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To know him is to hate him (#10)

15. April 2013

Gülen

Ein ganz übler Mastermind der Orks ist Fethullah Gülen (1), der die Erde mit einem Netzwerk von Stützpunkten seiner Sekte, überwiegend getarnt als Schulen, überzogen hat.

Die heutige FAZ brachte den ausführlichen Hinweis von Regina Mönch zu der Fernsehsendung „Der lange Arm des Imam – Das Netzwerk des Fethullah Gülen“ über den verschlagenen Nazislahmisten, die heute um 22:00 Uhr im WDR ausgestrahlt werden wird.

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Sekte oder Segen?

Ein Film über das Netzwerk des Fethullah Gülen

Die Deutschen wissen inzwischen viel über den Islam. Und fast nichts über den wohl wirkmächtigsten Prediger dieser Religion, den türkischen Imam Fethullah Gülen. Millionen Muslime in aller Welt verehren ihn, halten ihn für einen islamischen Gandhi, einen Heilsbringer und Modernisierer des Islam. Am bekanntesten ist noch seine Botschaft: „Baut Schulen, nicht Moscheen.“ Bildungsbewusste deutsche Muslime schicken ihre Kinder gern in diese Schulen, die seit Jahren überall entstehen. Woher das Geld dafür stammt, bleibt unklar. Gülens Kritiker wiederum glauben, dass sein weltweites Netzwerk, auch das in Deutschland, eine wichtige islamistische Bewegung sei. Es ist kein Streit mit allzu viel belastbaren Fakten; Gülen-Lobbyisten sind Meister des unklaren Wortes. Wer ausgestiegen ist, verschweigt lieber seinen Namen. Gülen-Kritiker in der Türkei aber leben gefährlich. Journalisten und sogar Staatsanwälte, die wegen Korruption ermitteln, sind nicht mehr sicher, sobald sie sich mit den Machtstrukturen dieses Netzwerkes beschäftigen.

In der Reihe „die story“ zeigt der WDR heute die Reportage „Der lange Arm des Imam – Das Netzwerk des Fethullah Gülen“. Cornelia Uebel und Yüksel Ugurlu haben begeisterte Anhänger des Predigers getroffen und hochmotivierte Unternehmer, die Gülens Bildungsideen für eine neue muslimische Elite umsetzen wollen. Sie versuchen zu erfahren, wofür die Bewegung steht, und erleben schon eine etwas ratlose Kölner Stadträtin, die eine dieser Schulen mit genehmigt hat. Rita Süssmuth sitzt im Beirat des Berliner Vereins „Forum für Interkulturellen Dialog“ (FID), dessen Ehrenvorsitzender Fethullah Gülen ist. Sie ist überzeugt, der Prediger trete für Demokratie und Dialog ein. Als man ihr eine Gülen-Rede zur Religionsfreiheit vorlegt, in der der Prediger betont, dass Apostasie, der Abfall vom Glauben, mit dem Tode bestraft werden müsse, ist sie zwar schockiert, will darüber aber allenfalls diskutieren, nicht handeln. Fethullah Gülens märchenhafter Aufstieg in der Türkei der neunziger Jahre, Seite an Seite mit seinem Freund Recip Erdogan, wird 1999 jäh unterbrochen. Offiziell heißt es, er sei aus gesundheitlichen Gründen in die Vereinigten Staaten gegangen.

Die Autoren zeigen noch einmal das Video, in dem er dazu aufrief, den türkischen Staat zu unterwandern, um dereinst die Macht zu übernehmen, und damit den Bogen wohl überspannte. Eine Manipulation, sagen seine Anhänger. Wie sie überhaupt alles, was offiziellen Gülen-Verlautbarungen widerspricht, als „aus dem Kontext gerissen“ abtun. Das zu zeigen ist ein großes Verdienst des Filmes. Die vielen ins Leere laufenden Fragen der Reporter bei Lobbyisten, etwa nach den Lichthäusern, angeblich ganz normale Wohngemeinschaften, und die eindrücklichen Berichte der Aussteiger, die dort indoktriniert wurden, die Erfahrungen des Integrationsbeauftragten Cakir, der beschreibt, wie diese Parallelwelt sich am Rande der Legalität etabliert hat – das alles vermittelt eindrücklich, wie das Netzwerk funktioniert: als gut organisierte Sekte, deren Schulen nur Fassade sind.

Den Rahmen der Geschichte bildet ein Interview mit Fethullah Gülen, zu dem es nie kommt. Das Hinhalten der Journalisten vor und in Gülens Haus in Pennsylvania, das unermüdliche Verunklaren seiner Mitstreiter sind das eine, die Blicke hinter diese freundliche Barriere des Verbergens aber zeigen vor allem eines: eine religiöse Parallelwelt, ein schwer durchschaubares Netzwerk, das aber offensichtlich großen Einfluss auf Staat und Gesellschaft hat, auch in Deutschland.

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Time am 15. April 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bil-schulen-in-deutschland-gebildet-hoeflich-muslimisch-12110894.html