Posts Tagged ‘Hans-Christian Rößler’

Bravo, Bibi! (#3)

9. Juni 2016

Bibi

Israel lässt sich von den abscheulichen Verbrechen der Nazislahmisten nicht beeindrucken. Lesen Sie zwei Berichte von „FAZ.NET“.

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Anschlag in Tel Aviv

Netanjahu kündigt Offensive gegen Terroristen an

Israels Ministerpräsident will den Anti-Terror-Kampf nach dem tödlichen Anschlag in Tel Aviv verstärken. Die Hamas droht mit weiteren Attentaten während des Fastenmonats Ramadan.

Als Reaktion auf den Palästinenser-Anschlag in Tel Aviv hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu neue Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Er sprach von einer „Serie von den offensiven und defensiven Schritten“ gegen Terroristen. „Dies ist eine Herausforderung und wir werden ihr gerecht werden“, erklärte Netanjahu laut einem Bericht der Zeitung „Times of Israel“. Er sagte ein entschlossenes Handeln von Polizei, Streitkräften und Sicherheitsbehörden zu, um alle Mittäter zu finden und künftige Anschläge zu verhindern. Die im Gazastreifen herrschende Hamas kündigte unterdessen weitere Anschläge im muslimischen Fastenmonat Ramadan an.

Netanjahu besuchte den Anschlagsort, an dem zwei palästinensische Attentäter am Mittwochabend im Zentrum Tel Avivs vier Israelis erschossen hatten, noch in der Nacht. Dabei wurde er vom ultrarechten Verteidigungsminister Avigdor Lieberman und Polizeiminister Gilad Erdan begleitet.

Zuvor hatte Netanjahu mit ihnen eine Dringlichkeitsberatung im Militärhauptquartier abgehalten. Das Gebäude liegt direkt gegenüber dem Anschlagsort in einem belebten Freizeitpark im Zentrum Tel Avivs. Bei dem Angriff waren sechs weitere Besucher verletzt worden. Die Sicherheitskräfte fassten die Attentäter. Für Donnerstag ist eine Sitzung des Sicherheitskabinetts geplant, bei der über das weitere Vorgehen Israels beraten werden soll.

Es war der erste tödliche Anschlag in Israel seit der Ernennung Liebermans zum Verteidigungsminister. Hardliner Lieberman hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für ein härteres Vorgehen gegen die Palästinenser stark gemacht und Netanjahus Sicherheitspolitik als „zu lasch“ kritisiert. Noch in der Nacht umstellten die israelischen Streitkräfte den Heimatort der Attentäter im Süden des Westjordanlandes, wie „Times of Israel“ berichtete.

In einer Stellungnahme des amerikanischen Außenministeriums hieß es: „Die Vereinigten Staaten verurteilen den schrecklichen Terroranschlag in Tel Aviv aufs Schärfste“. „Solch feige Angriffe auf unschuldige Zivilisten sind niemals zu rechtfertigen.“ Die amerikanischen Behörden stünden in Verbindung mit den israelischen Verbindung und böten Unterstützung an.

Hamas lobt den Anschlag

Ein Führer der im Gazastreifen herrschenden Hamas lobte den tödlichen Anschlag. „Ruhm und Glückwünsche den Einwohnern Hebrons“, schrieb Ismail Hanija bei Twitter. Nach dem Satz fügte er ein Siegeszeichen ein. Ein Hamas-Sprecher in Gaza erklärte, der Anschlag sei eine Antwort auf die „israelischen Verbrechen“ gegen die Palästinenser im Westjordanland und im Gazastreifen.

Nach Polizeiangaben stammten die Attentäter aus einem Dorf bei Hebron im südlichen Westjordanland. Es handele sich um Cousins. Sie hätten sich ohne Genehmigung in Israel aufgehalten. Nach Berichten mehrerer Medien trugen sie auch Taschen mit Messern bei sich. In mehreren palästinensischen Städten wurde der Anschlag in Tel Aviv Berichten zufolge gefeiert.

Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober 32 Israelis getötet worden. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei den von ihnen verübten Anschlägen. Als Auslöser der Gewalt galt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Zuletzt hatte es allerdings weniger Anschläge gegeben.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/benjamin-netanjahu-will-anti-terror-kampf-verstaerken-14277189.html

Killer

Tote bei Anschlag in Tel Aviver Vergnügungsviertel

Zwei Palästinenser eröffnen wahllos das Feuer auf Passanten und erschießen mindestens drei Israelis mit im beliebten Sarona-Park. Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Die Welle der Gewalt schien in Israel längst der Vergangenheit anzugehören. Doch dann starben im Kugelhagel von zwei Palästinensern mindestens vier Israelis. Die Täter schlugen im Vergnügungsviertel Sarona zu. Die Cafés und Restaurants im restaurierten Templerviertel unweit des Verteidigungsministeriums sind am Abend besonders stark besucht. Die Polizei spricht von einem terroristischen Hintergrund.

Die islamistische Hamas-Organisation bezeichnete im Internet den Angriff als „heldenhaft“. Laut Augenzeugen gaben die beiden Männer, die aus der Nähe von Hebron stammen sollen, in einem Café noch eine Bestellung auf, bevor sie minutenlang das Feuer auf Passanten eröffneten.

Angeblich hatte einer von ihnen eine selbstgebaute Waffe dabei. Rettungskräfte sprachen anfangs von etwa zehn Verletzten, von denen vier lebensbedrohlich verwundet waren. Kurz nach 22 Uhr teilte die Polizei mit, dass die Angreifer „neutralisiert“ worden seien.

Es war der wohl schlimmste Anschlag in Tel Aviv seit dem Ausbruch der jüngsten Welle der Gewalt im vergangenen September. Im März war an der Strandpromenade zwischen Tel Aviv und Jaffa ein amerikanischer Tourist ermordet worden. Anfang Januar hatte ein arabischer Israeli am Neujahrestag in einer Bar im Zentrum von Tel Aviv zwei Männer erschossen hatte. Kurz darauf tötete er auf der Flucht einen Taxifahrer.

Eine Woche lang hatten israelische Sicherheitskräfte nach dem arabischen Israeli gefahndet, bevor sie ihn bei seiner Festnahme erschossen. Der Attentäter gehörte keiner Terrorgruppe an und hatte auch nichts mit der Terrormiliz Islamischer Staat zu tun. Das galt auch für die meisten anderen Attentäter, die Einzeltäter waren. Bei ihnen spielten vor allem persönliche Gründe eine Rolle und suchten den Tod, wie Geheimdienstler berichteten:

Sie wurden verachtet oder misshandelt, hatten oft familiäre oder finanzielle Probleme. Die israelische Sicherheitskräfte setzten sich daher von Anfang an dafür ein, zwischen den Tätern und der restlichen palästinensischen Bevölkerung klar zu unterscheiden. Sie ging nicht auf Forderungen ein, hart gegen die gesamte palästinensische Bevölkerung durchzugreifen, um sie von weiterer Gewalt abzuhalten. Während des islamischen Fastenmonats Ramadan, der vor wenigen Tagen begann, erteilten sie für die Bewohner der palästinensischen Autonomiegebiete so viele Genehmigungen für Besuche in Jerusalem und in Israel, wie selten zuvor.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/israel-tote-bei-anschlag-in-tel-aviver-vergnuegungsviertel-14277041.html

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Time am 9. Juni 2016

In der Luft und in der Erde

13. August 2014

Tunnel

Winston Churchill hat seinerzeit die Bedeutung der Wissenschaft für das Überleben des Westens gegenüber dem Mohammedanismus betont (1):

„Einzelne Muslime mögen großartige Qualitäten aufweisen, aber der Einfluss der Religion lähmt die gesellschaftliche Entwicklung derer, die ihr nachfolgen. Es gibt keine stärker rückschrittliche Kraft auf der Welt. Weit entfernt davon, dem Tod geweiht zu sein, ist der Mohammedanismus ein militanter und bekehrerischer Glaube. Er hat bereits in Zentralafrika gestreut, zieht bei jedem Schritt furchtlose Krieger heran, und wäre nicht das Christentum in den starken Armen der Wissenschaft geborgen, der Wissenschaft, gegen die er (der Islam) vergeblich gekämpft hat, würde die Zivilisation des modernen Europas vielleicht fallen, so wie die Zivilisation des alten Roms gefallen ist.“

Wieder einmal scheint es den Juden gelungen zu sein, ihren erklärten, mohammedanistischen Ausrottern eine Nasenlänge voraus zu sein. Lesen Sie einen Bericht von Hans-Christian Rößler von „FAZ.net“ (2).

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Mit Hightech gegen die Tunnelgräber

Die Bodenoffensive im Gaza-Krieg hat Israel vor allem geführt, um Tunnel der Hamas zu zerstören. Künftig soll schon deren Bau unterbunden werden. Nach jahrelanger Forschung scheint das Militär ein entsprechendes System gefunden zu haben.

Am Himmel hat Israels Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ während des Gaza-Kriegs neunzig Prozent der Raketen abfangen können. Am Boden aber hatte die Hightech-Nation bislang keine Lösung zur Vernichtung der unterirdischen Gänge gefunden, die Palästinenser mit einfachen Schaufeln und mit Batteriebetriebenen Hämmern gruben. Seit Jahren suchen Israels Militärs und Bauingenieure nach Möglichkeiten, die Hamas-Tunnel endgültig zu blockieren. Nun scheinen sie einen Weg gefunden zu haben.

Erste Tests in der Kanalisation von Tel Aviv verliefen erfolgreich. In den kommenden Monaten soll das neue System in einem Feldversuch auf seine Einsatztauglichkeit geprüft werden. Wenn die neue Technologie die letzten Tests bestehe, könnte die fast siebzig Kilometer lange Grenze binnen eines Jahres damit gesichert werden, zitierte die israelische Presse am Dienstag ungenannte Armeevertreter. Umgerechnet mehr als sechzig Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren für Forschung und Hunderte von Versuchen ausgegeben. Bislang ohne Erfolg. Geophysiker der Universität Tel Aviv und Atomforscher beteiligen sich an den Arbeiten. Das neue System soll zwischen 300 und 500 Millionen Euro kosten. Sensoren sollen rechtzeitig davor warnen, wenn unter der Erde gegraben wird. Um ganz sicher zu gehen, soll an besonders gefährdeten Abschnitten der Grenze zusätzlich eine physische Barriere verhindern, dass Terroristen aus Gaza bis nach Israel vordringen können.

Forscher stellt der Boden an der Gaza-Grenze vor Herausforderungen: In dem meist sandigen Grund gebe es eine Erdschicht, die anderes reagierte, als man es etwa auf der Suche nach Öl gewohnt sei. Zudem sei es schwierig, gefährlichen Baulärm aus den üblichen Hintergrundgeräuschen des Gazastreifens herauszufiltern. Selbst moderne Radaranlagen waren unbrauchbar, weil diese nur maximal zehn Meter tief in den Boden vordringen können; ein Teil der Tunnel verliefe in mehr als zwanzig Metern Tiefe. Das neue System soll Technologien miteinander verbinden, die zuvor einzeln gescheitert waren. „Das Abwehrsystem ,Eiserne Kuppel’ wurde auch erst zum Erfolg, als wir unsere über Jahrzehnte erworbenen Erfahrungen und Fähigkeiten kombinierten“, sagt der frühere nationale Sicherheitsberater Jakob Amidror. Es sei die Stärke Israels, aus Fehlschlägen zu lernen: „Neunzig Prozent aller Unternehmen scheitern“.

Amidror, der bis Ende 2013 im Amt war, bestreitet, dass die Regierung die Gefahr unterschätzt habe. Der Geheimdienst habe vor dem Krieg über 95 Prozent der Tunnel Bescheid gewusst. Letztlich konnten sie aber nicht durch Luftangriffe zerstört werden, weshalb sich die Armee ihren erst nach Beginn der Bodenoffensive annehmen konnte. Erst nachdem die Hamas mehrere Waffenruhen gebrochen hatte, habe die Regierung genug internationale Unterstützung für diese Aktion gehabt. Das Tunnelnetz war dann so weit verzweigt, dass seine Zerstörung viel länger dauerte, als die Generäle vorhersagten. Bis heute ist man nicht sicher, ob alle Gänge gefunden wurden. In den vergangenen Wochen zerstörten israelische Soldaten 32 Stollen, die zum Teil bis unter die Kibbuze auf der israelischen Seite des Grenzzauns reichten. Aus Angst wagen sich die meisten israelischen Einwohner des Grenzgebiets bis heute nicht in ihre Häuser zurück.

Beim Bau der Tunnel halfen möglicherweise auch Kinder. Der britische Journalist Nicolas Pelham hatte bereits vor vier Jahren berichtet, dass Kinder Schmuggeltunnel an der ägyptischen Grenze bauten. Mehr als hundert seien dabei umgekommen. Pelham erinnerten die Zustände an englische Bergwerke im 19. Jahrhundert. Nach Informationen der israelischen Zeitung „Jediot Ahronot“ rekrutierten der bewaffnete Arm der Hamas und andere Gruppen gezielt „Tunnelkinder“ in den Armenvierteln Gazas. Sie wurden demnach zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet. Für Acht-Stunden-Schichten erhielten sie etwa fünf Euro. Bei einem tödlichen Unfall habe sie die Hamas zu „Märtyrern“ erklärt und den Eltern Entschädigung gezahlt. Dutzende andere Tunnelarbeiter seien getötet worden, weil die Hamas fürchtete, sie könnten Geheimgänge verraten, berichtet der israelische Onlinedienst Mako.

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Time am 13. August 2014

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1) http://www.pi-news.net/2008/04/sir-winston-churchill-ueber-den-islam/
2) http://www.faz.net/aktuell/gaza-mit-hightech-gegen-die-tunnelgraeber-13094157.html

Keine Zukunft für die Welt ohne Israel

28. Februar 2014

PreIDF

Üben für den Ernstfall: Israelische Jugendliche trainieren am Strand von Herzilija für die Zeit in den Eliteeinheiten der Armee

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Jörg Bremer schreibt der Israelkorrespondent Hans-Christian Rößler von Deutschlands bester Zeitung – der FAZ – eine Vielzahl an Artikeln, die s/eine Sympathie für den Staat der Juden erkennen lassen. Gestern brachte „FAZ.net“ ein besonders heikles Thema ansprechend aufbereitet: Den Rekrutennachschub für die IDF (1).

Ich lege Ihnen seinen Text vor sowie eine Leserzuschrift von Herrn Klaus Lelek, die mir aus der Seele spricht.

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Israelischer Wehrdienst

Für die Truppe, fürs Leben

Tausende Israelis streben Jahr für Jahr in die Eliteeinheiten der Armee. Viele rüsten sich schon während der Schulzeit in Kursen dafür – und bilden Netzwerke, die lange halten.

Matan Schottig ist nicht zufrieden. „Ihr wart heute Abend unkonzentriert und laut“, schimpft der junge Israeli. Nach eineinhalb Stunden Training heißt das für die 25 Jugendlichen unter seinem Kommando: noch ein Dutzend Liegestütze. Alle halten durch, auch wenn die meisten am Ende ihrer Kräfte sind. Die Übungen zuvor hatten es in sich: Sie mussten zu viert eine Kette bilden und gemeinsam über den Hartplatz rennen, dann zu viert einen Kameraden tragen, als wäre er verletzt. „Wenn ihr erst in der Armee seid, werdet ihr sehen: Dort geht es um Kameradschaft und Disziplin. Als Soldaten werdet ihr eure besten Freunde für den Rest des Lebens finden“, sagt Matan Schottig.

Wenn der Zahnmedizinstudent von seiner Zeit in der Armee erzählt, herrscht unter den 17 und 18 Jahre alten Schülern aufmerksames Schweigen, denn er ist ihr großes Vorbild. Als Soldat war Schottig Scharfschütze bei der „Duvdevan“-Elitetruppe, die im Häuserkampf zum Einsatz kommt. Viele in seiner Jerusalemer Gruppe wollen auch in eine solche Spezialeinheit, einige träumen davon, Kampfpiloten zu werden oder zum Militärgeheimdienst zu gehen. Deshalb überlassen sie es nicht dem Zufall, welchem Truppenteil die Musterungskommission sie zuteilt. Während ihre Klassenkameraden ihre Facebook-Seite aktualisieren oder ausgehen, lassen sie sich von Matan Schottig an zwei Abenden über den Sportplatz im Jerusalemer Stadtteil Katamon scheuchen.

„Was ich später einmal studiere, weiß ich noch nicht. Aber dass ich mich bei Sajeret Matkal bewerbe, ist schon klar“, sagt Elad. Der 17 Jahre alten Abiturient will unbedingt zu den „Spähern des Generalstabs“ – so lautet der Name der Eliteeinheit auf Deutsch. Dort dienten auch schon Ministerpräsidenten wie Benjamin Netanjahu und Ehud Barak. Elad weiß, dass die Auswahl gnadenlos hart ist. Die Eignungstests dauern eine ganze Woche. Und während der Ausbildung wird weiter kräftig ausgesiebt. Noa trainiert in Elads Gruppe. Die 18 Jahre alte Abiturientin hat ihren ersten Vorstellungstermin bei „Karakal“ schon hinter sich. So heißen die „Wüstenfüchse“ auf Hebräisch, die im Süden Israels an der ägyptischen Grenze stationiert sind. Die Kampfeinheit besteht zu mehr als der Hälfte aus Frauen. „Ich will zeigen, was in mir steckt. Das ist wichtig für mich selbst und mein Land“, sagt Noa.

„Man muss auch etwas im Kopf haben“

Die Jugendorganisation Aharai richtet diesen Vorbereitungskurs aus. Die Schüler müssen nur ihren Mitgliedsbeitrag entrichten. Bei kommerziellen Anbietern ist das nicht so billig. Sie verlangen für das Training jeden Monat bis zu 80 Euro. Trotzdem können auch sie die große Nachfrage kaum befriedigen: Tausende Israelis streben Jahr für Jahr in die Eliteeinheiten des Militärs.

„Die Armee ist nur ein wichtiger Schritt im Leben eines jeden Israeli. Wir wollen, dass die jungen Leute auch danach Verantwortung für andere übernehmen und gute Staatsbürger werden“, sagt Ran Primovitch, der früher selbst in einer Spezialeinheit kämpfte und heute für die Aharai-Gruppen in Jerusalem zuständig ist. Deshalb gehört zum Training auch Sozialarbeit. Matan Schottigs Schüler bereiten in diesen Tagen geistig Behinderte für den Jerusalemer Stadt-Marathon vor. Die 5000 Jugendlichen, die bei Aharai Mitglieder sind, sollen selbst Vorbilder werden, wie schon der Name der Gruppe andeutet: „Aharai“ („Mir nach“) ruft in Israel der Kommandeur einer Fallschirmjägereinheit, wenn er als Erster aus dem Flugzeug springt.

In Jerusalem ist es auf dem Hartplatz an den Abenden der Wintermonate empfindlich kühl. Die Jugendlichen sind froh, wenn sie sich in der Turnhalle der Schule aufwärmen können. In der Küstenstadt Herzilija wird nicht nur im Sommer am langen Sandstrand trainiert. Wenn es sein muss, jagt Juval Eilam die jungen Männer und Frauen auch in die Wellen. „Die Schule bereitet sie nicht mehr richtig auf die Armee vor. Sie essen zu viel Junkfood und bewegen sich zu wenig“, sagt Eilam, der einer der Ersten war, die aus den Vorbereitungskursen ein Geschäft gemacht haben. Seit 30 Jahren bietet er diese an. Früher war Eilam bei der Luftrettungsrettungseinheit „669“; später wählte er Rekruten für Spezialeinheiten aus.

In Eilams Ausbildungszentrum in der israelischen Küstenstadt, in der sich gerne Botschafter und Millionäre niederlassen, geht es elitärer zu als bei Aharai. Eilam bereitet seine derzeit 200 Schüler ganz gezielt auf die Truppe vor, in die sie aufgenommen werden wollen. „Wenn man in der Schule eine Mathematik-Prüfung ablegen muss, lernt man dafür nicht Geschichte“, sagte er. „Die Tests sind kein sportlicher Wettkampf. Man muss auch etwas im Kopf haben“, sagt Eilam. Deshalb gehört bei ihm neben den drei Trainingseinheiten in der Woche auch ein wöchentlicher Vortrag dazu: über den Aufbau der Armee, wie man sich am besten ernährt und mit Rückschlägen umgeht.

Für manche ist die Armee ein Sprungbrett

Eilam sagt, er wolle die Jugendlichen fürs Leben fit machen, „ihnen zeigen, wie sie sich Ziele setzen und sie erreichen können“. Das hält er auch deshalb für wichtig, weil seine Schüler unselbständiger und weniger erwachsen seien als früher. In der Vergangenheit seien sie auf eigene Faust zu ihm gekommen. Heute brächten sie oft die Eltern vorbei, die sich dann selbst ausgiebig über seine Kurse erkundigten. Wie wichtig die charakterliche Eignung sei, bestätigt Dani Ben Dov. Exzellente körperliche und geistige Fitness sei nicht zu unterschätzen, „aber am wichtigsten ist es, sich selbst treu zu sein und sein wahres Gesicht zu zeigen. Mit den vielen Tests kommen wir hinter die erfundenen Geschichten und stoßen am Ende dorthin vor, was den Soldaten wirklich ausmacht“, sagt der Major, der unter anderem bei den Fallschirmjägern für die Musterung der Rekruten verantwortlich ist.

Allerdings sind lange nicht alle jungen Israelis so motiviert wie die Schüler in Herzilija und Jerusalem. Und lange nicht jeder ist geeignet. Es zeichnet sich auch ab, dass das gesamte Reservoir, aus dem die Armee schöpfen kann, kleiner wird. So leisten mittlerweile 45 Prozent der jungen Frauen keinen Wehrdienst. Für Frauen genügt es, sich von einem Rabbiner bestätigen zu lassen, dass sie religiös sind und den Schabbat einhalten, damit sie nicht für zwei Jahre eingezogen werden. Diese Möglichkeit nutzen immer wieder auch Frauen, die am Wochenende in Wirklichkeit in die Diskothek und nicht in die Synagoge gehen. Auch bei den Männern, die drei Jahre lang dienen müssen, zeichnen sich Engpässe ab: In den Grundschulen stammt schon heute ein Viertel der Schüler aus ultraorthodoxen Familien, die bisher nur in Ausnahmefällen ihre Männer in die Armee schicken. Ähnlich hoch ist der Anteil der israelischen Araber, die keinen Wehrdienst leisten müssen.

Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an die Schulbildung. Die Pisa-Tests, an denen auch israelische Schulen teilnehmen, zeigen einen deutlichen Rückstand im Vergleich zu den übrigen OECD-Mitgliedstaaten – besonders in Mathematik und den Naturwissenschaften. Diese Entwicklung verfolgt auch die Armee mit Sorge, denn sie braucht Soldaten, die auf diesem Gebiet besonders begabt sind. Das zeigt das Beispiel der geheimen Einheit „Acht Zweihundert“. Deren Soldaten betreiben elektronische Aufklärung und rüsten sich angeblich auch für künftige Cyberkriege; manche vergleichen die Einheit mit der amerikanischen NSA. Ihr Bedarf an hochqualifizierten Kandidaten wächst schnell. Vor wenigen Jahren seien jährlich hundert neue Rekruten in diese Cybereinheiten eingezogen worden, wie die israelische Zeitung „Jediot Ahronot“ berichtet. Derzeit seien es fünfhundert, bald könnten es jedes Jahr tausend sein.

Der Wehrdienst in der Hightech-Truppe lohnt sich. Während ihrer Militärzeit knüpfen Israelis das Netzwerk, das ihnen später beruflich oft hilft. Für manche ist die Armee sogar ein Sprungbrett. In Stellenanzeigen suchen neue Start-up-Firmen nicht nur nach Kandidaten mit besonderer Berufserfahrung oder erstklassigen Studienabschlüssen. Sie nennen auch die Computereinheiten, deren Veteranen sie den Vorzug geben. Die Verbundenheit reicht bei manchen ehemaligen Soldaten sogar noch weiter zurück. Für Ran Primovitch sollen die Trainer der Vorbereitungskurse bei Aharai so etwas wie „große Brüder“ sein, zu denen der Kontakt auch nach der Armee nicht abreißt.

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KLAUS LELEK (SWANTEWIT) – 28.02.2014 14:26 Uhr – Eine tolle Truppe – Auf meiner Israelreise 1992, habe ich sie aus nächster Nähe kennen gelernt. In einer kleiner Stadt in Nord-Israel (Naharia). Es war Wochenende. Die Stadt war grün von Soldaten. Drei Jahrgänge, Männlein und Weiblein. Auf einer Verkehrsinsel war ich plötzlich von Soldaten umringt: „Hi John Lennon“ riefen sie und lachten. Einige fragten woher ich komme. „Welcome in Israel“… Todesangst dagegen erlebte in Ost-Jerusalem, als mir ein palästinensischer Schmuckhändler Prügel androhte, weil ich seinen Silberschmuck nicht kaufen wollte. Als ich endlich von pöbelnden Palästinenserjungen verfolgt den rettenden israelischen Posten erreichte, machte ich drei Kreuze. Der schwer bewaffnete Soldat kam mir vor wie ein Erzengel, der die Pforten zum Fegefeuer bewacht.

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Time am 28. Februar 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/israelischer-wehrdienst-fuer-die-truppe-fuers-leben-12824120.html

Esst haram – Kauft aus den Siedlungen!

6. November 2012

Papst Benedikt XVI. ist ein 
großer Liebhaber israelischer Datteln

Vor dem Rückzug der Israelis aus Gasa betrug der Anteil des israelischen Exports von Cherrytomaten aus dem Gasa-Streifen 60%. 3,5 Millionen Quadratmeter umfasste die Fläche der Gewächshäuser, die dort zurückgelassen wurden. 70% betrug der Anteil der von Israel produzierten organischen Lebensmittel, die von dort stammten. 60% betrug der Anteil der von Israel exportierten Kräuter und Gewürze. 15% betrug der Anteil der von Israel exportierten landwirtschaftlichen Produkte (1). Diese exzellenten Kapazitäten hat die Hamas systematisch ruiniert.

In der Westbank sind die Israelis von Siedlungen aus noch aktiv in der Landwirtschaft tätig, und sie geben 25.000 Palarabern Lohn und Brot. Das muss sich ändern, so fordern antijüdische, jihadistische und dimmi-dumme Hetzer. Hans-Christian Rößler in der FAZ vom 3. November 2012:

„Gegen die Dattelbauern in den Siedlungen hat die Nakheel-Dattelfarm keine wirkliche Chance. ‚Die israelische Regierung versorgt sie mit Land, Wasser und Strom. Ich bekomme nicht einmal eine Genehmigung für einen tieferen Brunnen. Die palästinensische Regierung tut gar nichts für mich’, klagt Zuhair Manasrah.“

Böse, böse Juden – doch Stopp: Für die Brunnenbohrung ist offensichtlich das (natürlich undemokratische) Pallie-Regime verantwortlich. Doch trotzdem ist Rößlers Text weitgehend eine recht verworrene Anklage gegen das demokratische Israel.

„Mittlerweile verzichten die meisten größeren Supermarktketten mit der Ausnahme von ‚Tesco’ ganz auf Produkte aus den Siedlungen.“

Kauft nicht beim Juden? Kommt mir irgendwie bekannt vor. Also soll im Grunde doch die Landwirtschaft in der Westbank zum Zusammenbruch gebracht werden, denn das wäre die unvermeidliche Folge, wenn sie unter die Regie der Palaraber geraten würde (s. Gasa). Naja, und die EU zahlt dann bis in alle Ewigkeit die Ausbildung der Jihadisten und die Prämien für erfolgreiche Juden-Mörder. Und das nennen wir dann: „Die Sicherheit Israels ist für Deutschland Teil der Staatsräson geworden.“

Aber ob die klugen und gut gebildeten EU-Bürger sich ewig zu Handlangern der Pal-Jihadisten machen lassen werden?

Sicher, man kann auf ein Produkt eine „Halal“-Plakette kleben oder eine, auf der steht: „Aus einer israelischen Siedlung“. Aber ob man das gewünschte Ziel nun ewig damit erreicht? Ich persönlich boykottiere aufmerksam alle „Halal“-Produkte, weil mir der sadistische Schlachtkult der Orks ein Grauen ist. Ich könnte mir vorstellen, dass man die „Halal“-Kampagne mit einer Anti-Halal-Kampagne oder gar einer Haram-Kampagne kontern könnte („Proud to eat/be haram“). Und natürlich esse ich viel zu viele der leckeren israelischen Kekse von „Elsa’s Story“ (2) aus Nahariya (Nordisrael), aber was tut man nicht alles für den Counterjihad, und der ist in diesem Fall köstlich.

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Datteln unter falscher Flagge

Palästinensische Bauern haben gegen die Konkurrenz aus den israelischen Siedlungen keine Chance. Ein Bericht macht dafür auch die Politik der EU verantwortlich.

In einer großen Halle am Stadtrand von Jericho sortiert eine hochmoderne Anlage Datteln nach Gewicht und Größe. Zuhair Manasrah greift eine Frucht heraus und bricht sie auf. „Sehen Sie, wie fleischig sie ist?“, fragt der Palästinenser. Die Arbeiter von Nakheel Palestine ernten in diesen Tagen im Jordantal „die Könige der Datteln“. So werden die Madjoul-Datteln genannt, die einst den Herrschern vorbehalten waren.

Mit 20.000 Palmen ist das Unternehmen, dessen Geschäftsführer Manasrah ist, der größte Produzent von Datteln „made in Palestine“. In diesem Jahr sollen 400 Tonnen geerntet werden. Aber das ist fast nichts im Vergleich zu den israelischen Konkurrenten, deren riesige Dattelhaine das Jordantal säumen. Der israelische Export belief sich nach Angaben der israelischen Nichtregierungsorganisation „Who Profits“ im vergangenen Jahr auf 25.000 Tonnen. Diese Datteln wachsen in der israelischen Arava-Wüste, am nordwestlichen Ufer des Toten Meers und vor allem im Jordantal. Der größte Teil des fruchtbaren Tals gehört jedoch nicht zu Israel, sondern zu den palästinensischen Autonomiegebieten. Trotzdem haben die knapp 9.500 israelischen Bewohner der 28 Siedlungen im Jordantal die Landwirtschaft fest im Griff. Sie bauen Mangos, Kiwis, Paprika, Cherrytomaten und Datteln an, meist für den Export. Laut der israelischen „Forschungs- und Entwicklungsstelle im Jordantal“ werden mehr als 80 Prozent der Madjoul-Datteln ins Ausland verkauft – als „Produkt aus Israel“.

Gegen die Dattelbauern in den Siedlungen hat die Nakheel-Dattelfarm keine wirkliche Chance. „Die israelische Regierung versorgt sie mit Land, Wasser und Strom. Ich bekomme nicht einmal eine Genehmigung für einen tieferen Brunnen. Die palästinensische Regierung tut gar nichts für mich“, klagt Zuhair Manasrah. Alle seine Dattelpalmen wachsen in den palästinensischen „C-Gebieten“, die Israel vollständig kontrolliert. Laut einer Schätzung, welche die israelische Regierung für die Weltbank erstellte, exportieren die Siedlungen, die alle in den C-Gebieten liegen, jedes Jahr Güter im Wert von 230 Millionen Euro in die EU. Das ist 15 Mal so viel wie aus den Palästinensergebieten; von dort kommen jedes Jahr nur Importe für knapp 15 Millionen Euro in die EU-Staaten. Das geht aus einem in dieser Woche veröffentlichten Bericht „Handel gegen den Frieden“ hervor, den ein Zusammenschluss von 22 europäische Hilfsorganisationen, darunter auch Medico aus Deutschland, verfasst hat: Während die EU Siedlungen als illegal ablehne, helfe die europäische Politik in der Praxis, sie zu erhalten, lautet ihr Vorwurf. „Die Konsumenten tragen unwissentlich zu der Ungerechtigkeit bei, indem sie Produkte kaufen, die fälschlicherweise als Produkte aus Israel gekennzeichnet sind, obwohl sie in Wahrheit aus Siedlungen im Westjordanland kommen“, kritisieren die Autoren des Berichts.

Laut dem EU-Assoziierungsabkommen tragen sämtliche importierten Waren die Herkunftsbezeichnung „hergestellt in Israel“. Unterschiede werden nur beim Zoll gemacht. Die EU gewährt nur Zollpräferenzen, wenn die Güter aus Israel und nicht aus besetzten Gebieten stammen. Für Industriegüter und einen Großteil der landwirtschaftlichen Produkte werden sogar keine Zölle erhoben. Die europäischen Zollbeamten überprüfen anhand einer Liste von israelischen Postleitzahlen die Herkunft der Produkte. In der EU wächst jedoch die Kritik an dieser Regelung. So gibt es Hinweise darauf, dass Hersteller in den Siedlungen sie umgehen, indem sie einfach eine Postleitzahl in Israel als Herkunftsort angeben. Daher mehren sich in der EU bis in den Außenministerrat die Forderungen, Produkte auch für die Verbraucher eindeutig zu kennzeichnen.

In Großbritannien wurde schon 2009 eine solche Kennzeichnungspflicht eingeführt, wie sie auch die Unterzeichner des jüngsten Berichts befürworten. Auf den entsprechenden Produkten steht entweder „Westbank: Produkt einer israelischen Siedlung“ oder „Produkt aus Palästina“. Mittlerweile verzichten die meisten größeren Supermarktketten mit der Ausnahme von „Tesco“ ganz auf Produkte aus den Siedlungen. Dänemark hat gerade beschlossen, diesem Beispiel zu folgen. Südafrika hat schon im Sommer eine ähnliche Regelung eingeführt.

Nach Ansicht des israelischen Außenministeriums, das den Bericht als einseitig und inakkurat zurückwies, ist eine Kennzeichnung von Siedlungsprodukten eine Form von „Diskriminierung“. „Warum sollte diese Maßnahme nur Israel (oder nur das Westjordanland) betreffen und nicht auch andere Konfliktgebiete, deren Produkte in der EU verkauft werden?“, fragt ein Ministeriumssprecher.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte davor, dass 25.000 Palästinenser bei einem Boykott ihre Arbeit in den Siedlungen verlieren würden. Der frühere Knesset-Vorsitzende Avraham Burg ist dagegen der Ansicht, dass die europäischen Befürworter einer Kennzeichnungspflicht „im Interesse Israels“ handelten: Die Grenze zwischen Israel und den Autonomiegebieten dürfe nicht noch weiter verwischt werden. Nur entlang der „Grünen Linie“ lasse sich Frieden schließen, meint Burg.

Östlich der Waffenstillstandslinie bekommen die Siedler selbst die höheren EU-Zölle nicht zu spüren: Die israelische Regierung entschädigt sie dafür. Im Staatshaushalt für 2012 stehen dafür umgerechnet gut zwei Millionen Euro bereit – zusätzlich zu zahlreichen anderen Subventionen für die Siedlungen. Die EU ist wiederum der größte ausländische Geber für die Palästinenser. Mehr als fünf Milliarden Euro überwiesen die Europäer seit 1994. Trotzdem stehen sie vor dem finanziellen Zusammenbruch. Dabei könnten palästinensische Bauern helfen, das zu verhindern.

„Datteln aus dem Jordantal haben ein großes Potential, denn sie brauchen viel weniger Wasser als zum Beispiel Bananen“, sagt Zuhair Manasrah aus Jericho. Aber dafür müsste die israelische Armee ihn und die anderen Bauern so ungehindert arbeiten lassen wie die Siedler im Jordantal. Nach Angaben der Weltbank wären die Auswirkungen beträchtlich: Die palästinensische Wirtschaftsleistung würde um etwa eine Milliarde Dollar im Jahr wachsen, wenn Palästinenser nur zusätzliche 3,5 Prozent der C-Gebiete ohne israelische Einschränkungen bebauen könnten. Rund eine Milliarde Dollar erhält die Autonomiebehörde jedes Jahr an ausländischer Hilfe.

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Time am 6. November 2012

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1) http://europenews.dk/de/node/18009
2) http://www.hch.de/index.php?option=com_virtuemart&limitstart=0&view=category&virtuemart_manufacturer_id=36&Itemid=139

Hauptgegner Naziran

26. Oktober 2012

Ork-Honk vor den Resten einer naziranischen Waffenfabrik

Die Vogelscheichs wissen, dass man Erdöl nicht trinken kann und versuchen, sich an uns festzukrallen. Sie investieren z.B. bei uns, und manch einer nennt dies nicht zu Unrecht „Wirtschaftsjihad“. Nur: Auch unsere Wirtschaft beruht auf Vernunft und wissenschaftlichen Erkenntnissen und kann nicht in die bösartige und irrationale Weltsicht des Klorans eingepasst werden – und zur Not kann man die Investment-Orks ja auch umgehend wieder enteignen. Insofern können sich die Sunniten im Großen und Ganzen „westlicher“ Rationalität nicht entziehen.

Anders die Schiiten: Bei ihnen wird der Wahnsinn Klo H. Metzels nochmals durch den Irrsinn der revolutionär-nihilistisch-apokalyptischen Mahdi-Ideologie potenziert. Gasa, Libanon, Syrien, auch Argentinien oder Bulgarien: Wo gemeuchelmordet wird, haben die durchgeknallten Mullas Nazirans die Finger drin. Sie sind in der Nachfolge des satanischen Klomenie die Masterminds des Bösen auf unserem Planeten. In Deutschland sind die armen Seelen um Hexe Özoguz, welche mit Leo „Bulldog“ Brux (1) freundschaftliche Beziehungen unterhält, die Adepten dieser Perversion menschlichen Denkens.

Hans-Christian Rößler berichtete – wie zuvor die „Welt“ (2) – in der heutigen FAZ über die Vernichtung einer Waffenfabrik im Sudan. Aber das Ziel war nicht der Sudan bzw. sein ekelhaftes, mordlüsternes Regime. Ziel war vielmehr eine naziranische Waffenfabrik im Sudan.

Wer auch immer diese Fabrik ausgeschaltet haben mag, er hat verstanden: Auf dem Weg der Dekonstruktion der teuflischen Ideologie Mohammedanismus ist der Sturz des naziranischen Regimes ein wesentlicher Abschnitt.

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Israel schweigt zu Vorwürfen Sudans

Israelische Politiker und Militärs schweigen zu den jüngsten Drohungen und Vorwürfen aus Sudan. In der Nacht zum Mittwoch war in Khartum eine Waffenfabrik zerstört worden. Das international isolierte Regime von Präsident Omar al Baschir bezichtigte Israel, die Anlage mit vier Kampfflugzeugen bombardiert zu haben und drohte mit Vergeltung. Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Mosche Jaalon sagte, er könne weder bestätigen noch dementieren, dass Israel die Fabrik bombardiert hat. Zweifellos gebe es aber eine Waffenschmuggelroute aus Iran über Sudan, über die auch die Feinde Israels versorgt würden. Amos Gilad, der im Verteidigungsministerium für politisch-militärische Fragen zuständig ist, bezeichnete Sudan „als gefährlichen Terroristenstaat“. Die israelische Luftwaffe habe sich bei zahlreichen anspruchsvollen Einsätzen bewährt, fügte er im Armeerundfunk hinzu.

Israelische Zeitungen, die gute Kontakte zu den Geheimdiensten haben, schrieben einhellig, dass es sich bei dem zerstörten Gebäude um eine iranische Waffenfabrik gehandelt habe, die leichte Waffen und Munition herstelle. Auf dem Landweg gelangten die Waffen dann auf den Sinai und in den Gazastreifen sowie nach Afrika. Nach mehreren Berichten haben die iranischen Revolutionsgarden eine umfangreiche Präsenz in Sudan, zu der mehrere Fabriken gehören sollen. Die Rede ist von Hunderten Iranern in dem afrikanischen Land, mit dem Iran formell vor gut vier Jahren ein Verteidigungsabkommen geschlossen hat. Iranische Schiffe, die Schwierigkeiten haben, den Suez-Kanal zu durchqueren, können ungehindert in Sudan entladen werden. „Sollte Israel wirklich den Angriff ausgeführt haben, könnte das ein eindeutiges Signal an Iran sein, dass Israel zu solchen Langstreckenaktionen in der Lage ist“, schreibt etwa die Zeitung „Jediot Ahronot“. Khartum liege mit knapp 2000 Kilometern weiter entfernt als die Atomanlagen in Natans und Qom. Für eine solche komplexe Aktion seien einige Dutzend Flugzeuge nötig, die in der Luft betankt werden müssen.

Die Explosion in Khartum reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. So wurde im April 2011 ein Hamas-Führer in Port Sudan bei einem ungeklärten Luftangriff getötet. Nach unbestätigten Berichten soll es sich um den Nachfolger des Hamas-Führers Mahmud Mabhuh gehandelt haben. Mabhuh, der die Hamas mit Waffen versorgte, war 2010 in Dubai ermordet worden; schnell geriet der israelische Auslandsgeheimdienst unter Verdacht. Anfang 2009 wurde ein möglicherweise von Mabhuh organisierter Konvoi mit Waffen in der sudanesischen Wüste aus der Luft bombardiert. Nach sudanesischen Angaben wurden damals 119 Personen getötet und 17 Lastwagen zerstört. Abermals bezichtigte das Regime von Präsident Baschir Israel. Angeblich gab es im Dezember 2011 einen weiteren ähnlichen Angriff in der Wüste.

Unterdessen einigten sich Israel und die Hamas nach ägyptischer Vermittlung in der Nacht zum Donnerstag darauf, die gegenseitigen Angriffe einzustellen. Es war das erste Mal, dass sich die neue Führung in Kairo auf Bitten der Hamas in Israel erfolgreich um eine Waffenruhe bemühte.

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Time am 26. Oktober 2012

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1) http://initiativgruppe.wordpress.com/
2) http://www.welt.de/politik/ausland/article110253931/Baut-der-Iran-im-Sudan-Schahab-Raketen.html

Sie müssen draußen bleiben

17. April 2012

Es muss getrennt werden, was nicht zusammengehört

Wenn es um Israel geht, geben viele Deutsche umgehend ihr Gehirn beim örtlichen Blockwart ab, der in Zukunft Hodscha oder Mulla heißen könnte. Gestern habe ich mich mit dem Gefasel des Schriftstellers und Buttfreundes Ingo Schulz befasst, der geschrieben hatte (1):

„Gestehen wir der einen Seite ein Arsenal an Atomwaffen zu – das bis heute offiziell nicht existiert – und verlangen von der anderen Seite, nicht danach zu streben?“

Wenn die Demokratie Israel atomar bewaffnet sein sollte, sei es legitimes Recht, dass auch das faschistische Terrorregime Irans, das Israel fortwährend verbal und durch seine Stellvertreterarmeen auch ganz direkt existenziell bedroht, über Atomwaffen verfügen könne.

Ähnliche Konfusion wird über die Sperranlagen verbreitet, die die Landgrenzen Israels bald komplett umgeben werden. Die schmierige Pallie-Sklaven-Website „Arendt-Art“ (2):

„Das Klagelied des Zaun-Königs – Die von Israel erbaute Apartheids-Mauer wird in Europa oftmals mit der Mauer verglichen, die auch Berlin einst teilte.“

Mit der Mauer der „DDR“-Diktatur hat die Abwehranlage des demokratischen Israel jedoch nicht das Geringste zu zun. Die SED-Mauer war eine Gefängnismauer, und wie das naziranische Regime hatte das sozialistische Regime die Bevölkerung als Geisel genommen. Die Gewehre der Wachmannschaften waren nach innen gerichtet, nicht nach außen.

Deshalb handelt es sich bei der israelischen Anlage auch nicht um ein „Ungetüm“, wie Hans-Christian Rössler in der heutigen FAZ behauptet, sondern um ein Bauwerk, das für anständige Menschen Ruhe und Sicherheit ausstrahlt. Lesen Sie seinen Beitrag über ein nachahmenswertes Projekt.

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Ein Land zäunt sich ein

Zum Schutz vor Flüchtlingen, Schmugglern und Terroristen errichtet Israel eine 240 Kilometer lange Barriere an der Grenze zu Ägypten. Jeden Tag wächst das Ungetüm aus Stahl um bis zu 800 Meter.

Aschgrau sind die Spuren, die der brennende Bus im Straßengraben hinterlassen hat. Auch der heftige Regen in den Wintermonaten konnte die Erinnerung an den 18. August des vergangenen Jahres nicht wegspülen. Nördlich von Eilat griff an diesem heißen Sommertag ein Terrorkommando mehrere israelische Fahrzeuge an und tötete acht Menschen. Die Israelis wollten zum Baden ans Rote Meer und waren auf der Landstraße 12 unterwegs, die sich dort durch die schroffe Felslandschaft schlängelt. Ein paar Meter westlich liegt Ägypten.

„Das ist jetzt auch eine heiße Grenze“, sagt Yoav Tilan und zeigt hinüber auf die Weiten der Sinai-Halbinsel. Die Soldaten des israelischen Oberstleutnants mit der Maschinenpistole an der Schulter bewachen seit dem vergangenen August nicht nur den südlichsten Abschnitt der knapp 240 Kilometer langen Grenze. Sie sichern zugleich eine der größten Baustellen des Landes. Mitten in der bisher fast unberührten Wüste errichten Arbeiter einen fünf Meter hohen Zaun.

Auf einmal spielte Geld keine große Rolle mehr

Ein Jahr nach dem Sturz von Präsident Mubarak im Nachbarland Ägypten und gut ein halbes Jahr nach den Anschlägen bei Ein Netafim ist das Ungetüm aus verzinktem Stahl schon mehr als hundert Kilometer lang. Jeden Tag wächst es um bis zu 800 Meter. Ganz oben auf dem Zaun spiegelt sich das Sonnenlicht im messerscharfen Nato-Draht. Ende 2012 soll er von den Bergen hinter Eilat am Roten Meer bis fast ans Mittelmeer an der Grenze zum Gazastreifen führen.

Geplante und bereits errichtete Sperranlagen
zwischen Israel, Ägypten und den Autonomiegebieten

Noch bis vor einigen Jahren reichte der hüfthohe Zaun aus, der an der Baustelle bei Ein Netafim vor sich hin rostet. Für Ruhe auf dem Sinai sorgten auf der anderen Seite der Grenze Präsident Mubarak und die ägyptische Armee. Doch dann hatten die Sicherheitskräfte auf einmal auf dem Tahrir-Platz in Kairo alle Hände voll zu tun. Jetzt kümmern sie sich weniger um die Sinai-Halbinsel. Der ägyptischen Armee war es aber auch zuvor schon schwergefallen, die bergige Wüste zu kontrollieren, in der immer mehr Terroristen ihre Zelte aufschlugen. Israelische Militärs loben zwar bis heute ihre ägyptischen Kollegen. Aber der Sold der Soldaten ist niedrig, viele wurden angeblich zur Strafe auf den Sinai versetzt. So schauen sie von den Wachtürmen an der Grenze oft nur hilflos dem Treiben der Schmuggler und Dschihadisten zu.

Im Jahr 2011 entführten im Februar Beduinen 17 ägyptische Grenzsoldaten, im März belagerten sie tagelang einen UN-Stützpunkt. Aber erst die Anschlagsserie in der Mittagshitze des 18. August führte in Israel dazu, dass die Regierung mit ihren Plänen für einen Zaun Ernst machte. Auf einmal spielte Geld keine große Rolle mehr. Offiziell ist von Kosten in Höhe von 1,3 Milliarden Schekel die Rede. Das entspräche 265 Millionen Euro. Israelische Politiker befürchten, dass der neue Terrorschutz am Ende sogar mehr als eine Milliarde Euro kosten wird.

Ein Element einer größeren Strategie

Im israelischen Verteidigungsministerium gab man dem Zaun-Projekt den Namen „Stundenglas“. Warum, kann auch in Tel Aviv niemand sagen. Der Name soll vielleicht andeuten, dass die Zeit für alle unerwünschten Eindringlinge abläuft. Mehr als 60.000 Menschen schmuggelten Beduinen aus dem Sinai in den vergangenen fünf Jahren über die Grenze. Zuletzt waren es jeden Monat bis zu 3000. Die Schmuggler hatten nicht nur Flüchtlinge und Arbeitssuchende aus Sudan und Eritrea dabei, sondern auch Rauschgift, Waffen und schließlich Terroristen. Ist das Bauwerk fertig, wird Israel auf seiner Landseite vollständig von hohen Zäunen und Mauern umgeben sein.

Der Zaun am Sinai wird „stumm“ sein. Anders als die Sperranlage zum Westjordanland löst er nicht automatisch Alarm aus, wenn sich Menschen daran zu schaffen machen. „Aber wir haben ausgezeichnete andere Aufklärungsmöglichkeiten“, sagt Oberstleutnant Tilan vieldeutig. Die israelische Presse schreibt über Radartechnologie entlang der Absperrung. Der Zaun sei „nur ein Element“ einer größeren Strategie, die Anschläge wie im August 2011 verhindern solle, sagt Tilan. Er soll Eindringlinge lange genug aufhalten, bis die Soldaten kommen.

Spuren werden mit Laubbläsern verwischt

Schmuggler haben angeblich schon einmal mit einer Flex getestet, wie hartnäckig Stahl und Maschendraht des Zauns sind. „Sie werden Wege finden, die Barriere zu überwinden, weil sich mit dem Schmuggeln einfach zu viel Geld verdienen lässt. Das Problem wird deshalb weiterbestehen“, sagte der frühere israelische Sicherheitsminister Avi Dichter in einem Interview. Im Süden Israels spricht man von einer regelrechten „Schmuggelindustrie“, die sich den neuen Herausforderungen anpassen wird: Den etwa 400.000 Beduinen auf dem Sinai bleibe kaum eine andere Einnahmequelle. Sie könnten daher nicht nur mit neuen Ideen, sondern auch „mit mehr Gewalt“ auf die bald wachsenden Sperren reagieren, befürchten Militärs.

Die Spurenleser der israelischen Armee kennen den Erfindungsreichtum der Schmuggler aus eigener Erfahrung. Sie kommen selbst aus Beduinenfamilien und sind von klein auf mit der Wüste vertraut wie wenige andere Israelis. Früher mussten sie dort verlorene Schafe anhand ihrer Spuren finden. Heute suchen sie Tag und Nacht auf den kilometerlangen planierten Sandpisten entlang der Grenze nach Hinweisen auf illegale Eindringlinge.

Oberstleutnant Fellah al Hajeb hat schon eine Menge gesehen. Seit jeher verwischen Schmuggler mit der Kefije, dem arabischen Kopftuch für Männer, im Sand die Spuren von Menschen und Tieren. Mittlerweile setzten manche sogar batteriebetriebene Laubbläser ein. In Hajebs Fundus gibt es Sandalen mit Schaffell an den Sohlen oder Modelle, deren Sohlen verkehrt herum angebracht sind, damit die Fährtenleser glauben, jemand sei von Israel nach Ägypten gegangen. „Doch uns führt das nicht in die Irre. Wir wissen natürlich, wie Menschen beim Laufen ihre Füße abrollen und wo sie zuerst auftreten“, erläutert der Beduinen-Kommandeur schmunzelnd.

Ist auch der Zaun fertig, wartet neue Arbeit auf die Arbeiter

Die Terroristen hatte aber auch die Truppe von Oberstleutnant Hajeb im August nicht rechtzeitig ausfindig machen können. Israelische Geheimdienstler warnen, dass neue Terrorzellen auf dem Sinai weitere Angriffe auf Israelis vorbereiten. Immer wieder entdecken Soldaten Sprengsätze, die Schmuggler auf der Flucht vor der Armee zurückließen. Sie wollten die Bomben offenbar für einen Anschlag nach Israel bringen. Terrorgruppen wie die Volkswiderstandskomitees und der Islamische Dschihad aus dem Gazastreifen haben nach israelischen Erkenntnissen ebenfalls einen Teil ihrer Aktivitäten auf die ägyptische Sinai-Halbinsel verlagert. Anders als in Gaza kann die israelische Luftwaffe dort nicht angreifen. Munition und Sprengstoff, die die Terroristen im August verwendeten, stammten nach israelischen Angaben aus Gaza.

Bis heute ist es israelischen Ermittlern nicht gelungen, die getöteten Angreifer zu identifizieren. Man weiß immer noch nicht, ob es Palästinenser, Beduinen oder Ägypter sind. Regierung und Armee hatten allerdings sofort die palästinensischen Volkswiderstandskomitees bezichtigt. Am 11. März tötete die israelische Luftwaffe dann in Gaza-Stadt Suheir al Kaisi. Der neue Anführer der Volkswiderstandskomitees sei einer der Drahtzieher der Anschlagsserie am 18. August gewesen und habe ein neues Attentat auf dem Sinai vorbereitet, teilte die Armee mit.

Neue Gefahren drohen auch an anderen Grenzen, die bis vor kurzem ebenfalls ruhig waren. Kurzfristig mussten die Zaun-Bauer aus dem Sinai schon auf dem Golan aushelfen, nachdem im Mai 2011 Demonstranten aus Syrien dort die Grenze zu Israel überrannt hatten. Ist auch der Zaun auf der Sinai-Halbinsel fertig, wartet neue Arbeit auf die Arbeiter: Im Jordantal soll die Grenze zu Jordanien besser befestigt werden. Nur auf Zäune will man sich in Israel allerdings auch nicht verlassen. Für umgerechnet etwa 40 Millionen Euro stellen Bauarbeiter gerade in der Negev-Wüste ein gefängnisartiges Internierungslager fertig. In Saharonim ist dann Platz für bis zu 11.000 Flüchtlinge und andere Migranten.

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Time am 17. April 2012
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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/04/16/butt-and-friends/
2) http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/texte/mauer_wall.htm

KEIN Dilemma

4. Februar 2012

Auf „Welt-online“ machte Clemens Wergin gestern auf die unkomfortable Lage Israels, das von Feinden umgeben ist, aufmerksam (1), und er gab einen exzellenten Überblick über das Gesamtproblem:

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Israel und das gefährliche iranische Roulette

(…) Jedes Jahr kommen bei der Sicherheitskonferenz in Herzlija Experten aus der ganzen Welt zusammen und messen die Temperatur der kränkelnden Nahostregion. Und die ist diesmal besonders hoch. Die Israelis sehen sich eingekreist von einer islamistischen Welle, die immer mehr arabische Länder erfasst.

Dazu kommt das iranische Atombombenprogramm, das, so viele Fachleute, in diesem Jahr in die entscheidende Phase eintritt. „Wir befinden uns im Auge eines Sturms“, sagt etwa der israelische Generalstabschef Benny Gantz.

Seine Liste möglicher Herausforderungen, auf die sich das Militär einstellen muss, reißt gar nicht mehr ab. Libanon und Gaza seien zu den größten Waffenlagern geworden, die man je gesehen habe. Jeder Teil des Landes werde inzwischen von Raketen bedroht. Und die Israelis haben besonderen Respekt vor den Antitank-Raketen der Terroristen, die inzwischen „präzise aus einer Distanz von 6 Kilometern“ treffen könnten.

Der Leiter des Militärgeheimdienstes, Aviv Kochavi, sagt, dass Israels Feinde inzwischen über 200.000 Raketen verfügten. Die meisten davon hätten nur eine Reichweite von etwa 40 Kilometern, einige tausend könnten aber mehrere 100 Kilometer weit fliegen.

Besonders im Südlibanon seien Waffenlager und Raketenstartplätze massenhaft in Wohnhäusern eingerichtet worden, was Israel im Falle eines Krieges vor schwierige Herausforderungen stellen würde.

Sinai-Halbinsel – Eine gesetzlose Region

Neben einer Konfrontation mit irregulären Kräften muss Israel sich aber nun auch im Süden wieder auf eine Konfrontation mit einer großen regulären Armee vorbereiten. Denn wer weiß schon, ob die Islamisten in Kairo am Friedensvertrag festhalten werden.

Ohnehin ist die Sinai-Halbinsel schon so etwas wie eine gesetzlose Region geworden, mit Radikalen von Hamas oder al-Qaida, die Israels Grenzen zu infiltrieren suchen, um im Land gegen Zivilisten loszuschlagen.

Letztlich können die Israelis nur zuschauen, wie sich um sie herum das Drama der arabischen Revolutionen entfaltet. Beeinflussen können sie diese Entwicklungen nicht. „Das ist keine israelische Angelegenheit, sondern eine arabische Angelegenheit“, sagt Israels Präsident Schimon Peres. „Aber das Ergebnis wird Auswirkungen auch auf Israel haben.“

EU-Außenminister beschließen Öl-Boykott gegen Iran

Kaum ein Thema hält die Sicherheitsexperten aber so in Atem wie der Iran, den Peres als eins der „moralisch korrumpiertesten Regime der Welt“ bezeichnet. In Herzlija gab es einerseits viel Lob für das europäische Öl-Embargo, andererseits große Skepsis, ob das Teheran umstimmen wird, wenn es nicht gleichzeitig mit einer glaubwürdigen militärischen Drohung verbunden ist.

Diese lieferte denn auch prompt Verteidigungsminister Ehud Barak, der warnte, dass die Zeit auslaufe, weil Iran seine Urananreicherungsanlagen in neu gebaute Bergbunker verlege. „Wer immer nur ,später‘ sagt, wird möglicherweise herausfinden, dass später zu spät ist“, sagte Barak und wiederholte es noch einmal auf Englisch um sicher zu gehen, dass die Botschaft auch ankommt.

Politiker martialischer als Militärs und Experten

Militärgeheimdienstchef Aviv Kochavi präzisiert den Zeitrahmen: Wenn Religionsführer Ali Chamenei den Befehl gäbe, könne der Iran innerhalb von einem Jahr eine Bombe bauen. Es werde ein bis zwei weitere Jahre dauern, bis auch die Raketenrägersysteme dafür fertig seien.

Aussagen wie die Baraks machen Amerika und Europa stets nervös. Und letztlich bleibt unklar, ob diese israelischen Botschaften allein darauf ausgerichtet sind, den Westen zu entschlossenerem Handeln zu bewegen und die Iraner von Israels Ernsthaftigkeit zu überzeugen, oder ob man in Jerusalem wirklich handeln will.

Möglicherweise trifft eine Mischung aus beidem zu. Es war jedenfalls auffällig in Herzlija, dass die Politiker weit martialischer auftraten als die Militärs und andere Experten. Auch deshalb, weil im Iran zum ersten Mal in den fast zehn Jahren des Atomstreits die Folgen der Sanktionen spürbar werden.

Die Maßnahmen gegen den iranischen Finanzsektor scheinen langsam zu greifen und die Führung in Teheran wird ob der dramatischen Abwertung des Rial zunehmend nervös. In der vergangenen Woche gab es sogar Berichte über einen Sturm auf eine iranische Bank, weil die Bürger ihr immer schneller wertlos werdendes Geld in materielle Güter anlegen wollen.

„Zu viele Lücken im Bereich der Finanzwirtschaft“

Andererseits weitet Teheran seine Bemühungen aus, die Sanktionen zu umgehen. Irans Revolutionsgarden, die laut Schätzungen inzwischen 20 bis 30 Prozent der iranischen Wirtschaft kontrollieren, haben ganze Wirtschaftszweige darauf ausgerichtet, die Sanktionen zu umgehen.

„Es gibt noch immer zu viele Lücken im Bereich der Finanzwirtschaft“, sagt etwa David Nordell, ein Experte für illegale Finanzströme. „Bisher war Dubai einer der Standorte für Irans illegale Finanzaktivitäten. Inzwischen wird das aber auch über die Türkei abgewickelt.“

Für den amerikanischen Außenpolitikexperten Robert Blackwill liegt jedenfalls auf der Hand, dass „die europäische Bereitschaft, die Sanktionen substanziell zu verschärfen in einem direkten Zusammenhang mit der israelischen Bereitschaft steht, miltärische Gewalt einzusetzen“. Ohne diese im Raum stehende Drohung wären die Europäer wohl nicht so weit gegangen.

Die überwiegende Mehrheit der israelischen Experten plädiert dafür, nun erst einmal abzuwarten, ob die sich verschärfende Wirtschaftskrise im Iran zu einer Neubewertung der Kosten-Nutzen-Rechnung in Teheran führt, weil die Sanktionen inzwischen die Stabilität des Regimes gefährden. (…)

Ausdehnung der subversiven und destabilisierenden Aktionen

Die Israelis setzen sich jedenfalls intensiv mit der Frage auseinander, ob es denkbar wäre, einen nuklear bewaffneten Iran abzuschrecken, falls Israel sich entscheiden sollte, die Nuklearanlagen nicht anzugreifen. Die meisten Experten sind sich einig, dass ein direkter Einsatz der Bombe gegen Israel nicht sehr wahrscheinlich, aber gleichzeitig mit einem hohen Risiko behaftet wäre für die Existenz des Staates.

Wahrscheinlicher ist, dass Iran seine subversiven und destabilisierenden Aktionen in der Region und darüber hinaus ausdehnen wird, weil der Nuklearschirm Schutz vor Vergeltungsaktionen schafft. Und die Gefahr eines versehentlichen Nuklearkriegs würde erheblich steigen. Denn nach dem Iran würde sich als erstes auch der Machtkonkurrent am Golf, Saudi-Arabien, eine Bombe verschaffen.

Die Saudis haben laut Aussage vieler Fachleute ein Abkommen mit den Pakistanis, weil sie beim Aufbau des dortigen Atomprogramm geholfen haben. Mehrere Szenarien wären möglich: Pakistan hilft den Saudis beim Aufbau eines eigenen Atomprogramms. Oder sie verkaufen eine fertige Bombe an den Partner.

Denkbar ist auch, dass die Pakistanis ihre eigenen Atomwaffen auf saudischem Boden stationieren, ähnlich wie es die Amerikaner in Europa getan haben.

Gerade in Europa glauben viele, ein atomar bewaffneter Iran ließe sich per Abschreckung eindämmen, wie es dem Westen ja auch mit der weit mächtigeren Sowjetunion gelungen ist. Nach dem Motto: Was man nicht verhindern kann oder will, muss man akzeptieren.

Schon einmal nur knapp an einem Atomkrieg vorbei

Tatsächlich ist die Welt aber in der Kubakrise nur sehr knapp an einem Atomkrieg vorbeigeschrammt. Und die Frage ist, ob die Iraner mit dem paranoiden Weltbild ihrer Führer in Krisensituationen tatsächlich ausrechenbar sein würden. Zumal man es sehr bald nicht mehr mit zwei atomar bewaffneten Akteuren zum tun haben würde, sondern mit einer „Perlenkette“ von Atommächten, die wahrscheinlich von der Türkei bis nach Nordkorea reichen würde.

„Amerikanische Sicherheitsgarantiengarantien würden nicht ausreichen, um einen polinuklearen Mittleren Osten zu verhindern“, glaubt Shmuel Bar, Direktor für strategische Studien in Herzlija. Und das würde die Gefahr versehentlicher Atomkriege stark erhöhen.

Man muss sich nur vorstellen, einer der dann vielen benachbarten Atomstaaten aktiviert in einer Krisensituation seine Atomstreitkräfte. Das würde in allen Staaten jener „Perlenkette“ ebenfalls zu Aktivierung führen. Und dann kann eine falsche Radarmeldung oder ähnliches ein Armaggedon auslösen.

Schon wegen der räumlichen Nähe bliebe auch weit weniger Zeit als es die Supermächte hatten, um Fehleinschätzungen noch rechtzeitig zu korrigieren.

Erfahrungsgemäß brauchen verfeindete Staaten wie etwa Indien und Pakistan 15 bis 20 Jahre um nuklear „sozialisiert“ zu werden. Erst dann haben die Konkurrenten Analysefähigkeiten und Handlungsprotokolle sowie Kommunikationskanäle entwickelt, um eine atomare Eskalation zu verhindern. Das Problem, so viele Israelis, sei, diese ersten 15 Jahre zu überleben. Iranisches Roulette. (…)

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Ich meine, die Weltsicht der naziranischen Führer ist nicht nur paranoid, sie ist auch nihilistisch, apokalyptisch, selbstzerstörerisch und wahnhaft. Dies scheint bei allen orkischen Führern der Fall zu sein, und das ist der Unterschied zur Kuba-Krise.

Die Kommunisten waren in der Lage, objektive Berechnungen durchzuführen, Kosten und Nutzen abzuwägen und die Konsequenzen zu ziehen. Kuba engagierte sich zwar noch im Stellvertreterkrieg Angola, blieb aber ansonsten defensiv.

Anders Saddam & Co., die ungeachtet ihrer Lage nicht müde werden, fortwährend Drohungen gegen den Westen und vor allem Israel auszustoßen. Dabei ist die Bezeichnung unserer jüdischen Freunde als „Krebs“ die Regel (2):

„’Der Iran hilft jedem dabei, Israel zu bekämpfen’, sagte Chamenei den Teilnehmern der Freitagsgebete in Teheran. ‚Das zionistische Regime ist ein Krebsgeschwür, das abgeschnitten werden muss und  auch wird’, wird der iranische Führer in der Zeitung ‚Yediot Aharonot’ zitiert.“

Diese debilen und bösartigen Sprüche gehen eindeutig zu weit, und zu einem Sturz des Regimes gibt es m.E. keine Alternative mehr. Er kann im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die naziranische Atombombe erfolgen oder später, aber er wird kommen.

Wie hatte Aff-Affie doch mit der angeblich bevorstehenden Übernahme Europas durch die Orks geprotzt. Nun, er wird sie nicht mehr erleben. Der alte Mübarek, Ben Ali, Assad, Saddam, A*schl*ch bin Ka*ken: Sie alle waren unfähig, die Zeichen der Zeit zu deuten, und sie alle wurden hinweggefegt.

Natürlich ist es nicht schön, dass die Islamisten immer mehr offen die Macht übernehmen, aber kaum einer beim Counterjihad hatte mit einer anderen Entwicklung gerechnet. Gut ist, wenn sich die Fronten klären, und je unordentlicher die Orkhaufen durcheinanderpurzeln, desto besser für uns.

Wenn ich ein naziranischer Führer wäre, würde ich die jüngste Entwicklung der Diskussion, in der jetzt offen erörtert wird, ob ein Militärschlag im April, Mai oder besser Juni durchgeführt werden sollte, sehr ernst nehmen. Ich würde meine Rhetorik herunterfahren und das Atomprogramm beenden. Denn über das Atomprogramm hinaus geht es natürlich um die Eindämmung des globalen Jihad, der maßgeblich durch Naziran und den Schiismus befeuert wird.

Hans-Christian Rößler berichtete in der heutigen FAZ über ein Umdenken in Israel:

„Gleichzeitig nimmt in Israel die Furcht vor der Reaktion Irans und seiner Verbündeter auf eine Militäraktion ab. Meir Dagan, der frühere Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, warnt zwar unablässig vor einem regionalen Krieg. Mittlerweile werden aber andere Szenarien für möglich gehalten: Nach der Arabellion kann sich Iran demnach nicht mehr darauf verlassen, dass seine wichtigsten Verbündeten diesen Vergeltungsschlag mit der erhofften Härte ausführen. Vor allem die libanesische Hizbullah und die palästinensische Hamas haben nach dieser Denkschule andere Prioritäten. Hizbullah-Führer Nasrallah wolle am Ende seine Miliz als politische Kraft im Libanon etablieren und werde deshalb keinen offenen Krieg mit Israel riskieren. Die Hamas habe längst damit begonnen, von Teheran abzurücken und sich in der arabischen Welt in Kairo, Ankara und Amman neue Verbündete zu suchen. Iran unterstützt deshalb schon seit mehr als einem Jahr die kleinere und radikalere Gruppe ‚Islamischer Dschihad’. Syrien ist wegen des Aufstands gegen Präsident Assad geschwächt und stark mit sich selbst beschäftigt. Auf dem Umweg über Damaskus sehen einige Israelis die Chance, Iran einen schweren Schlag zu versetzen, weil Syrien der letzte arabische Verbündete Teherans ist.“

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Den gesamtcounterjihadischen Zusammenhang kann man auch von Lothar Rühl leider nicht erwarten. Zwar leistet er sich in der heutigen FAZ keinen „dicken Hund“ (3), aber er lässt in eher unbegründeter Weise durchblicken, dass er gegen einen Militärschlag ist.

„Die politische Option bringt ebenso schwerwiegende Risiken mit sich wie die militärische und bietet ebenso wenig eine zuverlässige Lösung. Gegenüber Iran steht die Welt vor einem klassischen Dilemma.“

Aber nicht doch, das ist kein Dilemma! Leben ist nun mal riskant und endet stets mit dem Tod, und da Stillhalten mindestens ebenso gefährlich ist wie eine Militäraktion, was Rühl ja selbst zugibt, sollte man wie im Irak gleich reinen Tisch machen, und sich nicht auf die Atomfrage beschränken sondern auch das faschistische Regime stürzen. Ein Dilemma gibt es nur für unsere japanischen Freunde, weil die 40% ihres Öls von dort beziehen (4). Aber Freunde helfen sich, und dann geht’s los!

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Klassisches Dilemma

Es gibt weder politische noch militärische Lösungen
gegenüber Iran ohne Risiko

Die glatte Einfahrt einer amerikanischen Flugzeugträger-Kampfgruppe in den Persischen Golf hat gezeigt, dass militärische Optionen zur Verstärkung des Drucks auf Iran kein unkalkulierbares Risiko mit sich tragen. Das ist keine Überraschung, wobei zu bemerken ist, dass britische und französische Kriegsschiffe die amerikanischen begleiteten. Es handelt sich also um eine alliierte Aktion unter amerikanischer Führung.

Die „rote Linie“, die Präsident Obama in einer Botschaft an den religiösen Führer Irans an der Straße von Hormus zog, ist damit auf der Seite der westlichen Verbündeten eine gemeinsame Position am Golf. Sie ist Grundlage für eine gemeinsame Strategie, die militärische Gewalt einschließt, auch wenn diese als Ultima Ratio eingesetzt würde. Obwohl China, wie Russland, sowohl schärfere Sanktionen als auch militärische Pressionen gegen Iran offiziell ablehnt, ist es doch auf das Golf-Öl angewiesen, wie Indien und andere asiatische Länder, und damit auf die freie Schifffahrt durch den Golf. Die „rote Linie“ ist deshalb eine internationale Begrenzung der iranischen Handlungsfreiheit in der Krise.

Die Machtdemonstration der drei atlantischen Hauptverbündeten, die gemeinsame westliche Sicherheitsinteressen wahren und die arabische Golfküste mit den amerikanischen Stützpunkten abschirmen und dabei auch die globale Erdöl-Versorgung aus dem Golf sichern, stärkt die internationale Sanktionspolitik wie die internationale Diplomatie.

Dies dient auch dazu, den Vertrag gegen die Weiterverbreitung nuklearer Waffen (NPT) zu erhalten, der an seinen Flanken bisher politisch ungedeckt und also umgehbar war, was Indien und Pakistan sowie Nordkorea mit ihren Atomversuchen bewiesen haben. Washington hat seit der Clinton-Präsidentschaft Nordkorea immer wieder Konzessionen für die Vertragseinhaltung angeboten oder gemacht. Was folgt daraus für Iran oder eines Tages für ein anderes Land, zum Beispiel für Brasilien, Saudi-Arabien oder die Türkei?

Die iranische Atompolitik nutzt die offenen Flanken des Vertrags und die sowohl pragmatische als auch bisher zurückhaltende Politik Amerikas, um den Vertrag und dessen Kontrollregime zu umgehen oder zu blockieren. Es geht dabei in Teheran offensichtlich um Zeitgewinn, bis die Kernwaffenschwelle des iranischen Atomprogramms erreicht und damit die nukleare Rüstungsoption geschaffen ist.

Dieses Spiel auf Zeit mit unverbindlichen Gesprächen, Besuchen der Inspektoren der internationalen Kernkraftbehörde IAEA, Berufung auf die „friedliche Natur“ des Programms und Drohungen im Falle schärferer Sanktionen muss vor dem Moment, da Iran die nukleare Rüstungsoption erreichen kann, beendet werden.

Dabei geht es auch um die existentielle Bedrohung Israels und dessen Präventivschlag-Optionen gegen ausgewählte Ziele in Iran. Wann dieser Moment eintritt, lässt sich aus nachrichtendienstlichen Erkenntnissen, die sich schon in der Vergangenheit als unsicher erwiesen haben, nicht eindeutig schließen. Heute nehmen die alliierten Regierungen an, dass der religiöse Führer Chamenei sich noch nicht für einen Atomtest und den Bau eines Atomsprengkörpers entschieden habe. Also können sie versuchen, noch Einfluss auf ihn zu nehmen.

Das iranische Programm wurde außerdem durch Störung von außen wenigstens verzögert und durch Sanktionen wirtschaftlich verteuert. Es hat Kommando-Operationen gegen einzelne Objekte und Personen gegeben, etwa gegen iranische Nuklearfachleute, es gab „Cyber“-Attacken gegen die Stromversorgung oder einschlägige Infrastruktur. Aber sie bauen keinen unwiderstehlichen Druck auf das Regime in Teheran auf, solange sie nicht in eine militärische Operation umschlagen, das heißt in kriegsartige Handlungen wie eine See-, Luft- und Landblockade. Gegen eine militärische Eskalation der Dauerkrise würde sich Iran irgendwie wehren. Die Erdölversorgung könnte darunter leiden, mit Folgen für die Weltwirtschaft, vor allem aber auch für Amerika, wie Finanzminister Geithner kürzlich in Davos erklärte.

Für eine Blockade müssten wenigstens die verbündete Türkei, Irak, Pakistan, Aserbaidschan und Turkmenistan, dazu die arabischen Golfstaaten, die eine iranische Bedrohung fürchten, als passive Partner gewonnen werden. Dies würde für die arabischen Küstenländer mit ihren schiitischen Bevölkerungsgruppen, von denen innere Störungen oder Terrorangriffe ausgehen könnten – insbesondere in Bahrein, wo die Lage schon unsicher ist, auf dessen Benutzung aber die amerikanische Flotte im Golf angewiesen ist kritisch werden. Israel mit seinen Nuklearwaffen und Angriffsträgern müsste zurückgehalten werden.

Einer der Verantwortlichen für die 2006 begonnene amerikanische Verschärfung der Sanktionen gegen Iran, der damalige Staatssekretär im Außenministerium Nicholas Burns, sagte jüngst dazu, wenn man „keine militärische Antwort parat“ habe, dann sei es „das Beste, die bisherige Strategie fortzusetzen und nach Wegen für die Eröffnung von Verhandlungen zu suchen“.

Der frühere französische Präsident Chirac sagte in seiner Amtszeit, eine oder zwei iranische Atombomben würden die Welt nicht verändern: Das wäre die Akzeptanz einer nukleartechnischen Rüstungsfähigkeit Irans auf der Kernwaffenschwelle ohne Kernwaffenversuche. Die damit verbundenen Probleme von Kontrolle und Vertragseinhaltung blieben bestehen. Die wahrscheinliche Folge des iranischen Beispiels wäre eine weitere nukleare Proliferation und eine dauernde Verunsicherung der Nachbarn Irans und anderer Regionen in der Reichweite iranischer Flugkörperwaffen. Was heißt: Die politische Option bringt ebenso schwerwiegende Risiken mit sich wie die militärische und bietet ebenso wenig eine zuverlässige Lösung. Gegenüber Iran steht die Welt vor einem klassischen Dilemma.

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Time am 4. Februar 2012

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1) http://www.welt.de/politik/ausland/article13849152/Israel-und-das-gefaehrliche-iranische-Roulette.html
2) http://www.israelnetz.com/themen/nachrichten/artikel-nachrichten/datum////chamenei-bezeichnet-israel-als-krebsgeschwuer/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=10&cHash=da0dd68df0
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/11/20/lothars-dicker-hund/
4) http://www.theatlantic.com/international/archive/2012/02/japans-dilemma-over-iran-sanctions/252337/

Menschenschlachter

11. Dezember 2011

Sklaverei wird im Kloran als von Alla gegebene und selbstverständliche Institution bezeichnet, z.B. in Sure 2, Vers 221:

„Und heiratet nicht heidnische Frauen, solange sie nicht gläubig werden! Eine gläubige Sklavin ist besser als eine heidnische Frau, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und gebt nicht gläubige Frauen an heidnische Männer in die Ehe, solange diese nicht gläubig werden! Ein gläubiger Sklave ist besser als ein heidnischer Mann, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene Heiden rufen zum Höllenfeuer (indem sie zum Unglauben und zu sündigen Handlungen auffordern). Gott aber ruft zum Paradies und zur Vergebung durch seine Gnade. Und er macht den Menschen seine Verse klar. Vielleicht würden sie sich mahnen lassen.“

In Sure 16, Vers 71:

„Und Gott hat die einen von euch im Unterhalt vor den anderen ausgezeichnet. Nun geben aber diejenigen, die auf diese Weise ausgezeichnet sind, ihren Unterhalt nicht an ihre Sklaven weiter, so daß sie im Besitzstand  gleich wären. Wollen die Ungläubigen denn die Gnade Gottes leugnen?“

Oder in  Sure 30, Vers 28:

„Allah hat euch aus euren eigenen Lebensverhältnissen ein Gleichnis geprägt. Habt ihr etwa unter eurem Besitz an Sklaven welche, die an dem teilhaben, was Wir euch Freien an Gütern beschert haben, so daß ihr im Besitzstand gleich wäret, indem ihr sie auch noch fürchten müßtet, so wie ihr euch als Freie selber gegenseitig zu fürchten habt? Dies ist undenkbar. Ebenso widersinnig ist es, wenn ihr eure Götzen als angebliche Teilhaber dem einen Gott gleichstellt. So setzen Wir die Zeichen auseinander für Leute, die Verstand haben.“

Immerhin wurden Ork-Sklaven im Allgemeinen jedoch nicht geschlachtet und ausgewaidet. Dies hat sich seit der Entwicklung der Organtransplatation geändert. In der gestrigen FAZ berichtete Hans-Christian Rößler über das entsetzliche Schicksal afrikanischer Flüchtlinge, das hier bereits erwähnt wurde (1).

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In der Wüste gefoltert  

Für afrikanische Flüchtlinge ist der Weg
nach Israel kurz, aber lebensgefährlich

Die 3.000 Dollar, die der Mann aus Eritrea gezahlt hatte, waren Abdullah nicht genug. „Er wollte noch einmal 10.000 Dollar. Er setzte die Ketten unter Strom, mit denen ich gefesselt war, bis ich in Ohnmacht fiel“, berichtete der junge Eritreer israelischen Menschenrechtlern. In einem Lager auf der ägyptischen Sinaihalbinsel quälte ihn der Beduine zweieinhalb Monate lang. Dann hatten die Verwandten des Flüchtlings das Geld zusammen. Abdullah brachte ihn über die ägyptische Grenze nach Israel.

Andere Afrikaner, die es wie er nach Israel schafften, haben noch Schlimmeres erlebt. „Anfangs habe ich noch geschrien und mich gewehrt, als sie mich vergewaltigten. Irgendwann gab ich auf“, erinnert sich eine Frau. Andere mussten mit ansehen, wie die Schlepper in der Wüste Freunde oder Verwandte töteten oder unter der sengenden Sonne einfach sterben ließen. Zuvor hatten ihnen die Menschenschmuggler Organe entnommen. Anfang November berichtete der amerikanische Sender CNN darüber, dass Kriminelle auf dem Sinai auf Bestellung aus Kairo illegale Migranten regelrecht ausweiden. Ihre Nieren, Lebern und andere wertvolle Körperteile verkauften sie für Zehntausende Dollar. Die CNN-Sendung hatte Folgen: Kurz darauf ließen Schmuggler 611 Flüchtlinge frei.

Aber das bedeutete nicht das Ende des zynischen Geschäfts mit der Not der Flüchtlinge. Mehr als 350 Menschen werden nach Informationen israelischer und afrikanischer Menschenrechtler in diesen Tagen in mindestens vier Folterlagern auf der ägyptischen Sinaihalbinsel und in Mansura im Nildelta festgehalten; unter ihnen sind auch Schwangere und Minderjährige. Aus den Lagern erreichen Angehörige und Hilfsorganisationen, in denen sich Eritreer zusammengeschlossen haben, über Mobiltelefone ihre Hilferufe. Zusammen mit den israelischen Gruppen „Hotline for migrant workers“ und „Ärzte für Menschenrechte“ haben sie sich jetzt an die Öffentlichkeit gewandt. In einem gemeinsamen Bericht nennen sie sogar die Orte, wo drei der Lager liegen. Aber solche Informationen stießen schon zuvor auf wenig Interesse: „Seit langem machen wir die internationale Gemeinschaft, die Vereinten Nationen und israelische Behörden vergeblich auf die Routen und Methoden der Schmuggler aufmerksam“, sagt Sigal Rozen von der „Hotline“ frustriert.

Zwischen 3.000 und 40.000 Dollar verlangen die Schlepper dafür, dass sie Migranten ohne Visum über die Wüstengrenze nach Israel bringen. Für diesen Weg entscheiden sich viele Sudanesen, die aus der Krisenprovinz Darfur fliehen, und Eritreer, die dem autoritären Regime in ihrer Heimat entkommen wollen. Andere hoffen auf Arbeit und ein besseres Leben in Israel. Von Ägypten aus, das Afrikaner relativ leicht erreichen können, führt der kürzeste, billigste und letzte offene Landweg in Afrika von der Dritten in die Erste Welt. Nach offiziellen Angaben kommen jedes Jahr etwa 5000 Menschen über diese Route nach Israel – obwohl sie wissen, wie gefährlich das ist.

In Tel Aviv betreibt „Ärzte für Menschenrechte“ eine offene Klinik und hat Hunderte Patienten befragt, die über den Sinai gekommen waren. Die Ärzte waren hellhörig geworden, nachdem immer mehr Frauen um eine Abtreibung baten; sie waren auf dem Weg nach Israel vergewaltigt worden. 59 Prozent der Migranten berichteten davon, dass ihre Peiniger sie gefesselt oder angekettet hätten, 52 Prozent klagten über körperliche Gewalt. 44 Prozent sahen zu, wie andere gequält, vergewaltigt und getötet wurden. Dies scheint beabsichtigt zu sein, um den Druck zu erhöhen, Lösegeld zu beschaffen. Um Angehörige und Freunde dazu zu bringen, das Geld zu zahlen, bekämen sie die Schmerzensschreie aus der ägyptischen Wüste in Israel per Mobiltelefon zu hören, heißt es in dem jüngsten Bericht.

Josef wollte gar nicht nach Israel. Der 20 Jahre alte eritreische Christ war auf dem Weg in ein Flüchtlingslager in der Nähe der ostsudanesischen Stadt Kassala. Er und mehr als achtzig andere Flüchtlinge seien jedoch „entführt“ und in Lastwagen auf die Sinaihalbinsel gebracht worden, berichtete Josef israelischen Menschenrechtsaktivisten. Dort seien sie an einen anderen Schlepper „weiterverkauft“ worden. Der habe 15.000 Dollar verlangt und gedroht, ihre Organe herauszuschneiden. Acht Monate war Josef gefoltert worden, bis Verwandte das Geld zusammenhatten und er im September in Israel ankam. „Es ist eine regelrechte Entführungsindustrie in mehreren Ländern, die Millionen umsetzt“, sagt Shahar Shoham von „Ärzte für Menschenrechte“.

Schon bevor in Ägypten nach dem Sturz des Mubarak-Regimes im Februar das revolutionäre Chaos ausbrach, war den Sicherheitskräften die Kontrolle über die Sinaihalbinsel entglitten. Aber auch in Israel können Mittelsmänner der Schlepper offenbar immer noch ihren Geschäften nachgehen. „Wir haben der Polizei die Kennzeichen ihrer Autos mitgeteilt, aber nichts geschah“, sagt Rozen von der „Hotline“. Verwandte, die den Arabisch sprechenden Männern das Lösegeld für die Entführten übergaben, hatten sich Nummernschilder, Telefonnummern und Namen gemerkt.

In Israel, wo Eritreer und Sudanesen kein Asyl erhalten und nur geduldet werden, versucht die Regierung, dem Zustrom aus Afrika nun einen Riegel vorzuschieben. Seit im August mehrere Terroristen die schlecht gesicherte Grenze bei Eilat überwunden und dort neun Israelis ermordet hatten, wird mit Hochdruck an einem gut 240 Kilometer langen Hochsicherheitszaun gearbeitet. Menschenrechtler sind jedoch skeptisch, ob die Sperranlage die erwünschte Wirkung haben wird. Denn die politischen Flüchtlinge wollten auf der anderen Seite des Zauns nur von der israelischen Polizei in Gewahrsam genommen werden. Für die anderen Migranten werde die Aussicht einfach zu verlockend sein, in Israel mehr als 30 Mal so viel verdienen zu können wie in Ägypten, meint ein UN-Mitarbeiter. „Wenn selbst die Folterlager auf dem Sinai die Menschen nicht davon abhalten, wird das auch der Zaun kaum tun“, vermutet Shahar Shoham.

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Time am 11. Dezember 2011
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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/11/17/dann-bleibt-doch-im-dreck/

Dann bleibt doch im Dreck

17. November 2011

In der heutigen FAZ gibt es zwei Artikel, in denen Beduinen die Hauprolle spielen. Sven Weniger entführt uns zunächst nach Jordanien.

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Begrüßungstee im Land der Beduinen

Die instabile Situation im Nahen Osten wird dem jordanischen Fremdenverkehr zum Verhängnis. Jahrelang wurde in neue Naturreservate investiert. Nun warten die Menschen auf Besucher, denn von ihnen hängt ihr ganzes Auskommen ab.

Die Wüste ist leer. Von dem verfallenen Gemäuer, das sich unter einer Felsnase duckt, als wolle es sich unsichtbar machen, fällt der Blick hinab in eine gleißend helle Ebene. Die Sandsteinwand wirft ihren langen Schatten hinterher. Hier, in einem Seitental des Wadi Rum, baute Thomas Edward Lawrence im Jahr 1917 ein Haus, nachdem er als Lawrence von Arabien mit den Beduinen zum Sieg über das Osmanische Reich gen Aqaba geritten war. Noch im selben Jahr verließ der britische Offizier das Land für immer. Nur die Steinmauern zeugen noch von seiner Anwesenheit. Fast hundert Jahre später sind sie ein Menetekel der unruhigen Zeiten, durch die Jordanien wieder geht.

Das Königreich liegt inmitten einer Konfliktregion, auch in Jordaniens Hauptstadt Amman wird immer wieder für Reformen demonstriert. Viele Urlauber bleiben deshalb weg. Vor einem Jahr noch zogen Geländewagen regelmäßig ihre Spuren durch den Sand zwischen den Bergketten des gerade erst zum Weltnaturerbe der Unesco erklärten Wadi Rum. Nachts loderten hier und da Feuer westlicher Trekkinggruppen. Die Beduinen-Zeltlager bei der Siedlung Disi waren gut besucht. Nun wirkt die Wüste wieder verlassen. Nur gelegentlich sieht man einen Jeep in der Ferne, ein Echo vergangener Tage. Um zehn Prozent sei der Tourismus in diesem Jahr zurückgegangen, heißt es von offiziellen Stellen. In Besuchermagneten wie der Felsenstadt Petra beklagt man sogar einen Einbruch von über fünfzig Prozent.

Mahmud freut sich sichtlich über unseren Besuch. Mit einem Tablett voller Gläser und breitem Lächeln kommt er uns entgegen. Eine schneeweiße Dishdasha umweht seinen Körper. Chai, der bernsteinfarbene Tee mit Kardamon und Minze, wird hier jedem Ankömmling serviert. In einer Art Partyzelt sitzt schon eine Gruppe Franzosen. Die Beduinen der Region bauen ihre Verkaufsstände nahe den Pisten der Touristenjeeps im Wadi auf und bieten Souvenirs aller Art: T-Shirts, Schmuck, Handarbeiten, Teppiche. Der Tee ist umsonst, so will es die Gastfreundschaft, sie ist oberstes Gebot. Mahmuds Zelt steht neben einem Felsrelief, das Lawrence von Arabien darstellen soll. Er sieht darauf wie ein pausbäckiges Kind aus und nicht wie ein gefürchteter Krieger. Gegenüber hat jemand ein ungelenkes Porträt von König Abdullah in denStein gemeißelt. Die Jeeps halten hier gern. Mahmud hat Glück.

Die Regierung versucht seit langem, die Beduinen sesshaft zu machen. Der einzige wirtschaftliche Anreiz nahe der saudiarabischen Grenze ist der Fremdenverkehr. Wie alle Mitglieder des Howeitat-Clans, einer von zwei lokalen Beduinensippen, lebt Mahmuds Familie davon, dass Menschen die monumentale Pracht des Wadi Rum erleben wollen – und dabei Geld ausgeben. Der Staat baute Häuser, in denen die Beduinen wohnen können, und Schulen für deren Kinder. Es gibt kostenlose Bildungsprogramme und Sprachunterricht. Das Besucherzentrum ist nagelneu. Für ihr Auskommen müssen die Menschen jedoch selbst sorgen. Wenn die Touristen ausbleiben, strauchelt das Konzept.

Fast alle Jordanier sind westlichen Urlaubern gegenüber sehr aufgeschlossen. Man fühlt sich überall willkommen. Über siebzigtausend Deutsche besuchten im vergangenem Jahr das Land, fast ein Drittel mehr als 2009 – das ist die gute Nachricht. Und obwohl viel mehr Briten, Franzosen und Italiener kommen, bietet die staatliche Fluggesellschaft Royal Jordanian Airlines seit dem Sommer nur einen neuen Direktflug an – nach Berlin. Man hofft auf die wiedergewonnene Wirtschaftskraft der „almãniyy“. Die Unruhen in der Region trafen deshalb das Haschemitenreich wie einen Faustschlag. Zwar gelten Kultur- und Abenteuerreisende, sie sind die wichtigste Klientel, nicht als ängstlich. Aber die meisten von ihnen buchen Rundreisen, die auch nach Syrien oder in ein anderes arabisches Land führen. Diese Ziele wurden von den Reiseveranstaltern gestrichen oder gelten inzwischen als so unsicher, das manch einer seine Urlaubspläne vertagt. Die wenigsten wollen allein Jordanien besuchen: Mitgefangen, mitgehangen – das ist die schlechte Nachricht.

Man wisse in Europa zu wenig über die Vielfalt Jordaniens, glaubt Ayman, der Reiseleiter. Petra, die Strände am Golf von Aqaba und das Tote Meer seien nicht alles, was das Land zu bieten habe. Der Fünfzigjährige hat in Aachen Fertigungstechnik studiert. Trotzdem zeigt er seit Jahren Fremden überaus kenntnisreich sein Land. So verdient er das Doppelte; es ist eine typische Karriere. Viele Jordanier, die im Tourismus arbeiten, sind Akademiker. Das Ausbildungsniveau im Land steigt rasch, doch es mangelt an entsprechenden Arbeitsplätzen. Wie die Beduinen setzt auch Ayman daher auf die Besucher aus dem Westen. Wir sitzen im Sonnenuntergang des Wadi Rum, Mahmud serviert noch einmal Chai, dazu reicht er Sesamplätzchen.

Ayman hat recht. Wer derzeit sagt, er reise nach Jordanien, erntet Skepsis. Wer sieht, wie instabil die Situation in den Nachbarländern ist, kann sich schöne Ferien dort nur schwer vorstellen.

Die nachhaltige touristische Entwicklung Jordaniens ist Teil dieser Mission. Es gibt seit langem bestehende Naturschutzgebiete, zahlreiche weitere sind in Planung. Der Staat richtet sie ein und hofft, dass sie sich eines Tages durch die Einnahmen ausländischer Besucher selbst finanzieren. Es ist der schöne Traum eines Kreislaufs, der den Bewohnern direkt zugute kommt; der ihnen beweist, dass es sich lohnt, die Qualität ihres Lebensraums zu erhalten, da nur so neue Gäste angelockt werden können. Es ist ein Tor in die Moderne. Dafür hat das Königreich im Jahr 1966 die Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN) eingerichtet. Die Stiftung managt die Naturparks im Land.

Dana ist so ein Ort. Biosphärenreservat nennt sich das Seitental des Jordan-grabens zwischen Aqaba und Amman. Es vereinigt vier Klimazonen, steigt vom Flusstal tausendfünfhundert Meter hoch in die Berge und ist das größte Schutzgebiet Jordaniens. Die Flora ist reich, viele Vogelarten, Wildkatzen und Füchse sind dort heimisch. Die bekommen wir zwar nicht zu sehen, aber irgendwo seien sie, wird uns versichert. Oben im Wadi, im Dorf Dana, das eine der ältesten Siedlungen Jordaniens ist, werden Häuser mit dem beigen Sandstein der Region neu verkleidet. Ein Gästehaus bietet Zimmer. Zwei Dutzend Einwohner fanden durch das Biosphärenreservat und deren Besucher Arbeit. Frauen stellen Silberschmuck her, Männer arbeiten als Köche, Maurer und Aufseher. Früher gingen sie auf Jagd. Ende der achtziger Jahre wurde der letzte arabische Leopard erlegt. Heute betreuen die Männer die Wiederansiedlung der Oryx-Antilope. Bergführer klettern mit Urlaubern durch die karge Landschaft, die mit ihren abgeflachten Tafelbergen an die Szenerie eines Karl-May-Films erinnert. Auch das Aljoun Forest Reserve nahe der syrischen Grenze wird von der RSCN betrieben. Dort befinden sich die größten Steineichenwälder Jordaniens. Für Naturfreunde wurden Herbergen errichtet, die westlichen Standards entsprechen. Weniger als zweihunderttausend Euro benötigen solche Reservate pro Jahr, um zu überleben. Angesichts der Tatsache, dass sie die Lebensgrundlage vieler Jordanier sind, ist das nicht viel. Das sollte der Fremdenverkehr weiterhin leisten können.

Zweifelsohne kann das zu drei Vierteln von Wüsten bedeckte Jordanien mit seiner grünen Natur punkten. Wie das am Besten geht, findet das Land gerade noch heraus: Während die Unterkünfte in den beiden über zwanzig Jahre alten Naturparks fast neu sind, hapert es an der übrigen Infrastruktur. Selten ist es möglich, die stillen Gegenden allein zu erleben. Die Beschilderung der Wege ist oft mangelhaft. Ohne Führer, die fast immer in der Umgebung rekrutiert werden, kommt man kaum zurecht. Dies mag Teil des Konzepts sozialer Nachhaltigkeit sein. Doch die Englischkenntnisse der lokalen Guides sind oft nicht gut ausreichend, um Nachfragen neugieriger Besucher kompetent zu beantworten – trotz allen Engagements, das sie für ihre Aufgabe zeigen. Experten wie Ayman sind selten und nur dort unterwegs, wo es ohnehin viele Urlauber gibt. Das schmälert das Vergnügen abenteuerlustiger Entdecker abseits ausgetretener Pfade.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Symbiose aus klassischem und alternativem Fremdenverkehr ist das Mujib Nature Reserve. Es liegt südlich von Amman am Toten Meer. Seit Jahrzehnten stehen dort die besten Resorts des Landes. Der Wellness- und Heiltourismus hat sich gegenüber den politischen Unwägbarkeiten als relativ stabil erwiesen: Krank werden kann man immer. Davon profitiert das nahe Wadi Mujib mit seinen Canyons, durch die auch im Sommer reißende Gebirgsflüsse zu Tal stürzen. Wandern, Klettern, Abseilen durch die zig Meter hohen Schluchten ist für Adrenalinjunkies ein Muss. Auch viele Israelis kommen über die nahe Grenze. Beliebt ist die Region auch bei arabischen Touristen, die im Sommer der noch größeren Hitze am Persischen Golf entfliehen.

Wer den ganzen Tag in der Salzlake des Toten Meeres dümpelt, ist froh, danach aktiv zu sein. Es ist in jeder Hinsicht erfrischend, mitzuerleben, wenn Menschen aus aller Welt – Männer und Frauen, ob in Badehose oder geschlossener Körperbekleidung – wie Kinder durch Stromschnellen und Wasserfälle tollen, die sie nass bis auf die Haut machen. Die örtliche Hotellerie beflügelt zudem den Arbeitsmarkt. Anders als in den Golfstaaten rekrutieren die Spitzenresorts am Toten Meer ihre Angestellten fast vollständig aus den umliegenden Gemeinden und bilden sie selbst aus. Das strahlt auch auf Mujib aus. Die geführten Exkursionen durch das vierhundert Meter unter dem Meeresspiegel liegende Naturschutzgebiet sind informativ und spannend.

Zurück im Zeltlager von Disi. Mit dem Tageslicht ist auch das Zeitgefühl verschwunden. Die geparkten Jeeps lösen sich in der Dunkelheit auf. Kamele grunzen in ihrem Gehege. Wir sitzen beim Tee unter dem Sternenhimmel. Ayman nimmt einen tiefen Zug aus der Wasserpfeife. Er sieht jetzt genauso aus die Beduinen um ihn herum. Die Nacht gehört ganz den Traditionen.

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Beduine sein in im Königreich Jordanien, was könnte schöner sein? Viel schlechter geht es natürlich den Beduinen im benachbarten, Sie ahnen es… tja, Israel, der einzigen Demokratie und multikulturellen Gesellschaft im Nahen Osten. Hans-Christian Rößler wandelte auf den Spuren des unsäglichen Jörg Bremer und ließ sich seinen Artikel offenbar von Mitarbeitern antijüdischer NGOs diktieren.

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In der Wüste im Weg

Israel hat neue Bebauungspläne für den Negev und
will Zehntausende Beduinen umsiedeln

Für die Toten ist mitten in der Wüste gut gesorgt (nicht jedoch für die Lebenden, meint HCR, T.). Zu dem kleinen Friedhof führt eine Stromleitung. Auch einen Wasseranschluss gibt es, um die Verstorbenen aus Nevatim auf ihre letzte Ruhe vorzubereiten, wie es die jüdische Religion verlangt. Die Menschen, die in dem kleinen arabischen Dorf neben dem Friedhof leben, müssen sich mit weniger begnügen: Ihre Häuser sind nicht ans israelische Stromnetz angeschlossen. Die Wasserleitungen zu ihren Blechhütten mussten die sesshaft gewordenen Beduinen jahrelang vor Gericht erkämpfen. Doch das Rohr für ihr ganzes Dorf hat nur einen Durchmesser von ein paar Zentimetern.

„Das ist Beduinenland (Alles Land der Welt ist Orkland, weil bekanntlich jeder Mensch nach Ansicht der Orks als Ork geboren wird, T.). Aber sie behandeln uns, als wären wir illegale Eindringlinge. Die Regierung tut so, als gäbe es uns nicht (Was denn nun, Eindringlinge, oder Luft? T.)“, empört sich Ibrahim al Wakili. Die weiße Kefije, die er um seinen Kopf geschlungen hat, flattert im Wüstenwind, während er auf die sandige Ebene hinunterzeigt. Dort erstreckt sich links und rechts der Landstraße kilometerweit ein Flickenteppich aus zahllosen Ortschaften und Gehöften. Im Unterschied zur jüdischen Gemeinde Nevatim, zu der auch der Friedhof gehört, tauchen sie auf keiner Landkarte auf. Wakili ist der Vorsitzende des „Regionalrats der nicht anerkannten Dörfer im Negev“. Die 35 Orte, für die er spricht, existieren offiziell gar nicht, obwohl ihre fast 100.000 Einwohner alle israelische Staatsbürger sind. Aber auch mehr als sechzig Jahre seit seiner Gründung hat der israelische Staat die meisten ihrer Dörfer nicht anerkannt (Warum sollte er illegale Siedlungen anerkennen? T.) und deshalb weder an die Elektrizitäts- noch an die Wasserversorgung angeschlossen (Warum sollte er illegale Sielungen mit Strom und Wasser versorgen? T.).

Die rund 2300 Einwohner von Chashem Zanee leben in Wellblechhütten und Unterkünften, die sie oft aus Plastikplanen gebaut haben. Die felsige Zufahrtsstraße ist eher für Geländewagen geeignet als für normale Autos. Zumindest das soll sich ändern. Doch was die Einwohner dem Ratsvorsitzenden Wakili erzählen, könnte aus einem Roman von Franz Kafka stammen. Die Autobahn 6 soll verlängert werden und in ein paar Jahren mitten durch das Dorf führen. Die Trasse ist auf offiziellen Karten schon eingetragen – das Dorf nicht. Als Einwohner von einer Regierungskommission wissen wollten, was mit ihren Häusern geschehen werde, fragte die Vorsitzende verwundert: „Gibt es das Dorf überhaupt?“ Kurz darauf überzeugte sie sich davon bei einem Besuch in Chashem Zanee. Sie schlug vor, die noch nicht gebaute Autobahn zu verlegen.

Doch das halten israelische Politiker und Planer weiterhin nicht für nötig. Nach ihrem Willen sollen die kärglichen Bauernhöfe und Schafställe in diesem Dorf der Schnellstraße weichen. Den Beduinen werden ihre eigenen Argumente entgegengehalten: Die Zustände im Dorf seien doch unhaltbar, man müsse eine dauerhafte Lösung finden – will sagen: die Beduinen anderswo ansiedeln. Es geht dabei längst nicht nur um die Leute aus Chashem Zanee. Im September hat die Regierung in Jerusalem einen Plan beschlossen, der nach den Worten von Ministerpräsident Netanjahu für die Beduinen „einen Sprung nach vorne“ bringen werde (Bibi hat natürlich völlig Recht, aber die Orks sind sowieso immer dagegen, ihr ständiges Gejaule ist enervierend. T.).

So will der Staat endlich damit beginnen, den Grundbesitz vieler Beduinen anzuerkennen wird . Ist das nicht möglich, sollen sie mit bis zu fünfzig Prozent des Werts entschädigt werden; bisher waren es zwanzig Prozent. Netanjahu gestand ein, dass die Beduinen zu lange vernachlässigt worden seien. Er will vor allem ihre wirtschaftliche Lage verbessern und dabei besonders bei Frauen und jungen Menschen ansetzen. Umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro will die Regierung dafür ausgeben (Was sollen also die herabsetzenden Untertöne HCRs? T.).

„Zum ersten Mal stellt sich die Regierung dem Problem. Aber wir befürchten, dass die Beduinen nur Land und Geld nehmen und selbst nichts geben“, sagt Meir Deutsch vom israelischen „Nationalen Landschutz-Trust“ (Regavim), einer privaten Organisation, die dagegen kämpft, dass sich Araber in der Negev-Wüste oder Galiläa „illegal“ (wieso hier die Anführungszeichen? T.) Land aneignen. Deutsch, der selbst in Beerscheva lebt, hält es für bedenklich, dass die Regierung den Beduinen „riesige Flächen überlässt, nur um einen Kompromiss zu erzielen, obwohl sie gar nicht beweisen können, dass ihnen die Grundstücke gehören“ (In der Tat, T.).

Auch die Beduinen stießen keine Jubelrufe aus (Die meckern ohnehin nur, T.), als die Ankündigungen aus Jerusalem in die Weiten der Wüste vordrangen. Stattdessen demonstrierten im Oktober in Beerscheva mehrere tausend Beduinen mit Plakaten, auf denen zum Beispiel „Israel stiehlt unser Land“ (blablabla, T.) stand. Ein paar Wochen später blockierten sie Straßenkreuzungen im Süden (wie einfallsreich, T.). Mit mehrmonatiger Verzögerung hat die israelische Protestbewegung auch die Wüste im Süden erreicht. „Der Staat, der behauptet, demokratisch zu sein, kämpft gegen uns“, schimpft Ibrahim al Wakili. Es ist vor allem ein Satz in dem von Netanjahus Planungschef Ehud Prawer ausgearbeiteten Plan, der die Menschen alarmiert: Zwei Drittel der auf dem Land lebenden Beduinen sollen umgesiedelt werden. Es gibt noch keine offiziellen Zahlen, aber Menschenrechtler schätzen, dass mehr als 30.000 ihre Wohnorte verlassen müssen (Moooment mal, zwei Drittel von 100.000 sind 66.000, es sollen also doch weniger als ein Drittel umgesiedelt werden? T.) – obwohl viele Familien schon vor der Gründung Israels im Jahr 1948 dort zu Hause waren („Viele Familien“? Mit den Beduinen wird das so laufen wie bei den übrigen Orks. Mit westlicher Hilfe erzielen sie ungeheuerliche und gemeingefährliche Reproduktionszahlen. T.).

Ihre Vorfahren waren einst mit ihren Herden von der ägyptischen Sinai-Halbinsel bis nach Syrien gezogen (Aha! Ägypter. T.). Die meisten Nomaden ließen sich in der Negev-Wüste nieder, lange (Wie lange? T.) bevor sich dort im 20. Jahrhundert die ersten Juden ansiedelten. Landbesitz regelten die Beduinen auf traditionelle Weise (Mit dem Krummsäbel, T.). Deshalb haben sie meistens keine Urkunden, aus denen hervorgeht, dass ihnen das Land gehört, auf dem sie leben. Nach israelischem Recht gehören jedoch alle Grundstücke, für die Privatpersonen keinen schriftlichen Nachweis erbringen können, dem Staat (Man sollte meinen, dass auf dem Boden des Staates Israel auch das Recht des demokratischen Staates Israel gelten sollte. Aber das kennen wir als typisch orkisch. Für sie soll immer ein Extra-Recht gelten. T.). Für die Behörden sind die meisten der rund 60.000 Hütten und Ställe der Beduinen in der Negev-Wüste deshalb illegal (Nicht schlecht: Jeder einzelne Beduine besitzt also 1,6 Hütten oder Ställe. T.). Immer wieder rücken die Bagger an, um sie zu zerstören; in einem Dorf bei Rahat schon mehr als zehnmal. Rund 700 Häuser wurden 2010 abgerissen.

Im Süden Israels prallen jedoch nicht nur unterschiedliche Rechtsverständnisse aufeinander. „Der Staat hat in seinem Drang nicht nachgelassen, so viel Land wie möglich unter jüdische Kontrolle zu bringen“, sagt Oren Yiftachel, der an der Ben-Gurion-Universität in Beerscheva Politische Geographie lehrt. In der israelischen Diskussion würden die arabischen Bürger im Negev als landhungrige Gesetzesbrecher dargestellt, die den größten Teil des Negev für sich wollten. In Wirklichkeit beanspruchten sie aber weniger als fünf Prozent der Gesamtfläche, rechnet der Professor vor. Zudem sind Warnungen zu hören, wonach Araber eine Art Bogen vom Gazastreifen ins Westjordanland schlagen wollten, um damit die Verbindung Israels zur Negev-Wüste zu unterbrechen (Orks halten zu Orks, das ist doch keine Frage. T.). Diese macht rund die Hälfte des Staatsgebietes aus und ist die wichtigste Landreserve, die alle Regierungen intensiv nutzten. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dort mehr als hundert Gemeinden, Kibbuze und landwirtschaftliche Siedlungen gegründet. Dazu kamen bis zu sechzig Bauernhöfe, die einzelne Familien bewirtschaften; einer der größten Höfe gehört der Familie des früheren Ministerpräsidenten Scharon. Derzeit sind zwei neue jüdische Städte in der Negev-Wüste geplant.

Nur elf von 46 Beduinen-Orten haben die Behörden Ende der neunziger Jahre anerkannt. Stattdessen versuchten alle Regierungen, die Beduinen dazu zu bringen, sich in sieben neuen Städten niederzulassen – sie dort zu „konzentrieren“, wie die Bürokraten sagen (Nein, das sagen jüdische Bürokraten mit Sicherheit nicht, das sagt in perfider Absicht HCR. T.). Heute wohnen dort fast 100.000 Menschen (Und was sind das nun für Leute? Ich dachte, die Beduinen seien 100.000 Menschen, die in illegalen Wellblechsiedlungen leben. Wer also lebt in den sieben Städten hinter den sieben Bergen? T.). Doch die Städte gehören zu den ärmsten in ganz Israel. Auch in den elf anerkannten Orten, die im Regionalrat von Abu Basma zusammengeschlossen sind, dauern die Eigentumsstreitigkeiten mit den Behörden an. Außerdem fehlt es immer noch an der Infrastruktur.

Dennoch hält die Regierung auch in ihrem neuen Plan an der Umsiedlungspolitik fest und will sie sogar noch intensivieren. „Die von der Vorgängerregierung eingesetzte Goldberg-Kommission empfahl, möglichst viele Beduinen in ihren alten Wohnorten zu lassen. Davon ist jetzt keine Rede mehr“, berichtet Professor Yiftachel. Zusammen mit dem Regionalrat der nicht anerkannten Dörfer und zwei Menschenrechtsorganisationen hat er einen mehrere hundert Seiten umfassenden Alternativplan ausgearbeitet, der an diesem Freitag offiziell vorgestellt wird. Die Gruppe fordert, erst einmal alle bestehenden Beduinenorte anzuerkennen. Statt sich auf Eigentumsfragen zu konzentrieren, soll zuerst dafür gesorgt werden, dass die Menschen im Negev nicht schlechter leben als anderswo in Israel. Ihre Dörfer könnten dann einen Sonderstatus (Logo! Sonderstatus Jizia! T.) erhalten, wie sie Kibbuze und landwirtschaftliche Siedlungen haben. „Netanjahus Planungschef Prawer hatte erst für uns Zeit, nachdem er im Kabinett seinen Plan vorgestellt hatte. Das ist undemokratisch“, kritisiert Professor Yiftachel (Hä? Warum denn das? Prawer ist Planungschef des demokratisch gewählten Regierungschefs, der Prof ein von einer kleinen Kommission ernannter Niemand. T.). Er hofft, dass das israelische Parlament die Alternativvorschläge noch berücksichtigt, bevor es den Regierungsplan verabschiedet. So lange wollen die Beduinen nicht warten (Nein, natürlich nicht, denn Orks warten nicht sondern randalieren. T.). Sie sind dabei, einen Protestmarsch nach Jerusalem zu organisieren. Eine Autobahn brauchen sie dafür nicht. Sie werden in die Hauptstadt reiten (Wie blöd ist denn das? Wer will den verlausten Affenzirkus denn sehen? T.).

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Hier ein Bericht von PI-„Spürnase“ Phil E. N. (1) aus dem letzten Jahr über die Angelegenheit:

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Araber besetzen immer mehr israelisches Land

Während alle Gutmenschen weltweit lauthals aufschreien, wenn Israel 1.600 Wohnungen in einem jüdischen Vorort der historischen israelischen Hauptstadt Jerusalem bauen will, stehlen arabische Siedler hektarweise Land im Inneren des israelischen Gebietes im nördlichen Galiläa und dem südlichen Negev. Sie haben bereits 150.000 illegale Gebäude errichtet, berichtet die Jerusalem Post. Nur erfährt das bei uns keiner.

Die jüdisch-israelischen Besitzer der Grundstücke werden von ihrem Land vertreiben, indem man sie zuerst einmal terrorisiert: Beliebte Methoden sind dabei Zäune zerstören, Vieh töten und Morddrohungen aussprechen. In der nächsten Stufe, werden die Landbesitzer gezwungen, den Arabern Schutzgelder zu zahlen. Viele geben schließlich Teile ihres Landes völlig auf und überlassen es den neuen islamischen Herren. Beispiele dafür sind das Kibbutz Kfar Hanassi (400 ha), Kibbutz Amiad (130 ha) und Ober-Nazareth (200 ha).

Gegen diese Art des Landdiebstahls, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat, wird kaum etwas unternommen – international herrscht darüber ohrenbetäubendes Schweigen.

Im Süden Israels sind illegal eingewanderte Beduinen aus Ägypten das Landnahme-Hauptproblem. Der Taarbiya-Stamm beispielsweise hat Land der israelischen Gemeinde Omer illegal besetzt und führt gegen die Dorfgemeinschaft einen Privatkrieg. Die Beduinen schießen auf Bauarbeiter aus Omer, wenn neue Häuser auf Gebieten, die die Beduinen für sich beanspruchen, gebaut werden sollen, greifen Polizei-Eskorten an und brennen Elektroanlagen nieder.

Selbst die israelischen Streitkräfte ziehen sich zurück im eigenen Land, nicht zuletzt wegen des internationalen Drucks der gegen Israel ausgeübt wird. Israel soll von der Landkarte verschwinden, wie Ahmadinedschad sich das schon lange wünscht, mit oder ohne Nuklearwaffen, und die internationalen Guties und Araberfreunde helfen bei der Umsetzung dieser Pläne kräftig mit. Sie nennen es “Befreiung Palästinas”.

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Ruth aus Beersheva hat umfassend zu der Angelegenheit und insbesondere der Frage „Landeigentum in Israel“ recherchiert (2), wobei klar wird, dass Landbesitz in Israel generell eher eine Ausnahme ist. Bei Heplev wird die Dimension der alltäglichen Gewalt, die von den Beduinen gegenüber den anderen Israelis ausgeübt wird, deutlich (3).

Ruth schreibt (4): „Die Beduinen in Israel stehen vor der Wahl, sich entweder dem letztendlich selbstzerstoererischen Kollektiv der Palaestinenser anzuschliessen oder sich in die moderne israelische Gesellschaft zu integrieren“.

Wie diese Wahl wohl ausgehen wird? Ich denke, die israelischen Beduinen werden wie alle Orks den breiten bequemen Weg der Selbstzerstörung und Larmoyanz wählen.

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Time am 17. November 2011

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1) http://www.pi-news.net/2010/03/araber-besetzen-immer-mehr-israelisches-land/
2) http://beer7.wordpress.com/2008/03/31/beduinen-in-israel/
3) http://heplev.wordpress.com/?s=beduinen+israel
4) http://beer7.wordpress.com/2008/04/02/beduinen-iv/
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Zusatz 19. 11. 2011:
Sinai-Beduinen schlachten Flüchtlinge aus
http://www.n-tv.de/politik/Horror-in-Sinai-Wueste-aufgedeckt-article4815466.html

Zum Wohl!

18. August 2011

Wissen Sie, was Sie nie finden werden? Sie werden nie einen Nazi oder einen Mohammedanisten finden, der sagt: „Ich bin beeindruckt von den Leistungen und der Geschichte dieses großartigen Volkes der Juden und wünsche ihm alles Gute!“

Wenn sie ihren Anspruch aufgeben würden, den Judenstaat zu vernichten und die Juden wenn schon nicht auszurotten, so doch in periodischen Razzien abzuschlachten (1), dann würde es allen Arabern und besonders den Palarabern erheblich besser gehen als derzeit. Andererseits ist dies nicht möglich, solange sie Mohammedanisten sind und an die Macht ihres blutsaufenden Mondallas Hubal glauben (2).

Denn dass sie vor so kurzer Zeit ein wenn auch winziges Territorium, so doch eines unter ihrer Herrschaft verloren haben, zeigt, das ist die theologische Implikation, dass es keinen Alla gibt, oder dass er den Orks jedenfalls nicht wohlgesinnt sein kann. An jedem Tag, an dem das demokratische, bunte und lustige Israel die Freiheit im Orient verteidigt und die Vorzüge der offenen Gesellschaft entgegen den verkommenen, gewalttätigen und humorlosen Orkgesellschaften demonstriert, schwindet Alla ein wenig mehr dahin. So entscheiden sich die Orks jeden Tag gegen ihre eigentlichen Interessen für die Aufrechterhaltung des Wahnsinns Klo H. Metzels.

In Gaza z.B. ist das Wasser aus bereits 90% der Brunnen ungenießbar. Eine Meerwasserentsalzungsanlage wäre das Gebot der Stunde, und die Israelis gehören zu den absoluten Meistern in dieser Technologie. Hans-Christian Rößler schrieb über die Angelegenheit in der gestrigen FAZ. Scheinheilig meinte er: „So verbietet die israelische Armee die Einfuhr von Rohren – weil Islamisten diese auch als Raketenhülsen verwenden könnten.“ Moment mal, sie „könnten“ die Rohre nicht nur als Raketenhülsen verwenden, sie haben es bereits weit über 5.000 Mal getan, und sie werden es auch morgen tun. Weil es eben ihre religiöse Pflicht ist (3). Meinen sie.

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Das Salz des Meeres

Israel möchte mit der Entsalzung von Meerwasser
den See Genezareth schonen
und den Nahost-Konflikt entschärfen. 

Der Weg von den Wellen bis zum Wasserhahn dauert nur etwa eine halbe Stunde. Einen Kilometer lang sind die Hallen der Anlage an der israelischen Küste bei Hadera, die das Meerwasser trinkbar macht. „Man muss dem destillierten Wasser nur noch Mineralstoffe beifügen. Dann schmeckt es wie ein Mineralwasser aus Frankreich oder aus den bekannten israelischen Quellen“, sagt Avshalom Felber. In Hadera steht die größte und wohl modernste Meerwasserentsalzungsanlage der Welt, die mit der sogenannten Umkehrosmose-Technologie arbeitet. Jedes Jahr produziert die Anlage 127 Millionen Kubikmeter Trinkwasser.

Aber das ist erst der Anfang: Israel bereitet immer mehr Meerwasser auf und versucht, sich damit von der andauernden Trockenheit unabhängig zu machen. „Dann wird wenigstens der Streit um Wasser bald keine Rolle mehr im Nahost-Konflikt spielen“, hofft Avshalom Felber, Chef der israelischen Firma IDE, die 2010 die Meerwasserentsalzungsanlage in Hadera errichtet hat. Der Konflikt um die knappe Ressource hatte zum Ausbruch des Sechs-Tage-Krieges 1967 beigetragen.

Mittlerweile hat die israelische Regierung mit einem ehrgeizigen Programm begonnen, die Wasserknappheit zu bekämpfen. In Hadera steht eine von drei Entsalzungsanlagen entlang der Mittelmeerküste. Zusammen kommen sie für knapp ein Viertel des in Israel verbrauchten Trinkwassers auf. In zwei bis drei Jahren soll der Anteil auf mehr als 40 Prozent wachsen und bis Ende des Jahrzehnts die 50-Prozent-Marke überschreiten. In Soreq beginnt IDE mit einer Partnerfirma derzeit den Bau der weltweit größten Aufbereitungsanlage für 150 Millionen Liter pro Jahr – das entspricht zehn Prozent des gesamten Wassers, das in Israel konsumiert wird.

„Die Wasserkrise ist deshalb noch nicht vorüber. Im Februar 2010 ging uns praktisch das Wasser aus. Dieser Winter war zwar etwas besser. Aber wir nutzen die Grundwasservorkommen bis zum letzten Tropfen, und die Bevölkerung wächst weiter“, sagt Uri Schani, der bis vor wenigen Monaten der israelischen Wasserbehörde vorstand. Trotz der Fortschritte bei der Entsalzung werde Israel weiter Hunderte Millionen Kubikmeter aus natürlichen Quellen brauchen, erläutert Schani.

Die alarmierende Lage lässt sich seit Jahren am See Genezareth beobachten. Dort ist der Spiegel des wichtigsten Süßwasserspeichers der Region dramatisch gesunken. Das vergangene Jahr brachte – nach einem rekordverdächtig heißen Sommer und Frühherbst – den trockensten November seit 48 Jahren. Der einsetzende Regen Anfang 2011 konnte diesen Trend nicht umkehren. Seit mehreren Jahren gehen die Niederschlagsmengen im Nahen Osten schon zurück. Das entsalzte Meerwasser aus Hadera hilft nun, den See Genezareth zu schonen: Je mehr Wasser aus den Fabriken an der Küste kommt, desto weniger wird aus dem See entnommen.

Durch zwei riesige Rohre strömt in Hadera das Meerwasser in die Anlage. Dort wird es zunächst vorgereinigt – Fische und Riesenquallen bleiben an den Rechen hängen. Die Membrane, die später die Hauptarbeit leisten, reagieren äußerst empfindlich auf jede Verunreinigung. Sie befinden sich im Herzstück der Anlage, welches einem gigantischen Rohrlager gleicht. Unter hohem Druck wird das Meerwasser durch die Membrane in den Rohren gepresst. Das Salz bleibt hängen, während die Wassermoleküle hindurchdringen: Jetzt ist das Wasser trinkbar. Vor der Entwicklung des Umkehrosmose-Verfahrens hatte man Meerwasser destilliert: Es wird erhitzt, dann steigt der saubere Wasserdampf auf und das Salz bleibt übrig. Diese Technik wird noch häufig in den ölreichen Golf-Staaten eingesetzt, wo Energiekosten keine so große Rolle spielen.

Aber auch in Hadera ist der Energieverbrauch hoch: Die Kosten machen mehr als ein Drittel des Wasserpreises aus. In Israel stieg der Wasserpreis vor zwei Jahren um 40 Prozent. Doch nach IDE-Chef Felber ist seine Firma mittlerweile in der Lage, einen Kubikmeter Meerwasser für etwas mehr als einen halben Dollar aufzubereiten. „Anderswo auf der Welt zahlt man fast doppelt so viel. Für einen israelischen Durchschnittshaushalt bedeutet das rund 30 Dollar im Monat. Das ist nicht mehr, als die Leute für ihr Auto oder die Klimaanlage ausgeben“, rechnet Felber vor.

Für die gut fünf Millionen Palästinenser im Westjordanland ist auch das noch zu teuer – selbst wenn Wasser aus den Entsalzungsanlagen aus ihren Wasserleitungen strömte. Israel hat mit der israelische Firma Mekorot einen Vertrag abgeschlossen, wonach das Wasserunternehmen auch einen Großteil der Palästinensergebiete mit Trinkwasser versorgt. Aber das reicht nicht: In vielen palästinensischen Orten fließt oft nur einmal in der Woche Wasser aus den Leitungen. Dagegen erhalten nach einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation Betselem die gut 9.000 israelischen Bewohner der Siedlungen im Jordantal pro Jahr 45 Millionen Kubikmeter Wasser – das entspricht knapp einem Drittel der Menge, die den 2,6 Millionen Palästinensern im gesamten Westjordanland zur Verfügung steht.

Im Gazastreifen ist die Wasserkrise so dramatisch, dass nur noch die Entsalzung von Meerwasser helfen kann. Dort sind schon mehr als 90 Prozent des Wassers aus den Brunnen ungenießbar. Im Juni billigte die Mittelmeerunion, die von der EU und den südlichen Anrainern des Meeres gebildet wird, den palästinensischen Vorschlag, dort für 300 Millionen Euro eine Meerwasserentsalzungsanlage zu errichten. Wegen der andauernden israelischen Blockade sind solche Projekte jedoch sehr schwer in die Tat umzusetzen. So verbietet die israelische Armee die Einfuhr von Rohren – weil Islamisten diese auch als Raketenhülsen verwenden könnten.

Israelische Firmen wie IDE werden dort nicht zum Zuge kommen. Der ungelöste Nahost-Konflikt versperrt den Israelis weiterhin den Zugang zu lukrativen Märkten in arabischen und islamischen Ländern, obwohl sie zu den Weltmarktführern gehören. IDE hat trotzdem in den vergangenen Jahrzehnten weltweit mehr als 400 Entsalzungsanlagen errichtet. Bevölkerungsreiche Staaten wie Indien und China zählen mittlerweile zu den wichtigsten Kunden.

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Ich denke, Israel kommt, anders als HCR unterstellen will, auch ohne orkische Kundschaft aus. Denen geht das Wasser aus, nicht den den Juden. Aber dann können die Orks  ja Öl trinken. 

Zum Wohl!

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Time am 18. August 2011

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/12/zum-32-mal-scheitern/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/05/der-alla-hubal/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/der-kloran-4-hass-auf-juden-und-christen/