Posts Tagged ‘Christiane Hoffmann’

Milieustudien #17: Immer dasselbe

22. Mai 2011

Al-Azhar-„Universität“, Kairo. Markiert sind die Gebäudespitzen, die jeweils ein Mond ziert: Hinweis auf den verborgenen Kern des Mohammedanismus, nämlich seine Herkunft und Verwurzelung im arabischen Mondkult und der Verehrung des menschenfressenden Mondgottes Hubal.

Christiane Hoffmann hat für die heutige FAZ Ahmed Al-Tayeb, den Scheich der Kairoer Al-Azhar-Universität interviewt. Wir erfahren, wer Schuld an der blutigen Verfolgung der Christen in Ägypten ist, nämlich die Amerikaner und Israelis. Es ist immer dasselbe, Schuld haben immer die anderen und vorzugsweise die Amerikaner und Juden. Das scheint bei den Orks so eine Art Gendefekt zu sein. Scharf ist folgender Spruch: „Muslime und Christen haben seit der Islamisierung vor 1400 Jahren friedlich zusammengelebt.“ Was hat man sich denn unter „Islamisierung“ vorzustellen? Eine Podiumsdiskussion?

_____

Der Groß-Imam in seinem Palast

Der Westen ist für uns kein Vorbild, sagt Ahmed Al-Tayeb,
Scheich der Kairoer Al-Azhar-Universität

Er ist so etwas wie der Papst der sunnitischen Muslime: der Groß-Imam der Kairoer Al-Azhar-Universität, der angesehensten religiösen Hochschule der arabischen Welt. Seit mehr als 1000 Jahren werden hier islamische Studien betrieben. Seit März vergangenen Jahres hat der 65 Jahre alte Ahmed Al-Tayeb das Amt des Groß-Scheichs oder Groß-Imams inne. Er residiert in einem modernen Palast auf einer Anhöhe in der Innenstadt von Kairo. Das Gespräch findet in der gediegenen Atmosphäre eines weitläufigen Empfangsraums statt, die Wände sind bis unter die hohe Decke mit Holz getäfelt. Steinmosaik ziert den Fußboden. Über der Freitreppe des Palasts prangt ein Zitat von Husni Mubarak. Die arabischen Lettern des Namenszugs sind getilgt worden, aber man kann ihren Abdruck im Stein noch lesen.

Al-Tayeb entstammt einer Familie von Geistlichen aus einem Dorf in der Nähe von Luxor, wo er wie ein Heiliger verehrt wird. Als Rektor der Universität trug er Anzug und Krawatte, jetzt, als Groß-Imam, empfängt er im langen Umhang und mit weißem Turban. Er gilt als moderat, vor allem in gesellschaftlichen Fragen. 2003 gab er das Amt des Groß-Muftis auf, weil er es, wie er sagt, „psychisch nicht ertragen konnte“, die von Mubarak vorgelegten Todesurteile zu unterzeichnen.

Die Al-Azhar-Universität ist heute nicht mehr nur eine religiöse Hochschule. Gelehrt wird an 62 natur- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Fast die Hälfte der 420 000 Studenten sind Frauen, zumeist werden sie von den Männern getrennt unterrichtet.

_____

FRAGE: Als Groß-Imam sind Sie von Mubarak ernannt worden. Wie haben Sie seinen Sturz erlebt?

ANTWORT: Im Namen Allahs, des Gütigen und Gnädigen. Der Sturz Mubaraks war Ausdruck des Willens des ägyptischen Volks, und Al-Azhar unterstützt den Willen des Volkes nach Veränderungen.

FRAGE: Gab es da keinen Loyalitätskonflikt?

ANTWORT: Nein. Sonst wäre ich zurückgetreten.

FRAGE: Wie beurteilen Sie das Gerichtsverfahren gegen Mubarak?

ANTWORT: Ich erwarte einen gerechten Prozess. Für Mubarak und die Vertreter des alten Regimes sollte die Unschuldsvermutung gelten. Und man sollte berücksichtigen, dass Mubarak lange Zeit viel für Ägypten getan hat. Er ist ein alter und kranker Mann. Man sollte Gnade vor Recht walten lassen.

FRAGE: Welche Rolle spielte Al-Azhar während der Revolution?

ANTWORT: Al-Azhar hat von Anfang an die legitimen Forderungen nach Freiheit und sozialer Gerechtigkeit unterstützt. Einige Angestellte waren auf dem Tahrir-Platz. Al-Azhar hat zwischen den Demonstranten und dem Staat vermittelt. Als erste Institution hat Al-Azhar die Getöteten als Märtyrer bezeichnet.

FRAGE: Einige Demonstranten haben Ihren Rücktritt gefordert, weil Sie dem alten Regime zu nahe standen.

ANTWORT: Ihre Argumente waren lächerlich. Darunter waren Leute, die selbst von Mubarak ernannt wurden.

FRAGE: Warum sollte der wichtigste Geistliche des sunnitischen Islam vom ägyptischen Staat ernannt werden?

ANTWORT: Das ist so Tradition. Und in der jetzigen kritischen Phase ist es besser, dass der Staat den Groß-Scheich ernennt. Prinzipiell bin ich nicht dagegen, dass er in Zukunft aus dem Kreis der Rechtsgelehrten gewählt wird.

FRAGE: Für die jungen Leute auf dem Tahrir-Platz spielte der Islam keine Rolle. Viele fordern einen säkularen Staat.

ANTWORT: Die muslimischen Staaten im Orient können nicht säkulare Staaten im Sinne des Westens werden. Die Religion ist in unseren Gesellschaften zu tief verwurzelt, als dass es eine totale Trennung zwischen Religion und Alltagsleben wie im Westen geben könnte. Das moralische und spirituelle Vakuum im Westen infolge der Säkularisierung hat viel Leid mit sich gebracht. Deshalb wollen wir die Säkularisierung im westlichen Sinn nicht.

FRAGE: Also eine islamische Demokratie?

ANTWORT: Wir sind weder ein säkularer noch ein religiöser Staat. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen, die von unserer Geschichte und Kultur ausgehen. Warum lässt der Westen uns nicht nach unseren Vorstellungen leben, warum erzählt er uns, dass wir nach seinem Vorbild einen säkularen Staat brauchen? Das westliche Wertesystem ist für uns im Orient kein Vorbild.

FRAGE: Sollte Paragraph 2 der Verfassung, der die Scharia zur Grundlage des Rechts in Ägypten macht, bleiben?

ANTWORT: Ich sehe darin kein Problem. Man sollte aber ergänzen, dass Nicht-Muslime nach den Gesetzen ihrer jeweiligen Religion leben. Der Glaube an eine Religion ist freiwillig. Aber der Glaube ist keine Privatangelegenheit. Er betrifft die Gesellschaft.

FRAGE: Sollte die Religionsfreiheit in der Verfassung verankert werden?

ANTWORT: Im Koran steht: Es gibt keinen Zwang in der Religion.

FRAGE: Dann müssten auch Muslime das Recht haben, sich vom Islam abzuwenden.

ANTWORT: Religion ist kein Kleid, das man jederzeit wechseln kann. Ob Muslimen, die sich vom Islam abwenden, die Todesstrafe droht, ist unter den Rechtsgelehrten umstritten. Ich bin nicht dieser Meinung.

FRAGE: Seit der Revolution gibt es immer mehr Übergriffe gegen Christen. Im Kairoer Stadtteil Imbada wurde eine Kirche niedergebrannt, es gab 15 Tote. Religiöse Würdenträger warnen vor der Gefahr eines Bürgerkriegs.

ANTWORT: Es wird nicht zu einem Bürgerkrieg kommen. Während der Revolution, als die Situation sehr unsicher war, gab es keine Feindseligkeiten gegen Christen. In dieser Zeit haben Muslime die Kirchen und Christen die Moscheen geschützt. Aber es gibt Spannungen zwischen Christen und Muslimen in Ägypten, die von interessierten Kräften innerhalb und außerhalb Ägyptens geschürt werden. Diese Spannungen haben keine Wurzeln in der ägyptischen Geschichte. Muslime und Christen haben seit der Islamisierung vor 1400 Jahren friedlich zusammengelebt.

FRAGE: Wer hat ein Interesse daran, die Spannungen anzuheizen?

ANTWORT: Der Westen will Chaos in Ägypten schüren. Was zur Zeit in der arabischen Welt passiert, in Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen, Bahrein, wird nicht nur in dieser Region gekocht, sondern auch außerhalb. Der Westen will die Länder der Region zerstückeln. Das sieht man am Beispiel Libyens.

FRAGE: Viele Ägypter glauben, die Unruhen würden von Kräften des alten Regimes angeheizt.

ANTWORT: Nein. An erster Stelle haben Israel und die Vereinigten Staaten kein Interesse an einem stabilen Ägypten. Leider gibt es aber auch unter Muslimen und Christen destruktive Kräfte.

FRAGE: Die Kopten beklagen, dass sie diskriminiert werden, schlechteren Zugang zu Universitäten, zu führenden Posten haben.

ANTWORT: Die Christen haben keinen Grund zur Klage. Sie können hohe Ämter im Staat einnehmen. In der jetzigen Regierung gibt es zwei koptische Minister. Offiziere, Diplomaten, Gouverneure sind Christen.

FRAGE: Wie viele Gouverneure sind Kopten?

ANTWORT: In dieser Übergangszeit ist das schwer zu sagen, viele Posten sind nicht besetzt.

FRAGE: Sie haben dem Papst Einmischung in die inneren Angelegenheiten Ägyptens vorgeworfen, als er sich besorgt über die Lage der Christen in Ägypten äußerte.

ANTWORT: Ich habe als Einmischung kritisiert, dass der Papst die ganze Welt dazu aufrief, die Christen im Orient zu schützen. Was würde man sagen, wenn ich die Welt dazu aufriefe, die Muslime im Westen zu schützen? Wenn ich fordern würde, dass sie in der Schweiz das Recht bekommen, Minarette zu bauen? Würde man das nicht auch als Einmischung ansehen? (Anm. T.: Es gab unlängst 15 Tote in Ägypten.)

FRAGE: Die Muslimbrüder haben eine Partei gegründet. Es wird erwartet, dass sie bei den Parlamentswahlen im September die stärkste Partei sein werden.

ANTWORT: Es ist gut, dass die Muslimbrüder jetzt die Freiheit haben, eine Partei zu gründen. Sie sind offen für Christen, ihr Vizepräsident ist ein Christ. Je weiter sie sich von der Ideologie der Muslimbrüder entfernen, desto größer sind ihre Aussichten auf Erfolg.

FRAGE: Viele Ägypter befürchten, dass jetzt eine Zeit der „fitna“, des Chaos, ausbricht.

ANTWORT: In dieser Übergangsphase gibt es Chaos und Tote in Ägypten. Aber in der Französischen Revolution dauerte das Chaos sieben Jahre.

FRAGE: Die Revolutionäre warnen davor, dass die Armee die Macht nicht abgeben wird.

ANTWORT: Möglicherweise wird die kritische Situation das Militär dazu zwingen, an der Macht zu bleiben. (Die Demokratie interessiert ihn also im Grunde nicht wirklich, T.)

FRAGE: Sehen Sie Ägypten auf einem guten Weg?

ANTWORT: Ich bin optimistisch, weil ich großes Vertrauen habe, dass Gott (Alla, T.) Ägypten nicht im Stich lässt.

_____

Den heulsusigen Ork-Spinner „Aggromigrant“ habe ich Ihnen schon vorgestellt (s.u.). Vor kurzem brachte er einen bemerkenswerten Aufsatz ins Netz, in dem er die Faulheit und Ich-Bezogenheit der heutigen Jugend und ausdrücklich auch der orkischen beklagte (1):

_____

Die verzweifelte türkische Mutter

Machen wir uns nichts vor. Es ist so, wie ich das immer sage. Wir (Türken/Araber/Muslime) müssen uns auch an die eigene Nase fassen. Wir müssen unseren Kindern das beibringen, was der Islam uns vorschreibt. Nämlich neben den religiösen Dingen auch das was man für das Leben mit anderen braucht. Dazu gehören Dinge wie Höflichkeit, Hilfbereitschaft und Toleranz, genauso wie Bildung, Lesen, Arbeiten (zumindest sind das die Dinge, die mir gerade einfallen). Auch ich habe in meinem Bekanntenkreis Leute, die die aufgezählten Eigenschaften oder Aufgaben nicht oder nur unzureichend besitzen oder machen. Was mich besonders zum Kotzen bringt ist die Ziellosigkeit von Jugendlichen. Ich weiß nicht, wie sich diese Jugendlichen ihr Leben vorstellen, vermute aber, dass sie diese Überlegungen nie gemacht haben. Bei den meisten scheint das Leben nur aus Party, Alkohol und Sex zu bestehen. Und damit sind nicht nur türkische oder arabische Jugendliche gemeint, sondern auch Deutsche. Die Jugend ist wohl, ob der vielen Möglichkeiten im Internet- und Handyzeitalter, derart damit beschäftigt ihr Leben wegzuwerfen, dass sie noch nicht mal 3 Tage im Voraus denken können. Fragt einfach mal auch deutsche Eltern. Die sind genauso unruhig.

Die Jugendlichen, mit denen ich rede oder besser auf die ich einrede, bekommen von mir nur eins zu hören: Guckt zu, dass Ihr einen Schulabschluss bekommt und eine Ausbildung startet oder studiert. Und dann erkläre ich ihnen, was sie dabei beachten müssen , wie sie das anstellen können und biete ihnen Hilfe bei Hausaufgaben und/oder größeren Hindernissen an. Die Resonanz ist natürlich überschaubar. Unsere Eltern hatten vielleicht nicht die Zeit uns zu erziehen, weil sie arbeiten mussten, doch es gibt keine Entschuldigung für Eltern in meinem Alter. Es geht um unsere Kinder und um deren Zukunft. Einige haben es wohl immer noch nicht kapiert.

Die folgende Geschichte einer türkischen Mutter aus der ersten Generation wurde mir von einem Freund erzählt, der die Familie kennt. Sie hat 4 Söhne – alle arbeitslos. Alle beziehen Hartz-4. Der Ehemann ist auch arbeitslos. Die einzige, die arbeitet ist die Mutter. Und sie kriegt die eigenen Kinder nicht dazu zu arbeiten. Dabei versucht sie alles was in ihrer Macht steht, sie davon zu überzeugen, etwas aus ihrem Leben zu machen. Sprechen wir nicht über die Ursachen, sprechen wir über das was die verzweifelte Mutter gemacht hat.

(Und jetzt kommt’s, T.:)

Sie ist zum Arbeitsamt marschiert und dort in ein Großraumbüro gestürmt. In gebrochenem Deutsch rief sie:

Sie sind alle Arschlöcher! Sie sind dumm! Alle hier dumm und Arschloch! Warum Sie bezahlen Arbeitslosen Geld? Die faul werden und nie arbeiten! Meine Kinder kein Geld mehr geben! Arbeit schicken!

Ob eine Kürzung von Hartz-4 Abhilfe schaffen kann weiß ich nicht, aber die Mutter sieht keine andere Möglichkeit mehr. Und dafür, dass diese 4 Pseudosöhne die eigene Mutter zur Verzeiflung gebracht haben, sollte man sie verjagen.

_____

Ich hingegen weiß sehr genau, dass die komplette Abschaffung der Sozialleistungen unser Mohammedanistenproblem schlagartig lösen würde.

Wie nett übrigens zu erfahren, dass wir dumm sind und A*schlöcher. Das ist aus Mohammedanistenmund allerdings keine neue Botschaft. Nun allerdings noch für die Faulheit und schlechten Manieren der männlichen Familienmitglieder, welche hemmungslos das deutsche Sozialsystem ausplündern, schuldig gemacht zu werden, ist doch der vorläufige Gipfel der Dreistigkeit und hat seine Entsprechung z.B. in Pakistan, wo Mädchen hingerichtet werden, wenn sie vergewaltigt wurden, die Gewalttäter jedoch straffrei ausgehen.

Es sind Details wie die aufgezeigten, die es zur an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit werden lassen, dass ein Verständnis der Orks für die Gegebenheiten der Realität, der Vernunft und des guten Benehmens niemals erzielt werden kann. Aus ihren Mündern hören wir dasselbe, dasselbe, dasselbe.

Bis sie endlich verschwunden sind.

_____

Time am 22. Mai 2011

_____

– https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/03/31/der-furchtlose-schwert/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/13/come-on-in-my-kitchen/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/01/22/milieustudien-10-wurm-mit-apfel/

1) http://www.aggromigrant.com/2011/05/17/die-verzweifelte-turkische-mutter/

Sie haben keine Chance

12. Februar 2011

Das Polizeipräsidium von Karachi
nach einem mohammedanistischen Gottesdienst

„Jeder Religion die gleiche Chance“, schmetterte die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (1) den FAZ-Lesern am 10. Februar entgegen (2), und ließ dieser Parole, die letztlich meint, dass der Scharia eine größere Bedeutung beigemessen werden müsse, einen Aufsatz folgen, der an Borniertheit wohl kaum zu übertreffen ist: „Über islamisches Recht müssen wir zunächst viel mehr wissen. Erst dann darf es vom Standpunkt des Rechts aus kritisiert werden.“ Die Entwicklung der letzten 30 Jahre hat Schnarre, tief verfangen im Labyrinth ihrer ideologischen Vorgaben, offenbar nicht mitbekommen. Was muss sie noch über die Scharia wissen (3), um feststellen zu können, dass sie mit unseren moralischen und philosophischen Überzeugungen nicht vereinbar ist? Heplev gestern (4):

„Das Oberste Gericht wies gestern Distriktbeamte in Shariatpur an, sie sollten erklären, warum sie das 14-jährige Vergewaltigungsopfer Hena nicht davor bewahrten gemäß einer Fatwa vom Montag zu Tode gepeitscht zu werden. (…) In dem Bericht heißt es, dass Hena am Sonntag von ihrem 40-jährigen Verwandten Mahbub vergewaltigt wurde. Am Tag darauf wurde auf einer Schlichtungssitzung im Dorf eine Fatwa verkündet, dass sie 100 Hiebe zu erhalten hat. Sie wurde nach fast 80 Hieben bewusslos. Die tödlich verletzte Hena wurde eilig in den Naria-Gesundheitskomplex gebacht, wo sie ihren Verletzungen erlagt.“

Die Kollegin und Kommentatorin Regine van Cleev verwies auf den deutschen „Orientalisten“ Reinhard Schulze, der in der Schweiz auf hoher Ebene sein Unwesen treibt (5). Er wendet ebenso wie Schnarre u.a. die „Ja-aber-Methode“ an. Die geht so, dass man Kritik am Mohammedanismus oder Missstände zunächst aufnimmt oder kurz bestätigt, sie dann jedoch durch lange, kunstvolle und pointierte Ausführungen zer- bzw. wegredet. Was am Ende allein durch schiere Masse in Erinnerung bleiben soll, sind nicht mehr die Probleme, sondern ihre Relativierung – im Fall des Mohammedanismus also z.B. der Kulturkampf (6), die Kreuzzüge oder die Evangelikalen.

Dass sie so oft angewandt wird, unterläuft allerdings die Effizienz dieser Taktik. Die verborgene Agenda wird mit der Zeit unter den vielen Relativierungen ganz besonders deutlich. Auch wenn er sehr süße Worte spricht, sollte man einen Verehrer dann meiden, wenn er nach Schwefel stinkt. Typen vom Schlage des verschlagenen Schulze und der dummen Schnarre dürfen sich in Zukunft auch nicht mehr mit Unkenntnis und Borniertheit entschuldigen: Sie sind Agenten, und der Counterjihad ist m.E. ihnen gegenüber gehalten, sie als solche zu bezeichnen. Wenn jemand wie Schnarre langatmige Ausführungen mit dem Resümee schließt: „Über islamisches Recht müssen wir zunächst viel mehr wissen. Erst dann darf es vom Standpunkt des Rechts aus kritisiert werden“, dann ist das angesichts der realen Bedeutung, des realen Vollzugs der Scharia in weiten Teilen der Welt Verrat an unserer Gesellschaft und Unterstützung von staatsfeindlichen Elementen bzw. deren Ideologie.

Es ging im Kampf gegen den Kommunismus nicht um die zahllosen Fantasie-Kommunismen, die von Spinnern im Westen in leuchtenden Farben imaginiert wurden, es ging um den realen, grauen, brutalen und unmenschlichen Kommunismus, wie er sich z.B. an der Berliner Mauer manifestierte. Auch wenn man im Westen relativ wenig über das reale Leben in einem der kommunistischen Unrechtsstaaten wusste, so war es doch genug, um mit aller Kraft das Ende der Ideologie anzustreben. Über den realen Mohammedanismus wissen wir viel, viel mehr als über die Situation in Sibirien oder in China seinerzeit, und daher wiegt die Verteidigung und Relativierung des verbrecherischen Mohammedanismus weit schwerer. Wir erfahren täglich von neuen, ungeheuerlichen und abartigen Verbrechen in seinem Namen, Verbrechen, wie sie schon der Religionsgründer Klo H. Metzel ohne Sinn und Maß beging. Können wir wahrheitsgemäß sagen: „Der Nationalsozialismus war eigentlich friedlich und konstruktiv, er ist von Hitler und Goebbels nur falsch interpretiert worden“?  Die Verteidigung dieser Verbrecherideologie ist selbst ein Verbrechen, und Schulze und Schnarre sind also m.E. Beihelfer, Terrorhelfer, Verbrecher.

Terror aber ist Terror, und er kann nicht reformiert werden. Er muss bekämpft werden, notfalls indem man die Terroristen eliminiert. Nationalsozialismus und Kommunismus wurden nicht reformiert, sie wurden vernichtet. Es ist auch im Fall des Mohammedanismus sinnlos, auf Wunder oder Selbstheilungskräfte zu hoffen. Dieses ideologisch-psychologische Problem kann nur durch die entschlossene Bekämpfung der bösartigen Ideologie behoben werden. Tangsir hat diesbezüglich gestern Grundlegendes zum ägyptischen Aufstand verfasst (7). Hier zwei längere Abschnitte:

„Wir wollen so leben wie ihr“

Das rief eine Demonstrantin westlichen Journalisten in Kairo zu (8). Verständlich, dass die Ägypter sich nach Wohlstand, Freiheit, Demokratie nach westlichem Vorbild sehnen, aber kann eine islamisch dominierte Gesellschaft denn wirklich jemals eine demokratische, freiheitliche und korruptionsfreie Gesellschaftsform hervorbringen?

Was haben islamische Länder nicht schon alles probiert um aus ihrem selbstverschuldeten Elend herauszukommen. Da gab und gibt es Monarchien, Despotien, rechte und sozialistisch angehauchte Einparteien-Diktaturen und orthodoxe islamische Herrschaft nach saudischem und schiitischem Vorbild, und dennoch will sich einfach nicht der Wohlstand und Freiheit nach westlichem Vorbild einstellen, weshalb dann die Regierenden und die Bevölkerung gleichermassen, bevorzugt immer denselben Schuldigen ausmachen: Den Westen im Allgemeinen und den Juden bzw. den Zionismus im Besonderen.

Irgendjemand muss ja schliesslich schuld sein und der islamische Totalitarismus kann es ja nicht sein, sonst müsste man am heiligsten Element des eigenen Sklavendaseins, den Islam, Kritik üben und wer aus einem islamisch dominierten Land kommt, weiss wie schmerzhaft und lebensbedrohlich zugleich dieser Erkenntnisprozess sein kann.

Aber wieso sich selbst quälen und die eigene kaputte Identität anzweifeln, wo man einfach nur Willkür und Korruption abschütteln und zusätzlich dazu satt werden und moderne Handys haben möchte.  Die Lösung aus dieser Misere sehen die Menschen lediglich im Austausch der herrschenden Köpfe und Regime Change.  Als ob sie dadurch alleine schon in die Lage versetzt würden konkurrenzfähige Produkte für den globalen Markt herzustellen, den wirtschaftlichen Wohlstand  zu steigern, Rechtssicherheit sicherzustellen und eine gerechte Gesellschaft ohne Willkür und Korruption zu etablieren.  Sie fragen nicht nach dem Grund dafür, warum Korruption, das Fehlen von Rechtssicherheit, Frauenunterdrückung und vieles mehr seit 1400 Jahren Alltag ist.

Warum mehrheitlich von Moslems bewohnte Länder niemals Demokratie  und Freiheit erleben werden

Schon viele autokratische Herrscher haben versucht ihre Gesellschaft aus dem islamischen Mittelalter heraus in die Moderne zu katapultieren. Atatürk in der Türkei, Reza Schah in Iran und auch Mubarak in Ägypten, aber keiner wagte es die Wurzel des Übels anzupacken oder gar Aufklärung darüber zu betreiben.

Das Vorbild des Wegelagerers Muhammed war weiterhin unantastbar, weshalb es auch weiterhin Korruption gab. Denn da wo eine historische Person der Raub, Wegelagerei und Erpressung  betrieben hat nicht gesellschaftlich geächtet wird, da wird dieses Vorbild Teil der dortigen Kultur und der Mentalität der Menschen. Menschen fahren schwarz, betrügen, stehlen und werden korrupt. Nicht etwa Fleiss nach Vorbild der kalvinistischen Arbeitsethik entscheidet über wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftlichen Aufstieg, sondern Skrupellosigkeit und die Gabe zu lügen und zu täuschen.

Derjenige der Innovationen hervorbringt oder fleissig ist, ist in der islamischen Gesellschaft grundsätzlich der Verlierer. Derjenige aber der nach Vorbild Muhammeds durch Betrug  und Lügen an Macht und Geld gelangt, geniesst hohes Ansehen und umgekehrt ist hartes Arbeiten ein Zeichen dafür, dass man es nicht geschafft hat.

In diesem Zusammenhang ist es unwichtig ob nun jemand gläubiger Moslem ist oder nicht, denn das Gift des Islams ist zu diesem Zeitpunkt schon längst Konsens und Teil der Kultur und erfasst alle Menschen die in dieser Gesellschaft leben. Diese Kultur erfasst genauso staatliche Strukturen die wiederum ihren Bürgern keine Rechtssicherheit und Schutz vor Willkür bieten.

Der Einfluss geht aber weit darüberhinaus und ihre Spuren sieht man auch im Verhalten muslimischer Migranten in den westlichen Gesellschaften. Da wo es für den Deutschen eine Frage der Ehre ist keine Transfergelder zu beziehen, nicht schwarz zu fahren, keine links zu illegalen Downloadportale ins Netz zu stellen und schon gar nicht damit zu prahlen illegal Filme im Netz zu schauen, bereitet es dem Einwanderer aus dem muslimischen Kulturkreis keinerlei Probleme.

Die nötige Ausrede hat der Migrant aus dem islamischen Unkulturkreis auch gleich parat, denn der Westen ist sowohl für sein berufliches Versagen, als auch für seine charakterlichen Schwächen und die Situation seines Landes verantwortlich, also sieht er in seinem unehrlichen Verhalten lediglich ein Akt der ausgleichenden Gerechtigkeit. Diese Ausrede und dieses Verhalten findet man sogar bei Leuten die sich für Nichtmoslems oder Islamkritiker halten, was wiederum beweist, dass es mehr als nur Lippenbekenntnisse bedarf um sich tatsächlich vom Islam zu lösen.

Diese Einstellung aber ist lediglich die säkularisierte Botschaft Mohammeds nach der Christen, Juden und Andersgläubige lediglich Schweine seien und man ruhigen Gewissens ihr Hab und Gut beanspruchen kann. Die europäische Kolonisation und der westliche Einfluss auf ihre Regierungen sind ebenfalls Klassiker unter den Argumenten des Migranten der ehrlos und würdelos sich nach dem Vorbild Muhameds verhält und dafür auch noch den Respekt seines Gastlandes erwartet.

Diese Reihe an charakterlichen Unzulänglichkeiten liesse sich endlos fortführen, denn es betrifft genauso die Einstellung zu Gewalt, Toleranz, Wahrhaftigkeit und das Einhalten zivilisatorischer Verhaltensweisen. Der vom Islam kontaminierte Geist ist zudem nicht in der Lage Zweifel am eigenen Verhalten zuzulassen, was wiederum seine Kreativität und Schaffensdrang verkümmern lässt und deshalb auch gibt es nicht den islamischen Mozart und Bill Gates. (…)

Die Quintessenz dieses Aufsatzes ist, dass es mehr als nur den Wunsch bedarf „so zu leben wie ihr“, denn solange man nicht bereit ist die inneren Monster zu massakrieren, solange wird es nicht die für Demokratie und Rechtssicherheit nötige Freiheit und Geisteshaltung geben. Um zu illustrieren warum es im Falle Ägyptens unabdingbar ist Aufklärung zu betreiben und zuallererst die eigene Unzulänglichkeit zu thematisieren, um dann zu Demokratie und Freiheit zu gelangen, reicht ein Blick auf folgende Umfrageergebnisse (9): 3/4 der Ägypter befürworten Steinigung bei Ehebruch, den Tod beim Abfall vom islamischen Glauben und das Abhacken der Gliedmassen bei Diebstahl.

Nun kann jeder zwei und zwei zusammenzählen und sich überlegen ob der kreative und zu Innovation fähiger Mensch in so einem Land bleibt oder ob er nicht vielmehr in die gelobte westliche Welt auswandert um sich selbst zu verwirklichen, denn wie soll ein freier und zu Zweifeln befähigter Geist in einer Gesellschaft gedeihen der kritiklos dem mohamedanischen Geist anhängt.

Vor allem zeigen diese Umfrageergebnisse wie sich ein „demokratischer“ Ägypten gebärden würde, in der der Volkswille frei zum Ausdruck kommt. Aber wer würde sich denn schon mit so einer unbeliebten Einschätzung der jetzigen Lage unbeliebt machen wollen. Vor allem aber zeigt uns, dass Mubarak ein stinknormaler und korrupter Diktator ist, der seine Stellung nicht etwa dazu benutzt hat sein Volk aufzuklären, sondern im Gegenteil zum Erstarken des Islams beigetragen und sich dabei die Taschen gefüllt hat.

Dennoch gehört es zum natürlichen Entwicklungsprozess der Ägypter die Demokratie zu wagen und daraus zu lernen, sowohl im negativen als auch im positiven. Der gemeine Ägypter würde nicht ewig dem mohamedanischen Geist anhängen, denn auch er ist dazu in der Lage aus Fehler zu lernen und ist von Geburt an ein freiheitsliebendes Wesen. Fragt sich nur ob dies möglich ist solange der Islam als unantastbar gilt und die Muslimbrüder nicht als Feinde des Volkes gebrandmarkt werden.

Denn solange beides beim alten bleibt, solange wird Demokratie in in diesem Land lediglich bedeuten, dass die Hyänen und die korrupten Geister das Sagen haben werden. Weder wird Korruption noch die Armut verschwinden. Arbeitsames Verhalten wird weiterhin verspottet werden und die Wegelagerer werden es sein die sich auf Kosten der Allgemeinheit mästen werden. (…)

_____

Tangsir stellt m.E. überzeugend dar, warum es mit den vom Mohammedanismus befallenen Staaten immer weiter bergab gehen wird, bis sie eines Tages endlich den Mohammedanismus abschütteln werden. Vorher haben sie keine Chance, zu Wohlstand, Freiheit und Würde zu gelangen.

Solches lese ich auch aus einem ganzseitigen Beitrag von Christiane Hoffmann in der heutigen FAZ über den Niedergang der pakistanischen Finanzmetropole Karachi.

Nur, dies betrifft erstens nicht nur Karachi, es betrifft den gesamten schwer verwundeten Mohammedanismus, der mit letzter Kraft wild um sich schlägt. Karachi ist zweitens noch nicht einmal ganz unten angekommen, denn die Erbärmlichkeitsskala ist ebenso wie die Abartigkeitsskala des Mohammedanismus ja bekanntlich nach unten hin offen – man schaue nur auf Sudan oder Somalia oder Jemen oder Afghanistan oder, äh, tja… belassen wir’s für heute dabei.

_____

Eine scheiternde Stadt

Karachi, Pakistans Handels- und Finanzzentrum, galt lange als weltliche Metropole. Jetzt schreitet die Islamisierung voran. Während über den Hafen der Nachschub für die Nato-Truppen in Afghanistan abgewickelt wird, finden immer mehr Taliban Unterschlupf in der Vielvölkerstadt. Eine Regierung, die den Namen verdiente, gibt es nicht. Politik – das sind Bandenkriege. Fünf Tage in der wichtigsten Metropole eines scheiternden Staates.

Die Stadt

In den Gassen des Hafenviertels Lyari steht das Blut in Pfützen. Am Straßenrand liegen Gedärme. Zwischen abgeschnittenen Rinderschwänzen spielen kleine Mädchen in ihren bunten Ausgehkleidern. Es ist der dritte Tag des Opferfests. Die meisten Tiere sind geschlachtet. Jetzt beginnt die Schlacht um ihre Häute. Aus dem Inneren der Häuser dringt jetzt der Geruch von gekochtem Fleisch heraus. Für eine Weile verdrängt er den modrigen Dunst von Fisch und faulen Eiern, der von den Sümpfen unweit der Mündung des Indus herüberzieht, und den Gestank der Abfallberge überall in der Stadt.

Karim hat ein Treffen arrangiert mit dem Chef einer jener Gruppen, die sich hier „Partei“ nennen, einer jener Banden also, die Lyari im Griff haben. In Karachi ist Politik das Recht, in einem bestimmten Gebiet Schutzgelder, Spenden, Häute einzutreiben. Und um die Gebiete wird mit allen Mitteln gekämpft. Unsere Bande hat einen wohlklingenden Namen: „Friedenskomitee des Volkes“. Aber in Lyari angekommen, besinnt sich Karim plötzlich anders. Zu gefährlich, sagt er. Wer sich mit einer Gruppe trifft, gerät ins Fadenkreuz der anderen.

Die Intellektuellen

Drei linke Intellektuelle, drei Schnauzbärte, drei markante, grauhaarige Köpfe. „Es gibt keine Regierung und keine staatliche Autorität in Karachi“, sagen sie. „Alle Parteien, Gruppen, Banden haben eigene bewaffnete Kräfte. Mit ihrer Hilfe setzen sie ihre Interessen durch. Die beiden größten Parteien sitzen zusammen in der Provinzregierung. Gleichzeitig bringen sich ihre Anhänger gegenseitig mit Auftragsmorden zur Strecke. Es fehlt der politische Wille, das zu ändern, weil es ein Interesse an Gewalt und Chaos gibt. Schon einmal, bevor General Musharraf sich 1999 an die Macht putschte, hat das Militär Karachi benutzt, um die Demokratie zu destabilisieren.“

Und die Taliban? „Die Taliban sind eine große Bedrohung für unsere Stadt. Hier haben sie einen sicheren Hafen, lassen sich in den Krankenhäusern behandeln, erholen sich und planen ihre nächsten Aktionen. Man weiß genau, in welchen Stadtvierteln sie Unterschlupf finden. Und das Militär schützt sie.“ Die drei Schnauzbärte nehmen Anstoß an meinem Kopftuch. Neuerdings, sagen sie, trügen die Ausländerinnen alle Kopftücher. – Welche Ausländerinnen? In fünf Tagen war in der Stadt keine einzige Ausländerin zu sehen. Viele pakistanische Frauen verhüllen sogar ihre Gesichter. „Das ist nur eine Mode“, sagen die Schnauzbärte.

Die rote Zone

Das Hotel Sheraton liegt in der „roten Zone“, dem Hochsicherheitsbereich von Karachi, in der Nähe der Regierungsgebäude und des amerikanischen Konsulats. Die Gebäude liegen hinter Betonwänden. Aus Bergen von Sandsäcken lugen die Läufe von Kalaschnikows hervor. Auf dem Dach des Sheraton steht ein Scharfschütze. Wachleute mit Sprengstoffhunden untersuchen die wenigen Autos, die zum Eingang vorfahren. Es ist verboten, das Hotel zu fotografieren. Die Betonsperren sind mit Topfpflanzen begrünt.

In der roten Sicherheitszone stehen an jeder Straßenecke die schwarzen Pickups der Polizei mit Maschinengewehren auf dem Dach. Wenn, wie in diesen Tagen, die Sicherheit erhöht ist, stellt die Polizei an den Zufahrtsstraßen zur roten Zone jeweils zwei Wagen quer und verengt die Fahrbahn. Dadurch staut sich der Verkehr.

Zwei Straßenecken vom Hotel entfernt erstreckt sich eine Trümmerlandschaft. Im Zentrum der Verwüstung steht das Gerippe des Polizeihauptquartiers von Karachi. Mitte November rammte sich hier, mitten in der Sicherheitszone, nach einer ausgedehnten Schießerei ein Lastwagen mit einer Tonne Sprengstoff in das Gebäude. Die Explosion zeigte einen Ausschlag von 1,3 auf der Richterskala. Jede Bombe, sagt Karim, sei auch eine Drohung, eine klare Botschaft der Islamisten an den Präsidenten in der Hauptstadt: „Wir können jeden in die Luft sprengen. Überall.“ In Karachi sind im vergangenen Jahr mehr als tausend Menschen bei Anschlägen, ethnischen oder politischen Morden ums Leben gekommen. Anschläge werden von der Polizei meist zu Selbstmordattentaten erklärt, weil sich dann die Ermittlungen erübrigen: Der Täter ist tot. Nach einem Anschlag präsentierte die Polizei sogar die Köpfe der angeblichen Attentäter. Beide sind jedoch wohlauf und haben sich bei ihren Familien gemeldet.

Der Parteichef

Das Hauptquartier der Paschtunenpartei ANP (Nationale Volkspartei) liegt in Banaras, einem ärmlichen und quirligen Arbeiterviertel. Im Hof spielen Kinder auf einem selbstgebauten Holzkarussell. Eine Stunde hat die Fahrt durch die Stadt gedauert, aber Shahi Sayed, der ANP-Führer, ist nicht im Parteihauptquartier. Er kommt überhaupt nie hierher, wie zu erfahren ist, weil es viel zu unsicher ist. Also geht es eine Stunde wieder zurück durch die Stadt und weiter bis in das Nobelviertel Defense: ruhige Straßen mit Grünstreifen in der Mitte, luxuriöse Villen hinter hohen Mauern, Palmen, Bougainvilleen. Vor Sayeds Haus die übliche Burg aus Sandsäcken. Seit 2008 sind 250 Aktivisten seiner Partei ermordet worden. In seiner Garage parken ein gepanzerter S-Klasse-Mercedes und ein Chevrolet-Geländewagen, beide schwarz, Autonummer: ANP-01.

Sayed ist ein großer, grobschlächtiger Mann von Anfang sechzig, ein Bauernsohn aus dem Norden, der nach der achten Klasse von der Schule abging und dann im Handel mit Gebrauchtwagen und allem Möglichen reich wurde. Schon vor der ersten Frage beginnt er zu sprechen: „Wir wollen Frieden.“ Die Regierung solle die Armee schicken, sie solle hier die Kontrolle übernehmen und die Stadt von den Mafiabanden säubern.

Und die Taliban? „Die Taliban sind überall auf dem Vormarsch, nicht nur in Karachi. Sie sind eine Großmacht, und wir können sie nicht besiegen, solange der Geheimdienst sie unterstützt. Im Fernsehen unterstützen Mullahs offen die Taliban. Die religiöse Führung ist schuld, dass wir rückständig sind. Viele Frauen können nicht lesen und schreiben. Aber reden wir nicht über Frauen, sondern über Morde, da kenne ich mich besser aus.“

Zwei Paare

Im Kentucky-Fried-Chicken-Restaurant sitzen zwei junge Paare, die Männer tragen gepflegte Vollbärte. Der Bart beginnt nicht direkt unterhalb der Lippe, sondern erst am Kinn, er ist gerade geschnitten und läuft den hinteren Teil der Wange entlang bis zum Haaransatz. So einen Bart, sagt Karim, tragen Leute, die Geld haben, gute Geschäfte machen und mit den Taliban sympathisieren.

Der Radioreporter

Anees ist einer der beliebtesten Journalisten des Landes. Alle kennen ihn und er kennt sie alle in Karachi, die Bandenchefs, Drogenbosse und Mullahs. „Die Islamisierung ist in Karachi überall auf dem Vormarsch“, sagt er. „Die Zahl der Bartträger nimmt ständig zu. Jetzt haben wir sogar in unserem Cricket-Team lauter bärtige Spieler. Die Islamisten haben es geschafft, dass die Burka Teil unserer Kultur geworden ist. Sie haben alle Straßen, alle Häuser durchdrungen. Meine Frau fühlt sich in der Nachbarschaft fremd, weil sie als Einzige keinen Gesichtsschleier trägt. Jedes Jahr wächst die Zahl der Koranschulen in Karachi um 15 Prozent. Immer mehr Privatschulen kombinieren religiöse mit weltlicher Bildung. Selbst in den Biologiebüchern handeln die ersten vier Kapitel vom Islam.“

Welche Rolle spielt der Westen? „Die antiwestliche Propaganda ist sehr wichtig, um zu mobilisieren. Die Leute sehen im Fernsehen, wie reich der Westen ist, wie hoch die Häuser, wie gerade die Straßen. Und die Mullahs predigen ihnen: Das gehört euch, das haben sie euch gestohlen. Sie sind schuld daran, dass wir so arm sind.“

Und die Taliban? „Sie wollen auch in Pakistan eine islamische Herrschaft errichten. Einer meiner Freunde wurde ein Talib. Er brauchte Geld. Sie gaben es ihm und nahmen ihn mit nach Wasiristan. Er trainierte und wurde religiös. Dann wurde er hier in Karachi verhaftet. Aber es wird nicht ermittelt, es gibt keine Beweise, und kein Richter wagt, den Fall zu übernehmen, weil die Islamisten jeden bedrohen. So groß ist die Macht der Taliban in Karachi.“

Der Mullah

In der Dunkelheit sind die Minarette der großen Moschee von Banuri Town erleuchtet. Karachi ist eines der wichtigsten Zentren des Deoband-Islam, der die Taliban und andere islamistische Gruppen hervorgebracht hat. Er hat hier mehr Einfluss als der saudische Wahhabismus. In der großen Moschee und der Islamischen Universität in Banuri Town lehren die Vordenker der Islamisten, von hier aus verbreiten die Deobandis ihre Lehren in Pakistan und der ganzen Welt. Die Hochschule bietet auch für Ausländer Arabischkurse und Koranstudien an, per Fernstudium mit Fragestunden über Skype. Molana Valikhan leitet die Vereinigung aller Koranschulen. Er sagt, dass die Hochschule auch in Deutschland viele Schüler hat. Seine Methode nennt er „Easy packaging“: „Wir predigen den Islam in verträglichen Dosen.“

Die Dosis dieses Abends ist beträchtlich: vier Stunden im Schneidersitz auf dem Teppich – bis morgens um halb drei. An der Decke surren zwei Ventilatoren, der Lärm der Straße vor dem geöffneten Fenster lässt langsam nach. Molana Valikhan ist Ende vierzig, selbstgewiss und nicht uneitel. Er gibt kein Interview, er lehrt. Von den eleganten Gesten seiner Hände begleitet, ergeht er sich in langen Antworten. Er moduliert gekonnt die Stimme, er spricht in Bildern. Gegen Ende einer Antwort, die gut eine Viertelstunde dauern kann, legt er die Hände noch einmal zusammen und öffnet sie dann rasch, ein überlegenes Lächeln: das Offensichtliche liegt da.

„Karachi? Warum Karachi? Fragen Sie mich lieber etwas über die Frau im Islam, darüber wollen die Westler immer sprechen.“ Mit dieser Frage vergehen die ersten zwei Stunden.

„Karachi? Nicht religiöser Extremismus ist verantwortlich für die Gewalt hier, sondern Indien, die Vereinigten Staaten und Israel, die versuchen, in Pakistan Chaos zu stiften. Ohne sie gäbe es hier keine religiöse Gewalt. Eine internationale Verschwörung, damit Pakistan die Forderungen des Auslands erfüllt. Die Amerikaner suchen einen Sündenbock, weil sie in Afghanistan keinen Erfolg haben.“

Und die Taliban? „Wir haben mit den Taliban nichts zu tun, wir unterstützen die pakistanischen Taliban nicht. Aber ich bewundere die afghanischen Taliban für ihren Mut und ihre Standhaftigkeit. Sie führen einen Heiligen Krieg.“

Die Studentin

Humna ist eine junge Frau von Mitte 20, intelligent, hübsch, forsch, ernsthaft. Sie studiert. Sie geht mit ihren Freundinnen aus. Sie kommt aus einer guten Familie, sie würde sich nicht vor der Hochzeit mit einem Mann einlassen. Unabhängigkeit ist ihr sehr wichtig. Sie will Politikerin werden. Sie sagt, dass es noch mehr junge Leute gibt, die eine andere Politik wollen. Ohne Korruption, ohne Gewalt. Sie sind alle vernetzt, und eines Tages werden sie an die Öffentlichkeit kommen.

Seit neuestem trägt Humna ein Kopftuch. „Ich will so akzeptiert werden, wie ich bin“, sagt sie. „Es ist einfach ein Kleidungsstück. Ich will damit nur sagen: Beurteilt mich nicht nach meiner Kleidung, meinem Äußeren.“ Sie sagt, dass ihre Haare viel schöner geworden seien, gesünder, glänzender und ihr Leben einfacher.

Die Machthaber

Die MQM, die Partei der Urdu sprechenden Einwohner, ist die mächtigste in Karachi. Und ihre Führung hat noch mehr Angst als alle anderen. Nine-Zero, wie das Hauptquartier heißt, ist ein ganzes Stadtviertel, alle fünfzig Meter steht ein Wachmann mit Kalaschnikow. „Wir wollen Frieden“, sagt der Gesprächspartner.

Und die Taliban? „Die Talibanisierung wird immer schlimmer. In einige paschtunische Stadtviertel traut sich nicht einmal die Armee hinein. Waffen sind frei erhältlich: Granaten, Maschinengewehre, Raketenwerfer. Es gibt Medresen, die zur Gewalt aufhetzen, und die Regierung tut nichts. Der Extremismus setzt sich in den Köpfen der Leute fest. Der Krieg in Afghanistan hat eine Gesellschaft religiös denkender Leute geschaffen, sie sind überall, auch in der Armee.“

Der Belutsche

Als das Treffen mit dem Chef des „Friedenskomitees des Volkes“ in Lyari zustande kommt, ist es schon dunkel. Uzair Balutsch sitzt im blütenweißen Gewand der Belutschen entspannt inmitten einer Gruppe von Menschen in einer kleinen, grell erleuchteten Grünanlage. Keine Wachleute, keine Kalaschnikows, keine Sandsäcke. „Die anderen fühlen sich nicht mal in ihren eigenen Häusern sicher, aber wir gehen hier frei herum in Lyari“, sagt Uzair. An der Hauswand hinter ihm prangt ein meterhohes Gemälde: weiße Friedenstauben auf blauem Grund und in den Ecken – wie die vier Kalifen – Uzair Balutsch und drei Ermordete: Benazir Bhutto, der Parteigründer und Uzairs Vater.

Der pakistanische Ableger von CNBC zeichnet gerade eine Talkshow unter freiem Himmel auf. Der Produzent, ein Pakistaner, läuft aufgeregt hin und her. Das hat es noch nie gegeben, eine Talkshow sozusagen aus dem Herzen der Bronx. Uzair ist 35. Sein jungenhaft sympathisches Gesicht will nicht zu dem passen, was in der Stadt über ihn erzählt wird. Er sagt, dass er keine politischen Ambitionen habe. Nach der Ermordung seines Vaters sei ihm einfach keine andere Wahl geblieben, als die Führung zu übernehmen. „Wir versuchen, Frieden herzustellen“, sagt er. Er sieht sich als Wohltäter, als Robin Hood. Vor laufenden Kameras zählt er seine guten Werke auf: „Kostenlose Schulen, Computer, Krankenhäuser.“ Das Volk applaudiert.

Und woher kommt das Geld? „Geschäfte“, sagt Uzair, und „Sakat“, die Almosen, die Muslime geben müssen, von sonstigen wohltätigen Spendern, den Häuten des Opferfests – „und von den Erträgen unserer Ländereien in Belutschistan“. Durch Belutschistan, eine Wüstenprovinz im Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Iran, läuft eine der wichtigsten Routen für afghanisches Opium.

Der Polizist

„Uzair Balutsch? Alle wissen, dass er ein Drogenbaron ist.“ Aziz ist seit 15 Jahren Polizist in Lyari, das heißt, er bewacht eine der großen Straßen durch das Viertel. In die Gassen wagt er sich nicht. Dort ist das Reich der Banden. Von jedem, der in Lyari ein Geschäft oder etwas Besitz hat, wird Schutzgeld eingetrieben. Wer sich wehrt, wird bedroht, entführt, ermordet. „Politisch motivierte Verbrechen“, nennt Aziz das. „Sie werden von Gruppen begangen, die von Parteien oder religiösen Extremisten unterstützt werden.“ Neben den Schutzgeldern ist Schmuggel eine wichtige Einnahmequelle: Waffen, Drogen, Alkohol, Benzin, aus den Golfstaaten, Afghanistan, Iran. Wenn Aziz und seine Leute einen Wagen mit Schmuggelware anhalten, rufen sie bei ihren Vorgesetzten an und fragen, was sie tun sollen. Die sagen dann: Lasst sie laufen. Wenn große Kontingente von Drogen oder Waffen kommen, bekommen sie von ihren Vorgesetzten den Auftrag, die Schmuggeltransporte zu eskortieren.

Die Parteien nennt Aziz „Terrororganisationen“. Er klagt nicht darüber, dass er nur 160 Euro im Monat verdient. Er sagt nur, dass es viele traurige Geschichten gebe in seinem Beruf. Wie die von seinem Kollegen, der nach einer Schießerei mit Rauschgiftschmugglern zwei Tage lang nicht behandelt wurde und starb. Die verletzten Banditen wurden bestens versorgt und sind wieder im Geschäft.

Und die Taliban? „Gegen die Taliban traut sich die Polizei nicht vorzugehen. In ein Gebiet, wo Taliban sind, würde sich ein Polizist nie wagen. Wenn ein Taliban zu mir käme und drohte, sich in die Luft zu sprengen, würde ich ihn nur bitten, das ein Stückchen weiter weg zu tun.“

_____

Time am 12. Februar 2011

_____

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Sabine_Leutheusser-Schnarrenberger
2) http://www.faz.net/s/RubC4DEC11C008142959199A04A6FD8EC44/Doc~E33127543A626497C9A690AAD1690C890~ATpl~Ecommon~Scontent.html
3) http://vitzliputzli.wordpress.com/2011/02/11/schnarre-mach´s-dir-doch-einfach-guck-bei-vitzliputzli/
4) http://heplev.wordpress.com/2011/02/11/ist-diese-religion-noch-zu-retten/
5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/05/die-ungestellte-frage/#comment-1073
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf
7) http://tangsir2569.wordpress.com/2011/02/11/%E2%80%9Ewir-wollen-so-leben-wie-ihr%E2%80%9C/#more-8894
8- http://www.welt.de/politik/ausland/article12382432/Das-westliche-Dilemma-mit-dem-Aufbruch-Aegyptens.html
9) http://pewglobal.org/2010/12/02/muslims-around-the-world-divided-on-hamas-and-hezbollah/

_____

PS, aus dem Kommentarbereich des Brussels Journal (071207): „My Pakistani friends have following to say about your forefathers: When we were under British rule it took 20.000 English gentlemen to rule the country peacefully, a whole continent of approx. 500 million people. Today we have 40.000 policemen in Karachi and cannot run that city peacefully.“ http://www.brusselsjournal.com/node/2749

Im Interview: Kristina Schröder

10. Oktober 2010

Die Bundesfamilienministerin wurde für die heutige FAZ von Christiane Hoffmann und Markus Wehner interviewt. Sie erzählt, dass sie selbst schon mutmaßlich von Mohammedanisten als „deutsche Schlampe“ beschimpft wurde. Auffällig dabei ist nicht nur das unterirdische Benehmen der Orks sondern auch ihre Respektlosigkeit gegenüber unseren Institutionen und Vertretern.

Daher unterstütze ich Frau Schröders Idee, „Deutschfeindlichkeit“ strafbar zu machen. Dies sollte verbale und physische Aggressionen illegalisieren, nicht aber die freie Meinungsäußerung, die durchaus Kritik an Deutschland und den Deutschen zulassen muss.

Ich gehe weiterhin auch davon aus, dass es sich bei dem Problem im Grunde nicht in erster Linie um Deutschfeindlichkeit, sondern vielmehr den Hass der Orks gegen alles Nichtorkische handelt. Von diesem Hass sind Inder ebenso betroffen wie Chinesen, Russen und natürlich eben u.a. auch Deutsche. Die Rechtslage muss m.E. also dahingehend verändert werden, dass der Jihad, und zwar auch der der Worte, sanktioniert wird.

_____

„Deutschenfeindlichkeit ist Rassismus“

Familienministerin Kristina Schröder fordert,
die Rechtslage zu überdenken

FRAGE: Frau Ministerin, haben Sie je Deutschenfeindlichkeit erlebt?

ANTWORT: Ja, in Mails und Briefen. Als Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion habe ich mich regelmäßig zum Thema Islamismus geäußert. Dabei wurde ich mehrmals als „deutsche Schlampe“ beschimpft.

FRAGE: Wie weit verbreitet ist das Phänomen Deutschenfeindlichkeit?

ANTWORT: Es gibt bisher kaum Untersuchungen. Eine jüngste Studie besagt, dass knapp ein Viertel der befragten ausländischen Jugendlichen Deutsche beschimpft und ein Teil davon sogar geschlagen hat, nur weil sie Deutsche sind. Fremdenfeindlichkeit geht häufig einher mit den sogenannten Gewalt legitimierenden Männlichkeitsnormen. Und die finden wir überproportional bei türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen, aber auch bei rechtsextremistischen.

FRAGE: Ist das nicht etwas ganz anderes?

ANTWORT: Es gibt keine Fremdenfeindlichkeit erster und zweiter Klasse. Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit müssen mit aller Härte bekämpft werden. Aber auch Deutschenfeindlichkeit ist Fremdenfeindlichkeit, ja Rassismus. Denn hier wird jemand diskriminiert, weil er einer bestimmten Ethnie angehört.

FRAGE: Was sehen Sie als die Ursachen?

ANTWORT: Es gibt soziale Ursachen, es fehlt an Bildung – und es gibt kulturelle Hintergründe. Bestimmte islamische Gruppen fördern Überlegenheitsgefühle gegenüber den sogenannten Ungläubigen. Beleidigungen wie „Schweinefleischfresser“ und „Hund“ sind kein Zufall. Es ist auch kein Zufall, wenn es heißt, das Kopftuch verleihe jungen Mädchen Ehre und Würde, und zugleich Mädchen ohne Kopftuch als Schlampe beschimpft werden. Ich bin überzeugt, dass dieses Konglomerat aus Deutschen- und Christenfeindlichkeit nicht nur eine Reaktion auf Diskriminierungserfahrungen ist. Eine solche Behauptung spricht jungen Migranten jede Verantwortung ab. Das heißt, dass wir sie nicht als eigenverantwortliche Subjekte behandeln. Das ist nicht mein Menschenbild.

FRAGE: Was kann man gegen Deutschenfeindlichkeit tun?

ANTWORT: Es ist schon ein großer Schritt, wenn wir konstruktiv darüber reden und das Thema nicht irgendwelchen Rechtspopulisten überlassen. Zudem müssen wir diejenigen einbinden, die in der muslimischen Gemeinschaft Schlüsselpositionen einnehmen und Werte vermitteln: die Imame und Religionslehrer. Ein weiterer zentraler Aspekt sind Deutschkenntnisse. Bei der Sprachförderung müssen wir deshalb schon im Kita-Alter anfangen. Und schließlich sollten wir uns juristisch darüber Gedanken machen, wie wir den besonderen Unwertgehalt der Deutschenfeindlichkeit deutlich machen. Recht prägt Bewusstsein, und wir sollten darüber diskutieren, wie wir diesen Unwertcharakter in unserem Rechtssystem abbilden.

FRAGE: Was kann man konkret an einer Schule tun, wo 80 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund haben?

ANTWORT: Es ist wichtig, dass die Lehrer sehr deutlich reagieren – mit Gesprächen im Unterricht, Elterngesprächen und Schulkonferenzen. So wie sie zu Recht sensibel sind, wenn jemand als „Neger“ beschimpft wird, müssen sie auch reagieren, wenn jemand als „Schweinefleischfresser“ geschmäht wird.

_____

Time am 10. Oktober 2010

The Ground-Zero-Ocean

20. September 2010

In Afpak schlägt die Stunde der Seher und Auguren. Ein solcher ist offenbar der vielzitierte und hochgelobte pakistanische Journalist Ahmed Rashid (1). In der FAZ vom 1. August hatte Nils Minkmar noch berichtet, dass Rashid die Verhandlung mit Taliban als sinnlos zurückgewiesen habe (2): „Es gab mehrere Versuche pakistanischer Politiker, Talibanchefs gegen ihr Versprechen auf Waffenruhe einige Täler oder Provinzen zur autonomen Verwaltung zu überlassen. Sie alle führten dazu, dass die dort ansässige Bevölkerung floh und im Gegenzug Terrorlager entstanden. Fast alle in Europa geplanten oder durchgeführten Terroranschläge seit 2005 wurden in solchen mit pakistanischer Duldung bestehenden Talibanprovinzen vorbereitet.“ Nun plädiert er angesichts des bevorstehenden Abzugs der Amerikaner mal wieder für Gespräche, nein, nicht mit „gemäßigten“ Taliban, sondern mit der Führung aller. Lesen Sie ein Interview von Christiane Hoffmann aus der gestrigen FAZ.

_____

Wollt ihr ein Vietnam?
(Warum nicht, die Sowjets sind erledigt, und von Vietnam geht keine Gefahr aus, T.)

FRAGE: Herr Rashid, Sie sind ein international bekannter Autor, Ihr Buch „Sturz ins Chaos. Afghanistan, Pakistan und die Rückkehr der Taliban“ ist gerade auf Deutsch erschienen. Sie könnten in London oder New York leben, aber Sie leben in Lahore. Warum tun Sie sich das an?

ANTWORT: Ich kann nicht außerhalb von Pakistan leben. Das ist meine Heimat, es ist die Region, die mir wirklich am Herzen liegt. Solange mich nicht irgendwelche Fundamentalisten vertreiben, bleibe ich (So ein Schmarrn – das steigert seinen Marktwert, macht ihn zu einem „wahren Wahrsager“, nichts sonst. Ihn „VERTREIBEN“? Da wird niemand vertrieben, sie nehmen ihn, schneiden ihm die Genitalien ab, stecken sie ihm in den Mund und lassen ihn sich gen Mekka verneigen, während sie ihm die Haut abziehen. Vertrieben wird vielleicht ein Clan. Was für eine typisch orkische Selbstüberschätzung dieser pakistanische Pfau an den Tag legt, allein, Frau Hoffmann traut ihm blind. Dass er dort leben kann, zeigt, dass er zu IHNEN gehört, T.).

FRAGE: Und wieso lässt man Sie dort leben? Wieso leben Sie überhaupt noch? Sie haben viele Drohungen bekommen.

ANTWORT: Mit diesen Drohungen habe ich immer gelebt. Mehr als 100 Journalisten sind in den vergangenen fünf oder sechs Jahren in Pakistan ermordet worden. Weil ich das pakistanische Establishment kritisiere, seine Obsession mit Indien, mit Afghanistan, hält man mich für einen Verräter.

FRAGE: Lahore ist von der Flut nicht direkt betroffen. Aber wie sieht es mit den politischen Folgen aus?

ANTWORT: Sie sind riesig. In Pakistan haben wir zehn Millionen Menschen, die nicht ernährt werden können (Werden also 10 Millionen Menschen sterben? Wohl eher nicht, oder? T.). Es wird Jahre dauern, die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen (Wozu? Damit die Taliban was zum Zerstören haben? T.). Das sind gigantische Probleme. Gleichzeitig haben weder die Pakistanis noch die ausländischen Geber Vertrauen in die Regierung.

FRAGE: Tut der Westen genug?

ANTWORT: Der Westen sollte mehr tun (Warum tun sie nicht selbst mal was VERNÜNFTIGES? T.). Aber warum sollte der Westen uns vertrauen (Tja, warum? T.)? Wir brauchen einen Mechanismus der Glaubwürdigkeit, am besten einen Fonds, der unabhängig verwaltet wird (Das Problem ist u.a., dass die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ermordet werden, T.) Und unsere Außenpolitik muss flexibler werden (Ich meine, sie sollte eher konstruktiver, berechenbarer und stabiler werden, T.). Stellen Sie sich vor, wir haben fünf Millionen Dollar von Indien abgelehnt. Wir sind doch nicht in einer Position, wo wir Hilfe ablehnen können. Indien könnte wegen seiner langen Grenze mit der Provinz Sind eine sehr wertvolle Drehscheibe für Hilfsgüter einrichten. Wir brauchen jetzt gesunden Menschenverstand und nicht außenpolitische Dogmen (Gesunder Menschenverstand in einem hysterischen mohammedanistischen Land? Eher schneit es in der Sahara. T.).

FRAGE: Profitieren die Taliban von der Notlage?

ANTWORT: Für die Taliban ist es eine sehr gute Zeit, in die Offensive zu gehen und verlorene Gebiete zurückzuerobern. Viele Gebiete, die die Armee erobert hatte, sind jetzt abgeschnitten. Und die Armee hat keine Hubschrauber, weil die alle Fluthilfe leisten. Wenn den Taliban jetzt ein wichtiges Gebiet in die Hände fällt, wäre das eine Katastrophe für die Moral des Landes, die Wahrnehmung im Ausland, für die Armee (Ah was denn, es wäre halt ein kleiner Rückschlag. Es ist doch übrigens unglaubwürdig, so zu tun, als ob auf der einen Seite das arme Volk der Pakis stände, das andererseits von den bösen Taliban benutzt und geschändet würde. Die machen doch alle mit. T.).

FRAGE: Aber die Szenarien sind doch noch viel düsterer: Wie stabil ist die Regierung, das ganze politische System?

ANTWORT: Ich denke, das System wird überleben (Ganz toll, ich dachte, das System ist scheiße, was denn nun? T.). Die Regierung ist sehr schwach und diskreditiert, aber die Armee will nicht eingreifen.

FRAGE: Einige Politiker haben zum Coup d’état aufgerufen.

ANTWORT: Das wurde von allen vernünftigen Kräften verurteilt.

FRAGE: Und die Armee selbst?

ANTWORT: Die Armee hat im Moment kein Interesse, die Verantwortung für das Land zu übernehmen. Für sie ist es besser, wenn Präsident Zardari und Ministerpräsident Gilani für die Katastrophe verantwortlich gemacht werden.

FRAGE: Wie stark sind die Sympathien in der Armee für eine Machtübernahme der Islamisten?

ANTWORT: Es gibt seit sehr langem eine kleine Gruppe von Leuten, die mit einem islamistischen Regime sympathisieren. Aber sie sind keine Bedrohung für die Stabilität der Armee. Sie ist sehr hierarchisch, sehr diszipliniert, und wir hatten nie einen Generalscoup. Es war immer der Armeechef, der geputscht hat (Na denn, das ist ja sehr beruhigend. T.). Die Armee ist nach wie vor einig.

FRAGE: Wie ernsthaft bekämpft die Armee die Islamisten?

ANTWORT: Sie hat klar entschieden, dass die pakistanischen Taliban eine Bedrohung für den Staat darstellen, und bekämpft sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten ziemlich ernsthaft. Zugleich sieht sie aber die afghanischen Taliban nicht als Bedrohung, sondern als Aktivposten (Ist doch logisch, in Afghanistan rüsten sie Mulla Oma mit Waffen aus, und wenn er hin und wieder über die Grenze nach Pakistan flieht, wird er stets erbarmungslos verfolgt, huahuahua. T.).

FRAGE: Die Taliban an der Macht in Afghanistan und Pakistan, Atomwaffen unter ihrer Kontrolle, ist das ein ganz unrealistisches Szenario?

ANTWORT: Die Gefahr, dass sich der Taliban-Islamismus ausbreitet, ist in Pakistan viel größer als in Afghanistan. Denn in Afghanistan werden die Taliban mit den Paschtunen identifiziert. Und die anderen ethnischen Gruppen sind ein viel stärkeres Bollwerk gegen die Talibanisierung als hunderttausend amerikanische Soldaten. In Pakistan dagegen ist der Islamismus ein nationales Phänomen. Wenn ein politischer Umsturz von unten kommt, ist die Alternative nicht eine liberale, demokratische Regierung, sondern die Fundamentalisten (Aber es gibt ja, wie er grade sagte, die unbestechliche, säkulare Armee. T.).

FRAGE: Sie haben sich schon lange dafür ausgesprochen, mit den gemäßigten Taliban zu verhandeln (Mal spricht er sich dagegen aus (s.o.), mal dafür (3), eben ein echter Echsperte, T.). Was ist ein gemäßigter Taliban (Jetzt steigt die Spannung aber enorm. Was… ist… ein gemäßigter Taliban? T.)?

ANTWORT: Die Notwendigkeit, mit den Taliban zu sprechen, folgt aus der Erkenntnis, dass der Westen Afghanistan verlassen wird. Der Westen hat beim Aufbau Afghanistans versagt. Er hat zehn Jahre lang Zeit, Geld und Menschenleben verschwendet. Die Frage einer militärischen Lösung – Al Qaida, die Taliban besiegen – stellt sich nicht mehr. Jetzt stellt sich die Frage: Wie werdet ihr abziehen? In einem totalen Chaos wie damals in Vietnam? Oder einigermaßen geordnet mit Hoffnungen für die Zukunft? Dann müsst ihr den Krieg beenden. Dazu muss man mit den Taliban reden und sie in irgendeiner Form an der Macht beteiligen. (Keine Antwort ist auch eine Antwort. T.)

FRAGE: Es geht also gar nicht um gemäßigte Taliban.

ANTWORT: Karzai muss mit der Führung der Taliban sprechen. Und Obama muss sich entscheiden, mit den Taliban zu sprechen – und zwar bald (Und mit Time sollte er auch bald reden, sonst mach ich hier tierisch Randale in meinem Blog, das schwör ich Alta! T.). Wenn er im Juli nächsten Jahres mit dem Abzug beginnen will, was ist seine politische Vision (Wiedergewählt zu werden natürlich, T.)?

FRAGE: Sie haben von roten Linien für die Taliban gesprochen, ist das realistisch?

ANTWORT: Man muss Kompromisse finden.

FRAGE: Das heißt: Kompromisse bei Menschenrechten, Frauenrechten.

ANTWORT: Nein, wieso (Die Frage lautet: Wieso nicht? Was soll die Jihad-Monster davon abhalten, Frauen zu verstümmeln, weil sie lesen lernen wollen, so wie sie es von jeher getan haben, sobald sie die Macht haben? T.)? Politisch geht es um die Machtverteilung, eine Koalitionsregierung, Gouverneursposten. Die soziale Seite wird von der Verfassung geregelt. Und da sollte der Kompromiss sein, dass die Verfassung nicht angerührt wird und gleichzeitig einige islamische Gesetze vorgesehen werden. (Hahaha, sowas Bescheuertes. Ganz gewiss sind Mulla Oma und Gülle Hektoliter mit diesem Vorschlag voll und ganz einverstanden. Und sowas wird als Experte gehandelt… T.)

FRAGE: Im Klartext: In den Gebieten, die die Taliban kontrollieren, herrscht die Scharia.

ANTWORT: Nein, das wäre eine Katastrophe. Das muss verhindert werden. Sonst bricht die Zentralregierung zusammen. (O.k., jetzt mal gaaaz langsam. Die ist doch so schwach, dass sie sich gegen die Taliban kaum behaupten kann. Und die wiederum wollen die Scharia durchsetzen. T.)

FRAGE: Wie beurteilen Sie die Rolle der Deutschen in Afghanistan?

ANTWORT: Wollen Sie die Antwort wirklich hören?

FRAGE: Sicher.

ANTWORT: Deutschland ist nicht in der Lage, die Aufgaben zu erfüllen, die es übernommen hat. Die Polizeiausbildung: Deutschland hatte nicht das Wissen, nicht die Kultur, nicht die Sprache und noch nicht einmal die Polizisten, um das zu leisten. Und sehen Sie Kundus an: Da wimmelt es heute von Taliban. Also was zum Teufel haben die Deutschen dort in den vergangenen fünf Jahren gemacht? (Sie haben versucht, nicht zwischen den Orks und der deutschen Öffentlichkeit zerrieben zu werden, T.)

FRAGE: Welche Rolle könnte Deutschland im politischen Prozess spielen?

ANTWORT: Eine sehr prominente. Die Bonn-Konferenz im Dezember 2001 war ein Meilenstein. Wir brauchen ein Bonn 2. Deutschland ist glaubwürdig, und es hat keine Feinde, sogar die Taliban haben gute Erinnerungen an Deutschland, weil es in den neunziger Jahren Gespräche mit der Nordallianz vermittelte.

_____

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Rashid „Schah’r’la’tan“ ein Nebelwerfer im Dienste der mohammedanistischen Internationale ist.

Ich verstehe übrigens auch nicht, warum der Zerfall eines Landes im Fall Jugoslawiens von unseren Eliten und der Journalistenmeute begeistert begrüßt und befördert wurde, während die ohnehin nur auf dem Reißbrett entstandenen und gewaltsam zusammengehaltenen Orkstaaten auf Alla komm raus eine Einheit bleiben sollen. Warum sollen die Kurden keinen eigenen Staat haben? Die Türken haben doch auch einen. Oder in Afghanistan die Hazara, die von den anderen unterdrückt werden, warum die nicht?

In der heutigen FAZ prognostiziert der Politikwissenschaftler, Journalist, ehemalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium und Professor Dr. Lothar Rühl im Grunde ein Scheitern der Alliierten. Es ist ja auch kaum vorstellbar, dass der gigantische „Youth Bulge“ (Heinsohn) bis zum Juli 2011 abgetragen werden kann, zumal die Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung nochmals verschärft sicher gestellt werden soll.

_____

Die Uhr läuft

Irak, Afghanistan und die Zeitpläne zum Truppenabzug

Die Grundannahme der amerikanischen Strategien für den Irak und für Afghanistan beruht auf der Erwartung, dass in beiden Ländern in absehbarer Zukunft die Last für die Sicherheit auf einheimische Kräfte überwälzt werden kann. Voraussetzungen dafür sind, wie die Alliierten der internationalen Koalition seit Jahren erklären, repräsentative, stabile und handlungsfähige Regierungen, ausreichende militärische und polizeiliche Fähigkeiten, eine wirksame und saubere Verwaltung, die Sicherung der Grundversorgung und die Akzeptanz der von außen eingeführten neuen politischen Ordnungen in der Bevölkerung. Es ist nach neun Jahren in Afghanistan und nach sieben Jahren im Irak unbestreitbar, dass diese Voraussetzungen bisher nicht gegeben sind. Wahrscheinlich sind sie auch in absehbarer Zeit nicht erreichbar. Damit wird die regierungsamtlich „Übertragung der Verantwortung“ genannte Überwälzung der Lasten in beiden Ländern zu einem unkalkulierbaren Risiko. Die amerikanische Doppelstrategie, die auch das atlantische Bündnis teilt und die von den Vereinten Nationen politisch legitimiert wird, ist in Gefahr zu scheitern.

Der 2008 vom Präsidentschaftskandidaten Obama aufgestellte Zeitplan für den Rückzug der amerikanischen Kampftruppen aus dem Irak ohne Preisgabe der strategischen Position am Persischen Golf soll zwar bis auf etwa 50.000 Militärberater und Ausbilder für die irakischen Streitkräfte eingehalten werden. Doch bezweifeln die dafür bisher verantwortlichen Militärs, dass die Iraker schon ohne die amerikanischen Kampftruppen auskommen können.

Auch eine politisch stabile und handlungsfähige Regierung in Bagdad ist seit den Märzwahlen nicht zustande gekommen. Der seit langem gesuchte „nationale Konsens“ über die Verteilung des irakischen Erdöls zwischen den drei Bevölkerungsgruppen steht noch immer aus. Die Unsicherheit durch Terroranschläge breitet sich wieder aus, seit die Amerikaner sich schrittweise zurückgezogen haben. In die volle Verantwortung zurückkehren können sie nicht mehr. Den Empfehlungen amerikanischer Kommandeure, den Abzug zu verzögern, ist Präsident Obama vor Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes von 2012 nicht gefolgt: Die Jahresmitte 2010 bleibt für das Ende des aktiven militärischen Engagements im Irak sein Termin, für den Beginn des Abzugs der amerikanischen Streitkräfte aus Afghanistan ist das die Jahresmitte 2011. Amerika braucht Frieden an der Oberfläche des Geschehens und der Präsident den formalen Nachweis des begonnenen Truppenabzugs aus beiden Ländern.

Wie immer man die Intervention im Irak von 2003 bilanzieren will: Es gibt keinen Sieger, aber eine regionale Macht, die von diesem Krieg profitiert hat – Iran. Dagegen sind die arabischen Klienten Amerikas verunsichert wegen des iranischen Einflusses im Irak und des iranischen Atomprogramms. Die politischen Folgen des Krieges von 2003, des Aufstands gegen die Alliierten danach und der anhaltenden Wirren haben auch die militärischen Optionen gegen Iran kompliziert, wozu noch der Unsicherheitsfaktor Israel in jedem Kalkül zur Konfliktentscheidung durch militärische Mittel kommt. Auch deshalb haben Washington und die europäischen Alliierten noch immer keine schlüssige und praktische Politik gegenüber dem iranischen Atomprogramm, während dort die Urananreicherung fortgesetzt wird. Teheran hat Zeit und noch immer Rückhalt in Moskau und Peking.

Für die weitere Strategie am Hindukusch will Obama, der 2009 den Krieg in Afghanistan zum „richtig“ gewählten Krieg ausrief und das Ziel setzte, ihn „zu gewinnen“, im Dezember dieses Jahres eine Überprüfung vornehmen und dann entscheiden. Die Verstärkung der amerikanischen Truppen in Afghanistan um etwa 30.000 Soldaten, die zur Jahresmitte 2010 erreicht worden sein sollte, hat die Kampfkraft gegen die diversen Aufständischen gesteigert und auch taktische Erfolge erzielt. Aber trotz konzentrierter Anstrengungen im Süden des Landes, wo die militanten Islamisten der „Taliban“ ihre Hochburgen in den Provinzen Helmand und Kandahar behaupten, brachten sie keinen Durchbruch zu einer strategischen Lageveränderung.

Obama hat klargemacht, dass die 100.000 amerikanischen Soldaten die Höchststärke seiner Truppen in Afghanistan sind und dass 18 Monate ausreichen müssen, um Erfolg zu haben. Diese Zeit geht ihm Sommer 2011 zu Ende, die militärische Uhr, die im Juni 2009 mit den ersten Verstärkungen gestellt wurde, läuft zu diesem Zeitpunkt ab. Dann beginnt in den Vereinigten Staaten der Vorwahlkampf für das Präsidentenamt.

Wieder raten die amerikanischen Generale zur Geduld. Ihr Oberkommandierender in Afghanistan, General Petraeus, hat dies in verschiedenen öffentlichen Aussagen getan und empfohlen, sich mehr Zeit zu geben, Truppenabzüge auch zu strecken und weitere Erfolge im offensiven Kampf abzuwarten. Dabei hat er aber auch Luftangriffe und den Einsatz schwerer Waffen abermals zur notwendigen Schonung der Bevölkerung eingeschränkt. Damit erhöhen sich die Risiken für die alliierten Soldaten und die Chancen für die Guerrilla. Der Kommandant des amerikanischen Marinekorps, General James Conway, der 20.000 Soldaten in Afghanistan stehen hat, sprach die Befürchtung aus, dass die von Präsident Obama gezogene Zeitgrenze Juli 2011 für den Abzugsbeginn „unserem Feind wahrscheinlich mehr Unterstützung und Nachhaltigkeit (sustenance) geben wird“.

_____

„And the winner is… Naziran!“ Findet Prof. Dr. Rühl. Und findet auch das räudige Zwergmammut Gardinenstange, das in NY grade mal wieder einen riesigen Mammutsch*ss abläßt.

„n-tv“ (4): „Jeder hat heute begriffen, dass nur zwei Mächte den Haupteinfluss in der Welt ausüben, und das sind die USA und der Iran“, tönte er. Es gibt wirklich nur eines, das noch größer ist als die mohammedanistische Gier und Dummheit, und das ist die mohammedanistische Klappe. „n-tv“: „Ahmadinedschad hatte dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama mehrfach ein Zweier-Treffen bei der UN-Vollversammlung vorgeschlagen. Washington hat das Angebot als Propaganda-Trick zurückgewiesen.“ Völlig zu recht, wie ich meine, denn das Spiel des Terrorregimes mit der IAEO hat deutlich gezeigt, dass Gespräche völlig sinnlos sind – da ist ein hungriges Krokodil ja noch ein geeigneterer Dialogpartner. En passant gibt Mammut das naziranische Engagement im Irak und Afghanistan zu Protokoll: Die USA „seien aber damit gescheitert, das politische Weltgeschehen zu lenken, wie die Konflikte im Irak und Afghanistan zeigten. Der Iran sei im Gegensatz zu den USA dazu in der Lage und erfreue sich zudem dank seiner ‚Politik des Friedens, der Freundschaft und Gerechtigkeit‘ weltweiter Anerkennung.“ Törööö! Törööö! Töröö!

Das Mammut gibt sich große Mühe, sein Heimatland dem Vergessen anheim zu geben. Denn es steht fest: Es wird nur eine einzige iranische Atomrakete geben, und danach ein riesiges neues Meer, den „Ground-Zero-Counterjihad-Ocean“. Und das wird das Ende von Jihad und Counterjihad gleichermaßen sein.

_____

Time am 20. September 2010

_____

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Ahmed_Rashid
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/08/01/binden-sie-uns/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/05/25/der-vater-des-gedankens/
4) http://www.n-tv.de/politik/Ahmadinedschad-haelt-eine-Rede-article1528246.html

Helfen? Ja! Aber allen? Eher ungern!

23. August 2010

Kurze Jihadpause

Mit dem immer gleichen Argument wird derzeit dafür getrommelt, recht viel nach Pakistan zu spenden. Christiane Hoffmann und Oliver Hoischen berichten in der heutigen FAZ aus Berlin.

_____

Zu den Pakistanern halten

Niebel: Hilfe drängt Taliban zurück.
Ein Fünftel des Landes unter Wasser

Während am Samstag auch Orte im Süden Pakistans wegen der Flut evakuiert werden mussten, haben Politiker an die Spendenbereitschaft der Deutschen appelliert. Nach Ansicht von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ist die westliche Hilfe für die pakistanischen Flutopfer eine Möglichkeit, um den Einfluss der Taliban zurückzudrängen. „Ich glaube, die Hilfe für die Menschen ist der beste Weg, um den religiösen Extremisten in der Region den Nährboden zu entziehen“, sagte Niebel dieser Zeitung. „Wir dürfen jetzt kein Vakuum schaffen, denn dann besteht die Gefahr, dass es von anderen gefüllt wird. Würde sich die Staatengemeinschaft nicht um das pakistanische Volk kümmern, könnte es passieren, dass Extremisten in diese Lücke stoßen.“

Auch der CDU-Außenexperte Philipp Mißfelder rief zu Spenden auf. „Durch aktive Hilfe kann die westliche Welt die Herzen und Köpfe der Menschen in dieser Region gewinnen“, sagte er dieser Zeitung. Der Grünen-Politiker Tom Koenigs sagte dieser Zeitung: „Sowohl die Bundesregierung als auch die deutsche Öffentlichkeit müssen jetzt großzügig sein.“ Wenn die internationale Gemeinschaft solidarisch mit den Menschen in Pakistan sei, „dann zeigt sie damit, wie sehr sich ihre Werte von den Separatisten und Fundamentalisten in der Region unterscheiden“, sagte der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. (…)

_____

Die absurde Vorstellung, durch Spenden etwas gegen die Taliban tun zu können, hatte am 13. August sogar schon Wolfgang Günther Lerch zurückgewiesen (1): „… aussichtslos ist die Hoffnung, man könne… die – jetzt ebenfalls als Helfer auftretenden – Fundamentalisten ausstechen. Wohlwollen wurde nur selten wirksam erkauft, wie viele Helfer erfahren haben.“ Das vor kurzem ermordete Ärzteteam hatte das in der Tat auf schrecklichste Weise erfahren müssen (2).

Gnädigerweise hat sich die Pakiregierung nach langem Zögern bereitgefunden, auch eine 5-Mio.-$-Hilfe aus Indien (3) anzunehmen, denn aus den orkischen Bruderländern gab es getreu den Anweisungen von Klo H. Metzel kaum Spenden. Dieser hatte ja z.B. verfügt: “Und sie werden dich befragen, was sie ausgeben sollen als Almosen. Sprich: (Nur, T.) ‘den Überfluß.’” (2. Sure, Vers 216+217; Recl. S. 53). Oder: “Und gib… den Armen und dem Sohn des Weges, doch verschwende nicht in Verschwendung.” (17. Sure, Vers 28; Recl. S. 266/267). Oder: “Und laß deine Hand nicht an deinen Hals gefesselt sein, und öffne sie nicht, so weit du vermagst, so daß du getadelt und verarmt dasitzest. Siehe, dein Herr gibt reichlich den Unterhalt und bemessen, wem er will.” (17. Sure, Vers 31+32; Recl. S. 267). Oder: “Und diejenigen (seien gesegnet, T.), welche beim Spenden weder verschwenderisch noch geizig sind…” (25. Sure, Vers 67; Recl. S. 343).

Kommentator Marco auf „Indiskretionistehrensache“ am 18.8. (4): „Von den bisher knapp 314 mio Dollar haben gerade mal vier muslimische Länder ca. 19 Mio Dollar gespendet (Türkei: 11,4 mio, Kuwait: 5 mio, VAE:1,5, Afghanistan: 1 mio).“ (5) Immerhin sind die Saudis jetzt mit 100 Millionen auch dabei (6). 68 Mio. Euro gibt Deutschland, 150 Mio. Dollar geben die USA.

Die „Zeit“ berichtete (7): „Eine Geberkonferenz der UN hatte bereits höhere Hilfszusagen für das Land erbracht. Der Organisation zufolge kamen bislang 491 Millionen Dollar (386 Millionen Euro) an Hilfen zusammen.“ Das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wie die Paki-Regierung mitteilte (8): „Pakistans Außenminister Shah Mehmood Qureshi bezifferte den Schaden, der Pakistan durch die Wassermassen entstanden sei, auf 43 Milliarden Dollar.“ Da wird aber mutmaßlich noch recht lange gesammelt und gedrängelt werden müssen.

Ich habe ein älteres Ehepaar, beide überzeugte Christen, nach ihrer Spendenbereitschaft gefragt. Sie hatten tatsächlich einen größeren Betrag an die Christoffel-Blindenmission (9) gespendet, die sich u.a. auch dort engagiert (10). Sie argumentierten in etwa so wie Klaus-Dieter Frankenberger in der FAZ vom 21. August (11):

„Man muss es offen aussprechen: Pakistan wird vielfach mit religiösem Extremismus gleichgesetzt; der Islamismus gedeiht, der Terrorismus ist heimisch geworden; die Politikerkaste ist korrupt, die Wirtschaft schwach und feudal. Das sind nicht nur billige Vorurteile – muss man sich da über die Zurückhaltung der Leute wundern? Und doch entspricht es christlicher Überzeugung und menschlichem Mitgefühl, den Opfern der Flut in Pakistan, die für die Korruptheit ihrer Führung und die Machenschaften des Geheimdienstes nichts können, zu helfen, rasch, umfassend, auch ohne politisches Kalkül.“

Dieser Argumentation kann ich mich nicht verschließen. Sie ist die einzige, die für mich zählt. Aber es geht dabei m.E. eher um die Selbstversicherung, dass wir es sind, die die Guten sind. Es geht um bewußte Selbstüberwindung. Um ein Ritual unserer Religion. Denn ich zumindest habe, wenn auch zu den Frauen und Kindern, nicht die Spur Empathie zu den widerlichen pakistanischen Männern. Diese gehören m.E. zum Überflüssigsten, ja Schädlichsten, was auf Gottes Erde wandelt. Die übergroße Mehrheit von ihnen ist grausam, sadistisch und dumm. Seitdem sie vom Mohammedanismus befallen worden sind, haben sie nichts Vernünftiges sondern nur Abartigkeiten hervorgebracht.

Die FAZ hatte z.B. dem Hassprediger Maulana Abdul Aziz Ghazi, der vor einiger Zeit seine Leute zum Mord aufrief und in den Tod schickte, während er selbst in Frauenkleidern zu entkommen suchte, einen Besuch abgestattet. Christoph Ehrhardt berichtete (12): „Der Frust in Pakistan über die korrupten Eliten und die ungerechte Feudalgesellschaft ist groß.“ Aha? Und die Lösung soll ein verlogener Hetzer bringen? Tja, die überwiegende Mehrheit der Pakis glaubt an den sadistischen Unfug, den der feige Maulheld und die vielen anderen feigen Oberorks verzapfen. Mann trifft sich zum Frauensteinigen, Lynchen, Flaggenverbrennen (13).

Denis Yücel in der „taz“ (14): „(…) Geschieht irgendwo in der Welt irgendetwas, durch das sich Muslime beleidigt fühlen (und das ist eine ganze Menge), strömen als Erstes in Islamabad, Karatschi oder Rawalpindi bärtige Männer und ganzkörperverschleierte Frauen auf die Straßen, verbrennen Fahnen und wünschen lauthals irgendwem den Tod. Dass sie an ihren Füßen häufig kaum mehr als ein Paar Sandalen aus Autoreifen tragen, scheint diese Leute weniger zu stören als die Veröffentlichung irgendwelcher Karikaturen in einem 5.000 Kilometer entfernten Land. Unter den dauerbeleidigten Leberwürsten, als die sich die Muslime so gerne präsentieren, sind die Pakistanis die Ultras.“

Und für die soll man spenden, obwohl man nicht ein kleines bißchen Kontrolle darüber hat, ob das Geld den Flutopfern oder den Warlords zugute kommt, obwohl nur Mohammedanisten Pakistans von der Hilfe etwas abbekommen (15)? Nein, ich werde mit dem Spenden warten, bis der Anteil aus den mohammedanistischen Ländern höher ist als der aus den westlichen Demokratien.

Auf FAZ.net kann man seit gestern einen Aufsatz von Rangin Spanta lesen (16), der Sicherheitsberater Hamid Karzais ist. Er macht Pakistan für die Schwierigkeiten seines Landes maßgeblich verantwortlich und fordert ein Umdenken.

Ich fordere auch ein Umdenken. Nach dem Tsunami ist dies schon die zweite Mega-Katastrophe, die die Orks heimsucht, von dem alltäglichen Elend in den Schei*häusern, die sie ihre Staaten nennen, mal ganz abgesehen. Warum lässt Alla sie so leiden? Warum erniedrigt er sie so? Hat er vielleicht den 1.400-jährigen Jihad, das ewige Morden, Quälen und Versklaven, satt? Liebt er vielleicht die Frauen ebenso wie die Männer? Oder gibt es doch mehr als einen Gott, und Alla, den viele Christen Satan nennen (während andere Satan das negative Prinzip nennen), ist schwächer als z.B. Jahwe, der Gott der Juden und Christen? Diese aber meinen, es gäbe keinen Gott außer Jahwe. Warum nun sollte ein Gott verehrenswert sein, den es nicht gibt oder aber der einen schlechten Charakter hat (17) und zudem SCHWACH ist? Warum sollte ich die Schmeißfliege im Honigglas anbeten? Einmal mehr haben die Priester des Baal ein Wettzaubern verloren (18): Das sollte sie zum Umdenken bringen.

Auch wir sollten umdenken. Ich wiederhole an dieser Stelle einen Kommentar auf „Brussels Journal“ (19): „My Pakistani friends have following to say about your forefathers: When we were under British rule it took 20.000 English gentlemen to rule the country peacefully, a whole continent of approx. 500 million people. Today we have 40.000 policemen in Karachi and cannot run that city peacefully.“

Die Zukunft der Müllhalden und Folterverließe dieses Planeten liegt m.E. in der Wiederentdeckung des Kolonialismus.

_____

Time am 23. August 2010

_____

1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/08/13/ihren-ramadan-retten/
2) http://www.n-tv.de/politik/Aerzte-Team-in-Afghanistan-getoetet-article1221841.html
3) http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~E0FD1A091C7564A54BBE4F0979CCC7568~ATpl~Ecommon~Scontent.html
4) http://www.indiskretionehrensache.de/2010/08/hilfe-fur-pakistan/
5) http://bit.ly/ahl6xy
6) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,712822,00.html
7) http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-08/pakistan-flut-iwf
8- wie 3, http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,712822,00.html
9) http://de.wikipedia.org/wiki/Christoffel-Blindenmission
10) http://www.christoffel-blindenmission.de/artikel/Artikel_266267.html
11) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E7F1E95097E5846CDB9AAC417B1758447~ATpl~Ecommon~Scontent.html
12) http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EEE1D079E63644197AE4B415FD1E89773~ATpl~Ecommon~Scontent.html
13) http://www.kybeline.com/2010/08/22/pakistan-lynchen-live/#more-15952
14) http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2010%2F08%2F18%2Fa0105&cHash=713b720680
15) http://www.pi-news.net/2010/08/pakistan-hilfe-nur-fuer-moslems/ 16) http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~E0FD1A091C7564A54BBE4F0979CCC7568~ATpl~Ecommon~Scontent.html
17) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/der-kloran-2-unterwirf-dich-einem-sadisten/
18) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/22/sira-4-gotzen-und-seher/
19) http://www.brusselsjournal.com/node/2749

Doppelmoral: IHR Kennzeichen

13. Juni 2010

„Hafis am Brunnen“,
gemalt von Anselm Feuerbach (1) 1866 (Ausschnitt)

Zwei Texte in der heutigen FAZ setzen sich mit der neuen Achse Ankara-Teheran auseinander. Christiane Hoffmann lässt dabei, auch wenn sie diese Ansicht als die „mancher“ bezeichnet, keinen Zweifel mehr an der tatsächlichen ideologischen Disposition from the Fuhregan, der „… aus seinem islamistischen Herzen nicht länger eine Mördergrube macht“.

Zur Zeit stimmen alle Kommentatoren darin überein, dass Israel durch die Gaza-Flotte eine schwere Niederlage erlitten habe. Diese Ansicht teile ich nicht (2). Ich meine, die IDF haben den Orks und ihren Freunden gezeigt, wo der Hammer hängt, und das war gut so!

Worin die in ihrem Titel angekündigte „Doppelmoral“ des Westens nun übrigens eigentlich bestehen soll, wird Frau Hoffmann den Lesern schuldig bleiben, wie Sie gleich sehen werden.

_____

In die Kerbe westlicher Doppelmoral

Ob Gaza-Blockade oder Iran-Sanktionen:
Die Türkei mischt überall kräftig mit

Der Preis mag hoch gewesen sein, aber ihr Ziel hat die Gaza-Solidaritätsflotte mehr als erreicht: Der Mehrwert an internationalem Mitgefühl und Aufmerksamkeit für Gaza, den die Aktion nach der blutigen Erstürmung durch die israelische Marine Ende Mai erzielte, dürfte die kühnsten Erwartungen der Organisatoren übertroffen haben. Noch dazu ist die Diskussion über Sinn und Unsinn der Gaza-Blockade neu entbrannt. Sogar Washington, das zuvor die Blockade nur äußert maßvoll kritisiert hatte, schlug schärfere Töne an. Von einer „unhaltbaren Lage“ für die Palästinenser sprach Präsident Barack Obama anlässlich eines Treffens mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Washington – gerade eine Woche nachdem der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen geplanten Versöhnungsbesuch bei Obama wegen der Flottenkrise hatte absagen müssen.

Angesichts der Welle internationaler Empörung sah Israel sich gezwungen, die Blockade zu lockern und einer Untersuchungskommission für die Vorfälle zuzustimmen, über deren Zusammensetzung und Zuständigkeit allerdings noch heftig gekämpft wird. Die herrschende Hamas ist in Gaza in einer komfortablen Lage: Wird die Blockade gelockert, wie es Ägypten mit der unbefristeten Öffnung des Grenzübergangs in Rafah bereits getan hat, wird das den Islamisten als Erfolg gutgeschrieben. Bleibt die Blockade bestehen, kann sich Hamas internationalen Mitgefühls sicher sein. Die Machtstellung der Islamisten hat die Blockade in den drei Jahren ihres Bestehens ohnehin nie gefährdet.

Die Führungsrolle bei der Israel-Schelte übernahm der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Die scharfe Kritik an Israel und die unverhohlene Sympathie für die Hamas sehen manche als Beleg dafür, dass Erdogan aus seinem islamistischen Herzen nicht länger eine Mördergrube macht. Tatsächlich ist er dabei, dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad seinen Rang als Liebling der arabischen Straße streitig zu machen. Erdogan schlägt, wenngleich mit geringerer demagogischer Verve und gedämpftem Sendungsbewusstsein, in genau dieselbe Kerbe westlicher Doppelmoral. Die Ankündigung Teherans, auch der iranische Rote Halbmond werde alsbald Hilfsschiffe gen Gaza senden, lässt auch eine Rivalität erkennen: Schließlich kann man den Türken dieses propagandistisch fruchtbare Feld nicht gänzlich überlassen.

Das lautstarke Auftreten Ankaras lieferte aber auch einen neuen Beitrag zur Frage, wer in der Region in jene Lücke vorstößt, die der beständig schwindende Einfluss Washingtons hinterlässt. Den illustrierten zuletzt die vergeblichen Bemühungen des amerikanischen Sondergesandten George Mitchell, die Friedensgespräche wieder in Gang zu bringen, die als Kollateralschaden des Flottenmanövers einen weiteren Rückschlag erlitten.

Die Türkei hat als Vermittlerin in den Konflikten der Region, als Militär- und als Handelsmacht, ihre Politik aktiviert und das erklärte Ziel des Außenministers Ahmet Davutoglu, das Verhältnis zu allen Nachbarstaaten zu verbessern, mit Nachdruck verfolgt, nicht nur mit Blick auf die Ukraine, den Balkan und sogar Armenien, sondern vor allem zu Syrien und Iran.

Vor allem der Türkei – und China – hat Teheran es zu verdanken, dass Iran es bislang verhindern konnte, zum international isolierten Paria-Staat zu werden – trotz der blutigen Niederschlagung der Oppositionsproteste bei der Präsidentenwahl vor genau einem Jahr und trotz des fortgesetzten Ausbaus seines Nuklearprogramms. Daran ändert auch die am Mittwoch nach monatelangem Tauziehen vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete nunmehr vierte Sanktionsresolution gegen Iran nichts. Die Türkei und Brasilien, die im Mai eine Vereinbarung über den Austausch von angereichertem Uran gegen Brennstäbe mit Teheran ausgehandelt hatten, stimmten erwartungsgemäß gegen die Sanktionen. Und China, das die Resolution beständig verwässert hatte, um seine Energiegeschäfte mit Teheran nicht zu gefährden, empfing Ahmadineschad tags darauf bei der Expo in Schanghai – nachdem ihm Ankara Anfang der Woche auf einer Sicherheitskonferenz in Istanbul ein Forum geboten hatte.

Die größte Bedrohung fürchten die Machthaber in Teheran von innen. Vor dem Jahrestag der Präsidentenwahl nahm die Repression noch einmal massiv zu. Seit Tagen patrouillieren Spezialkräfte der Polizei auf Straßen und Plätzen der Hauptstadt. Dabei fürchtet die Opposition die Konfrontation auf der Straße: Ihre Führer sagten die für Samstag geplante Demonstration ab, nachdem sie von der Regierung nicht genehmigt worden war.

_____

Eine pointierte Glosse, die ahnen lässt, wie sehr die Verehrung des Dichters Hafis (3) durch das offizielle Iran seiner tatsächlichen Persönlichkeit und seinen Werken widerspricht, und die also einmal mehr die Verlogenheit des iranischen Regime und der mohammedanistischen Unkultur aufdeckt, lieferte Richard Wagner.

Doppelmoral, um auf Frau Hoffmann zurückzukommen, ist eines der entscheidenden Attribute mohammedanistischer Ideologie und im Westen eher bei denen anzutreffen, die den Westen hassen. Die z.B. Krokodilstränen über die vor Gaza getöteten Jihadisten vergießen, denen aber die vielen Christen, die täglich von den Mohammedanisten abgeschlachtet werden (4), völlig egal sind. Doppelunmoral übrigens sehen Sie auf dem Bild rechts.

_____

Wer aus schlichten Verhältnissen kommt

Wer aus schlichten Verhältnissen kommt, muss noch lange nicht so sprechen als käme er aus schlichten Verhältnissen, und so hätte der iranische sogenannte Präsident Mahmud Ahmadineschad seinen Unmut auf die ihm wieder einmal mit Sanktionen kommenden Vereinten Nationen nicht in derart garstige Worte verpacken müssen, wie er das in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe im Beisein tadschikischer sogenannter Eliten getan hat: „Für uns ist das wie eine lästige Schmeißfliege. Gegen uns sind nun Sanktionen erlassen worden. Für uns ist das wie eine Serviette, mit der man sich den Speichel abwischt und sie dann in den Müll wirft.“

Das mag ja nun auch alles so sein, wie er das auf seine stets unrasierte und schlecht gekleidete Art sagte, aber er hätte auch zurückgreifen können auf die Sprachakrobatik eines Hafis, dessen Gedichte zwar immer nach Rosenwasser, Moschus, Rotweinflecken und homoerotischen sogenannten Phantasien müffeln, der aber auch so manches wahre Wort gesprochen hat wie dieses: „Erbaue dich am Weine, Freund – / wirst du der Moderwelt zum Raube, / So backt sie Ziegelsteine, Freund, / nach deinem Tod aus deinem Staube“.

Und hätte er überdies die Aura des Ortes auf sich wirken lassen, dann wäre eine Besinnung auf Hafis überflüssig gewesen, weil sich in Tadschikistan jene sagenumwobenen filigranen Pfirsichbäumchen in den kornblumenblauesten Himmel recken, deren mit kaninchenfellweichem Flaum überzogene Früchte von einer Zartheit und Süße sind, dass sie jeden Sterblichen, der sie genießt, unweigerlich ins Verderben reißen – heißt es.

_____

Sonst durch seine verdrehte Ausdrucksweise bekannt und stets darauf bedacht, sich als Wissenschaftler darzustellen, verliert das räudige Zwergmammut jegliche Contenance und schimpft wie ein altes Fischweib – wenn das kein Zeichen dafür ist, dass die Sanktionen ihn maßlos ärgern und seine Gewaltherrschaft angreifen. Noch ein Hammer, und wir haben noch mehr!

Time am 13. Juni 2010

_____

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Anselm_Feuerbach
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/06/01/daniel-pssst-wir-haben-gewonnen/
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Hafis
4) http://www.kybeline.com/2010/06/13/philippinen-militante-muslime-ermorden-drei-christen/

Zwei Vorschläge

10. Dezember 2009

Wie der aktuelle Spiegel (#50) berichtet, muss davon ausgegangen werden, dass 2050 die Mehrheit der Jugendlichen unter 15 Jahren z.B. in Österreich Mohammedanisten sein werden. In der FAZ vom Montag (7.12.) hatte Christopher Caldwell, Mitarbeiter der „Financial Times“, Folgendes festgestellt:

„Von 1971 bis 2000 ist die Zahl der Ausländer (Es wird Zeit, generell Ausländer von Mohammedanisten zu trennen, T.) in Deutschland von 3 Millionen auf etwa 7,5 Millionen gestiegen. Die Zahl der erwerbstätigen Ausländer hat sich jedoch nicht bewegt: Sie blieb bei rund 2 Millionen. 1973 (dem Jahr des Anwerbestopps) waren 65 Prozent der Einwanderer auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt, ein Jahrzehnt später waren es nur noch 38 Prozent. Ein Großteil der Zuwanderung nach Deutschland, die seit dem Anwerbestopp hauptsächlich ungesteuert über Familienzusammenführung erfolgte, ging also nicht in den Arbeitsmarkt, sondern in die Sozialsysteme.“

Nun ist es natürlich noch ein bisschen hin bis 2050, aber es ist anzunehmen, dass sich der Trend nicht von selbst umkehren wird: Wenn nichts getan wird, wird die Zahl der Mohammedanisten drastisch zunehmen, und diese Mohammedanisten werden nichts tun, außer Jihad natürlich. 40 Jahre Zeit, das heißt, dass wir je nach Standpunkt ein mittel- bis langfristiges Problem vor uns haben, welches, so meine ich, mittel-bis langfristige Lösungsvorschläge erfordert.

Ein wesentlicher Grund, warum die Orks viel zahlreicher bei uns als in die USA eingesickert sind, obwohl dort das Wetter ungleich angenehmer ist, liegt nicht nur in der geografischen Nähe begründet sondern vor allem in der Tatsache, dass wir unsere Feinde an unseren Sozialsystemen teilhaben lassen. Aus diesem Grund müssen sie langfristig gesehen aus unseren Sozialsystemen entfernt werden. Dies würde, wenn man es direkt und gezielt durchzieht, einen globalen Aufschrei verursachen, also muss es anders angegangen werden. Die Sozialsysteme einschließlich Krankenkassen müssen quasi zunächst für alle abgeschafft werden, das ist gerecht, denn es trifft ja alle. Sodann müssen von verschiedenen Trägern erwerbbare Produkte angeboten werden, die die Sozialversicherungen ersetzen. Diese Träger könnten z.B. die christlichen Kirchen sein (zu denen den Mohammedanisten der Zugang versperrt sein müsste), Gewerkschaften, Versicherungen usw. Die Sozialleistungen müssen m.E. also vollständig privatisiert werden. Ein mohammedanistischer Penner würde dann nicht mehr von allen luxuriös rundum versorgt, sondern er könnte sich seinen täglichen Teller Suppe in seiner Moschee abholen, und das war’s.

Gestern brachte die FAZ einen interessanten Artikel von Christiane Hoffmann über die Situation in Iran (1), in dem sie u.a. schreibt:

„In Iran leben mehr als zwei Drittel der Bevölkerung in Städten, ihr Anteil ist damit etwas höher als in Japan, ein Drittel höher als in Ägypten und dreimal so hoch wie in Afghanistan. Allein der Großraum Teheran – eine der sieben Millionenstädte des Landes – zählt mehr als zwölf Millionen Einwohner. Auf der Straße demonstriert vor allem die urbane Jugend, jene stärkste Bevölkerungsgruppe des Landes, die sich der Fruchtbarkeitspropaganda nach der islamischen Revolution 1979 und der Bevölkerungsexplosion in den achtziger Jahren verdankt.

Es sind die heute 20 bis 35 Jahre alten Männer und Frauen, aufgewachsen in der nachrevolutionären Atmosphäre und der Zeit des Krieges gegen den Irak. Sie sind eine durchaus politische Generation, die noch die Strahlkraft der revolutionären Mythen kennt, bevor sie zur entleerten Propaganda wurden. Ihre revolutionäre Erziehung richten sie jetzt gegen das islamische System. Mit Bedacht vergleicht die Opposition die Volksmilizen der Basidschi, die heute gegen die Demonstranten vorgehen, mit der Knüppelpolizei des Schahs.

Zugleich kämpft das System gegen die Saat des eigenen Fortschrittsanspruchs, der sich im Ausbau des Bildungssystems niederschlug. Viele der jungen Leute sind gebildet, über Internet und Satellitenfernsehen mit der Welt verbunden. Sie sind verwirrt durch die Widersprüche zwischen der offiziellen Moral und der fortschreitenden Modernisierung der Gesellschaft, zynisch geworden durch die allgegenwärtigen Lügen. Sie sind frustriert – nicht von ungefähr haben Metaphern der Explosion in Teheran Konjunktur. Je jünger die Demonstranten, desto frustrierter, desto stärker eine depressive Leere, hinter der Aggression lauert. Viele wissen nur, was sie nicht wollen.“

Natürlich ist das Problem, das der Welt aus den unübersehbaren Horden Jugendlicher erwächst vor allem auch ein Problem mit dem Mohammedanismus, da es besonders die Orks sind, die sich hemmungslos vermehren (2). Wie man oben aber sieht, scheinen im Iran auch die Zugriffsmöglichkeiten des Regimes schwächer zu werden, d.h. die vielen Jugendlichen werden vielleicht zunehmend auch für die Orkeliten unkontrollierbar. Auf jeden Fall ist es m.E. geboten, darüber nachzudenken, wie der Westen auf die Orkkinder Einfluß ausüben kann, um sie auf seine Seite zu ziehen. Sie gegeneinander aufzuhetzen, ist demgegenüber nicht notwendig, Streit zwischen ihnen entsteht zwischen Orks ja stets von ganz allein, wie z.B. grade in Walsall, UK, wo Moslems eine Moschee verhindern wollen (3).

Immerhin: Jugendliche sind keine Verrückten, wie, das berichtete in der gestrigen FAZ Nicola von Lutterotti, der bedeutende amerikanische Psychologe Laurence Steinberg herausgefunden hat:

Jugendliche sind keine Verrückten

Unter ihresgleichen verhalten sie sich aber risikobereiter und ungeduldiger als allein oder in Begleitung von Erwachsenen

Der amerikanische Psychologe Laurence Steinberg widerspricht der verbreiteten Ansicht, Teenagergehirne seien das reine Chaos. Demnach verhalten sich Jugendliche lediglich anders als Erwachsene – weil bei ihnen bestimmte, für die Impulskontrolle zuständige Hirnstrukturen noch nicht voll ausgereift sind. Die Überzeugungskraft des an der Temple University in Philadelphia lehrenden Forschers hat das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten vor wenigen Jahren dazu bewogen, die Todesstrafe für Minderjährige abzuschaffen. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Steinberg nun mit einem der höchstdotierten Forschungspreise, dem Research Prize der Jacobs Foundation, geehrt.

Ob es stimme, dass Jugendliche nicht lernfähig seien, habe ihn unlängst ausgerechnet eine Lehrerin gefragt, sagt Steinberg. Mit ihrer skeptischen Haltung stehe die Frau freilich nicht allein. Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit pubertierender Mädchen und Jungen gebe es allenthalben. Zwar könne man schwerlich leugnen, dass Teenager mitunter anders agieren als Erwachsene. Von Chaos im Kopf könne allerdings nicht die Rede sein. Steinbergs Überzeugung ist das Ergebnis dreißigjähriger Forschungstätigkeit. Wie Steinberg und sein Team zeigen konnten, unterstehen Jugendliche in erheblichem Maße dem Einfluss Gleichaltriger. Hinweise auf eine solche Abhängigkeit liefern unter anderem die Ergebnisse eines fiktiven Fahrtests. Darin wurden 302 Personen unterschiedlichen Alters – Teenager, junge Studenten und über 24 Jahre alte Erwachsene – aufgefordert, ein virtuelles Auto so rasch wie möglich ins Ziel zu steuern. Den Weg dorthin säumten mehrere Ampeln, die kurz davor waren, von Gelb auf Rot umzuschalten. Die Probanden mussten daher jeweils entscheiden, ob sie für den potentiellen Sieg das Risiko eines mit Punktabzügen bestraften Unfalls in Kauf nehmen oder aber stehenbleiben und wertvolle Zeit verlieren.

Das Ergebnis: Die Teenager riskierten in Anwesenheit von Gleichaltrigen deutlich mehr, als wenn sie sie allein oder in Begleitung von Erwachsenen waren. Mit zunehmendem Alter nahm der Einfluss der Peers dann immer mehr ab und verschwand bei den über 24-Jährigen fast vollständig. Jugendliche haben also im Beisein ihrer Peers offenbar eine andere Risikowahrnehmung. Der potentielle Nutzen erhalte in ihren Augen dabei deutlich mehr Gewicht als die möglichen Gefahren.

Dass Teenager sehr viel unbesonnener agieren, wenn sie sich von Freunden beobachtet fühlen, geht auch aus einem anderen Experiment der Forscher hervor. Probanden unterschiedlichen Alters wurden darin vor die Wahl gestellt, entweder einen kleinen Geldbetrag sofort oder einen merklich höheren sechs Monate später zu kassieren. Auch in dieser Situation handelten die Jugendlichen sehr viel weitsichtiger, wenn sie allein waren. Befanden sie sich in Begleitung von Peers, entschieden sie sich oft selbst dann für das schnelle Geld, wenn ihnen etwas Geduld sehr viel mehr Gewinn eingetragen hätte.

Wie aber kommt es dazu, dass Jugendliche unter ihresgleichen waghalsiger und ungeduldiger sind? Laut Steinberg gibt es zwei Erklärungen: So verfüge man in der Pubertät über die höchste Aktivität des Nervenstoffs Dopamin, ein auch Gefühle wie Glück und Euphorie – etwa auch den „Kick“ im Zusammenhang mit riskanten Aktionen – vermittelndes Signalmolekül im Gehirn. Außerdem sei der für Impulskontrolle zuständige vordere Stirnlappen noch nicht vollständig ausgereift.

Ob und wie gut man das eigene Ego zurückzustellen und weitsichtig zu agieren vermag, scheint maßgeblich von der Funktionsfähigkeit dieser Hirnregion abzuhängen. Das belegt eine Forschergruppe um den Ökonomen Ernst Fehr von der Universität in Zürich. In verschiedenen Experimenten bestimmten die Wissenschaftler das Verhalten von 52 Männern und Frauen, deren vorderer Stirnlappen mit Hilfe harmloser magnetischer Impulse vorübergehend inaktiviert worden war. Die daraufhin beobachtbaren Verhaltensänderungen verglich Fehr mit einem „Rückfall in die Pubertät“. So hätten die Versuchspersonen ähnlich impulsgesteuert agiert wie Steinbergs Jugendliche – und das, obwohl sie nach wie vor in der Lage waren, richtig von falsch und vernünftig von unvernünftig zu unterscheiden.

Solche Einsichten scheinen sich somit nur dann auf das Verhalten auszuwirken, wenn der vordere Stirnlappen funktionsfähig ist. Hinweise auf einen solchen Zusammenhang liefert unter anderem eine von Fehr und Kollegen vorgenommene Untersuchung, bei der die Teilnehmer paarweise gebeten wurden, einen bestimmten Betrag miteinander zu teilen. Das Protokoll sah dabei vor, dass einer der Probanden zunehmend mehr Geld für sich allein beanspruchte. Ausgehändigt wurde dieses aber nur, wenn beide Partner in den Handel einwilligten. Wie die Zürcher Forscher feststellten, gingen die Teilnehmer größtenteils nur dann auf unfaire Angebote ein, wenn die neuronale Impulskontrolle ausgeschaltet war. Ansonsten lehnten die Probanden solche Offerten zumeist ab – und das, obwohl dabei nicht nur ihr unfairer Partner, sondern auch sie selbst leer ausgingen. Evolutionsgeschichtlich diene die Unterdrückung des zum „Take the money and run“ drängenden Impulses möglicherweise der Etablierung sozialer Normen, mutmaßt Fehr. Demnach werden Egoisten für ihr unsoziales Verhalten bestraft, um Kooperation in Gruppen zu fördern.

Ganz ausgereift ist der vordere Stirnlappen erst im Alter von rund 25 Jahren. Aus dem Grund könne man minderjährige Straftäter auch nicht so hart bestrafen wie erwachsene Verbrecher. Dies bedeute nicht, räumt der Psychologe ein, dass man kriminelle Teenager mit Samthandschuhen anfassen solle. Kriminelle Jugendliche jahrelang ohne sachgerechte Unterstützung wegzusperren, wie dies in den Vereinigten Staaten geschehe, bezeichnet er gleichwohl als unsinnig. Ein Gefängnisaufenthalt koste die Steuerzahler weitaus mehr als eine vernünftige Ausbildung, und er leiste auch keinen Beitrag zur Resozialisierung. Das Preisgeld von einer Million Schweizer Franken will Steinberg für Studien in anderen Regionen verwenden. Es sei noch weitgehend unklar, welchen Einfluss die Kultur auf das Verhalten Jugendlicher ausübe.

_____

Diese eigentlich nicht schlechte Nachricht lässt sich aber m.E. z.T. auch gegenteilig interpretieren. Insofern davon ausgegangen werden muß, dass der vordere Stirnlappen erst im Alter von rund 25 Jahren ausgereift ist, sind Menschen also erst mit 25 voll zurechnungsfähig und im Wortsinn „erwachsen“.

Jeder kennt den Spruch, dass, wer als Jugendlicher kein „Kommunist“ (Schwärmer) sei, herzlos sei. Es sind die Jugendlichen, die sich bereitwillig vor die Panzer und in die Minenfelder hetzen lassen, sie sind es, die sich und andere in die Luft sprengen. Jugendliche sind aus Statusmangel zutiefst unsicher aber gleichzeitig furchtbar rechthaberisch und auf der Suche nach Gültigkeit, nach „ewigen“ Wahrheiten.

Rechnet man zu den biologischen Gegebenheiten auch noch das durch mangelnde Erfahrung erheblich schmalere Verhaltensrepertoire und die eingeschränkteren Möglichkeiten Risiken abzuschätzen, wahrscheinliche Prognosen zu treffen usw. hinzu, so könnte sich aus diesen Voraussetzungen die Idee entwickeln, das Volljährigkeitsalter (bei gleichzeitiger Senkung des Strafmündigkeitsalters) nach oben zu verschieben.

Die bis zu 25jährigen sind im Straßenverkehr die gefährlichste Gruppe, also sollte man sie von Autos fernhalten. Sie sind ebenfalls schwärmerisch und glauben jeden Mist, sie wählen (biologisch bedingt) links, also sollten sie nicht wählen dürfen. Mithin schlage ich als zweite langfristige Maßnahme die Heraufsetzung der Volljährigkeit auf mindestens 25 Jahre, besser noch auf 30 Jahre vor.

Meine sehr verehrten jugendlichen und jungen Leserinnen und Leser, hiermit erteile ich das Wort Ihnen,

Großgerontokrat Time am 10. Dezember 2009

_____

(1)  http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E37806A2BAEB24C29B2C2FA963079ED9E~ATpl~Ecommon~Scontent.html

(2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/11/07/counterjihad-ist-klimaschutz/

(3) http://www.expressandstar.com/2009/12/04/mosque-plan-for-town-is-thrown-out/

http://www.guardian.co.uk/commentisfree/belief/2009/dec/08/ahmadi-mosque-walsall-protests

http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-1281/i.html

auch:

https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/01/schicksalsmacht-demografie/

https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/08/07/die-lieben-kleinen-raptoren/

https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/08/10/born-to-win/