlichen Geschlechts. Hatten die Toten keine Schwestern, Mütter und Großmütter?

So lässt die Ausstellung viele Fragen offen, ohne deren Beantwortung auch die visuellen Dokumente kein vollständiges Bild ergeben. Im Begleitband, der allemal zu empfehlen ist, bemüht sich Christoph Reuter um eine abwägende, historisch informierte Deutung der Ereignisse in Kundus. Die Fotos aber sprechen eine andere Sprache. Sie laden zur Identifikation mit den Trauernden und ihren toten Angehörigen ein. Ihr Pathos macht es dem Betrachter zu einfach.“

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Über Opfer anderer Art, nämlich die Opfer der Taliban, berichtete Friederike Böge in der FAZ ebenfalls gestern:

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Protest in Kabul gegen Taliban-Versöhnungspolitik

Konferenz von Menschenrechtlern und Opferverbänden
Karzai reist nach Washington

Drei Wochen vor der geplanten Friedenskonferenz in Kabul haben Opferverbände und Menschenrechtler die Versöhnungspolitik der afghanischen Regierung scharf kritisiert. Die Opfer der Taliban und der vorherigen Regime würden ignoriert, sagte der stellvertretende Leiter der afghanischen Menschenrechtskommission, Nadir Nadery. „Mit dieser Veranstaltung wollen wir die Regierung daran erinnern, dass Versöhnung nicht durch Verhandlungen hinter verschlossenen Türen erreicht werden kann.“ An dem Treffen nahmen Dutzende von Kriegsopfern und Angehörigen teil, um ihre Leidensgeschichten öffentlich zu erzählen. Solche Auftritte von Opfern sind in Afghanistan äußerst selten, da viele der Täter heute hohe Posten in der Regierung Karzai bekleiden. „Die Regierung hat kein Recht, den Tätern Straffreiheit zu gewähren“, sagte einer der Überlebenden.

Präsident Hamid Karzai wird am Dienstag zu einem mehrtägigen Besuch in Washington erwartet, am Mittwoch will er mit Präsident Barack Obama zusammenkommen. Nach Informationen der britischen Zeitung „Guardian“ will Karzai mit Obama auch über eine mögliche Amnestie für Taliban-Führer sprechen. Demnach soll ihnen ein Leben im Exil im Gegenzug für einen Friedenspakt angeboten werden. Anschließend solle der Plan auf der Friedenskonferenz am 29. Mai vor Hunderten von Stammesführern vorgestellt werden. Zudem plant die Regierung ein Reintegrationsprogramm für einfache Kämpfer und Kommandeure. Sie sollen Ausbildungen und Arbeitsplätze bekommen, wenn sie ihre Waffen niederlegen. Die Opferverbände forderten dagegen, dass das Leid, das die Zivilbevölkerung in den vergangenen 30 Kriegsjahren erlitten hat, von der Regierung anerkannt werden müsse.

Viele Teilnehmer hatten Tränen in den Augen, als Betroffene berichteten, wie sie gefoltert wurden oder den Tod von Angehörigen mit ansehen mussten. Ihr Mann sei während der Talibanherrschaft inhaftiert worden und leide seither unter schweren psychischen Störungen, rief eine Frau im Rhythmus eines Klageliedes. Da ihr Mann für unzurechnungsfähig erklärt worden sei, habe sie das Besitzrecht auf ihr Haus verloren. Ein Milizenführer habe es vor Gericht zugesprochen bekommen, nachdem er den Richter bestochen habe. Sie habe sich Hilfe suchend an zahlreiche Regierungsstellen gewandt, sei jedoch nirgends erhört worden. „Die Regierung Karzai hat mein Herz gebrochen“, rief die Frau.

Erstmals traten Opfer der sowjetischen Besatzung, des Bürgerkriegs und der Talibanherrschaft gemeinsam auf. Viele der Redner betonten, dass das erfahrene Leid sie verbinde. Damit traten sie Befürchtungen entgegen, dass eine Auseinandersetzung mit dem Bürgerkrieg Hass und ethnische Spannungen weiter anheizen könnte. „Auch die Täter kamen aus allen Volksgruppen und allen Teilen des Landes“, sagte ein Folteropfer. Ein anderer sagte: „Wenn wir diese Wunden nicht behandeln, werden sie nur weitere Gewalt hervorbringen.“

Angehörige sagten, neben einer Bestrafung der Täter gehe es ihnen vor allem darum, Gewissheit darüber zu erlangen, wo, warum und von wem ihre Verwandten getötet worden seien. In den vergangenen Jahren waren zahlreiche Massengräber im Land entdeckt worden. Wegen fehlender forensischer Spezialisten war eine Identifizierung der Opfer bislang jedoch schwierig. Ein Mann berichtete, wie er drei Jahre lang persönlich recherchiert habe, wie sein Sohn von den Taliban getötet worden sei. Unter anderem habe seine Tochter sich mit den Ehefrauen der mutmaßlichen Mörder getroffen.

Die „Opfer-Dschirga“ machte deutlich, wie allgegenwärtig die Leiderfahrungen der vergangenen drei Jahrzehnte in der Bevölkerung sind, obwohl sie selten öffentlich thematisiert werden. Zahlreiche Teilnehmer gehörten der Minderheit der Hazara an (2), die unter der Herrschaft der Taliban besonders gelitten hat. Sie fürchten, dass Verhandlungen mit den Aufständischen und ihre mögliche Beteiligung an der Regierung abermals zu Diskriminierung führen könnte.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Opferverbände, dass ein 2008 verabschiedetes Amnestiegesetz zurückgenommen werden müsse. Erst im Januar 2010 war bekanntgeworden, dass Präsident Karzai das Gesetz entgegen vorheriger Beteuerungen unterschrieben hatte. Darin wird Tätern, die zwischen 1979 und 2001 Menschenrechtsverletzungen begangenen haben, Straffreiheit gewährt. Zudem verlangten die Verbände, dass ein 2003 beschlossener, aber nie umgesetzter Regierungsplan zur Aufarbeitung von Kriegsverbrechen befolgt werden müsse. Er sieht unter anderem die Entschädigung von Opfern und die Entlassung von Regierungsmitarbeitern vor, denen Menschenrechtsvergehen vorgeworfen werden.

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Dass es nicht die Armut ist, die den verbrecherischen Jihad hervorruft, stellte Leser Dr. Helmut Ritzmann einmal mehr in eben jener Ausgabe klar:

Dem Brief „Wo Terror wütet, müssen wir Einhalt gebieten“ von Leser Peter Herrmann in der F.A.Z. vom 4. Mai zur Situation in Afghanistan ist zuzustimmen, allerdings möchte ich den Leser in einem wesentlichen Punkt korrigieren. Er schreibt, dass die Ursache des Terrorismus darin begründet sei, dass ein Teil der Menschen im Überfluss lebt und andere nicht genug zum Überleben haben. Diese Konstellation ist aber gerade nicht die Ursache des heutigen Terrorismus. So waren die Terroristen des 11. September keinesfalls arm, sondern kamen aus wohlhabenden Verhältnissen. Sie waren geprägt von einem aggressiven Islam, der sich den Kampf gegen die „Ungläubigen“ und ihre Kultur auf seine Fahnen geschrieben hat. Deshalb muss der militante Islam als Ursache des Terrorismus angesehen werden, wobei festzustellen ist, dass er seine terroristischen Aktivitäten nicht nur gegen den Westen, sondern auch gegen andere islamische Richtungen, zum Beispiel gegen die Schiiten, richtet. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass von den armen Regionen dieser Erde, die nicht vom Islam geprägt sind, keinesfalls terroristische Aktivitäten ausgehen.

Die FAZ hatte zudem Folgendes gemeldet:

„Afghanische und westliche Truppen töteten am Sonntag im Westen Afghanistans zehn Taliban-Kämpfer. Diese hätten zuvor vier Kämpfer einer regierungstreuen Stammesmiliz enthauptet, sagte ein Armeesprecher.“

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Time am 11. Mai 2010

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1) http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EB82A6B9CB14A41A599FE4E1F3D312973~ATpl~Ecommon~Scontent.html
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/21/asds/

Interview mit Marcel Mettelsiefen:
http://www.freitag.de/wochenthema/1016-an-diesem-abend-sind-nur-maenner-gestorben

Das Regime schlägt um sich

5. März 2010

Vorgestern berichtete Andreas Kilb in der FAZ von der Verhaftung des bedeutenden iranischen Regisseurs Jafar Panahi (1), dessen Film „Der Kreis“ (2) im Jahr 2000 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden war.

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Ein Mutiger in der Höhle des Löwen

Der Regisseur Jafar Panahi ist eine Symbolfigur des neuen iranischen Films. Jetzt hat ihn die Polizei in seinem Haus verhaftet.

Unabhängigkeit, hat Jafar Panahi vor Jahren in einem Interview erklärt, bedeute viel mehr als ökonomische Ungebundenheit. Unabhängig zu sein heiße, sich von den Vorgaben der Politik zu befreien und die Welt so zu zeigen, wie sie ist. Dieser Haltung hat der in Teheran lebende Regisseur sein Werk und sein Leben gewidmet.

Seit er vor zehn Jahren für seinen dritten Spielfilm „Der Kreis“ den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig gewann, gehört Panahi, Jahrgang 1960, zu den wichtigsten Stimmen des neuen iranischen Kinos. Spätestens seitdem steht er aber auch unter besonderer Beobachtung der Zensurbehörden seines Landes.

Jetzt ist Jafar Panahi zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter bei einer Durchsuchung seines Hauses verhaftet worden. Sein persönlicher Besitz, darunter mehrere Computer, wurde teilweise konfisziert. Wie der Nachrichtensender Al Dschazira berichtet, gehört die Festnahme zu einer Großoffensive der iranischen Zensur gegen oppositionelle Medien und Künstler, bei der auch die Tageszeitung „Etemad“ („Vertrauen“) und das Wochenblatt „Iran Docht“, das der Familie des Reformpolitikers Mehdi Karubi gehört, verboten wurden. Bereits Ende Juli 2009 war Panahi auf einem Friedhof in Teheran festgenommen worden, wo er an einer Trauerfeier für Neda Agha-Soltan teilgenommen hatte, jene Musikstudentin, die am 20. Juni bei einer Demonstration gegen das Regime Präsident Ahmadineschads von Polizeikräften erschossen und zum Symbol der Oppositionsbewegung geworden war. Und erst vor drei Wochen hatte man Panahi die Anreise zur Berlinale verweigert, wo er an einer Podiumsdiskussion zur Lage des iranischen Kinos teilnehmen sollte (F.A.Z. vom 17. Februar).

Die Behörden in Teheran wissen genau, warum sie gerade Jafar Panahi zum Schweigen bringen wollen. Denn unter den fünf, sechs international bekannten Regisseuren seines Landes hat er die Missstände in Iran immer am deutlichsten zur Sprache gebracht. „Offside“, der Film, mit dem Panahi 2006 den Jurypreis der Berlinale gewann, ist ein ebenso schreiendes wie stellenweise hochkomisches Plädoyer gegen die Geschlechtertrennung, „Crimson Gold“ von 2003 ein düsterer Lagebericht zur Situation der ärmeren Teheraner Bevölkerungsschichten, „Der Kreis“ ein dramatischer Aufruf zur Befreiung der persischen Frau aus ihrer täglichen Sklaverei.

Dass Panahi angesichts der Themen seiner Filme überhaupt noch in seinem Heimatland arbeiten konnte, ist ein Wunder. Immerhin verrät es einiges über die Freiräume, die es in Iran zumindest vor der manipulierten Präsidentenwahl vom vergangenen Jahr noch gegeben hat.

Diese Räume will das Regime nun offenbar beseitigen. Sein Kalkül, durch einen Schlag gegen den mutigsten Mann auch die weniger mutigen einzuschüchtern, könnte aufgehen. Abbas Kiarostami, der Patriarch der Kinobewegung, stellt gerade einen Film in Italien fertig, Babak Payami, ein anderer Unbequemer, lebt seit Jahren im Ausland, und Rafi Pitts ist mit seiner „Zeit des Zorns“ zur allgemeinen Überraschung ohne Festivalpreis aus Berlin zurückgekehrt. Aber die Zensur könnte sich auch verrechnet haben. Wer einen Künstler hinter Gitter bringt, weckt die Kräfte auf, für die er spricht. Und das sind nicht nur die weltweiten Medien. Es sind auch die Menschen in Iran.

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In einem Interview mit dem „Standard“ vor fünf Jahren war Panahi noch sehr optimistisch gewesen und hatte die Erweiterung der Freiheit für die Iraner prognostiziert (3).

Gefangen im Labyrinth der Stadt

Vier Frauen auf dem Weg durch Teheran: In „Dayereh/ Der Kreis“, dem im Jahr 2000 in Venedig mit einem Goldenen Löwen prämierten Film von Jafar Panahi, sind sie Modellfälle für ein gesellschaftliches System der Ausschließung und permanenten Bedrohung. Dominik Kamalzadeh sprach darüber mit dem iranischen Autor und Regisseur.

Wien – Die erste Nachricht verheißt nichts „Gutes“: die Geburt eines Mädchens. Eine Frau im Tschador ist daraufhin voll Sorge, weil sie nun die Ächtung ihrer Tochter, der Mutter des Kindes, befürchtet. Jafar Panahis „Dayereh/ Der Kreis“ etabliert ab der ersten Szene denkbar offensiv sein Grundthema: die Stellung von Frauen in der iranischen Gesellschaft. Die anfangs offene Form des Films verengt sich darin zunehmend, wandelt sich zu angespannten Situationen der Bedrohung.

Wenn Panahi die Wege von vier Frauen mitverfolgt, die im Laufe eines Tages durch Teherans Straßen irren, dann beschreibt er weniger individuelle Schicksale als Modellfälle, die ein soziales System der Ausschließung aufscheinen lassen, in dem schon das Rauchen einer Zigarette zum Risiko wird. Die dauerhafte Präsenz von Polizisten, die nur im Hintergrund auftauchen, verstärkt den Eindruck massiver Überwachung.

STANDARD: Der Titel des Films, „Der Kreis“, gibt gewissermaßen die erzählerische Bewegung vor. Hat diese Form für Sie auch eine symbolische Bedeutung – ein Teufelskreis?

Jafar Panahi: Wenn man den Teufelskreis so definiert, dass es daraus kein Entrinnen gibt, dann nicht. Es ist vielleicht im Film so, dass die Frauen in einem Teufelskreis gefangen sind und es nicht schaffen, daraus auszubrechen. Aber letztlich habe ich ja innerhalb des gleichen Teufelskreises meinen Film produziert – und er konnte gemacht werden, konnte also aus dem Kreis ausbrechen. Er zeigt die momentane gesellschaftliche Situation in Iran, dieses Eingekreistsein – und der Radius wird sich noch vergrößern.

STANDARD: Es gibt ja eine ganze Reihe von jüngeren iranischen Filmen, die vom Dasein der Frauen erzählen. Ihrer ist einer der pessimistischsten. Woran knüpfen Sie die Utopie in „Der Kreis“, wenn darin schon die Geburt eines Mädchen als eine Art Stigma erscheint?

Jafar Panahi: Ich möchte meinen Film gar nicht so sehr mit anderen vergleichen: Jeder nimmt etwas anderes wahr. Ich habe bisher Kinderfilme wie „Der weiße Ballon“ gemacht. Da habe ich mit kleinen Mädchen zusammengearbeitet – natürlich ist das noch eine fröhlichere, optimistische Welt. Aber irgendwann werden auch diese kleinen Mädchen erwachsen, und das sieht dann ganz anders aus. Insofern ist die Perspektive in meinem Film eine realistische und keine pessimistische.

(…)

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Manchmal ist eine pessimistische Sicht die realistischere. Ich verstehe nicht, dass Panahi sich nicht schon vor Jahren abgesetzt hat. Das ist das Resultat der Zuckerbrot-und-Peitsche-Methode des Regimes, die es anwendet, um seinen faschistischen Charakter zu verschleiern und den Leuten Sand in die Augen zu streuen. Dann und wann greift es nach Belieben zu (Razzia ist ja eine mohammedanistische Erfindung, ein Gewaltherrschaftsinstrument), und die Menschen denken: „Puh, Glück gehabt, davongekommen. Und der Panahi, das war ja auch irgendwie so ein komischer Typ, vielleicht ist was dran an den Vorwürfen… So schlimm ist das doch alles gar nicht.“ Nicht nur seine Opposition, auch sein gleichzeitiges Appeasement dem Regime gegenüber hat Herrn Panahi vielleicht in diese Lage gebracht. Die Schergen wiederum haben, wie man es aus den Zeiten des Nationalsozialismus kennt, gleich auch seine Familie in Sippenhaft genommen.

Hoffentlich läßt Gardinenstanges Kamarilla die Leute bald wieder gehen.

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Time am 5. März 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Jafar_Panahi
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kreis_(2000)
3) http://derstandard.at/843972/Gefangen-im-Labyrinth-der-Stadt?_lexikaGroup=12

Zeit des Zorns

19. Februar 2010

Seltsamer Iran: Für seinen Film „Zeit des Zorns“, der im Rahmen der 60. Berlinale gezeigt wird (1), hat der Regisseur und Exiliraner Rafi Pitts eine Dreherlaubnis bekommen. Während der Arbeiten gingen die Proteste gegen das Regime los. Das Auto des Helden ist grün – Zufall? Die „Welt“ (2): „Es geht ihm um kein dezidiert politisches Statement, sondern allgemein darum, wie lange ein Mensch gegen seine Natur leben kann.“ Mhm, ob die iranische Zensurbehörde das auch so sehen wird? Lesen Sie eine Besprechung von Andreas Kilb aus der FAZ vom 17. Februar:

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Die Kindheit des Jägers

Der Jäger ist eine alte Figur des politischen Films. Wenn die Macht des Staates versagt oder irreläuft, nimmt er die Gewaltanwendung selbst in die Hand, sei es, um die alte Ordnung wiederherzustellen oder ihren Untergang zu beschleunigen. In Rafi Pitts‘ „Shekarchi – Zeit des Zorns“ ist der Mann mit der Flinte im Kofferraum ein Agent der Unordnung. Auf dem Höhepunkt des Films steht Ali, der Held, gespielt vom Regisseur selbst, mit einem Jagdgewehr auf einem Hügel über der Teheraner Stadtautobahn und erschießt den Fahrer eines Polizeiautos. Der Beifahrer will fliehen, aber Ali bringt auch ihn mit einem Distanzschuss zur Strecke. Zuvor hat er erfahren, dass seine Frau und seine Tochter bei einer Demonstration von Ordnungskräften erschossen worden sind. Die Tat ist also ein Racheakt, aber sie hat auch etwas von einem Statement, einem verzweifelten Manifest. Nach den Morden flieht Ali an die Küste, wo er rasch aufgespürt wird. Er fährt einen Chevrolet Camaro, einen Wagen, wie ihn in amerikanischen Krimiserien der siebziger Jahre die detectives benutzen. Als er das Auto wechselt, ist sein Schicksal besiegelt.

Rafi Pitts ist ein intellektueller Cineast, der mit Jacques Doillon und Leos Carax gearbeitet hat und das halbe Jahr über in Paris lebt. Das sieht man seinem Film nicht an. „Zeit des Zorns“ ist so direkt und lakonisch, wie man es mittlerweile vom iranischen Kino gewohnt ist, und zugleich von einer beiläufigen Brutalität, die man bei Kiarostami und den anderen Meistern aus Teheran so noch nicht gesehen hat.

Dabei lässt Pitts kaum eine Gelegenheit aus, die Erlebnisse seines Amokläufers mit der Gegenwart des Landes zu verknüpfen. Als Ali am Anfang von der Nachtschicht in einer Autofabrik nach Hause fährt, hört er im Autoradio die Stimme des Ajatollahs Chamenei. Sie spricht von großen Veränderungen, die Iran bevorstehen, von den Feinden der islamischen Revolution und der Strafe, die sie erwartet. Ali Alawi ist kein Feind der Revolution, nur ihr privates Opfer. Aber seine Geschichte formuliert den schärfsten denkbaren Widerspruch zu den Sprüchen aus dem Radio. Als Ali schließlich erwischt wird, irrt er mit zwei schwerbewaffneten Polizisten durch den Wald, bis die drei jegliche Orientierung verloren haben. Bald geht es nur noch darum, wer wen zuerst erschießt. Bei Rafi Pitts ist Iran eine Brutstätte sinnloser und ansteckender Gewalt. Und der Chevy, den sein trauriger Jäger fährt, trägt die Farbe der persischen Oppositionsbewegung: grün. (…)

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Rafi Pitts, 1967 als Sohn eines britischen Malers und einer iranischen Szenenbildnerin geboren, wuchs in der Teheraner Filmszene aufo. Seine erste Rolle spielte er mit acht. 1978 verließ die Familie den Iran, er setzt den Schulbesuch in England fort. In London studiert er am Harrow College Film und Kamera. 1991 übersiedelt er nach Frankreich, wo er im selben Jahr seinen ersten Kurzfilm realisiert. Sein Spielfilmdebüt LA CINQUIEME SAISON wurde 1997 ein internationaler Festivalerfolg. 2006 lief ZEMESTAN, sein dritter Spielfilm, im IFB-Wettbewerb in Berlin. Der „Tagesspiegel“ brachte am 16. Februar ein Interview mit Pitts (3):

Frage: Mr. Pitts, Zeit des Zorns, das klingt schon im Titel deutlich anders als Ihr letzter Film, It’s Winter. Was ist seit It’s Winter geschehen?

Rafi Pitts: Die Filme gehören zusammen. It’s Winter habe ich gedreht, weil ich von den iranischen Intellektuellen so frustriert war. Sie haben den Kontakt zu den Leuten verloren, also habe ich einen Roman verfilmt, so dass die Schriftsteller ihre eigenen Worte hören, aber aus dem Mund von normalen Leuten, die sich selber spielen. In It’s Winter wird der Held geschlagen, in Zeit des Zorns schlägt er zurück. Dort wird er unterdrückt, hier rebelliert er. Es ist meine Rebellion, mein Zorn.

Frage: Wegen der Wahlfälschung im letzten Sommer?

Pitts: Ich hatte das Buch vorher geschrieben und war total überrascht, als die Opposition auf die Straße ging. Ich merkte, ich bin nicht allein. Es war aufregend, aber auch schmerzvoll, frustrierend. Weil wir angeblich die Wahl hatten, es aber nur eine Show war. Weil sie die Wahlen auf so dumme, offensichtliche Weise gefälscht haben. Und vor allem, weil es Tote gab. Es ist absurd, dass im 21. Jahrhundert Menschen sterben, bloß weil sie sagen, was sie denken. (…)

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Charlotte Noblet von der Stasi-Postille „Neues Deutschland“ kommt überhaupt nicht klar (4): „Keine Antwort wird serviert, die Intrige lässt reichlich Zeit, sich diese Frage immer wieder zu stellen. Nach einem Autorennen verlieren sich Polizisten und erwischter Jäger in den großen Wäldern des Irans. Es regnet und die Kräfte der zwei Polizisten und ihres Gefangenen sind am Ende. Jeder spielt seine Rolle. So lange wie möglich. Aber warum? Ende des Films. Fragen einpacken oder wegschmeißen. Zweite Halbzeit: die Pressekonferenz als interkultureller Dialog. Dort waren diesmal erstaunlich wenige Presse-Vertreter. Dafür hatten sie viele Fragen: Wie schwer war es, eine Drehgenehmigung im Iran zu bekommen? Spielen Sie auf die gewalttätigen Demonstrationen bei den Wahlen an? Was bedeutet die Brutalität im Film? Wie sollen wir das Ende mit den Polizisten und dem Jäger verstehen? Sehr ehrlich und ausführlich ist Rafi Pitts darauf eingegangen, ohne allerdings irgendeine Antwort zu liefern. Damit hoffe er auf ein besseres Verständnis des Irans und zwischen den Iranern und wehrt sich gegen eine Vereinfachung des Films… Die Debatte geht weiter, viele Journalisten wollen aber wenigstens wissen, was das Ende des Films bedeutet . Bis zum Ende leistet Rafi Pitts Widerstand… Pressekonferenz zu Ende. Die Fragen doch wegschmeißen, sich Antworten schaffen, oder versuchen zu verstehen. Das Gespräch mit den Filmemachern sollte Pflicht sein. Die Ehrlichkeit des Gesprächs ist doch überzeugend: Iraner sind auf der Jagd nach Selbstdefinierung.“

Arme, verwirrte Charlotte. Begreift sie nicht, dass sie einen Künstler vor sich hat und keinen kommunistischen Agitator? Versteht sie nicht, dass es andererseits um mehr geht als „Selbstdefinierung“? Das iranische Regime macht es Kommunisten aber auch wirklich nicht leicht: Einerseits ist es „antiimperialistisch“ wie sie, andererseits hat es alle Kommunisten aufgehängt.

Tiziana Zugaro jedenfalls ist sehr von dem Film eingenommen (5): „Das Faszinierende dabei: Er psychologisiert nicht, er erklärt nicht, er zeigt nur: Und trotzdem, oder gerade deshalb, ist man als Zuschauer von Anfang bis Ende von dieser Figur und ihrer Geschichte gebannt. (…) Er genießt die Zeit mit Frau und Kind und nimmt dafür auch in Kauf, kaum zu schlafen. Als einsamer Hobbyjäger im Wald entflieht Ali regelmäßig der allgegenwärtigen Lärmkulisse der Großstadt. Ein Besuch mit der Familie auf dem Rummelplatz, alltägliche Momente zu Hause: das sind die Augenblicke, in denen Alis Gesicht sich entspannt, wo wir ihn lachen sehen. Ohne ins Kitschige abzudriften, zeigt Pitts hier Momente der Wärme und Geborgenheit. Das vermittelt sich auch über die Farben: Das rote Kopftuch der Frau, die rote Kleidung des Kindes sind Farbtupfer in einer ansonsten fahlen, bleigrauen Welt. Die Stadträume, in denen Ali sich bewegt, scheinen menschenleer: auf dem Gelände der Autofabrik, die er bewacht, stehen die fertigen Karosserien wie leere Hüllen in Reih und Glied, auf der Autobahn brausen die gesichtslosen Massen in einem endlosen Strom durch die Teheran. In seinem kleinen grünen (!) Auto bewegt sich Ali wie ein einsamer Westernheld durch die anonyme Stadt. Dasselbe Gefühl der Isolation stellt sich ein, als Ali eines Morgens aus dem Wald zurück kommt und die Wohnung ohne seine Familie vorfindet. Bei der anschließenden Suche in Polizeistationen, Krankenhäusern und an Straßenecken bekommt der verzweifelte Vater und Ehemann nicht ein einziges Wort des Mitgefühls oder des Trostes zu hören. Genauso kalt, wie ihm die Bitte nach der Tagesschicht abgeschlagen wurde, wird er nun stundenlang auf irgendwelchen Fluren und Zimmern warten gelassen. Ebenso gefühllos wird ihm dann die Nachricht übermittelt, dass seine Frau tot ist. Als Unbeteiligte ist sie am Rande einer Demonstration ins Kreuzfeuer geraten. Was seine Tochter betrifft, wird Ali in schrecklicher Ungewissheit gelassen. Mit der Suche nach der Tochter geht der Film in die zweite Schleife der Qual.“

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Offenbar erwartet den Zuschauer eine pointierte Schilderung vom kafkaesken Leben unter einem menschenfeindlichen und freudlosen Regime. Wenn ich Mr. Pitts wäre, würde ich aber nicht mehr in den Iran reisen – nicht, bevor Mammut Gardinenstange, Großeierkocher Kamennäher und ihre Kamarilla im Gefängnis sitzen. Aber die scheinen ja den Atomtod anzustreben.

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Time am 19. Februar 2010

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1) http://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20100092.pdf
2) http://www.welt.de/die-welt/kultur/article6429933/Im-Wettbewerb-Von-magischer-und-von-boeser-Natur.html
3) http://www.tagesspiegel.de/kultur/kino/berlinale/Rafi-Pitts-Berlinale;art16892,3031424
4) http://www.neues-deutschland.de/artikel/165383.die-berlinale-presse-auf-der-jagd-im-iran.html
5) http://www.festivalblog.com/archives/2010/02/shekarchi_the_h.php5

Gute und schlexte Texte

9. Februar 2010

Die Qumran-Schriften wurden zwischen 1947 und 1956 in elf Felshöhlen nahe der Ruinenstätte Khirbet Qumran im Westjordanland entdeckt. Sie umfassen rund 15.000 Fragmente von etwa 850 Rollen aus dem antiken Judentum, die von mindestens 500 verschiedenen Schreibern zwischen 250 v. Chr. und 40 n. Chr. beschriftet wurden. Dies sind die ältesten bekannten Handschriften der Bibel.

In den Feuilletons wird der Plagiatsvorwurf gegen die gefeierte junge Schriftstellerin Helene Hegemann („Axolotl Roadkill“) diskutiert. Sie soll von dem „anonymen“ Blogger „Airen“ abgeschrieben haben. Frau Hegemann verteidigt ihre Haltung auf originelle Weise, wie der „Tagesspiegel“ (1) gestern berichtete: „’Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.’ Sie schreibt: ‚Von mir selber ist überhaupt nichts, ich selbst bin schon nicht von mir (dieser Satz ist übrigens von Sophie Rois geklaut)’. Der Roman sei ‚eher regiemäßig’ entstanden. ‚Ich bin nur Untermieter in meinem eigenen Kopf.’“

Ich kenne ihren offenbar furiosen Drogenroman nicht, und ich werde ihn auch nicht lesen, finde aber ihre Worte zutreffend. Meine eigene Arbeit hier, die zugleich z.Z. eines meiner Lieblingshobbies ist, ist ja ähnlich. Zwar sind vielleicht 90 Prozent der hier vorgelegten Texte nicht von mir, aber Sinn und Aufgabe bestehen m.E. darin, sie zu „Kompositionen“ zu vereinigen, die wieder eine bestimmte Aussage haben, nämlich zum Counterjihad aufzurufen und ihn zu unterstützen. In diesem Sinne lade ich übrigens alle ein, sich bei mir frei zu bedienen.

„Helene Hegemann zeigt sich darin ganz als Kind einer Kultur, die das Collagedenken des Dadaismus und die postmoderne Intertextualität in die Ära des popmusikalischen Sampling und der Mashup-Ästhetik des Internets überführt hat“, meint der „Tagesspiegel“ zustimmend, aber ein großer Teil der Kommentatoren beim Tagesspiegel ist überhaupt nicht dieser Meinung. Ein interessantes Detail steuert dabei „Anselmo“ bei, der über den überzeugten Ork-Regisseur Fatih Akin (2) folgendes berichtet:

„Na immer hin erkennen Autorin und Verlag es zähneknirschend an. Da kann der Autor in einer unkomplizierten Verhandlung auch was für seinen Geldbeutel tun. Erfolg genug hat das Ding ja. Auf so etwas kann Alexander Wallasch nicht hoffen, denn als der Fatih Akin in einer privaten Email darauf hinwies, das sich selbiger für ‚Soul Kitchen’ ordentlich in Wallaschs Roman bedient hätte, schickte Akin sofort seine Anwälte mit einem Sperrfeuer von Unterlassungserklärungen und Einstweiligen Verfügungen. So massiv, das die sogar bei WELT und Hamburger Abendblatt landeten und deren Berichterstattung massiv beeinflussten. Das Abendblatt wurde sogar genötigt einen ganzen Artikel aus dem Netz zu nehmen. So gesehen geben Ullstein und Autorin hier ja noch eine ‚gute’ Figur ab: Sind eben erwischt worden. und zeigen wenigstens jetzt Arsch. Da wird der beklaute Autor eben in einer kurzen Verhandlung ein paar Prozente abgreifen und alle sind zufrieden.“

Während Felicitas Lovenberg in der gestrigen FAZ der Debütantin eher kritisch gegenüberstand (3), verteidigt Andreas Kilb sie heute vehement (4):

„Interessant ist, was sie aus dem Gefundenen und Gelesenen macht. Denn die siebzehnjährige Dichterin ist zwar an Jahren jung, aber in professioneller Hinsicht eine Veteranin. Sie steht am Ende einer langen Tradition des Jungseins in der Literatur. (…) natürlich hätte sich Helene Hegemanns Roman nicht halb so gut am Markt und in den Feuilletons plazieren können, wenn er nur als Talentprobe einer formbewussten, literarisch versierten Debütantin aufgetreten wäre. Nein, dieses Buch musste der Notschrei eines blutjungen Originalgenies sein, ein poetisches Protokoll aus den wildesten Ecken des Hauptstadtlebens. (…) Dennoch hat Hegemann vor Airen einen entscheidenden Vorsprung. Keinen altersmäßigen, sondern einen literarischen. ‚Strobo’ ist eine gleichmäßig dahinfließende Litanei, deren Grellheiten auf die Dauer etwas Lähmendes haben. ‚Axolotl Roadkill’ dagegen erzählt eine Geschichte. Die Figur, die Hegemann entwirft, gewinnt mit jeder Seite an Kontur, während Airens Jüngling verschwommen bleibt – auch wenn seine Erfahrungen echt sind und die der Hegemann-Heldin abgekupfert. Denn in der Literatur geht es nicht um das Leben, das in die Bücher fließt. Sondern um das, was aus ihnen herausströmt.“

Das ist m.E ein ebenso zutreffendes wie pointiertes Resümee von Herrn Kilb. Es entspricht der pragmatischen christlichen Haltung, die auch „Anselmo“ (s.o.) erkennen lässt, nämlich fünfe grade sein zu lassen und sich im Interesse des Fortkommens aller auf das Wesen einer Sache zu besinnen. Dies meinte Jesus, als er sprach: „Was zum Munde eingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was zum Munde ausgeht, das macht den Menschen unrein.“ (Matth.15/11)

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Am Sonnabend (6. Februar) hatte die FAZ einen Leitartikel von FAZ-Ali1 Wolfgang Günter Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah Lerch gebracht (5). Unter der Überschrift „Christentum, Judentum und Islam – Aufklärung zu dritt?“ diagnostiziert er darin zunächst richtig die vielfältigen Probleme, die die Welt mit dem Mohammedanismus hat. Über die interreligiösen „Dialoge“ schreibt ernüchtert: „Dialoge, bisweilen auch Dreier-Kontakte (Trialoge) zwischen den Religionen gibt es in nicht geringer Zahl. Sie sollen das gegenseitige Verständnis fördern. Die Absicht ist gut, der Ertrag jedoch häufig fragwürdig.“

Herr Lerch beschreibt weiterhin den schweren Stand mohammedanistischer Reformdenker in den mohammedanistischen Ländern um sodann ein fürwahr schweres Geschütz gegen Juden und Christen aufzufahren:

„Allerdings zeigt der Blick durch die Brille der anderen, dass sie – wie etwa die Muslime – an die christliche Tradition ebenfalls Fragen stellen. Auch das Christentum habe seine Überlieferungen, trotz aller Aufklärung, nicht kritisch genug aufgearbeitet, ist von Muslimen zu hören. Das gelte vor allem für Dogmen, die auch den meisten Kirchenmitgliedern unverständlich geworden seien: etwa die Lehre von der Trinität oder von der Gottessohnschaft Jesu. Längst ist auch bekannt, dass die kritische Forschung immer skeptischer wird gegenüber den Großen Erzählungen des Alten Testaments, der jüdischen Bibel, die für das Judentum konstituierend sind. Das sind die Geschichten vom Exodus der Kinder Israels aus Ägypten, von der Eroberung Kanaans, des ‚Gelobten Landes’, und vieles mehr. ‚Keine Posaunen vor Jericho’ heißt ein Buch, in dem zwei israelische Archäologen die Historizität dieser Großen Erzählung schlicht leugnen.“

Da haben wir ja eine Erklärung für den massenhaften christlichen und jüdischen Terrorismus: Die Christen (denen übrigens keineswegs Trinität und Gottessohnschaft unverständlich geworden sind (6), wie Lerch behauptet) verweigern sich ganz einfach der Aufklärung über ihre zentralen Glaubensinhalte (Kreuzestod und Auferstehung hat er ganz vergessen), wohingegen die Juden einfach nicht einsehen wollen, dass sie immer schon eigentlich Palaraber waren.

„Bedarf es da einer Aufklärung zu dritt? Dies fordert der Erlanger Theologe und Arabist Günter Lüling (7), der vor Jahrzehnten durch seine revolutionären Studien über den Urkoran hervorgetreten ist. Ziel einer solchen gemeinsamen Aufklärung könne es sein, die ohnehin schon enge Verbundenheit (please, what? T.) der ‚abrahamitischen (mohammedanistischer Propaganda-Terminus, T.) Religionen’ zu intensivieren – durch die Einsicht nämlich, dass ALLE DREI sich von einem GEMEINSAMEN Ursprung und Grundgedanken, einem klaren, allumfassenden MONOTHEISMUS, auf unterschiedliche Weise entfernt haben.“

Da Herr Lerch die Vorstellung nicht erfassen kann, dass Gott nicht ein alter Mann mit weissem Bart ist, der alle Menschen an Fäden führt, sondern umfassender gedacht werden muss, verfällt er in Bezug auf die Christenlehre zwangsläufig auf den irrsinnigen Gedanken des Polytheismus. Inwiefern er diesen jedoch in Bezug auf das Judentum ableitet, bleibt völlig im Dunklen. Wichtiger ist es ihm – ungeachtet der tatsächlichen Verhältnisse, die so sind, dass Mohammedanisten massenhaft ihrem Vorbild Klo H. Metzel folgen und Tag für Tag massenhaft Mitmenschen abschlachten – die Überwindung von Denkblockaden einzufordern, die er bei allen Religionen gleichermaßen feststellt:

„Neben manchen politischen Folgen, die das haben könnte, ist es insbesondere die Furcht, sich und das Ganz-Eigene aufgeben zu müssen, die solche Einsichten BLOCKIERT. Doch SO, wie ein Muslim natürlich Muslim BLEIBEN kann, wenn er mehr WEISS über die frühe, in manchem vielleicht UMZUSCHREIBENDE Entstehungsgeschichte des Islam, so KÖNNTE es auch für Christen wie Juden ein GEWINN sein, das Historische, bisweilen auch FRAGWÜRDIGE an althergebrachten Überzeugungen und Dogmen stärker ins Bewußtsein gerückt zu bekommen. Das mindert religiöse ALLEINVERTRETUNGSANSPRÜCHE.“

Abschließend anempfiehlt er seinen eigenen Glauben, den einzig reinen Monotheismus, der direkt auf Echnaton zurückgehe, und das ist ein schierer Religions- und Kulturrelativismus. Immerhin ist jetzt klar, dass er kein Mohammedanist ist, was ich oftmals gedacht habe.

„Der Ägyptologe Jan Assmann hat darauf hingewiesen, dass ein großer Teil des UNHEILS, das die großen Religionen neben ihren Errungenschaften in der Weltgeschichte gestiftet haben, mit ihrem EXKLUSIVITÄTSANSPRUCH zusammenhängt. Die Gefahr, um des eigenen Wahrheitsanspruchs willen die anderen auszuschließen oder wenigstens als ‚von minderem Wert’ darzustellen, war immer gegeben. Er plädiert für ein INKLUSIVES Verständnis von Religion, das heißt für die EINSICHT, dass alle Glaubensüberzeugungen jenseits ihrer Besonderheiten EINEN religiösen Grundgedanken haben und Glieder einer Tradition sind, die bis auf den berühmten Pharao ECHNATON zurückgeht. Er war der erste namentlich bekannte Stifter eines MONOTHEISMUS.“

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Lesen Sie zunächst zwei Leserbriefe dazu aus der heutigen FAZ, zunächst einen von Ministerialdirigent a.D. Dr. iur Hubertus Dessloch. Insofern er Wolfgang Lerchs Relativismus ablehnt, stimme ich ihm zu.

„Woran scheiterte der Absolutismus? An der Apostasie der obersten Hierarchen (auch der in der Kirche). Wer bringt den Staat der Freiheit und des Rechts in existentielle Gefahr? Nicht der Glaube an den einen Gott, sondern wiederum die Apostasie seiner Eliten. Eine Verständigung unter religiösen Menschen ist tägliche Praxis in der heutigen, pluralistischen und multikulturellen Gesellschaft. Es herrscht Frieden in den Ballungszentren Europas, insbesondere dort, wo das Christentum noch lebendig ist, wie im Süden Deutschlands. Das gilt genauso und ganz aktuell für die Weltkirche unter Papst Benedikt XVI. Die Verwechslung von vernünftiger Toleranz und Empathie mit Relativismus, wie im Artikel von Wolfgang Günter Lerch, ist für religiöse Menschen nicht nur nicht nachvollziehbar. Sie erzeugt Empörung. Für das Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen ist sein Denkansatz völlig irrelevant.“

Mhm… treffender finde ich das Schreiben von Christian Karl Rimek, obgleich ich nicht seiner  Ansicht bin, dass „jedwede Art von Religion“ mit der Aufklärung unvereinbar ist, sondern jene vielmehr für im Christen- und Judentum – und global gesehen nur dort – angelegt halte (8).

„Ein grundsätzlich dankenswerter Artikel zur Aufklärung und den abrahamitischen Religionen von Wolfgang Günter Lerch mit ein paar guten und richtigen Gedanken. Leider ignoriert er dabei, dass der Islam und der Westen grundsätzlich unvereinbar sind, ebenso wie evolutionäre Aufklärung und jedwede Art von Religion. Beim aufgeklärten, sogenannten weichgewaschenen ‚Euro-Islam’ handelt es sich um intellektuelle Verrenkungen, die das Bedrohungspotential fundamentalistischer Muslime in naiver Weise übersehen, das mehr und mehr an Attraktivität gewinnt, da für Menschen, die sich auf der Verliererseite sehen, am Ende die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder Volksgruppe das Einzige bleibt, worauf sie in ihrem Leben stolz sein können. ‚Wenn wir heute vor dem Scherbenhaufen einer gescheiterten Integrationspolitik stehen, dann nicht zuletzt deshalb, weil die demokratiefeindlichen Potentiale der Religionen (hier: insbesondere des Islam) maßlos unterschätzt wurden.’ (Michael Schmidt-Salomon).“

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Was die beiden Leserbriefschreiber und mit ihnen Herr Lerch aus meiner Sicht einmal mehr nicht verstehen, ist die Bedeutung des Textes für eine Religion oder Ideologie.

Dabei ist es nicht wichtig, ob der Text geschrieben ist oder mündlich oder in Liedern weitergegeben wird. Auch die darum aufgebauten Kulthandlungen sind zweitrangig. Es geht nicht um die Historizität des Tanach (9). Einzelheiten der Entstehungsgeschichte sind interessant – aber nur am Rande. Die z.Z. ältesten Bibelhandschriften aus Qumran (10) datieren auf ca. 250 v. Chr., aber der Tanach  ist weit älter. Er behauptet sich nicht als in seiner Gesamtheit unveränderbares Wort Gottes, sondern er ist eine Gemeinschaftsleistung vieler.

Ebenso ist das neue Testament ein Text, zu dem viele Autoren das Ihre und Persönliche beigetragen haben. Aus diesen vielen Stimmen über dasselbe Thema ist ein Kanon entstanden, der zum Thema etwas Bestimmtes sagt, anderes jedoch nicht. Der Text ist seit langem von seinen Schöpfern unabhängig. Er ist es, der den Charakter der Religion bestimmt, nicht mehr die Autoren. Nach zweitausend Jahren Geschichte und Entwicklung sind auch ggf. neu entdeckte Apokryphen etc. nicht mehr von Belang. Selbst die Frage, ob ein historischer Jesus schwul war oder aber der Mann von Maria Magdalena (11), berührt kaum die Religion. Es ist der Text, der die Menschen berührt und in Bewegung bringt.

Im Grunde ist es auch egal, ob Gott als einer gedacht wird, als einer, der vielgestaltig ist, oder aber als viele. Es geht vielmehr um die Aussage des Textes, z.B. um die Frage, ob Gott den Menschen erheben oder erniedrigen will. Welches ist der Gott, über den der Text spricht? Ist es der „gütige Gott“ oder ist es der „größte Gott“? Wohin sollen die Menschen laufen, die der Text in Bewegung bringen will? Über die einzigartige Grausamkeit und Bosheit des widerlichen Machwerks Kloran, der einen sadistischen, jähzornigen und willkürlichen Gott beschreibt, besteht kein Zweifel. Ja, er ist auch ein religiöser Text, aber die Behauptung angeblicher Gemeinsamkeiten verstellt den Blick auf das Wesen des Fieslahm: Er ist in fast jeder Hinsicht anders als alle anderen Religionen, und deshalb sind die Probleme mit ihm auch so groß. Ali Sina (12):

„ (…) Ich wette, Du hast nicht den Koran gelesen. Ich weiß, dass Du es nicht getan hast, weil ich dasselbe rosige Bild von Allah und Mohammed hatte, bevor ich ihn las. Bitte tu Dir selbst mal den Gefallen und lies dieses Buch. Wenn Arabisch verstehst, lies es auf arabisch, oder lies es auf persisch oder in Urdu oder in anderen Sprachen, die Moslems sprechen. Die englischen Übersetzungen sind nämlich alle verfälscht, um die Gewalt und schamlose Bosheit von Mohammed und seiner Hassbotschaft vor Nicht-Moslems zu verbergen. Das ist den Übersetzern nicht vollständig gelungen, aber bevor Du dieses Buch nicht in seiner Originalsprache liest, kannst Du den hohen Grad der Gewalt darin nicht erkennen. Die Suren 2/193 und 8/39 beispielsweise rufen dazu auf, die Ungläubigen zu töten, bis es keine „Fitna“ mehr gibt. „Fitna“ aber bedeutet „Aufwiegelung“, „Meinungsverschiedenheit“ oder „Widerspruch“. Die Englisch-Übersetzer haben die Bedeutung des Wortes verdreht und es als „Verfolgung“ übersetzt. Dies verändert die Bedeutung vollständig.(…)“

Unsere Dimmis machen die Täter, ihre Herren, zu Opfern. In Recl.S.49 steht das übrigens in 2/189 und geht so: „Und bekämpfet sie, bis die Verführung aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist. Und so sie ablassen, so sei keine Feindschaft, außer wider die Ungerechten.“ Da wir schon von den Dimmi-Übersetzungen angeekelt sind, schützt wohl nur unsere Arabisch-Unkenntnis uns davor, uns die Seele aus dem Leib zu k*tzen.

Aber etwas ist m.E. noch wichtiger und verheerender am „Bösen Buch für böse Buben“ als seine Aufrufe zu Mord, Raub und Sklaverei. Das ist die Ungeheuerlichkeit, diesen Dreck in seiner Gesamtheit zum originalen und somit unverhandelbaren Wort Allas zu erklären, welcher wiederum der einzige Gott im Universum sein soll. Dies ist der Käfig, in dem der abgrundtief böse Klo H. Metzel seine Gefolgschaft eingesperrt hat, und in den er die ganze Welt hineinzwängen wollte. Das ist die Falle, in der die Mohammedanisten sitzen, die sie als ihr Heim akzeptiert haben, und aus der sie seit 1.400 Jahren nicht herauskommen. Sie nennen es ihre Religion.

Jede Religion braucht einen Text, der ihren Gott, ihre Götter, den göttlichen Willen, die Wege zu ihm usw. zu beschreiben sucht. Der Text selbst ist dabei Instrument aber nicht Gegenstand der Anbetung. Anders beim Fieslahm. Hier ist der Text selbst göttlich. Er ist 100%ig des höchsten Wesens, nicht relativ sondern absolut und ewig. Es gibt nichts über Alla zu sagen, was nicht im Kloran steht. Dieser ist ein unveränderliches Abbild eines Gottes, der sich nie ändert und nur die im Kloran genannten Aspekte hat, da ja ansonsten der Kloran auch verändert bzw. relativiert werden müsste. Alla hat sich gegenüber den Menschen in seiner Gesamtheit auf ewig im Kloran festgelegt. Das was Alla ist, ist also mehr als alles andere auf Erden der Kloran. Solcherart wird der Kloran wenn nicht der vollständige Alla selbst so doch zu jenem „Ding“ auf Erden, welches von allem am allameisten mit ihm identisch ist. Es ist nicht notwendig, sich vor dem Kloran niederzuwerfen, um den Götzendienst und die Idolatrie des Mohammedanismus deutlich werden zu lassen. Der wahnwitzige Massen-Aufruhr, der jeder angeblichen Kloranschändung folgt, zeigt dies deutlich: Ihr Text ist ihr Gott, und ihr Gott ist ihr Text.

Es gibt, wie zu Beginn gezeigt wurde, gute und schlechte Texte. Der Kloran nun ist, auch wenn Goethe dies anders sah, für jeden evident formal wie inhaltlich ein ganz besonders schlechter Text.

So schlecht er auch ist: Wer wird schon angesichts tödlicher Bedrohung in Gelächter ausbrechen? Schrankenlose und permanente Gewalt sind das Erfolgsgeheimnis des Textes Kloran. Oder wie Otto Waalkes diese Verkaufsmethode zu beschreiben pflegte: „Du kaufst den Günther Grass, sonst setzt es was. Und Du kaufst mir auch den Simmel ab, sonst schneid ich Dir… ins Ohrläppchen.“

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Time am 9. Februar 2010

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1) http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/Helene-Hegemann-Axolotl-Roadkill;art138,3024063
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/25/im-interview-sibel-kekilli/
3)http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~E2554FF3EE0594DA09A14DAAF6A135A68~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
4) http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~E511E6E582D674E1EB42CB5A6C72A1ED3~ATpl~Ecommon~Scontent.html
5) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E848D4B08E7314029AAFC786133B0644E~ATpl~Ecommon~Scontent.html
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Trinität
http://de.wikipedia.org/wiki/Sohn_Gottes
http://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Geist
Wiki: „Im Tanach (sog. Altes Testament), den Heiligen Schriften des Judentums, ist ‚der Heilige Geist’ WEIBLICH (Ruach HaQodesh, wörtlich ‚Heiliger Atem’; Ruach JHWH – ‚Atem des Herrn’; Ruach HaElohim – ‚Gottesatem’; Ruchaká – ‚dein Atem’) und bezeichnet die wirkmächtige Gegenwart Gottes im Leben der Menschen.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Hegel
Wiki über Hegel: „Das Christentum schließlich ist für Hegel die ‚vollendete Religion’. In ihm wird Gott als trinitarische Einheit von Vater, Sohn und Geist vorgestellt. Das Christentum ist sich der in Gott selbst immanenten Differenzierung bewusst, weshalb es für Hegel den entscheidenden Schritt über die anderen Religionen hinaus leistet. In der Person des ‚Vaters’ betrachten die Christen Gott ‚sozusagen vor oder außer Erschaffung der Welt’ (Rel II 218), d.h. als reinen Gedanken und göttliches Prinzip. Gott wird als Allgemeines verstanden, das auch die Unterscheidung, das Setzen seines Anderen, des ‚Sohnes’ und die Aufhebung der Differenz beinhaltet (vgl. Rel II 223). Die Menschwerdung ist für Hegel notwendiger Teil des Göttlichen. Wesentlicher Teil der menschlichen Erscheinung Gottes ist dabei der Tod Jesu, für Hegel der ‚höchste Beweis der Menschlichkeit’ (Rel II 289) des Gottessohnes. Dieser erscheint für ihn wiederum nicht denkbar ohne die ‚Auferstehung’. Mit der Überwindung der Endlichkeit erfolgt die Negation der Negation Gottes. Am auferstandenen Christus zeigt sich, ‚daß Gott es ist, der den Tod getötet hat’ (R II 292), einen Tod, der Ausdruck seines radikal Anderen, des Endlichen ist.“
7) http://de.wikipedia.org/wiki/Günter_Lüling
8)Lesenswerter Aufsatz über Galilei und die wissenschaftsfreundliche Position der Kirche: http://www.welt.de/wissenschaft/history/article1564612/Warum_die_Inquisition_im_Fall_Galilei_Recht_hatte.html
9) http://de.wikipedia.org/wiki/Tanach
10) http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftrollen_vom_Toten_Meer
11) http://de.wikipedia.org/wiki/The_Da_Vinci_Code_–_Sakrileg
12) http://www.faithfreedom.org/islam/muslims-apology-apostates