Posts Tagged ‘Hamed Abdel-Samad’

Die Kirchen dienen sich Satan an

7. November 2017

Hamed Abdel-Samad kritisierte kürzlich die Kirchen, dass sie gern mit den selbsternannten islamischen Interessenvertretungen Kontakte pflegen, Einzelpersonen aber missachten (1).

In der Tat verweigern die Kaderschmieden des Nazislahm die Erstellung bzw. Offenlegung ihrer Mitgliederlisten und geben vielmehr Schätzungen darüber zum Besten, die um 100% variieren können. Sie sprechen also für niemand Konkreten. Sie sind wie Satan, der nur für sich selbst spricht, aber schwache Menschen glauben machen will, sein Wille sei ihr Wille.

Ich schrieb vor vier Jahren (2):

„Sie vertreten gemessen am deutschen Volk 0,3 bis 0,4% der Menschen! Und sie vertreten auch von den Mohammedanisten nur vier bis acht Prozent! Man stelle sich vor, die DKP hätte gefordert, Kirchensteuern einziehen zu dürfen, in den Rundfunkräten sitzen zu dürfen, Lehrpläne mitbestimmen zu dürfen. Was für ein absurdes Schauspiel vollzieht sich derzeit in unserem Land? Eine Handvoll Kellerasseln zwingt einer Elefantenherde ihren Willen auf! Liegen denn alle außer den großartigen Kommentatoren der MoT und mir selbst im Drogendelirium? Hey Leute, wacht doch bitte auf.“

Etwas hat sich geändert: Seit ein paar Wochen gibt es eine counterjihadische Partei im Bundestag!

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Mehr Dialog mit Einzelnen

Politologe Abdel-Samad warnt vor politischem Islam

Der Politologe kritisiert, dass die Kirchen in Deutschland zu sehr auf den Dialog mit Islam-Verbänden setzten. Man müsse vielmehr mit den einzelnen Menschen sprechen, statt mit politischen Gruppierungen.

Der ägyptisch-deutsche Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad warnt vor dem politischen Islam. Bei den Gesprächen mit Islamvertretern setzten die Kirchen in Deutschland zu sehr auf Verbände wie etwa die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), kritisierte Abdel-Samad am Montagabend in Passau. Doch das Ziel dieses politischen Islam sei nicht die Integration. Er verstecke sich vielmehr hinter den Kirchen und nutze „Grauzonen“ im deutschen Grundgesetz, um seine eigene Infrastruktur aufzubauen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erwiderte, dass das Problem erkannt sei und dass bereits kritische Gespräche geführt würden. Doch Abdel-Samad kritisierte, dass dies viel zu spät passiert sei. Nach wie vor würden auch Fehler im Umgang mit anderen Vertretern gemacht. So sei etwa zu der Gedenkfeier nach dem Terroranschlag in Berlin 2016 von der evangelischen Gemeinde der Imam einer Moschee eingeladen worden, die vom Verfassungsschutz beobachtet werde.

In Deutschland leben nach den Worten des Wissenschaftlers rund fünf Millionen Muslime. Die wenigsten davon gehörten einer Organisation an, auch wenn diese immer aufträten, als würden sie für viele Muslime sprechen. Mit den einzelnen Menschen müsse man ins Gespräch kommen und nicht mit den politischen Gruppierungen.

Abdel-Samad und Bedford-Strohm äußerten sich auf einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Menschen in Europa“ der „Passauer Neuen Presse“.

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Time am 7. November 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/religionsdialog-abdel-samad-warnt-vor-politischem-islam-15280956.html
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/07/06/sie-sprechen-nur-fur-sich-selbst/

Was tun? (#15)

13. September 2017

Hamed Abdel-Samad hat eine Videobotschaft verfasst (1), die rasche Verbreitung erfährt (2).

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„Junge Muslime, lasst euch nicht verführen!“

Der Politikwissenschaftler und Islamkritiker Hamed Abdel-Samad richtet eine ungewöhnlich eindringliche Botschaft an junge Muslime. Er warnt sie darin vor Imamen, die sie für Selbstmordanschläge begeistern.

In einer Video-Ansprache richtet der Politikwissenschaftler und Islamkritiker Hamed Abdel-Samad eine ungewöhnlich eindringliche Botschaft an junge Muslime und warnt sie darin vor Imamen, die sie für Selbstmordanschläge begeistern, dennoch ihre eigenen Kinder zum Studium in den Westen schicken. Abdel-Samad richtet seine Ansprache in Arabisch, Deutsch und Englisch an Muslime im Westen und erreicht damit sehr viele Menschen. Alle drei Videos werden sowohl auf YouTube als auch auf Facebook zum Internet-Hit. Allein die arabische Ansprache erreichte binnen fünf Tagen über eine Million Zuschauer. Das deutsche Video erreichte in zwei Tagen mehr als 200.000 Zuschauer.

In dem Video analysiert Abdel-Samad die Gründe für die Wut junger Muslime und wie die Fanatiker sie für Gewalttaten instrumentalisieren. Er fragt junge Muslime, wer von ihren potenziellen Gewalttaten profitiere außer den Kriegsparteien in Syrien und Irak, die über Erdöl und Gaspipelines streiten und junge Dschihadisten nur als Kanonenfutter in diesen sinnlosen Kriegen missbrauchen.

Emotional wird Abdel-Samad, wenn er über die Opfer der Terroranschläge in Europa redet. „Kann es sein, dass einer deiner Opfer eventuell in einer Pharma-Fabrik arbeitet, die die gleiche Medizin produziert, die deine Mutter zur Behandlung von Rheuma oder Diabetes einnimmt? Stell dir vor, eine Frau, die du gerade überfahren hast, hinterlässt ein kleines Kind. Kannst du diesem Kind in die Augen schauen und ihm sagen ‚Deine Mutter hat mir zwar nichts angetan, doch ich habe sie kaltblütig umgebracht, weil mir das der barmherzige Gott befohlen hatte?‘ Kannst du das mit ruhigem Gewissen sagen?“

Am Ende des Videos dekonstruiert Abdel-Samad die Idee vom Paradies und Sex mit den Jungfrauen als Belohnung für Selbstmordanschläge. Denn wie kann ein gerechter Gott ein unschuldiges Opfer, das vielleicht etwas Gutes für die Menschheit geleistet hatte, mit der Hölle bestrafen, weil er zufällig als Nichtmuslim geboren wurde? Und gleichzeitig seinen Mörder, der sonst nichts in seinem Leben geleistet hatte, mit dem ewigen Paradies belohnen?

„Heroisch ist es, wenn du gegen Hass und Gewalt vorgehst, auch in deiner Moschee. Heroisch ist es, wenn du deiner Schwester hilfst, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“

Er bittet junge Muslime darum, nicht zu schnell aufzugeben und sich nicht als Opfer zu sehen. „Gib niemals auf und lass dich von niemandem instrumentalisieren! Du bist kein Opfer, sondern ein Mensch mit viel Potenzial. So, mach was daraus!“

Das Video ist erst wenige Tage alt und sorgt schon jetzt für viele heftige Reaktionen und Diskussionen. Unter den drei Videos liest man über 2000 Kommentare. Viele junge Muslime stimmen der Botschaft zu und bedanken sich bei Abdel-Samad. Manche wünschen sich sogar, dass diese Ansprache zu einer Freitagspredigt in allen Moscheen wird.

Andere beschweren sich, dass er über die Opfer in Europa redet, aber nicht über die Opfer in Syrien, Afghanistan und Myanmar. Andere sehen das Video als Generalverdacht und Bestätigung von Vorurteilen gegen Muslime. Manche beschimpfen ihn als Zionisten oder Atheisten. Auch wenn das Video stark polarisiert, ist es sicherlich ein geeignetes Mittel, um junge Muslime zu erreichen, denn Ton und Inhalte unterscheiden sich deutlich von den üblichen Analysen und Appellen.

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Time am 13. September 2017

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1) https://www.youtube.com/watch?v=uZE3u5-kRSg
2) https://www.welt.de/politik/article168625125/Junge-Muslime-lasst-euch-nicht-verfuehren.html

Nur ein bisschen Angst machen

13. April 2017

Für den „Tagesspiegel“ berichtet Hans-Jörg Rother über eine Doku-Serie mit Hamed Abdel-Samad bei „Arte“ (1). Lobend wird die mohammedanistische Kabarettistin Samia Orosemane erwähnt, die tatsächlich ihre ebenso zynischen wie funkenlosen Pointen an den grausamen Massenmorden aufhängt, die seit Jahren im Namen des Nazislahm verübt werden (2. Teil, ab 26:20), und die uns „nur ein bisschen Angst machen will“.

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Arte-Doku mit Hamed Abdel-Samad

Wie ticken Europas Muslime?

Eine Arte-Dokumentation mit dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad lotet die Stimmungslage unter „Europas Muslimen“ aus.

Bis zu der Minute war alles gut gegangen: der von der Sprecherin der Sehitlik-Moschee am Neuköllner Columbiadamm freundlich begleitete Gang durch die Reihen der Gläubigen am Tag des Fastenbrechens, die Anfrage der Arte-Moderatorin Nazan Gökdemir, ob an diesem Ort Kritiker willkommen sind, und sogar der wegen des Gedränges auf die Straße verlegte Disput mit Hamed Abdel-Samad, dem ebenso prominenten wie verhassten, mit einer Fatwa belegten Kritiker. Missbrauchte der Prophet die weiblichen Gefangenen? Die Diskussion der gotteslästerlichen Frage wird auf ein späteres Datum vertagt, zudem jetzt das Feuerwerk im Hintergrund die Worte übertönt, nicht so laut, dass man nicht die drohenden Rufe „Verpisst euch! Hier wird auch bald Frankreich sein!“ hören würde. Gemeint ist das Attentat von Nizza, das vom Breitscheidplatz sollte erst kommen. Die Personenschützer drängen Hamed aus der Gefahrenzone, Nazan Gökdemir steht der Schrecken im Gesicht.

Ungeplante Zwischenfälle sind in einer Doku wie das Salz in der Suppe. Auf dem türkischen Markt, beim spielerischen Anprobieren von Kopftuch und Burka störte noch niemand die wohlgemute Stimmung im ersten, dem Berliner Teil der Arte-Doku „Europas Muslime“, so der zu vielversprechende Titel, solange der muslimische Dissident unerkannt in der Deckung blieb. Aber was kann der bekannte ägyptische Autor von Büchern wie „Der islamische Faschismus“ oder „Mohamed – eine Abrechnung“ – wo er den Religionsgründer einen „Tyrannen“ (und Schlimmeres) nennt – anderes erwarten, wenn ein Gläubiger sein Gesicht erkennt? Es erstaunt schon, wie aufgeschlossen auf der Weiterreise im zweiten Teil über Brüssel, Paris und Marseille bis nach Granada mildere Islamkritiker mit ihm reden, ein früherer Großmufti zum Beispiel oder die Kabarettistin Samia Orosemane, die sich vor Ironie und Spott auf muslimische Schwächen nicht scheut und damit dem Film (Regie: Thomas Lauterbach) mal zu einer heiteren Zwischenszene verhilft. Doch am Ende der geschickt eingefädelten Reise wird ein durchaus freundlicher Imam an der neuen, stolz gegenüber der Alhambra thronenden Moschee die Begegnung mit dem ungebetenen Gast verweigern.

Eine Doku, randvoll mit Problemen

Geschmeidig im ersten Teil, von Ort zu Ort springend im zweiten, mutet der spannungsreiche Film wie ein Lackmustest im teils wenig auffälligen, teils gefährlich abdriftenden Islam in Westeuropa an. Ob eine spätere Reise zu den immer vitaleren islamischen Zentren auf dem Balkan oder im europäischen Teil Russlands führen wird, weiß bei Arte derzeit niemand zu sagen. Auch diese Doku ist, trotz unterhaltsamer Szenen, mit Problemen bis an den Rand vollgepackt.

Besonders hartnäckig drängt sich die Frage nach der Gewaltbereitschaft und dem Dschihadismus unter der muslimischen Jugend, den Enkeln der Gastarbeiter und Zuwanderer, auf. „Verpisst euch!“ Man vergisst nicht die Drohung in diesem Ruf. Gesprächsoffen zeigen sich eher die Älteren. Ist noch auf einen europäischen Islam zu hoffen, wie ihn vor Jahren der Ex-Kommunist Roger Garaudy in seinem Turm in Córdoba kommen sah? Für Hamed Abdel-Samad scheint das Thema abgetan. Aber warum sucht er dann immer wieder das Gespräch? Weil hier nur der Dialog hilft?

http://www.arte.tv/guide/de/068423-001-A/europas-muslime-1-2

http://www.arte.tv/guide/de/068423-002-A/europas-muslime-2-2

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Time am 13. April 2017

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1) http://www.tagesspiegel.de/medien/arte-doku-mit-hamed-abdel-samad-wie-ticken-europas-muslime/19654544.html

SA-lafisten vs. SS-lafisten

10. Januar 2017

rebelrebel

Ralf Ostner hat unter diversen Nicknames mehrere Artikel und weit über 300 Kommentare zur MoT beigesteuert. Dies hatte ihm sogar einmal den zeitweiligen Bann von Leo „Bulldog“ Brux eingetragen. Dort ist er aber letztlich heimisch geworden.

Lesen Sie einen Artikel von seinem eigenen Blog (1).

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Alle reden vom Salafismus, wir reden
über die Muslimbrüder und Erdogan

Sigmar Gabriel dreht auf: Neuerdings fordert er ein “hartes Vorgehen gegen den Islamismus”. Gegen den Islamismus? Nein, nur gegen den Salafismus, was für ihn wohl schon alles abdeckt und deckungsgleich ist. Kein Salafismus, kein Islamismusproblem mehr, scheint die Logik. Da gebärdet er sich recht populistisch. Seine konkrete Forderung: Salafisten müssten unnachgiebig verfolgt, salafistische Gefährder eingesperrt oder abgeschoben werden, salafistische Hasspredigermoscheen – und vereine verboten und Haßprediger ausgewiesen werden.

Klingt erst mal gut, aber die Crux ist: Es handelt sich dabei um eine weitgehende Verengung des Islamismusbegriffs. Unzweifelbar ist der wahhabitische Salafismus die potentiell gewaltaffinste und extremste Form des Islamismus, welches auch dann die Form des Islamischen Staats annimmt. Aber man sollte sehen, dass es in Deutschland gerade mal 60.000 Salafisten gibt und 590 Gefährder, also tickende Zeitbomben, die man durchaus mit geeigneten Mitteln entschärfen kann. Aber die anderen Islamisten, die Erdogantürken, die zwar nicht terroristisch auftreten, aber eben eine viel größere, Hunderttausende oder gar 1-2 Millionen umfassende Pressure Group ausmachen, bleiben bei dieser Betrachtung außen vor. Der Islamexperte Daniel Pipes weist aber darauf hin, dass die salafistische Form des Islamismus aber auch die am leichtesten zu bekämpfende Form des Islamismus ist, da diese offensiv-revolutionär und weniger evolutionär arbeitet. Bedrohlicher für ihn ist der Islamismus der Muslimbrüder oder Khomeinianhänger, die versuchen sich eine Massenbasis zuzulegen, pseudodemokratisch agieren, eher auf die schrittweise, evolutionäre Veränderung der Gesellschaft hinarbeiten.

Hamed Abdel Samad spricht im Zusammenhang mit der Muslimbrüderschaft auch von Islamofaschismus, da Strategie und Wahl der Mittel sich an denen der Faschisten orientiert.Samad weist darauf hin, dass die Muslimbrüder über einen eigenen Geheimdienst wie auch Milizen verfügen. Sie können jederzeit von mehr pseudodemokratischer Taktik auf gewalttätigen Putschismus umstellen – alles nur eine Frage des zeitgemäßen Einsatz des jeweiligen Mittels. Sie zielen aber mehr auf eine parlamentarische Machtübernahme einer Massenpartei, sowie der breiten Verankerung in der Gesellschaft durch zivilgesellschaftliche und karikative Organisationen ab. Auch Hitler erkannte nach seinem Putsch im Jahre 1923, dass der militärische Weg nicht zielführend war, sondern man über die Parlamente, SA-Suppenküchen und außerparlamentarische Massenaufmärsche und Demonstrationen wirken müsse. Selbiges beherzigen auch die Muslimbrüder inzwischen, aber man sieht, dass sich aus ihren Reihen auch schnell Absplitterungen ergeben, die eben auch die Form der Al Kaida annahmen. Al Kaida rekrutierte sich nicht nur aus Saudis und Salafisten, sondern eben auch aus ehemaligen Muslimbrüdern aus Ägypten und anderen sunnitischen Staaten. Die Übergänge zerfliessen bei der Radikalisierung.

Gabriel klammert mit seiner Fokusierung auf die Salafisten solche Islamisten wie die Hisbollah oder die Muslimbrüder, die ja auch schon im Verfassungsschutz gelistet sind bewußt aus. Denn ansonsten müsste man auch Erdogans AKP, die deutschen Erdoganvereine, die Ditib und ihr Umfeld in den Verfassungsschutzbericht aufnehmen und zur Observation ausschreiben, die nach derselben Strategie und Taktik wie die Muslimbürderschaft vorgeht. Nun sind die Islamisten und ihre Sympathisanten in der BRD zahlenmäßig nicht imstande einen islamistischen Staat zu errichten: Weder gibt es genug Muslime, zumal sind über die Hälfte der sogenannten Muslime säkular, tragen kein Kopftuch, gehen in keine Moschee, sind so religiös wie wir, nämlich feiern ihren Ramadan als Familienfest, wie dies säkulare oder christliche und nicht sonderlich religiöse Familien oder Patchworkfamilien an Weihnachten auch tun. Keiner käme deswegen auf die Idee, in solchen Akten den Ursprung eines christlichen Fundamentalismus oder gar Terrorismus zu sehen. Aber es gibt eben auch die andere islamistische Seite der sogenannten Muslime. Sie werden nie imstande sein, ein Kalifat oder einen islamistischen Staat zu errichten, zumal würden solche Versuche deutscherseits schon im Ansatz blutig niedergeschlagen. Es bleibt aber ein Millionenstarkes Potential an Erdogantürken zumindestens als immense Pressure Group und außenpolitische 5. Kolonne der Erdogantürkei in Deutschland, die doch erheblich für Unruhe und Destabilisierung sorgen kann.

Zumal auch unklar ist, ob sich nicht auch Teile der Erdogantürken radikalisieren werden, da die Ditib neuerdings auf Erdogans Anweisung einen Märtyrerkult unter den Jugendlichen betreibt, zumal die Islamisierung der Erdogantürkei ja gerade in ihrer Anfangsphase ist und noch nicht ausgemacht ist, wie radikal dieses islamistische Land in Zukunft sein wird. Für Erdogan sind seine deutschen Erdogantürken das, was die NSDAP mit ihren Auslandsorganisationen in anderen Ländern, auch den USA beabsichtigte: Pressuregroups und Lobbyisten, die die deutsche Innen- und Außenppolitik im Sinne Erdogans zu beeinflussen und das andere Land destabilisieren wollen.

Auch bei der von Erdogan nun verfolgten Gülenbewegung handelt es sich um Islamisten. Der Unterschied zwischen Erdogan und Gülen ist, dass Erdogan mittels einer Massenpartei ganz wie die Muslimbrüder eine islamistische Diktatur errichten will, während Gülen in seinen Bildungseinrichtungen Eliten ausbilden will, die den Staat , die Wirtschaft und die Gesellschaft in Schlüsselpositionen infiltrieren und dann gleichschalten will, also eher das Konzept des Marsches durch die Institutionen vertritt. Erdogan förderte in der Anfangszeit auch Gülen, und Gülens Leute waren sehr eifrig, demokratische Oppositionelle mittels ihrer Netzwerke bei Polizei und Justizsystem im Sinne von Erdogan zu verfolgen. Aber nun sind Erdogan und Gülen so verfeindet wie Hitler und SA-Röhm, und da der eine in dem anderen einen Konkurrenten bei Machtfragen in Sachen Errichtung eines islamistischen Staates sieht, versucht Erdogan den anfänglichen Verbündeten nun auszuschalten. Das macht aus Gülen aufgrund seiner Opposition zu Erdogan aber noch zu keinem säkularen Demokraten, wie auch Röhm aufgrund seiner Opposition zu Hitler oder Trotzki in seiner Opposition zu Stalin keine Demokraten wurden. Gülen und seine Bewegung sind genauso Islamisten wie Erdogan und seine AKP, sie unterscheiden sich nur in der Taktik, nicht aber bei der Strategie und dem Ziel der Errichtung einer islamistischen Dikatur.

Bei den syrischen Flüchtlingen ist zwar richtig, dass diese vor Assad und dem IS flohen, dennoch muss man auch sehen, dass in ihren Reihen auch viele Islamisten und Muslimbrüder sind, die zwar Assad und den IS ablehnen, aber dennoch eine islamistische Grundtonierung haben und der westlichen Gesellschaft abgeneigt und feindlich gegenüberstehen. Zwar mag der Großteil eher aus säkularen Menschen bestehen, aber ebenso wahrscheinlich ist, dass sich eine große Zahl an Muslimbrüdern darunter befindet oder Anhänger von Islamistenorganisationen wie Al Nusra, Ahrar Al Shham, Jayeh el Islam, Jayesh El Fatah, etc.

Erdogan bejammert den IS-Anschlag auf den Istanbuler Nachtclub Reina, aber verschweigt, dass seine antiwestliche Hetze genau den Nährboden für diesen Anschlag des IS lieferte:Lesen wir dazu diesen Bericht in der WELT:

“Die systematische Stimmungsmache gegen die allzu abendländische gute Laune wird schon seit Jahren von Stadtverwaltungen der Regierungspartei AKP gefördert. Sie weisen darauf hin, dass dies christlich-europäische, nicht türkische Traditionen seien. Dass es also nichts zu feiern gebe. So wurden in den vergangenen Tagen aus mehreren Landkreisen Anweisungen der Schulbehörden bekannt, jegliche Silvesterfeiern zu untersagen.

Autoren von AKP-nahen Medien agitierten gegen Silvesterfeiern. Sich dem „Silvesterwahnsinn“ anzuschließen, bedeute nichts anderes, als in „den Henker verliebt“ zu sein, kommentierte beispielsweise der Journalist Yusuf Kaplan im AKP-Blatt „Yeni Safak“. Stattdessen müsse man Erdogans Aufruf befolgen und auch in Kunst, Kultur und Medien um Unabhängigkeit zu ringen.

Und auch in der Freitagspredigt, die vom Präsidium für Religionsangelegenheiten an sämtliche Moscheen des Landes sowie auch an die beamteten Imame im Ausland – darunter knapp 1.000 in Deutschland – geschickt wird, wurde Stimmung gemacht.

Darin hieß es am Tag vor Silvester: „Es gehört sich niemals für die Gläubigen, zum Ende eines Jahres sich selbst und den Zweck der Schöpfung vergessend illegitime Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die keinen Beitrag fürs Leben leisten und nicht mit unseren Werten zu vereinbaren sind. Es stimmt sehr nachdenklich, wenn in den ersten Stunden eines neuen Jahres verschwenderische Silvesterfeiern begangen werden, die einer anderen Kultur entstammen.“

Zuletzt gab es sogar – allerdings nicht durch Regierungsstellen – eine gestellte „Hinrichtung des Weihnachtsmannes“, die in den sozialen Medien die Runde machte. „Milli Gazete“ und der hingerichtete Weihnachtsmann, das waren nur einige von vielen Hinweisen, dass es diesmal in der Neujahrsnacht Probleme geben könnte. „Wir hatten alle Angst auszugehen und blieben zu Hause“, sagt Pinar, eine junge Finanzexpertin bei einem türkischen Großunternehmen.”

Man stelle sich vor, wir würden in Deutschland so vorgehen gegen Ramadan-Feiern von Muslimen.

Der IS-Mörder konnte bequem an diese antiwestliche Hetze anknüpfen und “seinen” Türken zeigen: WIR tun wirklich was gegen die Feinde des Islam! Erdogan und seine AKP und IS führen getrennt von einander, aber doch auch parallel einen Krieg gegen alles, was in der Türkei westlich und säkular ist. Der säkularen Kultur soll das Rückgrat gebrochen, das Land soll fundamental fromm gemacht werden. Und diese säkulare Kultur möchte Erdogan auch in Deutschland mittels ihm nahestehender Vereine und der Ditib bekämpfen.

Die beste Möglichkeit, den Erdogantürken in Deutschland entgegenzuwirken, ist es, den Doppelpass abzuschaffen, ein Islamgesetz ala Österreich, das keine ausländischen Imame und Fremdlandsfinanzierungen türkischer und religiöser Vereine mehr zulässt, die Imame an deutschen Hochschulen von einem Euro-Islam ausbilden lässt, Observation Erdogannaher Vereine und der Ditib durch den Verfassungsschutz wie auch Erwähnung im Verfassungsschutzbericht gleich neben den Muslimbrüdern und der Hisbollah, Öffentlichmachen von Denunziationsaktivitäten erdogannaher Organisationen gegenüber der türkischen Opposition, Stärkung der zivilgesellschaftlichen Organisationen der Erdogangegner und massive Gegenpropaganda und politisches Asyl zumindestens für führende Köpfe der türkischen Opposition und ihr Umfeld. Gleichzeitig dazu außenpolitisch: den Abbruch der EU-Mitgliedsverhandlungen mit der Türkei und die Infragestellung des Assoziationsabkommens, einschließlich der Zollunion oder Koppelung an menschenrechtliche Erleichterungen für die verbliebene Opposition in der Türkei–aber eben Konditionierung.

Aber so weit wird es nicht kommen: Denn derartige Maßnahmen würden Ungemach aus Ankara und vielleicht die Öffnung der Flüchtlingsschleusen bedeuten. Sowohl Gabriel wie auch Merkel ordnen dem Türkeideal alles unter und es ist sogar wahrscheinlich, dass es zu einem zweiten Türkeideal kommt. Dann nämlich, wenn die politische Repression in der Türkei so zugenommen hat, dass Hunderttausende oder gar Millionen von säkularen Türken, Alewiten und Kurden das Land verlassen wollen und in Europa keine Aufnahme finden, da dieses schon genug mit der syrischen, irakischen, afrikanischen und afghanischen Flüchtlingszustrom zu tun hat. Erdogan verhängt jetzt schon Ausreiseverbote, damit diese Leute im Gefängnis Türkei bleiben und sich dann unterordnen müssen. Möglicherweise wird der zweite Türkeideal mit Merkel und der EU sein, dass Erdogan uns die Fluchtwelle der säkularen Türken, Alewiten und Kurden aus der Türkei nach Europa begrenzt und verhindert, in dem er sie in seiem Open-Air-Diktaturgefängnis einsperrt und von der demokratischen Wertegemeinschaft Europa fernhält. Und von Orban-Ungarn, PiS-Polen, Frankreich und sonstigen unter dem Druck von rechtsextremen ausländerfeindlichen Parteien stehenden europäischen Staaten ist da auch keine Solidarität für die Demokraten in der Türkei zu erwarten. Dies würde sich nur ändern, wenn die Türkei der Shanghai Cooperation Organisation beitritt und aus der NATO austritt, aber danach scheint es Erdogan momentan nicht zu Mute, weswegen auch geopolitische Erwägungen menschenrechtlichen Werte- und Demokratiefragen übergeordnet werden.

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Time am 10. Januar 2017

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1) http://www.global-review.info/2017/01/07/alle-reden-vom-salafismus-wir-reden-uber-die-muslimbruder-und-erdogan/

Das Buch des Antichristen

12. März 2016

Monsterkloran

In einem Artikel bei „FAZ.NET“ lässt Regina Mönch ihren Lesern die Wahl, den Kloran für „unreformierbar“ oder „reif für die Aufklärung“ zu halten (1).

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Islamkritik

Wie soll man den Koran auslegen?

Der Islam – unreformierbar oder reif für die Aufklärung? Ein Gespräch zwischen dem Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide und dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad zeigt den schwierigen Stand der Islamkritik hierzulande.

Wenn sich Mouhanad Khorchide, Theologe aus Münster, und Hamed Abdel-Samad, Autor islamkritischer Bücher, treffen, gibt es Streit. Sie streiten über und für den Islam, den der eine für unreformierbar hält, zumindest noch, und den der andere, Khorchide, mit in die Aufklärung führen möchte. Sie sind sich selten einig und demonstrieren doch eine Diskussionskultur, die in der entweder abgehobenen oder aber brachialen öffentlichen Auseinandersetzung mit dieser Religion heraussticht.

Es ist keine gegenseitige Belehrung, es geht nicht darum, wer recht hat oder die entscheidenden Suren im Koran besser und schneller aufzählen kann. Khorchide kommt ohne die therapeutischen Beschwichtigungsformeln und absurden Unterstellungen aus, mit der Islamkritik gern abgewürgt wird, zumal er selber ein Kritiker ist. Er verteidigt vehement seine These vom barmherzigen Islam, der den historischen Ballast der Gewalt und der Verachtung aller Andersdenkenden abwerfen wird. Abdel-Samad ist ein radikaler Denker, der seinen Gesprächspartner respektvoll herausfordert und ihn konfrontiert mit den gewaltverherrlichenden, antimodernen und seiner Ansicht nach konstitutiven Quellen, die nicht nur für den IS moralische Richtschnur geblieben sind.

Im Unterschied zu den Christen, die das, was im Alten Testament steht, kaum noch für das unverrückbare Wort Gottes nähmen, so Abdel-Samad, glaubten nicht nur Salafisten oder der IS, sondern der muslimische Mainstream, dass alles, was im Koran stehe, das absolute Wort Gottes sei. Khorchide hält dagegen, diese Religion werde in der Realität von den meisten anders gelebt, der heikle Punkt seien unter anderem die Lehrbücher, die in Kairo und anderswo in der islamischen Welt verwendet würden. Doch wachse gerade wegen der Untaten des IS weltweit die Kritikfähigkeit vieler Muslime, die schmerzhaft begriffen, dass es nicht weiterhelfe, wenn sie behaupten, der IS habe mit dem Islam nichts zu tun.

Darauf, sagt Khorchide, setze er seine Hoffnung, aber er erwarte nicht, dass das schnell gehe, auch die Aufklärung sei ein langwieriger Prozess gewesen. So ging es eine Stunde lang hin und her am Mittwoch in Berlin, wo Abdel-Samad und Khorchide ihre im Herder Verlag erschienene Streitschrift „Zur Freiheit gehört, den Koran zu kritisieren“ vorstellten. Zwei unterschiedliche Temperamente, scharfzüngig der eine, sanft selbstbewusst der andere, führten vor, wie eine Islamreform gehen könnte, die ein anderes Ziel verfolgt als die um politischen Einfluss buhlenden orthodoxen Islamverbände. Die wiederum bekämpfen erbittert den Professor aus Münster genauso wie den gelehrten Polemiker, und sie sind nicht die einzigen. Was wenig über Khorchide und Abdel-Samad aussagt, sehr viel jedoch über den Zustand unseres Landes, wo Islamkritik nur noch möglich zu sein scheint, wenn die Polizei Kritiker wie diese unter Schutz stellt.

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Time am 12. März 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/islam-modernisierung-durch-aufklaerung-oder-unreformierbar-14115152.html

Die Texte sind lächerlich

31. Januar 2016

F*U*C*K

Hamed Abdel Samad stellte auf der „Achse des Guten“ ein paar Hadithe zum Thema Frauenparfüm vor (1).

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Rettet das Kölnisch Wasser!

“Wenn eine Frau Parfüm trägt und an einer Ansammlung von Männern vorbeigeht und diese dann ihr Parfüm riechen, ist diese Frau eine Ehebrecherin!” (Auf „Ehebruch“ folgt im Nazislahm die Todesstrafe, T.)

Diese Aussage stammt vom Propheten Mohamed und steht in mehreren anerkannten Hadith-Sammlungen, die an allen theologischen Fakultäten der islamischen Welt als Grundlage für die Ausbildung von Imamen kritiklos unterrichtet werden. Auch in den Bücherregalen deutscher Moscheen stehen solche Hadithbücher, die voller frauenverachtender Passagen sind.

An einer anderen Stelle wird überliefert, dass der zweite Kalif Omar Frauen auf offener Straße mit einem Stock geschlagen hat, als er deren Parfüm roch. Er sagte dabei: “Wie könntet ihr Parfüm tragen obwohl ihr wisst, dass die Herzen der Männer unter ihren Nasen liegen?”. Er meinte natürlich nicht nur die Herzen, sondern auch andere Organe!

Mohamed und Omar sind unantastbare Vorbilder für sunnitische Muslime. Die Aussagen des Propheten gelten als von Gott inspiriert und dienen jedem Muslim jenseits von Zeit und Raum als Handlungsanweisungen. In dieser Tradition steht die Aussage des Kölner Imams, Sami Abu-Yusuf, der meinte, die Opfer von Köln seien zum Teil selber schuld, weil sie Parfüm getragen und damit die angreifenden Männer sexuell erregt haben.

Eigentlich müsste die richtige Konsequenz aus der Lehre des Propheten sein, Eau de Cologne zu verbieten, zumindest für Frauen, um den Frieden zumindest in Köln wiederherzustellen!

Natürlich werden die üblichen muslimischen Apologeten kommen und behaupten, der Kölner Imam interpretiere den Islam falsch und habe die Aussage des Propheten aus dem Kontext herausgerissen. Aber wie könnte denn der richtige Kontext aussehen? Diese Aussage passt perfekt zu allen anderen Aussagen im Koran, die die Frau als Lust-Objekt, als Saatfeld des Mannes sehen.

Aussagen, die den Körper und die Schönheit der Frau nicht als ihr Eigentum betrachten, sondern als das Eigentum des Mannes, der über ihren Körper verfügen darf. Deshalb muss sie sich verhüllen, die Stimme senken, kein Parfüm und keinen Nagellack tragen und nur mit dem Erlaubnis des Mannes aus dem Haus gehen! Diese Passagen passen zur Lage der Frau überall da wo der Islam das Sagen hat!

Warum muss man im 21. Jahrhundert Aussagen von Männern kontextualiseren, die vor 1.400 Jahren penisgesteuert waren? Welchen Erkenntnisgewinn und welche revolutionäre Deutung erhoffen wir uns daraus? Warum trauen sich fortschrittliche muslimische Theologen und Intellektuelle nicht zu sagen: Solche Aussagen und das Geschlechterbild, das dahinter steckt, gehören auf dem Scheiterhaufen der Geschichte! Nicht eine “richtige” Interpretation der Texte würde uns weiter helfen, sondern die Emanzipation von der Macht dieser Texte, indem man sie analysiert und lächerlich macht!

Lustig ist, Volker Beck von den Grünen hat nun eine Anzeige gegen den Kölner-Imam wegen “öffentlicher Aufforderung zu Straftaten” gestellt.

Ausgerechnet die Grünen, die den running gag “Das hat nichts mit dem Islam zu tun!” in den letzten Jahren politisch salonfähig gemacht haben! Die Anzeige wird natürlich im Sande verlaufen, denn der Imam hat zu nichts aufgerufen, er hat nur die Sachlage aus der Sicht der authentischen islamischen Theologie erklärt.

Und das darf er, denn der Islam gehört bekanntlich zu Deutschland!

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Time am 31. Januar 2016

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1) http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/rettet_das_koelnisch_wasser

Hat sie nur Unrecht?

1. Oktober 2015

Merkel01

Flexibel zu sein, ohne das Ziel ohne den Augen zu verlieren, ist das Gebot der Stunde – zumal für den Counterjihadi.

Lesen Sie einen merkelfreundlichen Artikel von Michael Hanfeld aus der FAZ (1), der sich zugegebenermaßen recht weit im Konjunktiv bewegt.

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TV-Kritik „Hart aber fair“

Jetzt wissen wir, was Angela Merkel macht: Revolution!

Mit den Flüchtlingen kommt der Islam nach Deutschland. Doch wer verändert wen: die plurale Gesellschaft die Religion oder umgekehrt? Folgen wir „Hart aber fair“, setzt die Bundeskanzlerin das Land gerade einem Test aus.

Frank Plasberg traut der Bundeskanzlerin ganz schön was zu. Was wäre, fragt der Moderator gegen Ende seiner Talkshow „Hart aber fair“ an diesem Montag, wenn Angela Merkel die Tür für die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten auch deshalb so weit geöffnet hätte, damit wir endlich „klare Kante“ zeigen und über so etwas wie „Leitkultur“ oder besser „demokratische Grundwerte“ sprechen können, ohne in irgendwelche Political-Correctness-Debatten zu verfallen? Tja, was wäre dann?

Dann hätte Angela Merkel ein zweites Mal alle überrascht und jene Lügen gestraft, die ihr nachsagen, sie handele erst lange gar nicht und dann überhastet und immer populistisch, nie aus Prinzip.

Es wäre der zweite Realitätsschock, den die gelernte Physikerin dem Land verpasst. Der erste war der Atomausstieg. Der zweite ist die Einwanderung. Beides wollen wir an dieser Stelle mit der Bundeskanzlerin einmal „alternativlos“ nennen. Weil in Jahrmillionen herum strahlendem Atommüll nicht die Zukunft der Energiegewinnung liegt und weil die Flüchtlinge kommen, ob irgendjemand das will oder nicht.

Union und Grüne bilden keine Fronten mehr

Und weil man zu guten Lösungen nur kommt, wenn man das Problem erkannt hat und – nur als Beispiel – nach fünfzig Jahren Zuwanderung nicht immer noch der Fiktion nachhängt, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Das aber sagt heute sogar in der CSU kaum noch jemand laut, schon gar nicht in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs. Und worüber reden SPD und Grüne fortwährend? Vom Grundgesetz, das alle zu respektieren haben, von den Pflichten der Zuwanderer und davon, dass nicht alle bleiben können. So schnell haben sich die Fronten verkehrt, so gut funktioniert die Dialektik der Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin macht Revolution von oben und (fast) keiner merkt es.

Was diese Revolution angeht: Willkommen heißen wollen die Flüchtlinge in diesem Land die meisten, und das ist auch gut so. Nur ist es damit selbstverständlich nicht getan, wie sich nach den ersten Tagen des Ansturms schnell zeigt. Die Aufgabe ist gewaltig, reagieren Politik und Bürokratie mit dem üblichen Tempo, könnte nicht nur die Stimmung kippen, sondern die Gesellschaft einer Zerreißprobe ausgesetzt sein. Diese könnte – neben der logistischen Herausforderung – mit dem Thema zu tun haben, das sich Frank Plasberg ausgesucht hatte: „Merkel bejubeln, an Mohammed glauben: Wie viel Islam gehört zu Deutschland?“

Kein Handschlag für den Imam

Dass immer mehr Islam zu Deutschland gehört, braucht man angesichts der Flüchtlingszahlen aus dem Nahen Osten niemandem zu erklären. Dass die Aufgabe wächst, diese Religion auf den im Grundgesetz formulierten Wertekanon zu verpflichten, versteht sich auch von selbst. Und es sollte sich zudem verstehen, dass die islamischen Verbände in diesem Land langsam konsequent entsprechend auftreten und handeln.

Mit dem ewigen Salbadern und dem Herumeiern sollte es vorbei sein. „Klare Kante“ ist angesagt, nicht nur, wenn es darum geht, zu beteuern: Der IS hat nichts mit dem Islam zu tun. Sondern auch, wenn das Verhalten eines Imams zu beurteilen ist, der in Rheinland-Pfalz bei der Aufnahme von Flüchtlingen mitwirkt, der CDU-Politikerin Julia Klöckner aber nicht die Hand geben will.

Leider fällt der Beitrag von Zekeriya Altug von Vorstand der DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) in NRW genau an dieser Stelle so windelweich aus, wie man das kennt. Da ist von „Umgangsformen“ die Rede, die man abgleichen und von neuen, die man bilden solle, ganz so, als läge die Sache nicht auf der Hand. Was der konservative Imam als Höflichkeit gegenüber einer Frau versteht, ist in diesem Land ein Zeichen der Herabwürdigung. Und in den Gesten drückt sich eine Werthaltung aus. Das zu erkennen, darauf legt bei Plasberg auch Dietmar Ossenberg Wert, der als langjähriger Nahost-Korrespondent des ZDF die Usancen in arabischen Ländern kennen- und vieles dort schätzen gelernt hat: Es müssen die Werte gelten, die wir haben.

Ideologische Scheuklappen fallen

Kein Widerspruch in der Runde, selbstverständlich nicht bei Jens Spahn von der CDU, nicht bei dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad (der auch an diesem Abend das Problem hat, andere nicht ausreden zu lassen, selbst aber nicht zum Ende zu kommen), aber auch nicht bei der stellvertretenden NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann von den Grünen, die zwar dem Habitus nach das ewig Beschwichtigende einer Margot Käßmann ausstrahlt, aber auf Plasbergs Frage nach der Merkelschen Dialektik immerhin in einem Nebensatz wegnuschelt, dass man es sich mit der Integrationspolitik bislang vielleicht etwas zu leicht gemacht hat. So schnell können ideologische Scheuklappen fallen.

Bis die anderen Scheuklappen fallen, das wird noch dauern, hört man jemandem wie Zekeriya Altug zu, der seine Sache bei Plasberg ansonsten gut macht und sich von dem energischen Hamed Abdel-Samad nicht aus der Reserve locken lässt, als der darauf hinweist, dass der Prophet Mohammed ob seines Lebenswandels als Gewaltherrscher ein Vorbild abgebe, dem die Kämpfer des IS vollkommen zu entsprechen glauben, das es aber zu dekonstruieren gelte. Man müsse auch die „Werte der Muslime“ respektieren, sagt Zekeriya Altug an einer Stelle, an der die Diskussion wieder von vorne hätte beginnen können, weil offenbar wurde, dass der Grundkonsens eben noch nicht hergestellt ist, den ein Zuschauer der Plasberg-Sendung in den Satz fasst: Religion soll das Leben bereichern, aber nicht bestimmen. Und das Leben in einer offenen, demokratischen, pluralen Gesellschaft schon gar nicht. Mal sehen, mit welcher dialektischen Volte Angela Merkel auf diese Herausforderung reagiert.

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Time am 1. Oktober 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-hart-aber-fair-jetzt-wissen-wir-was-angela-merkel-macht-revolution-13829178.html

Nicht-islamistische Kräfte fördern

2. Februar 2015

Pappnasen

Das Zentralkommittee gibt bekannt…

„FAZ.NET“ bringt heute einen Gastbeitrag von Alice Schwarzer (1), in dem sie unsere Bundeskanzlerin kritisiert, so wie Hamed Abdel-Samad vor ihr (2).

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Alice Schwarzer zum Islamismus

Hier irrt die Kanzlerin

Für Angela Merkel beginnt Islamismus da, wo Gewalt angewendet wird. Doch er fängt schon früher an. Auch in deutschen muslimischen Verbänden gibt es Unterdrückung. Ein Gastbeitrag.

Die „Trennlinie zwischen Islam und Islamismus“ definiert die Bundeskanzlerin so: „Der Islamismus findet statt, wo unter Berufung auf die Religion Gewalt angewendet wird oder zur Gewaltanwendung aufgerufen wird, um andere zu unterwerfen.“ Gesagt hatte sie dies in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Doch mit Verlaub, Frau Bundeskanzlerin: An diesem Punkt ist es bereits zu spät. Viel zu spät. Denn die Gewalt ist nur die Spitze des Eisberges des politisierten Islam, des Islamismus. Ihr geht eine ideologische Indoktrinierung voraus, der Drill der Gläubigen zur Selbstgerechtigkeit und Verachtung der „Anderen“, als da sind: Frauen, Juden, Homosexuelle, Kreative, „Ungläubige“. Dieses Schüren von Hass auf die Anderen ist die Saat der Gewalt. Mit der Kalaschnikow in der Hand geht die Saat auf.

In allen totalitären (Denk-)Systemen ist die Entmenschlichung der Anderen die Voraussetzung dafür, dass die Einen sich zu Herren über Leben und Tod der Anderen aufschwingen. Der Kadavergehorsam der Indoktrinierten beginnt in der patriarchalen Familie, in Koranschulen und in den orthodoxen oder gar islamistischen Moscheen. Und da reden wir nicht nur von salafistischen Moscheen. Wir reden unter anderem auch von den heute etwa 1000 Ditib-Moscheen in Deutschland, die finanziell wie personell von der Türkei abhängig sind. Vor der Machtergreifung Erdogans waren das Stätten eines echten Dialogs, heute weht da ein anderer Wind.

Die Islamisten missionieren seit den achtziger Jahren

Die frühe Unterwerfung von Söhnen, Töchtern und Frauen findet ihre konsequente Fortsetzung in den Schmieden der Gottesstaatler, die aus Ich-schwachen jungen Männern waffenstarrende Gotteskrieger formen und aus verlorenen jungen Frauen hörige Bräute. Die Islamisten missionieren seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, seit der Ausrufung des Iran zum Gottesstaat. Erstes Ziel dieser mit Petrodollars aus Saudi-Arabien und Qatar ausgestatteten Gottesstaatler waren die islamischen Länder, doch sind sie auch sehr rasch in den muslimischen Communities der westlichen Welt angekommen.

Dennoch zeigen aktuelle Umfragen, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis in Deutschland die Demokratie schätzen. 90 Prozent aller Muslime halten laut Bertelsmann-Studie nicht etwa den Gottesstaat, sondern die Demokratie für „eine gute Regierungsform“; ebenso viele haben „regelmäßigen Freizeitkontakt“ zu Nichtmuslimen. Und 60 Prozent bejahen nicht nur die Homosexualität, sondern sogar die Homoehe – was für Islamisten des Teufels ist.

Das sind wirklich gute Nachrichten! Die Muslime in Deutschland sind also mehrheitlich integriert. Doch genau darum sind sie die ersten Opfer der Islamisten, nicht wir. Sie sind es, die in den Augen der Fanatiker „Verräter“ sind. Sie sind es, die von den Islamisten agitiert, unter Druck gesetzt und bedroht werden. Sie sind es, deren Söhne sie vergiften und deren Töchter sie entrechten. Sie sind es, die wir im Stich gelassen haben.

Ausgerechnet die freiheitsliebenden Muslime haben wir in den vergangenen Jahrzehnten alleingelassen. Stattdessen hat die Politik den Islamisten nach dem Mund geredet. Sie hat es zugelassen, dass leichtfertig einem Kulturrelativismus das Wort geredet wurde, bei dem die Menschenrechte zwar für uns gelten – aber nicht für muslimische Männer und schon gar nicht für muslimische Frauen. Höchste Zeit also, dass sich das ändert! Denn die Gefahr wächst.

Die Saat geht auf

Aus Frankreich ist zu hören, dass nach den Attentaten auf „Charlie Hebdo“ und den jüdischen Supermarkt keineswegs alle erschrocken waren. Schulen mit hohem Muslim-Anteil melden, dass manche Schüler in der verordneten Schweigeminute „Allahu Akbar“ riefen, aufklärende Lehrerinnen und Lehrer anpöbelten und drohten: „Das war erst der Anfang.“

Sicher, Frankreich, wo die Söhne, Enkel und Urenkel der einst Kolonialisierten leben, hat ein noch größeres Problem als Deutschland. Doch auch aus Berlin oder Köln ist seit Jahren, ja Jahrzehnten zu hören, dass unverschleierte Mädchen als „Nutten“ beschimpft werden und Lehrerinnen als „Huren“. Die Saat geht auf. Es ist zu befürchten, dass die nächste Generation der Muslime nicht mehr zu 90 Prozent die Demokratie bejahen wird.

Die einzige sinnvolle Antwort darauf ist eine wirklich konsequente Trennung von Staat und Religion. Es darf in den staatlichen Schulen keine Extraregelungen wegen Glaubenszugehörigkeit geben; Deutsch muss Sprache für alle sein; wir brauchen Aufklärung über Rechtsstaat und Gleichberechtigung der Geschlechter in den Klassen. Schluss mit der falschen Toleranz!

In den Tagen nach dem Attentat in Paris demonstrierten deutsche Politiker gemeinsam mit Muslimen gegen die islamistische Gewalt. Was im Prinzip eine gute Sache ist. Doch mit wem demonstrierte die Kanzlerin da Arm in Arm?

Mit Aiman Mazyek, dem Vorsitzenden des Zentralrates der Muslime. Weiß die Kanzlerin wirklich nicht, dass der Zentralrat der Muslime (dessen Namensgleichheit mit dem Zentralrat der Juden Kalkül ist) 1994 von einem deklarierten Islamisten, dem Konvertiten und Ex-Botschafter Wilfried Murad Hofmann mitgegründet wurde?

Der Zentralrat ist eng verbandelt mit den ägyptischen Muslimbrüdern, die die historische Keimzelle des Islamismus sind. Weiß das die Kanzlerin nicht? Ist ihr entgangen, dass die Stimme des gerne „beleidigten“ Zentralrates vor den Anschlägen in Paris kaum je zur Verteidigung der Pressefreiheit oder Ermutigung innerislamischer Reformen zu hören war? Dafür aber häufig, wenn es zum Beispiel um „das Recht“ von Lehrerinnen auf das Kopftuch oder die „Befreiung“ von Mädchen vom Schwimmunterricht oder von Ausflügen geht.

Scheidungsregeln auf islam.de

Auf der Internetseite islam.de, Redaktion Ayman Mazyek, wird dargelegt, wie ein Muslim zu leben hat. Denn der traditionelle Islam regelt nicht nur Glaubensfragen, sondern das ganze Leben des Mulims, bis ins letzte Detail. Hier eine exemplarische Kostprobe:

„Punkt 2: Scheidung seitens des Mannes. Stufe 1: Wenn der Mann den Entschluss gefasst hat, sich scheiden zu lassen, muss er erst einmal warten, bis die Frau sich in einer blutungsfreien Phase befindet, in der sie keinen Beischlaf hatte. Erst dann darf er mündlich und in besonnenem Zustand die Scheidung aussprechen. Nachdem er dies getan hat, ist die Scheidung noch nicht vollzogen. Die Frau soll weiterhin zu Hause wohnen. Es beginnt eine Zeit, die drei Monatsblutungen der Frau (oder drei Monate, falls keine Monatsblutung mehr vorkommt) dauert und während derer der Mann die Scheidung zurücknehmen kann. Tut er dies, gilt die Ehe als nicht geschieden. Tut er es nicht, ist die Ehe nach Ablauf der Frist geschieden.“

Für die „Scheidung seitens der Frau“, Punkt 8, genügen drei Zeilen: „Ist die Scheidung seitens der Frau gewollt, so muss sie sich an ein Gericht oder einen Schiedsrichter wenden. Dieser kann die Ehe aufheben gegen Rückzahlung des Brautgeldes.“

An dem Punkt „Islamische Trauung in Deutschland“ versäumt Mazyek nicht den Hinweis, dass hierzulande die Eheschließung auch standesamtlich durchgeführt werden müsse, damit sie gesetzlich gilt. Für den Fall empfiehlt er einen Ehevertrag mit den „typisch islamischen Klauseln der Ehe“, als da sind: die Morgengabe, die islamische Erziehung der Kinder und das (Frauen schwer benachteiligende) Erbrecht. So weit die Welt des Zentralrates.

Zum Glück sind weder der Zentralrat noch die übrigen drei Verbände im Koordinationsrat repräsentativ für die Muslime in Deutschland. Experten schätzen die Zahl der Mitglieder in den Moscheevereinen, die dem Zentralrat angehören, auf maximal 20000. Das ist nicht einmal ein Prozent der in Deutschland lebenden Muslime. Trotzdem ist der ZMD seit Jahren der Hauptansprechpartner für die Politik. Warum? Warum demonstriert die Kanzlerin den Schulterschluss nicht mit Repräsentanten der restlichen 99 Prozent?

Keine Stellungnahme zu Pierre Vogel

Zum Beispiel mit Mouhanad Khorchide. Der muslimische Religionsprofessor könnte das bestens gebrauchen. Er lehrt seit fünf Jahren in Münster islamische Theologie. Er bildet künftige Religionslehrer an deutschen Schulen aus; zurzeit hat er 650 Studenten. Der „Koordinationsrat der Muslime in Deutschland“, in dem auch der Zentralrat Mitglied ist, hatte der Lehrerlaubnis für den Theologen zunächst schriftlich zugestimmt. Doch seit 2013 steht Khorchide unter Polizeischutz. Der Grund sind Morddrohungen von Salafisten.

Aber nicht nur sie machen ihm das Leben schwer. Dem Koordinationsrat passt Khorchide nun nicht mehr. Er hat im Dezember 2013 ein 75 Seiten langes Gutachten gegen den Theologen verfassen lassen, um zu verhindern, dass er weiter lehrt. (Übrigens gibt es gegen den Salafisten Pierre Vogel keine einzige Stellungnahme der Verbände.) Die organisierten Orthodoxen wollten den von Khorchide vertretenen aufgeklärten Islam und seine Annäherung an Europa verhindern. Sie erklärten dessen Interpretation des Islam darum kurzerhand als „unwissenschaftlich“. Es geht also um Deutungshoheit. Und die wollen die Orthodoxen und Islamisten behalten.

Nicht zuletzt darum sollte die Mehrheit der nicht organisierten Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis auch ein dringendes eigenes Interesse daran haben, sich zu organisieren: um Ansprechpartner für Politik und Medien zu sein. Bisher gibt es in Deutschland keinen sowohl von der Türkei als auch von den Muslimbrüdern unabhängigen Verband der Muslime, der einen aufgeklärten Islam verträte. Was es den bestehenden Organisationen leicht macht, für alle zu sprechen.

Die Stimmung ändert sich

Einen Tag vor dem unglücklichen Schulterschluss am Brandenburger Tor war der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu zu Besuch bei der Kanzlerin. Unwidersprochen konnte Davutoglu in Berlin die in Dresden demonstrierende „Pegida“-Bewegung mit den in Syrien mordenden Söldnern des „Islamischen Staates“ vergleichen. Meine 14 Jahre alte Nachbarin würde sagen: „Hallo? Geht’s noch?!“ Ausgerechnet die Türkei, die bisher mit logistischer Unterstützung und Waffenlieferungen eine Komplizin des IS war.

In dem zitierten Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte die Kanzlerin auch erklärt, sie wolle „die übergroße Mehrheit der Muslime in Deutschland vor einem Generalverdacht schützen“.

Das ist gut und nötig. Denn in der Tat verändert sich gerade die Stimmung. Aggressive Akte gegen Moscheen sind in Deutschland zum Glück selten, aber sie werden mehr. Und fanden 2012 noch 52 Prozent aller Befragten, der Islam passe „nicht zu Deutschland“, meinen das jetzt schon 61 Prozent. Wobei noch zu klären wäre, was mit dem Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ überhaupt gemeint ist.

Denn „den Islam“ gibt es nicht. Es gibt tausend Interpretationen und Lebensweisen von Muslimen in der islamischen wie der westlichen Welt. Aber es gibt den Islamismus. Und der kommt eindeutig daher: Er will eine wörtliche, fundamentalistische Auslegung des Koran zum Gesetz machen, zum Gottesgesetz.

Auch die Politik sollte darum endlich den Unterschied zwischen Islam und Islamismus begreifen, zwischen Glauben und Ideologie. Das heißt, Frau Bundeskanzlerin, die Politik sollte die nicht-islamistischen Kräfte gezielt fördern und unterstützen. Damit die Saat der Gewalt nicht mehr auf fruchtbaren Boden fällt.

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Time am 2. Februar 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/islamismus-debatte-hier-irrt-die-kanzlerin-13388949.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2015/01/17/nicht-qualifiziert/

Wir erkennen ihre Absicht

25. Januar 2015

Nichtsvergeben_Torkei

Noch ekliger als das Zorngeschrei der Mohammedanisten ist ihr Gewinsel und der Versuch, sich stets als das eigentliche Opfer darzustellen, wenn die Glaubensbrüder bei einer der regelmäßigen Razzien mal wieder eine Reihe Nichtorks abgeschlachtet haben.

Die Zeichnung oben stammt aus einer torkischen Zeitung (1). „Nein! Nichts ist vergeben!“ heißt es. Elf anklagend blickende Mohammedanisten stehen vor dem Betrachter, und sieben von ihnen tragen Schilder mit Ländernamen, in denen offensichtlich etwas geschehen sein soll, das sich gegen den Mohammedanismus richtete. Gaza und China kann man ja noch verstehen: Dort haben die IDF und die chinesischen Sicherheitskräfte eine Menge Terroristen und leider auch einige Unschuldige terminiert. In den anderen Ländern aber verhält es sich so, dass dort Mohammedanisten Mohammedanisten abschlachten. Auch dafür, so die Orks, ist der freie Westen verantwortlich. Daran trägt er eine Schuld, die nicht verziehen werden kann: Die Orks sind in der Tat die unverantwortlichsten Wesen auf unserem Planeten.

Qantara

Demselben Muster folgt auch das staatlich finanzierte Dimmi-Magazin „Qantara“ wieder und wieder. Birgit Kasper warnt davor, dass „am Ende doch wieder die Muslime zum Sündenbock gemacht werden.“ (2). Bitteschön, WIEDER? WO denn? Wo werden denn DIE Muslime jemals „zum Sündenbock“ gemacht? 17 Unschuldige wurden von drei Orks in Paris ermordet, denn sie hatten AllaHundseingesandter beleidigt. Die Mörder taten nichts anderes, als was AllaHundseingesandter tat und was in Sira und Hadithen steht. Darüber muss man reden dürfen. Nein, darüber darf man nicht reden, meinen die Orks und ihre Dimmi-Lakaien. Die nichtorkischen Untermenschen haben die Unterdrückung und Ermordung geräuschlos, ohne Schmerzensschreie und ohne Protest zu ertragen.

Orkknecht Ruprecht hat sich da etwas ganz Besonderes einfallen lassen, was er den „3-D-Test gegen Islamfeindlichkeit“ nennt. Wie die gülennahe Seite „Die Integrationsblogger“ berichtete, schrieb der CDU-Politiker auf „Facebook“ (3):

„Dämonisierung, Doppelte Moral, Delegitimierung – ich schlage diesen 3-D-Test vor, um legitime Kritik am Islam von Islamfeindlichkeit zu unterscheiden:

Dämonisierung: Darstellung des Islam als das schlechthin Böse, zB durch die Aneinanderreihung von Negativ-Beispielen. Politically Incorrect und andere Hass-Blogs durchforsten täglich das weltweite Internet-Angebot nach Verbrechen, Vergehen und Verfehlungen von Muslimen und vermeintlichen Muslimen. Die gefundenen Beispiele werden in skandalisierenden und verallgemeinernden Beiträgen aufbereitet und zum Kommentieren freigegeben. So entsteht ein völlig unrealistisches und diskriminierendes Bild einer Gruppe von Menschen. In gedruckter Form finden sich ähnlich perfide Auflistungen von Negativbeispielen bei Henryk Broder, Udo Ulfkotte oder Necla Kelek.“

Was soll das? Natürlich sammelt ein Blogger die Texte und Bilder aus den Massenmedien, die seinem Thema entsprechen – wenn man von Pansen&Pansen mal absieht, die munter Kochrezepte zwischen Berichten von Hinrichtungen im Naziran einstreuen (4). Natürlicherweise entsteht dadurch eine Reihung thematisch ähnlicher Texte. Für die von Mohammedanisten begangenen Untaten ist aber niemand als die Täter verantwortlich sowie die drei bösen mohammedanistischen Grundlagen-Schriften, in denen zu den Untaten aufgerufen wird. Dämonisch sind für den Dimmi-Deppen jedoch nicht die Morde, sondern die Kritik daran. Polenz weiter:

„Doppelte Moral: Wird Kritik am Islam oder an Muslimen selektiv angewandt, oder erzeugen ähnliche Probleme anderer Religionen oder Verhaltensweisen ihrer Gläubigen dieselbe Kritik? Zwangsheiraten gibt es beispielsweise auch in hinduistischen Gesellschaften oder bei den Jesiden.“

Ja, schon gut, es wird noch den einen oder anderen Jesiden geben, der die Massaker des sunnitischen IS-IS überlebt hat und seine Tochter zwangsverheiraten will, und der dann natürlich auch vor Gericht gehört. Die Fleißarbeit, die die vielen counterjihadischen Blogs jedoch Tag für Tag leisten, indem sie die Informationen nicht zerstäuben sondern ZUSAMMENTRAGEN, ist für die Orks und ihre Stiefellecker jedoch ein eminentes Problem, da grade dadurch ein immer schärferes Bild der Religion Satans entsteht. Wir erkennen, dass die mohammedanistischen Schriften zur massenhaften, ja globalen Bösartigkeit führen!

Doppelte Moral liegt aber nicht vor, wenn eine Handvoll Orkterroristen 3000 Unschuldige abschlachtet, wenn daraufhin ein paar französische Brillenschlangen ein paar harmlose Krakeleien anfertigen, wenn sie daraufhin ermordet werden, und wenn daraufhin Menschen mit counterjihadischer Gesinnung dies schließlich kritisieren. Meine Kritik am deutschen Nationalsozialismus ist nicht erst ab dem Moment zulässig, in dem ich Benjamin Netanjahu beschuldige, arabische Babies zu fressen. Es gibt eine Seite, die zutiefst böse ist – das ist die Jihadfront, die Klo H. Metzel folgt.

„Delegitimierung des Islam als Religion – beispielsweise durch Gleichsetzungen des Islam mit dem Faschismus, wie sie von Hamed Abdel-Samad immer wieder vorgenommen werden. (…)“

Die Delegitimierung des Nazislahm als Religion war vor acht oder neun Jahren innerhalb des Counterjihad noch ein Diskussionsthema, ist es aber seit langem nicht mehr. Es führt ja zu nichts, wenn man einer Ideologie, die ein höchstes Wesen und dessen Verkünder kennt, die ein Leben nach dem Tod behauptet sowie ein jüngstes Gericht, die Eigenschaft, eine Religion zu sein, abspricht. Diese Entscheidung treffen besser die Glaubenden. 

Es geht um etwas ganz anderes: Es geht darum, dass diese Religion bösartig und gewalttätig ist. Dass sie eine Apartheidsgesellschaft anstrebt. Dass sie eine kollektivistische Ordnung will, in der den Männern in pyramidalem Aufbau schrankenlose Macht über Frauen und Kinder gegeben wird. Es geht nicht um die Frage, ob der Mohammedanismus eine Religion ist, sondern WAS er für eine Religion ist? WIE ist er? WIE wirkt er?

Insofern der Counterjihad diese Frage schon vor Jahren geklärt hat, ist auch das dritte „D“ in Orkknecht Ruprechts „Test“ pure Propaganda und Vernebelung, die wie das davor analysierte Gewinsel letztlich nur ein Ziel hat:

Jegliche Kritik am Mohammedanismus soll erstickt werden!

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Time am 25. Januar 2015

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1) http://de.qantara.de/inhalt/islamisches-comic-magazin-cafcaf-aus-istanbul-nein-nichts-ist-vergeben
2) http://de.qantara.de/inhalt/frankreich-nach-dem-anschlag-auf-charlie-hebdo-es-geht-um-mehr-als-die-pressefreiheit
3) http://i-blogger.de/3-d-test-um-islamfeindlichkeit-zu-erkennen/
4) https://parseundparse.wordpress.com/

Nicht qualifiziert

17. Januar 2015

Hamed

Auf den Seiten des „Handelsblatt“es berichtet Dietmar Neuerer von einem Austausch mit Hamed Abdel-Samad über die Mohammedanismus-Statements unserer Bundeskanzlerin (1).

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„Frau Merkel, Sie irren sich!“

Der Islam gehört inzwischen zu Deutschland: Diese Äußerung des früheren Bundespräsidenten Wulff hat sich Kanzlerin Merkel zu eigen gemacht. Und liegt damit völlig daneben, meint ein bekannter deutsch-ägyptischer Autor.

Als er den Islam als „religiösen Faschismus“ bezeichnete, wurde der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad von Glaubensführern mit der sogenannten Fatwa belegt, und sie riefen zu seiner Ermordung auf. Doch der Autor („Der Untergang der islamischen Welt“ und „Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens“) ließ sich davon nicht beeindrucken und äußerte sich weiterhin kritisch.

Dass er auch die Sicht von Kanzlerin Angela Merkel auf den Islam in den Blick nehmen würde, war zu erwarten. Ungewöhnlich ist, mit welcher Schärfe das frühere Mitglied der deutschen Islam-Konferenz der CDU-Bundesvorsitzenden in die Parade fährt.

„Hilflos und fantasielos“ nennt es Abdel-Samad, dass sich Merkel eine Äußerung des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff aus dem Jahr 2010 zu eigen gemacht hatte: „Der Islam gehört zu Deutschland.“

Abdel-Samad, der unter anderem am Erfurter Lehrstuhl für Islamwissenschaft und am Institut für Jüdische Geschichte in München arbeitet, wendet sich über seine Facebook-Pinnwand direkt an die „sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin“. Er gesteht ihr zu, dass sie als Kanzlerin aller Menschen, die in Deutschland leben, „selbstverständlich auch die Kanzlerin der Muslime“ sei.

Allerdings, so Abdel-Samad, sei sie nicht dazu ermächtigt zu behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland. „Es ist nicht die Aufgabe eines Politikers, eine Religion zu rehabilitieren oder zu bewerten“, stellt der Wissenschaftler klar. Politiker seien für die Menschen da und nicht für die Ideologien dieser Menschen.

Bevor sie, Merkel, diese Behauptung in die Welt setze, sei sie verpflichtet, den Bürgern in Deutschland zu erklären, was der Islam sei, weist Abdel-Samad die Kanzlerin zurecht. Und dann listet er die aus seiner Sicht relevanten Fragen zu dem Thema auf: „Gehört die Aufteilung der Welt in Gläubige und Ungläubige auch zu Deutschland? Was ist mit Dschihad? Was ist mit Polygamie? Was ist mit der Todesstrafe für Apostaten? Was ist mit Körperstrafen für Diebe und Ehebrecher und Alkoholtrinker? Was ist mit Frauenrechten, die im Islam kaum vorhanden sind? Was ist mit Sklaverei, die im Islam nicht verboten ist? Was ist mit dem Recht der Kinder angstfrei erzogen zu werden und nicht mit der Drohung mit Höllenqual aufzuwachsen?“

An Merkel gewandt, fährt Abdel-Samad dann fort: „Entweder wissen Sie nicht, dass all das auch zum Islam gehört, dann sind Sie nicht qualifiziert, dieses Urteil zu fällen. Oder Sie wissen Bescheid und täuschen die Bürger dieses Landes um weiterhin Saudi-Arabien Panzer zu verkaufen und dem türkischen Handelspartner nicht zu verärgern.“ Auch er sei ein Bürger Deutschlands, betont er.

„Und ich sage Ihnen, Sie irren sich. Und Sie tun Muslimen kein Gefallen, indem Sie etwas behaupten, was der Wahrheit nicht entspricht, und was die Mehrheit der Deutschen anders sieht, übrigens auch viele deutsche Muslime und Ex-Muslime, die vor dem Islam in ihren ehemaligen Heimatländern fliehen mussten.“

Tatsächlich empfindet fast jeder fünfte Deutsche Unbehagen über den Islam. In einer am Mittwoch veröffentlichten „Stern“-Umfrage gaben dies 18 Prozent der Befragten an. Unter den Anhängern der islamkritischen Alternative für Deutschland (AfD) stimmten demnach sogar 56 Prozent dieser Aussage zu. Die überwiegende Mehrheit von 79 Prozent aller Befragten verneinte hingegen, dass der Islam ihnen Unbehagen bereite.

Der Erhebung des Meinungsforschungsunternehmens Forsa zufolge befürchten 42 Prozent der Bundesbürger, dass in absehbarer Zeit auch mit terroristischen Gewalttaten in Deutschland zu rechnen ist. Im Dezember hatten sich nur 26 Prozent in dieser Richtung geäußert.

Solche Stimmungen haben für den Islam-Experten Abdel-Samad eine naheliegende Ursache. Konkret wird er in einem von ihm verfassten Text mit der Überschrift „Mohamed ließ die Lästerer töten“, der am Donnerstag in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erscheint. „Es tut mir sehr leid, dass ich mit meinen Texten nun die rührende friedliche Stimmung störe“, schreibt Abdel-Samad auf seiner Facebook-Seite. „Aber Frieden entsteht nicht wenn man die authentischen islamischen Passagen ausblendet, die die Mörder benutzten um ihre Anschläge zu legitimieren. Sondern indem man sie beleuchtet und ehrlich diskutiert.“

Solche Passagen gebe es im Koran sowie in der autorisierten Biographie und Überlieferung des Propheten. „Alles findet sich in der Bibliothek jeder großen Moschee auch in Deutschland“, betont Abdel-Samad. Statt zu behaupten, die Anschläge in Frankreich hätten mit dem Islam nichts zu tun, müssten daher Theologen und Islamvertreter entweder diese Passagen für nichtig erklären oder zugeben dass Mohamed in vieler Hinsicht kein moralisches Vorbild für das 21. Jahrhundert sein könne.

Abdel-Samad berichtet in diesem Zusammenhang auch davon, dass Islam-Rechtsgelehrte verärgert seien, wenn er vom „islamischen Faschismus“ spreche „Welchen Islam meinst du? Es gibt ja nicht den einen Islam“, werde er dann gefragt. Allerdings, fügt er hinzu, jubelten die gleichen Anwälte, wenn die deutsche Kanzlerin behaupte, der Islam gehöre zu Deutschland, ohne die Kanzlerin zu fragen welchen Islam sie genau meine. „Bei der Kritik wollen sie gerne differenzieren, bei der Vorteilnahme wollen sie gleich das Gesamtpaket.“

Tatsächlich wurde Merkel aus der islamischen Welt für ihre Äußerungen gelobt. Islamische Gelehrte der anerkannten Azhar-Universität in Kairo dankten der Bundeskanzlerin. Der Satz, der Islam gehöre zu Deutschland, sei ein Zeichen für friedliche Koexistenz, kommentierten die Gelehrten in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Terror dürfe nicht missbraucht werden, „um die verschiedenen Religionen auszugrenzen“, hieß es mit Blick auf die Ereignisse in Paris vergangene Woche. (…)

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Time am 17. Januar 2015

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1) http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/islam-bekenntnis-der-kanzlerin-frau-merkel-sie-irren-sich-seite-all/11229266-all.html