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Dumme, dumme Nazislahm-Zicke

1. Oktober 2018

Gil Yaron schrieb für die „Welt“ über die Hexe Ahed Tamimi (1).

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Die Selbstdemontage einer palästinensischen Ikone

Ahed Tamimi gilt als Heldin des palästinensischen Widerstands, weil sie einen israelischen Soldaten ohrfeigte und dafür ins Gefängnis ging. Doch mittlerweile wächst auch in der arabischen Welt die Kritik an ihr.

Als Ahed Tamimi im August aus israelischer Haft in ihr Heimatdorf Nabi Saleh im Westjordanland zurückkehrte, kannte die Freude in Teilen der arabischen Welt kaum Grenzen. Städte schmückten Straßen mit dem Antlitz der 17 Jahre alten Palästinenserin auf Postern. Tausende bejubelten Tamimi bei ihrer Willkommensfeier.

Dutzende Journalisten aus aller Welt drängten sich um die junge Frau, deren Berühmtheit durch ein Video entstand, auf dem sie einen israelischen Soldaten ohrfeigt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas empfing sie in Ramallah. Der türkische Präsident Recep Tayyep Erdogan rief an, um sie für ihren „Mut und ihre Entschlossenheit“ zu loben. Italienische Künstler verewigten den Rotschopf mit den blauen Augen in einem acht Meter hohen Porträt auf der Sperrmauer, die Bethlehem von Jerusalem trennt.

Acht Monate Haft hatten Tamimi in eine Ikone des palästinensischen Befreiungskampfes verwandelt. Doch der Ruhm zeigt zunehmend Schattenseiten. Denn seit ihrer Entlassung werden ihre Äußerungen weltweit wahrgenommen, und haben so Millionen ihrer Anhänger befremdet.

Schon ihre erste Auslandsreise führte zu Streit. Im Rahmen einer Europatournee besuchte Tamimi Frankreich und Spanien, wo der Fußballklub Real Madrid sie am Wochenende empfing und ihr ein weißes Trikot der Königlichen mit ihrem Namen überreichte.

Zuvor war sie Ehrengast des Festivals „Fête de l’Humanité“ in Paris. Dabei kam es zu einem Zwischenfall, der inzwischen die Beziehungen zu ihren Anhängern in Marokko belastet. Tamimi ließ sich nämlich in Paris neben einem Aktivisten der Polisario Front ablichten, eine Bewegung, die seit 1975 für die Freiheit der Sahrawis in der von Marokko besetzten Westsahara kämpft. Die Polisario ist in Marokko verboten.

Das Foto verärgerte viele Marokkaner. Auf sozialen Netzwerken beschimpften manche die ehemalige Gefangene nun als „israelische Agentin“. Tamimis Vater Bassem, einer der Führer des Widerstands in Nabi Saleh, nahm seine Tochter in Schutz. „Sie traf dort viele Menschen und ließ sich mit ihnen fotografieren. Sie fragte sie nicht vorher, wer sie sind oder was sie denken.“

Ein anderes Interview verwickelte Tamimi indes in einen der heftigsten Konflikte der Region. Hassan Nasrallah, Führer der libanesischen Hisbollah-Miliz, hatte im August das „mutige Mädchen“ dafür gelobt, dass „sie israelische Soldaten konfrontiert und sie ohrfeigt“. Tamimi bedankte sich daraufhin in einem Interview für die Glückwünsche. Nasrallahs Worte hätten die Kampfmoral der Palästinenser gehoben. „Ich ziehe vor ihm den Hut und bedanke mich für seine Unterstützung“, sagte Tamimi. „Wir unterstützen ihn alle und sind stolz auf ihn.“

Doch Nasrallah ist eine der umstrittensten Figuren im Nahen Osten. Der Chef der Schiitenmiliz entsandte Tausende seiner Kämpfer in Syriens Bürgerkrieg, um Präsident Baschar Assads Regime zu retten. Mindestens 500.000 Syrer wurden dort seit 2011 getötet.

Inzwischen reichen Nasrallahs Aktivitäten weiter. Seine Soldaten bilden schiitische Milizen im Irak und in Jemen aus, wo sie gegen Verbündete sunnitischer Regime wie Saudi-Arabien kämpfen. Vielen gilt er deshalb als Feind aller Sunniten, Massenmörder und Handlanger des Iran, der die Hisbollah rüstet und finanziert.

Syrische Oppositionelle, sunnitische Libanesen und viele Araber aus Golfstaaten griffen Tamimi nun in sozialen Netzwerken an. Einer bedauerte, dass Tamimi nicht länger in israelischer Haft saß, „um eine Ahnung davon zu bekommen, wie die Syrer unter Präsident Baschar Assad leiden“.

Der syrische Schriftsteller Maher Scharaf Eddin schrieb: „Du magst einen israelischen Soldaten geohrfeigt haben, aber Du hast der palästinensischen Sache 1000 Schläge erteilt.“ Tamimi bekräftigte indes, sie bedaure ihre Botschaft an den Hisbollahchef nicht. „Aus meiner Sicht unterstützt Nasrallah die palästinensische Sache, er ist gegen die USA und Israel, deshalb bin ich mit ihm in dieser spezifischen Angelegenheit einer Meinung.“

Noch schädlicher waren ihre Aussagen für Israels Friedenslager, das sich für Tamimi eingesetzt hatte. Eine bekannte israelische Rechtsanwältin hatte Tamimi im Prozess vertreten, der prominente Sänger Aviv Gefen hatte sie als „palästinensische Jeanne d’Arc“ gepriesen. Doch seit ihrer Entlassung macht Tamimi klar, dass ihre Weltanschauung nicht so friedlich ist, wie das israelische Friedenslager gerne hätte.

Seit ihrer Befreiung forderte sie wiederholt die Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge „nach ganz Palästina, vom Toten Meer bis zum Mittelmeer“ und behauptet, Israels Soldaten besetzten „mein Land, Jaffa, Haifa, Akko“ – Städte, die sich im Kernland Israels befinden. Für die Existenz Israels lässt das keinen Platz. Diese Vision will Tamimi notfalls mit Waffen verwirklichen.

Als ein Interviewer im französischen Sender France24 von ihrem gewaltlosen Widerstand sprach, korrigierte ihn die Aktivistin: „Ich rufe zu Volkswiderstand in jeder Form auf. Menschen sollten wählen können, wie sie Widerstand gegen Israels Besatzung leisten. Manche mit Poesie, andere ohrfeigen Soldaten oder werfen Steine, ich respektiere jede Form des Widerstands.“ Jede Reaktion auf die Besatzung sei gerechtfertigt, argumentiert Tamimi in einem anderen Video, egal ob mit „Messerattacken, Selbstmordanschlägen oder das Werfen von Steinen“. Jeder müsse „etwas tun, damit wir unsere Botschaft übermitteln und Palästina befreien können“.

Dieser klare Aufruf zu Gewalt desavouiert nun viele, die Tamimi in Schutz nahmen. Nur wenige Wochen nach ihrer Entlassung erscheint das Mädchen nicht mehr als unschuldiges Opfer, dessen Schicksal die arabische Welt und Friedensaktivisten im Widerstand gegen Israels Besatzung eint. Stattdessen wird sie zunehmend zum Sinnbild für die Gewalt und die Differenzen, die Frieden in der Region seit Jahrzehnten unmöglich machen.

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Time am 1. Oktober 2018

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1) https://www.welt.de/politik/ausland/article181718252/Israel-Konflikt-Die-Selbstdemontage-einer-palaestinensischen-Ikone-Ahmed-Tamimi.html

Bravo, Bibi! (#5)

1. Mai 2018

Die deutschen Systemmedien machen sich über Benjamin Netanjahus Präsentation von Zigtausenden durch den Mossad im Naziran erbeuteten, geheimen Dokumenten lustig, und die „Welt“ fährt dazu gar Gil Yaron auf (1).

Auf der „Achse“ erläutert Jesko Matthes, warum erhöhter Druck auf das Mullah-Regime das Gebot der Stunde ist (2).

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Warum Israel nicht warten kann

In der WELT schreibt Gil Yaron, die „dramatische“ Pressekonferenz des Benjamin Netanjahu über die Erkenntnisse des Mossad zum Iranischen Atombombenprogramm bezöge sich auf Erkenntnisse von gestern und offenbarte, das eines fehle: Ein klarer, neuer Beweis dafür, dass der Iran auch heute den Atomvertrag verletzt. Vertrag hin oder her: Vielleicht hilft bei solchen Überlegungen ein Rückblick in die Geschichte der nuklearen Proliferation. Er zeigt quasi nebenbei, wie Politiker denken, die ihr Land schützen müssen.

Franklin D. Roosevelt und nach ihm Harry S. Truman mussten spätestens ab 1941 davon ausgehen, dass die Deutschen höchst aktiv an der Atombombe arbeiteten, denn diese hatten bereits den Bezug von Schwerem Wasser aus Norwegen organisiert. Am Weg zur Bombe mit Wasser als Moderator forschte damals bereits die Arbeitsgruppe von Paul Harteck in Hamburg. Die Briten waren es, die ebenfalls Bescheid wussten und die Beschaffung von Schwerem Wasser aus Norwegen vereitelten. Spätestens mit der ALSOS-Mission war dann ab 1944/45 klar, dass die deutsche Seite tatsächlich sehr umfangreiche Kenntnisse über die Herstellung der Bombe besaß. Harteck betrieb die ersten deutschen Ultrazentrifugen zur Anreicherung von Uran, zuletzt ausgelagert nach Celle, Klaus Clusius und Erich Bagge hatten die Isotopenschleuse und Manfred von Ardenne die elektromagnetische Isotopentrennung entdeckt. Werner Heisenberg und Kurt Diebner hatten subkritische Atomreaktoren konzipiert, beide unter Verwendung von Schwerem Wasser. Über die Implosionszündung nuklearer Bomben forschten Erich Schumann und Walter Trinks. Die Auer-Gesellschaft hatte große Mengen von Thorium in Oranienburg gelagert, aus dem Uran erbrütet werden kann, Carl-Friedrich von Weizsäcker hatte sich bereits 1941 das Patent zur Erzeugung von Plutonium gesichert, und zuletzt war ein deutsches U-Boot, U-234, von den Amerikanern aufgebracht worden, das 560 kg Uranoxid nach Japan transportieren sollte, als es in Deutschland für eine ungestörte Entwicklung der Bombe schon zu spät war.

Egal, was die Archive noch zutage fördern: Roosevelt und Truman entschieden sich in diesen Jahren, die Entwicklung ihrer eigenen Atombombe mit allen Mitteln voran zu treiben, obwohl ein klarer, neuer Beweis dafür, dass Deutschland oder Japan an der Atombombe forschten, fehlte. Tatsächlich sollte sich bei Kriegsende 1945 herausstellen, dass sich weder Deutschland noch Japan im Besitz einer serienreifen, an der Front einsatzfähigen Atomwaffe befanden. Es gab darauf nur jede Menge Hinweise von gestern, und diejenigen, die sie zutage förderten, waren logischer Weise Spione und Geheimdienste, wie heute der Mossad.

Wie der Feind sich gestern verhalten hat

Und niemand weiß, was die Deutschen oder Japaner erreicht hätten, wären ihnen nur noch ein, zwei Jahre der Forschung und Entwicklung geblieben. Die nukleare Proliferation verhindert man offensichtlich nicht durch das Vertrauen in den erklärten Feind, und dieses Vertrauen ist auch nicht allein abhängig davon, wie dieser Feind sich heute verhält, sondern davon, wie er sich gestern bereits verhalten hat und davon, welche konkreten Erkenntnisse darüber vorliegen.

Es ist klar, dass Israel höchstwahrscheinlich selbst seit Jahrzehnten über die Bombe verfügt. Dem Iran dürfte das ebenfalls bekannt sein. Es ist allerdings nicht bekannt, dass Israel alle paar Wochen auch nur verbal damit drohte, den Iran zu vernichten und den gesamten Nahen Osten in Brand zu setzen; das ist lediglich Israels letzte Option für den Fall eines erneuten Angriffs auf sein Territorium mit der Aussicht auf seine eigene Vernichtung.

Gil Yaron macht daher angesichts der andauernden verbalen Bedrohung Israels durch den Iran einen simplen epistemologischen Fehler: „Aktuelle“ Beweise sind immer frühestens von gestern, Politiker aber müssen heute Entscheidungen auf der Basis dieser Erkenntnisse von gestern treffen, für die Zukunft ihres Landes. Yaron begeht darüber hinaus auch einen politischen Denkfehler: Es müsse der ganzen Welt automatisch an einer friedlichen Lösung des Konflikts des Iran mit Israel gelegen sein und daran, dass nicht auch noch der autoritäre, judenfeindliche Iran der Mullahs die Bombe in seinen Händen hält. Das ist nicht der Fall. Auch andere autoritäre Regime sind schon völlig erfolglos auf das Einhalten von Verträgen hingewiesen worden. Morgen könnte es für eine „friedliche“ Lösung, dazu eine ohne jeden diplomatischen Druck, bereits zu spät sein.

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Time am 1. Mai 2018

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1) https://www.welt.de/politik/ausland/article175967565/Netanjahu-ueber-Iran-Nur-eine-Sache-machte-die-Pressekonferenz-dramatisch-deutlich.html
2) http://www.achgut.com/artikel/warum_israel_nicht_warten_kann

Von innen übernehmen

4. März 2018

Gil Yaron hat für die „Welt“ über die Aktivitäten des israelischen Undercover-Journalisten Tzvi Yehezkeli (hier: Zvi Jecheskeli) geschrieben (1), der unlängst Thema in der MoT war (2).

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Wie einfach es ist, Islamisten nach Europa einzuschleusen

Wie viele Migranten kommen mit falscher Identität nach Deutschland? Einem israelischen Journalisten gelang es spielend leicht, so in Deutschland politisches Asyl zu erhalten. Beamte erklärten ihm gar, wie er die Behörden weiter betrügen könne.

Es dürfte Zvi Jecheskelis gefährlichster Auftrag gewesen sein. Seit Jahren berichtet der israelische Journalist für Israels Sender Channel 10 über die muslimische Welt, besuchte palästinensische Flüchtlingslager, interviewte Terroristen der Hamas und reiste durch arabische Staaten. Doch für seine neueste Dokumentarserie begab Jecheskeli sich in Lebensgefahr, mitten in Europa: Mit Mossad-Methoden getarnt und mit Geheimkameras und Mikrofonen bewaffnet, drang Israels bekanntester Arabien-Experte tief in die Netzwerke der Muslimbruderschaft in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und der Türkei ein, um ihre Weltanschauung und Praktiken zu entdecken. Die neuste Folge seiner Serie, die seit Donnerstag in Israel ausgestrahlt wird, zeigt wie erschreckend leicht es ist, mit falscher Identität in Deutschland Asyl zu erhalten. Und wie deutsche Beamte dabei helfen, deutsche Gesetze zu umgehen.

Dafür musste Jecheskeli wie ein Spion agieren: „Die Muslimbrüder sind bekannt für ihr Misstrauen. Außenstehenden würden sie nie Einblick in ihre Arbeitsmethoden geben, oder ihre wahren Absichten mitteilen“, sagt er. Also verwandelte er sich mit Hilfe aktiver und ehemaliger Geheimdienstagenten in Scheich Khaled Abu Salaam alias „Abu-Hamsa“. Der trat entweder als palästinensischer Journalist eines islamistischen Senders aus Hebron auf, oder als strenggläubiger muslimischer Geschäftsmann aus Jordanien mit palästinensischen Wurzeln. Die Geheimdienstler arbeiteten mit Jecheskeli eine minutiös durchdachte Cover Story aus und kümmerten sich um jedes Detail: Von der fiktiven Webseite seines Unternehmens bis hin zum richtigen Weg, in der Moschee zu beten. Hätte Jecheskeli vor anderen Muslimbrüdern den Gebetsteppich mit dem linken statt dem rechten Fuß zuerst beträten, wäre seine wahre Identität als Ungläubiger enthüllt, sein Leben in Gefahr. Um Kontakte zu den Muslimbrüdern aufzunehmen, gab er vor, sein Geld in Europa in die Dawa investieren zu wollen – das soziale Netzwerk der Islamisten mit Kindergärten, Fußballclubs, Schulen und Moscheen, die ihre radikale Ideologie verbreiten.

1250 Dollar für einen syrischen Pass

Diesmal zeigte Jecheskeli wie einfach es für die Islamisten ist, Anhänger nach Europa zu schleusen. „Alles was man braucht, um in Deutschland Asyl zu erhalten, ist ein syrischer Pass.“ Und den bekommt man erstaunlich leicht. Dank eines Tipps eines Geheimdienstlers begab Jecheskeli sich ins Viertel der syrischen Flüchtlinge in Istanbul und suchte dort einen Handyladen auf. Dort gewann Jecheskeli, der perfekt Arabisch spricht, mit Geplauder über den politischen Islam schnell das Vertrauen des Verkäufers. Dann berichtete er vom Leid eines „Freundes“, der unbedingt nach Europa will: „Kein Problem“, sagte der Händler. „Für 1250 US-Dollar besorge ich dir einen syrischen Pass.“ „Was so ganz einfach?“, fragt der verblüffte Abu Hamsa zurück. „Was passiert, wenn er damit an internationalen Flughäfen ankommt, oder wenn die Behörden in Deutschland ihn in ihren Datenbanken überprüfen?“ Das sei kein Problem, so sein Gegenüber: „Ausser in Syrien kann niemand feststellen, dass der Pass nicht echt ist.“ Die Anzahlung betrage bloss 250 US-Dollar, der Rest bei Übergabe. Jecheskeli stieg ein. Wenige Tage später zitierte ein anonyme Anrufer ihn an eine Brücke am Bosporus: „Bist Du allein?“, fragt der Fälscher ihn misstrauisch. „Ja“, antwortet Jechsekeli. Tatsächlich wurde er ständig von einem geheimen Sicherheitsteam begleitet. „Geh in ein Restaurant im Flüchtlingsviertel. Ich folge Dir und stelle sicher, dass Du allein bist. Setz dich dort an einen Tisch, ich komme zu dir.“

Palästinensischer Sachbearbeiter

Kurze Zeit später, nach der Übergabe des Geldes, hält Jecheskeli einen syrischen Pass in Händen: „Der ist nicht gut gefälscht, der ist praktisch echt“, konstatiert er nachher im sicheren Hotelzimmer. Wenige Tage später trifft im Auffanglager für syrische Flüchtlinge in Berlin Tempelhof ein. Dort wendet er sich an die deutschen Sozialarbeiter, um einen Asylantrag zu stellen. Jecheskeli hat Glück. Sein Sachbearbeiter ist ein Palästinenser, der 1978 aus Gaza nach Deutschland auswanderte. Schnell ist man sich sympathisch, witzelt darüber, wie gut es wäre, wenn den pragmatischen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas endlich das Zeitliche segnen würde. Nach wenigen Stunden hat Jecheskeli alle notwendigen Papiere in der Hand und gilt offiziell als Flüchtling. Er erhält somit Anrecht auf Sozialleistungen. „Mit Allahs Hilfe beginnst Du hier jetzt ein neues, islamisches Leben“, beglückwünscht ihn der deutsche Beamte mit palästinensischem Wurzeln. Und gibt dem vermeintlichen Flüchtling auch noch Ratschläge, wie er die Behörden überlisten kann. „Wie bringe ich meine Frau und Kinder her?“, fragt Jecheskeli. „Eigentlich musst du drei Jahre warten, dann können sie nachziehen“, erwidert sein Gesprächspartner. Das sei zu lang. „Dann bring sie einfach jetzt übers Meer her“, erwidert der Beamte, der laut Jechsekeli sogar Hilfe bei der Planung der Fluchtroute anbot. Nach der Ankunft könne man dafür sorgen, dass sie ebenfalls Flüchtlingsstatus erhielten. „Ein gefälschter Pass reicht für eine ganze Sippe aus“, sagt der israelische Journalist. „Bei den Geldern, die man in Deutschland erhält, sind die 1250 US-Dollar eine hervorragende Investition.“

Jecheskeli geht es nicht um Ruhm oder Anerkennung. Davon genießt er in seinem Heimatland genug. Sorge treibt ihn um: „Ich wollte über die Gefahren berichten, denen Europa wegen des radikalen Islams ausgesetzt ist. Ich bin nicht an die Codes politischer Korrektheit gebunden und kann offen die Wahrheit sagen“, sagt Jecheskeli. Er macht hinter den Flüchtlingsströmen ein klares strategisches Ziel aus: „Dass es in der Türkei so leicht ist, am helllichten Tag einen falschen Pass zu kaufen, zeigt, dass jemand dies duldet oder gar erwünscht.“ Jecheskeli ist überzeugt, dass der türkische Präsident Recep Tayyep Erdogan trotz des Flüchtlingsabkommens den steten Strom von Flüchtlingen unterstützt: „Er könnte das sofort stoppen wenn er wollte. Aber er hat ein strategisches Interesse.“

Enorme Gefahr für Deutschland

Jecheskeli hält „die Gefahr für Deutschland enorm“, und meint damit nicht islamistischen Terror. „Niemand versteht wirklich, was der politische Islam für Europa bedeutet.“ Deswegen zeigt er in seiner Serie eine Predigt Jussuf Kardawis, dem wichtigsten Prediger der Muslimbruderschaft: „Der Islam wird wieder den Westen und Europa beherrschen“, verspricht er darin. Das müsse nicht unbedingt mit dem Schwert geschehen. „Es gibt auch eine stille Eroberung“, so Kardawi. „Er spricht von der Dawa“, erklärt Jecheskeli, „der gewaltlosen Unterwanderung mit Schulen, Kindergärten zur Bekehrung der „Ungläubigen.“ Die wahren Absichten der Zuwanderer würden nicht überprüft. Keiner der Flüchtlinge, die Jecheskeli traf, wollten sich integrieren: „Die Imam verbieten ihren Anhängern, dass ihre Töchter Deutsche heiraten, sie predigen Disintegration. Sie betrachten den Westen als technologisch überlegen und moralisch unterlegen“, sagt der Journalist. „Langfristig wollen sie Deutschlands Identität verändern.“

Dieses Ziel verfolge auch Erdogan. „Er ist im Augenblick der mächtigste Vertreter der Muslimbruderschaft auf der Welt. Er hält sich für Patron dieser sunnitischen Flüchtlinge, die dem enormen Einfluss der Islamisten ausgesetzt sind.“ Zum Beispiel durch die Imame, die Ankara in aller Welt finanziere. So stelle Erdogan sicher, dass Flüchtlinge ihm in der fernen Diaspora treu blieben. „Er will sie noch lange kontrollieren, über sie Einfluss auf fremde Staaten gewinnen. Langfristig rächt er sich so dafür, dass sein Land nie in die EU aufgenommen wurde, indem er Europa langsam von innen übernimmt.“

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Time am 4. März 2018

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1) http://www.audiatur-online.ch/2018/02/16/wie-einfach-es-ist-islamisten-nach-europa-einzuschleusen/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2018/03/01/dem-uebel-ganz-nah/

Blue Flag

12. November 2017

Für die „Welt“ berichtete Gil Yaron über ein Manöver in Israel, an dem auch die Deutsche Luftwaffe teilnimmt (1).

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Deutsche Kampfjets fliegen erstmals über Israel

Israel führt derzeit mit internationalen Partnern ein riesiges Manöver in der israelischen Wüste ab. Auch die Bundeswehr ist dabei. Eine große Ehre, dabei sein zu dürfen, sagen die deutschen Soldaten.

„Es war ein sehr emotionaler Augenblick für uns, als die deutsche Luftwaffe in unserem Bunker parkte“, sagt Oberst Itamar, Kommandeur des israelischen Luftwaffenstützpunktes Uvda. Er sei gerührt gewesen, als vier Eurofighter des taktischen Luftwaffengeschwaders 73 Steinhoff aus Rostock in die Negevwüste kamen, zum Manöver, 72 Jahre nach dem Holocaust.

Oberstleutnant Gero von Fritschen, Kommodore des deutschen Geschwaders, spricht von einer „großen Ehre, zu den ersten deutschen Kampfpiloten zu gehören, die hier im Luftraum unterwegs sind“. In dieser Woche wird in Israels Wüste Geschichte geschrieben – erstmals seit 100 Jahren fliegen wieder deutsche Kampfflugzeuge durch den Himmel.

Damals waren Aufklärer der Königlich Bayerischen Luftwaffe über der Negevwüste geflogen, um die ersten Luftaufnahmen Palästinas zu machen. Nun nehmen 125 deutsche Soldaten zwei Wochen lang an dem Manöver teil, in dem täglich rund 100 Einsätze gegen Terroristen und der Luftkampf gegen Flugzeuge geübt werden.

Dabei simulieren israelische Experten Bodentruppen, die mit russischen Abwehrraketen ausgerüstet sind. Das Manöver sei für die Bundeswehr ein riesiger Gewinn, man könne in der Wüste viel tiefer und schneller fliegen als im „dicht besiedelten Deutschland“.

Militärische Kooperation zwischen Deutschland und Israel ist kein Novum. Deutsche Drohnen- und Hubschrauberpiloten werden in Israel ausgebildet. Allein 2017 fanden 80 gemeinsame Projekte zwischen beiden Armeen statt, 20 davon zwischen den Luftwaffen.

Ein Land fehlt: die Türkei

Doch früher fanden die Kontakte im Verborgenen statt – auch um es sich nicht mit arabischen Staaten zu verscherzen. „Blue Flag“ aber ist sehr prominent. Es sei auch ein „politisches Signal“, sagt der deutsche Offizier. Wenn arabische Staaten mit Israel im Kampf gegen den Dschihadismus kooperierten, warum nicht auch Deutschland?

Was das Manöver mit dem Namen „Blue Flag 2017“ außerdem besonders macht, ist, dass an ihr acht Nationen teilnehmen und viele andere dazukommen wollten oder Beobachter entsandten. Nicht umsonst sprechen die israelischen Offiziere von „aerial diplomacy“ – Luftwaffendiplomatie.

Sie soll demonstrieren, dass Israel trotz aller Kritik seiner Siedlungspolitik kein isolierter Pariastaat ist, und helfen, neue strategische Bündnisse im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind zu schmieden: dem radikalen Islam in aller Welt. Die Gästeliste des Manövers zeugt davon, dass die globalen Interessen sich im vergangenen Jahrzehnt massiv verschoben haben – und Jerusalem es verstand, neue Verbündete zu gewinnen.

Schaut man auf die Flaggen, die im gleißenden Wüstenhimmel wehen, fällt vor allem eines auf: die Abwesenheit der Türkei. Noch vor einem Jahrzehnt war Ankara für Israel ein Verbündeter und strategischer Nato-Partner. Israelische Kampfjets trainierten in der Türkei, die ihre Luftwaffe mit israelischer Hochtechnologie ausrüstete.

Aber Indien ist dabei

Die Machtübernahme Präsident Recep Tayyip Erdogans bereitete dem jedoch ein Ende. Der sympathisiert mit Muslimbrüdern und hat sich zum Schutzherrn der radikal-islamischen Hamas gemacht – des Erzfeinds Israels. Auch im Westen werden angesichts der autokratischen und neoosmanischen Tendenzen am Bosporus Zweifel laut, wie lange Ankara verlässlicher Nato-Partner bleiben kann.

Statt des weißen Halbmonds auf rotem Tuch weht das weiße Kreuz der griechischen Flagge. Dabei gehörte Athen zu den größten Kritikern der Israelis – auch wegen deren gutem Verhältnis zur Türkei. All das ist Vergangenheit. Inzwischen proben griechische und israelische Piloten jährlich gemeinsam. Und die griechische Armee gestattet den Israelis, Probeangriffe gegen ihre S-300 Luftabwehrraketen zu fliegen, um sich auf einen Einsatz gegen den Iran vorzubereiten.

Nichts demonstriert die Verschiebung globaler Interessen besser als die Präsenz indischer Piloten. Einst war Indien feindlich gegenüber Israel eingestellt. Der Subkontinent, der sich mühsam vom British Empire befreit hatte, betrachtete Israel als Teil einer feindlichen imperialistischen Achse. Aber auch in Delhi hat der radikale Islam den Imperialismus inzwischen als Feind ersetzt.

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Time am 12. November 2017

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1) https://www.welt.de/politik/ausland/article170479897/Deutsche-Kampfjets-fliegen-erstmals-ueber-Israel.html

Die UN-RWA

24. Juni 2016

UNRWA

Bei „mena-watch“ hat Alex Feuerherdt einen Aufsatz veröffentlicht, der sich mit der abartigen UN-Organisation UNRWA befasst (1).

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Wie Palästinenser-Kinder in UNO-Schulen Judenhass lernen

Das Dokumentarvideo eines israelischen Journalisten zeigt einmal mehr, dass die Bande zwischen der Hamas und dem „Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten“ (UNRWA) ausgesprochen eng ist und in den Schulen der Organisation schon kleine Kinder antisemitisch verhetzt werden. Das ist ein Skandal – allerdings nicht verwunderlich, wenn man die Geschichte der UNRWA sowie ihren Sinn und Zweck kennt.

Das „Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge“, kurz: UNRWA, ist vielleicht die eigentümlichste Einrichtung der Uno überhaupt. Bereits seine pure Existenz ist in vielerlei Hinsicht nachgerade grotesk. Denn die als „palästinensische Flüchtlinge“ geltende Personengruppe genießt innerhalb der Uno eine Sonderstellung: Während alle anderen Flüchtlinge auf dieser Welt in den Zuständigkeitsbereich des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) fallen, haben die Palästinenser seit 1949 als Einzige ihr eigenes Flüchtlingshilfswerk. Damals rief die UN-Vollversammlung die UNRWA ins Leben, um rund 700.000 palästinensische Araber zu versorgen, die im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskrieges den neu gegründeten jüdischen Staat nach dem Überfall der arabischen Staaten verlassen hatten oder verlassen mussten. Deren Flüchtlingsstatus vererbt sich nach den UN-Richtlinien – anders als bei allen anderen Flüchtlingen und entgegen der Genfer Flüchtlingskonvention. Das heißt: Die erdrückende Mehrheit der inzwischen über fünf Millionen Palästinenser, die bei der UNRWA als Flüchtlinge registriert sind – und dadurch beispielsweise ein Anrecht auf kostenlose Dienstleistungen in Bereichen wie Gesundheitsfürsorge, Bildung und Sozialhilfe haben –, ist gar nicht geflohen, sondern erhielt diesen Status einfach durch die Abstammung von „echten“ Flüchtlingen.

Noch seltsamer wird es, wenn man bedenkt, dass mehr als die Hälfte der 1948 geflüchteten palästinensischen Araber arabisch-palästinensisches Gebiet gar nicht verließ, sondern ins Westjordanland oder in den Gazastreifen umsiedelte. Weitere zehn Prozent gingen nach Jordanien, dessen Territorium bis 1922 ebenfalls als Teil Palästinas galt. Trotzdem leben heute Millionen von Palästinensern als „Flüchtlinge“ auf palästinensischem Grund und Boden und streben ihre „Rückkehr“ an – in ein Land, in dem sie nie gelebt haben. Die UNRWA unterstützt sie dabei ausdrücklich – und das ist fatal. Während der UNHCR seine Aufgabe darin sieht, die Probleme „seiner“ Flüchtlinge zu lösen, verewigt die UNRWA die Probleme der palästinensischen „Flüchtlinge“. Der UNHCR versucht, nötigenfalls eine neue Heimat für die Geflüchteten zu finden, und hilft ihnen bei den diesbezüglichen Hürden und Formalitäten. Die UNRWA dagegen hat, so schrieb sie es selbst anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens, „kein Mandat, um dauerhafte Lösungen für die palästinensischen Flüchtlinge zu finden“.

Eine solche dauerhafte Lösung müsste in der Integration der Geflüchteten in den Ländern bestehen, in denen sie leben. Das jedoch würde den Verzicht auf die „Rückkehr“ bedeuten und hätte damit weitreichende Konsequenzen: Die Existenz Israels würde anerkannt, auf die „Befreiung ganz Palästinas“ – also die Zerstörung des jüdischen Staates – würde somit verzichtet. Der gesamte palästinensische Mythos von der „Nakba“ und der grundsätzlichen Unrechtmäßigkeit Israels wäre hinfällig, und es gäbe keine Möglichkeit mehr, über die „Rückkehr“ von mehr als fünf Millionen Palästinensern die Demografie in Israel so zu verändern, dass die Juden zur Minderheit würden. Dass die palästinensische Seite sich einer Akzeptanz der Wirklichkeit und damit der Möglichkeit einer Koexistenz mit Israel verweigert, ist das eine; dass die Uno-Einrichtung UNRWA diese fatale Haltung auch noch tatkräftig fördert, etwas anderes.

Enge Verbindungen zur Hamas

92 Prozent ihres Haushalts von rund 1,2 Milliarden US-Dollar erhält die UNRWA direkt von einzelnen Staaten, allen voran von den USA, Deutschland und Saudi-Arabien. Sie ist die größte Einzelorganisation der Vereinten Nationen und mit knapp 30.000 Mitarbeitern – davon sind bis auf 200 alle Palästinenser – hinter der Palästinensischen Autonomiebehörde der zweitgrößte Arbeitgeber in den palästinensischen Gebieten. Die UNRWA betreibt das größte Bildungswerk des Nahen Ostens, „rund eine halbe Million Kinder lernen hier in 703 Schulen, dass sie Opfer israelischer Vertreibung sind“ und „ein sakrosanktes ‚Rückkehrrecht‘ haben, das notfalls mit Gewalt durchgesetzt werden soll“, wie Gil Yaron in der Tageszeitung Die Welt schrieb.

Wie das kommt, schildert der israelische Journalist David Bedein, der seit Jahren zur UNRWA recherchiert, in seinem Buch „UNRWA: A Roadblock to Peace“. Bedein präsentiert unter anderem Beispiele für die Kooperation der UN-Einrichtung mit Terroristen: Gedenkzeremonien für Hamas-Führer werden in UNRWA-Schulen abgehalten, UNRWA-Lehrer widmen sich nach Feierabend dem Raketenbau und werden im Falle ihrer Tötung in den UN-Schulen als „Märtyrer“ gefeiert, UNRWA-Jugendclubs mutieren zu Terroristentreffs. Bei den Wahlen zu den UNRWA-Angestelltenvertretungen im September 2012 erzielte die Hamas-Liste einen deutlichen Sieg. 11.500 UNRWA-Mitarbeiter gaben damals ihre Stimme ab, die Hamas gewann alle elf Sitze im Lehrersektor, sechs von sieben im Arbeitersektor und acht von neun im Dienstleistungssektor. Eine konkurrierende Liste gab es – es war die des Islamischen Dschihad.

Antisemitische Indoktrination von Kindern

Da passt es ins Bild, dass das in UNRWA-Schulen verwendete Lehr- und Lernmaterial vor Antisemitismus nur so strotzt. Auf Landkarten existiert der Staat Israel nicht, Juden haben laut den Schulbüchern keine heiligen Orte in Palästina, sondern bloß „gierige Ambitionen“. Wie sich diese Art von Indoktrination auf die palästinensischen Schüler auswirkt, zeigt David Bedein in einem zehnminütigen Dokumentarvideo mit dem Titel „Der Weg der UNRWA zum Terror: Aufwiegelung in palästinensischen Klassenzimmern“. Darin kommen Schüler im Alter zwischen sieben und 13 Jahren zu Wort, an denen deutlich wird, welche Ergebnisse die systematische Erziehung zum Hass gegen Juden zeitigt. „Wir müssen Krieg führen, um zu beweisen, dass wir stärker sind als die Juden“, sagt beispielsweise ein siebenjähriges Mädchen, das eine UNRWA-Schule in Jerusalem besucht. Ein 13-jähriger Junge gibt an, bereit zu sein, ein Selbstmordattentäter zu werden.

„Sie lehren uns, dass die Juden Terroristen sind“, berichtet Samir Jabari, ein UNRWA-Schüler aus Kalandia im Westjordanland. Arafat, ein höchstens zehnjähriger Junge aus Shuafat, lächelt derweil in die Kamera, als er sagt: „Ich bin bereit, einen Juden zu erstechen und ihn mit dem Auto zu überfahren.“ Zahlreiche andere Knaben und Mädchen äußern sich in dem Video ähnlich. Es sind erschütternde Zeugnisse, die zeigen, wie schrecklich normal die Verhetzung bereits bei Kindern ist. Die UNRWA bestreitet zwar, dass alle Aufnahmen in Schulen der UNRWA entstanden sind, der palästinensische Menschenrechtler Bassam Eid hingegen bekräftigt, dass der Film die Realität abbildet: „Er porträtiert die UNRWA-Schulen akkurat“, sagt er. „Gewalt wird weiterhin zügellos befürwortet und von Lehrern diktiert, die diese auch von den USA finanzierten Schulen leiten.“

Ende der finanziellen Unterstützung Amerikas?

Einige US-Kongressmitglieder wollen deshalb nun erreichen, dass die amerikanische Finanzierung von UN-Schulen, in denen Kinder zum Hass auf Juden erzogen werden, eingestellt wird. Der republikanische Abgeordnete Doug Lamborn etwa sagte: „Es ist inakzeptabel, dass die internationale Gemeinschaft, die USA eingeschlossen, die UNRWA finanzieren, ohne Änderungen zu verlangen.“ Was an deren Schulen geschehe, sei „ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und empörend“, zudem bereite es „die palästinensische Bevölkerung und künftige Generationen von Palästinensern in keiner Weise auf einen Frieden mit den Israelis vor“.

David Bedeins Film zeigt einmal mehr, dass es sich bei der UNRWA um eine Einrichtung der Uno handelt, deren Nähe zur terroristischen Hamas ausgesprochen groß ist. Mehr noch: „Wenn eine Organisation überwiegend aus Hamas-Mitgliedern besteht, die Hamas-Ziele verfolgen, dann ist diese Organisation mit der Hamas deckungsgleich, das heißt: Die UNRWA ist die Hamas“, wie der amerikanische Journalist Daniel Greenfield schrieb. Seine Forderung lautet deshalb: „Entzieht der UNRWA die finanzielle Unterstützung!“ Tatsächlich ist das Hilfswerk ein Teil des Problems und nicht der Lösung. Nachhaltige humanitäre Hilfe wäre bei anderen Vereinigungen erheblich besser aufgehoben als bei einer Einrichtung, die das Elend nicht nur nicht lindert, sondern im Gegenteil sogar verewigt.

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Time am 24. Juni 2016
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1) http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/antisemitische-indoktrination-in-unrwa-schulen/