Posts Tagged ‘Daniel Pipes’

Refugium Polen (#2)

12. Juli 2018

Daniel Pipes schrieb kürzlich über Polen (1) und dachte dabei in eine Richtung, die Gunnar Heinsohn bereits vor drei Jahren vorgegeben hat (2).

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Polens Muslim-Bann

Als er letzten Dezember designierter polnischen Ministerpräsident war, gab Mateusz Morawiecki die außergewöhnliche Erklärung ab, dass er und seine Regierung die Europäische Union „umwandeln wollen, sie wieder christlich machen wollen“.

Fasziniert von dieser großen Vision des Schicksals Polens und insbesondere interessiert an dem fast vollständigen Bann für muslimische Immigranten (wiederum Morawiecki: „Wir werden keine Migranten aus dem Nahen Osten und Nordafrika in Polen annehmen.“), verbrachte ich eine Woche in Warschau, um zu verstehen, warum das Land sich so scharf von Westeuropa unterscheidet und was das bedeutet.

Ich fand eine tobende Debatte um die zivilisationistische (üblicherweise und ungenau als „rechtsextrem“ bekannte) Partei vor, die Recht und Gerechtigkeit heißt (PiS, „peace“ ausgesprochen). Genauer gesagt streiten die Polen darüber: Schürte PiS oder reagierte sie auf antimuslimische Gefühle?

PiS-Kritiker stellen sie (wie andere zivilisationische Parteien) als eine Partei dar, die auf eingebildeten Ängsten und fadenscheinigen Emotionen an die Macht reiten will. Bis auf die Belagerung Wiens 1683 weisen sie auf gute historische Beziehungen der Polen zu Muslimen hin, darunter sieben Jahrhunderte beispielhafter Beziehungen zur winzigen Türkisch sprechenden Gruppe in Polen lebender Muslime, den Lipka-Tataren; auf die romantischen Vorstellungen des polnischen Adels über ihre iranische („sarmatische“) Herkunft; dass das Osmanische Reich es ablehnte die Teilung Polens anzuerkennen; und dass die PiS selber die Immigration von Tschetschenen nach Polen Anfang der 2000-er Jahre herzlich begrüßte.

Gemäß dieser Interpretation brachten die PiS und ihr gefügige Medien das Gespenst der Gewalt und anderer Spannungen bezüglich Muslimen in Westeuropa auf, womit sie eine ausreichende Zahl Polen verängstigte, so dass sie die erste Einparteienregierung der postkommunistischen Ära bilden konnte. Kritiker argumentieren, dass die PiS die polnische Demokratie herabwürdige und gefährde, während sie gleichzeitig die Europäische Union untergrabe.

PiS-Anhänger kehren diese Darstellung um. Nach ihrer Darstellung löste die aus Europa kommende ständige Kost an jihadistischer Gewalt, taharrusch, Banden für sexuelle Heranziehung von Mädchen zur Prostitution, Ehrenmorden, weiblicher Genitalverstümmelung, krimineller Aktivitäten, Sozialbetrug und kultureller Aggression ein Bedürfnis von unten, damit die Parteien eine Antizuwanderungs- und -islamisierungsplattform übernehmen. Der Merkel-Tsunami von 2015/16 mit seinen mehr als einer Million durch Europa laufenden Muslimen, machte den Polen Angst. Entsprechend lehnen 75 Prozent von ihnen muslimische Zuwanderung ab. Daher wird, so stellen sie fest, selbst dann, wenn der Hauptkonkurrent der PIS an die Macht kommt, das Muslim-Verbot in Kraft bleiben.

Von diesen zwei Interpretationen finde ich die zweite weit überzeugender. Die PiS ist nicht mehr verantwortlich für die Ängste vor Zuwanderung und Islamisierung als Europas andere zivilisationistische Parteien wie die Freiheitliche Partei Österreichs oder die italienische Lega. Sie alle reagierten auf wachsendes Unbehagen, hauptsächlich beim Boden des sozioökonomischen Spektrums. Sie repräsentieren die Europäer, die um ihre Zivilisation fürchten.

Abgesehen davon gibt es an der PiS vieles, das man kritisieren kann. Sie verschwendet Geld auf Sozialleistungen, die die Regierung sich nicht leisten kann und hat vom antikapitalistischen Wirtschaftstheoretiker Thomas Piketty das Konzept der „abhängigen Marktwirtschaft“ übernommen. In einer überraschenden Zustimmung zur kommunistischen Vergangenheit will die PiS den Staat mächtiger machen, zum Beispiel indem er die Kontrolle über die Justiz übernimmt. Sie betreibt Verschwörungstheorien (besonders zum Flugzeugabsturz in Smolensk im April 2010). Sie befürwortet das idiotische Gesetz, das jemanden ins Gefängnis bringt, der „polnische Todeslager“ erwähnt und machte dann alles noch schlimmer, als sie von „jüdischen Tätern“ im Holocaust redete. (Allerdings machte sie letzte Woche unter internationalem Druck bezüglich der Drohung mit Gefängnisstrafe einen Rückzieher.)

Unter Vermerk dieser Probleme bleibe ich dabei, dass man die Partei unterrichten und beobachten sollte, nicht dämonisieren, damit sie aus ihren Fehlern lernen kann, während sie das Land vor der potenziell existenziellen Bedrohung durch den dem Islam intrinsischen Drang nach Macht schützt.

Warum haben die Polen so anders auf die muslimische Migration reagiert als die Westeuropäer? Die Homogenität des Landes und seine unsichere Geschichte (es verschwand für mehr als ein Jahrhundert von der Landkarte) sind beides Faktoren, aber was ich als entscheidend feststellte, war, dass die Polen spät ins Spiel eintraten, die massiven Fehler ihrer westlichen Nachbarn sahen und zu der Entscheidung kamen, diese nicht zu wiederholen.

Wie sehen die langfristigen Folgen für den Ausschluss muslimischer Migranten aus? Polen wird der heraufziehenden Krise Westeuropas entgehen. Weil Länder, angefangen mit Italien, versuchen ihre Grenzen zu kontrollieren und illegale Migranten auszuweisen, werden Spannungen, Aufstände und Gewalt folgen. Im Gegensatz dazu wird Polen (wie seine ehemaligen Nachbarn des Sowjetblocks) diese Krise aussitzen und vielleicht Exilanten aus Westeuropa aufnehmen.

Zwar ziehen diese Auswanderer in erster Linie nach Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten, aber Polen könnte – angesichts seiner Nähe, persönlichen Sicherheit und niedrigen Lebenskosten – ein attraktives Ziel werden, besonders für Rentner und für Juden, die in Europas Westen Ziele von Anschlägen, aber in Polen zunehmend sicher sind.

Genauso wenig wie die EU in naher Zukunft nicht wieder christlich werden wird, wird es eine Islamisierung Polens geben.

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Time am 12. Juli 2018

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1) http://de.danielpipes.org/18414/polens-muslimen-bann
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/06/28/refugium-polen/

Torkei raus aus der NATO (#2)

21. Oktober 2017

Zur Abwechslung hat Daniel Pipes mal wieder etwas sehr Vernünftiges geschrieben.

Lesen Sie seinen aktuellen Aufsatz, den ich von „haOlam“ habe (1).

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Die NATO vor der Türkei retten

Der Nordatlantische Verteidigungspakt, bekannt als NATO, sieht sich einem existenziellen Problem gegenüber.

Nein, es geht nicht darum, Mitgliedstaaten dazu zu bringen, die vereinbarten Ausgabenziele für Verteidigung zu erfüllen. Oder nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine Rolle zu finden. Oder sich Russlands Wladimir Putin entgegenzustellen. Es geht vielmehr um Recep Tayyip Erdoğan, den islamistisch-diktatorischen Herrscher der Türkei, dessen Politik droht, diese seit ast 70 Jahren bestehende einzigartige Allianz aus 29 Staaten auszuhöhlen.

Seit der Entstehung der NATO 1949 wurden die Gründungsprinzipien das Ziel der Allianz als „die Freiheit, gemeinsames Erbe und Zivilisation der Völker [der Mitgliedsstaaten ] zu bewahren, die auf den Prinzipien der Demokratie, der individuellen Freiheit und dem Rechtstaatprinzip gründen“ festgelegt. Mit anderen Worten: Die Allianz existiert, um die westliche Zivilisation zu verteidigen.

Während ihrer ersten 42 Jahre – bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 – bedeutete dies, den Warschauer Pakt zu zügeln und sich gegen ihn zu verteidigen. Heute bedeutet es, Russland und den Islamismus einzudämmen und zu besiegen. Von diesen beiden ist der Islamismus die größere und langfristigere Bedrohung; er basiert nicht auf der Persönlichkeit eines einzelnen Führers, sondern auf einer höchst wirksamen Ideologie, die im Grunde Faschismus und Kommunismus als größte radikale, utopische Herausforderungen des Westens beerbt.

Einige wichtige Persönlichkeiten der NATO erkannten diese Verschiebung bereits kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjets. Bereits 1995 vermerkte Generalsekretär Willy Claes voraussehend: „Der Fundamentalismus ist mindestens so gefährlich wie es der Kommunismus war.“ Mit dem Ende des Kalten Krieges, sagte er, „ist die islamische Militanz als die vielleicht ernsteste Bedrohung des NATO-Bündnisses und der westlichen Gesellschaft hervorgetreten“.

2004 warnte Spaniens ehemaliger Premierminister José María Aznar: „Der islamistische Terrorismus ist eine neue, gemeinsame Bedrohung globaler Art, die schon die reine Existenz der Mitglieder der NATO gefährdet.“ Er trat dafür ein, dass die NATO sich darauf konzentriert, „den islamischen Jihadismus und die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen“ zu bekämpfen, und er forderte, dass „der Krieg gegen den islamischen Jihadismus in Zentrum der Strategie der Verbündeten gerückt wird“.

Doch eine robuste NATO nach dem Modell von Claes/Aznar, die den Kampf gegen den Islamismus führt, wurde durch Erdoğan behindert. Statt den Kampf gegen den Islamismus durchzusetzen, beugten sich die übrigen 28 Mitglieder erschreckenderweise dem Islamisten in den eigenen Reihen.

Die 28 halten zum Beinahe-Bürgerkrieg des türkischen Regimes in Südost-Anatolien gegen die eigenen kurdischen Bürger den Mund. Das Entstehen einer Privatarmee (mit Namen SADAT) unter ausschließlich Erdoğans Kontrolle scheint sie nicht zu beunruhigen.

Ebenso scheinen sie gegenüber Ankaras unvorhersehbar einschränkendem Zugang zur NATO-Basis Incirlik und den blockierten Beziehungen zu befreundeten Staaten wie Österreich, Zypern und Israel blind zu sein, genauso wie gegenüber dem boshaften Antiamerikanismus, der z.B. darin symbolisiert wird, dass der Bürgermeister von Ankara die Hoffnung äußerte, dass den Vereinigten Staaten mehr Sturmschäden zugefügt werden.

Die schlechte Behandlung von NATO-Mitgliedsstaaten kümmert die neuen Helden der NATO kaum: Weder die Verhaftung von 12 Deutschen (wie Deniz Ycel und Peter Steudtner), noch die versuchte Ermordung von Türken in Deutschland (wie Yüksel Koç), nicht die Festnahme von Amerikanern in der Türkei als Geiseln (wie Andre Brunson und Serkan Gölge), nicht die physische Gewalt gegen Amerikaner in den USA (wie am Brookings Insitute und dem Sheridan Circle).

Die Nato scheint unbeeindruckt davon, dass Ankara dem Iran bei seinem Atomprogramm hilft, ein iranisches Ölfeld entwickelt und iranische Waffen an die Hisbollah weiterleitet. Erdoğans Reden davon, sich dem von Moskau und Beijing dominierten Shanghai-Pakt anzuschließen, verärgert kaum, genauso wenig die gemeinsamen Manöver mit dem russischen und chinesischen Militär. Dass die Türkei das russische Flugabwehr-Raketensystem S-400 kauft, scheint eher irritierend zu sein als ein Umstand, der zum Abbruch der Geschäftsbeziehungen führt. Eine beiderseitige Visa-Sperre zwischen den USA und der Türkei beunruhigt niemanden.

Die NATO steht vor einer Wahl. Sie kann in der Hoffnung, dass Erdoğan nicht mehr als eine kolikartige Episode ist und die Türkei in den Westen zurückkehrt, die aktuelle Politik weiterfahren. Oder sie kann die Brauchbarkeit der NATO als zu wichtig erachten, als dass sie dieser spekulativen Möglichkeit geopfert wird und selbstbewusste Schritte unternehmen, um die Republik Türkei aus NATO-Aktivitäten herauszuhalten, bis sie sich wieder wie ein Verbündeter verhält. Zu diesen Schritten könnte gehören, dass

  • alle Atomwaffen aus Incirlik entfernt werden,
  • die Operationen der NATO in Incirlik beendet werden,
  • Waffenverkäufe wie der Kampfjet F-35 gestrichen werden,
  • die Türkei an Waffenentwicklung nicht weiter beteiligt wird,
  • Geheimdienstinformationen nicht mehr geteilt werden,
  • türkische Soldaten und Matrosen nicht weiter trainiert werden,
  • Türken als Personal für NATO-Positionen abgelehnt werden.

Eine gemeinsame Haltung gegen Erdoğans feindselige Diktatur erlaubt dem stattlichen NATO-Bündnis, seinen edlen Zweck der „Bewahrung von Freiheit, gemeinsamem Erbe und Zivilisation“ ihrer Völker wiederzuentdecken. Dadurch, dass dem Islamismus entgegengetreten wird, wird die NATO das Amt wieder übernehmen, das sie im Stich gelassen hat und das in nichts weniger besteht als darin, die westliche Zivilisation zu verteidigen.

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Time am 21. Oktober 2017

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1) https://www.haolam.de/artikel_31234.html

Wer wird den Kontinent führen?

19. Oktober 2016

bin-kcken

Er nicht…

In Bezug auf Europa sieht Daniel Pipes mal wieder fast schwarz (1). Ich sehe gold!

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Islamistische Gewalt wird Europas Schicksal bestimmen

Beim Besuch in vorwiegend muslimischen Vororten, die fast überall in nordeuropäischen Städten entstehen, stellt sich immer wieder eine Frage: Warum haben einige der reichsten, gebildetsten, säkularsten, friedlichsten und homogensten Länder der Welt bereitwillig ihre Tore für praktisch alle Migranten aus den ärmsten, rückständigsten, religiösesten und am wenigsten stabilen Ländern geöffnet?

Weitere Fragen schließen sich an: Warum haben die meisten christlichen Länder sich entschieden, hauptsächlich muslimische Immigranten aufzunehmen? Warum ignorieren und verunglimpfen so viele Politiker des Establishments, am auffälligsten Deutschlands Angela Merkel, diejenigen, die sich zunehmend Sorgen machen, dass diese Immigration das Gesicht Europas dauerhaft verändert? Warum fällt den schwächeren Visegrád-Staaten Osteuropas die Rolle zu, eine patriotische Ablehnung dieses Phänomens zu artikulieren? Wohin wird die Immigration führen?

Es gibt keine einzelne Antwort, die auf zahlreiche Länder zutrifft; aber viele der Faktoren (so die Säkularisierung) hinter dieser historischen, nie dagewesenen Aufnahme von Fremden sticht als die entscheidendste heraus: ein westeuropäisches Schuldgefühl.

Für viele gebildete Westeuropäer geht es in ihrer Zivilisation weniger um wissenschaftlichen Fortschritt, ein nie dagewesenes Wohlstandsniveau und das Erreichen einzigartiger menschlicher Freiheiten, sondern nur um Kolonialismus, Rassismus und Faschismus. Die brutale Eroberung Algeriens, der einzigartig boshafte deutsche Völkermord an den Juden und das Erbe des extremen Nationalismus lässt viele Europäer, so die Analyse des französischen Intellektuellen Pascal Bruckner, sich als „den kranken Mann des Planeten“ sehen, der für jedes globale Problem von Armut bis Umwelt-Raublust verantwortlich ist – „der weiße Mann hat Leid und Ruin gesät, wo immer er hingegangen ist.“ Reichtum impliziert Raub, helle Haut beweist Sündhaftigkeit.

Bruckner nennt das den „Schuldkomplex“, und ich begegnete bei meinen Reisen einigen schillernden Bekundungen dieses Selbsthasses. Ein französischer katholischer Priester äußerte Reue wegen der Geschichte der Kirche. Ein konservativer deutscher Intellektueller zog Syrer und Iraker seinen deutschen Mitbürgern vor. Ein schwedischer Reiseführer machte seine schwedischen Landsleute schlecht und hoffte, er würde nicht als einer von ihnen wahrgenommen werden.

In der Tat haben viele Europäer das Gefühl, ihre Schuld mache sie überlegen; je mehr sie sich selbst nicht mögen, desto stolzer sind sie – was eine seltsame Mischung aus Ekel vor sich selbst und moralischer Überlegenheit anregt, die sie als Folge unter anderem unwillig macht, die Zeit und das Geld zu einzusetzen, die nötig sind, um Kinder zu gebären. „Europa verliert seinen Glauben an sich selbst und die Geburtsraten sind eingebrochen“, bemerkt der irische Wissenschaftler William Reville.

Der der im Gang befindliche katastrophale Geburtenmangel hat eine existenzielle demografische Krise geschaffen. Frauen der Europäischen Union gebären im Schnitt nur 1,58 Kinder (Stand 2014), wodurch dem Kontinent die Nachkommen fehlen, um sich zu erneuern. Im Verlauf der Zeit bedeutet diese für den Erhalt der Bevölkerung nicht ausreichende reichende Rate einen jähen Abfall in der Anzahl ethnischer Portugiesen, Griechen und weiterer. Um den Sozialstaat und die Rentenmaschinerie zu erhalten, müssen Ausländer hereingebracht werden.

Diese beiden Antriebe – Schuld sühnen zu wollen und fehlende Kinder zu ersetzen – vereinigen sich dazu, einen massiven Zustrom an nichtwestlichen Völkern zu ermöglichen, was der französische Autor Renaud Camus „die große Ersetzung“ nennt. Südasiaten in Großbritannien, Nordafrikaner in Frankreich und Türken in Deutschland, dazu Somalier, Palästinenser, Kurden und Afghanen überall können Unschuld an Europas historischen Sünden beanspruchen, während sie die Aussicht auf personelle Versorgung der Wirtschaft bieten. Der amerikanische Autor Mark Steyn formuliert es so: „Die Islam ist heute der Hauptzulieferer an neuen Europäern.“

Das Establishment oder das, was ich die sechs Ps nenne (Politiker, Polizei, Prosecutors [Staatsanwälte], die Presse, Professoren und Priester), besteht im Allgemeinen darauf, dass alles gut werden wird: Kurden werden produktive Arbeiter werden, Somalier feine Bürger und islamistische Probleme werden dahinschwinden.

So sieht die Theorie aus, und manchmal funktioniert sie. Allzu oft allerdings bleiben muslimische Immigranten der Kultur ihrer neuen europäischen Heimat gegenüber distanziert oder lehnen sie ab, wie sich am deutlichsten bei Beziehungen zwischen den Geschlechtern zeigt; mancher greift Nichtmuslime gewalttätig an. Ebenfalls viel zu oft fehlen ihnen die Fertigkeiten oder der Anreiz, hart zu arbeiten, und sie enden in wirtschaftlicher Passivität.

Ein Zustrom an sich nicht integrierenden Muslimen führt zu der Frage, ob Europas Zivilisation des vergangenen Jahrtausends überleben kann. Wird England Londonistan und wird Frankreich eine islamische Republik werden? Diejenigen, die diese Fragen ansprechen, werden vom Establishment gegeißelt, abgelehnt, beiseitegeschoben, geächtet, unterdrückt und sogar verhaftet; sie werden als Rechtsextremisten, Rassisten und Neofaschisten erniedrigt.

Trotzdem bringt die Aussicht der Islamisierung eine zunehmende Zahl Europäer dazu, für den Erhalt ihrer eigenen Lebensform zu kämpfen. Zu den Führern des Kampfes gehören Intellektuelle wie die verstorbene Oriana Fallaci und der Romanautor Michel Houllebecq, Politiker wie der ungarische Premierminister Viktor Orbán und Geert Wilders, der Parteichef der beliebtesten Partei der Niederlande.

Politische Parteien, die gegen Immigration sind, erlangen üblicherweise 20 Prozent der Stimmen. Aber während ein Konsens entstanden ist, dass ihre Anziehungskraft in etwa auf diesem Niveau bleiben wird, dass sie vielleicht 30 Prozent erreichen, könnten sie durchaus noch weiter zunehmen. Meinungsumfragen zeigen, dass sehr beträchtliche Mehrheiten den Islam fürchten und die Auswirkungen der Immigration, besonders der von Muslimen, stoppen und sogar umkehren wollen. In diesem Licht stellt die österreichische Präsidentenwahl, bei der Norbert Hofer vor kurzem fast 50 Prozent der Stimmen erhielt, einen potenziellen wichtigen Durchbruch dar.

Die größte Frage, der sich Europa gegenüber sieht, lautet: Wer (das Establishment oder die Bevölkerung?) den Kontinent in die Zukunft führen wird. Vermutlich wird das Ausmaß islamistischer politischer Gewalt dies entscheiden: Ein Trommelschlag viel beachteter Massenmorde (wie in Frankeich seit dem Januar 2015) lässt sie sich in Richtung Volk neigen; bleiben sie aus, wird dem Establishment erlaubt, weiter das Sagen zu haben. Ironischerweise wird damit weitgehend das Tun der Migranten Europas Schicksal gestalten.

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Time am 19. Oktober 2016

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1) http://de.danielpipes.org/17018/islamistische-gewalt-europa

Daniel, the pipe (#2)

28. April 2016

Schrillary

Der counterjihadische Grande Daniel Pipes ist in der MoT immer höchst ambivalent betrachtet worden (1).

In einem aktuellen Artikel warnt er vor dem dezidiert counterjihadischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, den er mit Mussolini vergleicht (2).

Aber Realpolitik ist immer nur eine Frage der besten Optionen, nie des Optimums, und das letzte, was ich den offenen westlichen Gesellschaften nach den Jahren des ersten mohammedanistischen US-Präsidenten B. Hussein O. wünsche, ist eine US-Präsidentin Schrillary.

Pipes

Für Trumps politische Art gibt es einen Namen: Neofaschismus

Unter seinen vielen unfassbaren Wahlkampfäußerungen betreffen Donald J. Trumps vielleicht wichtigste seine eventuelle Rolle als Präsident der Vereinigten Staaten.

Als ihm gesagt wurde, dass Uniformierte seinen rechtswidrigen Befehl als Präsident Gefangene zu foltern und Zivilisten zu töten nicht befolgen würden, antwortete Trump drohend: „Sie werden sich nicht weigern. Sie werden es nicht ablehnen, glauben Sie mir.“ In Reaktion auf Kritik durch den Sprecher des Repräsentantenhauses sprach Trump wie ein Mafiaboss: „Paul Ryan, den kenne nicht gut, aber ich bin sicher, dass ich mit ihm gut auskommen werde. Und wenn nicht? Dann wird er einen hohen Preis dafür zahlen müssen.“ In seiner Beschwerde, dass das internationale Ansehen der Vereinigten Staaten zurückgegangen ist, versprach Trump Ausländer dazu zu bringen „unser Land zu respektieren“ und „unser Oberhaupt zu respektieren“, indem er eine „Persönlichkeitsaura“ schaffen wird. In Bezug auf die Medien, die er verachtet, sagte Trump: „Ich werde unser Verleumdungsrecht öffnen, so dass wir sie, wenn sie bewusst negative und furchbare und falsche Artikel schreiben, verklagten und eine Menge Geld machen können.“

Er ermutigt Teilnehmer auf seinen Kundgebungen Kritiker körperlich anzugehen und hat angeboten ihre Anwaltshonorare zu übernehmen. Er hat zweimal Tweets eines amerikanischen Nazis retweetet. Erst unter Druck distanzierte er sich widerstrebend von Unterstützung durch David Duke und den Ku-Klux-Klan. Er BEhielt eine Ausgabe von My New Order, einer Sammlung der frühen Reden Adolf Hitlers, auf seinem Nachttisch. Er rief seine Anhänger dazu auf ihm die Treue zu schwören, was hitlergrußartige Ehrenbezeigungen hervorrief.

Auf diese und andere Weise übertritt der republikanische Präsidentschaftskandidat die normalen Grenzen der amerikanischen Politik. Er will das Militär, den Kongress, Auslandsregierungen, die Presse und die gewöhnlichen Bürger seinem Willen unterwerfen. Seine Forderungen – und nicht einige muffige Dokumente des 18. Jahrhunderts – sind das, was zählt. Trump präsentiert sich als Milliardär, meisterhafter Geschäftemacher und Nationalist, der Dinge erledigen kann – sch… auf Verlierer und das Kleingedruckte.

Konservative haben diese Tendenzen aufgegriffen. Rich Lowry von der National Review vermerkt: „Donald Trump lebt in einem Flugzeug, in dem es keinen Kongress und keine Verfassung gibt. Es gibt keinen Ausgleich oder Grenzen. Es gibt nur seinen Willen und sein Expertenteam.“ Michael Gerson von der Washington Post pflichtet ihm bei: „Seine Antwort auf fast jedes Problem ist er selbst – seine Verhandlungskünste, seine Entschlusskraft, sein einzigartiges Verständnis des nationalen Willens.“ Jeff Jacoby vom Boston Globe fürchtet, dass er „ein skrupelloser Machthaber im Weißen Haus wird, unbelastet von Verfassungsnormen und demokratischem Anstand“.

Linke stimmen zu. Der durch Watergate berühmt gewordene Carl Bernstein nannte Trump „eine neue Art Faschist in unserer Kultur“ und jemand mit einer „autoritär-dämagogischen Auffassung“. Hillary Clinton schildert Trump als jemanden, „der einen dämagogischen Weg“ verfolgt, der sich auf Fremdenfeindlichkeit, Paranoia, Vorurteil und Nationalismus verlässt, „um die Menschen aufzuwiegeln“.

Der Begriff Faschismus geht auf das Jahr 1915 zurück, als er von Benito Mussolini übernommen wurde, um eine neue Bewegung zu beschreiben, die Elemente der Rechten (Nationalismus) und der Linken (einen wirtschaftlich allmächtigen Staat) kombinierte. Der Merriam-Webster beschreibt die faschistische Einstellung so: Sie „verherrlicht die Nation und oft die Rasse über das Individuum und steht für eine zentralisierte, autokratische Regierung unter Leitung eines diktatorischen Führers, starke wirtschaftliche und soziale Reglementierung und gewaltsame Unterdrückung von Opposition“.

Neofaschismus ist der Begriff für Persönlichkeiten, die sich Elemente der faschistischen Agenda zu eigen machen; er ist eine politische Bewegung, „die von Politik charakterisiert ist, die dazu konzipiert wurde, die Grundprinzipien des Faschismus … in bestehende politische Systeme einzubauen“. Das beschreibt Trump gut.

Videos von Mussolini demonstrieren, wie der Stil des italienischen Diktators den des republikanischen Spitzenreiters vorwegnahm; selbst ohne Italienischkenntnisse erkennt man die Ähnlichkeit ihrer Charaktere und des Tons, sogar in ihrer Mimik. Der angesehen Historiker Andrew Roberts sieht in Mussolini „Trumps heimliche Schablone“.

Die Vereinigten Staaten, die älteste demokratische Republik, sieht sich einer internen Gefahr gegenüber, die anders ist als jede andere der vergangenen eineinhalb Jahrhunderte, einer Gefahr, die das Potenzial des Zerfalls des Lebens im Inland und der Reduzierung des Ansehens des Landes in der Welt hat. Es gibt nichts Wichtigeres als Donald J. Trump und dem neofaschistischen Virus, den er ins Weiße Haus zu bringen wünscht, Widerstand zu leisten und ihn zu besiegen.

Die Republikaner von Pennsylvania haben in den Vorwahlen am 26. April eine wichtige Aufgabe vor sich: Wir müssen unseren Teil dazu beitragen Trump die Delegierten zu verweigern, die er braucht um unser Kandidat für das Präsidentenamt zu werden.

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Time am 28. April 2016

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/11/01/daniel-the-pipe/
2) http://de.danielpipes.org/16615/donald-trump-neofaschismus

Drei Wege aus dem Chaos

23. April 2015

#1

Grade wurde mal wieder ein verheerendes Ork-Attentat in Paris vereitelt (1).

Die Orkkommissare kreischen: „Stellt nicht die Muslime unter Generalverdacht!“

Das Gegenteil ist richtig:

1. Stellt ALLE Anhänger des sadistischen Räubers, Massenmörders, Kinderschänders, Vergewaltigers und Sklavenjägers Klo H. Metzel GRUNDSÄTZLICH unter Generalverdacht!

2. Schickt ALLE Anhänger des Satanskultes zurück in die Orksphäre und versenkt die Invasionsflotten in ihren nordafrikanischen Häfen!

3. Wendet endlich unverzagt das PROFILING an!

Profiling? Was ist PROFILING?

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Profiling

Wie der Counterjihadi Daniel Pipes am 7. Januar 2010 auf „Welt-Online” berichtete (2), konnten israelische Sicherheitsagenten 1986 einen Bombenanschlag auf ein israelisches Flugzeug verhindern.

Ausführende und Menschenopfer hatte dabei ohne ihr Wissen die junge Irin Ann-Marie Doreen Murphy sein sollen, die der Staatsanwalt später als „einfaches, naives irisches Mädchen und Katholikin“ beschrieb. Sie war grade erst aus Sallynoggin nach London gekommen, arbeitete dort als Zimmermädchen im Hilton und lernte den Palästinenser Nizar al-Hindawy kennen, der sie schwängerte. Zuerst wollte er sie zwingen, das Kind abzutreiben. Dann änderte er plötzlich seine Meinung, wollte sie sogar heiraten – und zwar unbedingt in Israel -, bestand aber auf einer getrennten Reise.

Doreen-in-love stellte sich keine Fragen und führte in ihrem Handgepäckkoffer, der einen doppelten Boden hatte, unwissentlich zwei Kilogramm Semtex-Sprenstoff mit. Sie passierte den normalen Check in Heathrow unentdeckt aber traf am El-Al-Gate auf einen israelischen Agenten, der ein kurzes Gespräch mit ihr führte. Geringfügige Ungereimtheiten veranlassten den erfahrenen Befrager, ihre Tasche zu einer zusätzlichen Kontrolle zu schicken, wo die Bombenvorrichtung entdeckt wurde. Wäre El-Al den normalen westlichen Sicherheitsmaßnahmen gefolgt, wären mit Sicherheit irgendwo über Österreich 375 Menschen ermordet worden. Der Bombenanschlag wurde mithin durch eine Methode verhindert, die auf Gespräch, Wahrnehmung, gesunden Menschenverstand und das sogenannte Profiling gegründet ist. Der Agent konzentrierte sich dabei auf den Passagier, nicht auf seine eventuelle Bewaffnung. Israelische Terrorbekämpfung berücksichtigt vor allem die Identität der Passagiere – und dementsprechend haben Araber besonders strenge Kontrollen zu erdulden.

Die moderne Kriminologie hat bisher drei grundsätzliche Formen der Weiterentwicklung erfahren:

1. Das Studium der Indizien
(Scotland Yard/„Sherlock Holmes”)

2. Das Studium der Verbrechen an sich
(Frequenz, Statistik, Form usw.),

3. Das Studium der Psyche und Soziologie
des Verbrechers

Die zusammengenommene Betrachtung bezeichnen einige Wissenschaftler pointiert als „Profiling”. Die Wurzeln dieser Methode sind nach Daniel Pipes in den 1950er-Jahren zu finden, als die New Yorker Polizei den Psychiater James Brussel um Hilfe bat (3), um einen Attentäter zu finden, der mehr als 30 Bomben gelegt hatte. Brussel schloss nach den Indizien auf einen Katholiken mittleren Alters aus Osteuropa, darauf, dass er mal bei einem bestimmten Unternehmen gearbeitet und eine Herzkrankheit hatte, und er prognostizierte sogar eine auffällige Oberbekleidung des Attentäters (mit Knöpfen). Diese Vorhersagen erwiesen sich als so exakt, dass durch sie der Täter ermittelt werden konnte, der bei seiner Festnahme u.a. eben jene Kleidung trug. Pipes (4):

„Die Wissenschaft des Profiling war geboren.“

Profiling ist: EFFEKTIV!

Das Profiling erfreute sich – auch in Hollywood – eines sehr hohen Ansehens, bis festgestellt wurde, dass Polizisten Brussels ausgefeilte Überlegungen grob vereinfacht hatten und sich nurmehr auf den Faktor Rasse konzentrierten. Pipes:

„Dieser Reduktionismus roch nach Vorurteil und hatte zwei schädigende Folgen: Rasse als Faktor im Profil wurde zum Tabu und das Profiling selbst war generell diskreditiert.“

Dies wird auf indirektem Wege z.B. bei Wikipedia deutlich (5):

„Ein Fallanalytiker erstellt keine ,psychologischen Täterprofile’, wie fälschlich angenommen wird. Auch fertigt er kein charakteristisches Erscheinungs- und Persönlichkeitsbild eines unbekannten Straftäters, da dies nicht möglich ist. Der Begriff ,Profiler’ oder ,Profiling’ für seine Tätigkeit wird, weil inhaltlich unzutreffend, ausdrücklich vermieden. Auch beim US-amerikanischen FBI gibt es keine Position oder Aufgabenbeschreibung für ,Profiler’ oder das ,Profiling’. Man spricht dort vielmehr von ,criminal investigative analysis’, die von speziell ausgebildeten FBI Kriminalbeamten ausgeführt wird.“

Zwar gibt es keine Profiler, aber alle reden davon??? Unten auf der Seite führt ein Link zum BKA (6) und dort wiederum zu einem Link mit dem Titel „Wie kann ich Profiler werden?”.

Oder, ebenfalls Wiki (7): „Mythos Profiler – Von der Schuhgröße (obwohl keine Fußspuren vorhanden sind) bis hin zur Augenfarbe ist nach diesem Mythos alles durch den geübten Profiler vorhersehbar.”

Hingegen meint die Schweizer Wissenschaftlerin Caroline B. Meyer (8):

„Seit den frühen 70er Jahren, als das Phänomen des Serienmordes erstmals in das kollektive Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit Eingang fand, hat insbesondere eine psychologische Methode, das Criminal Profiling, einen wahren Boom erlebt. (…) Trotz dieser Entwicklungen wurde jedenfalls noch bis vor wenigen Jahren von einzelnen Autoren Bedauern darüber geäußert, dass Deutschland bisher kaum über den Status eines interessierten Beobachters hinausgekommen sei. “

Hintergrund der Ablehnung des Profilings ist aber mutmaßlich nicht die „Mythisierung“ des Profilings, sondern seine offenbare Ausrichtung an Zielgruppen, was als diskriminierend angesehen wird.

Profiling ist: POLITISCH UNKORREKT!

Deshalb werden lieber kostspielige, absurde und äußerst unbequeme Maßnahmen getroffen, denen gemeinsam ist, dass sie ALLE Bürger ohne Unterschiede nerven. Pipes:

„Schlimmer sind die panischen und peinlichen Micky-Maus-Schritte, die die Transportation Security Administration Stunden nach dem versuchten Anschlag von Detroit unternahm: keine Durchsagen der Besatzung zu Flugweg oder Position über Städten oder Sehenswürdigkeiten und die Abschaltung aller Kommunikationsmittel für die Passagiere. Während der letzten Stunde eines Flugs darf ein Passagier nicht aufstehen, auf sein Handgepäck zugreifen oder Decken, Kissen oder Dinge des persönlichen Besitzes auf dem Schoß haben. Einige Besatzungen gingen noch weiter und ließen die ganze Nacht über die Kabinenbeleuchtung an, während sie die Bordunterhaltung abschalteten, alle elektronischen Geräte verboten und während der letzten Stunde des Fluges von den Passagieren verlangten, dass sie ihre Hände sichtbar hielten und weder aßen noch tranken. Die Dinge entwickelten sich derart ins Negative, dass die Associated Press berichtet: ,Die Forderung einer Flugbegleiterin, dass niemand etwas lesen dürfe, rief ungläubiges Schnappen nach Luft und Gelächter hervor.’“

Es besteht also offenbar derzeit einerseits die Wahl zwischen kostspieligen, aufwändigen, unbequemen und ineffektiven Methoden, die aber alle Menschen gleich behandeln, oder andererseits einem Verfahren, das effektiv aber dissssss… krrrrrrimmmmmmi… niiiiiierrrrrrentttttt ist.

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Time am 23. April 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/paris-attentat-auf-zwei-kirchen-vereitelt-13552303.html
2) http://www.welt.de/debatte/kolumnen/Brennpunkt-Nahost/article6062002/Schauspiel-am-Flughafen-Sicherheits-Theater.html
3) http://en.wikipedia.org/wiki/James Brussel#James A. Brüssel
4) http://de.danielpipes.org/1387/ein-intelligeentes-profiling-ist-gefragt
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Fallanalytiker
6) https://www.bka.de/nn_196810/sid_62FD6DB6ACFC9F7AB5C02DA152A29924/DE/ThemenABisZ/OperativeFallanalyse/PolizeilicherFallanalytiker/polizeilicherFallanalytiker.html?__nnn=true
7) http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4terprofil#Mythos_Profiler
8) http://www.liatowitsch.ch/?page_id=903

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PS: Written with a little help from my old friend Doc.

Mit weniger als 5 Millionen Dollar

24. Februar 2015

Fear

Daniel Pipes hat einen pointierten Aufsatz über die Bemühungen des Center for American Progress (CAP), einer linken Dimmie-Demokraten-Organisation, geschrieben, die Islamkritikszene zu diffamieren (1).

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Was verursacht tatsächlich amerikanische
Angst vor dem Islam und Muslimen?

Gerade erschien ein ambitioniertes, 81-seitiges Dokument (Fear, Inc. 2.0: The Islamophobia Network’s Efforts to Manufacture Hate in America – Angst GmbH 2.0: Die Anstrengungen des Netzwerks Islamophobie zur Herstellung von Hass in Amerika), herausgegeben vom Center for American Progress, einer linken Demokraten-Organisation. Anders als beim ersten Mal, bei dem eine Gruppe mit einem Jahresbudget von $40 Millionen und tiefen Verbindungen zum Big Business, den Nerv hatte zu behaupten, sieben viel kleinere Institutionen würden durch ihren finanziellen Einfluss das Land überwältigen, sieht sich diese Version an, was das angebliche „Netzwerk Islamophobie“ tatsächlich tut.

Der von Matthew Duss, Yasmine Taeb, Ken Gude und Ken Sofer geschriebene Bericht sorgt für interessante Lektüre. Seine Prämisse lautet: Islamkritiker sind (1) wirklich gegen den Islam und (2) entstellen eigenhändig einen der fundamentalen amerikanischen Werte, nämlich einen „Grundrespekt für die Rechte von Minderheitengruppen im gesamten Land“. Nach Angaben der CAP-Studie „stehen die Ansichten von antimuslimischen Akteuren in krassem Widerspruch zu den Werten der meisten Amerikaner“.

Vermöge harter Arbeit jedoch „kann eine finanziell gut ausgestattete Randgruppe diskriminierende Politik gegen ein Segment der amerikanischen Gesellschaft durchdrücken, indem sie vorsätzlich Lügen verbreitet, während sie aus Momenten öffentlicher Sorge und Angst Vorteile zieht“. Diese Bemühungen „nehmen viele Formen und Gestalten an“: ein allgemeines Klima, zynische politische Anstrengungen und institutionelle Politik. Trotz einiger Rückschläge, so fährt die Darstellung des CAP fort, hören die Bemühungen des Netzwerks „nicht auf Amerikas Kernwerte des religiösen Pluralismus, der Bürgerrechte und der sozialen Inklusion auszuhöhlen“.

Die, auf die als Teil dieses Netzwerks gezeigt wird (ich gehöre dazu), sollten perverserweise stolz auf ihre Leistung sein: Nur eine Hand voll lügende Einzelpersonen schafft es, einen amerikanischen Kernwert zu untergraben – und all das mit einer Summe, die die CAP selbst auf weniger als $5 Millionen im Jahr schätzt!

Es gibt aber einen überzeugenderen Grund dafür, dass die Amerikaner den Islam und die Muslime fürchten. Die Nachrichten sind fast täglich und manchmal sogar mehrmals täglich voller Berichte von der einen oder anderen islamistischen Front. Ich kann das Repertoire kaum einstudieren; nehmen wir einfach die aktuellen Schlagzeilen. ISIS und das Charlie Hebdo-Massaker dominieren die meisten Nachrichten, doch Islamisten gewinnen ständig unvorteilhafte Aufmerksamkeit für sich, indem sie aggressive kulturelle Forderungen stellen (z.B. vor Gericht eine das Gesicht verdeckende Burqa tragen zu dürfen), forcieren die Überlegenheit des Islam (wagen Sie es ja nicht ein negatives Wort über Mohammed zu sagen) oder rechtfertigen eine anstößige Gepflogenheit (wie „Ehren“morde oder weibliche Genitalverstümmelung).

Man kann es auch so ausdrücken: Die Vereinigten Staaten sind Gastgeber von zusammengerechnet genauso vielen Buddhisten und Hindus wie für Muslime. Doch wann versuchten Buddhisten oder Hindus die bestehende Ordnung zu verändern oder Gewalt zugunsten ihres Glaubens zu verüben? Wer hat davon jemals gehört? Wer hat Angst vor ihnen?

Vielleicht sind es Islamisten, die durch ihr drohendes Verhalten mächtige und spontane Reaktionen auslösen. Vielleicht sind wir Kritiker nicht dabei, „vorsätzlich Lügen zu verbreiten“, sondern interpretieren ehrlich islamistische Aggression und Herrenmenschentum. Vielleicht sollten das CAP und seinesgleichen die Angst vor dem Islam weniger den Kritikern und mehr den Islamisten selbst zur Last legen.

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Time am 24. Februar 2015

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1) http://de.danielpipes.org/blog/2015/02/amerikanische-angst-vor-islam-muslimen

Willkommen im Club

29. Oktober 2014

Daniel Pipes

Ich habe Daniel Pipes in der Vergangenheit oft kritisiert für seine Unterscheidung von „Islam“ und „Islamismus“ (u.a. 1). Nun hat er einen Text veröffentlicht, in dem er den IS-IS „zutiefst islamisch“ nennt (2).

Besser eine späte Erkenntnis als keine.

Willkommen im Club, Daniel!

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ISIS ist nicht islamisch?

Präsident Barack Obama hielt heute Abend eine im Fernsehen ausgestrahlte Rede zu seinen Vorstellungen, wie man den Islamischen Staat besiegen kann. Dabei erklärte er die auch als ISIS oder ISIL bekannte Organisation für „nicht islamisch“.

Mit dieser lächerlichen Behauptung schließt sich Obama seinen zwei direkten Vorgängern an, die ebenfalls verkündeten, was nicht islamisch ist. Bill Clinton nannte den Umgang der Taliban mit Frauen und Kindern „eine furchtbare Pervertierung des Islam“. George W. Bush nannte 9/11 und andere Gewalttaten gegen Unschuldige eine „Verletzung der fundamentalen Grundsätze des islamischen Glaubens“.

Keiner der drei hat irgendeine Grundlage für solche Beteuerungen. Um das Offensichtliche darzulegen: Als Nichtmuslime und Politiker statt als Muslime und Wissenschaftler sind sie nicht in der Position zu erklären, was islamisch ist und was nicht. So vermerkt Bernard Lewis, eine führende amerikanische Autorität zum Islam: „Für Nichtmuslime ist es sicherlich vermessen zu sagen, was im Islam orthodox ist und was ketzerisch.“ (Dass Obama als Muslim geboren und aufgezogen wurde, spielt hier keine Rolle, denn er verließ den Glauben und kann sich nicht dazu äußern.)

In der Tat verschlimmert er die Fehler seiner Vorgänger und geht noch weiter: Clinton und Bush beschrieben lediglich gewisse Taten (Umgang mit Frauen und Kindern, Gewalttaten gegen Unschuldige) als unislamisch, aber Obama hat es gewagt eine gesamte Organisation (und damit einen Quasi-Staat) als „nicht islamisch“ zu bezeichnen.

Das einzig Gute an dieser Idiotie? Wenigstens ist es besser als die Formulierung des Council on American-Islamic Relations (CAIR), das den Nerv hat ISIS „antiislamisch“ zu nennen.

Letzten Endes täuschen aber weder US-Präsidenten noch Islamisten die Menschen. Jeder mit Augen und Ohren erkennt, dass ISIS – wie die Taliban und Al-Qaida vor ihnen – zu hundert Prozent islamisch ist. Und die meisten Westler haben, wie detaillierte Umfragen in Europa zeigen, Augen und Ohren. Im Lauf der Zeit werden sie sich zunehmend auf den gesunden Menschenverstand verlassen und zu dem Schluss kommen, dass ISIS in der Tat zutiefst islamisch ist.

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Time am 29. Oktober 2014

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/05/21/ein-seltsamer-counterjihadi/
2) http://de.danielpipes.org/blog/2014/09/isis-nicht-islamisch

Sein Muster ist der Tod

20. März 2014

Face of Nazislam

Einen lesenswerten Aufsatz über „Muster des Islam“ hat Daniel Pipes unlängst vorgelegt (1). Es wird deutlich, dass das Unheil in den Grundlagentexten steckt, und dass der Mohammedanismus in nicht allzu ferner Zukunft implodieren wird, wenn es gelingt, den äußeren Druck aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Orks – deren Zahl noch dramatisch anwachsen wird – ihre Sphäre verlassen können.

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Ungewollte Muster des Islam

Wie formt der Islam die Art der Muslime zu leben? Die formalen Anforderungen der Religion sind die enge Basis einer breiteren Struktur an Mustern, die die formale Regeln des Islam erweitern und sie auf unerwartete und ungeplante Weise ausdehnen. Ein paar Beispiele:

Der Koran verbietet streng den Konsum von Schweinefleisch, was praktisch zum Verschwinden der domestizierten Schweine in mehrheitlich muslimischen Bereichen führte, die dann durch Schafe und Ziegen ersetzt wurden. Diese überweideten dann das Land, was – wie der Geograf Xavier de Planhol feststellte – zu „einer katastrophalen Waldzerstörung“ führte, die wiederum „einer der Hauptgründe für die karge Landschaft sind, die besonders in den Mittelmeer-Bezirken islamischer Länder augenfällig ist.“ Beachten Sie die Entwicklung von der Verfügung koranischer Essensregeln zur Wüstenbildung in riesigen Landstrichen. Das Gebot der heiligen Schriften sollte keinen ökologischen Schaden anrichten, sorgte aber dafür.

Die unerreichbar hohen Standards des Islam für Regierungsverhalten bedeuteten historisch, dass vorhandene Führer – mit ihren vielen Fehlern – muslimische Untertanen verprellten, die mit der Ablehnung diesen Führern administrativ und militärisch zu dienen reagierten, womit sie die Herrscher nötigten sich ihr Personal woanders zu suchen. Das führte dazu, dass sie systematisch Sklaven als Soldaten und Verwaltungspersonal zum Einsatz brachten, wodurch sie eine Schlüsselinstitution schufen, die ab dem 8. Jahrhundert ein Jahrtausend lang bestand.

Islamische Doktrin verwurzelt ein Gefühl muslimischer Überlegenheit, Verachtung für den Glauben und die Zivilisation anderer, die zwei gewaltige Auswirkungen in moderner Zeit haben: Sie macht die Muslime zu den rebellischsten Untertanen gegen Kolonialherrschaft und behindert Muslime darin, vom Westen zu lernen, sich zu modernisieren.

Diese „heiligen“ Schriften inspirieren zudem eine Feindseligkeit gegenüber Nichtmuslimen, die wiederum die Annahme erzeugen, dass Nichtmuslime eine gleiche Feindseligkeit gegenüber Muslimen hegen. In moderner Zeit hat diese Projektion eine Empfänglichkeit für Verschwörungstheorien geschaffen, die viele praktische Folgen gehabt hat: Zum Beispiel ist Kinderlähmung praktisch eine rein muslimische Geißel in nur 26 Ländern geworden, weil ausschließlich Muslime sich sorgen, dass Polio-Schutzimpfungen ihre Kinder heimlich unfruchtbar machen.

MuslimOnly

Die jährliche Pilgerfahrt nach Mekka, die islamische Haddsch, begann im siebten Jahrhundert als lokale Gewohnheit, die dann ein internationales Treffen wurde, welches den Transfer von allem, von islamistischen Ideen und politischen Bewegungen (die Idrisis Libyens) über Luxuswaren (Elfenbein), Pflanzen (Gummi nach Südost-Asien, Reis nach Europa) bis zu Krankheiten (Meningokokken, Hautinfektionen, ansteckenden Durchfall- und durch Blut übertragene Krankheiten sowie Atemweginfektionen, einschließlich vielleicht der brandneuen MERS-CoV) ermöglichte.

Andere islamische Anordnungen haben ebenfalls ungewollte, negative Folgen für die Gesundheit. Das Anstandsgebot hat dazu geführt, dass einige muslimische Frauen Kopf und Körper vollständig verhüllen (mit Niqabs und Burkas), was zu Vitamin D-Mangel führt, von Sport abhält und eine Menge medizinischer Probleme zur Folge hat, darunter Hautausschläge, Atemwegerkrankungen, Knochenerweichung und Multiple-Sklerose.

Das Fasten den gesamten Tag über während des Ramadan führt praktizierende Muslime dazu sich weniger zu bewegen und zur „Tendenz beim Fastenbrechen zu viel zu essen, wobei das Mahl oft schwere, fette Lebensmittel mit vielen Kalorien beinhaltet“, vermerkt der Leiter der Diabetesgesellschaft der Emirate. Eine Umfrage in Jeddah (Saudi-Arabien) stellte fest, dass 60 Prozent der Befragten über unverhältnismäßige Gewichtszunahme nach dem Ramadan berichteten.

Die Bevorzugung von Ehen zwischen Cousin und Cousine ersten Grades, was über schätzungsweise 50 Genrationen auf vorislamische Stammespraktiken zurückgeht (um den Reichtum in der Familie zu halten und von der Fruchtbarkeit der Töchter zu profitieren) hat zu weit verbreiteter Inzucht mit negativen Folgen geführt, einschließlich etwa doppelt so vielen Vorfällen genetischer Defekte wie Thalassämie, Sichelzellenanämie, spinale Muskelatrophie, Diabetes, Taubheit, Stummheit und Autismus.

Bezüglich Frauen sind Anweisungen zum mahram-Schutz durch männliche Verwandte und ein enorm niedrigerer sozialer Status kombiniert worden, um so unbeabsichtigte Muster wie physische Abschottung, Besessenheit von Jungfrauenschaft, Ehrenmorde, weibliche Genitalverstümmelung und Geschlechterapartheid (saudischer Art) zu schaffen. Polygamie schafft dauernde Angst bei Ehefrauen.

Obwohl Waisen im islamischen Gesetz (kafala) einen Ehrenstatus haben, ist diese Ehre an eine Stammesstruktur gebunden, die mit einer modernen Gesellschaft nicht kompatibel ist, was dazu führt, dass muslimische Waisen heute ständig diskriminiert werden, selbst von Muslimen im Westen.

Die Schriften des Islam haben eine Grundlage gelegt, von der aus sich viele andere Muster entwickelten, darunter: die Gründung von Dynastien über Eroberung, nicht durch internen Umsturz; wiederkehrende Probleme mit dynastischer Nachfolge; Macht führt zu Reichtum, nicht umgekehrt; fast nicht vorhandene Kommunalregierungen; inadäquate Ordnung der Städte; Gesetze,d ie aus Spontanentscheidungen statt Legislatur entstehen; Verlass auf hawalas für Geldüberweisungen; und die Praxis des Selbstmordterrorismus.

Ungewollte Muster, manchmal islamikatisch genannt, verändern sich im Laufe der Zeit; einige gibt es nicht mehr, und andere (Polio) begannen erst vor kurzem. Diese Muster bleiben heute so mächtig wie in vormodernen Zeiten und sind der Schlüssel dafür, den Islam und muslimisches Leben zu verstehen.

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Time am 20. März 2014
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1) http://de.danielpipes.org/14155/ungewollte-muster-islam

Daniels Visionen

4. Februar 2014

Wüste03

Einen exzellenten Überblick über die Lage im Nahen Osten und seine Perspektive bietet ein aktueller Text von Daniel Pipes (1).

Den naziranischen Außenminister Mohammad Dschawad Zarif scheinen ganz ähnliche Visonen umzutreiben, wenn er im Interview mit der FAZ droht (2):

„… der Extremismus, der in Syrien entsteht, bringt nicht nur die Region in Gefahr. Er wird sich auch in den Straßen Europas entladen.“

Schau’n wir doch mal, wo sich was entladen wird…

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Der kranke Nahe Osten

Dass gerade Fallujah im Irak an mit der Al-Qaida verbundene Gruppen gefallen ist, bietet eine nicht willkommene Erinnerung an die amerikanischen Ressourcen und Leben, die 2004 und 2007 zur Kontrolle der Stadt geopfert wurden – für all die Mühen, die das gekostet hat, gibt es jetzt nichts vorzuweisen. Gleichermaßen verhinderten Hunderte Milliarden Dollar Investitionen zur Modernisierung Afghanistans nicht die Freilassung von 72 Häftlingen, die Amerikaner angegriffen haben.

Diese beiden Beispiele deuten auf einen weitreichenden Schluss: Es gibt Krankheiten, die im Nahen Osten (mit der Ausnahme des bemerkenswerten Israel) derart tief verwurzelt sind, dass Mächte von außen sie nicht abstellen können. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Wüste01

Das Wasser geht aus. Ein Damm, der am Blauen Nil in Äthiopien gebaut wird, droht Ägyptens Hauptwasserquelle auf Jahre hinaus um verheerende Mengen zu reduzieren. Syrien und der Irak leiden unter Wasserkrisen, weil die Flüsse Euphrat und Tigris austrocknen. Die Züchtung der Narkotik-Pflanze Qat verschlingt einen Großteil der begrenzten Wasservorräte des Jemen, was Sana’a zur ersten modernen Hauptstadt machen könnte, die wegen Dürre aufgegeben wird. Unüberlegte Weizenanbau-Pläne in Saudi-Arabien haben die Grundwasserschichten erschöpft.

Die Kehrseite: Der schlecht gebaute Mossul-Damm im Irak könnte kollabieren und eine halbe Million Menschen sofort ertränken sowie viele weitere ohne Strom und Lebensmittel hilflos zurücklassen. Im Gazastreifen läuft Abwasser durch die Straßen. Viele Länder leiden unter Stromausfällen, besonders in der drückenden Sommerhitze, die regelmäßig fast 50° Celsius erreicht.

Auch die Menschen bleiben weg. Nach der Erfahrung einer riesigen und zerstörerischen Zunahme der Jugend bricht die Geburtenrate der Region zusammen. Der Iran z.B. hat die steilste Abnahme der Neugeborenen aller je aufgezeichneten Länder durchgemacht, die von 6.6 Geburten pro Frau im Jahr 1977 auf 1,6 Geburten 2012 fiel. Das hat etwas geschaffen, das ein Analyst als eine „apokalyptische Panik“ bezeichnet, die Teherans Aggression antreibt.

Schlechte Schulen, repressive Regierungen und archaische soziale Gebräuche stellen grottenschlechte Wirtschaftswachstumsraten sicher. Hungersnot sucht Ägypten, Syrien, den Jemen und Afghanistan heim.

Riesige Öl- und Gasvorkommen haben fast jeden Aspekt des Lebens entstellt. Mittelalterliche Mini- Monarchien wie Qatar wurden zu surrealen Weltmächten, die in den Kriegen in Libyen und Syrien mitmischen, gleichgültig dem von ihnen gebrochenen Leben gegenüber, während eine gewaltige Unterklasse unterdrückter Gastarbeiter sich abmüht und eine Prinzessin das größte Budget für Kunstkäufe in der Menschheitsgeschichte nutzt. Die Privilegierten können ihren grausamen Trieben nachgehen, geschützt von Verbindungen und Geld. Sextourismus in arme Länder wie Indien blüht.

Bemühungen zur Einführung von Demokratie und politischer Partizipation verkümmern entweder oder bringen Fanatiker an die Macht, die, wie in der Türkei, ihre Absichten clever tarnen. Anstrengungen, habgierige Tyrannen zu stürzen, führen zu noch schlimmeren ideologischen Tyrannen (wie im Iran 1979) oder zu Anarchie (wie in Libyen und dem Jemen). Allgemein wünscht man sich gewöhnlich, dass beide Seiten verlieren. Rechtsstaatlichkeit bleibt eine Fata Morgana.

Wüste02

Der Islamismus, derzeit die dynamischste und bedrohlichste politische Ideologie, wird in einer morbiden Erklärung der Hamas an die Israelis zusammengefasst: „Wir lieben den Tod mehr als ihr das Leben liebt.“ Vielweiberei, Burkas, Genitalverstümmelung und Ehrenmorde machen Frauen des Nahen Ostens zu den am stärksten Unterdrückten der Welt.

Das Leben im Nahen Osten leidet unter akuten – oft offiziellen – Voreingenommenheiten aufgrund von Religion, Konfession, Ethnie, Stamm, Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, Staatsbürgerschaft, Arbeit und Behinderung. Sklaverei bleibt eine Geißel.

Verschwörungstheorien, politischer Fanatismus, Missgunst, Unterdrückung, Anarchie und Aggression beherrschen die Politik der Region. Moderne Vorstellungen vom Individuum bleiben in Gesellschaften schwach, in denen die Urbande von Familie, Stamm und Clan weiter dominieren.

Der Nahe Osten leidet unter dem Drang, ganze Länder auszulöschen. Israel ist das bekannteste potenzielle Opfer, aber Kuwait verschwand tatsächlich ein halbes Jahr, während der Libanon, Jordanien und Bahrain jederzeit geschluckt werden könnten.

Nahost-Staaten geben übermäßige Mengen ihres Reichtums für Geheimdienste und Militär aus; damit schaffen sie überflüssige Kräfte, die einander unter Kontrolle halten sollen. Sie gehen ins Ausland, um dort ihre Spielzeuge in Form von Panzern, Schiffen und Flugzeugen zu kaufen. Sie widmen unmäßige viele Ressourcen chemischen, biologischen und Atomwaffen und den zur Anwendung nötigen Plattformen. Selbst Terrorgruppen wie die Al-Qaida planen insgeheim den Erwerb von Massenvernichtungswaffen. Im Nahen Osten entwickeln sich innovative Terrormethoden.

Wüste04

Wirtschaftliches und politisches Versagen schafft große Mengen an Flüchtlingen; Afghanen haben seit 1980-er Jahren den größten Anteil der Flüchtlingsbevölkerung gestellt; jetzt drohen die Syrer sie zu überholen und sähen in ihren Fluchtländern Armut und Chaos. Verzweifelte versuchen die Region komplett in Richtung westliche Länder zu verlassen, wobei mehr als ein paar wenige unterwegs sterben.

Diplomaten des 19. Jahrhunderts titulierten das ottomanische Reich als „den kranken Mann am Bosporus“. Heute nominiere ich den gesamten Nahen Osten als den kranken Mann der Welt. Der Hass, der Extremismus, die Gewalt und der Despotismus der Region erfordern den Einsatz von Abhilfe über viele Jahrzehnte.

Während dieser Prozess vielleicht stattfindet, besteht der Rat für die Welt draußen darin, dass es am besten ist kein Blut und keine Kostbarkeiten zur Rettung des Nahen Ostens – einer hoffnungslosen Aufgabe – auszugeben, sondern sich vor den vielfältigen Bedrohungen aus der Region zu schützen, vom MERS-Coronavirus und Harems über Mega-Terrorismus bis zu Angriffen mit EMP-Waffen.

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Time am 4. Februar 2014

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1) http://de.danielpipes.org/14008/kranke-nahe-osten
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/irans-aussenminister-im-interview-zarif-extremismus-aus-syrien-wird-sich-in-europa-entladen-12781502.html

Radikale Islamisten für Polio

2. Januar 2014

Polio

Ich hatte Ihnen im Juni einen Aufsatz von Daniel Pipes vorgelegt (1), in dem dieser darlegt, inwiefern sich durch die demagogische Kampagne des nigerianischen „Arztes“ Ibrahim Datti Ahmed die Kinderlähmung, die schon kurz vor der weltweiten Ausrottung stand, seit 2003 insbesondere in der Orksphäre wieder rasant ausbreitet.

Vor zwei Tagen brachte „FAZ.net“ nun einen Artikel von Friederike Böge (2), die aus Pakistan berichtet, dass dort viele Impfhelfer von der mohammedanistischen Avantgarde getötet werden, bei der es sich allerdings nicht um „Islamisten“ sondern „radikale Islamisten“ handelt, so Frau Böge („Islamisten“ – also „nicht radikale Islamisten – sind für sie offenbar die afghanischen Taliban, welche Impfungen zulassen).

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Kinderlähmung

Rückzugsgebiet einer Seuche

In Pakistan haben die Taliban alle Impfhelfer zu Verrätern erklärt – und viele schon ermordet. Wer das Wort Polio auch nur in den Mund nimmt, ist in Lebensgefahr. Das alles hat mit der Tötung Usama Bin Ladins zu tun.

Vor ein paar Jahren lief eine Impfkampagne gegen Kinderlähmung im Nordwesten Pakistans noch so ab: Die Helfer riefen die Bevölkerung über den Lautsprecher der örtlichen Moschee dazu auf, ihre Kleinkinder zu bringen, damit sie gegen die heimtückische Krankheit geschützt werden könnten. Impfgegner, die es in der konservativen paschtunischen Stammesgesellschaft im Nordwesten stets gegeben hat, wurden mit Drohungen zum Umdenken bewegt: „Wir sagten einfach, wenn ihr wollt, dass eure Kinder gelähmt sind, dann bleibt weg‘“, sagt Afzal Khan. „Viele Frauen brachten daraufhin sogar gegen die Anordnung ihrer Männer ihre Kinder zu uns.“

Damals trug der Mitarbeiter einer Hilfsorganisation in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa stets ein T-Shirt, das ihn in großen Buchstaben als Impfhelfer identifizierte. Das wäre heute undenkbar. Das Wort Polio ist in dieser Gegend zum Unwort geworden, wer es in den Mund nimmt, dem droht der Tod. Mehr als 30 Impfhelferinnen und Polizisten, die eingesetzt wurden, um sie gegen Angriffe zu schützen, sind in den vergangenen eineinhalb Jahren von radikalen Islamisten getötet worden.

Seit der Tötung Usama Bin Ladins im Mai 2011 durch eine amerikanische Spezialeinheit sind Polio-Impfhelfer in Pakistan in Verruf geraten. Der pakistanische Arzt Shakil Afridi soll damals dem amerikanischen Geheimdienst CIA unter dem Deckmantel einer Impfkampagne bei der Suche nach dem Al-Qaida-Gründer geholfen haben. Die pakistanischen Behörden warfen ihm Hochverrat vor, er wurde unter fadenscheinigen Begründungen zunächst zu 33 und später zu acht Jahren Haft verurteilt. In den Vereinigten Staaten gilt Afridi dagegen als Held, die Regierung in Washington setzt sich für seine Freilassung ein.

Karte

Die pakistanischen Taliban haben daraufhin alle Polio-Impfhelfer zu Verrätern erklärt und im Juli 2012 ein Verbot entsprechender Kampagnen verfügt. Mit verheerenden Folgen: Die Zahl der Neuerkrankungen an Kinderlähmung ist in Pakistan von 58 im Jahr 2012 auf 72 in diesem Jahr gestiegen. Das klingt nach wenig – doch dahinter verbergen sich 200 Mal höhere Zahlen von Personen, die das hoch ansteckende Poliovirus in sich tragen und weitergeben. Die Zuwachsraten in Pakistan sind ein großer Rückschlag im weltweiten Kampf gegen die Ausrottung der Kinderlähmung. Nach ursprünglichen Planungen der Weltgesundheitsorganisation WHO hätte das längst erreicht sein sollen, inzwischen lautet das Ziel, es bis 2018 zu schaffen. Pakistan ist eines von nur noch drei Ländern auf der Welt, neben Afghanistan und Nigeria, in denen Polio noch endemisch ist.

Impfnachweis für Mekka-Pilger

„Abottabad hat uns sehr geschadet“, sagt der WHO-Landesdirektor in Islamabad, Nima Saeed Abid, unter Verweis auf die Stadt, in der Usama Bin Ladin getötet wurde. Bis heute beginne jedes seiner Treffen mit Mullahs mit der Frage nach dem inhaftierten Arzt Afridi. „Dabei haben wir mit ihm gar nichts zu tun.“ Abid steht in seinem Büro vor einer Pakistan-Karte, in die rote Nadeln gesteckt sind. Jede steht für einen Fall von Kinderlähmung, der in diesem Jahr registriert wurde. Fast alle roten Punkte konzentrieren sich auf zwei Gebiete an der Grenze zu Afghanistan: Nordwasiristan und die nordwestliche Provinz Khyber Pakhtunkhwa. In Nordwasiristan, einer Hochburg der pakistanischen Taliban, hat seit Juli 2012 gar keine Impfkampagne mehr stattgefunden. In Khyber Pakhtunkhwa werden die Helfer von Polizisten begleitet. Erst am vergangenen Wochenende wurde in der Provinzhauptstadt Peshawar wieder eine Helferin getötet. Zwei vermummte Männer hatten von einem Motorrad aus ein Krankenhaus beschossen, in dem die Impfungen stattfanden. „Khyber und Nordwasiristan sind die Schüssel für eine weltweite Ausrottung der Krankheit“, sagt Abid.

Doch Fortschritte sind vorerst nicht zu erwarten. Die pakistanischen Taliban haben ein Ende ihres Impfverbots an die Forderung geknüpft, dass die Vereinigten Staaten ihre Drohnenangriffe einstellen, bei denen in den vergangenen Monaten zahlreiche ranghohe Kommandeure der Extremisten getötet wurden. „Der einzige Ausweg wäre, dass die Bevölkerung die Impfung einfordert. Denn selbst die Taliban sind an einem guten Image interessiert“, sagt Abid. Das zeigt etwa das Beispiel des Nachbarlands Afghanistan: Dort unterstützen die Taliban explizit die Impfkampagnen und machen die WHO sogar darauf aufmerksam, wenn Wohnviertel ausgelassen wurden.

Umso brisanter ist die Angelegenheit für die pakistanische Regierung. Denn einerseits hat sie es vermieden, die Extremisten allzu scharf für ihre todbringende Verweigerungshaltung zu kritisieren. Andererseits droht dem Land die internationale Ächtung. So verlangt etwa Saudi-Arabien inzwischen von Pakistanis, die nach Mekka pilgern oder in dem Land arbeiten wollen, einen Polio-Impfnachweis – eine Demütigung für das ohnehin von Minderwertigkeitskomplexen geplagte Land.

Extremisten fordern Impfkampagnen ohne Frauenbeteiligung

In den betroffenen Gebieten, in denen die Gesundheitsversorgung generell schlecht ist, sieht die Bevölkerung Kinderlähmung aber bislang als sekundäres Problem an. Die WHO, die nach der erfolgreichen Ausrottung der Pocken den Sieg gegen eine weitere Krankheit in greifbarer Nähe sieht, investiert dagegen einen Großteil ihrer für Impfkampagnen bereitgestellten Mittel in den Kampf gegen Polio. Das verstärkt das Misstrauen der Bevölkerung noch. „Warum versuchen sie uns erst mit Drohnen zu töten, um uns dann auf der anderen Seite vor Krankheiten zu bewahren?“ Diese Frage bekommt Afzal Khan, der für eine vom Rotary-Club finanzierte Impfkampagne arbeitet, häufig zu hören. Um Vertrauen zu gewinnen, setzt seine Hilfsorganisation deshalb auf neue Methoden. Das Wort Polio verwendet er in der Öffentlichkeit gar nicht mehr. Stattdessen spricht er über Hygiene, Prävention und den Nutzen von Impfungen allgemein. Bei sogenannten Gesundheitscamps werden neben dem Impfstoff auch andere Medikamente verteilt und kostenlose ärztliche Untersuchungen angeboten.

Eine weitere Strategie ist der Einsatz von Geburtshelferinnen, die im Zuge einer Entbindung die Mütter überzeugen, ihre anderen Kinder impfen zu lassen. Auf diese Weise hat etwa die Geburtshelferin Lal Burhan Impfverweigerer überzeugt, die sich sechs Jahre lang gesperrt hatten. Die alte Frau, die kaum noch Zähne hat, hebt den Zeigefinger und sagt: „Ich bin alt, wenn ich etwas sage, kann mir niemand widersprechen, auch kein Mann.“ Die Männer im Raum, Stammesälteste mit langen Bärten kichern. „Lacht nicht“, herrscht Burhan sie an und berichtet, dass sie häufig auf Männer treffe, die glaubten, dass der Westen die Fruchtbarkeit der Muslime mit Hilfe der Impfungen verringern wolle. Diese Verschwörungstheorie wurde 2003 von dem nigerianischen Arzt und damaligen Leiter des Obersten Shariarats des afrikanischen Landes, Ibrahim Datti Ahmed, verbreitet und hat auch in Pakistan viel Unheil angerichtet.

Von den Taliban wollen sich die alte Frau und die anderen Impfhelfer nicht einschüchtern lassen. „Wenn sie uns wieder einmal drohen, verlassen wir einige Tage nicht das Büro“, sagt Afzal Khan. „Damit zeigen wir ihnen, dass wir ihre Drohungen ernst nehmen.“ Dabei sind die lokalen Zeitungen voll mit Einlassungen der Extremisten zu Polio. An diesem Tag etwa hat die Al Qaida nahestehende Extremistengruppe Jundallah der Lokalzeitung von Nowshera erklärt, dass sie die Impfungen zulassen werde, wenn keine Frauen mehr an den Kampagnen beteiligt würden – was unmöglich ist, da nur sie Zugang zu den Familien haben.

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Time am 2. Januar 2014

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/09/mohammedanismus-verbreitet-polio/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/kinderlaehmung-rueckzugsgebiet-einer-seuche-12732322.html