Posts Tagged ‘Berthold Kohler’

Es kann nur eine geben

14. Dezember 2018

Berthold Kohler gelang es, bei „FAZ.NET“ einen tendenziell counterjihadischen Kommentar unterzubringen (1).

Was er nicht versteht: Unsere gekauften polit-medialen Eliten wollen die mohammedanistisch-jihadistische Parallelgesellschaft gar nicht verhindern.

Sie wollen sie vielmehr zur Leitgesellschaft und schließlich globalen und totalen Ork-Gesellschaft machen (Die Erde wird dann seltsamerweise nach der Ansicht einiger Orks auf einer Fläche ruhen und dort einen Schatten werfen wie eine Murmel auf dem Tisch, s.o.).

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Das ist deutsche Hybris

Kann es uns wirklich besser als Franzosen, Briten und Spaniern gelingen, die Ausbreitung von integrationsunwilligen Parallelgesellschaften zu verhindern?

In Straßburg, so hieß es am Freitag, „kehrte wieder etwas Normalität ein. Der Weihnachtsmarkt wurde wiedereröffnet.“ Normalität? Es ist gut, dass das Leben auch nach der jüngsten Bluttat weitergeht und die Straßburger und ihre Besucher nicht in ihren Häusern oder Hotels bleiben. Diesen Triumph dürfte man den Tätern nicht gönnen, weil er potentielle Nachfolger dazu einlüde, ihn noch länger auszukosten. Doch leider ist es den Attentätern vom Berliner Breitscheidplatz und von Straßburg gelungen, die Freunde von Weihnachtsmärkten nicht länger nur an Glühwein und Lebkuchen denken zu lassen. In die Bilder im Kopf drängen sich inzwischen auch Mörder und Lastwagen, die ein kitschiges, aber friedliches Feiern in blutige Infernos verwandeln. In den Dunst von gebrannten Mandeln und Kartoffelpuffern mischt sich der Geruch von Unsicherheit, mitunter gar von Angst.

Deutsche Politiker sollten es daher dem französischen Präsidenten gleichtun und auch über einen Christkindmarkt gehen, schon um dort Flagge zu zeigen. Bei solchen Gelegenheiten kann man mit Bürgern ins Gespräch kommen, die sich seit der Masseneinwanderung vor drei Jahren fragen, ob „Wir schaffen das“ wirklich schaffbar ist.

Die Skepsis bezog sich schon damals nicht allein darauf, dass ein solcher Andrang von der Begrüßung bis zur möglichen Abschiebung gesetzeskonform zu bewältigen sei. Die größere, weil weiter in die Zukunft blickende Sorge lautete: Gelingt es uns, eine sehr große Zahl von Migranten aus aller Herren Länder so schnell und gut zu integrieren, dass bestehende Parallelgesellschaften nicht vergrößert oder gar neue gegründet werden?

Dass man daran Zweifel haben kann, ja muss, zeigen auch der Fall und der Hintergrund des Attentäters von Straßburg. Er ist ein weiteres Beispiel für einen Angehörigen einer modernen „lost generation“, die sich von ihrem Geburtsland abgewandt hat oder sich ihm gar nicht erst zuwandte – einer Generation, die sich gar nicht integrieren will. Dieses Phänomen ist nicht nur in Frankreich zu beobachten. Wir Deutsche aber wollen beim Integrieren von Einwanderern alles so viel besser wissen und machen als Franzosen, Briten und Spanier? Wo uns das schon bei den „Gastarbeitern“ nur höchst unzureichend gelang? Das ist deutsche Sozialpädagogenhybris. Man kann Warschau, Prag und Budapest in der Migrationspolitik manches vorwerfen – aber nicht, dass man dort so vermessen wäre wie in Berlin.

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Time am 14. Dezember 2018

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1) https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/anschlag-in-strassburg-das-ist-deutsche-hybris-15942294.html

Donni schafft das schon

15. April 2018

Die Westmächte einschließlich der deutschen Regierung stellen sich hinter die amerikanischen Militärschläge gegen das syrische Regime, das den naziranischen Judenhassern zuarbeitet.

Dennoch stellt Berthold Kohler Präsident Trump als einen unberechenbaren Irren dar und ruft kaum verschleiert zu seinem Sturz auf (1). Sein Text zeigt hervorragend die blinde deutsche Überheblichkeit, die uns so oft Unglück gebracht hat.

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Amerikanischer Syrien-Einsatz

Ein Präsident zum Fürchten

Den Militärs dürfte es zu verdanken sein, dass der Vergeltungsschlag kühl kalkuliert ausgeführt wurde. Das Pentagon ist in der Trump-Administration zur letzten Bastion der Vernunft geworden.

Unberechenbarkeit kann es auch aus Berechnung geben. Rationale Strategien können, nicht erst seit Erfindung der Atombombe, auf Elemente der Irrationalität angewiesen sein. Die Geschichte ist voller Beispiele, wie Staatsmänner ihre Ziele verfolgten und erreichten, indem sie jene, die ihnen dabei im Wege standen, im Unklaren über ihre wahren Absichten, Maßnahmen und Mittel ließen oder sie sogar mit List und Tücke darüber täuschten.

Daher ist es auch kein Wunder, dass es immer noch den – zunehmend verzweifelten – Versuch gibt, in der Politik des amerikanischen Präsidenten eine strategische Linie zu erkennen. Denn Donald Trump stiftet mehr Verwirrung bei Feind und Freund als Putin, Erdogan und Kim Jong-un zusammen. Wenn hinter Trumps erratischem Agieren eine geheime Unberechenbarkeitsstrategie stünde, wäre er ein Meisterstratege. Seine Außenpolitik ist alles andere als vorhersehbar, das zeigte das erste Jahr seiner Amtszeit auf fast allen internationalen Feldern, die er streifte. Ob es um die Handelsbeziehungen, die Nato, das Verhältnis zu Russland oder Syrien geht: Trumps politische Ausflüge in die weite Welt jenseits seiner Golfplätze und Spielcasinos gleichen einer Mischung aus Geister- und Achterbahnfahrten mit Mehrfachloopings.

Das dabei entstandene Schleudertrauma sucht mancher Beobachter immer noch mit der Hoffnung zu lindern, hinter Trumps Schlingerkurs könne doch irgendwie ein Masterplan stehen, der so genial ist, dass ihn schlicht kaum einer erkennt. Und gelegentlich trifft ja auch ein blinder Hahn mit seinen Marschflugkörpern das Richtige. Doch kann selbst die Erklärung der Bundeskanzlerin, der schließlich von Frankreich und Großbritannien mitgetragene Militärschlag gegen Syrien sei „erforderlich und angemessen“ gewesen, nicht die Fassungslosigkeit überdecken, mit der nicht allein in Europa Trumps Wendemanöver im Porzellanladen der internationalen Politik verfolgt werden.

Die Welt hat es mit einem amerikanischen Präsidenten zu tun, der oft den Eindruck vermittelt, dass er nicht wirklich weiß, was er tut oder jedenfalls damit anrichtet. Die einzige Konstante, die sich fast in allen Handlungen und Tweets Trumps erkennen lässt, ist die Sucht nach Beifall. Bleibt der aus, preist dieser unbeherrschte Narziss im Präsidentenfell sich selbst, was einen Sermon des peinlichsten Selbstlobes hervorbrachte. Von der Wahrheit lässt Trump sich dabei nicht aufhalten. Berater und Minister, die sich nicht an diesem Personenkult beteiligen wollen oder deren Erfahrung und Kompetenz dem Herrn im Weißen Haus zeigen, was für ein politischer Dilettant er ist, werden von ihm im Stil seiner früheren TV-Show gefeuert. Über Kritiker zieht Trump öffentlich her wie ein Halbstarker, dem jemand ans Mofa pinkelte.

Mit so gut wie jedem Tweet belegt Trump, dass er schon aus Gründen seiner Persönlichkeit ungeeignet ist für das mächtige Amt, das er bekleidet. Nicht nur den Vereinigten Staaten selbst bringt so ein Mann mehr Schaden als Nutzen. Niemand auf der Welt hat so große Möglichkeiten, Unheil anzurichten, wie der amerikanische Präsident. Dazu muss man nicht erst an den Atomkoffer erinnern. In Trumps Twitter-Präsidentschaft verwandelt Amerika sich allmählich aus einer globalen Ordnungsmacht, die, wenn auch nicht immer, für Stabilität in der Welt stand, in einen Risikofaktor. Trump gab den Pazifik frei für Chinas Machtphantasien (oder nun doch nicht?), stürzte die osteuropäischen Verbündeten in Existenzängste (ohne es natürlich so zu meinen) und lud mit seiner Ankündigung, aus Syrien abzuziehen, das „Tier“ Assad geradezu dazu ein, den Gashahn wieder aufzudrehen. Moskau verlegte seine Kriegsschiffe aus den syrischen Häfen auf hohe See, weil auch der Kreml nicht weiß, ob Trump Putin gerade wieder für seinen besten Freund hält oder seinen schlimmsten Feind. Das scheint weitgehend von der jeweiligen Nachrichtenlage zu den Ermittlungen wegen der „Russian Connection“ abzuhängen und, wie in anderen Fällen, vom Letzten, was Trump auf „Fox News“ sah.

Europa muss auf die „checks and balances“ hoffen

Trump ist, was sich früh angedeutet hatte, ein Präsident zum Fürchten geworden, auch und gerade für die Verbündeten. So unvorstellbar das einst war: Die Europäer müssen inzwischen nicht nur darüber nachdenken, wie sie Putin davon abhalten, noch mehr Unsicherheit und Instabilität zu verbreiten, sondern auch, wie ihnen das beim Präsidenten der (ehemaligen) Führungsmacht des Westens gelingt. In Syrien stoßen zwei aus unterschiedlichen Gründen gefährliche Männer aufeinander, um von den ebenfalls mitmischenden Kriegsherrn der Erdogan- und Ajatollah-Klasse zu schweigen.

Im Falle Trumps bleibt den Europäern nicht viel anderes übrig, als auf die „checks and balances“ im amerikanischen Verfassungsgefüge zu setzen – und auf den Verstand sowie die Erfahrung des von Trump und seinen unerschütterlichen Anhängern verhassten „Establishments“. Das Pentagon ist nun selbst für Kritiker, die es bisher als das wahre Reich des Bösen ansahen, zur letzten Bastion der Vernunft in der Trump-Administration geworden. Den Militärs dürfte es zu verdanken sein, dass der Vergeltungsschlag kühl kalkuliert ausgeführt wurde. Wie lange Verteidigungsminister Mattis sich halten kann, ist angesichts Trumps Hire-and-fire-Mentalität freilich ungewiss. Aus seiner direkten Umgebung verbannt der Präsident nach und nach jene, die ihm widersprechen oder ihm die Schau zu stehlen drohen. An ihre Stelle treten Speichellecker und, was schlimmer ist, Scharfmacher.

Darauf haben die Europäer keinen Einfluss – auf die Rolle, die sie selbst in der Weltpolitik spielen, jedoch schon. Das selbstsüchtige Kind im Oval Office zwingt auch Deutschland dazu, außenpolitisch endgültig erwachsen zu werden. Man wird so schnell nicht erleben, dass die Deutsche Marine Flugzeugträger bekommt und die Luftwaffe Marschflugkörper. Doch die im Angesicht des real existierenden Trumpismus von der Bundeskanzlerin und vom Bundespräsidenten erklärte Bereitschaft Deutschlands, mehr Verantwortung in der Welt zu übernehmen, wird sich auch nicht nur darauf beschränken können, ganz besonders würdevoll zu applaudieren, wenn an Stelle des amerikanischen Welt-Sheriffs die französischen und britischen Hilfspolizisten die gefährliche Arbeit übernehmen, die auch in Zukunft getan werden muss, weil Despotie und Tyrannei sich wieder ausbreiten. Auf den Gebieten der „soft power“, die nicht unterschätzt werden sollte, hat Deutschland sich schon zu einer Supermacht entwickelt. Doch wer will, dass Europa auch zu einem ernstzunehmenden sicherheitspolitischen Faktor in der Welt wird – was auch ohne Trump nötig wäre, mit ihm aber mehr denn je – darf sich auf Dauer auch nicht aus der Lastenteilung bei den in mehrfacher Hinsicht harten Aufgaben ausklinken. Den Grundwiderspruch der deutschen Außenpolitik, hohe moralische und humanitäre Ansprüche zu haben, aber nur eine geringe Bereitschaft, sie im Notfall auch „robust“ durchzusetzen, löst man jedenfalls selbst dann nicht mit unbewaffneten Aufklärungsflügen auf, wenn sie einem das ganze Elend zeigen.

Syrien stellt, so entsetzlich es dort zugeht und auch trotz der Flüchtlingsproblematik, nicht die größte strategische Herausforderung für Deutschland dar. Dieser Rang kommt, wenn man auf Europa blickt, dem sich verschärfenden Konflikt mit Putin zu und, global betrachtet, dem Aufstieg Chinas. Trump ist in dem schweren Wetter, das im Osten aufzieht, keine Hilfe – er ist die berüchtigte „loose cannon“, die Löcher in die Bordwand zu schlagen droht. Für den, der es schafft, diesen Mann zu bändigen, wäre selbst der Friedensnobelpreis eine zu geringe Belohnung.

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Time am 15. April 2018

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/kommentar-ein-praesident-zum-fuerchten-15542104.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

„Wir schaffen das“ ist OUT

24. Dezember 2016

muslima-merkel

Muslima Merkel

„FAZ.NET“ brachte vorgestern einen hellsichtigen Kommentar von Berthold Kohler (1).

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Wehrhaft sein im Angesicht des Terrors

Die Zeiten, in denen die Parteien sich hauptsächlich dem Verteidigen von alten Dogmen und Glaubenssätzen widmen konnten, sind vorbei.

Der polizeibekannte „Gefährder“, der jetzt verdächtigt wird, den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verübt zu haben, ist noch auf freiem Fuß. Dennoch mischt sich in die Erschütterung nach der Tat im Koalitionslager ein Quentchen Erleichterung: Wenigstens war es (mutmaßlich) keiner, der mit der Flüchtlingswelle ins Land kam! Denn dann wäre der oft schon in Wut übergegangene Unmut jener, die Merkels ursprüngliche „Willkommenspolitik“ für verfehlt und gefährlich hielten und halten, nur noch schwer zu zähmen – mit allen Folgen, die das haben könnte.

Doch die Beschwichtigungsversuche, die auch im konkreten Fall wieder unternommen werden, um die Brandmauer rund um die Flüchtlingsfrage zu stabilisieren, sind nicht durchgehend dazu geeignet, die Sorgen der Leute zu verringern. Die kümmert nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft: was aus Migranten werden kann, über die man in der Masse viel weniger weiß als über den flüchtigen Tunesier. Auch er war als Asylbewerber nach Europa gekommen.

In Deutschland schlüpfte er durch alle Maschen und mauserte sich offenbar unter den Augen der Behörden zum islamistischen Terroristen. Die allermeisten Migranten, die 2015 nach Öffnung der Grenzen nach Deutschland einreisten, haben mit solchen Tätern und Taten, vor denen sie flüchteten, nichts gemein. Doch kamen nicht nur Heilige. Es kamen auch von Krieg und Gewalt geprägte Männer, Kriminelle und in mehr oder weniger engem Kontakt zur islamistischen Internationale stehende Muslime, die, so noch nicht geschehen, radikalisiert und für den Dschihad rekrutiert werden können. Wohin das führen kann, zeigte nun auch der Massenmord auf dem Breitscheidplatz, der so ungeschützt war, als hätte es Nizza nie gegeben. Weil man in Berlin, das so weltoffen und freundlich zu Flüchtlingen ist, nichts Böses zu befürchten hatte?

Diese oft den Resten ideologischer Träumereien geschuldete Abwendung von der Wirklichkeit muss in der deutschen Politik, ob auf lokaler oder nationaler Ebene, endlich aufhören. Der islamistische Terrorismus verschont Deutschland nicht. Er wird sich auch hier aller Mittel und Menschen bedienen, die er erreichen kann. Die deutsche Demokratie muss im Angesicht des Terrors ihre Wehrhaftigkeit beweisen. Die Zeiten, in denen sich die Parteien hauptsächlich dem Verteidigen von alten Dogmen und Glaubenssätzen („Wir schaffen das“) widmen konnten, sind vorbei.

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Time am 24. Dezember 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/anschlag-in-berlin/wehrhaft-sein-im-angesicht-des-terrors-ein-kommentar-zum-anschlag-von-berlin-14588058.html

FAZ: Multikulti ist gescheitert

24. August 2016

German Torks

Sich dem Land gegenüber loyal zu verhalten, in dem man lebt und das einen ernährt, ist eine Selbstverständlichkeit. Nicht so für die mohammedanistischen Torks in Deutschland, die sich nur Pille-PAllah gegenüber loyal verhalten, und die deshalb eine Extra-Ermahnung von der Bundeskanzlerin brauchen. Lesen Sie einen Kommentar von Berthold Kohler von „FAZ.NET“ (1).

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Merkels Aufruf

Loyal bis auf den Pass?

Der Multikulturalismus ist gescheitert. Ein Mythos der Ausländer- und Integrationspolitik aber lebt weiter. An ihm will auch die Kanzlerin nicht rühren.

„Von den Türkischstämmigen, die schon lange in Deutschland leben, erwarten wir, dass sie ein hohes Maß an Loyalität zu unserem Land entwickeln“ – ein solcher Satz aus dem Munde einer Bundeskanzlerin hätte noch vor zwei Jahrzehnten zu einem weit größeren Aufschrei geführt, als er jetzt zu hören ist. Selbst die Forderung, Kinder mit ausländischen Wurzeln sollten möglichst schnell und gut Deutsch lernen, galt damals in linken Kreisen als kryptofaschistische Menschenrechtsverletzung. Denn seinerzeit sollte das den Gesellschaftsingenieuren allzu deutsche Wesen noch am Multikulturalismus genesen.

Dessen Scheitern ist inzwischen in allen größeren deutschen Städten zu besichtigen. Viele Irrungen und Wirrungen in der Ausländerpolitik und eine Leitkulturdebatte später scheint sich endlich die Ansicht durchgesetzt zu haben, dass die entstandenen Parallelgesellschaften nicht dadurch am Wachsen und Verfestigen gehindert werden können, dass sich die autochthonen Deutschen an die dort herrschenden Gesetze und Gebräuche anpassen. Die unvermeidlich mit der Einwanderung einer großen Zahl von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen verbundenen Probleme und Konflikte sind vielmehr nur dann bewältigbar, wenn die Migranten die Grundwerte und Grundregeln des deutschen Gemeinwesens akzeptieren. Wer das nicht will, der hat in Deutschland nichts zu suchen, insbesondere dann nicht, wenn hinter dieser Weigerung eine Verachtung des westlichen Wertegebäudes oder gar seine aktive Bekämpfung stehen.

Die Loyalitätserwartung der Kanzlerin wird, schon weil auch mancher deutsche Politiker eine entsprechende Prüfung fürchten müsste, keine praktischen Folgen haben. Merkels Satz ist aber ein weiteres, richtiges Zeichen dafür, dass dieser Staat von seinen Eingebürgerten mehr verlangt, als nur auf dem Papier Deutsche zu sein. Einem Stück Papier werden in der Integrationspolitik jedoch noch immer magische Kräfte zugesprochen: dem deutschen Pass – aber nur dann, wenn er von einem ausländischen Pendant begleitet wird. Die CSU, die nicht an den Zauber des „Doppelpasses“ glaubt, verlangt seine Abschaffung. Eher aber gehen SPD, Grüne und Linkspartei zusammen durch ein Nadelöhr, als dass sie auch noch vom Glauben an diesen Mythos lassen. Und auch Merkel will es in der Loyalitätsfrage wohl nicht übertreiben, weder in der Koalition noch bei den Türkischstämmigen.

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Time am 24. August 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/merkels-aufruf-loyal-bis-auf-den-pass-14402737.html

Autoritär und völkisch? Ja, nazislahmisch!

10. Juni 2016

Ratze Fuhrergan

Auf „FAZ.NET“ windet sich Berthold Kohler in einem eigentlich treffenden Kommentar (1) um die eigentlichen Terminus herum, der lautet: Nazis!

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Erdogans Übergriffe

Auf dem Weg nach Erdoganistan

Für den türkischen Staatspräsidenten sind die türkischstämmigen Abgeordneten im Bundestag nicht Vertreter des deutschen Volkes, sondern Verräter des türkischen. Klarer konnte Erdogan den autoritären und völkischen Charakter seiner Politik nicht präsentieren.

Wenn der türkische Staatspräsident auch in Deutschland so könnte, wie er wollte, dann wäre wohl klar, was als Nächstes folgte: die Aufhebung der Immunität der Bundestagsabgeordneten, die Erdogans Meinung nach „schlechtes Blut“ haben. Danach drohte ihnen Strafverfolgung, so wie jetzt den 148 hauptsächlich kurdischen Abgeordneten in der Türkei, die dem Staatsoberhaupt im Weg sind bei der Verwandlung seines Landes in ein Erdoganistan. Denn das knappe Dutzend türkischstämmiger Abgeordneter im Bundestag folgte nicht den Erwartungen, Befehlen, Verunglimpfungen und Morddrohungen, die sich vor und nach der Bundestagsresolution zum Völkermord an den Armeniern über sie ergossen und immer noch ergießen.

Für Erdogan und seine Gefolgsleute in Politik und Medien sind diese Abgeordneten nicht Vertreter des deutschen Volkes, sondern Verräter des türkischen. Klarer konnte Erdogan den autoritären und völkischen Charakter seines Regimes nicht machen.

Es war höchste Zeit, dass diese Übergriffe entschiedener zurückgewiesen wurden als von der Bundeskanzlerin, die nach der ersten Hasswelle aus der Türkei nur gesagt hatte, sie halte die Vorwürfe aus Ankara „für nicht nachvollziehbar“. Nicht nachvollziehbar waren schon die ersten Entgleisungen Erdogans allenfalls dann, wenn man in Erdogan einen berechenbaren, kühl kalkulierenden Politiker sehen will (oder muss), der auf die Welt mit den Augen eines pragmatischen Westlers blickt. Doch kann man immer weniger davon ausgehen, dass das so ist. Erdogan verhält sich zunehmend wie ein Autokrat, der eine bestimmte Vorstellung von Staat und Volk hat und diese mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verwirklichen sucht. In Erdogans Fall ist das nicht die Utopie von einer offenen, säkularen Gesellschaft.

Und diese Vorgänge sollen, wie mancher Politiker wohl auch zur Selbstberuhigung sagt, gar nichts mit dem Flüchtlingsabkommen zu tun haben? Schon die leere Regierungsbank bei der Abstimmung im Bundestag widerlegte diese Behauptung. Die Lage in der Ägäis hängt davon ab, ob Erdogan die Vorteile sehen kann und will, die ihm ein gutes Verhältnis mit der EU (und Deutschland) bringt. Die Optimisten hoffen, dass Erdogans Entgleisungen „nur“ etwas übertriebener Theaterdonner sind. Die EU sollte sich jedoch auch für den Fall wappnen, dass sich die Pessimisten wieder einmal als die größeren Realisten herausstellen.

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Time am 10. Juni 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kommentar-auf-dem-weg-nach-erdoganistan-14278621.html

Potentatenregime Torkei

12. April 2016

Didi2

Didi Hallervorden hat das einzig Richtige getan, nämlich sich mit einem deutschen Bürger solidarisiert, den Obertork Ratze Fuhrergan tot sehen will. Deshalb ist die Headline der FAZ oben eine dumme Gemeinheit und Verrat an unserer offenen Gesellschaft.

Berthold Kohler indessen hat heute bei „FAZ.NET“ der Ernst der Lage und das Wesen des aufziehenden torkischen Faschismus erkannt (1).

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Das ist keine Satire, das ist bitterer Ernst

Auch der Fall Böhmermann-Erdogan zeigt überdeutlich, was für einen Potentaten und was für ein Regime die EU nach dem Willen der Kanzlerin zum Hüter ihrer Grenze gemacht hat.

Um, wenn das tatsächlich die Absicht gewesen sein sollte, die Grenzen der Kunst zur Schmähkritik auszuloten und sie einem Publikum vorzuführen, dem die Bestimmung derselben offenkundig immer schwerer fällt, hat der Satiriker Jan Böhmermann einen ausgedehnten Tauchgang in einer Jauchegrube unternommen. Schon sein öffentlich-rechtlicher Sender, das ZDF, das sich „den publizistischen, ethisch-moralischen und gesellschaftlichen Standards und rechtlichen Vorgaben der Sachlichkeit, Objektivität, Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Fairness verpflichtet“ sieht, bekam danach das Nervenflattern und strich das „Schmähgedicht“ über den türkischen Präsidenten Erdogan aus dem Programm und der Mediathek. Auch die Kanzlerin ahnte wohl, dass Böhmermanns Provokation nicht nur in Deutschland funktionieren würde („Je suis Böhmermann!“), sondern auch in der Türkei („Beleidigung aller 78 Millionen Türken!“).

Auch Merkels Versuch, durch eine Distanzierung von Böhmermanns Werk der absehbaren Eskalation der Affäre vorzubeugen, scheiterte jedoch. Hierzulande muss die Kanzlerin nun mit dem Verdacht leben, sie sei wegen der Abhängigkeit vom türkischen Wohlwollen in der Flüchtlingsfrage erpressbar. Erdogan aber ließ sich nicht mehr bremsen und zeigte Böhmermann gleich zweimal an, nun auch noch persönlich. Mit der zweiten Anzeige tat er der Regierung Merkel, die sich in einer innen- und außenpolitischen Zwickmühle befindet, fast schon wieder einen Gefallen. Auch wenn das Kabinett die Strafverfolgung Böhmermanns gemäß dem „Schah“-Paragraphen nicht erlaubt, könnte der Fall vor einem deutschen Gericht landen, wo er gut aufgehoben wäre. Dort und nur dort würde entschieden, ob der Fernsehmoderator eine Straftat begangen hat. Denn auch Satire darf im Geltungsbereich des Grundgesetzes nicht alles.

Unabhängig vom Ausgang der gerichtlichen Klärung zeigt auch dieser Fall überdeutlich, was für einen Potentaten und was für ein Regime die EU nach dem Willen der Kanzlerin zum Hüter ihrer Grenze gemacht hat. Ein stellvertretender türkischer Ministerpräsident wirft Böhmermann ein „schweres Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor; das ist ein Vorwurf, der zum ersten Mal in den Nürnberger Prozessen erhoben wurde. Der Generation Comedy muss man wohl sagen: Das ist keine Satire, das ist bitterer politischer Ernst.

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Time am 12. April 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/eskalation-einer-affaere-das-ist-keine-satire-das-ist-bitterer-ernst-14174812.html

Hallo! Ich bin’s, die Realität!

5. Januar 2016

Spaß in Kölln

Bei „FAZ.NET“ ist zumindest Berthold Kohler offenbar in der Realität des real existierenden Mohammedanismus angekommen (1).

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Mitten in Köln

Frauen kein Freiwild, keine rechtsfreien Räume, Härte gegenüber Straftätern: Nach den Übergriffen in der Neujahrsnacht überschlägt sich die deutsche Politik beim Feststellen von Selbstverständlichem. Die Lebenswirklichkeit deutscher Städte sieht leider oft anders aus.

Nun hat auch die Politik bemerken müssen, dass es in der Neujahrsnacht nicht nur zu den üblichen Silvesterexzessen kam. Nach den sexuellen Übergriffen in Köln und anderswo überschlagen sich Vertreter aller Lager beim Feststellen von Selbstverständlichem: Frauen seien kein Freiwild. In Deutschland dürfe es keine rechtsfreien Räume geben. Gegen die Täter müsse „konsequent“ vorgegangen werden, und zwar, das wird jetzt betont, unabhängig von Herkunft und Religion.

Das sieht unsere Rechtsordnung schon eine ganze Weile so vor. Die Lebenswirklichkeit deutscher Städte, nicht nur der ganz großen, stellt sich freilich leider oft anders dar. Dort schufen sich strikt der ausländischen Herkunft folgende Clans und Banden Räume, in denen die Gesetze dieser Republik nur noch wenig oder gar nicht mehr gelten, auch weil die Staatsmacht nicht mehr in der Lage oder willens ist, sie in diesen Milieus durchzusetzen.

Wenn sich solche Rechtlosigkeit aber auf der Domplatte, dem Präsentierteller von Köln, Bahn bricht, dann können Politik, Polizei und Justiz nicht mehr wegsehen. Sie können auch nicht mehr darüber hinweggehen, dass es sich bei den Tätern um junge Männer gehandelt haben soll, die „dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum“ stammen, wie die Kölner Polizei berichtete, die zunächst von „ausgelassener Stimmung“ gesprochen hatte. Denn solches Bemänteln würde den selbst in politisch gemäßigten Kreisen verbreiteten Verdacht verstärken, Politik und Medien verheimlichten von Einwanderern begangene Straftaten, um die Ablehnung, die der Flüchtlingspolitik der Koalition in der Bevölkerung entgegenschlägt, nicht noch zu vergrößern.

Tatsächlich fürchtet die Regierung und auch der größte Teil der Opposition nichts so sehr wie eine Radikalisierung der innenpolitischen Auseinandersetzung und eine Zunahme der Fremdenfeindlichkeit. Die jetzt erhobene Forderung nach Härte (auch) gegenüber ausländischen Straftätern, unter Umständen – man höre und staune – sogar bis zur Abschiebung, wird daher stets verbunden mit der Warnung vor einer Vorverurteilung aller Migranten. Das grenzt freilich auch schon an eine Vorverurteilung, diesmal der besorgten, aber doch noch denkenden und urteilsfähigen Deutschen. Die lassen sich nicht für dumm verkaufen. Sie kennen die Verhältnisse in ihren Städten. Diese als besser auszugeben, als sie sind, würde am Ende politisch alles nur noch schlimmer machen.

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Time am 5. Januar 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kommentar-mitten-in-koeln-13999029/voellig-enthemmt-die-13999035.html

 

FAZ goes PEGIDA

18. November 2015

Orks

Einen vorsichtigen und doch treffenden Kommentar wagte Berthold Kohler gestern für „FAZ.NET“ (1).

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Der trübe Blick

Die große Koalition warnt davor, die Themen Terrorismus und Migration zu verknüpfen. Beruhigend wirken solche Belehrungen freilich nicht. Sie werden als Verschleierungsversuche verstanden. Denn es gibt Zusammenhänge.

Es ist nicht überraschend, dass Politiker der großen Koalition in einer ans Verbieten grenzenden Tonlage davor warnen, die Themen Terrorismus und Flüchtlingskrise zu verknüpfen. Sie fürchten ein endgültiges Umschlagen der öffentlichen Stimmung. Die war schon vor dem Massaker in Frankreich äußerst angespannt. Die Selbstbegeisterung über die „Willkommenskultur“ ist in weiten Teilen der Bevölkerung der Sorge gewichen, dass Deutschland es nicht schaffe, mit den vielfältigen Herausforderungen durch die Masseneinwanderung fertig zu werden. Dazu zählt die Aufrechterhaltung der Rechtsordnung und der inneren Sicherheit. Gerade auf diesem Feld sah der deutsche Staat in den vergangenen Monaten jedoch am schwächsten und schlechtesten aus – so, wie man sich einen Staat besonders in Zeiten des Terrors nicht wünscht.

Es stimmt, dass viele Migranten, die nach Deutschland kommen, vor ebenjenem Ungeheuer flüchten, das hinter dem Massaker von Paris und vielen anderen unfassbaren Bluttaten steht. Und dass man ihnen Schutz gewähren muss. Doch kamen nicht nur vor Krieg und Vergewaltigung flüchtende Frauen und Kinder ins Land. Es kamen und kommen, vielfach unregistriert, auch Hunderttausende von jungen muslimischen Männern, und nicht alle von ihnen sind Pazifisten.

Bisher sollen keine Terroristen unter ihnen gewesen sein. Die Behörden berichten, dass Attentäter andere Wege bevorzugten. Das trifft in mehrfach beunruhigender Weise zu. Die islamistischen Terrororganisationen rekrutieren die Soldaten für ihren Weltkrieg neuen Typs zunehmend direkt im Westen – in jenen Parallelwelten, die offenkundig kaum zu kontrollieren sind, in Frankreich nicht und auch nicht in Deutschland. Der Zustrom von jungen muslimischen Männern wird diese Milieus, die schon jetzt zu viele „Gotteskrieger“ und ihre Unterstützer hervorgebracht haben, weiter anwachsen lassen. Die Gefahren, die vom „hausgemachten“ Terrorismus ausgehen, nehmen aber mit jedem jungen Mann zu, der den auch in Deutschland aktiven Werbern des militanten Islamismus auf den blutigen Leim geht.

Dem will die Koalition durch schnelle Integration und die Erziehung der Migranten zu Verfassungspatrioten vorbeugen. Das ist ein lobenswerter Versuch, denn tatsächlich wird der weltumspannende Kampf gegen den Islamismus am Ende nur in den Köpfen gewonnen werden können. Doch wird diese Gegenmissionierung unter den Bedingungen des Massenandrangs viel besser gelingen als in der Vergangenheit? Viel besser als in Frankreich?

Man muss es Deutschland wünschen. Dennoch bleiben Zweifel. Die treiben auch viele Bürger um – und hin zu jenen Parteien und Bewegungen, welche die Besorgten einsammeln. Die Mahnungen aus der großen Koalition, die Themen Terrorismus und Migration nicht zu vermischen, obwohl sie in vielfältiger Weise zusammenhängen, zielen darauf ab, diese politische Wanderungsbewegung und die Verschärfung der innenpolitischen Auseinandersetzung zu verhindern. Doch bewirken solche kontrafaktischen Belehrungen oft genug das Gegenteil. Sie werden als Versuche gewertet, die existierenden und erst recht die aufziehenden Probleme kleinzureden oder ganz zu bestreiten. Ein Kirchenpräsident forderte die Deutschen auf, sich in den gegenwärtigen Diskussionen „den Blick nicht trüben zu lassen“. Es ist klar, vor wem er warnte. Viele Bürger aber werden, wenn sie von Verschleierungsversuchen in der Flüchtlingsdebatte hören, zuerst an die große Koalition denken.

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Time am 18. November 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/kommentar-von-berthold-kohler-zur-fluechtlingspolitik-13916142.html

Wann fällt das Wort?

9. September 2015

Not only Muslims

Berthold Kohler äußert heute in seinem Leitartikel in der FAZ (1) leise Zweifel an dem Plan des Vorsitzenden der Schariapartei Deutschlands, Siggi Pop, jedes Jahr 500.000 Mohammedanisten in unserer Heimat aufzunehmen.

Das sind doch viel zu wenig! Da bräuchten wir ja 3.000 Jahre, bis wir sie alle hier haben! Nein, nein, nein, unter 50 Millionen jährlich ist das einfach nicht machbar!

Stellen Sie sich mal die fantastischen Renten vor, die wir dann alle absahnen werden! Und die Spargelmengen, die wir verdrücken werden!

Berthold Kohler schreibt:

„In vielen Fällen gelingt das, in vielen aber nicht – weil auf beiden Seiten Illusionen herrschen und Fehler gemacht werden, aber auch, weil viele Migranten gar kein Interesse an Integration haben. Und das soll jetzt, wo Millionen kommen wollen und sollen, plötzlich alles ganz anders, alles viel besser werden?“

„Migranten“, „Migranten“, „Migranten“ – was für „Migranten“? Wann fällt das Wort? Wann nennt man die Sache endlich mal beim Namen? Es handelt sich um eine Invasion des NAZISLAHM!

Das Interesse der Mohammedanisten am Mohammedanismus wiederum soll, so hört man, tatsächlich größer sein als das Interesse an irgendetwas anderem!

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Im nationalen Freudentaumel

Integration ist kein einfaches Unterfangen. Merkel aber sagt: Wir schaffen das. Gabriel meint, Deutschland könne jedes Jahr eine halbe Million Flüchtlinge aufnehmen. Woher nehmen sie ihre Zuversicht?

Seit Angela Merkel zur heiligen Johanna der Flüchtlinge geworden ist, hat die SPD auch auf diesem Feld die Meinungsführerschaft verloren. Mehr internationale Solidarität als von der Kanzlerin verkündet und praktiziert ist nicht möglich. Der SPD blieb auch nach dieser Enteignung nur, Merkel gegen die Kritik aus der CSU zu verteidigen, die freilich abermals nicht so heiß serviert wurde, wie sie gekocht worden war. Angesichts der Vorgeschichte mit brennenden Asylantenunterkünften wollte in Berlin niemand den nationalen Freudentaumel über die neue deutsche Willkommenskultur bremsen, auf die viele so stolz sind, sogar Zeitgenossen, die bisher allenfalls stolz darauf waren, noch nie stolz auf ihr Land gewesen zu sein.

Gegen diese neue deutsche Glückseligkeit ist auch die SPD nicht gefeit. Vor allem den Leuten in ihren Reihen, die mit den praktischen Folgen zu kämpfen haben, wird aber langsam die Dimension der Herausforderung klar, deren Bezifferung Merkel bisher tunlichst vermieden hat. Hannelore Kraft bestätigt nun, „alle“ wüssten, dass es in diesem Jahr nicht bei 800.000 Flüchtlingen bleiben werde. Sie bezweifelt, dass die von der Koalition beschlossenen Ziele mit den eingeplanten sechs Milliarden Euro erreicht werden können.

SPD-Chef Gabriel dagegen glaubt, dass Deutschland auf Jahre hinaus jeweils eine halbe Million Flüchtlinge („vielleicht auch mehr“) aufnehmen könne. Warum hat er nicht gleich in der Tradition des deutschen Idealismus’ ausgerufen „Seid umschlungen, Millionen!“? Woher die Koalition ihre Zuversicht nimmt, bleibt rätselhaft. Natürlich könnte Deutschland noch viel mehr Ausländern als bisher schon Obdach gewähren. Aber kann es diese höchst heterogenen Völkerscharen, die aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen und Motiven kommen, auch zu braven Verfassungspatrioten, fleißigen Handwerkern und überzeugten Beitragszahlern machen? Zu Rettern unseres angeblich vor dem Untergang stehenden Sozialstaats, einer schon jetzt auseinanderstrebenden Gesellschaft und unserer brummenden Wirtschaft?

Die Erfahrung aus Jahrzehnten zeigt: In vielen Fällen gelingt das, in vielen aber nicht – weil auf beiden Seiten Illusionen herrschen und Fehler gemacht werden, aber auch, weil viele Migranten gar kein Interesse an Integration haben. Und das soll jetzt, wo Millionen kommen wollen und sollen, plötzlich alles ganz anders, alles viel besser werden?

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Time am 9. September 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/kommentar-von-berthold-kohler-zu-merkel-und-gabriel-13792104.html

Frustrierte Finger

24. September 2012

Es ist wieder Zeit für „die Finger“. Die mohammedanistischen Pogrome haben meine Fingerlager prall gefüllt.

In der heutigen FAZ verdichtete Berthold Kohler in seinem Leitartikel verschiedene Gedanken, die in den letzten Tagen in diesem Blog formuliert worden waren. Anders als er sehe ich jedoch nicht die Welt in viele Sphären auseinanderfallen sondern vielmehr nur in zwei: Die eine, die die Vernunft schätzt und vorwärts schaut und die andere, die dem Irrsinn huldigt und sich aus eigener Sicht in den letzten 1.400 Jahren stetig zurückentwickelt hat.

Dieser antagonistische Dualismus ist ganz anders als der globale Konflikt zwischen dem Westen und dem Kommunismus, denn wenn das kommunistische Individuum auch ein kollektivistisches war, so war es doch ein Individuum, das nach vorne schaute in eine bessere Zukunft. Der Kommunismus hat bei aller Grausamkeit, Schwäche und Misswirtschaft enorme Leistungen auf allen Gebieten menschlicher Zivilisation von der Wissenschaft bis zur Kunst vollbracht und die Menschheit reich beschenkt. Er zeigte oftmals hysterische Züge, aber er gründete vor allem auf Vernunft – weshalb die Politik des Gleichgewichts des Schreckens funktionieren konnte. Nichts von all dem zeichnet den Mohammedanismus aus, und so ist davon auszugehen, dass er mit einem sehr großen Knall von der Bildfläche verschwinden wird und leider nicht mit dem Winseln der Selbsteinsicht.

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Verschiedene Welten

Die in dieser Woche beginnende Generaldebatte werde mehr Stoff denn je haben, sagt UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: die Zeiten seien „tumultartig“. Da hat er zweifelsohne recht, auch wenn man sich fragen kann, wann es je anders zugegangen sein soll im internationalen Geschäft. Wegen ein paar Felsen im Meer führte selbst eine europäische Demokratie einmal einen Krieg. Der Nahe Osten ist nicht erst seit ein paar Tagen ein einziger Krisenherd. In den Diktaturen Afrikas zählten Menschenleben noch nie viel. Und doch plagt nicht nur Politiker das Gefühl, es gehe zu Beginn des dritten Jahrtausends noch chaotischer zu als früher. Die Meinung, es gebe immer weniger, was die Welt zusammenhält, ist weit verbreitet.

Schon die Globalisierung des ökonomischen Wettbewerbs erzeugt Ängste bei jenen, die sich von neuen Konkurrenten übertroffen sehen. Wirtschaftliche Kraft aber stützt und beflügelt, wie im Falle Chinas zu beobachten, Ambitionen zur Projektion politischer Macht, die wiederum bei anderen Bedrohungsängste nähren. Zu der Befürchtung, gewohnte Ordnungsstrukturen würden von Unsicherheit und Chaos abgelöst, trägt vor allem auch der Umbruch in der arabisch-islamischen Welt bei. Die (naive) Hoffnung, die „Arabellion“ verwandele Despotien in tausendundeiner Nacht in friedliebende Demokratien, mit denen man dann, wie zwischen Deutschen und Franzosen, über alles vernünftig reden könne, musste begraben werden. Der Aufruhr wegen des Mohammed-Videos hat abermals gezeigt, wie verschieden die Welten und Zeiten sind, die hier aufeinanderprallen. In Europa setzen Minister seit längerem nicht mehr Kopfgelder auf Menschen aus, die ihre Religion verunglimpft haben sollen.

Und doch sehen sich die Europäer nicht nur vor ihrer Haustür, sondern auch schon im eigenen Haus wieder mit radikalen Geisteshaltungen und totalitären Ideologien konfrontiert, die man auf diesem Kontinent für längst überwunden hielt, selbst wenn das nicht in jedem Fall stimmte. Auch im Zentrum der Debatte um das Mohammed-Video steht eine Machtfrage: Wer bestimmt, was (Meinungs-) Freiheit ist und wie weit sie reicht? Europa, das den Sonntagsreden nach auch deswegen eins werden will, um seine Werte in der Welt durchzusetzen, befindet sich auf diesem Feld derzeit auf dem Rückzug. Es mutet wie eine Ironie der Geschichte an, dass dieser auch noch im Namen der Vernunft angetreten wird.

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Kommentator Sophist X schrieb heute (1):

„’Die größte Beleidigung für eine Religion ist es, in ihrem Namen Gewalt auszuüben’, sagte er der „Bild“-Zeitung (Samstag). Damit relativiert der zitierte Innenminister (CSU…) das Ausmaß der Beleidigung einer Religion durch zum Beispiel einen angeblichen Film (von dem vermutlich bis auf den Trailer nichts existiert).Wenn nun, wie Friedrich (CSU) halluziniert, die Gewalt die größte Beleidigung wäre und nicht der angebliche Film, wo bleiben dann die noch wütenderen Proteste, die noch zahlreicheren Morde und Brandstiftungen als Reaktion auf diese ‚größte Beleidigung’?“ (2)

Das ist eine sehr interessante Frage, denn es kann kein Zweifel daran bestehen, dass das Abbrennen eines einem Gott geweihten Hauses und die Ermordung der Menschen, die ihn verehren, eine ungleich größere Beleidigung für diesen Gott ist, als wenn sich irgendwo irgendwer mal über ihn lustig macht.

Logischerweise muss auf eine Beleidigung eine harte Protestaktion folgen, zumindest sehen die Orks das so. Wenn dann noch ein pakistanisches Regierungsmitglied einen weltweiten Mordaufruf gegen einen unserer nach unseren Gesetzen unschuldigen Mitbürger ausspricht und ein hohes Kopfgeld aussetzt, wie müssten nach der Logik der Mohammedanisten die „Reaktionen und Demonstrationen“ der „zutiefst in ihrer Würde verletzten“ (3) Christen und anderen Westler aussehen?

Reicht die vollständige nukleare Zerstörung Islamabads da aus? Es muss ja auch bedacht werden, dass die Orks behaupten, sie würden Jesus verehren, obwohl sie Jesus nur fortwährend ihre Lügen in den Mund legen und solchermaßen unseren Heiland Tag für Tag schmähen. Sie behaupten, der Mohammedanismus integriere Juden- und Christentum und vollende diese, obwohl er für jeden Lesekundigen die primitive Antithese zu beiden Religionen ist. Ich könnte mir denken, dass diese ungeheuerliche Beleidigung, die von den Orks seit 1.400 Jahren ganz selbstverständlich Tag für Tag geäußert wird, auch mit der Vernichtung von Mekka, Teheran, Istanbul und vielleicht 10, 12 weiteren Ork-Städten nicht wirklich gesühnt wäre.

Dazu kommt das pausenlose Lügen. „islam. de“ (4):

„Einige Demonstranten hielten Deutschlandfahnen hoch und zeigten Bilder, auf denen Muslime und Christen gemeinsam religiöse Schriften lesen. Sie riefen: ‚Respekt für alle Religionen. Stoppt den Film, stoppt den Spott!’“

Nein, wie infam! Sie riefen nicht: „Stoppt die Gewalt, stoppt die Pogrome!“ Sie zeigen weltweit Tag für Tag vielmehr, dass sie überhaupt keinen Respekt vor Andersgläubigen haben. Sie haben auch keinen Respekt vor der demokratischen und egalitären Ordnung des Westens. Die gesamte Welt arbeitet an einem verbindlichen, allgemeingültigen Regelwerk, einer globalen Ethik. Nicht so die Orks. Sie wollen zwanghaft ihre religiösen Vorstellungen, die zugleich politische Vorstellungen sind, und die ihnen herrenmenschliche Vorrechte einräumen sollen, für alle zur Norm machen. Die Massai z.B. glauben, dass ihr Gott Engai ihnen alle Rinder der Erde geschenkt hat, weshalb sie alle anderen Rinderbesitzer für Diebe halten (5), aber sie sind wenigstens in Kenia/Tansania geblieben.

Stolz verkündet „islam.de“:

„Männer und Frauen liefen in jeweils eigenen Demonstrationszügen.“

Solchermaßen behaupten die Orks ihren Anspruch, die Geschlechterapartheid und Minderwertigkeitsfestsetzung der Frau, also Vorstellungen, die für uns unerträglich sind, auch bei uns durchzusetzen.

Sie betonen immer wieder, dass sie „friedlich“ demonstriert hätten, so als ob dies keine Selbstverständlichkeit wäre, was sie im Fall der Mohammedanisten tatsächlich leider auch nicht ist.

Nun sagen viele: „Ja, das kommt, weil der Westen ihr Selbstbewusstsein durch den Kolonialismus gekränkt hat, das kommt, weil die so arm und perspektivelos sind, da sind sie halt frustriert.“

Stopp! Früher hießen sie Mauren oder Barbaresken oder sonstwie, aber das war nur dem Namen nach etwas anderes als heute – es war damals Jihad, und es ist heute Jihad. Vielleicht waren die Orks damals weniger frustriert, weil sie ihrer Grausamkeit eher freien Lauf lassen konnten. Heutzutage zeigen wir ihnen, wo der Hammer hängt, und außer Pogromen kriegen sie nichts auf die Reihe. Sie sind frustriert, weil sie nicht mehr ungehindert morden können. Aber bitte, das ist ein langes Spiel. Wir hatten einen sehr langen Atem, und jetzt fahren wir die Ernte ein. 

Ob die Orks frustriert sind, interessiert uns letztlich nicht mehr, wir haben jetzt genug von ihnen. Jeder Kontakt mit ihnen ist unerfreulich und daher völlig überflüssig.

Die Orks sollten aber aufpassen, dass sie nicht zu frustriert sind. Zur Zeit sind sie hässlich und peinlich, aber wenn sie im Frust gefährlich werden sollten, könnten unsererseits mal mehr Leute als ein kleines Filmteam sehr beleidigt sein und versuchen, sie gemeinsam zu frustrieren – und zwar richtig!!!

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Time am 24. September 2012

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/23/totales-spottverbot/#comment-3678
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/23/totales-spottverbot/
3) http://www.islam.de/21142
4) http://www.islam.de/21142
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Massai#Religion

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https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/25/counter-funk/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/30/finger-zeigen-gegen-die-vernunft/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/01/finger-finger-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/03/vorsicht-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/06/unfunky-fingers/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/09/verfilzte-fingerfortsatze/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/13/an-den-fingern/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/16/fingerverbot/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/18/es-lebe-die-fingerpest/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/23/finger-der-finsternis/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/27/fingerreligion/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/29/„frische“-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/01/finger-fur-sie/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/04/von-den-fingern-nichts-neues/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/07/30/fingerfools/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/01/aus-den-fingern-gesaugt/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/04/fingerfanz/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/09/die-fanatischen-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/11/fingerfikher/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/20/verbrecherfinger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/09/14/neues-von-der-fingerfront/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/10/01/awful-anwar-the-finger-fuzzies/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/02/03/fiese-finger-fuchteln-viel/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/04/24/islam-ist-f-inger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/05/die-finger-der-faschisten/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/08/fantastillionen-von-fingern/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/17/flutschfinger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/05/24/feindliche-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/02/finger-der-verwechslung/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/05/fingerverruckt/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/16/aus-meinem-fingervorrat/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/21/voll-fette-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/29/forever-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/06/fingerfalle/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/20/verdammt-die-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/07/28/verliererfinger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/08/04/die-falschen-finger/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/08/12/fingerviecher/