Posts Tagged ‘Hamad Abdel-Samad’

Mein Freund Hamad

15. Juni 2019

Theresa Weiß schreib bei „FAZ.NET“ über Hamad Abdel-Samad (1).

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Kein Appeasement mit dem Islamismus

Ist es rassistisch, den Islam zu kritisieren? Nein, meint der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad. Er verteidigt auf einer Konferenz an der Goethe-Uni in Frankfurt sein Recht auf freie Meinungsäußerung.

Damit Hamad Abdel-Samad frei sprechen kann, stehen sechs Personenschützer vor dem Konferenzraum des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ der Goethe-Uni. Der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler ist Muslim und kritisiert den Islam: „Der Islam will von der deutschen Aufklärung profitieren, weigert sich aber, Teil dieses Prozesses zu werden.“ Auch wollen religiös-politische Gruppen Kritiker mundtot machen und somit ihren Einfluss auf die Politik ausbauen. Abdel-Samad ist überzeugt, dass sich immer weniger Deutsche trauen, Kritisches über den Islam zu sagen, weil sie sofort den Vorwurf bekommen, rassistisch zu sein. Solche Aussagen provozieren. Doch wo, wenn nicht an der Universität solle kontrovers diskutiert werden, fragt er.

Abdel-Samad ist nicht allein. Wer sich kritisch zum Islam positioniert, sieht sich in Deutschland Bedrohungen ausgesetzt. Ein Frankfurter Beispiel aus jüngster Zeit: Zehn Menschen gehören zur „Initiative Säkularer Islam“, einer Gruppe aus Wissenschaftlern und Publizisten, die über den Islam diskutieren will und ein totalitäres Verständnis von Religion ablehnt. Vier davon müssen inzwischen von Personenschützern bewacht werden. „Weil sie auf der Abschussliste von irgendwelchen Radikalen stehen“, sagt Susanne Schröter. Die Professorin der Goethe-Universität und Direktorin des „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ will die kritische Auseinandersetzung mit der Religion vorantreiben. Auch darum hat sie zur Konferenz „Säkularer Islam und Islamismuskritik“ eingeladen, auf der auch Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide, Professor für Islamische Theologie in Münster, sprechen.

Kritik an der Religion

Frankfurt ist ein Insel, meint Schröter. Das Forschungszentrum sei einer der wenigen Orte in Deutschland, an dem es überhaupt noch möglich ist, Kritik an der Religion zu üben. Vor der Konferenz war Schröter abermals verbal angegriffen und als Rassistin beschimpft worden, weil sie der Islamkritik eine Plattform gibt und Hamad Abdel-Samad eingeladen hat.

Seine Aussage, dass der politische Islam davon profitiert, wenn es keine Islamkritik gibt, erhitzt viele Gemüter. Auffallend ist für den Forscher, dass er diese Reaktionen vor allem in Deutschland bekommt. Trägt er seine Thesen in Ägypten oder Marokko vor, stoße er auf ein Publikum, das kritische Auseinandersetzungen würdigt. „In der arabischen Welt wird belächelt, wer behauptet, Terror habe nichts mit dem Islam zu tun. Und in Deutschland bin ich damit der Islamhasser.“ Auch Schröter findet das paradox: „Kritische Muslime fühlen sich bedroht von Muslimen, die postulieren, dass wir hier in einer rassistisch-islamophoben Gesellschaft leben.“

Liberaler Reformer des Islams

Mouhanad Khorchide schlägt zunächst sanftere Töne an; er gilt als liberaler Reformer, der durch eine Auslegung des Korans und der Fatwas, die den geschichtlichen Kontext berücksichtigt, einen neuen Weg für den Islam finden will. Aber er sagt auch: „Der sogenannte Islamische Staat hat viele in der arabischen Welt wachgerüttelt.“ Er meint damit, dass die Handlungen der Terrorgruppe durch Narrative aus der Mitte des Islams gestützt wurden, mit Texten aus dem Koran etwa. Das habe viele Muslime darauf aufmerksam gemacht, dass es eine zeitgemäße Auslegung des Islams brauche. Er berichtet, dass die atheistischen Strömungen in der arabischen Welt wachsen – weil es keine alternativen Lesarten gibt, wenden sich die Jungen von der Religion ab. Und der politische Islam – die Mächtigen, die ihre Autorität auch aus der Religion ziehen – versucht, noch stärker gegenzulenken.

Vor allem in Deutschland fällt das auf fruchtbaren Boden, wie Susanne Schröter sagt. „Es entwickelt sich ein identitärer Islamismus in Deutschland, der Muslime als besondere Gruppe sieht, die Sonderrechte haben sollte und das religiös begründet.“ Wie die rechtsradikale identitäre Szene habe sie eine große Anziehungskraft auf Jugendliche. „Das ist auch deshalb problematisch, weil sich die Verbände nicht genügend abgrenzen“, sagt die Direktorin des Forschungszentrums.

Politik und Wirtschaft halten sich bedeckt

Politik und Wirtschaft hielten angesichts der Anfeindungen, die Islamkritiker erdulden müssen, die Füße still. „Die wollen keine Partner in Saudi-Arabien verärgern“, sagt Abdel-Samad. „Diese Politik ist fatal“, ergänzt Schröter. Es gebe eine Appeasement-Haltung gegenüber Regimen wie dem in Iran, Katar und Saudi-Arabien. Geld aus Anti-Extremismustöpfen fließe an fragwürdige Organisationen. Und junge Syrer und Afghanen, die nach Deutschland kommen, sollen als Integrationsmaßnahme in eine Moscheengemeinde gehen, erzählt Schröter. „Dabei sind die froh, aus dem Einflussbereich des Islam herausgekjommen zu sein.“

Obwohl gerade die Saudis seit den siebziger Jahren Programme auflegten, um junge Menschen an den Wahabismus heranzuführen, scheuten sich die deutschen Entscheider, Beziehungen zu gefährden. Dabei wollten die Jungen eigentlich anders leben, der Islam stehe dem entgegen, sagt Abdel-Samad. „Es ist eine Katastrophe, dass die Intellektuellen nicht in erster Linie der Freiheit verpflichtet sind.“

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Time am 15. Juni 2019

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1) https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/konferenz-zur-islamkritik-an-der-frankfurter-goethe-uni-16236671.html

Eine auslaufende Welle

11. Mai 2019

Vor kurzem brachte die MoT einen Beitrag von Hamad Abdel-Samad über eine links-grün-orkische Kampagne gegen eine Frankfurter Nazislamwissenschaftlerin (1).

Lesen Sie hier einen Bericht von Oliver M. Piecha von „mena-watch“ über die angefeindete Veranstaltung (2).

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Von Kopftüchern und Deutschen

Der Anfang ist ein bisschen enttäuschend, der Saal ist voll, es ist kurz nach zehn, gleich fängt es an und erst jetzt kommt auch mal ein Kopftuch in Sicht. Und dann gehört es noch zu einer Mitarbeiterin hier. Dabei soll es doch auf der Konferenz „Das islamische Kopftuch. Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ des Frankfurter Forschungszentrums „Globaler Islam“ vor allem um Eines gehen: um das Kopftuch eben.

Aber offensichtlich eher in der Theorie als in der Praxis. Verglichen jedenfalls mit einem durchschnittlich besetzten S-Bahn-Wagen im Rhein-Main-Gebiet ist diese Konferenz tatsächlich sehr „weiß“. Und Kopftuchträgerinnen bekommt man nicht viel mehr als ein halbes Dutzend zusammen. Vielleicht sind ja auch deswegen so wenig Betroffene gekommen, weil die Konferenz im Ramadan und dann auch noch einem Freitag liegt? Eine Kritikerin hatte das ernsthaft bemängelt.

Die Polizei war allerdings da, und bewachte den Eingang, denn die Konferenz hatte im Vorfeld für massives Aufsehen gesorgt. Eine obskure Gruppe hatte im Internet die Entlassung der federführenden Professorin Susanne Schröter gefordert und die eingeladene Alice Schwarzer des antimuslimischen Rassismus bezichtigt. Danach überschlugen sich sozusagen die fiktiven Ereignisse, und 700 Teilnehmer wollten sich für die 150 vorhandenen Plätze anmelden, die Universität bot sogar einen Liveblog und einen Livestream auf sowie ein public viewing.

Wer immer die Protest im Internet lanciert hat, ob es nun Islamisten waren, Verfechter postkolonialer Ideologie oder patentierte Antirassisten – aber womöglich fällt das mittlerweile auch schon alles in eins –, sie durften sich kurzzeitig als Sieger fühlen. Ein paar Zeilen im Internet genügten, um ein Medienereignis herzustellen und alle Feuilletons des Landes aufzuschrecken. Aber kaum jemand mochte öffentlich mehr als ein kleines bißchen Verständnis für den seltsamen Aufruf zu äußern, nicht einmal die üblichen Verdächtigen, das ganze klang einfach zu deutlich nach einer pubertären Allmachtsphantasie.

In Amerika (oder vielleicht an der Berliner Humboldt-Universität) mag sich in Hörsälen die Meinungsdiktatur von Snow Flakes und Social Justice Warriors etablieren, und in Paris kann Alain Finkielkraut wegen des Vorwurfs der Islamophobie seine Vorlesungen nicht mehr halten – wie Susanne Schröter mahnend in ihrer Vorrede betonte –, in Frankfurt jedenfalls hieß die Antwort: No Pasaran. Das war schon fast die Volksfront, praktisch alle waren sich einig; von der Unileitung bis zur Staatssekretärin, von der ehemaligen grünen Integrationsbeauftragten der Stadt – sie wurde ausgezischt, viele Anwesende waren nicht gut auf die Grünen und ihr Verhältnis zum Islam zu sprechen – bis zur Frankfurter Studentenvertretung, dem Asta: Alle, alle waren sie für die Freiheit des Wortes und der Wissenschaft.

Aber so richtig bedroht erschien die auch gar nicht. Die eine Handvoll Demonstrantinnen im Nieselregen, die man von drinnen beim Anstehen für den Kuchen nicht einmal bemerkte, dienten allerdings zur Bebilderung der Zeitungsartikeln, und später, als der Regen aufgehört hatte, war die einzige Kopftuchträgerin weit und breit im Visier einer Fernsehkamera. Dass das Catering für die Menge der Teilnehmer nicht ausreichend war, wie immer wieder im Vorraum enttäuscht zu hören war, fand in den Medien dagegen keine Beachtung.

Susanne Schröter erklärte in ihrer Einführung, dass der Anlass für die Konferenz die jüngst eröffnete Frankfurter Ausstellung zur „Islamischen Mode“ gewesen sei, die den politischen Kontext ausgeblendet habe. So kamen nun in Frankfurt einige der Prominenten aus der ewigen Besetzungsliste des deutschen Kopftuchdramas zu Wort: Alice Schwarzer und Necla Kelek. Was beide zu sagen hatten war so kurzweilig wie bekannt. Schwarzer erzählte noch einmal wie sie bereits vor über zwanziger Jahren als einsame Mahnerin gegen den politischen Islam stand und Kelek warb für die von Terre des femmes initiierte Petition für ein Kopftuchverbot in Kindergärten und Schulen. Das war nun gerade nicht die Schuld der beiden Vortragenden, aber man konnte dabei doch auf den Gedanken kommen, das sei eine Debatte, die mindestens zehn Jahre zu spät geführt wird. Es gab ja eine Zeit, irgendwann nach der Jahrtausendwende, als es so aussehen mochte, als ob der politische Islam in Europa praktisch widerstandslos durchgewunken werden würde. Aber ist die gesellschaftliche Stimmung mittlerweile nicht eine so ganz andere? Kann man ernsthaft von „Sprechverboten“ in Bezug auf Kopftücher sprechen, wie Schwarzer es tat? Über was wird denn da ununterbrochen geredet? Wenn man kurz ernsthaft darüber nachdenkt: Ist das nicht eine bizarre Aussage?

Auftritt Khola Maryiam Hübsch: Man will debattieren, also braucht man auch eine Stimme für das Kopftuch. Und Frau Hübsch kann das. Sie bedient sich gekonnt rhetorischer Taschenspielertricks: Natürlich ist sie auch für unbedingte Solidarität mit verfolgten Frauen im Iran, denen das Kopftuch aufgezwungen wird! Aber muss nicht dieselbe Solidarität auch den verfolgten Frauen im Westen gelten, die das Kopftuch nicht tragen dürfen? Bevor man antworten könnte, da habe sie sicher vollkommen recht, aber ob sie wohl kurz die Länder im Westen aufzählen könne, wo von Sittenpolizei verfolgte Frauen wegen ihrer Kopfbedeckung im Gefängnis säßen, plappert sie schon munter weiter. Es muss nämlich schnell gehen, das Reden, mit einem latent aggressiven Unterton, man soll wohl besser nicht ins Nachdenken kommen, was sie da so alles im Detail erzählt, denn die Zusammenhänge sind nicht besonders stringent.

Es ist eine Art süßlicher Seim, der sich da ergießt, angereichert mit modischen Vokabeln, sie ist ja „speakerin“ und „word artist“, und Frauen mit Kopftuch sind in ihrer Welt coole „Hijabis“. Bald fällt auch zum erstenmal der Begriff „intersektionalistisch“. Unterhaltsam kann sie auch sein: Schwarzer habe sie in der Kaffeepause als „Hübschchen“ angesprochen, ja, wer würde sich da noch wundern, dass Alice Schwarzer wie ein alter weißer Mann wirke? Bei den Schwarzer-Fans kommt das nicht gut an, und die sind hier in der absoluten Mehrzahl. Das Personal dieser Debatte ist jedenfalls so altgedient, wie das ganze fast schon wie scripted reality wirkt. Vielleicht sagt Schwarzer das jedesmal zu ihr? Hübsch hat hier nun mal die Rolle der dissidenten Kopftuchkulleraugenfrau mit dem schnellen, frechen Mundwerk. Inhaltlich ist da nicht viel zu holen, aber wie auch? Sie muss ununterbrochen offensichtliche Widersprüche zum Verschwinden bringen.

Da ist die Sache mit Gott. Sie spricht von ihrer persönlichen Religion und mehrfach fällt der Begriff der Spiritualität. Das ist nicht unwichtig. Tatsächlich gibt es im Islam mit den Sufis eine entsprechende religiöse Tradition, die auf Mystik und Spiritualität konzentriert ist und deswegen auch zum Hassobjekt der Salafisten geworden ist. Und es ist kein Zufall, dass sich im Nahen Osten, in Ägypten, oder der Türkei, die Anzeichen für eine Renaissance des Sufiislam häufen, der im Gegensatz zum puritanischen, regelbasierten von den Golfstaaten finanzierten Islam steht, wie wir ihn über die letzten Jahrzehnte praktisch nur noch gesehen haben. Aber es sei als Verdacht formuliert, dass das gar nicht die Quelle dieser islamischen „Spiritualität“ ist, von der die „Hijabis“ so gerne sprechen. Vielleicht sollte man eher auf den Einfluss des modernen individualisierten Christentums schauen. Es ist nämlich eine sehr westliche, individualistische Religionsauffassung, die da mit Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und Spiritualität daherkommt, und die mit einem traditionellen oder gar dem politischen Islam eher weniger verbindet.

Hübsch findet schöne Worte, sie spricht vom Ausbrechen aus gesellschaftlichen Rollenerwartungen, wenn es um die Entscheidung Pro-Kopftuch geht, oder vom Sexismus, auf den „züchtige“ („modest“) Kleidung eine Antwort sei. Es fehlt eigentlich noch das Stichwort „Entfremdung“. Und vielleicht noch eine Erwähnung, warum es besser für das Klima wäre, Kopftuch zu tragen. In der Person von Hübsch werden wichtige Widersprüche greifbar, die das Thema „Kopftuch“ so komplex machen. Eloquent stellt sie einen scheinbar durch und durch westlichen Prototypen individueller Lebensgestaltung dar.

Und dann wird am Ende ihrer Rede im Frankfurter Saal ein Flugblatt anonymer Aussteigerinnen aus der Ahmadiyya Muslim Jamaat verteilt, der muslimischen Sekte, deren Vorzeigefrau sie ist. Die anonymen Stimmen klagen über Drohungen, Druck und Benachteiligungen zumal in Hinsicht auf die Weigerung eine islamische Kopfbedeckung zu tragen. So tragisch und so banal: Autonomie und Individualismus versus gruppenbezogenes, strikt an Traditionen orientiertes Gruppenverhalten. Das ist ein echter Konflikt, da kann man noch so viel speaker und word artist sein wollen. Hier sitzen die Reibungspunkte von Menschen, die der einen und der anderen Welt angehören. Widersprüche, die sich augenscheinlich in der Person von Hübsch manifestieren, die auch immer wieder als Funktionärin ihrer Glaubensgemeinschaft in der Öffentlichkeit gewirkt hat. Insofern möchte man fast sagen, dass ihr auf dieser Konferenz ein wenig die tragische Rolle zugewachsen ist, und zum Schluss hat man fast Mitleid. So richtig mag sie hier im Saal auch kaum jemand. Darüber hinaus bleiben dann noch Fragen nach persönlicher Integrität, ob diese Widersprüche als Konflikt erlebt, unterdrückt oder bewusst verschleiert werden – sozusagen noch unter dem Kopftuch.

Da wo Hübsch in ihrer Schizophrenie als scheinbar autonome individualistische junge Frau und gleichzeitig als Repräsentantin einer islamischen Sekte scheitert, schaffen es auch andere anwesende Akteurinnen der fortwährenden deutschen Islamdebatten-Inszenierung nicht, einmal vom immergleichen Redemanuskript aufzusehen. Ein Blick auf die gesellschaftlichen Realitäten der Länder des Nahen Ostens scheint völlig zu fehlen. Das ist angesichts des Ortes der Veranstaltung – einem Zentrum zur Erforschung des globalen Islam – ja schon etwas seltsam. Islam oder „politischer Islam“ wird permanent als Invariante beschworen. Es gibt praktisch kein Verständnis dafür, wie sich Gesellschaft entwickelt, wie Widersprüche wirken könnten, und dass generationaler Wandel etwas längerfristiges ist, das auch Ideologien transzendiert.

Der Nahe Osten wandelt sich, die iranische Revolution ist in ihrem 40 Jahr und der Politische Islam ein Generationenprojekt. Über all das könnte man sprechen, aber in diesem Frankfurter Saal sitzen vor allem Menschen, von denen man den Eindruck hat, dass sie sich ganz persönlich in ihrem tiefsten Deutschland vom politischen Islam verfolgt und bedroht fühlen. Mehrfach kommt die Rede auf über 50 Länder, in denen die Scharia gelte und die vom politischen Islam beherrscht sein. So ungefähr. 50 Länder! Ja, da muss man ja Angst bekommen!

Susanne Schröter zeigt in ihrem Vortrag Nahostbilder aus den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren, um zu demonstrieren, dass man damals im Irak Miniröcke und in Ägypten keine Kopftücher getragen hat. Simsalabim und schon hat man den „islamischen Rollback“ gezeigt. Ganz so einfach ist die Sache nun aber nicht. Tatsächlich richtet sich die Familiengesetzgebung in fast allen islamisch dominierten Ländern an der Scharia aus (die berüchtigten Körperstrafen sind noch einmal etwas anderes, und sie werden tatsächlich nur in ein paar wenigen Ländern praktiziert wie in Saudi-Arabien oder bei den Taliban). Nur: Das war auch schon so zu den Zeiten, als die Mittelschicht in Kabul Jazzplatten gekauft hat und iranische Studentinnen noch kürzere Röcke als die irakischen getragen haben.

Und was angesichts dieser nostalgischen Fotos, die immer nur die eine Geschichte zu erzählen scheinen, dass früher alles besser war, und niemand Kopftücher getragen hat, in der Regel völlig unbeachtet bleibt, ist die Tatsache, dass zumal in den Kernländern des Nahen Ostens diese an der Scharia orientierte Gesetzgebung mittlerweile heftig umstritten ist. Menschen beiderlei Geschlechts demonstrieren dagegen, begehren dagegen auf, kämpfen für eine Änderung dieser Gesetze, die tatsächlich einen fundamentalen Einfluss auf den Lebensalltag von Menschen haben: Töchter gelten weniger als Söhne, die Scheidungsgesetze benachteiligen massiv Frauen, und in vielen Ländern sind auch erwachsene Frauen abhängig von männlichen Vormündern. Und es ist kein Zufall, dass Tunesien hier nun zum Vorreiter von revolutionären Gesetzesänderungen geworden ist, mit denen diese Art von geschlechterbezogener Differenzierung aufgehoben wird.

Das ist eine Folge des totgesagten „Arabischen Frühlings“, zu dem Alice Schwarzer auch nur die Umformulierung zum „Arabischen Winter“ einfiel. Die realen Auseinandersetzungen im Nahen Osten bedienen offensichtlich nicht das Bedürfnis nach Projektionsflächen. Und so nimmt man es lieber nicht wahr, dass der politische Islam in den Kernländern des Nahen Ostens unter erheblichem Druck geraten ist, an vielen Orten führt er längst Rückzugsgefechte.

Junge Menschen im Nahen Osten verlassen zunehmend die ideologischen, altgewohnten Pfade, auch in ihrem Widerstand, oder vielmehr in ihrem Desinteresse an den Kämpfen der Alten. Dann sitzen auch die Mädchen in der Öffentlichkeit im Cafe, ob mit oder ohne Kopftuch, und rauchen Shisha. Und nein, das passiert nicht überall und nein, das wird die Gewaltverhältnisse in all diesen Staaten nicht sofort umstürzen. Aber zumal aus intellektueller Frankfurter Perspektive wird man doch einmal sagen müssen, wie beschränkt und völlig undialektisch es ist, anzunehmen, dass dieser Generationenwandel nicht irgendwelche Auswirkungen haben sollte. Fasziniert starrt man aber weiter voller lustvoller Abscheu auf die alten Männer und ihre Machtdemonstrationen, und wittert allerorten ein scheinbar wie naturgesetzliches Voranschreiten des politischen Islams, so als würde es sich hier nicht um eine letztlich gescheiterte und total abgehalfterte Ideologie handeln.

Tatsächlich verbucht der politische Islam ja auch weiter Geländegewinne, dafür stehen die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle in Brunei, oder der von Susanne Schröter in ihrem Eröffnungsvortrag angerissene Einfluß des Islamismus in Malaysia oder Indonesien – dem Land mit den meisten Muslimen weltweit. Das zentrale Merkmal aller Gegenden in denen der politische Islam derzeit an Boden gewinnt, ist jedoch ihre Lage in der Peripherie – vom Zentrum des Nahen Ostens aus gesehen. Wie eine Welle hat sich der politische Islam ausgebreitet, und möglicherweise wird er auch wie eine Welle auslaufen. Mit Verspätung in der Peripherie.

Die neue Strategie des „IS“ könnte dafür stehen; die Jihadisten ziehen gen Südostasien, und in die unkontrollierten Regionen Afrikas; und auch im Westen, zumal in Europa finden sich treue Anhänger. Denn auch Europa gehört zu dieser islamischen Peripherie, auf die der politische Islam angeblich so machtvoll zuschreitet, dass man vor lauter Kopftüchern bald nichts mehr zu sehen vermag. Spätestens in Europa mischt sich der Islam mit Identitätsfragen, und es wäre abermals so sinnlos wie weltfremd anzunehmen, dass „der Islam“ oder vielmehr „der politische Islam“ ausgerechnet davon unberührt bleiben sollte. Die einzige wirkliche Invariante in diesem ganzen Szenario scheint das europäische Krisenbewusstsein zu sein. Man fühlt sich bedroht, man ist immer nah an der Panik gebaut, und hat bei aller beschworenen Kultur offenbar so gar kein Vertrauen in die eigenen Werte. Dabei wären die doch die Antwort auf die Kopftücher, um die es hier angeblich geht.

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Time am 11. Mai 2019

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2019/04/26/hassgefuehle/
2) https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/von-kopftuechern-und-deutschen/

„Muss plattgebombt werden“

25. August 2014

Hamad

Einer der pointiertesten Mohammedanismuskritiker ist der Ex-Muslimbruder Hamad Abdel-Samad, und er wird immer besser (und er sieht außerdem gut aus 🙂 ). Lesen Sie ein Interview mit ihm, das m.E. in Bezug auf seine Deutlichkeit zu den klarsten und schärfsten counterjihadischen Texten der letzten Zeit gehört.

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Faschistischer Islam: „Herr über Leben und Tod“

Der muslimische Politologe Hamed Abdel-Samad über den Faschismus im Islam und warum es keinen moderaten Islam gibt. Hamed Abdel-Samad, Sohn eines ägyptischen Imams und deutsch-ägyptischer Politologe, hat sich mit Islam-kritischen Thesen eine Todes-Fatwa (Mordaufruf) eingehandelt. Sein Buch „Der islamische Faschismus“ sieht er bestätigt.

KURIER: Die Welt steht im Bann der Grausamkeiten des „IS“ – ist das der faschistische Islam?

Hamed Abdel-Samad: Der Inbegriff, absolut. Diese Ideologie entsteht, beim Faschismus wie beim Islamismus, indem man die Welt in Gut und Böse aufteilt und der Gegner entmenschlicht wird. Nach islamischen Riten werden auch die Tiere mit dem Ruf „Allahu akbar“ und dem Wegreißen des Kopfes geschlachtet.

Faschismus, wie wir ihn in Europa verstehen, hat doch andere Wurzeln und Ziele?

Der Faschismus war identitätsstiftend für Nationen, die sich von der Welt gekränkt fühlten. Die islamistischen Bewegungen entstanden fast zeitgleich mit dem deutschen und italienischen Faschismus aus dem gleichen Geist heraus: Der Zusammenbruch des osmanischen Reiches führte zur Identitätskrise und Kränkung und zum Traum der Wiederherstellung des Imperiums. Faschismus ist nicht nur Ideologie, sondern politische Religion – mit charismatischen Führern, heiligen Wahrheiten.

Streben die Islamisten nach Weltherrschaft?

Das ist ja die Attraktivität des IS. Die El Kaida begrenzte sich auf ein paar Selbstmordanschläge gegen die USA. Aber der IS bietet den jungen Muslimen ein attraktives Projekt des Mitmachens: Sie sollen nicht als Selbstmordattentäter, sondern als Welteroberer nach Syrien und in den Irak. Und sie können schon in diesem Leben durch den Sieg über die Ungläubigen das Paradies erlangen.

Die Weltkarte des IS reicht bis tief nach Europa: Ein Kalifat überall dort, wo Muslime leben.

Und gelebt haben. Das ist ein alter Traum: Das heilige Versprechen, dass der Islam am Ende siegt, weil er die letzte Religion ist, die letzte Botschaft, die Gott an die Menschen gerichtet hat.

Wieso ist der IS noch einmal brutaler, steinzeitlicher als alles, was man bisher kannte?

Es gibt die religiöse Dimension. Die beruft sich auf den Koran, die Eroberungsgeschichte und den Propheten. In Sure 48 steht, dass Mohammed und seine Anhänger untereinander barmherzig sind und gegenüber dem Ungläubigen hart. Der angebliche Befehl Gottes, wie mit den Ungläubigen umzugehen ist – „und schlagt auf ihre Hälse“ und „tötet sie, wo auch immer ihr sie findet“ –, darauf beziehen sich die IS-Leute.

Gibt es auch eine politische Erklärung der Brutalität?

Die ist: Sie müssen nicht überall kämpfen, sie handeln frei nach Mao: Töte einen, erziehe 100.

Sie meinen die Propaganda das Grauens?

Ja, sie enthaupten irakische Soldaten und veröffentlichen Videos davon – dann fliehen die Menschen aus dem nächsten Ort, ehe die IS-Männer einziehen. Das steht auch im Koran: Die Ungläubigen in Angst und Schrecken versetzen. Hätten sie die Tötungsmaschinerie wie andere faschistische Bewegungen früher, würden sie keine Minute zögern, auch die einzusetzen.

Sie schreiben, es droht eine Schlacht apokalyptischer Dimension.

Der IS wächst wie ein Schneeball, weil er einen Traum vieler perspektivloser Muslime repräsentiert, die in ihrer Heimat nichts gelten und im Irak und in Syrien Herr über Leben und Tod sind. Ein Viertel der IS-Kämpfer kommt aus dem Westen, der, der den US-Journalisten enthauptet hat, sprach perfekt britisches Englisch. Warum? Weil beim IS der politische und finanzielle Erfolg lockt – ein junger Ägypter warb um Kämpfer mit der Erzählung, dass beim IS durch die Eroberungen bis zu 5000 Dollar pro Tag zu verdienen sind.

Und die Schlacht?

Ich glaube nicht, dass wir bald große islamische Armeen vor Wien stehen haben. Aber die Gefahr liegt darin, dass sich diese Dschihad-Idee verselbstständigt …

… und die Kämpfer nach Europa zurückkommen.

Genau. Wenn die USA den IS bombardieren – und ich sehe dazu keine Alternative –, und die kommen zurück, enttäuscht, weil der Gottesstaat nicht erreicht ist, destabilisieren sie den Westen.

Was wäre denn das Rezept gegen den IS?

Leider kommt man mit der klassischen Demokratie, mit Meinungsfreiheit, Verfassung, gegen diese Leute nicht weiter. Man muss diese Gruppen in Europa verbieten – wieso sind Nazi-Symbole verboten und IS-Symbole nicht? Man muss die Moscheen in Europa streng kontrollieren – wenn für den Dschihad geworben wird, wird sie geschlossen, Ende der Freiheit!

Und wie stoppt man den IS im Nahen Osten?

Wir brauchen einen neuen Churchill. Einen, der eine klare Position zum Faschismus hat, der weiß, dass Dialog und Appeasement nur zu noch wilderen Auswüchsen führt. Man braucht eine gemeinsame Linie, die Bewegung muss plattgebombt werden, und die, die zurückkommen, müssen schon am Flughafen als Mitglieder einer terroristischen Organisation verhaftet werden.

Der moderate Islam, wie geht der mit dem IS um?

Es gibt keinen moderaten Islam. Das ist eine Erfindung westlicher Islamwissenschaftler. Es gibt die spirituelle Dimension des Islam, das ist die Mehrheit der Muslime – aber die ist für mich irrelevant, weil sie nichts tut. Und innerhalb der politischen Dimension des Islam gibt es keine moderate Bewegung. Vergleicht man die Reaktion der Muslime auf die Opfer in Gaza und auf jene der IS in Syrien und im Irak, dann sieht man die Heuchelei der ach so moderaten Muslime: In Scharen gehen sie gegen das Töten in Gaza auf die Straße, – aber warum empfinden die Muslime nicht die gleiche Empathie gegenüber den Opfern des IS? Weil für uns Muslime offenbar nicht das Opfer entscheidend ist, sondern der Täter – und wenn der muslimisch ist, dann nehmen wir das hin.

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Time am 25. August 2014

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1) http://kurier.at/politik/ausland/hamed-abdel-samad-faschistischer-islam-herr-ueber-leben-und-tod/81.207.850

Pueriler Größenwahn

4. April 2014

Reaktion auf Mohammed-Karikaturen

Ein hervorragende Zusammenfassung wesentlicher Aspekte des Nazislahm brachte vorgestern Regine van Cleev in der Auseinandersetzung mit Hamad Abdel-Samads aktueller Position (1).

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Urfaschismus und Urislam

(…) Ich glaube nicht, dass der Islam ein leckes Schiff ist, das wie die Titanic vom Untergang bedroht wäre vom „Eisberg der Aufklärung“, wie es einmal in einem „Weltwoche“-Interview mit Abdel-Samad zu lesen stand. Der Eisberg ist wohl eher der Islam.

Dass er sich als minderwertig empfindet gegenüber dem Westen, bzw. aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus, dem Gefühl, „zu kurz gekommen zu sein“ in der modernen Welt, mit dem imperialistischen Eroberungsanspruch reagiert, ist m. E. nur die halbe Wahrheit.

Das Ressentiment, die Rachsucht, mag für die Gegenwart als ein Faktor u.a. zutreffen, ist aber nicht der Kern des Islam, der ja, wie Abdel-Samad sehr wohl weiss, von seinem Ursprung her eine expansionistische Kriegsdoktrin ist. Sein Gründer war nicht gerade von Minderwertigkeitskomplexen umgetrieben, er war bekanntlich seit seiner Machtergreifung in Medina nur noch Siege gewohnt und begründete die Eroberungsgelüste seiner Wüstenraubnomadengang mit der angeblichen Minderwertigkeit seiner Gegner. Schon diese ersten räuberischen Moslems waren nicht von Minderwertigkeitsgefühlen getrieben, sondern eher vom Grössenwahn, den der Islam noch schürte, indem er deren Raublust als Willen Allahs erklärte.

Er appelliert an alle Macht- und Gewaltgelüste, indem er dem testosterongesteuerten maskulinen Jungvolk einimpft, dass sie die besten aller Menschen seien und die Eroberten ihnen als Beute zustünden. Eroberungswütige Kriegerhorden brauchen keine „Komplexe“, auch ein Dschingis Kahn oder ein Tamerlan litten nicht unter so etwas, was den heutigen Djhadisten vom Westen gern als Entschuldigung unterstellt wird – als Reaktion auf „Demütigung“. Was blutige Machtmenschen wie Stalin oder Pot Pol oder Mao oder Mohammed antrieb, war nicht „Demütigung“.

Die Lust an der Gewalt, angereichert mit Grössenwahn plus Skrupellosigkeit, die Ingredienzien des maskulinen Machtwahns, reichen aus. Der Islam besitzt von diesen Komponenten mehr als genug. Er appelliert von Anfang an die nackte, durch keine Zivilisation oder Moral gebremste Gewaltlust seiner Jung-Volks, des „youth bulge“, der in allen Gesellschaften das größte Aggressionspotential ausmacht. So wie auch die jugendlichen männlichen Gewalthorden von Pol Pot es demonstrierten, die keinerlei Skrupel beim bestialischen Terror gegen Frauen und Kinder, Alte und Kranke empfanden, sowenig wie die Türkenhorden, die die Armenier auf den Todesmarsch trieben.

Beim puerilen Größenwahn der Moslemmänner von Jugend auf muss das Herrenmenschensyndrom nicht auf Kompensation für Minderwertigkeitsgefühle beruhen, das moslemische männliche Jungvolk wird ja im Gegenteil auf Überwertigkeitsgefühle z.B. gegenüber Frauen gedrillt.

Als Gruppenmachtgefühl im Kollektiv ist dieser Wahn nicht individuell zu durchbrechen, da der Islam über ein eingebautes Kritikkillersystem verfügt, das Apostasieverbot, das automatisch die Abweichler eliminiert und mit extremem Terror reagiert, das funktioniert wie alle Wahngebilde totalitärer Herrschaftsregime. Minderwertigkeits-Komplexe sind dabei sekundär. Die Schwächung des Regimes kann die Aggression aufputschen, aber im Islam ist sie von Anfang an angelegt. Terror nach innen und außen, gegen die Abtrünnigen und die Ungläubigen, ist sein Lebenselixier. Scharia ist der tägliche Terror nach innen, Djihad der Terror nach außen. Der Westen liefert nur die moderne Form des Feindbilds, von dem der Islam lebt, vom Kampf gegen die „Feinde Allahs“ und die „Ungehorsamen“. Ein Religionsterrorsystem. Wobei der Appell an den puerilen Größenwahn des youth bulge nicht unterschätzt werden sollte.

Das Herrenmenschensyndrom muss also nicht als Kompensation für Komplexe relativiert werden, die die Gewalt wieder als Reaktion der „Gekränkten“ auf irgendetwas erscheinen lassen, das sie „erklärt“ und „verständlich“ macht.

Dass Moslems sich selber als „diskriminierte“, verfolgte Minderheit betrachten und mit Nachhilfe ihrer westlichen Lobby auch so darstellen, ist ein anderes Kapitel. Täter sehen sich bekanntlich gern als Opfer und erklären sich als „provoziert“, während sie die „Provokation“ suchen. Gewaltlust ist aber Gewaltlust und sonst gar nichts. Dass sie sich selber mit allerlei Rationalisierungen rechtfertigt, ändert nicht an der originären Lust an der Gewalt. Sie muss auch nicht lange „anerzogen“ werden, ist leicht zu animieren und schwer abzuerziehen. Das hat die Zivilisation bis heute nicht geschafft, auch wo Gewalt in unserer Kultur weitgehend geächtet ist.

Anders im Islam, der eine Gewaltdoktrin verkörpert, die an die übelsten Eigenschaften, wie sie in der Natur der Spezies liegen, appelliert, sie honoriert und prämiert, also kulturell verstärkt. Dass der Islam durch die Moderne ein Trauma erfahren habe, das Trauma, nicht mitgekommen zu sein mit Entwicklung und Errungenschaften der westlichen Zivilisation, erklärt noch nicht den Ursprung und die Natur des Islam, diesen ab ovo gewaltträchtigen Kern einer Wüstenkriegerhorden“religion“.

Was Abdel-Samad im Welt-Interview als Urfaschismus (nach Eco) und Reaktion auf die Moderne beschreibt, ist dem Islam vor aller Moderne wesenseigen. Mohammed hatte keine „Moderne“ zu bekämpfen, als er die Suren mit Anweisungen zum Menschenschlachten „empfing“.

Als der „Profet“ die Juden von Medina massakrieren ließ, die Männer abschlachten und die Frauen versklaven und an seine Gang verteilen, war er mitnichten von dem Stamm, den er abschlachten ließ (wie seine KritikerInnen), mit Minderwertigkeitsgefühlen geschlagen worden. Eroberungslust schafft sich ihre „Provokation“ als Legitimation nach Bedarf. Der Hordenanführer fühlte sich nicht „minderwertig“, sondern höherwertig gegenüber den Juden, die ihm nicht folgen wollten.

Wozu? So wie die heutigen Moslembrüder und ölgesättigten Djihadisten auch nicht an Minderwertigkeits-Komplexen zu leiden scheinen, wenn sie die Vernichtung der Ungläubigen begründen oder die Überfälle auf die Koptenminderheit, die ihnen gemäß dem waltenden Machtverhältnis ja keine Komplexe bereiten und deren Kirchen sie auch nicht mit westlichem „Lebensstil“ „provozieren“, womit die westlichen Kriecherkreaturen ihre Unterwerfung als „Religionsfreiheit“ rechtfertigen.

Das Phänomen, das vom Islam zur Religion erhoben worden ist, ist männliche Gewaltlust plus pueriler Größenwahn. Ein gemeingefährliches Syndrom, das als göttliches Recht verbrämt ist, verstärkt bis ins Erwachsenenalter weiterwuchert und sich zu einem kollektiven Wahngebilde ausgewachsen hat, das „Toleranz“ in den Demokratien für sich beansprucht, deren Dhimmivolk im Namen der „Religionsfreiheit“ für den Islamfaschismus weichgeklopft worden ist. Biedermann hat die Brandstifter ins Haus gelassen und lässt die Warner verhaften. Oder im Bunker bewachen, statt die Angreifer auszuweisen.

Man kann die Verklumpungen des religiösen Gewaltrechts Islam mit den Mentalitäten der hiesigen Islamlobby, die mit diesem Gewaltrecht sympathisiert, es verharmlost und Kritiker kriminalisiert, nicht aufbrechen, wenn man seine Natur nicht erkennt, wenn man das Männergewaltrecht im Sinne seiner zahlreichen Sympathisanten als „Religion“ verklärt und es als das nimmt, als was sie sich ausgibt, d.h. den Religionsterror noch als „Freiheit“ und „Menschenrechte“ verteidigt.

Nicht von ungefähr sind seine Apologeten und Sympathisanten primär unter jenen Linken vertreten, die auch die totale Kriminellenfreiheit anstreben und bei jeder Forderung nach wirksameren Strafen für die mit der Migration (inklusive Import von Gewaltrecht) aus dem Machokulturkreis zunehmenden Gewaltdelikte, insbesondere der Sexualdelikte, Zeter und Mordio schreien und „Lynchjustiz“ rufen, wenn nur ein Sexualunhold verwahrt oder gar ausgewiesen werden soll.

Da es sich beim Islam ebenfalls um ein Recht für Sexualunholde, ein Zwangs- und Kinderehenrecht handelt, schlägt ihm die Sympathie der Kriminellenfreunde und Pädophilenpäppler aus dem linken Lager entgegen. Wer diesen Zusammenhang nicht begreift, begreift die Logik dieser Geistesverwandtschaft nicht und meint noch, die Linke meinte Menschenrechte, wenn sie Menschenrechte sagt, und nicht das als Religion verbrämte Männergewaltrecht. Abdel Samad nennt es nicht so, aber er schätzt doch diese „Religion“ zu Recht als nicht reformierbar ein, er erkennt ihre fatalen Konsequenzen illusionslos, nennt nur die Herrenmensch-Natur des Unwesens nicht geschlechtsspezifisch direkt beim Namen, dessen Motor der demografische Djihad ist, der auf dem Sexualterror beruht.

Da es sich um eine Gewaltdoktrin handelt, die die übelsten Eigenschaften des Männerpopulation kulturell belohnt und heranzüchtet, ist sie schwer auszutreiben. Wie will man einem mit Herrenmenschen-Mentalität aufgeladenen, mit Größenwahn ausgestatteten und gefütterten Moslemmann klarmachen, dass er nicht der ist, für den er sich hält und für den alle Moslemwelt ihn von Jugend auf anerkennt und hofiert? Wie will man etwa einem gewaltfreudigen „Jugendlichen“ sagen wir in einer Jugendbande, in der er sich unangreifbar fühlt, klarmachen, dass er ohne dieselbe besser auskommt? Dass er auf seine Gruppenmacht verzichten soll? Wie will man einem Moslem den Islam ausreden? Woran kann Aufklärung da ansetzen, wenn der Islam ihm die Höherwertigkeit seiner Person doch frei Haus liefert? Zudem ist eine Religion, die auf das Schwarmverhalten setzt und die Gruppe für alle Untaten (wie Gruppenvergewaltigungen) entlastet, kaum mit dem Appell an die moralische Verantwortung des Einzelnen zu erreichen wie das christliche Gewissen. Kritik wird immer nur einen dichteren Zusammenschluss der Gruppe bewirken, das Kollektivgesetz ist mächtig. (…)

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Time am 4. April 2014

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1) http://widerworte.wordpress.com/2014/04/02/urfaschismus-und-urislam/