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Nur Blut, Schweiß und Tränen

16. November 2015

Terminator

Einen exzellenten Aufsatz von Stefan Frank hat die „Achse des Guten“ heute online gestellt (1). Er ist rabenschwarz, und davon werde ich mich natürlich nicht beeindrucken lassen, aber ansonsten äußerst pointiert.

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Europas Tag der Abrechnung

Diesmal gab es kein „Wir schaffen das“. Doch dafür hatte Bundeskanzlerin Merkel nach dem Sturm des Dschihad auf Paris eine andere Botschaft für das französische Volk: „Wir weinen mit Ihnen.“ Worte, die in die Geschichte eingehen werden wie Roosevelts „a date which will live in infamy“. Dass Merkel mit ihnen weint, wird nicht nur den Franzosen Halt geben, sondern auch die Deutschen moralisch aufrichten und stärken, denen ja, wie der Islamische Staat durch die Wahl seines Ziels – am Rande des Freundschaftsspiels Frankreich-Deutschland – und die vorangegangene Bombendrohung gegen das Hotel der deutschen Nationalmannschaft hinreichend klar gemacht hat, die nächsten Terroranschläge gelten werden. Tränen lügen nicht.

Merkel ist nicht der erste Mensch an der Spitze eines Staates, der sich einem bösartigen Feind gegenüber sieht, den niederzuringen alle Kräfte der Nation erfordert. Sie dürfte aber die Erste sein, die glaubt, ihn durch Weinen zu bezwingen. Als Winston Churchill sich am 13. Mai 1940, drei Tage nach seinem Amtsantritt, an das britische Unterhaus wandte, um dessen Unterstützung für den Krieg gegen Deutschland zu ersuchen, sagte er, er wolle eine Regierung bilden, „die den vereinten und unbiegsamen Entschluss der Nation“ verkörpere, „den Krieg mit Deutschland zu einem siegreichen Ende zu führen.“ Und weiter: „Ich sage zu diesem Haus dasselbe, was ich zu denen gesagt habe, die der Regierung beigetreten sind: ‚Ich habe nichts zu bieten außer Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß’.“

Ist es unfair, die Vermutung aufzustellen, Churchills Rede wäre eine Spur weniger überzeugend gewesen, wenn er einfach nur gesagt hätte: „Ich habe nichts zu bieten außer Tränen“? Dass Merkel nicht wie Churchill ist – wer ist das schon? –, ist freilich noch das geringste unserer Probleme. Sehr viel schwerer wiegt der schiere Umstand, dass heute, da die Europäer sich in einem Krieg befinden, der auf ihre Vernichtung zielt, Deutschland und Europa von einer Person geführt werden, deren Zurechnungsfähigkeit ernsthaft in Frage steht. Das fällt selbst dem Ausland auf. In einem am 26. Oktober in der Londoner Financial Times veröffentlichten Leitartikel mit dem Titel “Das Ende der Ära Merkel ist in Sicht”, schreibt Gideon Rachman: „Einige Wähler haben offenbar die Schlussfolgerung gezogen, dass Mutti verrückt geworden ist – Deutschlands Grenzen weit auf zu machen für alle mit Mühsal Beladenen dieser Welt.”

Und weit auf zu machen, muss man hinzufügen, für alle Terroristen. Davor hatte uns ja der libanesische Bildungsminister Elias Bou Saab gewarnt: Nach Erkenntnissen der libanesischen Regierung seien zwei Prozent der 1,1 Millionen Bewohner libanesischer Flüchtlingslager Terroristen des Islamischen Staates, sagte er im September, und fügte hinzu, dass diese wahrscheinlich auf dem Weg nach Europa seien: „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sie [der Islamische Staat] solch eine Operation durchführen. Nach Europa und in andere Länder gehen.“ (2)

Selbstverständlich tun sie das. Was hätte den Islamischen Staat in Abwesenheit jeglicher Grenzkontrollen daran hindern sollen, kriegserprobte Selbstmordkommandos nach Europa zu bringen, um in Großstädten Massaker zu verüben? Niemand hat geglaubt, dass sie das nicht tun werden – niemand außer denen, die die Macht im Staat haben, natürlich: „Die Mär vom eingeschlichenen Terroristen“, betitelte die Münchener Prawda am 15. Oktober einen Beitrag, in dem sie die wissenschaftliche Hypothese verbreitete, Terroristen würden sich am effektivsten durch offene Grenzen abschrecken lassen – insbesondere dann, wenn es Busse gibt, die sie direkt zum Ziel ihrer Anschläge fahren.

Nun heißt es, mindestens zwei der Pariser Attentäter seien als „Flüchtlinge“ über Griechenland eingereist. Wer hätte das gedacht? Im Bundeskanzleramt und in den Redaktionen von Deutschlands halbamtlichen Zeitungen ist man sicherlich aus allen Wolken gefallen. „Hast du schon gehört, Peter, unter den Millionen, die unkontrolliert über die offenen Grenzen gekommen sind, waren doch Terroristen“– „Na, da brat’ mir doch einer `nen Storch!“ Man kann sich lebhaft vorstellen, wie bei der „Süddeutschen“ und anderswo die Telefone klingeln, lauter kritische Leser, die nun bohrende Fragen stellen.

Doch fokussieren wir uns nicht auf einzelne Personen. Ja, Merkel mag 30.000 Terroristen des Islamischen Staates nach Deutschland geholt haben, die demnächst Amok laufen werden, aber warum soll man jetzt auf diesem Fehler herumreiten? Schwamm drüber, vergessen und verziehen. Statt uns mit individuellen Verfehlungen zu beschäftigen, sollten wir die moralische Krise in den Blick nehmen, die seit vielen Jahrzehnten andauert und die ganze Welt betrifft.

Als erstes ist hier zu nennen, dass die Vereinten Nationen niemals definiert haben, was Terrorismus ist. Das war ihnen wohl zu schwierig, vor allem, da die meisten Mitgliedsstaaten Terroristen wie die der PLO immer gefördert haben. Man kann die Bilder des heutigen Terrors nicht lösen von dem Bild Arafats, wie er im November 1974 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen redet, frenetisch gefeiert, mit einem Pistolenholster am Gürtel. Zwei Jahre zuvor hatten Mitglieder von Arafats Fatah in München elf israelische Leichtathleten ermordet.

Nur sechs Monate vor seiner Rede, im Mai 1974, hatten Mitglieder der zur PLO gehörenden DFLP in der nordisraelischen Stadt Ma’alot eine Schule überfallen, die Schüler als Geiseln genommen und 26 Menschen – darunter 21 Kinder – getötet. Sieben Monate zuvor, im April 1974, hatten Mitglieder der ebenfalls zu Arafats PLO gehörenden PFLP ein Apartmentgebäude in Kiryat Shmona besetzt, elf Bewohner erschossen und sich dann in die Luft gesprengt. Die Liste könnte weiter und weiter gehen, Arafats Blutspur war schon damals lang. Und doch – oder gerade deshalb – bejubelten ihn die Vereinten Nationen, jene Staatenorganisation, die ins Leben gerufen worden war, um allem Krieg ein Ende zu bereiten.

Statt den Terrorismus zu verurteilen, feierten sie ihn. In unzähligen UN-Resolution heißt es, die „zugrunde liegenden Ursachen“ des Terrorismus seien „Elend, Frustration, Missstände und Verzweiflung, die manche Leute dazu bewegen, Leben zu opfern, darunter ihr eigenes.“ Für die Opfer des Terrorismus bedeutete das, zum Schaden den Spott zu fügen: Wenn jemand dich ermorden will, hast du ihn wohl frustriert. Für die Täter war die Formel ein Ritterschlag: Wer Bomben legt, hat ein ehrenwertes Anliegen, ist eine Art Mutter Teresa mit anderen Mitteln. Damit wurde jeder Terroranschlag zu einer Petition an die UNO und die Regierungen der Welt, die Opfer zu verurteilen. Und das haben sie dann ja auch zuverlässig getan. Sie haben die Mörder gefeiert, die Opfer schikaniert. Die Vereinten Nationen wurden zu einem Lynchmob. (3)

Frankreich, das muss man leider sagen, hat dabei eine unrühmliche Rolle gespielt. De Gaulle fasste den Entschluss, sich auf die Seite des Stärkeren zu stellen: „Die Araber haben die Bevölkerungszahl, die Fläche und die Zeit auf ihrer Seite“, sagte er. Unter Präsident Giscard d’Estaing eröffnete die PLO ein Büro in Paris. Dass Ägypten mit Israel Frieden schloss, widerte d’Estaing an. Darin stimmte er mit Ajatollah Khomeini überein, der sein Gast war und von Paris aus den Umsturz im Iran plante. Und Jacques Chirac war nicht nur ein lebenslanger Freund Arafats (manche Journalisten nannten Paris die Hauptstadt Palästinas), sondern auch eng vertraut mit vielen arabischen Despoten. 1974 reiste er als Ministerpräsident nach Bagdad und traf dort Saddam Hussein, damals der zweitmächtigste Mann im Irak. Die beiden verhandelten über die Lieferung jenes französischen Atomreaktors, den Israel dann 1981 zerstören musste.

Kurz: Frankreich war jahrzehntelang immer wieder ein Förderer des arabischen Terrorismus. Stets war Paris dagegen, die Hisbollah als Terrororganisation einzustufen, und das, obwohl diese mutmaßlich 1983 den Anschlag in Beirut durchgeführt hatte, bei dem 58 französische Soldaten getötet worden waren (bis zum 13. November 2015 war dies der schwerste Terroranschlag der französischen Nachkriegsgeschichte).

Ergibt das alles einen Sinn? Nur, wenn man es mit de Gaulles Logik betrachtet: Wir dürfen uns nicht mit der muslimischen Welt anlegen, denn sie ist stärker. Es ist die Dhimmi-Logik. Verstecken, wegducken, kleinmachen. Und mitmachen, wenn die Starken dieser Welt auf das kleine Israel eindreschen. Wie in der Schulklasse, wo jeder den Außenseiter hänselt, weil er zu den Etablierten gehören will, und alles tut, um nicht mit dem Ausgestoßenen in Verbindung gebracht zu werden.

Das betrifft ganz Europa. In den Siebziger Jahren finanzierte die PLO ihren Terror vor allem mit Schutzgeld, das staatliche europäische Fluggesellschaften ihr zahlten, damit diese sie bei ihren Anschlägen verschonte. In ihrem Buch „Europa und das kommende Kalifat“ beschreibt Bat Ye’or, wie die italienische Regierung es in den Siebziger Jahren erlaubte, dass arabische Terroristen Waffen durch Italien transportierten und sogar Anschläge auf Juden verüben durften; das einzige, was sie erbat, war, dass keine Nichtjuden getötet werden dürften – eine ungewollte Begleiterscheinung des Pakts war die versehentliche Sprengung des Bahnhofs von Bologna im Juli 1980. Francesco Cossiga, der ehemalige Staatspräsident, der im Lauf seines Lebens viele hohe Regierungsämter bekleidet hatte, hat es 2008 in einem Interview mit „Corriere della Sera“ ans Licht gebracht. Darin, so Bat Ye’or, „zitiert er die Vereinbarung aus den frühen 1970er Jahren, die zwischen Ministerpräsident Aldo Moro und Arafat … getroffen wurde. Danach konnten die palästinensischen Terroristen nach Belieben kommen und gehen, unter dem Schutz des Geheimdienstes im Lande umherreisen, Stützpunkte und Waffenlager anlegen – mit der Gegenzusage, Italiens innere und äußere Interessen ungeschoren zu lassen.

Dabei enthüllte Cossiga, dass sich der vereinbarte Schutz keineswegs auf die italienischen Juden erstreckte. Am 9. Oktober 1982 eröffneten sechs Terroristen das Feuer auf Angehörige der Gemeinde von Rom, als sie die Große Synagoge verließen. Dutzende von Juden wurden verletzt und Stefano Taché, ein zweijähriges Kind, getötet. Dabei waren schon einige Stunden vor dem Angriff die vor der Synagoge postierten italienischen Polizisten verschwunden. Erstmals gab Cossiga zu, dass die Explosion im Bahnhof von Bologna im Juli 1980, die 85 Menschen tötete und 200 verletzte, von Terroristen der PFLP, der mit der PLO verbundenen Organisation des George Habash, verübt worden war. Wie er weiter ausführte, sollte die Bombe, die unbeabsichtigt im Gepäckbereich explodierte, keine Nichtjuden töten. Seinerzeit Ministerpräsident, hatte Cossiga die Palästinenser entlastet, indem er die Tat den Neofaschisten in die Schuhe schob. In einem Interview mit dem Rom-Korrespondenten des Yediot Ahronot räumte Cossiga sogar ein, dass die italienische Regierung Angriffe auf israelische und jüdische Ziele duldete und die Terroristen trotz der hohen Opferzahlen fortwährend schützte.“ (4)

Arabische Terroristen fördern und Israel schikanieren, damit Europa verschont bleibt, das war die Logik. Doch die Bibel sagt: „Wer eine Grube gräbt, der wird hineinfallen; und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.“ (Sprüche 26, 27). Europa wollte, dass der Terrorismus sich nur gegen Israel richtet und einen Bogen um Europa macht. Stattdessen ist Israel heute wahrscheinlich sicherer.

Nicht in Israel, sondern in Europa wütet jetzt das, was der aus dem Libanon stammende Amerikaner Walid Phares, der wie kein anderer den islamischen Terrorismus versteht, schon vor einem Jahrzehnt den „urban jihad“ nannte: Mit Sturmgewehren, Sprengstoff, Granaten und Aufputschmitteln ausgestattete Terroristen greifen zeitgleich an verschiedenen Orten einer Metropole an und ermorden innerhalb weniger Stunden die größtmögliche Zahl von Zivilisten. Der Terror von Mumbai am 26. November 2008 war die Blaupause dafür. Diese Art von Terrorismus wird Europa noch oft erwischen. Er ist das Ergebnis einer moralischen Krise, die dazu geführt hat, dass Europas Politikern die Fähigkeit abhanden gekommen ist, Gut und Böse zu unterscheiden und Bedrohungen unseres Lebens und unserer Freiheit zu identifizieren. In Teheran und Ankara werfen sich Steinmeier und Merkel in den Staub vor den Drahtziehern des Terrorismus – des schiitischen und des sunnitischen.

Der Weg, den Terror zu bekämpfen, ist eine moralische Umkehr. Wir müssen lernen zu erkennen, wer Freund und wer Feind ist, und diejenigen unterstützen, die den Terror bekämpfen: die Regierungen Israels, Ägyptens, Kenias, Äthiopiens und des Tschad. Der Tschad ist ein kleines und armes Land, dessen tapfere Bevölkerung vor 30 Jahren die mit sowjetischen Panzern ausgerüstete Legion Gaddafis in die Flucht geschlagen hat. Heute hat es den muslimischen Terroristen von Boko Haram den Krieg erklärt, die sich mit Massakern an der Zivilbevölkerung rächen. Erhält es militärische Hilfe aus Europa? Nein. Oder nehmen wir die Kurden: Überall in Syrien und dem Irak, wo sie kämpfen, besiegen sie den Islamischen Staat. Soeben haben sie Shingal befreit, die Stadt, in der der Islamische Staat vor einem Jahr den Völkermord an den Jesiden verübt hat. Die Kurden sind nur wenige Kilometer von den beiden Machtzentren des IS, Rakka und Mossul, entfernt. Mit westlicher Hilfe könnten sie dort einmarschieren und so den IS de facto vernichten. Dafür aber brauchen sie Panzer. Deutschland hat Panzer. Worauf warten wir?

Dass der Westen die Unabhängigkeit Kurdistans unterstützen muss, sollte sich von selbst verstehen. Die Kurden sind die einzigen in der Region, die Frauen- und Minderheitenrechte respektieren. Doch aufgrund eines Mangels an moralischer Klarheit sieht der deutsche Außenminister in den kurdischen Autonomiebestrebungen eine „Bedrohung der Stabilität“ (welche Stabilität mag er meinen?), während er einen von Terroristen bewohnten Staat „Palästina“, der im Falle eines israelischen Rückzugs sofort vom IS annektiert würde, nicht nur für eine Bereicherung, sondern für unverzichtbar hält. Die Wirklichkeit steht bei Steinmeier kopf.

Eigentlich ist es einfach: Wer für die Freiheit ist, der muss die Freunde der Freiheit stärken und den Feinden Angst einjagen. Doch Obama und Europas Linksregierungen tun stets das Gegenteil. Diese psychisch-moralische Schwäche ist die Ursache aller Probleme. Sie ist ein kulturelles Problem: Seit den späten Sechziger Jahren galt es unter westlichen Intellektuellen als schick, Tyrannen zu verklären und zu romantisieren. Man denke an Noam Chomsky, der Pol Pot und die Roten Khmer verteidigte, oder an Richard Falk, der 1979 in der „New York Times“ über Khomeini schrieb: „Die Schilderungen, die ihn als fanatisch, reaktionär und als Träger von kruden Vorurteilen beschreiben, sind sicherlich und glücklicherweise falsch. Es ist zudem ermutigend, dass der Kreis seiner engen Berater durchgängig aus moderaten und progressiven Individuen zu bestehen scheint.“

Diese moralische Blindheit können wir uns nicht länger erlauben, wenn wir überleben wollen. Wir müssen aufhören, mit Tyrannen und Terroristen zu kuscheln. Was uns bevorsteht, ist in dem Film „Terminator“ von 1984 passend beschrieben: „Hör zu und begreif das: Dieser Terminator ist da draußen. Man kann nicht mit ihm verhandeln. Man kann nicht an seine Vernunft appellieren. Er fühlt kein Mitleid oder Bedauern oder Furcht. Und er wird unter keinen Umständen stoppen, niemals, bis du tot bist.“

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Oder er! 🙂

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Time am 16. November 2015

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1) http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/europas_tag_der_abrechnung
2) http://www.dailymail.co.uk/news/article-3234458/Two-100-Syrian-migrants-ISIS-fighters-PM-warned-Lebanese-minister-tells-Cameron-extremist-group-sending-jihadists-cover-attack-West.html
3) http://www.audiatur-online.ch/2015/11/10/als-die-vereinten-nationen-zum-lynchmob-wurden/
4) Bat Ye’or: Europa und das kommende Kalifat. Der Islam und die Radikalisierung der Demokratie. Berlin 2013.

Mythos Andalusien

16. Juni 2013

Boabdil

Muhammad XII. (1) übergibt 1492 Granada an das spanische Königspaar. Die „Reconquista“ ist damit nach mehr als 700 Jahren abgeschlossen (2).

Im Allgemeinen und weit über die Kreise bewusster Dimmies hinaus wird die Herrschaft der Mohammedanisten über Spanien, die tatsächlich verheerende Folgen für das gesamte Europa hatte, als ein „goldenes Zeitalter“ der Menschheit beschrieben. So meint die „Welt“ (3):

„Al-Andalus wurde zu einem kulturellen Zentrum, das sich deutlich vom frühmittelalterlichen Abendland abhob. Juden und Muslime entwickelten eine fruchtbare Zusammenarbeit.“

Durch die Webseite „Der Prophet“ (4) bin ich auf einen Aufsatz von Eugen Sorg in der „Weltwoche“ (35/2005) gestoßen (5), der sich bemüht, ein sachliches und entmystifiziertes Bild von der mohammedanistischen Herrschaft zu zeichnen.

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Das Land, wo Blut und Honig floss

800 Jahre lang stand Spanien unter islamischer Herrschaft. Die maurische Epoche gilt als das goldene Zeitalter der kulturellen Blüte und der religiösen Toleranz unter Muslimen, Christen und Juden. Der Mythos von al-Andalus – zu schön, um wahr zu sein.

Jede Zeit, jede Kultur, ja jede soziale Gruppe schafft sich Mythen, in denen sie sich ihrer selbst vergewissert. Herkunftslegenden, Seinsparabeln, kleiner Aberglauben und grosse Vorsehung laden die kalte Zufälligkeit der Existenz mit Sinn auf, ordnen das Weltchaos in Gut und Böse und verwandeln Menschenhaufen in Gemeinschaften mit Seele und Tradition. Mythen sind wie magische Spiegel, die dem Betrachter jenes Bild zurückwerfen, das er von sich und seinesgleichen haben möchte.

Einer der Lieblingsmythen der gebildeten Stände des Westens ist derjenige vom Glanz und Niedergang des maurischen Spanien. Die fast achthundert Jahre dauernde Epoche von al-Andalus, wie die Halbinsel von ihren arabischen Bewohnern genannt wurde, gilt als goldenes Zeitalter der Wissenschaften und der Künste und der christlich-jüdisch-islamischen Harmonie – unter dem Schutz eines toleranten, milden, von Vernunft durchwalteten Islam. „Für einen kurzen historischen Moment“, schwärmt etwa der Herausgeber von „Das Wunder von al-Andalus“, einer jüngst publizierten Sammlung arabischer und hebräischer Gedichte aus dem maurischen Spanien, „wurde der Traum von einem friedlichen Miteinander Wirklichkeit.” Ein Traum, der 1492 mit dem Abschluss der inquisitorisch-katholischen Reconquista Granadas und der Vertreibung der Muslime und Juden aus Spanien wieder ausgelöscht worden sei.

Die Erfindung des muslimischen Spanien als Ort überlegenen Menschtums findet vor 250 Jahren in der Aufklärung statt und wird bis heute in unzähligen Versionen erneuert. Immer bedienen diese die Interessen der jeweiligen Zeit. Der sklerotisch erstarrten katholischen Kirche wird von den französischen Aufklärern eine idealisierte, gleichsam deistisch geläuterte islamische Gegenwelt ohne Papst, Dogma oder Scheiterhaufen vorgehalten. Wie der Rousseausche edle Wilde wird auch die Figur des edlen Muslim oder Orientalen von Pierre Bayle, Montesquieu, Voltaire und anderen zum zivilisa-tionskritischen „Tugendmodell und Beschämungsinstrument” (Siegfried Kohlhammer) ausgeformt. In Herders pädagogisierender Menschheitsutopie schliesslich erscheinen die Hispano-Araber als „Lehrer Europas”, die mit dem „orientalischen Genius”, mit dem „hellen Licht” ihrer Kultur die abendländische „Dunkelheit” beendet hätten.

Die Romantik wiederum mit ihrer Sehnsucht nach Vergangenem und Verwunschenem findet in den maurischen Überlieferungen und Legenden ein ideales Dekor für Geschichten von Ritterlichkeit, Ehre und selbstloser Liebe. Chateaubriand („Le dernier Abencérage”, 1826) und Washington Irving („Tales of the Alhambra”, 1832) lösen mit ihren Büchern einen „Granada- und Alhambra-Kult” aus, in dessen Folge ein nicht mehr abbrechender Kulturtourismus mit entsprechenden Reiseberichten entsteht. Noch 1912 lässt sich zum Beispiel Rainer Maria Rilke in einem Brief aus Spanien vernehmen: „Übrigens müssen Sie wissen, ich bin seit Córdoba von einer beinah rabiaten Antichristlichkeit, ich lese den Koran, er nimmt mir, stellenweise, eine Stimme an, in der ich so mit aller Kraft drinnen bin, wie der Wind in der Orgel.”

Paläste, Gärten und Gewalt

Der Orientalist Bernard Lewis hat bemerkt, dass der „Mythos spanisch-islamischer Toleranz besonders von jüdischen Gelehrten gefördert wurde, denen er als Stock diente, um ihre christlichen Nachbarn zu schlagen”. Einer der Hauptgründe dafür war die lang anhaltende Weigerung des christlichen Europa, die Emanzipation der Juden anzuerkennen. Jüdische Intellektuelle führten dagegen den historischen Musterfall von al-Andalus ins Feld, „jene schöne und unübertroffene Zivilisation”, wie der englische Staatsmann und Schriftsteller Disraeli mit mahnendem Unterton lobpries („Coningsby”, 1844), in der „die Kinder Ismaels (die Araber) die Kinder Israels mit gleichen Rechten und Privilegien belohnten. Während dieser seligen Jahrhunderte fällt es schwer, die Gefolgsleute Mose von den Anhängern Mohammeds zu unterscheiden. Beide erbauten sie Paläste, Gärten und Brunnen, versahen gleichberechtigt die höchsten Staatsämter, konkurrierten in einem in die Ferne reichenden und aufgeklärten Handel und wetteiferten miteinander an berühmten Universitäten.”

Und in den letzten Jahren schwingt bei der Erwähnung von al-Andalus ein beschwörender Klang mit. Die pazifistischen Eliten Europas sind verschreckt, verwirrt und beleidigt durch nicht enden wollende Gewalt und Krieg im Nahen Osten und durch das Vordringen islamischen Terrors in die eigenen Städte. „Nur Öffnung, nur Kontakt ist fruchtbar”, ruft der erwähnte Herausgeber der Gedichtsammlung einer imaginären Öffentlichkeit unter Verweis auf das märchenhafte Maurenreich zu, „Abkapselung und Kampf sind tödlich. Die Symbiose von arabischer und hebräischer Sprachkultur, von muslimischem und jüdischem Geist bringt Wunder hervor – ihre Konfrontation kann nur Ungeheuer gebären. Das ist die Lektion von al-Andalus; sie ist bis heute folgenlos geblieben, in Spanien und überall sonst, zum Schaden der Menschheit.”

Einen Mythos erkennt man nicht in erster Linie am gehobenen, hymnischen Ton, sondern vor allem an der Hartnäckigkeit, mit der er Realität und Zeit widersteht. So ignorieren die maurophilen Verklärungen und die damit einhergehenden Verdammungen der christlichen Intoleranz systematisch, dass sich die arabische Dominanz in Spanien einer kriegerischen Invasion und gewaltsamen Herrschaftssicherung verdankte. Nach einem Verrat des byzantinischen Exarchen von Ceuta hatte im Jahre 711 ein arabisches Heer unter Führung des Berberkommandanten Tarik nach Gibraltar (Dschabal al-Tarik, der Felsen des Tarik) übergesetzt und kontrollierte kurze Zeit darauf grosse Teile Spaniens. Es war der westlichste Teil des islamischen Imperiums, das sich von Lissabon bis an den Indus erstreckte. Nur hundert Jahre hatten die Nachfolger des 632 gestorbenen Glaubensstifters Mohammed gebraucht, um das gewaltige Gebiet zu erobern.

Von al-Andalus aus lancierten arabische Truppen und Banden regelmässige Razzien (al-ghazw, arab. der Raubzug) bis tief ins Hinterland der christlichen Barbaren. Sie plünderten sich wiederholt durch das Rhonetal, terrorisierten Südfrankreich, besetzten Arles, Avignon, Nîmes, Narbonne, welches sie 793 in Brand setzten, verwüsteten 981 Zamora und deportierten 4000 Gefangene. Vier Jahre darauf brannten sie Barcelona nieder, töteten oder versklavten sämtliche Bewohner, verwüsteten 987 das portugiesische Coimbra, welches daraufhin sieben Jahre lang unbewohnt blieb, zerstörten León mitsamt Umgebung. Verantwortlich für letztere Operationen war der Amiriden-Herrscher al-Mansur, „der Siegreiche” (981–1002), bekannt geworden dafür, dass er alle philosophischen Bücher, deren er habhaft werden konnte, verbrannte, und der während seiner Regentschaft rund fünfzig Feldzüge anführte – regelmässig einen im Frühling und einen im Herbst. Sein berühmtester wurde jener von 997 gegen die heilige Pilgerstadt Santiago de Compostela. Nachdem er sie dem Erdboden gleichgemacht hatte, traten ein paar tausend christliche Überlebende den Marsch in die Sklaverei an. Mit sich schleppten sie die Glocken von Compostela ins tausend Kilometer entfernte Córdoba, wo diese zu Lampen für die Moschee umgeschmolzen wurden. (Ein Vierteljahrtausend später eroberten die Kastilier Córdoba zurück, und die wiederhergestellten Glocken wurden nach Compostela zurückgebracht, auf den Rücken von muslimischen Gefangenen.) Die nordafrikanischen Berberdynastien der Almoraviden und Almohaden, die im 11. und 12. Jahrhundert die Macht in al-Andalus an sich rissen, setzten die Praxis der räuberischen Raids fort.

Während der ganzen Epoche kreuzten auch islamische Seefahrer und Piraten an den Küsten Südfrankreichs, Italiens, Sardiniens, Siziliens, Griechenlands auf. Ihre verheerenden Überfälle hatten die Entvölkerung ganzer Landstriche zur Folge, wie viele zeitgenössische Berichte dokumentieren. Kreta, überliefert eine Chronik, wurde 827 während zwölf Tagen geplündert, und die Einwohner von 29 Städten wurden in die Sklaverei getrieben. Eine andere Chronik erzählt vom Fall von Syrakus nach neunmonatiger Belagerung im Jahre 878: „Tausende Menschen wurden umgebracht, und es fiel dort Beute an wie niemals zuvor in einer anderen Stadt. Einige wenige konnten entkommen.”

Die Truppen der Emire und Kalifen bestanden zum Teil aus grossen Kontingenten von Nichtmuslimen. Die Raubzüge stellten – neben dem Auffüllen der Herrscherkasse – den Nachschub an Kampfsklaven sicher, aber ebenso denjenigen an Feldsklaven oder frischen Haremsgespielinnen. Und sie hatten noch einen weiteren Zweck, wie der Historiker al-Maqqari aus dem nordafrikanischen Tlemcen im 17. Jahrhundert erklärte. Der Terror, schrieb er, welchen die arabischen Reiter und Seeleute verbreiteten, habe die spätere Eroberung erleichtert: „Allah, auf diese Weise wurde eine solche Angst unter den Ungläubigen gesät, dass sie es nicht wagten, sich zu rühren und gegen die Eroberer zu kämpfen; nur als Bittsteller näherten sie sich diesen und flehten um Frieden.”

Rohe Brutalität, Versklavung, Brandschatzung waren die Praxis aller Armeen der damaligen Zeit. Aber die „Masslosigkeit, die Regelmässigkeit und der systematische Charakter der Verwüstungen”, urteilt die britisch-ägyptische Historikerin Bat Ye’or, unterscheide die islamo-arabische Expansion von kriegerischen Unternehmungen der damaligen griechischen, slawischen, lateinischen Heere, und mache sie zur „vielleicht grössten Plünderungsaktion der Geschichte”.

Die muslimischen Kombattanten waren getragen von der Idee des Dschihad, des heiligen Krieges, eines bis heute zentralen Begriffs im Islam. Ihr Glaube unterteilte die Welt in das Dar al-Islam (Haus des Islam), in dem das Gesetz Allahs herrscht, und in das Dar al-Harb (Haus des Krieges), Wohnsitz der Ungläubigen, das heisst aller Nichtmuslime. Das Ziel des Dschihad ist es, die Völker der Erde unter das Gesetz Allahs, unter die Scharia zu bringen. Solange noch Harbi, Ungläubige existierten, konnte es für die Muslime, für „die beste Gemeinschaft, die unter den Menschen entstanden ist” (Koran, Sure 3:110), höchstens vorübergehende Waffenruhe, aber keinen Frieden geben. „Der Dschihad ist eine heilige Aufgabe”, schrieb im 14. Jahrhundert Ibn Khaldun, Politiker, Soziologe und Abkömmling einer adligen Araberfamilie aus al-Andalus, „wegen der Universalität der islamischen Mission und der Verpflichtung, jedermann zum Islam zu bekehren, sei es durch Überzeugung oder durch Gewalt.” Und: „Der Islam hat den Auftrag, Macht über die anderen Nationen zu gewinnen.”

Tribut oder Tod

Um das Jahr 610 war dem damals 40-jährigen, bescheidenen Kaufmann Mohammed aus Mekka zum ersten Mal der Erzengel Gabriel erschienen. Und als er 22 Jahre später starb, war er der mächtigste Mann Arabiens. Mohammed hatte die meisten Stämme der Halbinsel unter dem von ihm gestifteten Islam vereint. Als charismatischer Heerführer hatte er Karawanen überfallen und Oasen geplündert und als Richter über Tod oder Leben der Gefangenen und die Verteilung der Beute verfügt. Er hatte zwei der drei jüdischen Stämme von Medina, die sich nicht bekehren liessen, ausgeraubt und aus der Stadt vertrieben. Als finsterer orientalischer Leviathan hatte er die Ausrottung aller Männer des dritten, des Stammes der Banu Quraiza, angeordnet und deren Frauen und Kinder versklavt. Und als Prophet konnte er für jede seiner Entscheidungen göttliche Offenbarung geltend machen.

„In der Nacht wurden quer über den Marktplatz der Stadt Gräben ausgehoben, gross genug, um die Leichen der Männer [des Stammes der Banu Quraiza] aufzunehmen. Am Morgen befahl Mohammed, der selber zu den Zuschauern der Tragödie gehörte, dass die männlichen Gefangenen in Gruppen von jeweils fünf oder sechs herbeigeführt werden sollten. Jede Gruppe hiess man dann in einer Reihe am Rande des Grabens niedersitzen, der bestimmt war, ihr Grab zu werden; dort wurden sie enthauptet und die Leichen hinabgestossen. Die Schlächterei, die am Morgen begonnen hatte, dauerte den ganzen Tag und wurde bei Fackelschein bis in den Abend fortgesetzt. Nachdem er so den Marktplatz mit dem Blut von sieben- oder achthundert Opfern getränkt und den Befehl erteilt hatte, die Erde über den Leichen zu glätten, liess Mohammed das furchtbare Schauspiel hinter sich, um bei den Reizen Rihanas Trost zu finden, deren Ehemann und männliche Verwandte alle gerade in dem Massaker umgekommen waren.” (Sir William Muir, „The Life of Mohammed”, in: Ibn Warraq, „Warum ich kein Muslim bin”.)

Ausgehend vom exemplarischen Leben Mohammeds, wie es im Koran und im Hadith, den Überlieferungen seiner Worte und Taten, festgeschrieben stand, entwickelten Generationen von muslimischen Rechtsgelehrten eine Dogmatik des heiligen Krieges. Eine der folgenreichsten Verkündungen Mohammeds lautete: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören – von denen, die die Schrift erhalten haben [Juden und Christen] –, bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten” (Sure 9:29). Sie sanktionierte nicht nur die Pflicht zum Dschihad, sie eröffnete auch die Möglichkeit, den besiegten Feinden eine Art Vertrag, Dhimma, zu gewähren, der sie in den Status von Tributpflichtigen, Dhimmi, versetzte. Gegen das Entrichten einer Kopf- und Landsteuer erkaufte sich der unterworfene Ungläubige das Recht auf Leben, Besitz, Ausübung seiner Religion – als Angehöriger des Dar al-Harb, des aussermuslimischen Kriegsgebietes, hatte er das nicht gehabt.

In allen islamisierten Ländern, auch in al-Andalus, kam die Einrichtung der Dhimma zur Anwendung. Obwohl sie weniger ein Vertrag als ein erpresserisches Arrangement war – Tribut oder Tod –, übte sie eine zivilisierende Wirkung aus. Der Dschihad war aus der Tradition der Beuteökonomie räuberischer Wanderbeduinen hervorgegangen, die auch die Kerntruppen der grossislamischen Okkupationen bildeten. Die Idee nun einer verbindlichen Übereinkunft mit den Unterworfenen, eines auf sakraler Grundlage vereinbarten Verzichts auf übliche Plünderung, Massaker, Versklavung, mässigte die Grausamkeit der Beduinen, „zügelte die Barbarei des Krieges” (Bat Ye’or). Und sie machte den Dschihad effizienter.

Die modernen Liebhaber des maurischen Spanien erblicken, mit erstaunlicher Logik, in der Dhimma einen schlagenden Beweis für al-Andalus’ Toleranz. „Die neue islamische Politik”, schreibt beispielsweise die Yale-Professorin María Rosa Menocal in ihrem Buch „The Ornament of the World”, „hat nicht nur das Überleben der Christen und Juden ermöglicht, sondern sie gemäss koranischem Auftrag im Grossen und Ganzen beschützt.” Doch der „Schutzvertrag” verdankte sich keiner grossherzigen ökumenischen Inspiration, keinem „pankonfessionellen Humanismus”, wie ein amerikanischer Journalist neulich träumte. Er gehorchte dem weltlichen Prinzip der Utilitas, der pragmatisch-schlauen Nützlichkeit.

Der Schutzvertrag wird auch Pakt Umars genannt, nach Umar (634–644), dem zweiten Kalifen, der seine Anhänger aufforderte, die Dhimmi zu schützen, weil es der Wille des Propheten sei und weil „sie für den Lebensunterhalt eurer Familien sorgen”. Und einer der Gefährten des Propheten wurde gefragt, so die Überlieferung, wozu die Tributpflichtigen für die Muslime gut seien. „Sie helfen dir”, so die Antwort, „deiner Armut zu entkommen, um dich mit dem Reichtum zu versorgen, über den du verfügst.” Das System des Tributs, geleistet in Form von Geld, Naturalien oder Arbeit, wurde denn auch „die erste (und wichtigste) Quelle” (Bat Ye’or) des wirtschaftlichen Wohlergehens der Umma, der islamischen Gemeinschaft.

Nur schon die demografische Realität zwang die Muslime zu einer Bürokratisierung und Verrechtlichung der Mittelbeschaffung. Sie standen als fremde Eroberer während langer Zeit einer riesigen Mehrheit Einheimischer christlichen und jüdischen Glaubens gegenüber. Der machtsichernde Transfer von Ressourcen und Wissen wurde gewährleistet, indem der Kalif die Vorsteher der Dhimmi-Gemeinden, die Rabbiner und Bischöfe mit hohen Positionen in Wirtschaft und Verwaltung betraute. Als Befehlsempfänger und privilegierte Nutzniesser der islamischen Macht waren diese bereit, die eigenen Leute auch dann noch auszupressen, wenn die Tributforderungen längst das erträgliche Mass überschritten hatten.

Gleichzeitig sorgte ein theologisches, politisches und alltägliches Regelwerk für die permanente Erniedrigung und „rituelle Demütigung” (Bernard Lewis) der nichtmuslimischen Bevölkerung. Der hochgeachtete Gelehrte Ibn Abdun beispielsweise, Vertreter der malikitischen Rechtsschule, die sich in al-Andalus durchgesetzt hatte, verfasste um 1100 in Sevilla ein längeres juristisches Gutachten. Darin heisst es unter anderem:

„Ein Muslim darf einen Juden nicht massieren, auch nicht einen Christen. Er darf nicht ihren Abfall beseitigen und nicht ihre Latrine reinigen; es ist angemessener, dass Juden und Christen dieses Gewerbe ausüben, denn es ist das Gewerbe der am meisten Verachteten” (Nr. 153).

„Man darf nicht zulassen, dass ein Steuereintreiber, Polizist, Jude oder Christ, sich wie ein Notabler, ein Jurist oder ein Reicher kleidet, sondern man muss sie hassen, den Verkehr mit ihnen meiden und darf sie nicht mit ,Der Friede sei mit dir‘ grüssen, denn ,der Satan hat von ihnen Besitz ergriffen und sie das Gedenken Allahs vergessen lassen. Sie gehören zur Partei des Satans. Wahrlich, die zur Partei Satans gehören, werden ja (letzten Endes) den Schaden haben‘ (Sure 58:19). Sie müssen ein Abzeichen tragen, an dem man sie erkennt, das ihnen zur Schande gereicht” (Nr. 169).

„Man darf dem Juden und auch dem Christen kein wissenschaftliches Buch verkaufen, es sei denn, der Verfasser bekenne sich zu ihrer Religion, denn sie übersetzen wissenschaftliche Bücher und schreiben sie ihren Anhängern und Bischöfen zu, während ihre Verfasser Bischöfe sind” (Nr. 206).

Die religiöse „Apartheid” setzte sich in einer scharfen sozialen Schichtung fort. An der Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie al-Andalus’ stand das Herrenvolk der arabischen Stammesverbände. Aufgebrochen aus den unwirtlichsten Gegenden der Welt, hatten sie sich der fruchtbaren Flusstäler Spaniens bemächtigt. In steter Rivalität untereinander um die lukrativsten Positionen im neuen Reich, waren sie sich einig in der Verachtung der nordafrikanischen Berber. Diese, von den Arabern zwangsislamisiert und ihnen als Klienten unterstellt, mussten mit den trockenen Berg- und Steppengebieten vorlieb nehmen und schauten ihrerseits herab auf die Muwallad, auf die zum Islam konvertierten Einheimischen. Die Herablassung aller wiederum traf die Ungläubigen, die in den Städten in Gettos lebten, deren Zeugnis vor Gericht nichts galt, denen es verboten war, auf einem edlen Tier wie dem Pferd zu reiten oder sexuelle Beziehungen zu muslimischen Frauen zu haben und diese zu heiraten, und die in der ständigen Furcht leben mussten, wegen Gotteslästerung angeschwärzt und zum Tode verurteilt zu werden. Sozial tiefer standen nur noch die Sklaven.

Ein kurze Periode einmaliger und relativer interreligiöser Duldsamkeit erlebte al-Andalus in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts unter Abdurrahman III. (912–961), dem Kalifen von Córdoba, und seinem bibliophilen Nachfolger al-Hakam II. (961–976), der eine Bibliothek mit 400000 Bänden angelegt haben soll. Nach Konstantinopel und Bagdad galt die Stadt als wichtigstes politisches und kulturelles Zentrum der damaligen Welt. Mit Skrupellosigkeit hatte Abdurrahman das in Teilreiche zerfallene Land wieder vereinigt und mit Umsicht organisiert. Der wirtschaftliche Aufschwung – nicht zuletzt bewirkt durch die Friedfertigkeit der christlichen Fürstentümer, welche die Heereskosten senkte, und durch eine aussergewöhnliche Serie ertragreicher Ernten – nahm etwas Druck von den Dhimmi weg, ermöglichte eine beispiellos verschwenderische Hofführung und lockte grosse europäische Gesandtschaften und die Spitzen der internationalen Intelligenz und Kunst nach Córdoba. Luxus und Weltläufigkeit erzeugten eine „Scheinblüte multikultureller Toleranz”, wie der Orientalist Hans-Peter Raddatz schreibt, „deren Bestand weniger vom Geist des Islam, sondern von seiner Fähigkeit abhing, den Strom der Tribute aufrechtzuerhalten”.

Abdurrahman war der erste der Herrscher von al-Andalus, der einen Juden, den Arzt Chasdai Ben Schaprut, in hohe Staatsdienste aufnahm. Dieser wird als einer der fähigsten Männer seiner Zeit geschildert. Noch weitere Juden sollten in höchste Positionen gelangen, so Samuel Ibn Nagrella, der vom Berberkönig Habus von Granada zum Wesir, zum Minister und Hauptberater, ernannt wurde. Samuel Ibn Nagrella war Gelehrter, Heerführer, schrieb Kriegsepen, Lyrik und 22 Werke über hebräische Grammatik und sprach sieben Sprachen. Der bedeutendste Historiker al-Andalus’, Ibn Hayyan, schrieb über seinen Zeitgenossen: „Dieser Mann, der verdammt ist, weil Gott ihn nicht die wahre Religion hatte kennen lassen, war ein überlegener Mensch. Er besass ausgedehnte Kenntnisse und duldete mit Langmut unwürdige Behandlung.”

Juden in hohen Stellungen galten als etwas verlässlicher als Christen, welche unter latentem Verdacht standen, verräterische Parteigänger der feindlichen Christenstaaten zu sein. Und gegenüber muslimischen Würdenträgern hatten sie den Vorteil, dass sie dem Kalifen oder Sultan nie bedrohlich werden konnten. Sie hatten keine tribalen oder familiären Verbindungen zum Hof, konnten als Ungläubige nie hoffen, selber die Macht zu erlangen, und verdankten ihre durch die Scharia verbotene Stellung einzig dem willkürlichen Entscheid ihres Herrschers – was eine starke Loyalität schuf.

Nachdem Samuel Ibn Nagrella 1056 unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen war, übernahm sein Sohn Josef, ebenfalls ein begabter Gelehrter, seine Ämter. 1066 kam es zu einem antijüdischen Pogrom. Die mehreren tausend Mitglieder der jüdischen Gemeinde von Granada wurden erschlagen, mit ihnen auch der jüdische Wesir. Pamphlete und Gedichte wie dasjenige des frommen Rechtsgelehrten Abu Ishaq hatten die Stimmung vorbereitet: „Diese Juden, die früher auf den Abfallhaufen einen Fetzen buntes Tuch suchten, um ihre Toten zu begraben, […] haben nun Granada unter sich aufgeteilt […]. Sie ziehen Tribute ein und kleiden sich hochelegant […], und der Affe Josef hat sein Haus mit Marmor ausgelegt […]. Eilt, um ihm die Kehle durchzuschneiden; er ist ein feister Hammel, nehmt ihm sein Geld weg, denn ihr verdient es eher als er!”

In unerträglicher Weise entehrt

Der berühmteste Jude des maurischen Spanien, der grosse Philosoph und Arzt Maimonides, verfasste sein Werk in Kairo im Exil. Als er 1149 als Vierzehnjähriger mit seiner Familie vor den Judenverfolgungen aus Córdoba floh, existierten bereits kaum mehr christliche oder jüdische Gemeinden in al-Andalus. Später schrieb er in einem oft zitierten Brief an die Juden des Jemen, die von den dortigen Pogromen berichtet hatten: „Bedenkt, meine Glaubensgenossen, dass Gott uns unserer grossen Sündenlast wegen mitten unter dieses Volk, die Araber, geschleudert hat […]. Nie hat uns ein Volk so beschwert, erniedrigt, gedemütigt und gehasst wie sie […], wir wurden von ihnen in unerträglicher Weise entehrt.”

Al-Andalus hat ein reiches lyrisches Vermächtnis hinterlassen. In arabischer und hebräischer Sprache wird die Natur besungen, der Weingenuss, die Liebe zu Jünglingen, die Vergänglichkeit des Lebens. Die Raffinesse, die Schönheit, die Frivolität der Gedichte zeugen von der geistigen Freiheit und Libertinage einer schmalen städtischen und höfischen Elite, welche sich von den starren Vorschriften einer strengen Gotteslehre weit entfernt hat. Auffällig ist aber auch der hohe Anteil an Lobpreisungs- und Schmeichelpoesie: Fast alle Dichter haben viele Hymnen an die Mächtigen verfasst. Dies verweist auf ein anderes Merkmal ihrer Lebensweise. Nicht nur die Hofjuden, sondern auch Dichter und Gelehrte, die Wissenschaft und die Kunst generell waren Teil eines orientalischen Klientelsystems.

Der Herrschermäzen erteilte den Auftrag, und er hatte die Macht, den Künstler in den Kerker zu werfen, wenn ihm das Resultat nicht gefiel. Nur er konnte ihn vor den Nachstellungen einer fanatischen Theologie schützen oder vor der Rachsucht eines anderen Mäzens. Wofür er sich entschied, hing ab von seiner Laune oder seiner momentanen Interessenlage. Der Künstler oder Gelehrte war seinem Herrn auf Leben und Tod ausgeliefert, und er hatte allen Grund, diesen bei guter Stimmung zu halten.

Noch prekärer wurde der Status des Gelehrten durch die instabilen politischen Verhältnisse. Die Epoche von al-Andalus war geprägt von Aufständen, Semi-Anarchie, Bürgerkrieg, Vagantentum, Thronkämpfen, Eroberungen und Rückeroberungen. Zeiten der Ruhe waren selten. Der schützende Mäzen konnte plötzlich weg sein, ermordet vom Bruder, verjagt vom Konkurrenten eines anderen Stammes. Die Biografien vieler maurischer Gelehrter widerspiegeln diese Situation. Sie erzählen von Flucht, Neuanfang, Verbannung, von Verstellung, List und Hintersinn. Wie diejenige des großen Gelehrten Averroës (1126–1198), dem die neuzeitliche europäische Philosophie so viel verdankt.

Von seiner Audienz beim Almohaden-Sultan Jusuf I. berichtete Averroës: „Nachdem der Herrscher der Gläubigen mich nach meinem Namen gefragt hatte, ebenso nach meiner Herkunft, begann er das Gespräch mit den Worten: ,Was denken sie (das sind die Philosophen) über den Himmel und die Welt? Betrachten sie sie als ewig oder als geschaffen?’ Es überkam mich eine Mischung von Scham und Angst. Ich versuchte mich zu rechtfertigen, indem ich sagte, ich befasse mich nicht mit Philosophie […]. Der Herrscher der Gläubigen bemerkte meine Verwirrung. Er wandte sich an Ibn Tufail [Philosoph und Freund des Averroës] und begann mit ihm über das Problem zu disputieren, das er mir vorgetragen hatte. Er erinnerte an das, was Aristoteles, Platon und die anderen Philosophen darüber gelehrt hatten […]. Auf diese Weise fand ich zu meiner Gelassenheit zurück, so dass ich am Ende das Wort ergriff und er erfahren konnte, was ich darüber dachte. Als ich mich verabschiedete, gebot er, mir als Geschenk Geld, ein kostbares Ehrenkleid und ein Reitpferd zu überreichen.”

Averroës wurde Leibarzt des Sultans und kommentierte in dessen Auftrag die Werke des Aristoteles. Als der Sultan starb, erliess sein Nachfolger Sultan Jakub „al-Mansur” 1195 ein Dekret, in dem die Philosophie und die „griechischen” Wissenschaften verurteilt wurden. Die Bücher Averroës’ wurden ins Feuer geworfen, der Philosoph vor der Moschee von Córdoba an den Pranger gestellt und anschliessend für drei Jahre verbannt. Kurz nach seiner Freilassung starb er.

Al-Andalus ist nicht nur für die maurophilen Bildungsbürger ein mythisches Wunschland. In einer der Wohnungen der islamistischen Attentäter, die am 11. März 2004 in Madrider Zügen 191 Leute getötet und Hunderte verletzt hatten, fand die Polizei ein Bekennervideo. Die Terrorislamisten rechtfertigten darauf ihren Anschlag mit dem Verweis auf al-Andalus, das Land, das einst zum Dar al-Islam gehörte.

Quellen:

– Siegfried Kohlhammer: Ein angenehmes Märchen.
In: Merkur, Heft 651, 2003

– Bat Ye’or: Der Niedergang des
orientalischen Christentums unter dem Islam.
Resch, 2002. 572 S., Fr. 43.70

– Richard Fletcher: Moorish Spain.
University of California Press, 1992.

– Ibn Warraq: Warum ich kein Muslim bin.
Matthes & Seitz, 2004. 522 S., Fr. 50.50

– Arnold Hottinger: Die Mauren.
Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2005. 495 S., Fr. 48.–

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Time am 16. Juni 2013

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Muhammad_XII._(Granada)
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Reconquista
3) http://www.welt.de/geschichte/article113258610/Als-Spanien-al-Andalus-war.html
4) http://derprophet.info/inhalt/
5) http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2005-35/artikel-2005-35-das-land-wo-blut.html

Europas ärgster Feind

6. April 2013

Jabba

Vor einigen Wochen brachte PI eine vierteilige Serie, die sich mit dem Zusammenprall zwischen Abendland und Mohammedanismus beschäftigte und von der Seite „Der Prophet“ bereitgestellt worden war (1).

Im Folgenden lege ich Ihnen diese Serie als einen zusammenhängenden Text vor. Er bietet einen guten Überblick über den enormen negativen Einfluss, den der Mohammedanismus auf das mittelalterliche Europa ausgeübt hat.

Dieser negative Einfluss wurde im Grunde erst 1815 durch den zweiten Barbareskenkrieg, in dessen Verlauf die USA die Jihadpiratenstaaten Algier, Tunis und Tripolis bezwangen (2), beendet.

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Ein Wiedersehen mit Mohammed und Karl dem Großen

Emmet Scott ist ein Historiker, spezialisiert auf die antike Geschichte des Nahen Ostens. Während der letzten zehn Jahre hat er sich insbesondere mit der späten klassischen Zeit und ihrem Niedergang beschäftigt, den er als eines der wichtigsten Ereignisse der westlichen Zivilisation ansieht. Das vorliegende Dokument ist das letzte Kapitel aus dem Buch von Emmet Scott. Er befasst sich mit den Thesen des belgischen Historikers Henri Pirenne (1862 – 1935) zur Geschichte Europas vor und nach dem Beginn der islamischen Eroberungen um 700 n.Chr.

1. Die germanische Völkerwanderung hat weder die Einheit der vom Mittelmeer getragenen Kulturwelt zerstört noch das vernichtet, was an wesentlichen Elementen der römischen Kultur noch im 5. Jahrhundert bestand. […]

2. Das Abbrechen der antiken Tradition ist durch den raschen unvorhergesehenen Vormarsch des Islam ausgelöst worden. Die Folge war, dass die Einheit des Mittelmeerraumes zerstört und der Orient endgültig vom Abendlande geschieden wurde. Länder wie Afrika und Spanien, die bis dahin zur abendländischen Welt gehört hatten, fallen seitdem in den von Bagdad aus bestimmten Bereich.

Die Schließung des Mittelmeeres und der Verlust von Papyrus

Wir haben gesehen, dass – egal was auch sonst in Europa jener Zeit geschah – die griechisch-römische Kultur in ihrem Kernland, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika ein abruptes Ende genommen hatte. In rasantem Tempo erschien in diesen riesigen Territorien eine neue, komplett andersartige Zivilisation. Diese neue islamische Kultur erbte die Ressourcen, den Reichtum und Wissensschatz der vorhergegangenen und hatte von Anfang an einen enormen Vorteil gegenüber den Überbleibseln des römischen Reiches in Europa. Letzteres war noch vorwiegend ländlich, meistens „heidnisch“ und tribalistisch. Trotzdem war es das Zuhause einer großen und anwachsenden Population, welche in den Gebieten des ehemaligen römischen Reiches wie Gallien, dem zentralen Europa sowie Spanien noch immer stark unter dem Einfluß von Rom, oder spezifischer von Byzanz stand. Wie Pirenne aufzeigte, beendete der Verlust des Nahen Ostens sowie Nordafrikas an den Islam die meisten der Handels- sowie kulturellen Kontakte welche vorher zwischen diesen Territorien und Europa bestanden hatten.

Letzteres verarmte jedoch nicht, es war im späten 6. Jahrhundert ökonomisch größtenteils unabhängig. Der Handel mit Luxusgütern wie Wein und Gewürzen sowie der kulturelle und politische Einfluß von Byzanz nahmen allerdings ein Ende. Die großartigen westgotischen und merowingischen Basiliken mit ihren Marmorsäulen und bunten Mosaiken wurden nach einer längeren Pause in der Bautätigkeit mit den eher düsteren und kleineren Strukturen der romanischen Periode des 10. Jahrhunderts ersetzt. Im großen Ganzen hatte der Kontaktverlust mit dem Osten für die Mehrheit der Europäer also keine schrecklichen ökonomischen Konsequenzen. Im Gegenteil; sie wurden auf ihre eigenen Ressourcen zurückgeworfen und es kann durchaus sein, dass den wichtigen westlichen Traditionen wie Erfindungsreichtum und Innovation eben zu jener Zeit Leben eingehaucht wurde. Es gab jedoch ein Produkt, dessen Verlust nicht einfach wieder gut gemacht werden konnte, und sein Fehlen hatte einen tiefgreifenden Einfluß auf den Westen: Papyrus.

Als kulturelles Ereignis kann der Abbruch der Lieferungen von Papyrus nach Europa nicht überschätzt werden; in Tat und Wahrheit wurde es bisher unterschätzt. Papyrus gehörte zu den relativ billigen Schreibutensilien und wurde überall im städtischen sowie merkantilen Milieu verwendet. Es bot sich auch als Material an, auf welchem fast das ganze Wissen und  Gedankengut der Antike festgehalten wurde. Der Verlust von Papyrus führte unweigerlich zum Verlust der Hauptmasse klassischer Literatur – einmal abgesehen von den Bemühungen der Kirchenleute, davon Abschriften auf Pergament zu erstellen. Von der Mitte des 7. Jahrhunderts an entwickelte sich Europa im Grossen und Ganzen zu einer ungebildeten Gesellschaft und die gelehrten sowie redegewandten Stadtbewohner, welche so typisch für die klassische Antike waren, verschwanden. Von nun an konnten außer dem Klerus (auch da nicht ausnahmslos) sehr wenige Menschen lesen und schreiben.

Das Resultat der muslimischen Eroberungen:
Die kulturelle Zerstörung der Levante und Nordafrikas

Der Einfluß des Islam auf Europa war also in erster Linie kultureller und nicht, wie Pirenne annahm, ökonomischer Natur. Und nachdem der Islam Europa von den Quellen der klassischen Lehren abgeschnitten hatte, begann er seine Macht auf den Kontinent auszuüben. Hier müssen wir wiederum etwas betonen, was bisher zu wenig Beachtung gefunden hat: tatsächlich war die Einwirkung des Islam auf Europa immens. In den vorislamischen Jahren kam der überwiegende kulturelle Einfluß aus dem Osten, von Byzanz und der Levante. Nachher kam er noch immer aus dem Osten; Osten bedeutete nun aber Islam. Und die Ideen vom Nahen und Mittleren Osten sowie von Nordafrika, welche jetzt das Mittelmeer überquerten, waren alles andere als aufgeklärt.

Avicenna und Averroes – was haben sie gebracht?

Der Konsens geht dahin, dass der Islam im Frühmittelalter eine bedeutende kulturelle und ideologische Auswirkung auf Europa hatte. Wie wir gesehen haben, tendieren die Historiker dazu, sich auf Wissenschaft und Philosophie zu konzentrieren. Es ist zum Beispiel bekannt, dass islamische Gelehrte im späten 10. und frühen 11. Jahrhundert, beginnend mit dem Perser Avicenna (Ibn Sina), ausführliche Kommentare zum Werk von Aristoteles verfaßten.

Diese versuchten sie – allerdings mit nur geringem Erfolg, muß man hier anfügen – ins islamische Gedankengut zu integrieren. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts übernahm der spanische Muslim Averroes (Ibn Rushd) den Stab von seinem Vorgänger und schrieb seine eigenen Kommentare über den griechischen Philosophen.

Zu der Zeit waren die arabischen Lehren den europäischen Schriftgelehrten bekannt. Männer wie zum Beispiel John von Salisbury hatten sogar eigene Vertreter in Spanien, welche die arabischen Manuskripte beschafften und sie dann ins Lateinische übersetzten. „Bald waren die Ausführungen von Averroes so verbreitet in Europa“, sagt ein Historiker, „dass er der ‚Kommentator’ und Aristoteles der ‚Philosoph’ genannt wurde.“ [1] Etwas früher hatten sich christliche Europäer in die von Muslimen kontrollierten Gebiete wie zum Beispiel Sizilien aufgemacht um sich – oft verkleidet – Zugang zum wissenschaftlichen und alchemistischen Wissen der Sarazenen zu verschaffen. Kein Geringerer als Gerbert von Aurillac, das Genie des 10. Jahrhunderts, auf welchem die Figur von Faust basiert, reiste genau zu diesem Zweck in die muslimischen Territorien.

Der tief greifende islamische Einfluß auf das philosophische und theologische Denken der Europäer wurde auch von Briffault hervorgehoben, der dazu Folgendes sagt: „Der exakte Parallelismus zwischen der islamischen und der christlichen Kontroverse ist zu engmaschig, um mit der Ähnlichkeit ihrer Situation wegdiskutiert werden zu können, und die Überschneidungen sind zu fundamental und zahlreich, als dass sie lediglich als solche anerkannt werden sollten. … Dieselben Fragen, dieselben Themen welche die theologischen Schulen in Damaskus beschäftigten, tauchten nach einer Zeitspanne von einem Jahrhundert auf identische Weise in Paris auf.“ [2] Und weiter: „Die gesamte Wortklauberei der arabischen theologischen Debatte hat sich physisch auf das Christentum übertragen. Die Schlagwörter, Dispute, die verärgerten Fragen, Methoden, Systeme, Konzepte, Häresien, die Apologetik und Irenik wurden von den Moscheen an die Sorbonne transferiert.“ [3]

Die Juden bringen kulturelles Wissen aus dem Osten

Natürlich kamen die Europäer nicht umhin, von dem, was sie im islamischen Spanien und Süditalien entdeckten, beeindruckt zu sein. Sie selbst lebten ja in einer relativ zurückgebliebenen Umgebung. Wichtige Technologien gelangten in dieser Zeit via jüdische Händler und Gelehrte – sie waren für eine Weile die einzige Menschengruppe, welche die christlich-islamischen Grenzen in Sicherheit überqueren konnte –  nach Europa. Letzteres verdankt seine Aneignung von Erkenntnissen über das „arabische“ numerische System,  alkoholische Destillation, möglicherweise Algebra sowie eine Menge anderer Information diesen jüdischen Reisenden, unter welchen sich Ärzte, Alchemisten und Mathematiker befanden. „Mohammedanische Philosophie und Theologie wurden von den Juden und dem weltstädtischen Haus von Monte Cassino in die Klöster der Benediktiner gebracht.“ [4] Speziell die spanischen Juden „überbrachten arabische Versionen griechischer Denker der Christenheit.“ [5] In Tat und Wahrheit war der Beitrag dieser jüdischen Händler und Gelehrten derart wichtig, dass man wohl sagen kann, die Juden hätten Europa im richtigen Moment mit dem Wissen beliefert, welches es ihnen ermöglichte, dem muslimischen Ansturm stand zu halten. Und wir wissen ja, wie Europa sich später bei ihnen bedankt hat!

Der Islam konfrontiert Europa
mit einer ausgefeilten Unterwerfungsdoktrin

Alles oben gesagte ist allgemein bekannt und wird von niemanden in Abrede gestellt. Wie wir jedoch sahen, mangelte es den Europäern keinesfalls an ihren eigenen griechischen und lateinischen Texten. Buchstäblich alle klassische Literatur, welche uns überliefert ist, wurde von fleißigen christlichen Mönchen und nicht von arabischen Philosophen überliefert. Zudem werden wir nun verfechten, dass der wahre ideologische Abdruck des Islam nicht das aufgeklärte Denken von Avicenna und Averroes – welches abgelehnt und aus dem muslimischen Kanon herausgeworfen wurde – sondern dunkleres Material aus dem Koran und den Hadith-Sammlungen war:

Dies sind die Doktrinen

– des immerwährenden Krieges gegen die Ungläubigen
– Ziel des “Heiligen Krieges“
– der heiligen Täuschung (taqiyya)
– der Todesstrafe für Apostaten und Häretiker
– der Folter im Rechtswesen
– des Sklaven- und Konkubinenerwerbs als rechtschaffene Arbeit

Es waren diese Lehren und nicht diejenigen der Philosophen, welche unauslöschliche  Spuren im mittelalterlichen Europa zurückgelassen haben – gleich von allem Anfang an.

Die erste islamische (oder koranische) Idee, welche in Europa Anhänger fand, und die erste sichtbare und beachtete, war der Impuls zu Bilderstürmerei, die Zerstörung von religiösen Bildern und Kunst. Sie begann ungefähr zwischen 726 und 730, als der byzantinische Kaiser Leo III. die Entfernung und Zerstörung aller sakralen Statuen und Bilder im gesamten Reich anordnete. Die Rechtfertigung entnahm er der diesbezüglichen Anprangerung im Alten Testament, allerdings ist es offensichtlich, dass er dazu in der aktuellen Situation vom Islam inspiriert wurde.

Dieses Ereignis der Bilderstürmerei-Episode ist von vorrangiger Wichtigkeit. Es wurde immer wieder die Frage aufgeworfen: Wie ist es möglich, dass der byzantinische Kaiser gegen eine der fundamentalen Grundpfeiler seines Glaubens (die Verehrung von heiligen Bildern) vorging, indem er sie in einer Art zerstören ließ, die an Oliver Cromwell erinnert? Das konnte nur durch eine sehr tiefgehende Krise ausgelöst worden sein. Wir sahen bereits, dass das Vordringen des Islam in den ersten Jahren unaufhaltbar schien. Das Kaiserreich erlitt Niederlage um Niederlage. Innerhalb einer guten Dekade hatte es alle Besitzungen außerhalb Anatoliens verloren. Das schloss die reichsten und produktivsten Provinzen Ägypten und Syrien ein, einst zentrale Reichsteile während mehr als 700 Jahren. Das Reich erlebte seine dunkelsten Zeiten, und der Fall von Konstantinopel schien unausweichlich. Es sind genau Erschütterungen dieser Art – solche, die unsere schiere Existenz bedrohen – die Menschen dazu führen, grundsätzliche Fragen zu stellen, und das zuvor Undenkbare zu denken. Die Byzantiner werden ihre Niederlagen als Zeichen göttlichen Zorns interpretiert haben und als Indikator, etwas falsch zu machen – etwas, was ihre muslimischen Gegner vielleicht richtig machten: Ein zentraler Grundsatz des Islam ist das Verbot der Verehrung von Bildern und Statuen, welche als Götzenanbetung verdammt wird. Sicherlich erkannten einige Byzantiner genau dies als zentrales Problem.

Wenn diese psychologischen Hintergründe der byzantinischen Bilderstürmerei zugrunde legen wird klar, dass Konstantinopel islamisches Denken nicht willentlich und enthusiastisch übernommen hat. Vielmehr muss man annehmen, dass die Byzantiner glaubten, der neue Glaube aus Arabien stünde in der Gunst Gottes. Die Übernahme islamischer Ideen schien also ein Weg zu sein, tiefliegende Probleme zu lösen. Immerhin gilt es zu vermerken, dass so oder so islamische Konzepte übernommen wurden. Die ganze christliche Welt in Ost und West wurde durch den Islam bedroht und auf die eine oder andere Art begannen Christen, die Übernahme islamischer Ideen als Antwort auf diese Krise anzusehen.

Die Bilderstürmerei verursachte einen großen Zwist im Reich und wurde insbesondere im Westen verworfen – was wiederum, so scheint es, zum endgültigen Bruch zwischen dem Papst und Konstantinopel beitrug. Schon die einfache Tatsache, dass ein byzantinischer Kaiser eine so offensichtlich vom Islam inspirierte Politik einführte, beweist den großen Einfluss, welche diese Ideologie in Europa gewann.

Theokratie als islamisches Prinzip

Eines der herausragendsten Charakteristika des Mittelalters und eines, welches diese Periode wahrscheinlich am deutlichsten vom klassischen Altertum unterscheidet, ist seine Theokratie. Das Mittelalter war par exellence das Zeitalter priesterlicher Macht. Im Westen war der Einfluss der Kirche immens und reichte viel weiter, als dies unter den christlichen römischen Kaisern und den germanischen Königen des fünften und sechsten Jahrhunderts je der Fall gewesen war. Das Papsttum hatte jetzt die Macht, Könige und Kaiser zu beurteilen, sie einzusetzen oder zu entfernen. “Durch mich regieren Könige” (Gottesgnadentum) war der stolze Ausspruch der mittelalterlichen Päpste. [6]

Wie kam es soweit? Folgen wir Pirenne, war die Umformung des westlichen Reiches unter Karl dem Grossen unmittelbar verbunden mit dem Aufstieg des Islam und der Zerstörung der byzantinischen Macht. Es wurde auch sehr bewusst als eine Methode angesehen, das westliche Christentum gegen den vordringenden Islam zu stärken. In den folgenden Jahren erhielt das neue westliche Reich dann auch einen neuen Namen: Heiliges Römisches Reich – außergewöhnlich zutreffend für eine symbiotische Union von spiritueller und irdischer Autorität im Herzen Europas. Die Krönung des Kaisers – die Inauguration Karls des Grossen wurde zum Modell – war ein Ereignis voller religiöser Bedeutung. Diese Männer regierten Dei gratis, die Kirche wurde damit zum Hauptinstrument königlicher Regierungstätigkeit. Die Autorität der westlichen Herrscher wurde nun nicht mehr nur von ihrer militärischen und ökonomischen Stärke abgeleitet, so wie es unter den Cäsaren und germanischen Königen des fünften und sechsten Jahrhunderts der Fall gewesen war, sondern sie war letztendlich von der Sanktionierung und Anerkennung der Kirche abhängig.

Es waren mehrere Faktoren an dieser entscheidenden Entwicklung beteiligt. Wie Pirenne festgestellt hat, wurden mit dem Niedergang der Schriftkultur im siebten Jahrhundert – als Folge der Unterbindung des Schiffsverkehrs auf dem Mittelmeer – die Könige gezwungen, bei der Kirche Ersatz an gebildeten und fähigen Verwaltern zu suchen. Verwalter, die es brauchte, um einen Staatsapparat funktionsfähig zu halten. Nochmals: der Verlust an Steuereinkommen als Folge des Ausfalls des mediterranen Seehandels schwächte die Position der Könige gegenüber den Baronen und dem Kleinadel. Diese konnten nun ihre Macht und Unabhängigkeit stärken. Die Könige brauchten dringend ein starkes Gegengewicht, welches die Unterstützung der Kirche nun bot. Mit der Kirche auf ihrer Seite konnten die Könige die Barone im Grossen und Ganzen unter Kontrolle halten. Aber das hatte einen Kompromiss zur Folge. Die Kirche mochte wohl den König auf dem Thron halten, aber sie gewann im Gegenzug nie dagewesenen Einfluss und Autorität. Mit der Zeit wurden die europäischen Könige dadurch im eigentlichen Sinne den Päpsten untergeordnet. Diese konnten in extremen Fällen sogar einen König entthronen. Alles, was ein mittelalterlicher König tat oder tun wollte, konnte er nur mit der Sanktion der Kirche tun. Sogar der machtvolle und unabhängige Herzog der Normandie und spätere König von England, William der Eroberer, konnte die Invasion Englands erst durchführen, nachdem er dafür die päpstliche Einwilligung abgeholt hatte.

Europas Übernahme
theokratischer islamischer Prinzipien

Die Herrscher der karolingischen und ottonischen Zeit legten im neunten und zehnten Jahrhundert das Fundament für die mittelalterliche Theokratie, obschon damals das Papsttum noch relativ schwach war. Um die Unterstützung von Otto dem Ersten gegen die italienischen Gegner von Papst Johannes XII. zu bewirken, bestätigte letzterer dafür Otto im Gegenzug die Kaiserwürde. Der Anspruch darauf war nämlich mit dem Tod Karls des Grossen erloschen. Hier sehen wir, dass die Umstände und Bedingungen im zehnten Jahrhundert nach einer angeblichen 300 jährigen Periode der Dunkelheit noch immer weitgehend dieselben waren, so wie sie im sechsten und frühen siebten Jahrhundert geherrscht hatten: Die germanischen Königreiche waren grundsätzlich säkularer Natur, und Päpste und Priester waren den Königen unterstellt. Aber die Konditionen veränderten sich. Otto I und seine Nachfolger statteten ihre Verwaltungen mit Kirchenleuten aus; letztere hatten zu jener Zeit offensichtlich das Monopol an Wissen sowie Lese- und Schreibkompetenz. Die alte römische Welt war definitiv eine Sache der Vergangenheit geworden. Von nun an nahm die Macht der Kirche stetig zu.

Aber sogar jetzt noch mußte die Kirche um Überlegenheit kämpfen, ein Kampf, der im zehnten Jahrhundert mit Hilfe der Ottonen begann und der im elften Jahrhundert mit dem Sieg des Papsttums endete. “Sie (die Kirchereformer) kämpften, um die endgültige Kontrolle der Kirche als eigenständige, dominante und monarchische Institution abzusichern. Ein solcher Wettstreit war eine frontale Herausforderung gegenüber dem alten System des römischen Reiches. Es war ein direkter Angriff auf die Könige, welche noch voraussetzten, dass sie die Rechte der römischen Herrscher geerbt hätten. Es war auch ein indirekter Angriff auf den Kaiser von Konstantinopel im Osten. Dieser unterhielt noch immer das alte System (der säkularen Vorherrschaft) und wurde nun für seine Bemühungen des Schismas bezichtigt.” [7]

Der “Heilige Krieg” kommt nach Europa

Der eigentliche Gipfel der mittelalterlichen Kirchenmacht kam ein Jahrhundert später während der Regierungszeit von Innozenz III. (1198-1216) zum tragen.

Dieser Mann richtete zwischen rivalisierenden deutschen Kaisern und setzte Otto den Vierten ab. Er stellte England unter ein Interdikt und exkommunizierte König John, weil dieser sich weigerte, Stephen Langdon als Erzbischof von Canterbury anzuerkennen. Seine bemerkenswertesten Aktionen waren die Etablierung der Inquisition und der Start des berüchtigten Kreuzzugs gegen die Albigenser. Durch diesen löschte er die Bewegung der Katharer völlig aus. Schließlich war Innozenz – der mächtigste unter den mittelalterlichen Theokraten – ein Verfechter des “Heiligen Krieges” und ein Vollstrecker der absolut konformen Doktrin. Unter ihm wurde Apostasie ein Kapitalverbrechen. Während seiner Zeit wüteten auch die anderen Kreuzzüge gegen die Muslime Spaniens sowie des Nahen und Mittleren Ostens weiter.

Ironischerweise ist Innozenz’ Haltung gegenüber der Apostasie und der absolut konformen Doktrin sowie dem „Heiligen Krieg“ in totaler Übereinstimmung mit islamischen Vorstellungen – wir müssen uns an dieser Stelle überlegen, in welchem Ausmaß diese extremen Positionen europäischer Theokratie sich letztendlich aus den islamischen abgeleitet haben.

Der Islam war natürlich von Anfang an theokratischer Natur. Es gibt kein: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ (Matthäus 22, 21). Gleich zu Beginn waren spirituelle und weltliche Macht in der Person von Mohammed vereint. Dieselbe Situation herrschte später unter den Kalifen; ein jeder war zuallererst “Befehlshaber der Gläubigen”. Trotzdem können wir nicht beurteilen, ob die Gründung der europäischen Theokratie das Resultat einer bewussten Imitation islamischer Ideen war, so wie dies die Bilderstürmerei und der “Heilige Krieg” gewesen waren. Der Beitrag des Islam zur europäischen Theokratie war real genug, aber eher nachfolgender denn nachahmender Natur. Wie wir gesehen haben, ließ die Verarmung Europas und seiner Monarchen, verursacht durch die muslimische Mittelmeerblockade, den Herrschenden kaum eine andere Möglichkeit übrig, als sich zwecks Unterstützung an die Kirche zu wenden. Zudem nahm der Kampf um die Verteidigung Europas wegen der eigentlichen Natur des Feindes eine religiöse Dimension an (jeglicher Glaube gewinnt an Stärke, wenn er Opposition erlebt). Auch das mag wohl die Macht und das Prestige der Kirche gestärkt haben.

Während also die mittelalterliche Theokratie nicht das Resultat direkter Nachahmung islamischer Ideen war, so war der Islam bei ihrer Geburt doch hilfreich. Zudem stammen die Art von Theokratie, welche sich damals in Europa formte, sowie einiger der darunter liegenden verknüpften Ideen sehr wohl vom Islam ab.

Apostasie und Häresie als Kapitalverbrechen

Von Anfang an betrachtete der Islam Apostasie und Häresie als Kapitalverbrechen. [8] Beinahe unmittelbar nach dem Tod Mohammeds brachen ernsthafte und äußerst gewalttätige Dispute im Zusammenhang mit kollidierenden Ansprüchen auf die Nachfolge des Propheten aus. Attentate und Meuchelmorde gehörten zur Tagesordnung. Sogar diejenigen, die keine Führungsansprüche besaßen, jedoch heterodoxe Ansichten vertraten, waren gewaltsamer Unterdrückung und Verfolgung ausgesetzt. Das berüchtigtste frühe Beispiel finden wir im Schicksal von Mansur al-Halladsch (858-922), einem persischen Mystiker. Sein Tod war demjenigen von Jesus ähnlich – es ist überliefert, dass man ihm, bevor er gekreuzigt wurde, die Augen ausgestochen und ihn auch anderswie gefoltert habe. Das Töten von politischen und religiösen Opponenten sowie allen anderen, welche irgendwie vom orthodoxen Islam abwichen, ereignete sich von Beginn an und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte muslimische Geschichte. Dasselbe geschah auch mit den Ungläubigen wie den Christen und Juden – welche ja theoretisch zumindest Dhimmis, also „Beschützte“ sind: tatsächlich waren sie aber schon immer die Objekte grausamer Attacken seitens der Muslime. So wissen wir zum Beispiel, dass im Jahr 704/705 der Kalif Walid (705-715) „die armenischen Nobelmänner in der St. Gregory Kirche von Naxciwan und der Xrain Kirche von Araxis zusammentreiben und in der Folge verbrennen ließ. Andere wurden gekreuzigt und geköpft sowie deren Frauen und Kinder gefangen genommen. In Armenien wurde die gewalttätige Christenverfolgung von 852 bis 855 geschichtlich festgehalten.“ [9] Zumindest von der Almohadenzeit (im frühen 12. Jahrhundert) an existierten in Spanien und Nordafrika Untersuchungskomitees, eine wahrhaftige „Inquisition“, um Apostaten auszuhebeln. Man erzählt, dass die Juden, welche zu der Zeit gezwungen wurden, den Islam anzunehmen, eine Masse von „neuen Konvertiten“ ausmachten, welche trotzdem ihre angestammte Religion heimlich weiter ausübten. Aber die „almohadischen Inquisitoren zweifelten an deren Aufrichtigkeit, nahmen ihnen die Kinder weg und zogen sie als Muslime auf.“ [10]

Beginnend im späten 12. frühen 13. Jahrhundert adoptierte die mittelalterliche Christenheit dann dieselbe Haltung. Man hatte nun eine eigene Inquisition, um Häretiker zu isolieren und es wurde für solche Missetäter die Todesstrafe vorgeschrieben. Der richterliche Gebrauch von Folter, „eine Neuheit in Europa“ zu der Zeit, wurde gang und gäbe. [11] Tatsächlich waren all diese Praktiken neu im Europa des 11. und 12. Jahrhunderts: die barbarische Behandlung von Kriminellen und Dissidenten, welche im alten römischen Imperium gebräuchlich war, verlief sich während den frühen christlichen Jahrhunderten im Sand. Konstantin schaffte die Kreuzigung als Hinrichtungsform ab und versuchte dasselbe mit den Gladiatorenshows, welche dann schlussendlich durch Honorius im frühen 5. Jahrhundert aufgehoben wurden. Die Situation der Sklaven verbesserte sich durch die Christianisierung des Reiches dramatisch, und die Kirche arbeitete darauf hin, diese Institution in ihrer Gänze aufzuheben – ein Ziel, welches dann im 8./9. Jahrhundert erreicht wurde. Gefangenfolter, eine Routine im römischen Reich, wurde ebenfalls nach und nach während dieser Zeit abgeschafft. Es gibt keinen Nachweis, dass es in den ersten christlichen Jahrhunderten die Art letaler Intoleranz gab, welche die Inquisition charakterisierte. Zugegebenermaßen war die Kirche der Frühzeit in eine Serie langwieriger und bitterer Dispute über die korrekte Interpretation von Jesus’ Leben und Mission involviert. Diejenigen, welche nicht mit den durch diverse Konzile festgelegten etablierten Dogmas in Übereinstimmung waren, wurden als Häretiker verschrien und eine ziemlich heftige Verurteilung dieser Leute und Gruppen war beinahe endemisch verbreitet. Obwohl die Sprache dieser Dispute oft unmäßig war, wurden sie selten gewalttätig; falls sie einmal ausarteten, so fanden diese Ausschreitungen in kleinem Rahmen und grundsätzlich ohne offizielle Sanktionen oder Genehmigungen statt. Gewalteinsatz zwecks Durchboxens orthodoxer Standpunkte wurde von sämtlichen Kirchenvätern verurteilt. Lactantius argumentierte folgendermaßen: „Glauben kann man nicht mit Gewalt erzwingen; man muss die Sache nicht mit Schlägen sondern mit Worten vorantreiben damit der Wille beeinflusst werden kann.“

Er schrieb weiter: “O, mit was für ehrenhaften Neigungen laufen die miserablen Menschen in die Irre! Denn sie sind gewahr, dass es für Menschen nichts Exzellenteres gibt als die Religion und dass diese mit all unserer Kraft verteidigt werden muss; genau so wie sich aber in den Belangen der Religion selber täuschen lassen, so auch in der Art und Weise ihrer Verteidigung. Denn Religion soll nicht mit töten, sondern mit dem Tod; nicht mit Grausamkeit, sondern mit geduldiger Ausdauer; nicht mit Schuld, sondern mit richtigem Glauben verteidigt werden. (…) Denn wenn man wünscht, die Religion durch Blutvergießen, Folter und Schuld zu verteidigen, dann wird sie damit nicht mehr länger verfochten, sondern sie wird verschmutzt und entweiht. Denn nichts ist so sehr die Domäne des freien Willens als der Glauben; wenn der Geist des Gläubigen sich gegen ihn wehrt, verschwindet er sofort und hört auf, für ihn zu existieren.” [12]

Später schrieb Johannes Chrysostomos: “Es ist falsch, einen Häretiker zu töten, denn unausweichlich würde in der Folge Krieg auf Erden herrschen.” [13]

Auch Augustinus schrieb über Häretiker, dass „es nicht der Tod eines Häretikers ist, den wir suchen, sondern seine Erlösung vom Irrtum.“ [14] Trotz all dieser sowie weiterer Ermahnungen kam Gewalt gegen Häretiker vor; es waren jedoch isolierte Vorfälle, welche die Kirchenväter nie billigten. Ein solches Beispiel war die Unterdrückung der sogenannten priszillianischen Häresie im Spanien des späten 4. und frühen 5. Jahrhunderts. Priszillian wurde mit sechs seiner Nachfolger getötet und man verfolgte die Sekte auch auf andere Weise. Diese Morde wurden jedoch von der Kirchenautorität ganz und gar verurteilt.

Dasselbe war der Fall betreffend des weit berühmteren Mordes von Hypatia. Dieser ereignete sich im frühen 5. Jahrhundert und erreichte in manchen Kreisen fast einen Kultstatus: Er wird als das Beispiel für christliche Engstirnigkeit und Obskurantismus angesehen. Vom wenigen, was wir darüber wissen, wird trotzdem klar, dass dieser Mord von einer gesetzeslosen Bande Fanatiker und nicht von der Kirche verübt wurde. Wir weisen zudem darauf hin, dass sich dieser Anschlag in Ägypten ereignete, einem Land mit einer langen Tradition von religiösem Fanatismus. Während der Regierungszeit von Julius Cäsar zum Beispiel lynchte ein ägyptischer Mob einen römischen Hauptmann – dieser Akt hätte ihnen schreckliche Vergeltung einbringen können – weil er die Kühnheit hatte, eine Katze zu töten. Solche isolierten Akte von Fanatismus kamen in allen Religionen und in der gesamten Geschichte vor. Sogar der Buddhismus, die friedfertigste und toleranteste der religiösen Ideologien, ist nicht gänzlich frei davon. Alles in allem kann uns der Mord an Hypatia nicht viel erklären. Im 5. Jahrhundert betrachtete der christliche Kirchengeschichtschreiber Sokrates Scholastikos ihn als bedauernswerten Fall von Engstirnigkeit; 300 Jahre später jedoch billigte sein Landsmann Johannes von Nikiu den Mord voll und ganz. Er beschrieb Hypatia als „eine Heidin“, die sich „der Magie verschrieben und viele Menschen mit ihren satanischen Listen betört habe.“ Was hat nun diesen Wandel verursacht?

Humanismus gegen Zauberei und Hexenkult

In der Welt, welche wir eine „mittelalterliche“ nennen, waren die Vernunft und der Humanismus der Klassik bis zu einem gewissen Grad verschwunden. Dunkle Fantasien und Aberglauben waren mehr verbreitet. Der Glaube an die Kraft von Magiern und Zauberer, welcher mit der primitivsten Denkweise assoziiert wird, erlebte ein Comeback. In den rückständigsten „modernen“ Gesellschaften gibt es noch immer total unschuldige Menschen, welche der „Hexerei“ bezichtigt und auf brutalste Weise für ein Verbrechen getötet werden, dass sie nie begangen haben, und das auch gar nicht existiert. Am Ende des Mittelalters war diese Mentalität nach Europa zurückgekommen und im Jahre 1484 verkündete eine päpstliche Bulle den Tod für Hexen und Satanisten. Sogar zur Zeit von Innozenz dem Dritten glaubte man, dass die Häretiker jener Zeit, die Katarer und die Waldenser, der Inspiration von Satan unterworfen seien.

Als Europa im 10. Jahrhundert jedoch aus dem sogenannten dunklen Zeitalter wieder auftauchte, badete es noch immer im Licht der Vernunft und des Humanismus. So kam es, dass ein zeitgenössisches Kirchengesetz den Glauben unter den ländlichen Bewohnern, „gewisse Frauen“ hätten die Angewohnheit, mitten in der Nacht auf Biestern herumzureiten und noch vor dem Morgengrauen große Distanzen zurückzulegen, kritisierte und verurteilte. Laut diesem Kanon war jeder, der so was glaubte, „zweifelsohne ein Ungläubiger und Heide.“

Etwas früher verkündete der heilige Agobard, Bischof von Lyon, es sei nicht wahr, dass Hexen Stürme heraufbeschwören und Ernten zerstören könnten. Ebenfalls würden sie weder Menschen verschlingen noch mit dem „bösen Blick“ umbringen. [15] „Nur ein paar Generationen später“, schreiben Colin Wilson und Christopher Evans, „war jegliche Person, welche nicht an die nächtlichen Ausritte der Hexen sowie sie die Kirche definierte glaubte, in Gefahr als Häretiker auf dem Scheiterhaufen zu landen.“ [16] Die beiden Autoren fragen, was sich wohl in den dazwischen liegenden Jahren ereignet haben mag, dass sich die Haltung der Kirche derartig verändert hatte.

Um dies zu beantworten erinnern wir uns, dass im 11. und 12. Jahrhundert wissbegierige junge Männer aus Nordeuropa ins islamische Spanien reisten um die dortigen Erkenntnisse und Lehren zu studieren. Wie jedoch Louis Bertrand erwähnte, waren es nicht die maurischen „Wissenschaften“, welche sie anzogen, sondern vielmehr die Pseudowissenschaften der Alchemie, Astrologie sowie der Magie. [17] Was die Mauren gelehrt haben, war weit entfernt von dem, was heute so breit gefächert in den politisch korrekten Lehrbüchern unserer Bibliotheken und Buchläden gelobt wird.

Die Idee der Inquisition wird vom Islam übernommen

Magie und Alchemie waren nicht die einzigen Subjekte, welche die Europäer von den Muslimen lernten. Erstere nahmen Ideen auch direkt aus dem Koran und den Ahadith; zum Beispiel darüber, wie Häretiker, Apostaten und Magier behandelt werden sollen. Und es darf kaum angezweifelt werden, dass Innozenz III., indem er seine eigene Inquisition etablierte, direkt das Beispiel der Almohaden Spaniens imitiert hat, welche schon 50 Jahre vorher ihre eigenen Einsatzkommandos ausgesendeten, um Häretiker und Apostaten habhaft zu werden.

Innozenz III. wird von den Feinden des Christentums als bête noir, als lebendige Verkörperung von allem, was am Christentum falsch war und ist, angesehen. Die Tatsache jedoch, dass seine Haltungen islamische – nicht christliche – Vorläufer hatten, wird nie erwähnt. Und es gilt noch einen weiteren Punkt in Betracht zu ziehen: währenddem wir das Ausmaß von Innozenz Handlungen nicht zu verkleinern suchen, dürfen wir nicht vergessen, dass im 12. und 13. Jahrhundert die muslimische Gefahr bei weiten nicht gebannt war. Im Gegenteil: Sie war so stark und bedrohlich wie eh und je. Während solcher Umstände werden – wie in jeder Kriegszeit – innerstaatliche Meinungsverschiedenheiten (sowie sie die Katarer darstellten) als so genannte 5. Kolonne wahrgenommen, welche mit dem Feind kollaboriert.

Und es ist bestens bekannt, dass sämtliche abweichenden Meinungen während Kriegszeiten mit einer massiveren Gründlichkeit und Schonungslosigkeit unterdrückt werden, als es sonst der Fall ist. Die spätere spanische Inquisition, welche auf der iberischen Halbinsel drakonische Maßnahmen gegenüber Abweichlern durchgesetzt hat, muss in demselben Licht betrachtet werden. Die islamische Bedrohung war allüberall und wir können ziemlich sicher annehmen, dass die starke Unterdrückung der Muslime zu dieser Zeit in direktem Zusammenhang mit der Angst vor einer erneuten muslimischen Invasion der Ottomanen in die iberische Halbinsel stand und damit der Möglichkeit, dass die einheimischen Muslime eine 5. Kolonne bilden würden, um die Invasoren zu unterstützen.

Die klassische Zivilisation wird
mit dem “Heiligen Krieg” konfrontiert

Von 600 n.Chr. an kam die klassische Zivilisation – welche zu dieser Zeit gleichbedeutend war mit dem Christentum – in Kontakt mit einer neuen Macht, die Krieg als heilige Pflicht pries, die Versklavung und Tötung von Nichtgläubigen als religiöse Obliegenheit rechtfertigte, den juristischen Gebrauch von Folter erlaubte und die Exekution von Apostaten und Häretikern gebot. Wenn man alle diese dogmatischen Setzungen zusammennimmt, sind sie sicher einmalig unter den religiösen Traditionen der Menschheit, und sie können bis zu den Anfängen dieses Glaubenssystems zurückverfolgt werden. Weit entfernt davon, Manifestationen einer degenerierten Phase des Islam zu sein, gehen sie zurück auf den Gründer dieser Religion selbst. Wirklich erstaunlicherweise wird diese Religion und Ideologie von Akademikern und Künstlern trotzdem noch immer als aufgeklärt und tolerant angesehen. Tatsächlich besteht bis in unsere Tage eine starke Fraktion in der westlichen Welt, welche den Islam als dem Christentum in allen Belangen überlegen und aufgeklärter einstuft.

Um 650 n.Chr. war nahezu die halbe christliche Welt an diesen neuen “aufgeklärten” Glauben verlorengegangen und um 715 n.Chr. war der Rest in ernsthafter Gefahr. Diese Ereignisse hatten enorme Auswirkungen. Die Schließung der Mittelmeerschifffahrt bedeutete die Verarmung des westlichen Europa, welches daher genötigt war, so gut wie es ging zu improvisieren. Der Verlust von Papyrus zwang zur Verwendung des enorm teuren Pergamentes und führte logischerweise auch zu einem bedenklichen Verlust der Lese- und Schreibkultur. Die Wikingerkriege, welche durch die islamischen Invasionen begünstigt wurden, brachten zudem gewaltige Zerrüttungen in den Norden des Kontinents. Als dringend notwendige vereinigende Kraft, welche all die germanischen Königreiche des Westens zur Verteidigung des Christentums zusammenbringen konnte, wurde das westliche Reich wieder installiert. Konstantinopel kämpfte um das eigene Überleben und konnte somit nicht eingreifen.

Die westliche Kultur veränderte sich radikal. Zum ersten Mal dachten Christen in Termini wie “Heiliger Krieg”, und die gesamte Theologie war in Bewegung. Diese große Transformation begann in den Jahren nach 650 n.Chr., und das Phänomen, welches wir “Kreuzzüge” nennen, startete eigentlich in Süditalien, spezifischer in Spanien während des siebten und achten Jahrhunderts – als die Christen verzweifelte Rückzugsgefechte gegen die vordringenden Sarazenen fochten, um zu retten, was zu retten war. Diese Aktionen verlängerten sich zu einem Jahrhunderte dauernden Kampf und hatten einen tief greifenden, zerstörenden Einfluss auf die europäische Zivilisation. Darüber hinaus bedeutete es – als schiere Folge von Macht und Zeit – dass die Christen in zunehmendem Maße Charakteristiken ihrer muslimischen Feinde übernahmen. So regierten in Spanien des elften und zwölften Jahrhunderts christliche Könige über arabisierte Höfe; sie hatten typische muslimische (und klar unchristliche) Gewohnheiten wie die Polygamie übernommen. Das berühmteste oder besser anrüchigste Beispiel dafür war König Friederich II. “der getaufte Sultan von Sizilien”; er besaß ein aufwändiges Harem, welches von Eunuchen bewacht wurde. [18]

Der Islam setzt der pax romana ein definitives Ende

Zu diesem direkten Einfluss gab es den verderbenden Effekt des fortwährenden Krieges, in welchen das ganze mediterrane Küstengebiet gestürzt wurde. Die Ankunft des Islam brachte das definitive Ende des Friedens im Mittelmeergebiet, die pax romana hatte sogar den Untergang des römischen Reiches überlebt. Mit dem Auftritt des Islam war das Mittelmeer nicht mehr die Hauptverkehrsader sondern die Grenze und zwar eine Grenze der gefährlichsten Art. Piraterie, Plünderung und Gemetzel wurden zur Norm – während mehr als tausend Jahren! Dies wurde speziell von nordeuropäischen Historikern fast völlig übersehen: sie betrachten den Mittelmeerraum im Lichte der klassischen Zivilisation. Die gebildeten Europäer waren von der Zivilisationen der Griechen und Römer derart verblendet, dass sie den jüngeren Teil der Geschichte des Mittelmeeres – immerhin tausend Jahre – behandelten, als hätte er nie existiert. Den Besuchern der Mittelmeerländer werden auf Führungen die Zeugen der klassischen Zivilisation gezeigt: hier kämpfte Cäsar, und dorthin brachte Marcus Antonius seine Flotte etc.

Diese verzerrte und romantisierende Sicht auf den Mittelmeerraum und seine Vergangenheit, welche die Brutalität und den Schrecken des vergangenen Milleniums ignoriert, war insbesondere charakteristisch für Forscher mit angelsächsischem Ursprung. Bei ihnen kam das Problem der religiösen Kluft hinzu. In der Regierungszeit von Königin Elisabeth I. (1533 bis 1603) wurde England zum Todfeind des katholischen Europas – und die katholische Macht jener Zeit war natürlich Spanien. Von da an waren englisch sprechende Historiker stark gegen das katholische Spanien voreingenommen und sie – was nicht erstaunt – favorisierten Spaniens muslimische Feinde. Diese wurden durchwegs als sehr kultiviert und urban geschildert. Damals entstand der Mythos des “goldenen Zeitalters” des spanischen Kalifates – ein Mythos, welcher, wie wir gesehen haben, noch immer in weitem Umfang kursiert.

Die Jahrhunderte dauernde Herrschaft des Terrors

In der Tat war die Wirklichkeit ganz anders: Durch die muslimische Eroberung von Nordafrika und Spanien begann eine Herrschaft des Terrors, welche Jahrhunderte lang dauerte. Der Krieg in Spanien zog sich bis ins 15. Jahrhundert hin. Dann entstand in Italien eine neue Front: die aufstrebende Macht der ottomanischen Türken, welche schon Griechenland und den Balkan in Besitz genommen hatte, drohte in Italien einzudringen. Diese Gefahr bestand während der folgenden drei Jahrhunderte, bis die Türken vor Wien im Jahre 1683 endgültig zurückgeschlagen wurden. Der Papst sah sich mehrmals gezwungen, seine Flucht aus Rom ins Auge zu fassen, wenn ottomanische Flotten im adriatischen und ionischen Meer aufkreuzten. Nach dem Fall von Konstantinopel im Jahre 1453 sah es so aus, als würden zentrale Regionen von Europa inklusive Ungarn und Österreich überrannt. Obschon die unmittelbare Gefahr durch den Sieg von Johannes Hunyadi bei Belgrad im Jahre 1456 gebannt schien, wurde sie im 16. Jahrhundert wieder virulent, als eine gewaltige türkische Streitmacht durch die heilige Liga bei der Seeschlacht von Lepanto gestoppt wurde.

Es ist wichtig hier anzufügen, dass die türkischen Verluste bei Lepanto mit 30.000 Mann und 200 von 230 Kriegsschiffen die Türkei nicht daran hinderte, nach nur einem Jahr mit einer neuen riesigen Flotte zurückzukehren. Das spricht Bände für die Hartnäckigkeit und Persistenz der Gefahr, welche sie darstellten. Kurz davor hatten sie ihr Herrschaftsgebiet entlang der afrikanischen Küste westwärts bis Marokko ausgedehnt. Dort regten sie die Sklavenjagden gegen die christliche Bevölkerung im südlichen Europa an. Muslimische Piraten verwüsteten die Küstengebiete von Italien, Spanien, Südfrankreich und Griechenland. Insbesondere die Christen Siziliens, Sardiniens, Korsikas und der Balearen mussten sich mit grässlichen Piratenrazzien abfinden – verbunden mit Vergewaltigungen und Plünderungen.

Hugh Trevor-Roper hat sehr sorgfältig herausgearbeitet, dass sich die Epoche, die wir heute Renaissance nennen und als Zeitalter von künstlerischem und geisteswissenschaftlichem Fortschritt wie auch überschwänglichem Optimismus betrachten, für die Bewohner Europas jener Zeit ganz anders darstellte. Sogar als Cortes und Pizarro im Namen Karls V. von Spanien die reichen Ländereien Mexikos und Perus eroberten, hegte dieser Herrscher düstere Erwartungen betreffend Auflösung der Christenheit. “Wir machten uns auf, wertlose neue Reiche in Übersee zu erobern”, lamentierte der Belgier Ogier Ghislain de Busbecq, welchen der römisch-deutsche König Ferdinand I. als Gesandten zum türkischen Sultan beordert hatte, “und wir verlieren das Herz Europas”. [19] Die Christenheit, so schrieb er, hängt auf gefährliche Art vom guten Willen des persischen Königs ab, dessen Ambitionen im Osten den türkischen Sultan beständig von weiteren europäischen Eroberungen abhalten. [20]

Diese Ereignisse hatten einen tiefgreifenden Einfluß auf den Charakter der christlichen Bewohner des Balkans und der Mittelmeerregion, eine Tatsache, die von Nordeuropäern nie richtig gewürdigt wurde. Aus dem Blickwinkel von London und Paris spielen die Ottomanen und die Berberpiraten keine wichtige Rolle. Von Rom her gesehen stellte sich die Sache allerdings ganz anders dar. Rom, der Sitz der katholischen Kirche, befand sich mitten in der Frontlinie dieses niemals endenden Krieges. Von Mittelitalien her gesehen wird die Paranoia der Päpste betreffend Häresie und inneren Feinden sicher besser verstehbar.

Ibn Khalduns Ausführungen zum Jihad

Auch die Völker Spaniens, welche die blutige Grenzlinie während Jahrhunderten hielten, wurden verändert. Der Krieg gegen den Islam war für viele, wenn nicht die meisten der spanischen Könige, zur raison d’être geworden. Es war ein immerwährendes Projekt, nicht eine Obsession, eher wie ein normaler Teil des Lebens. Es war absolut klar, dass es mit der islamischen Welt nie Frieden geben würde. Wie hätte es anders sein können, wenn der “Heilige Krieg” gegen die Ungläubigen für jeden Muslim ein Teil des islamischen Dogmas ist? Die Christen hatten das schon Jahrhunderte früher verstanden, und es wurde vom Historiker Ibn Khaldun zum wiederholten Male festgestellt:

“Für die muslimische Gemeinde ist der heilige Krieg eine Pflicht aufgrund der Universalität der muslimischen Mission und der Verpflichtung, jedermann zum Islam zu bekehren – ob durch Überzeugung oder durch Gewalt. Folglich sind im Islam Kalifat und königliche Autorität vereint, damit die verantwortliche Person die zur Verfügung stehende Kraft/Energie für beide Bereiche – die der Religion und der Politik – gleichzeitig einsetzen kann. Die anderen religiösen Gruppen hatten keine universelle Mission und der „Heilige Krieg“ war keine Pflicht für sie, außer für Verteidigungszwecke. Daraus folgt, dass sich die Person (in den anderen religiösen Gruppen), die für die religiösen Angelegenheiten verantwortlich ist, nicht mit Machtpolitik beschäftigt. Unter ihnen erlangen diejenigen Leute, die die königliche Autorität innehaben, diese durch Zufall und auf eine Art und Weise, die nichts mit Religion zu tun hat. Sie kommen an die Macht aufgrund des zwingenden Resultats einer Gruppenzugehörigkeit, die inhärent königliche Autorität zu erlangen verpflichtet wären, Macht über andere Nationen zu gewinnen, wie das ja eben im Islam der Fall ist. Von ihnen wird lediglich gefordert, dass sie die Religion innerhalb ihres eigenen Volkes aufbauen. Das ist der Grund, warum sich die Israeliten nach Moses und Joshua während ca. vier Jahrhunderten nicht um königliche Autorität kümmerten. Ihr einziges Anliegen war die Gründung ihrer Religion.

Danach herrschte Zwietracht unter den Christen bezüglich ihrer Religion und der Christuslehre. Sie spalteten sich in Gruppen und Sekten, was die Unterstützung der verschiedenen christlichen Regenten gegeneinander absicherte. Zu verschiedenen Zeiten gab es verschiedene Sekten. Schlussendlich kristallisierten sich diese Sekten in drei Gruppen, die dann die christlichen Sekten ausmachten. Sie waren die Melchiter, die Jakobiter und die Nestorianer. Andere waren bedeutungslos. Wir glauben nicht, dass wir die Seiten dieses Buches mit der Diskussion über die Dogmen ihres Unglaubens schwärzen sollten. Sie sind im allgemeinen bekannt. Sie sind alle des Unglaubens. Dies wird im noblen Koran klar konstatiert. Diese Angelegenheiten mit ihnen zu diskutieren oder mit ihnen darüber zu streiten, ist nicht unsere Sache. Sie müssen sich entscheiden, ob sie zum Islam konvertieren, Schutzgeld bezahlen oder getötet werden.” [21]

Ibn Khaldun wurde in Andalusien geboren, aber was er über den Jihad schrieb, wurde von jedem spanischen Monarchen verstanden, ob christlich oder maurisch. Das Überleben der iberischen Halbinsel war für die kastilischen Könige stetig bedroht, und zwar von jeder Region, von der aus der Islam Überfälle lancieren konnte. Die Verkleinerung des islamischen Spaniens auf südlich gelegene Befestigungen in Andalusien machte die Christen keinesfalls sicherer. Jetzt ging die Bedrohung nicht mehr von Nordafrika aus, sondern von der Türkei. Die Existenz von Granada terrorisierte die Existenz des christlichen Spaniens, denn die Ottomanen konnten es jederzeit als Brückenkopf für eine zweite Eroberung der Halbinsel benutzen. Also musste Granada verkleinert werden, koste es, was es wolle. Doch auch nachher fühlten sich die Spanier nicht sicher. Der Krieg gegen den Islam würde wie gehabt weitergehen. Die Muslime bedrohten jetzt Italien und das ganze westliche Mittelmeergebiet, Spanien konnte als nächstes drankommen.

Den Islam westwärts umschiffen

Sogar die Entdeckungsreisen wurden unter dem Gesichtspunkt der islamischen Bedrohung unternommen. Zum Beispiel hatte die erste Reise von Kolumbus das Ziel, eine direkte Route nach Ostindien aufzutun, muslimisches Territorium umschiffend “den Islam von Hinten anzugehen”, wie es Louis Bertrand ausdrückt, “und mit dem großen Khan eine Allianz zu schmieden – eine sagenhafte Gestalt, von der man annahm, dass er dieses Gebiet beherrschte und der christlichen Religion wohlgesonnen war…”. [22] Bertrand insistiert auf dieser Sichtweise, welche er auf sechs Seiten hervorhebt. Er sagt, die Entdeckungsreisen sollten eine neue Ära einläuten “im Kreuzzug gegen die Mauren, der auf einer neuen und sichereren Route weiterzuführen sei. Dem Islam sollte über Indien ein tödlicher Hieb versetzt werden.” [23]

Louis Bertrand war sich der Verbindung zwischen den Erschließungen der Konquistadoren in Amerika und dem Krieg gegen den Islam so sicher, dass er die Eroberung Amerikas als eigentlichen “letzten Kreuzzug” benennt.

Die “schwarze Legende”
und das Vorbild der Muslime

Es braucht keine neue Aufzeichnung der Konquistadoren in der Neuen Welt: es ist eine von Grausamkeit und Gier monumentalen Ausmaßes. Trotzdem waren die Vorgehensweisen der Spanier dort – sie gaben Anlass zur Entstehung der Schwarzen Legende – genau das, was sie in der Schule der Kalifen gelernt hatten. Mit Louis Bertrand’s Worten: “Gier nach Gold, blutrünstige Überfälle, die fieberhafte Suche nach verborgenen Schätzen, Folter von Gefangenen zur Erpressung von Aussagen über diese verborgenen Orte – alle diese barbarischen Vorgehensweisen und Laster, die die Konquistadoren in Amerika zur Anwendung brachten, haben sie in den Schulen der Kalifen, Emire und maurischen Könige gelernt.” [24] In der Tat können alle Charakterzüge, die mit Spaniern assoziiert, und für die sie so gründlich von englisch sprechenden Historikern kritisiert wurden, auf den Kontakt mit dem Islam zurückverfolgt werden.

“Die übelste Angewohnheit, welche die Spanier übernommen hatten, war der Parasitismus der Araber und Nomaden Afrikas: auf Kosten der Nachbarvölker zu leben. Die Raubzüge wurden zu einer eigentlichen Institution ausgebaut; Plünderung, Erpressung und Piraterie als einzige Lebensgrundlage für bewaffnete Männer angesehen. Auf die gleiche Art und Weise, wie diese in maurischen Territorien ihren Lebensunterhalt verdienten, gewannen die Spanier später ihr Gold in Mexiko und Peru.”

“Sie führten auch dort die barbarischen hier zusammengefassten Praktiken der Araber ein:

– jedermann mit Feuer und Schwert bedrohen
– Fruchtbäume abholzen
– Ernten vernichten, ganze Landstriche verwüsten, um den Feind auszuhungern und gefügig zu machen
– überall Sklaven generieren
– die Bevölkerung der eroberten Länder zu Zwangsarbeit verdammen.

Alle diese verabscheuungswürdigen Vorgehensweisen lernten sie von den Arabern.”

“Die Sklaverei hielt sich während Jahrhunderten im christlichen Spanien genau so, wie es in islamischen Ländern üblich war. Ganz sicher haben die Spanier von den Arabern auch die Unnachgiebigkeit ihres Fanatismus und den Anspruch, wenn nicht gar die Auserwählten Gottes, so doch mindestens die katholischste Nation der Christenheit zu sein. Philip II., wie auch Abd er Rahman oder El Mansur, war ein Verteidiger des Glaubens.”

“Schließlich blieb es nicht ohne ansteckende Wirkung, dass die Spanier während Jahrhunderten mit ideologischen Fanatikern im Kontakt waren, die ihre Feinde kreuzigten und frohlockten, wenn sie Tausende von abgeschlagenen Schädeln zu Triumphhaufen auftürmten. Die Greuel der Araber und Berber war eine lehrreiche Schule auf der Halbinsel. Die Grausamkeit der Emire und Kalife, die ihre Brüder und Söhne mit eigenen Händen umbrachten, war Vorbild für Pedro den Grausamen und Henri von Trastamare, diese Würger in Würden – nicht besser als gemeine Mörder.” [25]

Woher kommt der mörderische Antisemitismus?

Eines der meist beklagten Charakteristika des mittelalterlichen Europas war sein virulenter und nicht selten gewalttätiger Antisemitismus. Allerdings gab es die extreme Form davon im mittelalterlichen Europa nicht vor dem 11. Jahrhundert. In der Tat wurden die ersten Massaker an europäischen Juden in Spanien durch den muslimischen Mob im frühen 11. Jahrhundert ausgeführt, 1011 in Cordoba und 1066 in Granada. Es ist zweifellos wahr, dass die Christen eine lange Geschichte von Antagonismus gegenüber Juden hatten, die schon vor der Anwesenheit des Islam vorhanden war. Die Gegnerschaft war beidseitig und jüdische Führer der frühen Jahrhunderte waren in ihrer Verdammung des Christentums genauso lautstark wie Christen gegenüber dem Judentum. Ernsthafte Gewalt zwischen den beiden Gruppen war allerdings unüblich und das erste wirkliche Pogrom, das in Europa von Christen gegen Juden angestrengt wurde, fand nicht früher als zu Beginn des ersten Kreuzzuges 1096 statt. Das sind 30 Jahre nach dem Massaker von Granada.

Seit der römischen oder vielleicht schon vor-römischen Zeit war Spanien die Heimat einer großen jüdischen Gemeinde. Als Folge der islamischen Eroberung von 711 kamen die Juden unter die Herrschaft eines Glaubens, der von Anfang an bösartig und gewalttätig antijüdisch war. Für die Muslime war die diesbezügliche Anleitung von ihrem Gründer Mohammed vorgegeben. Es ist überflüssig, alle antijüdischen Aussagen von Koran und Ahadith aufzuzählen, in denen die Hebräer als die hinterhältigsten, widerständigsten und unerbittlichsten Feinde Allahs dargestellt werden. Im Koran Sure 2, Verse 63–66 verwandelt Allah einige Juden, die den Sabbat nicht eingehalten hatten, in Affen: “Werdet ausgestoßene Affen”. Im Koran Sure 5, Verse 59-60 weist Er Mohammed an, die “Leute des Buches” an diejenigen zu erinnern, die “Allah verflucht hat und wem Er zürnt – und verwandelt hat Er einige von ihnen zu Affen und Schweinen…” Noch einmal hören wir in Sure 7, Vers 166 von den Sabbat-brechenden Juden: “Und als sie sich trutzig von dem Verbotenen abwendeten, sprachen Wir zu ihnen: ‘Seid verstoßene Affen!’”

Aus den gleichen Quellen wissen wir, dass die erste gewalttätige Aktion Mohammeds gegen die Juden den Banu Quaynuqa galt.

Dieser Stamm lebte in Medina unter dem Schutz der Stadt. Mohammed “ergriff die Gelegenheit eines zufälligen Tumultes” und befahl den Quaynuqa (oder Kainoka), seine Religion anzunehmen oder zu kämpfen. In den Worten von Edward Gibbon: “Der ungleiche Kampf war innerhalb von 14 Tagen beendet; nur mit starkem Widerstreben kam Mohammed dem beharrlichen Bedrängen seiner Verbündeten nach und erteilte die Zustimmung, das Leben der Gefangenen zu verschonen.” (Decline and Fall, Kapitel 50) Bei späteren Überfällen auf die Juden kamen die hebräischen Gefangenen nicht so gut weg.

Der berüchtigtste Überfall Mohammeds gegen die Juden erfolgte gegen die Banu Quraiza. Diesen Stamm, der nahe Medina siedelte, griff der Prophet mit seinen Kriegern ohne Vorwarnung an und nach der Niederlage wurden alle Männer jenseits der Pubertät geköpft. Einige islamische Autoritäten behaupten, Mohammed hätte bei der Exekution persönlich Hand angelegt. Die dem Tode geweihten Männer und Knaben – ihre Zahl wird mit 500 bis 900 angegeben – mussten den Graben für ihr zukünftiges Grab selber ausheben. Alle Frauen und Kinder wurden versklavt. Diese Taten werden im Koran als von Allah persönlich ausgeführt beschrieben und sind damit vollständig durch göttliche Zustimmung sanktioniert.

Der Vernichtung der Banu Quraiza folgte bald darauf der Angriff auf die Juden in Khaybar. Bei diesem Überfall befahl der Prophet, dass man ein jüdisches Stammesoberhaupt foltere, um Informationen über einen verborgenen Schatz zu erhalten. Nachdem man letzteren gefunden hatte, wurde der Mann geköpft.

Was hatte Mohammeds scheinbar unerbittliche Feindschaft gegen die Juden verursacht? Laut Edward Gibbon war es die Verweigerung der Juden, ihn als ihren lange erwarteten Messias anzuerkennen „die seine Freundschaft in unerbittliche Feindschaft – mit der er diese unglücklichen Menschen bis zu seinem Tode jagte – verwandelt hatte. Diese Doppelrolle als Apostel und Eroberer konnte (und kann) er auch von seinem Grab aus verfolgen.“ (Decline and Fall, Kapitel 50)

Waren die Muslime je tolerant gegen die “Schriftbesitzer“?

Es ist eine weit verbreitete historische Fiktion, dass sich – abgesehen von der Verfolgung der arabischen Juden durch den Propheten – Muslime und Islam generell nachsichtig gegenüber den Schriftbesitzern gezeigt hätten; letzteren wurde im allgemeinen der Dhimmi („Schutz“) Status der islamischen Umma (Gemeinde) gewährt. Den erhielten auch die Christen, er schloss aber – wie Bat Ye’or ausführlich gezeigt hat – keine Rechtsgleichheit mit den Muslimen ein. Im Gegenteil: die Dhimmis waren bestenfalls einer ganzen Batterie von diskriminierenden und erniedrigenden Gesetzen sowie endloser Ausbeutung ausgeliefert.

Schlimmstenfalls konnten sie auf der Straße ohne Hoffnung auf gesetzliche Wiedergutmachung ermordet werden. Eine der übelsten Maßnahmen gegen sie war das Gebot des Tragens einer bestimmten Farbe, damit sie, zwecks Ausbeutung und Mißbrauch, leichter erkennbar waren. Bat Ye’or weist darauf hin, dass dieses Gesetz gleich zu Beginn des Islam vollstreckt wurde. Es gab keine kontinuierliche Gewalttätigkeit, aber die Ausbeutungs- und Mißbrauchsmuster, die vom Propheten im Arabien des 7. Jahrhunderts initiiert worden waren, wiederholen sich durch die gesamte Geschichte hindurch. Die ersten Judenmassaker in Europa, die vom muslimischen Mob in Spanien vom Stapel gerissen wurden, folgten auf vorangegangene in Nordafrika und waren die Fortführung der Vernichtung arabischer Stämme und Völker durch Mohammed.

Es gab aber auch Zeiten, in denen ein Anflug von Toleranz gegenüber den Juden und Christen gezeitigt wurde. Es konnte gar nicht anders sein. Als die Araber während des 7. Jahrhunderts die riesigen Gebiete von Mesopotamien, Syrien und Nordafrika erobert hatten, befanden sie sich in einer kleinen Minderheit, die über eine enorme Anzahl von Christen und einen geringeren Anteil von Juden regierten. Also mußten sie die Sache mit Vorsicht vorantreiben. Wie alle Eroberer lernten die Araber schnell, jegliche internen Konflikte auszunützen; hauptsächlich war es in ihrem Interesse, die Christen und Juden zu entzweien. Vor allem kam das in Spanien zum Tragen, wo die jüdische Bevölkerung sehr groß war. Eine vereinigte jüdisch-christliche Front hätte extrem gefährlich sein können, so war es gänzlich im Interesse der Eroberer, Zwietracht und Argwohn zwischen diesen beiden Gemeinden zu säen. Hier die Worte von Bat Ye’or: „Die arabischen Invasoren wussten, welchen Vorteil sie vor Ort aus den Uneinigkeiten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen schlagen konnten, um ihre eigene Autorität zu etablieren. Erst bevorzugten sie die eine, dann die andere, immer mit der Absicht, jede durch die Strategie ‘Teile und Herrsche’ zu schwächen und zu ruinieren.“ [26]

Willkür im muslimischen Spanien

In Spanien und anderswo waren die jüdischen Gemeinden generell sowohl gebildet als auch vermögend. Jüdische Ärzte, Wissenschaftler und Kaufleute konnten von jeder Herrschergruppe nutzbringend angestellt werden. Auch die Araber machten davon Gebrauch. Manche, wie zum Beispiel Ibn Naghrela, stiegen in prominente Positionen auf. Die internationalen Verbindungen der Juden sowie ihre Sprachgewandtheit entpuppten sich für die neuen Herrscher als sehr gewinnbringend. Erstere fanden sich öfters in der Rolle als Vermittler zwischen Muslimen und Christen wieder. Der Genuss dieser Bevorzugung war aber, obwohl vorhanden, vorübergehend und ungewiss. Es gab niemals eine reale Sicherheit wie die Massaker von 1011 und 1066 nur allzu deutlich zeigen. Andererseits war es durchaus im Interesse der Muslime, dass die Christen glaubten, die Juden würden von ihnen bevorzugt. Ein Teil dieses Mythos war die Idee „die Juden“ hätten in Tat und Wahrheit die Muslime bei der Eroberung des Landes unterstützt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Story wahr ist, muss als sehr gering erachtet werden; speziell wenn wir an die Judenmassaker denken, die Mohammed selbst lediglich ein paar Jahrzehnte vorher in Arabien inszeniert hatte. Kein anderes Volk hatte bessere internationale Verbindungen als die Juden, eine Nation von Kaufleuten par excellence. Die spanischen Juden waren sich gewiss über das Verhalten von Mohammed im klaren, lange bevor die ersten muslimischen Armeen in Spanien gelandet waren. Trotzdem wurde die Geschichte verbreitet, die Juden hätten den Muslimen geholfen; zweifelsohne wurde sie als Teil der oben beschriebenen Strategie von den muslimischen Invasoren selbst genährt.

Während des gesamten 10. und 11. Jahrhunderts wütete der Krieg zwischen Christen und Muslimen um den Besitz der iberischen Halbinsel. Dieser Konflikt wuchs allmählich zu einer eigentlichen Kollision zwischen den beiden Zivilisationen an, indem beide Seiten ihre Glaubensbrüder von nah und fern um Hilfe baten. Das Heiligengrab von Santiago de Compostela wurde der Versammlungsort sowohl der Christen aus dem Norden wie auch derjenigen aus Frankreich und Deutschland, welche die Pyrenäen überquerten, um sich am Kampf gegen den Islam zu beteiligen. Ihre christlichen Alliierten in Spanien waren bereits der Überzeugung, dass sich die Juden heimlich mit den Muslimen verbündet hatten. Sie waren sich gewiss, dass die Juden den Muslimen bei der Eroberung des Landes geholfen hätten, und sie kamen mit der muslimischen antisemitischen Haltung in Berührung, welche sie nun zu übernehmen begannen. Es wird als allgemeines Faktum anerkannt, dass die Krieger, welche sich später dem ersten Kreuzzug anschließen würden, ihren Antisemitismus in Spanien gelernt hatten. Steven Runciman sagt dazu Folgendes: „Schon während der spanischen Kriege zeigte sich eine gewisse Neigung unter den christlichen Armeen, die Juden zu malträtieren.“ [27] Weiter meint er, dass Papst Alexander II. zur Zeit des Feldzuges nach Barbastro – Mitte des 11. Jahrhunderts – den Bischöfen Spaniens schrieb und sie ermahnte, dass es vielerlei Unterschiede zwischen den Muslimen und Juden gäbe. Erstere wären unversöhnliche Feinde der Christen, während letztere bereit wären, mit ihnen zu arbeiten. In Spanien jedoch „hätten die Juden eine derartige Vorzugsstellung seitens der Muslime genossen, dass sich die christlichen Rückeroberer nicht dazu bewegen konnten ihnen zu trauen.“ [28] Dieser Vertrauensmangel wird in mehreren zeitgenössischen Dokumenten bekräftigt, welche Runcimann auch aufgelistet hat.

Etwas mehr als ein Jahrzehnt, nachdem die christlichen Ritter aus Frankreich und Deutschland ihre Glaubensbrüder dabei unterstützten, die Stadt Toledo von den Muslimen zurückzuerobern, bereiteten sich manche von ihnen auf den ersten offiziellen Kreuzzug vor. Doch vorher beteiligten sie sich noch an einem Massenmord an mehreren tausend Juden in Deutschland und Böhmen – einer in der damaligen europäischen Geschichte beispiellosen Gräueltat.

Im Licht der Tatsache, dass diese Pogrome von Kriegern verübt wurden, welche ihr Kriegshandwerk in Spanien gelernt hatten und dass solche Abscheulichkeiten bis dahin in Europa unbekannt waren, nehmen wir dies als starkes Indiz an, dass die Christen von islamischen Ideen beeinflußt waren.

Ich möchte nun abschließend nicht behaupten, es habe unter Christen vor dem Aufstieg des Islam keinen Antisemitismus gegeben. Natürlich gab es den. Doch hatten die islamische Beeinflussung sowie der im 7. Jahrhundert beginnende, schreckliche Kampf zwischen den beiden Ideologien des Christentums und des Islam eine zutiefst schädigende Wirkung auf die Juden. Erst dann begann der virulente und mörderische, für das Mittelalter charakteristische Antisemitismus in das europäische Leben einzudringen.

War die christliche Kirche durchwegs korrupt?

Der zweifelsohne negative Einfluß des Islam auf den Charakter und die Kultur Spaniens sowie anderer Mittelmeerländer sollte uns nicht gegenüber der Tatsache blind machen, dass die christliche Botschaft nie wirklich verloren ging und dass die Kirche als eine Institution nie total korrumpierte. Nach dem Aufstieg der germanischen Königreiche im 5. Jahrhundert arbeitete die Kirche hart daran, die Rechte der Sklaven und Kleinbauern gegenüber der Habgier und Leidenschaft der grimmigen Kriegerklasse, welche nun in Spanien, Gallien und Italien herrschte, aufrecht zu erhalten. Dies taten sie auch während der Zeitspanne der muslimischen und der wikingischen Invasionen.

„Im 10. und 11. Jahrhundert gab es (weiterhin) Auseinandersetzungen zwischen den Adligen und der Kirche betreffend der Rechte der Kleinbauern. Erstere wollten den Leibeigenen sämtliche Grundrechte wegnehmen bis hin zur Aberkennung ihrer Seele sowie der Verweigerung ihre Partnerschaften als ‚Ehen’“ zu bezeichnen.“ [29]

Sidney Painter bemerkt weiter, dass die Kirche diesen Kampf gewonnen hatte – allerdings nicht ohne gewaltigen Widerstand seitens des Adels. Das Ringen um die Rechte der Armen setzte sich während des gesamten Mittelalters und auch darüber hinaus fort. So bot die Kirche den Armen und Notleidenden zum Beispiel kostenlose medizinische Versorgung sowie Almosen und Schutz an. Sie ging sogar noch einen Schritt weiter, indem sie Gesetze gegen Spekulation wie etwa fixierte Brot- und Getreidepreise sowie die verschiedenen Verordnungen erließ, welche das Zunftwesen regelten. Die Kirche regulierte zudem die Kriegsbestimmungen, weshalb die mittelalterlichen Konflikte, zumindest in Europa, bei weiten nicht so gewalttätig waren, wie man gemeinhin annimmt. Der Autor schreibt dazu:

„Auch wenn die Könige und Feudalherren im Mittelalter angeblich ernsthafte Kriege fochten, waren diese nicht blutig. Während der bedeutenden und entscheidenden Schlacht zu Lincoln im Jahre 1217 kämpften rund 600 gegen 800 Ritter und nur einer verlor das Leben, was als schrecklicher und unglücklicher Unfall bezeichnet wurde.“ [30]

Zweifelsohne trug der mittelalterliche Brauch, wichtige Geiseln für Lösegeld verkaufen zu können als ökonomisches Motiv zur beachtlichen Unwilligkeit gegen letale Kraftanstrengung bei. Es ist aber ebenso offensichtlich, dass die Idee der Ritterlichkeit mit ihrem überzeugend christlichen Beiklang stark moderierend wirkte.

Die Kreuzzüge

Vergessen wir zudem nicht, dass es – obwohl man annehmen könnte, die europäischen Christen hätten sich während den auf den ersten Kreuzzug folgenden Jahrhunderten durch und durch an die Idee des Kämpfens und Tötens für Christus gewöhnt – viel gegenteiliges Beweismaterial gibt. Mit den Worten von Jonathan Riley-Smith war die Idee von Gewalt im Namen Christi, als sie im 11. Jahrhundert zuerst lanciert worden war, total neu. [31] „Der Gedanke eines frommen Krieges war radikal; so ist es überraschend, dass es scheinbar keine Proteste von ranghohen Kirchenmännern gegeben hat.“ [32] Wie dem auch sei, die Christen haben sich nie wirklich mit dieser Idee befreundet, und der Enthusiasmus für Kreuzzüge nahm schnell (wieder) ab. Der Autor schreibt weiter, dass nach dem Erfolg des ersten Kreuzzugs der Nachwuchs neuer Rekruten sogar innerhalb derjenigen Gruppen und Familien, welche ihn am stärksten unterstützt hatten, unverzüglich austrocknete. Diese fanden im Gegenteil wieder zu den traditionellen friedlichen Pilgerreisen ins Heilige Land zurück. [33] Wir müssen auch individuelle Statements wie dasjenige von Roger Bacon, einem englischen Franziskaner hervorheben, welcher ca. 1260 die eigentliche Kreuzzugsidee kritisierte, indem er argumentierte, solche militärische Aktionen würden es verhindern, dass Muslime friedlich konvertiert werden können. [34] Man stelle dies der islamischen Einstellung gegenüber, in welcher alle Krieger, die für den Jihad sterben, „Märtyrer“ sind, welchen die sofortige Belohnung von 72 Jungfrauen im Paradies zugute kommt.

Dieser Kontrast spiegelt sich auch in den Worten von Gregory Palamas, einem orthodoxen Metropoliten wieder, welcher sich im Jahre 1354 in türkischer Gefangenschaft befand:

“… diese niederträchtigen, von Gott gehassten Menschen prahlen damit, dass sie die Römer (Byzantiner) durch ihre Gottesliebe besiegt hätten … Sie leben via Pfeilbogen, Schwert und Ausschweifungen, sie haben einen Lustgewinn, indem sie Sklaven erbeuten, sich dem Morden, Brandschatzen und Plündern hingeben … es ist nicht nur, dass sie diese Verbrechen begehen, sie glauben auch – welch eine geistige Verirrung – dass ihr Gott dies billigt.“ [35]

Wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass bei der Eroberung der Neuen Welt durch die Spanier ein Großteil ihrer Exzesse von individuellen und unkontrollierten Abenteurern verübt wurde, über welche die königlichen und kirchlichen Autoritäten wenig Aufsicht hatten. Zudem dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass der Brauch, die Urbewohner der Neuen Welt zu versklaven, aufgrund von enormem und kontinuierlichem Druck seitens vieler humaner und mutiger Kirchenmänner letztendlich aufgegeben wurde.

Es wäre also falsch anzunehmen, dass inmitten der Kreuzzüge, der Inquisition und der Kolonisierung Amerikas die ursprüngliche Seele und Lehre des Zimmermanns aus Galiläa unwiderruflich verloren gegangen wäre. Trotzdem setzte die gewalttätige Welt die Kirche vielen Belastungen aus, und die Botschaft von Christus wurde zweifelsohne verdünnt.

Die Barbaren übernehmen
die römische Kultur und das Christentum

Die Demontage der römischen Macht im 5. Jahrhundert sowie die Überflutung der westlichen Provinzen durch die barbarischen Horden produzierten eine Wiedergeburt des militärischen Kriegsgeistes in Europa, der ja auch Rom in seinen früheren Jahren beflügelt hatte. Die Barbaren begannen sich jedoch anzupassen nachdem sie sich einmal in den westlichen Provinzen angesiedelt hatten. Dabei spielte der christliche Glaube auch eine Rolle. Sogar Neuankömmlinge wie die Franken und die Langobarden im späten 5. und 6. Jahrhundert, fielen dem zivilisierenden Zauber von Rom und dem Christentum anheim. Die wilden Gebräuche der Männer welche noch eine Generation vorher in den Wäldern und unwirtlichen Gebieten Deutschlands gehaust hatten, wurden bald in den gallischen Rebhängen und den spanischen Olivenhainen temperiert. Aber dann im frühen 7. Jahrhundert, gerade als der Westen dabei war wieder romanisiert zu werden, erschien ein neuer Feind am Horizont, der sich weder besänftigen noch christianisieren ließ.

Der religiöse Fanatismus der Muslime

Zu den gewöhnlichen Kriegsschrecken fügten die muslimischen Invasoren nun noch das neue und gefährliche Element des religiösen Fanatismus hinzu. Hier waren Eroberer zugange, welche nicht nur darauf aus waren, zu plündern und zu versklaven, sondern es auch auf die Ausrottung oder doch zumindest die Unterdrückung des christlichen Glaubens abgesehen hatten. Im Kampf gegen die Barbaren aus Germanien und den Gebieten der Skythen ging es für die westlichen Christen um den Besitz ihrer Häuser und Ländereien; solche Feinde waren ja nicht darauf aus, die christliche Religion zu zerstören. Die Christen konnten vielmehr glauben, was sie wollten, und viele der Barbaren bewiesen tatsächlich gleich von Anfang an, dass sie vom christlichen Glauben beeinflusst oder sogar konvertiert werden konnten.

Bei den Muslimen war das nie der Fall. Sie waren die „Unkonvertierbaren“; Männer, welche getrieben von ihrem eigenen religiösen Eifer, einen gezielten Krieg führten, um ihren Glauben zu verbreiten. Diese Feindschaft wurde auch im Laufe der Zeit nicht gemildert.

Muslimische Piraten und Sklavenjäger

Nach der Invasion von Süditalien, Spanien, Sizilien, Sardinien und Korsika durchkämmten muslimische Freibeuter während Jahrhunderten das Mittelmeer und die Küstengebiete im Süden Frankreichs sowie Italiens, indem sie raubten, mordeten und versklavten. Mit der Ankunft des Islam sah das mediterrane Europa zumindest bis ins frühe 19. Jahrhundert keinen Frieden mehr. Muslimische Freibeuter wie die Berberpiraten, welche in Nordafrika stationiert waren, terrorisierten den Mittelmeerraum bis hin zum Ende der napoleonischen Kriege.

Der Kreuzzug gegen Mahdia

Muslimische Armeen, erst diejenigen der Almoraviden und später der Ottomanen, lancierten im Süden Europas periodische Invasionen im großen Stil. Dazwischen waren muslimische Piraten und Sklavenhändler unaufhörlich an Raubzügen in die Küstensiedlungen Spaniens, Südfrankreichs, Italiens, Dalmatiens, Albaniens, Griechenlands sowie allen mediterranen Inseln beteiligt. Dies ereignete sich ebenfalls während vieler Jahrhunderte; als Analogie stelle man sich vor, wie es gewesen wäre, wenn die Razzien der Wikinger im Norden Europas 1000 Jahre gedauert hätten.

Es wird geschätzt, dass zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert die in Nordafrika ansässigen muslimischen Piraten bis zu 1,25 Millionen Europäer gefangen genommen und versklavt hatten. [36] Sie attackierten auch Norwegen und Island, konzentrierten sich aber vor allem auf die Küstengebiete Spaniens, Frankreichs und Italiens; schlussendlich waren große Landstriche entlang der Küste wegen der Bedrohung nicht mehr bewohnbar.

Die Auswirkungen dieser unaufhörlichen Gewalt scheinen bisher weder sorgfältig studiert noch ganz verstanden worden zu sein. Die Bevölkerung der mediterranen Küstengebiete musste lernen, in einem Zustand konstanter Wachsamkeit und Angst zu leben und bei Bedarf unverzüglich militärische Bereitschaft zu erstellen. Befestigungen mussten gebaut werden, und junge Männer erhielten Waffentraining. Es entwickelte sich eine semiparanoide Kultur in welcher töten und getötet werden die Norm oder zumindest nicht unüblich war. Es wundert einen nicht, dass die Bewohner dieser Gebiete, im speziellen in Süditalien, Sizilien, Spanien, Korsika sowie Teilen von Griechenland und Albanien mit der Zeit ihre eigene gewalttätige und unnachgiebige Kultur entwickelten. So kam es, dass der Geist der Inquisition vor allem in Spanien beheimatet war. Ebenso wenig ist es erstaunlich, dass sich im 15. und 16. Jahrhundert von dort aus die heiligen Krieger auf den Weg machten, um die Bewohner der neuen Welt im Namen Christi zu bezwingen. [37]

Natürlich kann man in Tat und Wahrheit dem Christentum und seiner Kirche nicht gänzlich eine Eigenschuld aberkennen für das, was sich während Jahrhunderten nach dem ersten Kreuzzug abgespielt hatte. Zweifelsohne leisteten Teile der christlichen Doktrin ihren Beitrag. Die eng ausgelegte Lehre, welche die Wahrheit und Errettung allein auf die christliche Gemeinde beschränkte, produzierte gewiss eine intolerante und irrationale Haltung gegenüber Andersgläubigen. Schlussendlich scheint es jedoch, dass sich ohne die kontinuierliche, pausenlose und während vieler Jahrhunderte stattfindende, muslimische Gewalt gegenüber dem Christentum, Europa in eine ganz andere Richtung entwickelt hätte, und der raubgierige Militarismus seit dem Beginn der Kreuzzüge niemals entstanden wäre.

Was wäre wenn … ?

Was wäre denn ohne den Islam geschehen? Natürlich kann das nicht mit Sicherheit gesagt werden. Es scheit jedoch offensichtlich, dass die „mittelalterliche“ Welt, wie wir sie kennen, niemals entstanden wäre. Diese Periode wäre wohl viel weniger „mittelalterlich“ und weit römischer gewesen. Es ist wahrscheinlich, dass Byzanz das kulturelle Niveau, welches im späten 6. Jahrhundert schon weit fortgeschritten war, noch weiter vorangetrieben hätte. Der Bruch zwischen Byzanz und Rom wäre vielleicht nicht geschehen oder zumindest nicht so erbittert gewesen, so dass Westeuropa seine „Renaissance“, das Wiederaufblühen der klassischen Zivilisation eventuell bis zu einem Jahrtausend früher erlebt hätte. In Tat und Wahrheit hätte wohl dieses Gebiet im späten 7. Jahrhundert dem damaligen Byzanz mit seinen expandierenden Städten sowie seinem florierenden kulturellen und intellektuellen Leben geglichen. Die wikingischen Raubzüge wären entweder nicht geschehen oder zumindest nicht so destruktiv gewesen. Es hätte auch keine Kreuzzüge gegeben, denn es gab ja keinen Islam, gegen den man loszuziehen brauchte. Das Ausbleiben von wikingischer und islamischer Einflussnahme würde bestimmt zur Entwicklung einer friedfertigeren Kultur beigetragen haben. Zudem ist zweifelhaft, ob sich ohne islamische Einwirkung die speziell virulente Form von Antisemitismus, welche Europa vom 11. Jahrhundert an charakterisierte, entwickelt hätte. Das Fehlen eines externen und gefährlichen Feindes hätte eine paranoide Entwicklung betreffend Themen wie „Häresie“ und „Hexerei“, welche Europa in den Würgegriff nahm, verhindert. Wahrscheinlich hätte es auch keine Inquisition gegeben. Und ohne das islamische „Vorbild“ bezüglich Sklaverei würde sich sowohl der Kontakt mit den Eingeborenen der Neuen Welt als auch mit den Bewohnern Schwarzafrikas anders gestaltet haben.

So viel zu einer Welt ohne Islam. Was aber, wenn der Islam triumphiert hätte, und Europa im 7. und 8. Jahrhundert muslimisch geworden wäre? Kein geringerer als Edward Gibbon dachte über ein mögliches Ergebnis einer islamischen Eroberung Frankreichs nach. Er bemerkte, dass in einem solchen Fall ganz Westeuropa unausweichlich gefallen wäre, und der Dekan von Oxford die wahren Lehren des Korans einer beschnittenen Zuhörerschaft erläutert hätte. Von einer solchen „Kalamität“, bemerkte Gibbon, wurde das Christentum durch den Sieg Karl Martells bei Tours im Jahre 732 gerettet. Die islamische Eroberung Europas hätte aber weit ernsthaftere Konsequenzen gezeitigt. Wie das islamische Protokoll anderswo aufzeigt, ist es wahrscheinlich, dass der Kontinent in ein dunkles Zeitalter abgetaucht wäre und sich nicht mehr davon erholt hätte. Wenn wir nach einem solchen europäischen Modell Ausschau halten, können wir auf Albanien oder den Kaukasus des 19. Jahrhunderts blicken. Diese von halb islamisierten Stämmen bewohnten Regionen waren Theaterbühnen ewiger Fehden. Einem Europa unter der Fuchtel des Islam wäre es nicht anders ergangen: eine hinterwäldlerische und extrem dünn besiedelte Öde umkämpft von muslimischen Stammesfürsten. Diese Bedingungen hätten bis in dieses Jahrhundert angedauert. Es wären vielleicht ein paar größtenteils verrottende kleine urbane Zentren zum Beispiel in Italien, Frankreich und Spanien übrig geblieben, Gebiete, in welchen ein verarmter und grausam unterdrückter Restbestand von Christen existiert. In Rom würde der Papst über einen elenden und zerfallenden Vatikan präsidiert haben, dessen hauptsächliche Monumente wie der ursprünglich von Konstantin errichtete Petersdom schon längst in Moscheen verwandelt worden wären. In einem solchen Europa wäre das gesamte Erbe der klassischen Zivilisation in Vergessenheit geraten. Die „Moderne“ wüsste weder von Cäsar und seinen Feldzügen noch von den griechischen Kriegern und Philosophen. Die großen Namen wären verloren gegangen; keinem Kind wäre Troja, Mykene, Marathon oder die Thermopylen ein Begriff. Die Geschichte Ägyptens und all der großartigen Zivilisationen des Nahen Ostens läge im Sand dieser Gebiete begraben.

Es hätte auch kein Hochmittelalter gegeben mit seinen gotischen Kathedralen, keine Renaissance, keine Aufklärung, kein Zeitalter der Wissenschaft. Zudem hätte der Fall Europas auch grenzüberschreitende Konsequenzen gehabt und das 21. Jahrhundert sähe ein islamisches, unterbevölkertes sowie verarmtes Indien, welches die Existenz Chinas – der möglicherweise letzten bedeutenden nicht-muslimischen Zivilisation – bedrohen würde. Das Kriegsgeschehen zwischen diesen beiden Opponenten wäre dann als vor-modern zu bezeichnen. Obwohl primitive Gewehre und Kanonen im Einsatz sein könnten, blieben das Schwert und der Pfeilbogen die wichtigsten Waffen und die Einsatzregeln wären barbarisch.

Dies sind jedoch alles was wäre wenn Szenarien. Die Geschichte hat sich ereignet und kann nicht ungeschehen gemacht werden. Wenn wir jedoch die Fehler der Vergangenheit meiden wollen, ist es wichtig, dass wir verstehen, was passiert ist und warum.

Quellen:

[1] Painter, op cit., p. 303
[2] Briffault, op cit., p. 217
[3] Ibid. p. 219
[4] Ibid. p. 217
[5] Trevor-Roper, op cit., p. 143
[6] Ibid., p. 133
[7] Ibid., p. 137
[8] Muhammad said, “If anyone changes his religion, kill him.” (Bukhari, Vol. 9, book 84, no. 57).
[9] Bat Ye’or, op cit., pp. 60-1
[10] Ibid., p. 61
[11] Trevor-Roper, op cit., p. 159
[12] Lactantius, “The Divine Institutes, in “Fathers of the Third and Fourth Centuries,” in The Ante-Nicene Fathers, 156-7.
[13] John Chrysostom, Homily XLVI, in George Prevost, trans. “The Homilies of St. John Chrysostom” in Philip Schaff, ed. A Select Library of the Nicene and Post-Nicene Fathers of the Christian Church, Vol. X (Eedermans, Grand Rapids, MI, 1986), p. 288
[14] St Augustine, Letter C, in “Letters of St. Augustine,” in J. G. Cunningham, trans. in A Select Library of the Nicene (etc as above)
[15] Colin Wilson and Christopher Evans, (eds.) Strange but True (Parragon Books, 1995), p. 285
[16] Ibid. p. 285
[17] Bertrand, op cit., p. 76
[18] Trevor-Roper, op cit., p. 147
[19] Ibid., p. 17
[20] Ibid.
[21] Ibn Khaldun, The Muqaddimah: An Introduction to History Vol. 1 (Trans. Franz Rosenthal, Bollingen Series 43: Princeton University Press, 1958), p. 480. Cited from Bat Ye’or, The Dhimmi, p. 162
[22] Bertrand, op cit., p. 163
[23] Ibid.
[24] Ibid., p. 159
[25] Ibid., p. 160
[26] Bat Ye’or, op cit., p. 87
[27] Steven Runciman, The History of the Crusades, Vol. 1 (London, 1951), p. 135
[28] Ibid.
[29] Painter, op cit., p. 100
[30] Ibid., p. 119
[31] Jonathan Riley-Smith, “The State of Mind of Crusaders to the East: 1095-1300,” in Jonathan Riley-Smith (ed.) Oxford History of the Crusades, p. 79
[32] Ibid., p. 78
[33] Ibid., pp. 80-2
[34] Alan Forey, “The Military Orders, 1120-1312,” in Jonathan Riley-Smith (ed.) Oxford History of the Crusades, p. 205
[35] Robert Irwin, “Islam and the Crusades: 1096-1699,” in Jonathan Riley-Smith (ed.) Oxford History of the Crusades, p. 251
[36] http//:en.wikipedia.org/wiki/Barbary_pirates
[37] We should not forget of course that the Conquistadors usually acted without official sanction, and that the Church, often in co-operation with the Spanish Government, worked very hard to control their excesses.

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Time am 6. April 2013

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1) http://derprophet.info/inhalt/ein-wiedersehen-mit-mohammed-und-karl-dem-grossen/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Barbareskenkrieg

Die Speerspitze des Jihad

18. November 2011

Einen exzellenten Aufsatz von Bat Ye’or brachte EuropeNews (Übersetzung: Liz) heute (1):

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Die Palästinisierung der UNESCO 

Im Januar 1981 erklärte die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) auf ihrem Gipfeltreffen in Mekka, dass „Palästina als vorrangige Angelegenheit der muslimischen Nationen angesehen werden soll“. Seitdem beeilt sich Europa, diesen Weg ebenfalls zu gehen und hat auf den Gebieten der Kultur, des Sozialem und natürlich zuvorderst im politischen Leben Europas Vorsorge für eine Palästinisierung getroffen.

Seit drei Jahrzehnten gehorcht Europa der OIC in unterwürfiger Art und Weise. Die EU hat sich selbst auf effektive Art ein gravierendes Problem erschaffen, das sie selbst auffrisst und zerstört. Die EU hat Palästina zum Mittelpunkt ihrer internationalen Politik gemacht, und es in ein Friedenssymbol und in ein Sinnbild einer allumfassenden Harmonie verwandelt in einer Welt, die den Begriff „Gerechtigkeit“ nicht gekannt hat, bevor er aufgekommen ist. Das einzige Hindernis in dieses Paradies zu kommen, ist das machiavellische Israel, dem Unterdrücker und Besetzer Palästinas, dessen Reinheit als friedvolles Opfer der Herold einer globalen Gerechtigkeit ist.

Europa wagt es nicht, mit Waffengewalt gegen Israel vorzugehen, dessen Existenz es zu verteidigen vorgibt, während man ihm gleichzeitig den Rat gibt, Selbstmord zu begehen. Europa bekämpft Israel mit den berüchtigten Waffen der Nazis, indem es dessen Existenz delegitimiert, es seiner eigenen Geschichte beraubt, es durch Propaganda und Hass diffamiert und versucht, seine Wirtschaft durch Boykotte, Kapitalentzug und Sanktionen (BDS) zu zerstören. Um dieses Ziel zu erreichen, unterstützt man eine internationale Kampagne zur Anstachelung von Hass, indem man anti-israelische NGOs und ihre Lobbyisten finanziert. Europa behauptet, dass die jüdische Existenz im Heimatland ihrer Vorväter, Judäa und Samaria eine “Besetzung“ sei – eine Kolonisierung.

Auf diese Weise ist Israel zu einem Staat geworden, der sein eigenes Heimatland besetzt. In der Sprache der orwell’schen Propagandisten heißt dies “die israelische Besetzung des Palästineneserlandes“, das Judäa genannt wird, und man spricht nicht über die ethnische und religiöse Säuberung von Juden in ihrem Heimatland durch Kriege, Vertreibungen, Enteignungen und durch das entmenschlichenden Apartheidgesetz der Dhimmitude. Die Euro-Djihadisten beschwören eher einen „palästinensischen Widerstand“ herauf, als dass sie die Realität eines Terrorismus wahrnehmen, der sich auf dem gesamten Planeten verbreitet hat. Die EU hat jedes Strategem benutzt, um Israel zu zwingen, sich im Namen von Palästina selbst zu zerlegen. Diese Zerstörung würde zu einer Ära der “Gerechtigkeit und des Friedens“ auf der Welt führen, so wie die Leichenhäuser in Auschwitz dazu gedacht waren, die Menschheit von den Juden zu reinigen.

Was bedeutet Palästinisierung? Erstens bedeutet es, dass man ein Volk schafft, das das Israelische ersetzen soll, das seine Geschichte übernimmt und daher dessen Legitimität. Die Palästinisierung (wie bei der Nazifizierung Europas einige Jahrzehnte zuvor) führt zu einer Delegitimierung Israels als einem Eindringling in dieser Region und in der Geschichte, sogar der Menschheit. Die Palästinisierung der Geschichte verleugnet die Identität Israels sowie dessen Kultur, die historischen und die Menschenrechte innerhalb seines Heimatlandes einschließlich Judäa, Samaria und Jerusalem. Für die OIC ist dieser Prozess ein integraler Bestandteil der islamischen Theologie, die die Bibel einfach als gefälschte Version des Korans betrachtet. Nach dem Islam ist die biblische Geschichte eine islamische Geschichte und die biblischen Gestalten, die wir in den Kirchen sehen, sind allesamt muslimische Propheten, die buchstäblich keine Verbindung zu den Fakten, wie sie in der Bibel berichtet werden, aufweisen.

Diesen Zusammenhang beschreibt die Islamisierung des jüdisch-christlichen Erbes, ein Ansatz, der die Verleugnung der Identität dieser beiden Religionen beinhaltet, denn das Christentum betrachtet sich selbst als eine aus dem Judentum entstandene Religion, dessen heilige Schriften übernommen wurden. Wenn die Bibel einen islamischen Ursprung hätte, dann wäre das Christentum als auch das Judentum beide Verfälschungen des Islams. Die Verneinung der biblischen Geschichte, die sich Europa beharrlich zu eigen gemacht hat, indem man behauptet, dass Israel ein kolonialistischer Eindringling in seinem eigenen Heimatland sei, greift dadurch das historische Recht der Juden in ihrem eigenen Heimatland an. Es verneint ebenso die christliche Geschichte und bestätigt die koranische Interpretation und ficht so die Historizität sowohl der Tora als auch der Evangelien an.

Wenn es aber folglich keine Geschichte von Israel oder den Evangelien gegeben hat, sondern nur die Geschichte von Ibrahim, Ismael und Issa (der koranische Jesus), wenn all die biblischen Könige und Propheten Muslime gewesen sind, was sind dann die Wurzeln des Westens? Wäre es nicht der Koran? Dies ist die logische Schlussfolgerung, wenn man die Wahl Europas betrachtet, als man im Jahr 1967, wütend über die Rückkehr der Juden nach Jerusalem, absichtlich entschied, ihnen ihr historisches Erbe zu verweigern. Man wies denjenigen dieses Erbe zu, die das Gebiet durch Krieg und Invasion seit 1948 besetzt hatten und vertrieb und enteignete alle jüdischen Einwohner. Kurz gesagt, wenn die Israelis ausländische Kolonialisten sind, Besetzer ihres eigenen Landes, dann bedeutet dies, dass sie keine Vergangenheit haben, keine Geschichte, und wenn das Judentum nur ein Lügengespinst ist, dann trifft dasselbe auch auf das Christentum zu. Wenn Israel in der Vergangenheit nicht existiert hat, dann ist seine moderne Wiedererrichtung nur ein kolonialer Betrug, um Gebiet zu erobern, auf die man keine historischen, religiösen oder kulturellen Ansprüche hat, und daraus folgt, dass seine Zerstörung gerechtfertigt ist.

Wenn die Geschichte das Gegenteil belegt, dann wird Europa wissentlich verantwortlich sein für das abscheuliche Verbrechen des Genozids – indem man die Vergangenheit eines Volkes auslöscht, um seinen gegenwärtigen legitimen Anspruch zu verleugnen, sowie seine Menschenrechte und seine religiösen, kulturellen und historischen Rechte. Dies alles aber spiegelt die Teilnahme, Organisation und Finanzierung der europäischen Nationen und der Europäischen Kommission an einer internationalen Kampagne zur Anstachelung von Hass zur Zerstückelung Israels wider.

Die Palästinisierung Europas ist nicht nur eine theologische Islamisierung durch den Palästinismus, sie stellt die Ideologie dar für Israels Untergang, indem man die territoriale Herrschaft, Geschichte und Kultur eines Volkes in Übereinstimmung mit der jihadistischen Weltsicht bestreitet. Palästinismus ist auch eine paranoide Besessenheit, um Israel vor sich her zu treiben, während man gleichzeitig behauptet, es sei zu seinem eigenen Besten. Indem man behauptet, die palästinensische Sache sei eine Angelegenheit von Frieden und Gerechtigkeit, investiert Europa enorme Energien, Milliarden Euros und unternimmt alle möglichen Anstrengungen, um Israel auf einen Zustand hinter die Linien von 1948 zurückzuwerfen, von denen man weiß, dass diese nicht zu verteidigen sein werden. Hunderttausende Bücher, Anklagen und Reden untergraben die Fakten und ordnen diese Politik an.

Die palästinensische Verwurzelung im Nazismus:
Ent-Judaisierung des Christentums

Innerhalb dieses Kontextes brandmarkt die Kairoer Erklärung zu Palästina aus dem Jahr 2010 Israel mit Begriffen wie „Besetzer von arabischem Land, Kolonialisten, Befürworter der Apartheid“, während umgekehrt die Palästinenser die unschuldigen Opfer sind, die der Besetzung widerstehen und sich nur nach Sicherheit, Gerechtigkeit und Frieden sehnen. Die Kairoer Erklärung verurteilt – wenig überraschend – jegliche christliche Theologie, die auf der Bibel beruht oder auf biblischem Glauben oder der Geschichte, die Israel legitimieren würde. Wenn Sie können, dann versuchen Sie zu verstehen: Was würde von der christlichen Theologie, dem Glauben oder der Geschichte übrig bleiben, wenn man sich Israels und der Bibel entledigt?

Könnte der christliche Palästinismus ein Ablenkungsmanöver des Nazitums sein, der geplant hatte das Christentum von allen jüdischen Einflüssen zu reinigen? Das Dokument endet mit einem Aufruf an Menschen, Unternehmen und Länder sich an der BDS Kampagne gegen Israel zu beteiligen. Diese Forderung liegt auf einer Linie mit der OIC und ist ähnlich dem Verständnis ehemaliger, europäischer, führender Politiker, genau diejenigen, die für die gegenwärtige Situation eines Eurabiens verantwortlich sind.

Wie sehen die Konsequenzen für die Identität Europas aus, wenn es Al-Quds wählt – das ist das muslimische Jerusalem – die Kriterien zur Abwägung der eigenen Geschichte und seiner Immigrationspolitik?

Das Europa, das Al-Quds gewählt und Jerusalem zurückgewiesen hat, verneint seine eigene grundlegende Identität. Es verleugnet die Bibel, die nicht einfach nur ein religiöser Text ist und die verschiedene Grundwerte beinhaltet, sondern die auch für die Christen eine Chronik des Kommens von Jesus und der Christenheit ist, was einen krönenden Abschluss bedeutet. Wenn es kein jüdisches Volk gegeben hätte, keine biblische Geschichte oder Geografie, dann gäbe es auch kein Christentum. Die Schlussfolgerung wäre, dass das Juden- und Christentum nur einen gewaltige Irrtum darstellen würden, und was bliebe, wäre der Koran und der Muslim Jesus, dessen endzeitliche Mission es ist, das Christentum zu zerstören.

Die Wahl von Al-Quds ersetzt die Bibel durch den Koran. Europa weiß, dass die OIC entschieden hat, ihr Hauptquartier von Dschidda nach Al-Quds zu verlegen. Die OIC wird als passendste Institution zur Repräsentation des Weltkalifats angesehen, deren Mission es ist, die weltumspannende Umma in Koran und Sunna zu verankern. Welche Kirche könnte in Al-Quds verbleiben? Wenn sie versucht Israel zu zerstören, dann zerstört die Kirche ihre eigene Existenz.

Wenn man seine eigenen Wurzeln und seine eigene Identität derart ableugnet, sollte es uns da überraschen, dass Europa das Land seiner Bürger so billig verschleudert hat? Auf dieselbe Art, in der die Europäische Union nicht aufgehört hat, Israel zu bedrohen und ihre eigenen Wurzeln und Rechte zu bekämpfen, wurden jene mutigen Europäer vor Gericht gezerrt, die ihre eigene Identität, ihre Rechte und ihre Freiheit geltend gemacht haben. Diese politische Verbindung zwischen der OIC und der Europäischen Union entstand nicht nur im Kontext des israelisch-arabischen Konflikts, sondern auch innerhalb der europäischen Politik hinsichtlich einer massiven muslimischen Immigration nach Europa, die in den Jahren 1974-75 begann. Damals wurde eine gemeinsame parlamentarische Vereinigung zur euro-arabischen Kooperation (PAEAC) gegründet, mit der Aufgabe, die politischen Forderungen aus den Ländern der arabischen Gemeinschaft weiterzuleiten an die Europäische Gemeinschaft, und ihre Umsetzung innerhalb Europas zu überwachen.

Indem man die bisherige durch eine anti-israelische Politik austauscht, will die EU nun tabula rasa machen in Bezug auf den historischen Nationalismus und die Privilegien der unabhängigen Staaten, um dies zur UN – die von der OIC dominiert wird – zu transferieren als Weltregierung der Menschenrechte. Die grundlegenden Rechte der Europäer in Bezug auf ihre Sicherheit, ihre Geschichte und der Meinungsfreiheit werden widerlegt, entkräftet und durch die OIC unter dem Vorwand der Islamophobie und ihrer vehementen Forderung eines europäischen Multikulturalismus, zurückgewiesen. Verwurzelt in einer Zivilisation von Djihad und Dhimmitude zwingt sie so durch ihre europäischen- und UN-Mittelsmänner ihre eigenen Kriterien ihrem neuen westlichen Reich auf. Während Europa sich noch selbst dafür lobt, eine allgemeine humanitäre Regierung geschaffen zu haben, setzt die OIC schon längst auf internationaler Ebene die koranische Version der islamischen Menschenrechte um.

Mit der Nichtanerkennung Israels verleugnet die EU sich selbst. Sie legt den Schwerpunkt auf das griechisch-römische Erbe und eliminiert das jüdisch-christliche, um der OIC und den muslimischen Migranten einen Gefallen zu tun. Indem dies geschieht, eliminiert die EU gleichzeitig ihre biblische und daher jüdische Grundlage, als ob das Christentum aus dem Nichts entstanden wäre. Diese Unterdrückung der Identität ist eine weitere Konzession an den Islam und seine Kultur, die den Juden und Christen gegenüber feindlich gesinnt ist, eine Tatsache, die weder erkannt noch zurückgewiesen wurde. Das Judentum (Israel) und das Christentum (den Westen) in den Abfalleimer der Geschichte zu werfen, bedeutet, die menschlichen, historischen, religiösen, kulturellen und nationalen Rechte der Juden und Christen abzuschaffen. Es bedeutet die Dhimmitude anzunehmen.

Eurabia und der Palästinismus kommen aus der selben Zurückweisung und der selben Politik, die bei der Zerstörung der Nationalstaaten, der Manifestierung des Geistes und der Kultur von Völkern angewendet wird, die in einer globalisierten, humanitären Utopie zu ihrer Auslöschung verurteilt sind. Ihre gemeinsamen Punkte sind (1) der Krieg gegen Israel; (2) die ent-Judaisierung des Christentums; (3) die ent-Christianisierung Europas; und (4) die gemeinsame EU-OIC Politik der Stärkung der globalen Regierung der UN, die die OIC gezielt monopolisieren will. Dieser selbstmörderische Ansatz ist spezifisch für Europa, in China oder in Indien gibt es ihn nicht, noch nicht einmal in den muslimischen Ländern.

Durch den anarchischen Aufstand des “arabischen Frühlings“ (im März 2011) wurden die Vereinigten Staaten und die meisten europäischen Länder, angeführt von Frankreich und seinem Außenminister Alain Juppé, in die arabischen und afrikanischen Stammeskonflikte verwickelt, indem sie sich auf „das Recht der Einmischung“ und „das Recht auf Schutz“ beriefen. Diese Rechte wurden jedoch nur heimlich angewendet, da sie nie geschaffen wurden, um die Christen gegen Verfolgung in Ägypten, dem Irak, der Türkei, dem Sudan,in Nigeria, Bangladesch, Indonesien oder Pakistan zu schützen. Auch werden sie nicht dazu benutzt um Segler zu schützen , die willkürlich von Somalis als Geiseln genommen werden. Europa würde es grotesk und unanständig finden, diese Rechte gegen die Ausbreitung von anti-israelischem Hass zu zitieren, der zur Ausrottung von Juden aufruft, gegen die Flut von Raketen, die von Gaza aus gestartet werden um Israel zu treffen, oder gegen die abscheulichen Verbrechen ihrer palästinensischen Alliierten und „Protégés“ gegenüber der israelischen Zivilbevölkerung.

Auch hat man nicht auf die Islamisierung der biblischen heiligen Stätten in Hebron reagiert, sowohl jüdische als auch christliche, durch die UNESCO, wo man auf Anweisung der OIC handelt. Dennoch ist diese Annäherung ein ernster Bruch sowohl des religiösen als auch des historischen Rechts der Juden und Christen und es widerspricht der westlichen Definition der Menschenrechte.

Die Anerkennung Palästinas durch die UNESCO ist ein Vorläufer für eine Islamisierung der historischen und spirituellen Wurzeln des Judentums und des Christentums auf weltweitem Niveau und geht einher mit der koranischen Aussage, dass der Islam diesen beiden Religionen voransteht und sie dominiert.

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Time am 18. November 2011

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1) http://europenews.dk/de/node/49700

Unvollständige Chronologie

23. April 2010

Jihad

… des mohammedanistischen Jihad über rund 1.400 Jahre

Kommentator Zahal hat bei „Aro1“ (1) eine grobe Übersicht des mohammedanistischen Terrors gegen den Rest der Welt von 632 bis heute veröffentlicht, die offenbar auf Bat Ye’or zurückgeht und m.E. in keinem Archiv des Counterjihad fehlen sollte (2). Die Liste enthält keine Massenmorde von Mohammedanisten an Mohammedanisten und nur Vorfälle mit mindestens zehn Toten. Ich bzw. die Kommentatorinnen und Kommentatoren ergänzen sukzessive.

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632: Tod Mohammeds. Der Islam hat zu Mohammeds Lebzeiten durch Angriffskriege weite Teile der Arabischen Halbinsel unterjocht und verwüstet. Das riesige Gebiet ist jetzt juden- und christenfrei. Auch nach Mohammeds Tod wird der Jihad fortgesetzt und verwandelt den gesamten Mittelmeerraum für über 1.300 Jahre in einen Schauplatz permanenter Kriege.

633: Muslimische Araber unter der Führung von Khalid ibn al-Walid attackieren und erobern die Festung Al-Hirah.  Schlacht von Zumail, das islamische Heer schlachtet die komplette Armee der arabischen Christen ab.

634: Überfall auf Caesarea (Gasa), ca. 4.000 christliche, jüdische und samaritanische Bauern sollen ermordet worden sein.

635: Ein muslimisches Heer erobert Damaskus, die Hauptstadt des byzantinisch-christlichen Königreichs Syrien. Stadt und Land werden ausgeraubt und niedergebrannt, die Einwohner getötet oder versklavt. Sofort beginnt die Zwangsislamisierung. Das bedeutet: Nichtmuslime müssen eine Kopfsteuer zahlen und sind praktisch aller Rechte und Schutzes beraubt. Nur wer kollaboriert, wird verschont.

636: Schlacht am Jarmuk (heutiges Jordanien): Das christliche byzantinische Heer wird von den Muslimen geschlagen. Ende der christliche Herrschaft in Syrien und Palästina. Schlacht von Kadesia: Eroberung Mesopotamiens samt der sassanidischen Hauptstadt Ktesiphon. Sofort nach dem Gewaltsieg beginnen ausgedehnte Plünderungen. Khalif Umar ließ bei der Eroberung als Maßnahme der Zwangsislamisierung die große Bibliothek von Madâin (vergleichbar der Bibliothek zu Alexandria) verbrennen, und auch später noch suchte der mohammedanische Fanatismus alle antiken Schriften zu vernichten, wo er ihrer nur habhaft wurde.

637: Ein muslimisches Heer erobert das zum christlichen byzantinischen Reich gehörende Jerusalem.
 Kirchen und Synagogen werden ausgeraubt oder geschleift, männliche Einwohner getötet, Frauen und Kinder vergewaltigt und versklavt. Priester werden zum Teil gekreuzigt. Muslimische Truppen erobern und zerstören die Stadt Ktesiphon. Ktesiphon liegt ca. 35 km südöstlich von Bagdad und war vor dem Einfall des Islam der Sitz der christlichen Kirche Persiens.

639: Ausrottung der nichtmuslimischen Gemeinden Al-Bahnsa, Faiyum, Abwait und Nikiu in Ägypten.

640: Eroberung und Brandschatzung Kairos. Fast die gesamte männliche Einwohnerschaft wird niedergemetzelt, Frauen und Kinder vergewaltigt und versklavt. Die antike Bibliothek von Kairo geht in Flammen auf. Die byzanthinische Festung Farma wird von Useifa ibn-Wala eingenommen.

641: Die Festung Pelusium wird eingenommen. Das Militärlager Babylon wird vernichtet.

642: Sieg über die Perser bei Nehawend. Entscheidungsschlacht bei Hamadan (Ekbetana) gegen das Sassanidenreich. Große Teile des heutigen Iran fallen in die Hand der muslimischen Eroberer. Das prachtvolle Ekbetana, die vermutlich älteste Stadt der Welt, wird fast vollständig zerstört. Unwiederbringliche Kunst- und Kulturschätze gehen verloren. Sofort beginnen ausgedehnte Strafaktionen, Plünderungen, Versklavungen und Zwangsislamisierung, die erst um das Jahr 900 abgeschlossen sind. Eroberung der Stadt Dvi. Die Bevölkerung wurde komplett vernichtet. Ein muslimisches Heer erobert und zerstört das christlich-byzantinische Alexandria, die Hauptstadt des christlichen Ägyptens. Stadt und Land geraten unter den Furor der Eroberer. Schon in den ersten Monaten werden Hunderttausende Christen ermordet, Millionen versklavt. In einem beispiellosen Feuersturm vernichten die Eroberer nicht nur die ältesten christlichen Zeugnisse sondern auch alles, was das antike Rom und Ägypten errichteten. Die Bibliothek von Alexandria, Juwel der antiken Welt (restauriert nach dem versehentlichen Brand während der römischen Expansion) wird nun systematisch und gewollt vernichtet. Mehr als 4.000 Jahre geschriebener Geschichte, früher Wissenschaft und Poesie gehen in Flammen auf. Eine islamische Invasionswelle erreicht auch das heutige Libyen, die byzanthinische Stadt Pentapolis wird erobert.

643: Tripolis wird zerstört.

645: Ein muslimisches Heer erobert das christliche Barka in Nordafrika (Libyen). Sie vernichten die uralte griechisch-römische Stadt vollständig. Die Einwohner gehen geschlossen in die Sklaverei.

649: Istachr, Die Residenz der Sassaniden, wird zerstört.

650: Die letzten Gebiete des Königreichs Armenien werden überrannt. Die Mehrheit der Bewohner wird getötet.

652: Ein Angriff moslemischer Piraten (Corsaren) auf die Insel Sizilien wird zurückgeschlagen. Die Küstendörfer aber liegen in Ruinen. Viele Einwohner sind tot oder wurden versklavt.

653: Nach einem Aufruhr der Zoroastrier im religiösen Zentrum Estakhr werden ca. 40.000 Menschen von den muslimischen Truppen abgeschlachtet.

667: Weitere Angriffe moslemischer Piraten (Corsaren) auf die Insel Sizilien sind an der Tagesordnung, werden aber zurückgeschlagen. Küstendörfer und Kirchen müssen mehr und mehr befestigt werden. Trotzdem werden immer wieder Einwohner verschleppt.

670: Muslimische Truppen überfallen die Halbinsel Kyzikos.

673: Eroberung von Rhodos durch ein muslimisches Heer.

674: Ein muslimischer Angriff auf Konstantinopel (Hauptstadt des christlichen byzantinischen Reiches und Sitz des christlichen Kaisers) wird abgewehrt. Auf dem Rückzug des islamischen Heeres werden die Ländereien östlich des Bosporus dem Erdboden gleichgemacht, die Einwohner in die Sklaverei verschleppt.

700: Die italienische Insel Pantelleria wird von Moslem erobert und die Einwohnerschaft versklavt. Die Insel entwickelt sich zu einem moslemischen Piratennest.

703: Angriff auf Syrakus.

708: Sizilien wird kurzfristig von Muslimen erobert kann jedoch unter schwersten Verlusten und Verwüstungen entsetzt werden. Der muslimische Feldzug zur Eroberung des christlichen Nordafrikas erreicht die Atlantikküste. Auf seinem Vormarsch wurden sämtliche Städte und Siedlungen Nordafrikas geplündert und niedergebrannt. Mehr als 50% aller Einwohner Nordafrikas sind am Ende des Feldzuges tot. Millionen werden vergewaltigt, gefoltert und versklavt
.

710: Mit der Eroberung der letzten christlichen Stadt Nordafrikas ist das gesamte ehemals christliche Nordafrika islamisiert. Fast alle der 400 christlichen Bistümer in Nordafrika gehen unter. Nordafrika war eine einstmals blühende christliche Welt, die bedeutende Theologen des christlichen Altertums hervorgebracht hat, z.B. Tertullian, Cyprian, Athanasius und Augustinus.

711: Muslimische Heere überschreiten die Meerenge von Gibraltar und fallen in Europa ein. Beginn der Eroberung der iberischen Halbinsel (heute Spanien und Portugal). Sofort beginnt die grundlegende Zwangsislamisierung der eroberten Gebiete. Die Kopfsteuern sind höher und die Leibstrafen härter als sonstwo unter dem eisernen Stiefel des Islam. Qutaiba ibn Muslim beginnt im Auftrag der arabischen Umayyaden Herrscher von Chorasan aus die Unterwerfung von Transoxanien. Er erobert die bedeutenden Städte Samarkand und Buchara welche restlos geplündert und beinahe entvölkert werden. Auch Choresmien und das Ferghanatal werden unterworfen. Einfall der Muslime unter der Führung Muhammad Kassims 711 in Kabul. Entweihung der auf dem Tempelberg befindlichen Basilika Santa Maria zur al-Aqsa-Moschee (die „entfernteste“) durch Abd el-Wahd. Heute gilt diese Moschee als drittwichtigste im Islam, weil Muhammad dort auf seiner „himmlischen Reise“ gebetet habe, obwohl er zu diesem Zeitpunkt schon 79 Jahre in Medina begraben war. Diese prächtige Kirche war einst von Kaiser Justinian (527-565) erbaut worden. Für den Islam bedeutet die Umwandlung einer berühmten Kirche zugleich immer auch Sieg über das Christentum. Und Legendenbildungen sind in dieser Ideologie wichtiger als historische Tatsachen.

712: Islamische Eroberer erreichen die Grenzen Chinas und Indiens. Hinter ihnen (so zeitgenössische Chronisten) stehen sämtliche eroberten Gebiete in Flammen Bald unternehmen die Araber auch erste Vorstöße nach Sindh. Ströme von Sklaven gelangen auf die Märkte des nahen Ostens. Musa erobert mit einer Streitmacht von ca. 18.000 Soldaten die Städte Sevilla und Mérida. muslimische Truppen erobern und plündern auch die Stadt Salamanca, die für längere Zeit unbewohnt bleibt. Die muslimische Eroberung und Zwangsislamisierung Südspaniens ist abgeschlossen.
 Die nordafrikanischen Sklavenmärkte bersten über von europäischen Sklaven.

713: Die Muslime erobern und plündern Barcelona, überschreiten die Pyrenäen und fallen in das Gebiet des heutigen Südfrankreichs ein. Rund neunzig Jahre nach Mohammeds Tod und rund 380 Jahre vor dem Beginn der christlichen Kreuzzüge stehen muslimische Heere (nicht etwa muslimische Missionare!) im christlichen Reich der Franken (heute: Frankreich).

717: Ein muslimischer Angriff auf Konstantinopel (Hauptstadt des christlichen byzantinischen Reiches und Sitz des christlichen Kaisers) wird abgewehrt. Auf dem Rückzug des islamischen Heeres werden die Ländereien östlich des Bosporus dem Erdboden gleichgemacht, die Einwohner in die Sklaverei verschleppt.

720: Die Muslime fallen in Südfrankreich ein, erobern Narbonne und belagern Toulouse. Auftrag: Sklavenjagd. Erneuter Landungsversuch moslemischer Truppen auf Sizilien.

723: Abwehrschlacht fränkischer Truppen bei Tours und Poitiers (heute: Frankreich) Sieg des fränkischen Heeres über ein muslimisches Heer. Die Muslime werden hinter die Pyrenäen zurückgeworfen, behalten aber weite Teile der iberischen Halbinsel in ihrem Besitz.

725: Plünderung von Autun.

728-734: Ununterbrochene Angriffe auf Syrakus.

731: Plündernd brechen islamische Heere in Südfrankreich durch. Von Dijon bis Sens nahe der Loire, sowie Langres und Luxeuil fällt ihnen faktisch ganz Frankreich südlich der Loire in die Hände.

732: Die Plünderung des reichen Klosterstadt Tours scheiterte durch die Niederlage in der Schlacht von Tours und Poitiers. Trotzdem verwüsteten und plündern die moslemischen Invasoren das Umland. Auf dem Rückzug können sie tausende Gefangene in die Sklaverei führen.

735: Muslime greifen erneut Südfrankreich mit starken Heeren an. Es gelingen ihnen keine Eroberungen, jedoch massenhafte Versklavungen.

737: Eroberung von Avignon.

751: In der Schlacht am Talas besiegt ein muslimisches Araberheer mit 200.000 Mann erstmalig ein chinesisches Heer.

781: Bei der Plünderung von Ephesus werden ca. 7.000 Griechen in die Gefangenschaft verschleppt.

810: Islamische Truppen besetzen Korsika und benutzen es von nun an als Basis für Angriffe auf die Südküste Frankreichs
.

813: Nizza wird geplündert.

818: Emir Hakan I. schlägt einen Aufstand nieder, 300 Adelige werden gekreuzigt, 20.000 Menschen vertrieben.

828: Die Bewohner der Insel Ägina im Golf von Korinth werden versklavt oder ermordet.

829: arabisch-muslimische Truppen zerstören Centumcellae in Italien.

831: Moslemische Truppen erobern die sizilianische Stadt Palermo. 67.000 der 70.000 Einwohner werden getötet.

832: Muslimische Einheiten überfallen und plündern Marseille.

835: Von Sizilien setzten die Muslime auf das Festland über und verwüsteten Kalabrien.

838: Islamische Truppen überfallen erneut Südfrankreich und das Rhonetal, um zu plündern
. Plünderung der Stadt Amorium: Der Kalif al-Mu’tasim ließ 4.000 Einwohner ermorden, weitere 6.000 wurden nach einer Gefangenenrevolte hingerichtet.

840: Tarent und Bari fallen in die Hände moslemischer Invasoren. Beide Städte werden aufs schwerste geplündert und gebrandschatzt. Tausende geraten in Sklaverei.

840–847: Das unter fränkischem Schutz stehende Benevent wird von islamischen Angreifern besetzt.

841: Brindisi fällt nach heftigen Kämpfen in die Hände moslemischer Invasoren.

841: Capua wird nach kurzer Belagerung vollständig zerstört und geplündert.

843: Moslemische Truppen erobern und brandschatzen die sizilianische Stadt Messina
. Arabische Eroberungsversuche auf Rom scheitern.
 Die Stadt und das Umland werden geplündert bzw. gebrandschatzt, die Bevölkerung wird versklavt.

844: Eroberung der sizilianischen Stadt Modica.

848: Im August wird die Stadt Ragusa auf Sizilien von den Arabern geplündert und zerstört, trotz der Tatsache (laut Ibn al-Athir), dass die Bewohner mit den Arabern Frieden geschlossen und ihnen die Stadt überlassen hatten.

848: Muslimische Einheiten überfallen und plündern Marseille, das Umland wird schwer verwüstet. Die Einwohner von Ragusa überlassen den Muslimen die Stadt, die daraufhin zuerst geplündert und anschliessend zerstört wird.

851–852: Das kurzfristig befreite Benvent wird erneut von den Muslimen besetzt.
 Die Besatzer richten ein Blutbad unter der Bevölkerung an.

855: Alle Christen der Stadt Hims in Syrien werden deportiert oder exekutiert, Zerstörung aller Kirchen.

856: Arabische Invasoren attackierten und zerstörten die Kathedrale von Canossa in Apulien. Die Stadt wird geplündert.

859: Muslimische Truppen überfallen und plündern erneut in Südfrankreich. Eroberung der italienischen Stadt Enna.

860: Eroberung von Pamplona.

861: Eroberung von Ascoli.

866: Plünderung aller Kloster im Wadi Natrun.

868: Die Araber erobern die Stadt Ragusa auf Sizilien endgültig.

870: Die Araber erobern die Insel Malta und zerstören dort die fast 700 Jahre ungebrochen existierende christliche Kultur. Sie bleiben bis 1090.

878: Moslemische Truppen erobern und brandschatzen die sizilianische Stadt Syrakus.

879: Muslimische Sarazenen zerstören Numistro in der Provinz Potenza.

880: Muslimische Truppen erobern und plündern Nizza
.

882: Muslimische Invasoren errichten an der Mündung des Garigliano zwischen Neapel und Rom eine Basis, von der aus sie Kampanien und Sabinia im Latium angreifen.

884: Rametta erobert, Kloster Monte Cassino bei Rom zerstört, Syrakus nach neunmonatiger Belagerung erobert – Ermordung Tausender.

888: Muslimische Truppen errichten in der Provence mit Fraxinetum einen neuen Brückenkopf, der sich den spanischen Mauren unterstellte. Von dort unternehmen sie Plünderungen im Westen bis nach Arles (Hauptstadt des Königreich Burgund) sowie entlang der Rhone bis Avignon, Vienne (bei Lyon) und Grenoble.

900: Eroberung der Stadt Catania.

901: Massaker an Tausenden von Christen in Sevilla und Umgebung.

902: Moslemische Truppen erobern und brandschatzen die sizilianische Stadt Taormina. Plünderung von Damaskus.

903: Nach der Plünderung von Thessaloniki werden 20.000 Christen unter den arabisch-muslimischen Stammeshäuptern verteilt.

911: Der Bischof vom Narbonne ist nicht in der Lage, von Frankreich nach Rom zu gelangen, da Muslime die Alpenpässe besetzt haben.

918: Moslemische Truppen erobern und brandschatzen von Sizilien aus das auf dem benachbarten Festland liegende Reggio in Kalabrien
.

920: Muslime stoßen aus Spanien über die Pyrenäen vor, verwüsteten ungehindert die Gascogne und bedrohten Toulouse. Plünderung Pamplonas durch Muslime.

934: Genua und La Spezia werden von Muslimen überfallen, ausgeraubt und niedergebrannt.

935: Genua und La Spezia werden erneut von Muslimen überfallen, ausgeraubt und niedergebrannt.

936: Genua wird erobert und geplündert.

937: Muslime wüten am Palmsonntag des Jahres 937 in Jerusalem, plündern und zerstören die Kirche auf dem Kalvarienberg.

939: Moslemhorden stoßen im Norden über Genf (erobert) bis zu den Schweizer Alpenpässen vor.

942: Moslemische Truppen marschieren sengend und mordend durch den Südosten Frankreichs und stoßen nach Oberitalien vor.

942: Nizza wird von Muslimen überfallen, ausgeraubt und niedergebrannt.

952–960: Ausgehend von den Alpenpässen erobern muslimische Truppen für annähernd 8 Jahre die Schweiz.
 Sie plündern und zerstören in den folgenden Jahren das Wallis, Teile Graubündens und der Ostschweiz. Zwischen 952 und 960 beherrschen die Araber nach der Schlacht bei Orbe weite Teile im Süden und Westen der Schweiz einschließlich des Grossen St. Bernhard-Passes und stoßen im Nordosten ebenfalls bis St. Gallen vor, im Südosten bis Pontresina.

942–965: Moslemische Truppen erobern das Herzogtum Savoyen.

906–972: Moslemische Truppen erobern die Provence.

964: Moslemische Truppen erobern und brandschatzen von Sizilien aus das auf dem Festland liegende Rometta.

979-988: Sebük Tegin erklärt den “heiligen” Krieg gegen die Hindu-Schahis, deren König Djaypal (965-1001) er 979 und 988 besiegt. Alle Festungen innerhalb Afghanistans bis an die indische Grenze fallen in die Hand seiner Moslemkrieger.

985: Eroberung von Barcelona.

987: Eroberung von Coimbra.

997: Santiago de Compostela wird dem Erdboden gleichgemacht.

997-1029: Mahmud von Ghazni führt allein gegen Indien 17 Feldzüge.

1001: antichristliche Pogrome in Bagdad.

1002: Bari wird erneut von Arabern erobert und zerstört.

1002: Genua wird von Arabern erobert und geplündert.

1004: Pisa wird von Arabern erobert und geplündert.

1009: Kalif Al-Hakim ordnete die systematische Zerstörung sämtlicher christlicher Heiligtümer in Jerusalem an. Auch die Grabeskirche wird zerstört.

1010: Mahmud von Ghazni überfällt die Stadt Multan, richtet ein Blutbad unter der Bevölkerung an und nimmt den Herrscher Daud gefangen.

1011: Mahmud zerstört die indische Stadt Thaneswar bei Delhi.

1018: Mahmud zerstört die indische Stadt Kanajauj. Er erobert die Stadt Mathura, tötet 50.000 ihrer Bewohner und versklavt den Rest.

1024: Mahmud erobert Somnath und zerstört den heiligen Tempel Shiva-lingam; die Einzelteile des Tempels wurden mit dem geplünderten Tempelschatz nach Ghazni gebracht, wo die Bruchstücke dann zu Stufen am Tor der Hauptmoschee wurden; 50 000 erschlagene Hindus zierten die Vorplätze der Tempel.

1033: Muslime massakrieren 6.000 Juden in Fez.

1055: Die türkischen Seldschuken erobern Bagdad.

1057: Tughrilbeg plündert die Stadt Balad am Tigris. Malatya erobert.

1066: Ermordung aller 3.000 Juden von Granada.

1070: Die Seldschuken, ein Nomadenvolk aus Innerasien, das sich im 10. Jh. n. Chr. zum Islam bekehrt hatte, gewinnt die Kontrolle über Jerusalem. Die friedliche Pilgerfahrt von Christen zu den heiligen Stätten wird zunehmend behindert, Morde und Versklavungen.

1071: Schlacht bei Mantzikert – ein christliches byzantinisches Heer wird durch ein muslimisches Heer vernichtend geschlagen. Die muslimischen Seldschuken erobern das Kerngebiet des christlichen byzantinischen Reiches.

1077: Muslimisch-seldschukische Türken erobern Jerusalem und massakrieren 3.000 Menschen. Zerstörung Ghanas (Sudan).

1086: Schlacht von Zallaqa – Der Almoraviden-Herrscher Yusuf ibn Taschfin marschiert in Andalusien ein, um andere muslimsche Invasoren in Andalusien im Jihad gegen Nichtmuslime zu unterstützen. Bei der Schlacht gegen König Alfons VI von Kastilien am 23.Oktober starben allein unter den Kastiliern 59.500 Soldaten. Tashfin enthauptete 24.000 Menschen und ließ sie in Minarettenform aufspiessen. Das Schlachtfeld wurde Zallaqa (auf deutsch: rutschiger Boden) genannt, weil die Krieger aufgrund der enormen Mengen vergossenen Blutes wiederholt ausrutschten.

1099: Nach annähernd 470 Jahren militärischer Expansion und Aggression des Islam beginnen als Gegenreaktion die christlichen Kreuzzüge
.

1100: Das Kanem-Gebiet östlich des Tschadsees wird erobert.

1137: Eroberung von Adana in Kilikien.

1144: Einnahme von Edessa. 6.000 Hinrichtungen, 10.000 junge Männer versklavt.

1153: vollständige Zerstörung der Stadt Tikrit/Irak.

1171: sämtliche Bewohner der Gegend um Malatya versklavt.

1187: Das christliche Königreich Jerusalem wird durch Sultan Saladin eingenommen.

 1193: Der mohammedanistische General Aibak erobert die indische Stadt Anahilwar Patan, tötet 50.000 ihrer Bewohner und versklavt weitere 20.000. Zerstörung der Stadt Nalanda.

1197: Zerstörung der indischen Stadt Bihar.

1202: Aibak erobert die indische Stadt Kalinjar und versklavt 50.000 ihrer Bewohner.

1206: Sultanat Delhi. General Qutb-ud-Din Aibak übernimmt durch Meuchelmord des Herrschers die Macht im Land am Indus und gründete die so genannte Sklavendynastie (1206-1290) Das ganze Land wird zwangsislamisiert. Das Sultanat geht später als „Konkursmasse“ über ins ebenfalls islamische Mogulreich.

1232: Die Juden in Marrakesch werden massakriert.

1247: Die Stadt Tiberias wird von Baibars al-Bunduqdari zerstört.

1261: Muslime erobern Mossul.

1264: In Kairo werden Juden und Christen mit dem Feuertod bestraft, durch hohe Lösegeldsummen und unter Peitschenhieben können einige dem Tod enrinnen. Durch die Folter sterben dennoch zahlreiche Nichtmuslime.

1266: Rukn ad-Din Baibars läßt in Sis (Kozan) 22.000 Menschen umbringen Bewohner der Städte Adana, Ayas und Tarsus werden als Sklaven abgeführt.

1268: Baibars al-Bunduqdari erobert Antiochia. Der Großteil der Bürger wird ermordet, der Rest versklavt.

1273: Syrische Muslime aus Aintab (Gaziantep) und al-Bira (Birecik) überfallen das Gebiet Claudias am oberen Euphrat und verschleppen einen Großteil der Bevölkerung.

1275: Baibar und seine Truppen richten Massaker an, Mopsuestia wird komplett niedergebrannt und die Bevölkerung durch die muslimischen Truppen ausgelöscht. Plünderung von Sis durch muslimische Truppen.

1285: Muslime überfallen die Stadt Erbil und ermorden und verschleppen einen Großteil der Einwohner.

1286: 4.000 Muslime-Reiter plündern die umliegenden Dörfer von Mossul und attackieren und plündern anschliessend Mossul. Die Attacken richten sich gegen Juden und Christen.

1291: Akkon fällt in die Hände der Muslime. Die Mehrzahl der Einwohnerwird abgeschlachtet.

1296: Täbris wird überfallen, alle Kirchen werden zerstört.

1313: Eroberung der Stadt Magnesia am Sipylos (heute Manisa).

1326: Sultan Orhan I erobert die Stadt Brussa (heute Bursa).

1357: Moslems erobern die Stadt Gallipoli. Es erfolgt eine groß angelegte Ansiedlung von Muslimen aus Anatolien.

1361: Adrianopel (Edirne) erobert. Orissa erobert.

1364: Osmanische Truppen fallen 1364 in Plowdiw ein und benennen die Stadt in Filibe um.

1375: Die Osmanen erobern die Stadt Nisch.

1386: Sofia erobert.

1389: Schlacht auf dem Amselfeld. Ein christliches Heer der Serben, Bosnier und Bulgaren wird von einem muslimischen Heer vernichtend geschlagen. Die Balkanstaaten werden muslimische Vasallen.

1398: Tamerlan richtet am 17.12. in Delhi ein Massaker an und zerstört fast die gesamte Stadt. 100.000 Hindus werden abgeschlachtet.

1400: In Aleppo werden alle jüdischen Männer durch Tamerlan getötet, die Frauen werden versklavt.

1413: die Osmanen erobern die Stadt Scala Nova (Kusadasi/Türkei).

1427: Muslimische Truppen erobern Krusevac.

1429: 3.000 Malteser versklavt.

1430: Thessaloniki  überfallen.

1453: Eroberung von Konstantinopel (heute: Istanbul), des Zentrums des oströmischen Reiches und der Orthodoxen Kirche. Der christliche Kaiser Konstantin XI. Palaiologos fällt bei der Verteidigung der Stadt. Ende des christlichen byzantinischen Reiches. Die Stadt wird drei Tage und Nächte geplündert. In allen Straßen herrscht unvorstellbares Grauen. Mord, Folter, Verstümmelung und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung. Sultan Mehmed II. lässt den gesamten byzantinische Adel vorführen und samt ihren Familien öffentlich enthaupten. Zehntausende Zivilisten enden als Sklaven auf den muslimischen Sklavenmärkten.

1465: Ermordung aller Juden in Fez.

1470: Negroponte auf Euböa erobert.

1478: Die Krim wird von muslimischen Truppen überfallen und annektiert.

1479: Osmanische Truppen erobern nach heftigen Kämpfen die venezianische Insel Euböa. Ein Großteil der Einwohnerschaft wird massakriert, Überlebende in die Sklaverei verkauft.

1480/81: Ein muslimisches Heer erobert Otranto in Italien. Die Stadt wird besetzt (bis 1481) und der Willkür der muslimischen Eroberer preisgegeben. Zurück bleiben ausgebrannte Mauern und Straßen voller Gebeine. 17.000 Menschen wurden abgeschlachtet.

1492: Nachdem die Spanier 1492 mit Granada das letzte muslimische Königreich in Westeuropa erobert hatten, siedelten sich aus Spanien geflohene Morisken im Maghreb an. Zusammen mit einheimischen Arabern und Mauren rüsteten sie große Flotten aus und begannen von ihrer Basis Nordafrika aus als Korsaren einen permanenten Krieg gegen das christliche Europa, insbesondere gegen deren Schifffahrt und Küsten. Die Raubzüge der moslemischen Korsaren führten während der nächsten vier Jahrhunderte bis an die Küsten Flanderns, Dänemarks, Irlands und sogar Islands, wo sie aus küstennahen Dörfern und Städten Einwohner verschleppten und später als Sklaven verkauften. Häufigstes Ziel der Sklavenrazzien waren jedoch die Küsten Italiens, Spaniens und Portugals.

1499–1503: Türkische Einheiten dringen ins oberitalienische Friaul ein und bedrohen sogar Vicenza. Die apulische Hafenstadt Otranto (ca. 100 Kilometer südöstlich von Brindisi) wird erobert und zum Brückenkopf für weitere Raub- und Kriegszüge ausgebaut.

1504: Soba (bei Khartum) erobert.

1521: Ein muslimisches Heer erobert Belgrad. Alle Kirchen werden zerstört oder in Moscheen umgewandelt. Priester werden gepfählt oder bei lebendigem Leib verbrannt, Männer niedergehauen, Frauen und Kinder vergewaltigt und/oder als Sklaven verkauft.

1526: Schlacht von Mohács – ein christliches Heer wird durch ein muslimisches Heer vernichtend geschlagen. Muslimische Heere erobern den größten Teil Ungarns und bedrohen Wien.
 Die Osmanen hausen in Ungarn mit bis dahin unbekanntem Furor, 200.000 tote Christen.

1526: Die Städte Ragusa (Dubrovnik) und Szeged von osmanischen Truppen erobert.

1526-1530: Großmogul Babur eroberte ausgehend vom Gebiet der heutigen Staaten Usbekistan und Afghanistan das Sultanat von Delhi sowie das indische Kernland rund um die nordindische Indus-Ganges-Ebene und die Städte Delhi, Agra und Lahore. 100 bis 150 Millionen Menschen geraten in die Fänge dieses muslimischen Herrschers.

1529: Die erste Belagerung Wiens durch ein muslimisches Heer scheitert. Auf dem Vormarsch aber gehen die Städte Komorn und Preßburg (Bratislava) in Flammen auf. Die gesamten umliegende Lande werden stark verwüstet. Abertausende geraten in muslimische Gefangenschaft und enden auf den Sklavenmärkten Istanbuls.

1534: Mit insgesamt 84 Galeeren überfallen und brandschatzend muslimische Piraten die südliche Westküste Italiens bei Reggio beginnend nordwärts durch das Tyrrhenische Meer bis hin nach Sperlonga, um anschließend beladen mit Tausenden Sklaven und unermesslicher Beute nach Istanbul zu fahren.

1537: Moslemische Piraten erobern die venetianischen Insel Naxos, Kasos, Tinos, Karpathos sowie das griechische Kythera.

1541: Osmanische Truppen erobern die Stadt Vác.

1543: Moslemische Berberpiraten belagern und plündern Nizza. Székesfehérvár erobert.

1544: Chair ad-Din überfällt die Insel Ischia, nimmt 4.000 Geiseln (welche nur gegen Lösegeld entlassen werden) und versklavt weitere 9.000 Einwohner (also fast die gesamte Restbevölkerung).

1547: Turgut Reis verwüstet Gozo (Malta).

1551: Turgut Reis versklavt die gesamte Bevölkerung der maltesischen Insel Gozo. Es werden 5.000 – 6.000 Menschen auf den libyschen Sklavenmärkten verkauft.

1553: Turgut Reis plündert 1553 Kalabrien, macht einen Überfall auf Elba und belagert dann Bonifacio auf Korsika.

1554: Moslem-Piraten überfallen die italienische Stadt Vieste. Die Stadt wird geplündert, und es werden 7.000 – 10.000 Sklaven gemacht, die auf den Märkten von Istanbul verkauft werden.

1555: Turgut Reis überfällt Bastia auf Corsica. Er versklavt 7.000 Menschen, die auf den libyschen Sklavenmärkten verkauft werden. Beim Rückzug lässt er zahlreiche Küstenorte in Flammen aufgehen. Er überfällt die korsische Stadt Bastia und erbeutet 6.000 Sklaven.

1558: Piraten der Berberküste erobern die Stadt Ciutadella (Minorca). Sie zerstören alle Gebäude nehmen 4.000 Sklaven (die in Istanbul verkauft werden) und schlachten ansonsten die gesamte Stadtbevölkerung ab. Auch die Besatzung eines spanischen Fort in Stärke von 5.000 Mann wird komplett getötet.

1563: Turgut Reis landet an der Küste der Provinz Grenada (Spanien). Er erobert und plündert sämtliche Küstenorte. Darunter Almuñécar, wo er 4.000 Sklaven nimmt und eine weitaus größere Anzahl niedermetzelt. In den Folgejahren werde die Baleren so häufig angegriffen, dass die gesamte Küste schließlich mit Wachtürmen und Wehrkirchen befestigt werden muss. Inseln wie Formentera werden durch Sklaverei, Massaker und Flucht vollständig entvölkert.

1565: Die Belagerung Maltas durch ein osmanisches Heer begann am 18. Mai und dauerte bis zum Abzug der Truppen am 8. September 1565. Dabei wurde die Insel fast vollständig zerstört, die Befestigungen zu Trümmern geschossen und über 42.000 Soldaten und Zivilisten getötet.

1570: Mustafa Pascha landet auf Zypern mit 120.000 Soldaten. Nicosia fällt.

1571: Belagerung der Stadt Famagusta, anschließend Kapitulation der Christen, denen freier Abzug gewährt wird; kurz nach der Öffnung der Tore wird das Versprechen verwehrt und alle christlichen Offiziere und Generäle werden entweder sofort enthauptet oder zu Tode gefoltert; dem Stadthalter, Marcantonio Bragadin, der die Kapitulation unterschrieben hatte, wird bei lebendigem Leibe die Haut vom Leibe gezogen. Die Krimtataren dringen bis nach Moskau vor.

1579: Falethan-Muslime zerstören die Hauptstadt der Baduis Pakuwan, auch Sunda Kelapa genannt (Indonesien).

1588: Die Juden Libyens werden zur Konversion gezwungen, Nichtkonvertiten getötet.

1591: Ahmed al-Mansur und seine Truppen erobern Timbuktu und bringen mehrere tausend Sklaven nach Marokko.

1603: Verwüstung der südl. Steiermark durch die Osmanen.

1605: Verwüstung der westl. Steiermark durch die Osmanen.

1658–1707: Südexpansion des Mogulreiches und Zwangsislamisierung der eroberten Gebiete.

1609-1616: England allein verliert 466 Handelsschiffe (zwischen 15.000 und 40.000 Menschen) an die muslimischen Berberpiraten. Die Besatzungen werden massakriert oder enden in der Sklaverei.

1617-1625: Attacken der Berberpiraten sind an der Tagesordnung. Überfälle ereignen sich im südlichen Portugal, Süd- und Ost Spanien, die Balearen, Island, Sardinien, Korsika, Elba, die italienische Halbinsel (Besonders in Ligurien, Toskana, Lazio, Campagnien, Kalabrien und Apulien) Weitere Überfalle und Raubzüge (inklusive Vergewaltigungen und Versklavung) ereignen sich auf Sizilien und Malta. Größere Überfälle im Format richtiger Kriegszüge richten sich gegen die iberische Halbinsel. Diesen Attacken der Berberpiraten fallen die Städte Bouzas, Cangas, Moaña und Darbo zum Opfer.

1627: Island wird mehrfach von türkischen Piraten geplündert und ein Großteil der Bevölkerung als Sklaven an der Berberküste verkauft. Jene, die Widerstand leisten, werden in einer Kirche zusammengetrieben und dort bei lebendigem Leib verbrannt.

1631: Murat Reis überfällt mit algerischen Piraten und auch regulären osmanischen Soldaten Irland. Sie stürmen die Küste nahe Baltimore (County of Cork). Sie brandschatzen und plündern die gesamte Stadt, nehmen beinahe alle Einwohner von Baltimore als Sklaven und verkaufen sie auf den Sklavenmärkten der Berberküste. Nur zwei kehren jemals wieder lebend heim.

1677-1680: Weitere 160 britische Handelsschiffe (zwischen 8.000 und 20.000 Menschen) werden von algerischen Moslempiraten gekapert, die Besatzung massakriert bzw. versklavt.

1678: Die Stadt Chigirin wird von Kara Mustafa erobert.

1683: Zweite (erfolglose) Belagerung Wiens und Bedrohung Mitteleuropas durch muslimische Heere. Beim Vormarsch des osmanischen Heeres gehen die umliegende Lande in Flammen auf. Alle Ortschaften werden restlos geplündert und versklavt, soweit die Bewohner nicht bereits geflohen waren. Die abrückenden Osmanen hinterlassen ausschließlich verbrannte Erde.

1700-1750: Über 20.000 europäische Gefangene (nicht Sklaven) schmoren in algerischen Kerkern und warten auf Freikauf. Darunter nicht nur Mittelmeeranrainer sondern auch Dänen, Deutsche, Engländer, Schweden und sogar Isländer.

1756: Abdallah asch-Schabrawi hetzt Muslime der Al-Azhar-Universität gegen koptische Christen auf, Pogrome und Plünderungen.

1770: Der Anführer des griechischen Aufstandes auf Kreta, Daskalogiannis, stimmt 1770 Friedensverhandlungen zu, um das Leben seiner Weggefährten zu retten. Der Pascha von Chania stellt ihm jedoch eine Falle und lässt Daskalogiannis die Haut bei lebendigem Leibe abziehen (Vollstreckung am 17. Juni 1771 in Heraklion). Sein Bruder wird gezwungen, diese Tortur mitanzusehen und verliert daraufhin seinen Verstand.

1785: Hunderte von Juden von Ali Gurzi Pascha in Libyen ermordet.

1821: Der zypriotische Erzbischof Kyprianos wird zusammen mit 470 prominenten griechischen Zyprioten in Nicosia auf Zypern exekutiert. Hunderte von Griechen werden auf Kreta ermordet (Chania).

1822: Auf den Inseln Chios und Psara schlachten die Türken 50.000 Griechen ab und versklaven weitere 50.000.

1842-1846: Ermordung von 20.000 christlichen Assyrern durch die Türken.

1876: Aprilaufstand in Bulgarien. 15.000-60.000 Tote, Hunderttausende versklavt.

1894-1896: Ermordung von 200.000 armenischen Christen durch den türkischen Sultan Abdul Hamid.

1900: 96.000 Jakobiten in Mardin in Mesopotamien umgebracht.

1903: In der iranischen Stadt Yazd werden 100 Bahais ermordet.

1907: In Casablanca 30 Juden ermordet.

1914-1923: Genozid an 300.000 bis 730.000 Griechen durch die Türken vor allem in der nordtürkischen Pontus-Region.

1915-1918: Genozid an den Armeniern. Die islamische Regierung der Türkei nutzt die Wirren des 1. Weltkriegs zur Auslöschung der christlichen Armenier. 1,5 – 2 Millionen Armenier werden in Todesmärschen, Gefangenenlagern und bei örtlichen Massakern abgeschlachtet. Zudem werden 750.000 christliche Assyrer im Irak von den Türken ermordet.

1922: Beim Massaker von Izmir werden 25.000 Christen (Armenier und Griechen) ermordet, 200.000 vertrieben.

1929: antijüdische Pogrome in Jerusalem, Hebron und Safed.

1933: Beim Massaker von Simmele/Irak ermorden die Türken 3.000 christliche Assyrer.

1937: Im Verlauf eines Aufstandes in der türkischen Provinz „Tunceli“, ehem. „Dersin“, („Dersin-Aufstand“) werden 70.000 Aleviten von der türkischen Regierung abgeschlachtet.

1936: antijüdische Pogrome in Bagdad und Basra (Irak).

1941: In Bagdad werden bei antijüdischen Pogromen 180 Juden abgeschlachtet.

1945: Pogrome mit 10 ermordeten Juden in Ägypten und 140 in Tripolis.

1947: Bei Pogromen werden in der jemenitischen Stadt Aden 82 Juden ermordet.

1948: Bei Bombenattacken gegen die jüdische Bevölkerung in Kairo sterben 70 Juden. Ermordung von 44 Juden in den Städten Oujda und Djerada in Marokko.

1955: „Pogrom von Istanbul” (plus Izmir und Ankara), 15 Tote, Sachschaden bis zu 500 Mill. US-Dollar, Exodus von rund 100.000 Griechen aus der Türkei (Es verblieben 2.500).

1955-2011: 56 Jahre dauert der Unabhängigkeitskrieg des christlichen Südsudan gegen die mohammedanistische Kolonialmacht Nordsudan, der ca. 2 Millionen südsudanesische Zivilisten abschlachtet. Rund 1.400 Jahre lang war der Süden Jagdgebiet arabischer Sklavenjäger.

1967: antijüdische Pogrome in Tunesien.

1969: Völkerrechtswidrige Annexion West-Papuas durch Indonesien mit nachfolgender Zwangsislamisierung und schweren Menschenrechtsverletzungen gegen die Urbevölkerung bis heute – und geduldet durch die UNO Umbenennung des Landes in Irian Jaya. Militärs verschleppen und ermorden über 100.000 Menschen und sind aktiv beteiligt am illegalen Holzeinschlag, der den Lebensraum der indigenen Bevölkerung zerstört. Durch Umsiedlungen ist ein großer Bevölkerungsteil heute indonesisch. 2003 wird die Provinz Papua-Barat gegen den Willen der Papua von West-Papua abgetrennt.

1971: Während der Unabhängigkeitskämpfe der Ostbengalen wurden 1971 ca. 500.000 Hindus mit Unterstützung der Jamaat-e-Islami bestialisch ermordet. Insgesamt wurden drei Millionen Menschen von den Pakistanern abgeschlachtet sowie 200.000 Frauen vergewaltigt.

1974: Ermordung von 4.000 christlichen Zyprioten im Auftrag des türkischen Präsidenten Fahri Koroturk.

1975: Neun Tage nach der Unabhängigkeitserklärung der ehem. portugiesischen Kolonie Osttimor wird das Land von indonesischen Invasionstruppen überfallen. Im Verlauf von 25 Jahren werden rund 23% der überwiegend christlichen Bevölkerung bzw. 183.000 Menschen abgeschlachtet, unzählige vergewaltigt, gefoltert, zwangsumgesiedelt, eingesperrt, verbannt oder zwangssterilisiert. Andere Schätzungen gehen bis zu einer Gesamtopferzahl von 300.000 Menschen.

1976: Palästinensische und libanesische Muslime ermorden im Libanon im Ort Damour 600 christliche Einwohner.

1983: Ein Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Beirut fordert im April 63 Tote.

1983: Zwei Selbstmordattentäter töten im Oktober in Beirut bei einem Bombenanschlag 299 Soldaten der multinationalen Streitkräfte und der Amerikaner sowie 6 Zivilisten.

1984: Bei einem Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Beirut sterben im September 24 Menschen.

1988: Bei dem Anschlag auf ein amerikanisches Flugzeug durch libysche Agenten sterben 270 Menschen im schottischen Lockerbie.

1990 bis heute: In Kashmir wurden bis heute ca. 10.000 Hindus von Ork-Fundamentalisten ermordet.

1993: In Sivas in der Türkei wurde ein Hotel in Brand gesteckt, in dem alevitische Intellektuelle aus Anlass eines Festes logierten. 37 verbrennen, während draußen Tausende von Sunniten ihren qualvollen Tod feiern.

1998: In Nairobi und Daressalam werden durch Anschläge auf die jeweiligen US-Botschaften 224 Menschen getötet. Auf Java (Indonesien) werden 500 Kirchen von Muslimen in Brand gesetzt,  800 Häuser und Geschäfte in Poso werden auf Sulawesi zerstört.

2000: Durch einen Selbstmordanschlag auf den Zerstörer „USS Cole“ sterben im August 17 Angehörige der US-Navy.

2001: Selbstmordattentäter kidnappen vier Flugzeuge, fliegen zwei davon in die New Yorker Twin Towers, einen ins Pentagon – während das vierte von Mitbürgern zum Absturz gebracht wird – und ermorden dadurch rund 3.300 Menschen (inkl. Rettungsdienste).

2002: Rund 50 Bewaffnete bringen im Moskauer Dubrowka-Theater 850 Menschen in ihre Gewalt. 129 Geiseln sterben bei der Erstürmung des Theaters.

2004: Durch zehn Bombenexplosionen mohammedanistischer „Aktivisten“ sterben 191 Menschen in Madrid.

2004: Bei der Geiselnahme von Beslan/Russland im September 2004 bringen tschetschenische Terroristen mehr als 1100 Kinder und Erwachsene in einer Schule in Nordossetien in ihre Gewalt. Die Geiselnahme endet nach drei Tagen in einer Tragödie – bei der Befreiung durch russische Einsatzkräfte sterben nach offiziellen Angaben 331 Geiseln.

2005: Selbstmordattentäter töten durch drei Anschläge in U-Bahnzügen sowie einen in einem Bus 52 Menschen in London.

2006: Sieben Bomben in Nahverkehrszügen töten 207 Bürger in Mumbai (Bombay). Im indischen Teil von Kaschmir dringen Muslime in das Dorf Thawa ein, sortieren die hinduistischen Bewohner aus und exekutieren sie.

2007: Muslime verüben in zwei Dörfern in der Nähe von Mossul im Irak zwei Anschläge auf die yezidische Gemeinschaft, bei denen ca. 500 Menschen ums Leben kommen.

2008: Zehn Mörder ziehen vier Tage lang in kleinen Grüppchen durch Mumbai, töten, kidnappen, foltern und verstümmeln wahllos, wen sie erwischen können. 174 Menschen sterben.

2010: Selbstmordattentäter zünden zwei Bomben in der Moskauer U-Bahn und töten 40 Bürger.

2011: Ein Selbstmordattentäter zündet eine Bombe im Moskauer Flughafen Domodedovo und tötet 36 Bürger.

2013: Die mohammedanistische Terrorgruppe Boko Haram tötet 143 Menschen in Nigeria (17. September 2013). Damit hat die Gruppe einen Leichenberg von mehr als 3.600 Toten aufgetürmt. Mohammedanistische Terroristen schlachten in einem Einkaufszentrum in Nairobi/Kenia 111 Menschen ab, viele von ihnen werden vorher bestialisch gefoltert (21. September). Mohammedanistische Ich-Bomber töten 85 Christen in Peshawar/Pakistan während eines Gottesdienstes (22. September 2013). Die mohammedanistische Terrorgruppe Boko Haram tötet 64 Studenten (29. September 2013), 19 Christen in Logumani (20.Oktober), 10 Christen in Borno (21. Oktober), 35 Christen in Damaturu (24. Oktober), 13 Christen in T-Junction und 30 in Borno (2. November), 26 in Yazza (14. November), 28 in Adamawa und Sandiya (21. November), 22 in Mubi (19. Dezember), 20 in Bama (20. Dezember). Im März übernehmen in der Zetralafrikanischen Republik mohammedanistische Milizen die Macht und beginnen umgehend mit dem Völkermord an der mehrheitlich christlichen Bevölkerung. Mehr als 500 Menschen werden ermordet, 480.000 Menschen werden vertrieben. Ein Massengrab mit 30 toten Christen wird in Sadad/Syrien entdeckt (5. November). 34 Tote bei zwei Selbstmordattentaten in Wolgograd (29. und 30. Dezember).

2014: 33 Christen ermordet am 6. Januar in Riyom/Nigeria, 85 in Kawuri/Nigeria und 53 in Waga Chakaw/Nigeria am 26. Januar, 11 am 31. Januar in Garin Yamdula/Nigeria, am 11. Februar 62 in Konduga/Nigeria, 121 Christen abgeschlachtet am 15. Februar in Izghe/Nigeria, 11 am 18. Februar in Adamawa/Nigeria, 115 in Bama/Nigeria am 19. Februar, 59 in Damaturu/Nigeria am 25. Februar, 37 in Adamawa/Nigeria am 27. Februar, 47 in Mainok/Nigeria und 52 in Maiduguri/Nigeria am am 1. März, 33 Menschen abgeschlachtet in Yunnan/China am 1. März, 32 Christen abgeschlachtet am 2. März in Mafa/Nigeria, 48 am 3. März in Jakana/Nigeria, 16 am 6. März in Riyom/Nigeria, 150 am 15. März in Chenshyi/Nigeria, 35 am 16. März in Taraba/Nigeria, 80 in Kessab/Syrien und 36 in Gbajimba/Nigeria am 23. März, 14 in Maitsaba/Nigeria am 3. April, 25 am 5. April in Gwoza/Nigeria und 20 in Buni Gari/Nigeria, 105 am 6. April in Yar Galadina/Nigeria, 150 in Gambulga/Nigeria am 11. April, 60 in Anchaka/Nigeria am 13. April, 17 in Kauyen-Yaku/Nigeria am 23. April, 336 in Gamboru Ngala/Nigeria am 7. Mai, 13 in der ZAR am 11. Mai, 29 in Ngurusoye und 40 in Dalwa-Masuwa/Nigeria am 17. Mai, 162 am 20. Mai in Jos/Nigeria, 30 in Shawa und 19 in Alargano/Nigeria am 21. Mai, 31 Menschen in Urumqi/China am 22. Mai, 29 in Chukku Nguddoa/Nigeria, 25 in Moforo/Nigeria am 23. Mai, 24 in Kamymuya/Nigeria am 25. Mai, 21 in Adamawa/Nigeria am 26. Mai, 45 in Buni Yadi/Nigeria am 26. Mai, 30 in Bangui/ZAR am 28. Mai, 32 in Gumushi/Nigeria am 29. Mai, 40 in Adamawa/Nigeria und 23 in Kala Balge/Nigeria am 1. Juni, 20 in Attangara/Nigeria und 12 in Angurva/Nigeria am 2. Juni, 13 in Zamgba/Nigeria und 12 in Kwadale/Nigeria und 30 in Pulka/Nigeria und 14 in Chinene/Nigeria und 10 in Arboko/Nigeria und 20 in Barawa/Nigeria und 46 in Ganjara/Nigeria und 20 in Kaghum/Nigeria und 12 in Jabril/Nigeria und 46 in Ngoshe/Nigeria und 10 in Ashigashita/Nigeria und 15 in Agapalawa/Nigeria und 26 in Gava/Nigeria und 17 in Amuda/Nigeria und 12 in Halaghwa/Nigeria am 3. Juni, 25 in Daku/Nigeria am 15. Juni, 65 in Mpeketoni/Kenia am 16. Juni, 15 in Poromoko/Kenia und 24 in Damaturu/Nigeria am 17. Juni, 10 in Adamawa/Nigeria am 20. Juni, 40 in Koronginim/Nigeria am 21. Juni, 46 in Damboa/Nigeria und 17 in Ankpong/Nigeria und 11 in Witu/Kenia und 21 in Kabamu/Nigeria am 24. Juni, 30 in Kabamu/Nigeria und 16 in Naidu/Nigeria und21 in Dogon-Daji(Nigeria und 38 in Kobin/Nigeria und 24 in Abuja/Nigeria am 25. Juni, 13 in Bauchi/Nigeria und 32 in Senga/Nigeria am 27. Juni, 10 in Paa/Nigeria am 28. Juni, 10 in Kwadakau/Nigeria und 54 in Chibok/Nigeria am 29. Juni,  56 in Maiduguri/Nigeria am 1. Juli, 20 in Damboa/Nigeria am 4. Juli, 20 in Tana River/Kenia am 6. Juli, 10 in South Kordofan/Sudan am 7. Juli, 27 in Bambari/ZAR am 8. Juli, 11 in Zamadede/Nigeria und 27 in Borno/Nigeria am 14. Juli, 20 in Sabon Gari/Nigeria und 38 in Dille/Nigeria am 15. Juli, 50 in Kawo/Nigeria und 35 in Kaduna/Nigeria am 23. Juli, 15 in Garubulu/Nigeria am 24. Juli, 30 in Hong/Nigeria und 18 in Kolofata/Kamerun am 27. Juli, 23 in Talipao/Philippinen und 40 in Garkida/Nigeria und 37 in Xinjiang/China am 28. Juli, 997 in Gwoza/Nigeria und 10 in Zigague/Kamerun am 6. August, 31 in Doron Baga/Nigeria am 10. August, 14 in Yelwa/Nigeria am 11. August, 34 in Mbres/ZAR am 15. August, 35 in Gwoza/Nigeria am 24. August, 15 in Gambouru/Nigeria am 25. August, 14 in Borno/Nigeria am 30. August, 59 in Bama/Nigeria und 350 in Madagali/Nigeria am 1. September, 120 in Bama/Nigeria und 55 in Eggon/Nigeria am 2. September, 30 in Kawuri/Nigeria am 4. September, 100 in Gulak/Nigeria am 6. September, 60 in Michika/Nigeria am 7. September, 13 in Ngakobo/ZAR und 24 in Baza/Nigeria am 9. September, 25 in Ngom/Nigeria am 13. September, 20 in Tunari/Nigeria am 14. September, 33 in Fadan Karshi Daji/Nigeria am 16. September, 12 in Fadan Karshi Daji/Nigeria und 17 in Kano/Nigeria am 17. September, 36 in Mainok/Nigeria am 19. September, 10 in Xinjiang/China und 19 in Tourou/Kamerun am 21. September, 10 in Nasarawa/Nigeria am 23. September, 20 in Shaffa/Nigeria am 24. September, 12 in Makurdi/Nigeria am 27. September, 40 in Michika/Nigeria am 29. September (…) 13 in Bachit/Nigeria und 70 in Michika/Nigeria am 3. Oktober, 27 in Bachi/Nigeria am 9. Oktober, 22 in Maralbeshi/China am 12. Oktober, 10 in Sabon-Gida/Nigeria und 26 in Ben/Kongo am 16. Oktober, 22 in Eringeti/Kongo am 17. Oktober, 31 in Wukari/Nigeria am 19. Oktober, 30 in Yamale/ZAR und 17 in Mafa/Nigeria am 23. Oktober, 17 in Borno/Nigeria am 26. Oktober, 24 in Uba/Nigeria am 28. Oktober, 12 in Ouallam/Niger und 14 in Kampi ya Chul/Kongo am 30. Oktober, 12 in Gabon Sari/Nigeria am 2. November, 32 in Potiskum/Nigeria am 3. November, 10 in Nafada/Nigeria am 4. November, 21 in Malam Fatori/Nigeria am 5. November, 11 in Azare/Nigeria am 7. November, 33 in Libyabo/Nigeria am 8. November, 58 in Potiskum/Nigeria am 10. November, 16 in Gwosa/Nigeria am 13. November, 12 in Chibok/Nigeria am 14. November, 13 in Azere/Nigeria am16. November, 45 in Azaya Kura/Nigeria am19. November, 56 in Doron Baga/Nigeria und 56 in Doron Baga/Nigeria und 50 in Beni/Kongo am 20. November, 28 in Mandere/Kenia am 22. November, 50 in Damasak/Nigeria und 20 in Chibok/Nigeria und 45 in Beni/Kongo am 24. November, 78 in Maiduguri/Nigeria am 25. November, 40 in Mubi/Nigeria am 27. November, 120 in Kano/Nigeria am 28. November, 40 in Shani/Nigeria am 29. November, 55 in Bama/Nigeria am 30. November, 47 in Damaturu/Nigeria und 22 in Maiduguri am 1. Dezember, 36 in Koroma/Kenia am 2. Dezember, 11 in Lassa/Nigeria am 3. Dezember, 24 in Bajoga/Nigeria am 4. Dezember, 13 in Uri/Indien am 5. Dezember, 10 in Ashaka/Nigeria am 6. Dezember, 36 in Beni/ZAR am 7. Dezember, 10 in Maramag/Philipinen am 9. Dezember, 13 in Gajigana/Nigeria am 10. Dezember, 33 in Gumsuri/Nigeria am 14. Dezember, 10 in Cross Kawa /Nigeria am 15. Dezember, 10 in Sabon Gida/Nigeria am 17. Dezember, 50 in Gwoza/Nigeria am 20. Dezember, 20 in Gombe am 22. Dezember, 30 in Mozogo/Kamerun und 10 in Tattaura/Nigeria am 27. Dezember, 15 in Kautikari/Nigeria am 29. Dezember. 

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Time am 23. April 2010

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1) http://aro1.com/
2) http://aro1.com/wordpress/entstehung-islam/#comment-4212