Posts Tagged ‘Avicenna’

Eine falsche Barbarenreligion

30. September 2018

David Berger schrieb auf seinem Blog „philosophia perennis“ über Thomas von Aquin (1).

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Geistig schwache, nach sexuellen Lüsten gierende Männer

Bereits vor vielen Jahrhunderten hat Thomas von Aquin, der wichtigste Gelehrte der katholischen Kirche, erkannt, wo die Schwachpunkte des Islams liegen und sie kenntnisreich aufgezeigt. Diese Aussagen sollten eine Pfichtlektüre für unsere heutigen Kirchenmänner werden!

Dieser Blog ist getragen von der Überzeugung der philosophia perennis, dass es bleibende, zeit- und kontextunabhängige Wahrheiten gibt. So unterscheiden sich die Freuden und die Trauer der Menschen der Antike in ihren wesentlichen Grundzügen nicht von unseren Gefühlen. Andernfalls könnten wir einen Text, der älter als 50 oder 60 Jahre ist, überhaupt nicht verstehen.

Obgleich das so ist, sind wir doch immer überrascht, wenn wir feststellen, dass bereits viele Jahrhunderte früher jemand etwas formuliert hat, das wir uns mühsam als Erkenntnis erarbeitet haben. So ging es mir, als ich bei dem großen mittelalterlichen Thomas von Aquin (1224-1274) Stellen zum Islam suchte.

Große Teile seines Werkes entstanden
in der aktiven Auseinandersetzung mit dem Islam

Thomas von Aquin ist in diesem Zusammenhang auch deshalb so interessant, weil bestimmte Teile seines Werks in aktiver Auseinandersetzung mit dem Islam entstanden sind.

Es war die Zeit der viel gescholtenen Kreuzzüge, die aber in Wirklichkeit auch der Startschuss für einen großen kulturellen Austausch zwischen Orient und Abendland wurde. Über Kriege und den Handel mit dem Morgenland, kamen u.a. über die von den Mauren eroberten spanischen Gebiete und über Venedig die lange vergessenen und verschollenen Schriften des großen antiken Philosophen Aristoteles erneut ins Abendland zurück. Denken und Werk des Thomas sind ohne diesen Einfluss ebenso wenig denkbar wie die Geburt der Universität, an der jener Orden, dem Thomas angehörte (Dominikaner) ganz wesentlichen Anteil hatte.

Erste wissenschaftliche Auseinandersetzung
mit der Religion der „Barbaren“

Was sagt nun Thomas zum Islam? Neben der inhaltlichen Auseinandersetzungen mit dem muslimischen Aristotelismus eines Averoes (Ibn Ruschd) oder Avicenna (Ibn Sina), die er aber immer unabhängig vom Islam betrachtet, gibt es in seiner „Summa contra gentiles“ (die sich im Vorwort als intellektuelle Auseinandersetzung mit den denkerischen Grundlagen der Ungläubigen versteht) eine besonders viel sagende Stelle, in der Thomas den Islam charakterisiert:

Er sei eine Sekte unzivilisierter, in echt religiösen Dingen völlig inkompetenter Wüstenbewohner.

Dadurch unterscheide er sich vom Christentum, das aus einer hoch stehenden religiösen Kultur, dem Judentum, geboren sei. Der in der Wüste geborenen Religion von Barbaren stehen mit Juden- und Christentum für Thomas hochzivilisierte, urbane Religionen gegenüber: Jerusalem, Athen, Ephesus und Rom sind ihre Heimstätten.

Die Unzivilisiertheit weiß nach Thomas nicht um die klare Unterscheidung von Philosophie und Theologie, Säkularem und Religiösen, von Natur und Übernatur, von Staat und Kirche. Eine These, die damals auch Averroes vertrat. Aber im Christentum und damit der europäischen Kultur mit ihrer Trennung von geistlicher und weltlicher Macht den Boden bereitet hat.

Im Islam, der Religion des Averroes konnte sich diese zutiefst aristotelische Trennung zwischen dem staatlichen und dem religiösen Bereich jedoch nie durchsetzen.

Deshalb ist es auch völlig unsinnig, einen politischen Islam von einem unpolitischen zu unterscheiden.

Der Islam ist politisch oder er ist nicht Islam

Diese zutiefst verweltlichte, durch und durch politische Einstellung des Islam zeigt sich in dessen Hypertrophierung des Sexuellen, der den real existierenden Islam fast zu einer Bestätigung des Darwinismus macht.

Oder in den Worten des Thomas:

„Mohammed hat den Menschen sexuelle Vergnügungen versprochen, zu denen uns die Fleischeslust antreibt. Damit hat er sie zu seiner Sekte verführt.“

Seine falsche Lehre enthält auch Anweisungen, die zu seinen Versprechungen passen. So ließ er der sinnlichen Begierde freien Lauf. Wie zu erwarten, waren es nach solchen Vergnügungen dürstende Männer, die ihm dabei folgten. Was Beweise für die Wahrheit seiner Lehre angeht, hat er nur solche genannt, die ein jeder mit seinem natürlichen Vermögen verstehen kann, der über nur sehr wenig Geist verfügt.“

An geistlicher Grundeinstellung fehle es dem Mohammed komplett:

„Im Gegenteil sagte Mohammed, dass er mit der Macht seiner Waffen gesandt wurde – und das sind Zeichen, an denen es nicht einmal Räubern und Tyrannen mangelt.“

Dazu passt auch die Entstehungsgeschichte des Islam:

„Mohammed sind von Anfang an keine Gelehrten, keine in den göttlichen und menschlichen Dingen unterrichtete Menschen gefolgt. Diejenigen, die an ihn glaubten, waren brutale Männer und Wüstenwanderer, die absolut keine Ahnung von irgendeiner göttlichen Lehre hatten.

Durch ihre große Zahl zwang Mohammed mit der Macht seiner Waffen andere gewaltsam, ihm zu folgen.“

Islam als „Kultur des Lügens“

Und auch mit die Kultur des Lügens in Islam sieht Thomas bereits bei Mohammed verankert:

„Er verfälscht fast alle Zeugnisse des Alten und Neuen Testaments, indem er seine eigenen Lügenmärchen daraus macht. Das kann jeder erkennen, der seine Lehre untersucht. Es war von daher eine gewitzte Entscheidung seinerseits, seinen Anhängern zu verbieten, das Alte Testament und das Neue Testament zu lesen. Sonst hätten ihn diese Bücher der Fälschung überführt“

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Time am 30. September 2018

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1) https://philosophia-perennis.com/2018/09/30/thomas-von-aquin-islam-2/

Warum, warum, warum?

25. Januar 2014

Orkschule

Die mohammedanistische Wissenschaft
besticht durch die enorme Bandschmale ihrer Themen

Vor 1.000 Jahren soll es einen „rationalen Mohammedanismus“ gegeben haben, wie Jürgen Osterhammel am 21. Januar auf „FAZ.net“ berichtete (1).

Warum nur konnte sich dieser Mohammedanismus nicht durchsetzen, fragt er. Pssst, it’s Nazislam, stupid!

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Der Kampf um die muslimische Vernunft

S. Frederick Starr behauptet: Vor tausend Jahren lag das Zentrum der Aufklärung in Zentralasien. Doch warum konnte sich der rationale Islam dann nicht durchsetzen?

Die „orientalische Scholastik“, so Ernst Bloch 1952 in seiner Schrift „Avicenna und die aristotelische Linke“, sei „eines der Quellgebiete unserer Aufklärung“, und sie sei dies in viel höherem Maße als die Scholastik des lateinischen Mittelalters. Die eigentümliche Begeisterung an den Höfen und in den Gelehrtenschulen des muslimischen Mittleren Ostens für die Philosophie der griechischen Antike habe zu deren eigenständiger Weiterbildung geführt, zu weit mehr als einer bloß bewahrenden Vermittlung des aristotelischen Denkens an das christliche Europa.

S. Frederick Starr sieht das ähnlich. Er ist ein einflussreicher Zeithistoriker und Gegenwartsanalytiker Russlands, Afghanistans und der vormals sowjetischen Länder Zentralasiens, der sich tief in die Geschichte, vor allem die Geistesgeschichte, „seiner“ Region hineingegraben hat und nun die Funde gründlicher Studien mit spürbarem Enthusiasmus vorstellt.

Scharf gezeichnete Charakterporträts

Das heute verarmte und vergessene Zentralasien, eine geistige Wüstenei und für westliche Medien bestenfalls als Kriegsschauplatz von flüchtigem Interesse, war im 10. und 11. Jahrhundert das intellektuelle Zentrum Eurasiens und damit der Welt. Frei von erstickendem Religionszwang wurde hier Aufklärung praktiziert, wenn nicht sogar erfunden: wagemutige Untersuchungen des Menschen und aller Bereiche der Natur, scharfsinnige mathematische Beweisführungen, kühne Spekulationen über Metaphysik und Moral.

Das ist die tragende These des Buches. Sie bezieht ihre Würze aus knappen Seitenblicken auf das China und den Okzident der damaligen Zeit, die beide an den geistigen Höhenflug der muslimischen Welt nicht heranreichten. Und sie lebt von scharf gezeichneten Charakterporträts: des Philosophen und Arztes Ibn Sina (Avicenna, 980-1037), der viele seiner Werke auf der Flucht vor Tyrannen und im Exil schrieb; seines großen Rivalen und Dialogpartners, des alle überstrahlenden Universalgelehrten al Biruni (973-1048), den eine dreizehnjährige Forschungsreise tief hinunter nach Indien führte; des Mathematikers, Astronomen und Dichters Omar Khayyam (1048-1131), der eine nichteuklidische Geometrie entwarf und dessen präzise Kalenderberechnungen bis heute verblüffen.

Die Umrisse von Zentralasien

Starr umgibt diese Genies mit einem Kranz weniger bekannter, aber kaum blasserer Zeitgenossen, etwa al Razi (865-925), des ersten klinischen Experimentators, oder des Logikers und Musiktheoretikers al Farabi (zirka 870-950). Er situiert sie anschaulich in einer kosmopolitischen städtischen Kultur, die ihren Wohlstand weitreichenden Fernhandelsverbindungen sowie der Freigebigkeit Beute machender Kriegsfürsten verdankte.

Vor allem aber dekoriert Frederick Starr seine Aufklärer in einer bestimmten Landschaft, die er „Zentralasien“ nennt. Das ist ein besonders uneindeutiger Name in der geographischen Nomenklatur. In diesem Buch schließt er die Mongolei, Tibet und das chinesische Turkestan (heute: Xinjiang) östlich von Kashgar aus. Gemeint ist vielmehr ein Raum, den man sich nur auf einer physikalischen Karte verdeutlichen kann, auf der heutige Staatengrenzen in den Hintergrund treten. Er umfasst den Süden Usbekistans und Turkmenistans, die nördliche Hälfte Afghanistans und den Nordosten Irans. Samarkand, Nischapur (die Heimat und Wirkungsstätte Omar Khayyams) oder die im 13. Jahrhundert zerstörte Seldschuken-Hauptstadt Merv waren die großen Metropolen dieser Transitregion an der Seidenstraße.

Starrs obsessive Suche nach einer gemeinsamen Identität dieses Raumes wirkt etwas anachronistisch. Ein wenig zu oft fragt er, wie „zentralasiatisch“ einzelne seiner Figuren gewesen seien. Es genügt aber schon, ihm bei einer zweistufigen Dezentrierung zu folgen: Liebhabern des lateinischen („Früh“-)Mittelalters rät er, den Blick vom peripheren Norden der beschaulichen Klöster und romanischen Kirchen auf die pulsierenden Großstädte des Orients zu lenken. Und wessen Vorstellung der islamischen Welt des Mittelalters vom Dreieck Kairo-Damaskus-Bagdad her konstruiert ist, den erinnert er daran, dass mehrere Jahrhunderte lang ein zweites, nordöstliches Zentrum der muslimischen Ökumene von mindestens gleichem Gewicht war.

Dies wird durch die pauschalen Vereinnahmungen des 20. Jahrhunderts leicht verwischt. Viele der „arabischen“ Gelehrten des Mittelalters, die sich des Arabischen als der universalen Religions- und Wissenschaftssprache bedienten, stammten aus dem ethnisch bunt zusammengesetzten Zentralasien, und der in Buchara geborene und aufgewachsene Ibn Sina wird weder als „usbekisch“ noch als – wie man oft liest – „persisch“ sinnvoll identifiziert.

Die Verheerungen des Dschingis Khan

Im Unterschied zu Ernst Bloch sieht Starr die islamische Aufklärung nicht als Vorläuferin der späteren europäischen; zwischen beiden findet er keine Fäden der Kontinuität. Vielmehr erzählt er eine dramatische, aber wenig überraschende Katastrophengeschichte. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts war das Goldene Zeitalter bereits einer epigonalen Niedergangsstimmung gewichen; kulturelle Erschöpfung hatte eingesetzt. Provoziert durch einen hochmütigen Lokalherrscher, der mongolische Gesandte ermordet hatte, griffen 1219 Dschingis Khans Reiterheere Zentralasien an und richteten in einem Blitzfeldzug bis 1221 schreckliche Zerstörungen an. Die Künstler und Gelehrten flohen oder wurden umgebracht, von der blühenden Stadtkultur blieb bis hin nach Persien und Afghanistan wenig übrig. Der blutdürstige Timur (Tamerlan) war um 1400 kaum weniger zimperlich. Seine Versuche, sich zum Kulturgründer zu stilisieren, führten bloß zu einer protototalitären Monumentalarchitektur.

Ebenso wichtig in diesem an Edward Gibbon erinnernden Szenario von äußerer Überwältigung und innerer Erosion ist der Feind zu Hause. Die zentralasiatische Aufklärung war rationalistisch und religiös eher kühl gestimmt, eine Art von östlichem Thomismus. Dagegen erhob sich bereits im 11. Jahrhundert die Massenbewegung des Sufismus, eines „Islams des Herzens“. Sie erhielt ab 1095 aus Bagdad Schützenhilfe durch al Ghazali, den für Starr „einflussreichsten, mächtigsten und reichsten Intellektuellen der muslimischen Welt“, ein demagogischer Feind jeglicher Vernunftreligion und Vertreter einer Orthodoxie, die er maßgeblich selbst schuf. Er ist der Fürst der Finsternis im Plot dieses Buches. Als sich die Schwärmer und wissenschaftsfeindlichen Theologen durchsetzten, war die muslimische Aufklärung „verloren“.

Ein Rätsel bleibt

Es nimmt für Starr ein, dass er seine Thesen umsichtig, undramatisch und in stets transparenter Argumentation vorträgt. Hier findet sich kein einziges Wort über „den Islam“ als solchen oder über seine angebliche Unfähigkeit zu Reform und Modernität. Im Gegenteil: Selten ist das rationalistische Potential im Islam so stark betont worden. Weshalb aber konnte es sich nicht nachhaltig durchsetzen? Wo blieben die neuen al Birunis? Starr bietet eine ganze Reihe von Erklärungen an und ist doch mit keiner zufrieden. Über ein beschreibendes Stafettenmodell von „world intellectual leadership“ kommt er nicht hinaus: Das in den Akademien Transoxaniens und Irans verglimmende Licht des Wissens wurde an den frisch gegründeten Kathedralschulen und Universitäten nördlich der Alpen neu entfacht. Aber warum? Dschingis Khan ist nicht an allem schuld.

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Lesen Sie auch einen Text zum Thema, den ich bei Michael Mannheimer gefunden habe (2). Er stammt von John J. O’Neill und wurde, wie ich erst später entdeckte, vom Ex-Acht-der-Schwerter-Kommentator Depp Rotz vom Naziblog „As-der-Schwerter“ übersetzt, was ihn m.E. aber nicht weniger lesenswert macht. Lesenswert ist dort übrigens auch die Debatte der amerikanischen Blogger, während die deutschen Nazis Höhenflüge wie den folgenden hervorbringen:

Interessant, es ist also Neid. Und es stärkt meine These dass der Islam eine Jüdische („jüdische“ bitte in Kleinschreibung, T.) Sekte ist.“

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Das Goldene Zeitalter des Islam: Ein archäologisches Nichts

In meinem kürzlich erschienenen Buch „Holy Warriors: Islam and the Demise of Classical Civilization“ habe ich detailliert argumentiert, dass der Islam, weit davon entfernt, eine Kraft der Aufklärung im sogenannten Dunklen Zeitalter zu sein, tatsächlich verantwortlich war für die Zerstörung der alphabetisierten und städtischen Zivilisation, die wir jetzt die klassische nennen, und dass es der Islam war, der Europas Abstieg in die Rückständigkeit während des Mittelalters verursachte. An derselben Stelle habe ich im Detail argumentiert, dass das islamische Goldene Zeitalter des späten siebten bis mittleren zehnten Jahrhunderts, in dem der Islam sich angeblich im Licht der Wissenschaft und Gelehrsamkeit gesonnt hat, ein kompletter Mythos ist, und dass keine solche Epoche jemals existierte. Die Beweise dafür sind archäologischer Natur.

Bis zum neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert waren Gelehrte gezwungen, sich hinsichtlich ihres Wissens über die Welt der Antike und des Mittelalters gänzlich auf schriftliche Quellen zu verlassen. Der kompetente Historiker hatte natürlich immer die entscheidende Fähigkeit gehabt, zwischen Fakten und Fabeln zu unterscheiden, zwischen Propaganda und ehrlicher Berichterstattung. Es gab auch ab dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert eine ausgereiftere Form der Textkritik. Dennoch, egal wie kritisch der Gelehrte war, am Ende war alles, womit er arbeiten konnte, das geschriebene Wort. Aber dies alles begann sich im neunzehnten Jahrhundert zu ändern. Von da an hatten die Gelehrten etwas Unabhängiges, mit dem sie die Behauptungen der Chronisten und Annalenschreibe von einst überprüfen konnten: die Wissenschaft der Archäologie.

Bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts hatten die Archäologen begonnen, ein recht umfassendes Bild der Archäologie Europas und des Nahen Ostens zusammenzufügen. In der Tat gehörten und gehören mehrere Gebiete des Nahen Ostens, wie Ägypten, Palästina und der Irak zu den am gründlichsten durch Ausgrabungen erforschten Regionen der Erde.

Mittelalterkundler waren natürlich sehr daran interessiert gewesen, etwas Licht auf die romantische, wenn auch anscheinend fabelhaft reiche und kultivierte islamische Welt des siebten, achten und neunten Jahrhunderts zu werfen. Seltsame und wundersame Geschichten wurden über diese Epoche erzählt, wenngleich alle darin übereinstimmten, dass es ein Zeitalter hoher Zivilisation war. In der Tat wurde das siebte bis zehnte Jahrhundert, wie wir sahen, als das islamische Goldene Zeitalter betrachtet.

Dies war das Zeitalter der Omayyaden- und Abbasidenkalifen; die romantische Epoche von Scheherazade und Harun al-Raschid, dem fabelhaft reichen Kalifen von Bagdad, von dem es heißt, dass er die Verkleidung eines gewöhnlichen Mannes angelegt und nachts durch die schwach beleuchteten Straßen der Metropole gewandert sei – einer Stadt von angeblich einer Million Menschen. Diese Epoche, und diese allein, soll das Zeitalter der kulturellen Vorherrschaft des Islams markiert haben. Man betrachte die folgende Beschreibung eines englischen Historikers über das Cordoba des achten bis zehnten Jahrhunderts, typisch für das Genre:

„In Spanien… führt die Gründung der Omayyaden-Macht eine Ära beispielloser Pracht herbei, die ihren Höhepunkt im frühen zehnten Jahrhundert erreicht. Die große Universität von Cordoba ist gedrängt voll mit Studenten… während die Stadt selbst das Staunen von Besuchern aus Deutschland und Frankreich erregt. Die Ufer des Gualadquivir sind gesäumt von luxuriösen Villen, und – geboren aus einer Laune des Herrschers – erhebt sich der berühmte Palast der Blume, eine fantastische Stadt der Freuden.“ (H. St. L. B. Moss, „The Birth of the Middle Ages; 395-814“, Oxford University Press, 1935). Alle stimmten darin überein, dass die islamische Welt in späteren Jahren – vom elften Jahrhundert an – schnell hinter den Westen zurückzufallen begann.

Nach dem Wort der geschriebenen Geschichten erwarteten die Archäologen also, von Spanien bis zum östlichen Iran eine blühende und lebhafte Kultur zu finden; eine islamische Welt enormer Städte, ausgestattet mit all dem Reichtum der Antike und dem Beutegut, das in den moslemischen Eroberungskriegen angesammelt worden war. Sie hofften, Paläste zu finden, öffentliche Bäder, Universitäten und Moscheen, alle reich mit Marmor, Keramik und Steinschnittarbeiten verziert.

Tatsächlich fanden sie nichts dergleichen.

Das archäologische Nichterscheinen des islamischen Goldenen Zeitalters ist sicherlich eine der bemerkenswertesten Entdeckungen, die im vergangenen Jahrhundert ans Licht kamen. Es hat nicht für die sensationellen Schlagzeilen gesorgt, die wir erwarten würden, aus dem simplen Grund, dass eine Nichtentdeckung für die Öffentlichkeit weit weniger interessant ist als eine Entdeckung. Andererseits stellten sich die Archäologen vor, während sie vergeblich Ausgrabungsstätte um Ausgrabungsstätte durchsuchten, dass sie nur kein Glück gehabt hätten; dass mit der Ausgrabung des nächsten Tages die fabelhaften Paläste und Bäder enthüllt werden würden. Und dies ist nun schon seit hundert Jahren das Muster gewesen.

In Wirklichkeit ist die islamische Welt über grob drei Jahrhunderte eine buchstäbliche Leerstelle. Im Normalfall finden wir ein oder zwei Fundstücke, die dem siebten Jahrhundert zugeschrieben werden, dann über drei Jahrhunderte nichts, dann ein Wiedererscheinen archäologischen Fundmaterials im mittleren oder späten zehnten Jahrhundert. Nehmen Sie zum Beispiel Ägypten. Ägypten war im frühen Mittelalter das größte und bevölkerungsreichste islamische Land.

Die moslemische Eroberung des Landes fand 638 oder 639 statt, und wir sollten erwarten, dass die Invasoren fast sofort angefangen hätten, unter Nutzung des Reichtums des Landes zahlreiche und prächtige Gebetsstätten zu bauen – aber augenscheinlich taten sie das nicht. Nur zwei Moscheen in ganz Ägypten, beide in Kairo, sollen aus der Zeit vor dem elften Jahrhundert stammen: die Amr ibn al-As, 641 n. Chr., und die Ahmad ibn Tulun, 878 n. Chr. Jedoch weist das letztere Gebäude viele Merkmale auf, die man nur bei Moscheen des elften Jahrhunderts findet, daher ist ihre Datierung mit 878 umstritten. Also haben wir in Ägypten eine einzige Gebetsstätte, die Moschee Amr ibn al-As, die aus der Zeit drei Jahre nach der moslemischen Eroberung stammt, dann weitere dreieinhalb Jahrhunderte lang nichts. Warum sollten die Moslems in einer enormen Stadt mit vielleicht bis zu fünf Millionen Einwohnern über dreihundert Jahre warten, bevor sie sich eine Gebetsstätte bauen?

Und es ist dasselbe in der ganzen islamischen Welt. Egal, wohin wir gehen, von Spanien bis in den Iran, es gibt buchstäblich nichts zwischen ca. 650 und 950. Spanien soll, wie wir gesehen haben, in den zwei Jahrhunderten nach der arabischen Eroberung des Jahres 711 angeblich eine Blüte der islamischen Kultur und Zivilisation erlebt haben; und die Stadt Cordoba soll zu einer hochentwickelten Metropole mit einer halben Million Menschen oder mehr herangewachsen sein.

Wir erinnern uns an die Beschreibung einer blühenden und sehr reichen Metropole durch den oben zitierten Autor. Dennoch gab derselbe Autor zu: „Wenig bleibt von der Architektur dieser Periode.“ Wenig, in der Tat! Tatsächlich ist das einzige moslemische Bauwerk in ganz Spanien, das aus der Zeit vor dem elften Jahrhundert stammt, die sogenannte Moschee von Cordoba; und sogar diese ist streng genommen kein islamisches Bauwerk: es war ursprünglich die westgotische Kathedrale von St. Vinzenz, die – angeblich in den Tagen von Abd er-Rahman I. – in eine Moschee umgewandelt wurde. Dennoch könnten die existierenden islamischen Merkmale gleichermaßen in die Zeit von Abd er-Rahman III (spätes 10. Jhd.) gehören, von dem wir wissen, daß er Umbauarbeiten an der Kathedrale durchführte, indem er ein Minarett und eine neue Fassade hinzufügte. (Louis Bertrand, „The History of Spain“, 2. Auflage, London 1945, S. 54)

Der Großteil der islamischen Merkmale des Gebäudes stammt in Wirklichkeit aus der Zeit nach Abd er-Rahman III, und es gibt keine sichere Möglichkeit, irgendetwas davon ins achte Jahrhundert zu datieren.

Die Armut der sichtbaren islamischen Überbleibsel wird normalerweise damit erklärt, dass die Christen die moslemischen Monumente nach der Rückeroberung der Stadt zerstört hätten. Zugegeben, die Christen könnten all die Moscheen zerstört haben – obwohl sogar das unwahrscheinlich erscheint – aber sie hätten sicherlich keine opulenten Paläste, Bäder, Befestigungsanlagen etc. zerstört. Dennoch hat nichts von diesen – zumindest nichts, das dem achten bis frühen zehnten Jahrhundert zugeschrieben wird – überlebt. Und selbst wenn wir annehmen, dass solche eine universale und sinnlose Zerstörung stattgefunden hätte, müssen wir annehmen, daß wir zumindest unter der Erde reichlich arabische Fundamente finden würden, wie auch Artefakte, Werkzeuge, Töpferwaren etc.

In der Tat würde der Archäologe in einer Stadt von mehr als einer halben Million Menschen, wie es das Cordoba des achten, neunten und zehnten Jahrhunderts gewesen sein soll, einen Überreichtum solcher Dinge erwarten. Sie sollten mit fast jeder Schaufel voll Dreck aus dem Boden zum Vorschein kommen.

Nun ist Cordoba in den vergangenen siebzig Jahren oder so ausgiebig durchgegraben worden, oft spezifisch um nach arabischen/maurischen Überresten zu suchen. Was ist also gefunden worden?

Laut dem prestigereichen „Oxford Archaeological Guide“ hat die Stadt nach erschöpfenden Ausgrabungen folgendes geoffenbart:

a) den südwestlichen Teil der Stadtmauer, die „vermutlich“ aus dem neunten Jahrhundert ist;
b) einen kleinen Badekomplex aus dem 9./10. Jahrhundert, und
c) einen „Teil“ der Omayyaden-Moschee (8./9. Jahrhundert)
(Oxford Archaeological Guide, Collins 1998, S. 73, 119, 120)

Dies ist alles, was man aus zweieinhalb Jahrhunderten der Geschichte einer Stadt mit angeblich einer halben Million Menschen entdecken kann. Und der Rest Spaniens, der mit gleicher Energie untersucht worden ist, kann wenig mehr liefern. Ein paar Siedlungen hier und ein paar Fragmente von Töpferwaren dort, üblicherweise mit zweifelhafter Datierung und oft als „vermutlich“ aus dem neunten Jahrhundert oder dergleichen beschrieben.

Die schiere Armseligkeit dieser Überreste kann nur angemessen verstanden werden, wenn wir sie mit anderen gut belegten archäologischen Zeitaltern vergleichen. So hat zum Beispiel ein einziges Jahrhundert aus der Geschichte des kaiserlichen Roms nicht tausende, sondern buchstäblich Millionen archäologischer Funde ergeben, von Amphitheatern und Tempeln bis zu Stücken von Töpferwaren und Kunstobjekten. Dass beinahe drei Jahrhunderte islamischer Geschichte – drei Jahrhunderte eines angeblichen Goldenen Zeitalters des Überflusses und Reichtums – von der Atlantikküste Marokkos bis zur Grenze Indiens buchstäblich nichts hervorbringen können, ist eine äußerst erstaunliche Tatsache; eine Tatsache, die unerbittlich zu einer einzigen Schlussfolgerung führt: nämlich dass das Goldene Zeitalter des achten, neunten und zehnten Jahrhunderts ein Mythos ist.

Und die schwer fassbare Natur allen Materials aus diesen drei Jahrhunderten, in jedem Teil der islamischen Welt, läßt uns fragen, ob der Aufstieg des Islams nicht irgendwie fehldatiert worden ist: Denn das erste echte Zeichen (im archäologischen Sinn), das der Islam in Spanien hinterlassen hat, wird auf das mittlere zehnte Jahrhundert datiert, in die Zeit von Abd er-Rahman III; dessen Leben viele auffallende Vergleiche mit seinem Namensvetter und angeblichen Vorfahren Abd er-Rahman I. aus dem achten Jahrhundert zuläßt.

Wiederum gibt es seltsame und auffallende Parallelen zwischen den Hauptereignissen der islamischen Geschichte des siebten und achten Jahrhunderts einerseits und des zehnten und elften Jahrhunderts andererseits. So soll zum Beispiel die christliche Reconquista in Spanien um 720 herum begonnen haben, mit dem großen Sieg von Don Pelayo bei Covadonga; aber die wahre Reconquista begann dreihundert Jahre später mit den Siegen von Sancho von Navarra um 1020. In ähnlicher Weise soll die islamische Invasion Indiens um 710 – 720 mit den Siegen von Muhammad bin Qasim begonnen haben, obwohl die „reale“ islamische Eroberung der Region mit den Siegen von Mahmud von Ghazni begann, ungefähr zwischen 1010 und 1020.

Was bedeutet dies alles?

Der Mangel an moslemischem archäologischem Material aus der Zeit vor dem zehnten und elften Jahrhundert (mit der Ausnahme von zwei oder drei Monumenten wie des Felsendoms in Jerusalem und der Amr-ibn-al-As-Moschee in Kairo, gewöhnlich aus der Mitte des siebten Jahrhunderts) deutet darauf hin, daß der Aufstieg des Islams fehldatiert worden ist, und daß sich irgendein Fehler in die Chronologie eingeschlichen hat. Aber ob Fehler oder nicht, die Tatsache, dass aus der Zeit vor der Mitte des zehnten Jahrhunderts buchstäblich nichts gefunden worden ist, bedeutet, dass der Islam keine blühende, reiche und kultivierte Zivilisation war, während Europa im Dunklen Zeitalter steckte. Im späten zehnten Jahrhundert erlebte Europa seine eigene „Renaissance“, mit einem Aufblühen von Kunst und Architektur, wovon vieles stark an die spätklassischen Werke der späten merowingischen und westgotischen Periode erinnerte.

Original: Islam’s Golden Age: An Archaeological Nonentity, erschienen am 27. Februar 2010 bei „Gates of Vienna“.
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Quelle: http://schwertasblog.wordpress.com/2010/11/20/das-goldene-zeitalter-des-islam-ein-archaologisches-nichts/

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Time am 25. Januar 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/buecher-der-woche/sachbuecher-der-woche/s-frederick-starr-lost-enlightenment-der-kampf-um-die-muslimische-vernunft-12762644-p2.html
2) http://michael-mannheimer.info/2013/12/26/das-goldene-zeitalter-des-islam-ein-archaeologisches-nichts/

Lesen Sie auch:
https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/16/mythos-andalusien/

Formen der Jizia (#1)

31. Juli 2013

Avicenna

Wieder sieben Millionen bei den Orks abgeliefert! Ins Ork-Paradies kommt Dimmi-Wanka trotzdem nicht, aber ihr höchstes Ziel ist es ohnehin, ihren Herren die Stiefel lecken zu dürfen.

Vor kurzem berichtete PI (1) über die Anerkennung des mohammedanistischen Studienwerks „Avicenna“ durch die Dimmi-Bundesbildungsministerin Johanna Wanka bzw. ihr Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Der Sinn dieses Werks ist völlig klar: Man möchte qualifiziertes Personal heranbilden, das fähig ist, die komplizierteren Funktionen in unseren Institutionen und Unternehmen zu übernehmen. Ekelhaft ist die Darstellung seiner „persönlichen Motivation“ durch den Gründer der orkischen Kaderschmiede, Beschir Hussain (2):

„Ich bin im Berliner Stadtteil Neukölln geboren und aufgewachsen. An meiner Schule wurden Schüler entsprechend ihrer ethnischen Herkunft in unterschiedliche Klassen unterteilt. Viele meiner Freunde beendeten ihre schulische Laufbahn vorzeitig und nur wenige waren insbesondere aufgrund der fehlenden Unterstützung gewillt, ein Hochschulstudium aufzunehmen. Im ersten Semester meines Studiums hörte ich erstmals von der Begabtenförderung in Deutschland und realisierte rückblickend, dass ich auch als jahrgangsbester Abiturient damals nicht von meiner Schule für eine Hochschulförderung vorgeschlagen wurde. Als ich kurze Zeit darauf gleich von zwei Begabtenförderwerken in ein Förderprogramm aufgenommen wurde, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, unterstützt zu werden und ein Teil der deutschen Gesellschaft zu sein. Ich setzte mir zum Lebensziel, ein Begabtenförderwerk für Muslime in Deutschland zu gründen.“

Die Frechheit der Orks ist wirklich beispiellos. Da beklagt dieses Prachtexemplar, dass es kurz nach dem Abitur nicht einer Stiftung für ein Stipendium vorgeschlagen wurde, während der Rest der Förderungsinteressierten langwierige, anstrengende und teure Bewerbungsverfahren über sich ergehen ließ. Aber aus der Sicht der Orks müssen sich eigentlich die Stiftungen bei ihnen bewerben, damit sie gnädigerweise ein Stipendium annehmen. Wenig später wird der Jammerlappen dann sogar von gleich zwei Förderprogrammen unterstützt, ob immer das legal oder moralisch vertretbar sein mag, aber hängen bleibt bei ihm, er sei so diskriminiert worden, dass jetzt unbedingt ein Sonderprogramm für Mohammedanisten initiiert werden müsse. Ekelhaft sind auch seine ellenlangen aalglatten und verschwurbelten Ausführungen, die er macht, als er gefragt wird, welchen Sinn ein ausdrücklich mohammedanistisches Studienwerk haben soll, und die man getrost zügig überfliegen kann, ohne an Wissen einzubüßen:

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Frage: Es wird oft kritisch hinterfragt, warum das Avicenna-Studienwerk ein Begabtenförderungswerk ist, das speziell Muslime fördert. Was sagen Sie dazu?

Hussain: Begabtenförderung ist eine Form der Investition. Jedes Jahr fördert die Bundesregierung eine begrenzte Anzahl an leistungsstarken und verantwortungsbewussten jungen Menschen in Deutschland. Mit dieser Förderung geht stets die Erwartung einher, dass diese Studenten und Doktoranden zukünftig einen zusätzlichen Beitrag zum gesamtgesellschaftlichen Nutzen leisten. Wie hoch dieser Nutzen für die Gesellschaft am Ende tatsächlich ist, hängt analog zu Investitionsbewertungen von mehreren Variablen ab, von denen ich an dieser Stelle zwei erwähnen möchte; können beide maximiert werden, erhöht sich auch der Nutzen für die Gesellschaft.

Die erste Variable ist die Eintrittswahrscheinlichkeit des gesellschaftlichen Nutzens – unabhängig davon, welche Ausrichtung und Höhe dieser Nutzen hat. Der Begabtenförderung durch den Staat geht es als solche zunächst einmal ausschließlich darum, diejenigen jungen Menschen zu identifizieren, die zukünftig mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einen Nutzen für die gesamte Gesellschaft (mit)generieren können und wollen. Durch die Bereitstellung eines materiellen Stipendiums soll diese Wahrscheinlichkeit maximiert werden; diese Aufgabe übernimmt das BMBF in vollem Umfang und stellt allen anerkannten Begabtenförderungswerken das nötige Kapital zur Verfügung. Kann sich ein Student ohne finanzielle Sorgen auf sein Studium konzentrieren, steigt in der Regel die akademische Erfolgswahrscheinlichkeit durch eine entsprechende Zeitallokation. Welchen weltanschaulichen oder religiösen Hintergrund der Student hat und mit welchen wissenschaftlichen Fragestellungen er sich inhaltlich beschäftigt, bleibt auf dieser Ebene zunächst völlig irrelevant.

Frage: An welcher Stelle spielt der muslimische Glaube denn dann eine Rolle?

Hussain: Auf der Systemebene an keiner Stelle, ausschließlich auf individueller Förderwerksebene und das spiegelt sich auch deutlich in der Finanzierungsstruktur der religiösen Förderwerke wider. Der gesamtgesellschaftliche Nutzen ist die zweite Variable in der Gleichung und ist ein Zusammenspiel aus vielfältigen Weltanschauungen, Ideologien und Erfahrungen, die in einer Gesellschaft durch eine signifikante Anzahl an Trägern vertreten werden. Durch konstruktiven Diskurs und Partizipation an der politischen Willensbildung stiften die Träger der verschiedenen Anschauungen als Kollektiv einen Nutzen für die gesamte Gesellschaft. Dies ist eine zentrale Überlegung, die einer jeden freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung zu Grunde liegt. Auf diese Überlegung stützt sich eben auch das durch die Bundesregierung geförderte Begabtenförderungssystem in Deutschland.

Die Begabtenförderungswerke sind gesamtheitlich betrachtet ein Kollektiv und sie arbeiten in einigen Bereichen auch als ein organisiertes Kollektiv. Sie spiegeln das pluralistische Spektrum der in Deutschland vorhandenen weltanschaulichen, religiösen, politischen, wirtschafts- und gewerkschaftsorientierten Strömungen wider. Bundesweit gab es bislang zwölf Begabtenförderungswerke. Konfessionell geprägt sind das katholische Cusanuswerk, das Evangelische Studienwerk Villigst und das jüdische Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk. Durch die Gründung des muslimischen Begabtenförderwerkes Avicenna wurde eine Lücke in diesem Spektrum geschlossen. Jedes durch das BMBF anerkannte Begabtenförderungswerk hat ein ideelles Programm, das neben der materiellen Unterstützung die zweite Förderungskomponente bildet. Hier spielen Wertevorstellungen eine Rolle. Im Gegensatz zu den materiellen Stipendien wird diese Komponente allerdings von den Begabtenförderungswerken selbst und nicht vom BMBF finanziert.

Kann der gesamtgesellschaftliche Nutzen und dessen Eintrittswahrscheinlichkeit jeweils maximiert werden, erhöht sich der tatsächlich geschaffene Nutzen für die Gesellschaft. Die Bundesregierung (die materielle Stipendien zur Verfügung stellt) und die Begabtenförderungswerke (die jeweils ideelle Stipendien zur Verfügung stellen) arbeiten gemeinsam auf dieses Ziel hinaus.

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Blablablablub!

In den ersten vier Jahren wird die Avicenna-Unterwandererkolonne übrigens acht Millionen Euro einsacken (3). Hiervon stammen sieben Millionen von den deutschen Dimmis und eine Million von der privaten Stiftung Mercator (4).

Und noch etwas: Der Stiftung den Namen „Avicenna“ zu geben, ist eine weitere Frechheit der Orks, die in typischer Täuschungsabsicht ausgeübt wurde. Denn Hauptcharakteristikum dieses Persers, der als „Arzt, Physiker, Philosoph, Jurist, Mathematiker, Astronom, Alchemist und Musiktheoretiker“ (5) wirkte, war seine Betonung von Logik und naturwissenschaftlicher Forschung, nicht von kloranischem Unfug. Sein voller Name lautete Abu Ali al-Husain ibn Abdullah ibn Sina, und ich könnte mir denken, dass der von mir sehr geschätzte persischstämmige Counterjihadi Ali Sina (6) sein Pseudonym mit Bezug auf diesen bedeutenden Forscher wählte, der sich der Wahrheit verpflichtet fühlte aber ganz sicher nicht jenem bösartigen Schwachsinn aus dem Munde Klo H. Metzels. 

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Time am 31. Juli 2013

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1) http://www.pi-news.net/2013/07/stipendien-fur-musliminnen/
2) http://www.migazin.de/2013/07/29/avicenna-studienfoerderwerk-muslime-hochschulfoerderung-islam/
3) http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/avicenna-erstes-studienwerk-fuer-muslimische-studenten-a-911413.html
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Stiftung_Mercator
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Avicenna
6) http://alisina.org/