Posts Tagged ‘Hassan Nasrallah’

Es wächst zusammen, was zusammen gehört

16. April 2019

Lesen Sie einen Beitrag von Stefan Frank von „mena-watch“ (1).

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Brothers in Crime:
Venezuela und die Terrororganisation Hisbollah

Weitgehend unbeachtet von der westlichen Welt ist Jorge Arreaza (s.o., Time), der Außenminister des venezolanischen Diktators Nicolas Maduro, Anfang April nach Beirut gereist. Dort wurde er nicht nur vom libanesischen Ministerpräsidenten Michel Aoun und Außenminister Gebran Bassil empfangen; laut einer Meldung der libanesischen Tageszeitung al–Joumhouria, über die südamerikanische und nahöstliche Medien berichtet haben – darunter auch PressTV, das Sprachrohr des iranischen Regimes –, traf Arreaza sich auch mit Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah.

Nasrallah ist einer der engsten Verbündeten des Maduro-Regimes. Worum es in den Gesprächen ging, ist nicht überliefert; man kann aber spekulieren. Beide Seiten eint nicht nur der Hass auf Israel und die USA, sie arbeiten auch eng bei kriminellen Geschäften zusammen.

Als das venezolanische Parlament im Januar den Parlamentspräsidenten Juan Guaidó zum Übergangspräsidenten Venezuelas ernannte und die Herrschaft des Maduro-Regimes akut gefährdet schien, war die libanesische Terrororganisation unter den ersten, die Solidaritätsbekundungen für Maduro abgaben: Jeder wisse, „dass es nicht das Ziel der USA“ sei, „Demokratie und Freiheit zu verteidigen, sondern sich die Ressourcen des Landes anzueignen und alle Staaten zu bestrafen, die sich der US-Hegemonie widersetzen“, sagte die Hisbollah in einer Erklärung vom 24. Januar, die von ihrem Satellitensender Al-Manar verbreitet wurde. Gleich am nächsten Tag traf sich Mohammad Raad, der Führer des parlamentarischen Hisbollah-Blocks „Loyalität zum Widerstand“, mit Venezuelas Botschafter in Libyen, Jesús González González.

Die weitgespannte Präsenz der Hisbollah in Lateinamerika ist bekannt, das gilt insbesondere für zwei Gebiete: Zum einen die Region rund um das Dreiländereck, wo Brasilien, Argentinien und Paraguay aneinander grenzen; sie gilt als ein Zentrum ihrer kriminellen Aktivitäten in Lateinamerika. Im 19. Jahrhundert wanderten dort die ersten Libanesen ein, viele weitere kamen in den 1980er Jahren im Zuge des libanesischen Bürgerkriegs; heute leben über 50.000 Libanesen in dem Gebiet. Der amerikanische Publizist Jeffrey Goldberg reiste 2002 in das Dreiländereck und berichtete über offenen Waffenhandel, einen Fluss, der zum Drogenschmuggel benutzt wird, von der Hisbollah veranstaltete Wochenendtrainingslager, ideologische Schulungen für Kinder und eine Industrie, die dazu da ist, Geld für die Hisbollah zu generieren, etwa durch die Herstellung von Raubkopien. Das alles geschah offenbar unter den Augen der Behörden, die das Treiben tolerierten.

Der andere Schwerpunkt der Hisbollah sind nach Erkenntnissen von US-Behörden Südamerikas zollfreie Zonen Iquique (Chile), Colon (Panama), Maicao (Kolumbien) und die zu Venezuela gehörende Insel Margarita, wo die Hisbollah unter anderem am Zigaretten-, Drogen- und Diamantenschmuggel verdienen soll. Sowohl in Venezuela als auch in Kolumbien kann sie auf sympathisierende Unterstützer bauen: die marxistischen Drogenrebellen der FARC in Kolumbien und das Regime von Maduro – bzw. früher Hugo Chávez – in Venezuela. Die venezolanische Verbindung reicht mindestens bis ins Jahr 2007 zurück, als Chávez und der iranische Ministerpräsident Mahmud Ahmadinedschad einen regelmäßigen Flugverkehr zwischen der venezolanischen Hauptstadt Caracas und Irans Hauptstadt Teheran einrichteten. Diese Flüge fanden zwischen 2007 und 2010 alle ein bis zwei Wochen statt und konnten von gewöhnlichen Bürgern nicht gebucht werden. Von Anfang an gab es einen Zwischenstopp in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Angeblich sollen Chávez und Ahmadinedschad die Flugverbindung „Aeroterror“ genannt haben.

2015 enthüllte das investigative brasilianische Wochenmagazin VEJA den Zweck der „Aeroterror“-Flüge. Laut venezolanischen Überläufern, die in die USA geflohen sind, so das Blatt, „wurden die Flüge genutzt, um Dutzende islamische Extremisten zu transportieren“, die über den Iran und Syrien in den Westen reisten, ohne erkannt zu werden. In Damaskus wurden sie nach Erkenntnissen amerikanischer Sicherheitsdienste mit echten venezolanischen Pässen ausgestattet. „Die Operation in Damaskus wurde damals vom Handelsattaché Ghazi Nasseraddin geführt, einem Libanesen mit venezolanischer Staatsbürgerschaft“, so die Zeitung weiter. Nasseraddin ist ein bekanntes Mitglied der Hisbollah und erhielt von Chávez in Venezuela Diplomatenstatus.

Roger F. Noriega, ein Berater von US-Präsident George W. Bush in lateinamerikanischen Angelegenheiten, beschrieb schon 2014, wie sich das Maduro-Regime an seine Verbündeten im Nahen Osten klammert, und nannte in diesem Zusammenhang auch Nasseraddins Rolle:

„Als Teil der radikalen, Anti-US-Agenda des verstorbenen Hugo Chávez hat das venezolanische Regime die Präsenz und Aktivitäten des Iran und der Hisbollah in der westlichen Hemisphäre gefördert und sogar finanziert. Jetzt, wo es vor einem Zusammenbruch steht, so gut wie bankrott ist, es schockierende Raten von Gewaltkriminalität, galoppierende Inflation und große Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und Medizin gibt und in jüngerer Zeit auch Studentendemonstrationen gegen Maduros Regime …, wendet sich das Regime an diese Verbündeten.“

Einer der „gefährlichsten Agenten, die diesem Ruf gefolgt sind“, sei Ghazi Nasseraddin, „der 1971 in der libanesischen Stadt Bint Jbeil geboren wurde, die die Israelis die ‚Hauptstadt der Hisbollah’ getauft haben. Ghazis Eltern wanderten nach Venezuela aus, wo er kurz nach Chávez Regierungsantritt die Staatsbürgerschaft annahm“. Mit „mindestens zweien seiner Brüder“ betreibe er in Lateinamerika ein „ausgedehntes Netzwerk zur Geldbeschaffung und Geldwäsche“. Sein Bruder Oday sei ein langjähriger Aktivist in den von Hugo Chávez gegründeten „Bolivarischen Zirkeln“, die paramilitärisches Training erhalten, um den Chavismus zu verteidigen.

2008 – noch unter der Regierung von George W. Bush – erließen die amerikanischen Behörden Sanktionen gegen Nasseraddin und einen anderen mutmaßliche Agenten der Hisbollah, Fawzi Kan’an. Beide, so das US-Finanzministerium, seien für die Geldbeschaffung und das Arrangieren von Flugreisen verantwortlich und agierten von Venezuela aus. Über Nasseraddin hieß es in der Erklärung:

„Ghazi Nasseraddin ist ein in Venezuela ansässiger Hisbollah-Unterstützer, der seine Position als venezolanischer Diplomat und als Präsident des schiitisch-islamischen Zentrums von Caracas benutzt, um der Hisbollah finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Nasseraddin diente bis vor kurzem als Charge d‘ Affaires der venezolanischen Botschaft in Damaskus, Syrien, und wurde dann zum Direktor für politische Angelegenheiten in der venezolanischen Botschaft in Beirut, Libanon, ernannt“.

In Venezuela soll er seinerzeit laut den Informationen von VEJA eng mit dem ebenfalls aus dem Libanon stammenden damaligen Innenminister Tareck El Aissami zusammengearbeitet haben. Anders als andere Chávez-Getreue, die im Lauf der Zeit an Posten kamen, dann aber wieder geschasst wurden, blieb El Aissami immer an den Schalthebeln der Macht: Nachdem er den Posten des Innenministers aufgegeben hatte, wurde er Gouverneur des – verkehrsgünstig an der Karibikküste gelegenen – Bundesstaates Aragua, im Januar 2017 ernannte Maduro ihn zum Vizepräsidenten. Daraufhin setzte das dem US-Finanzministerium unterstehende Office of Foreign Assets Control El Aissami auf eine schwarze Liste. Die NZZ berichtete:

„Die USA halten ihn für einen Drogenhändler. Er soll im großen Stil Kokaintransporte aus Kolumbien über Venezuela nach Mexiko und in die USA organisiert haben sowie Kontakte zum Drogenkartell Los Zetas in Mexiko unterhalten.“

Laut VEJA soll El Aissami die „Aeroterror“-Flüge benutzt haben, um Drogen nach Syrien zu schicken: „Das von der FARC-Guerilla in Kolumbien produzierte Kokain wurde nach Venezuela transportiert und von dort im Frachtabteil von Flug VO-3006 nach Damaskus gebracht.“ Um zu erahnen, wie riesig dieser Kokainschmuggel über Venezuela ist, ist eine Meldung aus dem Jahr 2013 relevant: Damals wurden am Flughafen Charles de Gaulle in Paris an Bord einer aus Venezuela kommenden Air-France-Maschine 1,3 Tonnen reines Kokain sichergestellt. Es war der größte Drogenfund, der im Großraum Paris je gemacht wurde. Der Verkaufswert belief sich nach Aussagen der französischen Behörden auf über 200 Millionen Euro.

Ein anderer Geldbeschaffer der Hisbollah in Kolumbien und Venezuela ist Álex Saab, ein Kolumbianer libanesischer Herkunft. Die panamaische Website Panampost berichtete im Oktober 2018 unter Berufung auf die kolumbianische Tageszeitung El Tiempo, es gebe „zahlreiche Finanztransaktionen, die mit Álex Saab in Verbindung gebracht werden, ihren Ursprung bei der Zentralbank Venezuelas haben und nach Asien führen, nachdem sie vorher durch Steueroasen geflossen sind. Nicht nur Kolumbien ermittelt gegen Saab wegen Geldwäsche; sowohl die Vereinigten Staaten als auch Israel versuchen, seinen Aufenthaltsort zu ermitteln.“

Wie es in dem Bericht weiter heißt, war Saab „einer der Nutznießer“ von Venezuelas „irregulärem Lebensmittelimportprogramm“. Die venezolanische Regierung soll Saab für eines ihrer „Sozialprogramme“ Lebensmittel im Wert von 200 Millionen Dollar zu überhöhten Preisen abgekauft haben; Geld, das mutmaßlich der Hisbollah zugute kommt. Dass Maduro wissentlich überhöhte Preise zahlt, um die Hisbollah zu unterstützen, scheint unwahrscheinlich – er ist ja nicht in einer ökonomischen Lage, die es ihm gestatten würde, großzügig zu sein. Eher plausibel ist, dass es sich um Geldwäsche handelt, die es der Hisbollah erlaubt, Gelder aus ihren illegalen Aktivitäten gegenüber den internationalen Finanzaufsichtsbehörden auf einen legalen Ursprung zurückführen zu können.

Im Gegenzug wird sich die Hisbollah sicherlich bei Maduro finanziell erkenntlich zeigen. Dessen Interesse ist ja allein, an Geld zu kommen, ob es gewaschen ist oder schmutzig, kann ihm egal sein, da bei Staaten niemand fragt, woher sie ihr Geld haben (es wäre ja auch unmöglich, das zurückzuverfolgen). Und so wäscht eine Hand die andere. Für Maduro dürften die illegalen Geschäfte mit der Hisbollah eine der wenigen noch verbliebenen Finanzierungsquellen sein, nachdem er die zukünftige Ölproduktion und auch die Ölindustrie selbst weitgehend an China überschrieben hat.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2017 bekämpfen die USA, Argentinien und Brasilien die Hisbollah in Lateinamerika mit einigem Nachdruck; im September 2018 wurde ein wichtiger Terrorfinanzier der Hisbollah in Brasilien verhaftet (Mena Watch berichtete). Im Oktober 2018 erließen die USA umfassende neue Sanktionen gegen die Terrorgruppe und führen sie nun als eine der fünf größten Terrororganisationen der Welt. Umso wichtiger wird für die Hisbollah Venezuela als Stützpunkt, denn dort kann sie ihren kriminellen Geschäften nachgehen, ohne von Interpol behelligt zu werden.

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Time am 16. April 2019

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1) https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/partners-in-crime-venezuela-und-die-terrororganisation-hisbollah/

Heiko Maaslos

18. Februar 2019

Heiko Maas sympathisiert offen mit dem naziranischen Terrorregime.

Gefunden bei Fred Alan Medforth (1).

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Männerfreundschaft

In den vergangenen Wochen konnte man Javad Zariv, den »Außenminister« der Islamischen Republik Iran beim kollegialen Gedankenaustausch mit Mahmoud al-Zahar sehen, einem Gründer der islamistischen Terrororganisation Hamas, oder, erst vor wenigen Tagen, im Gespräch mit Hassan Nasrallah, Anführer der in aller Welt terroristisch und in Syrien kriegsverbrecherisch aktiven Hisbollah.

Am Sonnabend nun schüttelte der deutsche Sozialdemokrat Heiko Maas Javad Zarif die Hand und lies sein Auswärtiges Amt etwas von einem »konstruktiven Dialog mit Iran« zwitschern, den »wir brauchen«. Heiko Maas, der gern predigt, »wir müssen aufstehen gegen Antisemitismus«, in einer Reihe mit und lächelnd neben ausgemachten Antisemiten – das ist die deutsche Außenpolitik 2019.

Ein Diplomat mit Anstand hätte Javad Zarif gemieden, ein Pragmatiker den »konstruktiven Dialog« diskret hinter sich gebracht. Heiko Maas, der fordert, »seien wir nicht nur lauter [als Hass], sondern stellen wir uns jeder Form von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung auch entgegen«, und zwar »jeden Tag, überall«, hingegen läßt den Beweis seiner Skrupellosigkeit veröffentlichen.

Ohne Bedenken posiert er neben dem Repräsentanten eines Regimes, das die Vernichtung Israels, des jüdischen Staates, zum Staatsziel erhoben hat und daran arbeitet, es mit terroristischer und nicht zuletzt nuklearer Waffengewalt zu verwirklichen, das Mordkommandos auf Dissidenten hetzt und die »eigene« Bevölkerung seit 40 Jahren tyrannisiert.

»Wertegebundene Außenpolitik« in Aktion.

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Time am 18. Februar 2019

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1) https://fredalanmedforth.blogspot.com/2019/02/mannerfreundschaft.html

Dumme, dumme Nazislahm-Zicke

1. Oktober 2018

Gil Yaron schrieb für die „Welt“ über die Hexe Ahed Tamimi (1).

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Die Selbstdemontage einer palästinensischen Ikone

Ahed Tamimi gilt als Heldin des palästinensischen Widerstands, weil sie einen israelischen Soldaten ohrfeigte und dafür ins Gefängnis ging. Doch mittlerweile wächst auch in der arabischen Welt die Kritik an ihr.

Als Ahed Tamimi im August aus israelischer Haft in ihr Heimatdorf Nabi Saleh im Westjordanland zurückkehrte, kannte die Freude in Teilen der arabischen Welt kaum Grenzen. Städte schmückten Straßen mit dem Antlitz der 17 Jahre alten Palästinenserin auf Postern. Tausende bejubelten Tamimi bei ihrer Willkommensfeier.

Dutzende Journalisten aus aller Welt drängten sich um die junge Frau, deren Berühmtheit durch ein Video entstand, auf dem sie einen israelischen Soldaten ohrfeigt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas empfing sie in Ramallah. Der türkische Präsident Recep Tayyep Erdogan rief an, um sie für ihren „Mut und ihre Entschlossenheit“ zu loben. Italienische Künstler verewigten den Rotschopf mit den blauen Augen in einem acht Meter hohen Porträt auf der Sperrmauer, die Bethlehem von Jerusalem trennt.

Acht Monate Haft hatten Tamimi in eine Ikone des palästinensischen Befreiungskampfes verwandelt. Doch der Ruhm zeigt zunehmend Schattenseiten. Denn seit ihrer Entlassung werden ihre Äußerungen weltweit wahrgenommen, und haben so Millionen ihrer Anhänger befremdet.

Schon ihre erste Auslandsreise führte zu Streit. Im Rahmen einer Europatournee besuchte Tamimi Frankreich und Spanien, wo der Fußballklub Real Madrid sie am Wochenende empfing und ihr ein weißes Trikot der Königlichen mit ihrem Namen überreichte.

Zuvor war sie Ehrengast des Festivals „Fête de l’Humanité“ in Paris. Dabei kam es zu einem Zwischenfall, der inzwischen die Beziehungen zu ihren Anhängern in Marokko belastet. Tamimi ließ sich nämlich in Paris neben einem Aktivisten der Polisario Front ablichten, eine Bewegung, die seit 1975 für die Freiheit der Sahrawis in der von Marokko besetzten Westsahara kämpft. Die Polisario ist in Marokko verboten.

Das Foto verärgerte viele Marokkaner. Auf sozialen Netzwerken beschimpften manche die ehemalige Gefangene nun als „israelische Agentin“. Tamimis Vater Bassem, einer der Führer des Widerstands in Nabi Saleh, nahm seine Tochter in Schutz. „Sie traf dort viele Menschen und ließ sich mit ihnen fotografieren. Sie fragte sie nicht vorher, wer sie sind oder was sie denken.“

Ein anderes Interview verwickelte Tamimi indes in einen der heftigsten Konflikte der Region. Hassan Nasrallah, Führer der libanesischen Hisbollah-Miliz, hatte im August das „mutige Mädchen“ dafür gelobt, dass „sie israelische Soldaten konfrontiert und sie ohrfeigt“. Tamimi bedankte sich daraufhin in einem Interview für die Glückwünsche. Nasrallahs Worte hätten die Kampfmoral der Palästinenser gehoben. „Ich ziehe vor ihm den Hut und bedanke mich für seine Unterstützung“, sagte Tamimi. „Wir unterstützen ihn alle und sind stolz auf ihn.“

Doch Nasrallah ist eine der umstrittensten Figuren im Nahen Osten. Der Chef der Schiitenmiliz entsandte Tausende seiner Kämpfer in Syriens Bürgerkrieg, um Präsident Baschar Assads Regime zu retten. Mindestens 500.000 Syrer wurden dort seit 2011 getötet.

Inzwischen reichen Nasrallahs Aktivitäten weiter. Seine Soldaten bilden schiitische Milizen im Irak und in Jemen aus, wo sie gegen Verbündete sunnitischer Regime wie Saudi-Arabien kämpfen. Vielen gilt er deshalb als Feind aller Sunniten, Massenmörder und Handlanger des Iran, der die Hisbollah rüstet und finanziert.

Syrische Oppositionelle, sunnitische Libanesen und viele Araber aus Golfstaaten griffen Tamimi nun in sozialen Netzwerken an. Einer bedauerte, dass Tamimi nicht länger in israelischer Haft saß, „um eine Ahnung davon zu bekommen, wie die Syrer unter Präsident Baschar Assad leiden“.

Der syrische Schriftsteller Maher Scharaf Eddin schrieb: „Du magst einen israelischen Soldaten geohrfeigt haben, aber Du hast der palästinensischen Sache 1000 Schläge erteilt.“ Tamimi bekräftigte indes, sie bedaure ihre Botschaft an den Hisbollahchef nicht. „Aus meiner Sicht unterstützt Nasrallah die palästinensische Sache, er ist gegen die USA und Israel, deshalb bin ich mit ihm in dieser spezifischen Angelegenheit einer Meinung.“

Noch schädlicher waren ihre Aussagen für Israels Friedenslager, das sich für Tamimi eingesetzt hatte. Eine bekannte israelische Rechtsanwältin hatte Tamimi im Prozess vertreten, der prominente Sänger Aviv Gefen hatte sie als „palästinensische Jeanne d’Arc“ gepriesen. Doch seit ihrer Entlassung macht Tamimi klar, dass ihre Weltanschauung nicht so friedlich ist, wie das israelische Friedenslager gerne hätte.

Seit ihrer Befreiung forderte sie wiederholt die Rückkehr palästinensischer Flüchtlinge „nach ganz Palästina, vom Toten Meer bis zum Mittelmeer“ und behauptet, Israels Soldaten besetzten „mein Land, Jaffa, Haifa, Akko“ – Städte, die sich im Kernland Israels befinden. Für die Existenz Israels lässt das keinen Platz. Diese Vision will Tamimi notfalls mit Waffen verwirklichen.

Als ein Interviewer im französischen Sender France24 von ihrem gewaltlosen Widerstand sprach, korrigierte ihn die Aktivistin: „Ich rufe zu Volkswiderstand in jeder Form auf. Menschen sollten wählen können, wie sie Widerstand gegen Israels Besatzung leisten. Manche mit Poesie, andere ohrfeigen Soldaten oder werfen Steine, ich respektiere jede Form des Widerstands.“ Jede Reaktion auf die Besatzung sei gerechtfertigt, argumentiert Tamimi in einem anderen Video, egal ob mit „Messerattacken, Selbstmordanschlägen oder das Werfen von Steinen“. Jeder müsse „etwas tun, damit wir unsere Botschaft übermitteln und Palästina befreien können“.

Dieser klare Aufruf zu Gewalt desavouiert nun viele, die Tamimi in Schutz nahmen. Nur wenige Wochen nach ihrer Entlassung erscheint das Mädchen nicht mehr als unschuldiges Opfer, dessen Schicksal die arabische Welt und Friedensaktivisten im Widerstand gegen Israels Besatzung eint. Stattdessen wird sie zunehmend zum Sinnbild für die Gewalt und die Differenzen, die Frieden in der Region seit Jahrzehnten unmöglich machen.

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Time am 1. Oktober 2018

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1) https://www.welt.de/politik/ausland/article181718252/Israel-Konflikt-Die-Selbstdemontage-einer-palaestinensischen-Ikone-Ahmed-Tamimi.html

Stoppt die Hisballa

22. April 2017

Ein sehr großes Problem für den Nazislahm in Bezug auf sein Ziel der totalen und globalen Diktatur ist außer der Existenz des Judenstaates Israel die Tatsache, dass er auf dem amerikanischen Kontinent vergleichsweise wenige Anhänger hat.

Mit Macht wird an diesem Problem gearbeitet (1), und BNI berichtet aktuell von einem großen Erfolg der Orks, die in Venezuela Dank dessen bolschewistischer Regierung und mohammedanistischem Vizepräsidenten 10.000 Orks, von denen viele Terroristen und speziell Hisballa-Kämpfer sind, illegal unterbringen konnten (2).

Auch anderweitig tritt die Hisballa („Partei Allas“), die wie die PLO, die AKP, der IS-IS, der ZMD uswusf. eine der unzähligen globalen Jihad-Institute ist, derzeit in Erscheinung, ohne dass dies die westlichen politisch-medialen Eliten zum Handeln bringen würde. Ihr aus dem Naziran gesteuerter Führer Ballaballa droht mit einem gigantischen Massenmord an Juden durch die Bombardierung verschiedener israelischer Anlagen, wie z.B. des Reaktors in Dimona.

Lesen Sie einen Aufsatz von Noah Beck, den ich von „Audiatur“ habe (3).

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Hisbollah plant große Zahl von Todesopfern,
die Welt reagiert mit Schulterzucken

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah drohte Israel vor kurzem, seine vom Iran unterstützte Terrorgruppe könne mit Angriffen auf bestimmte Ziele, darunter ein grosses Ammoniaktanklager in Haifa und ein Atomreaktor in Dimona, den Tod zahlreicher Israelis verursachen.

Ebenfalls letzten Monat berichtete das Tower Magazine, der Iran habe seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs die Hisbollah mit einem großen Arsenal modernster, „bahnbrechender“ Waffen ausgestattet, trotz gelegentlicher Luftschläge Israels gegen Waffenkonvois.

In einem künftigen Konflikt verfügt die Hisbollah über die Möglichkeit, jeden Tag 1.500 Raketen auf Israel abzufeuern und damit die israelischen Raketenabwehrsysteme zu überwältigen. Sollte ein solches Szenario Wirklichkeit werden, wäre Israel gezwungen, mit beispielloser Feuerkraft zu reagieren, um die eigenen Zivilisten zu verteidigen.

Die modernen Waffen der Hisbollah und die für ihren Abschuss benötigten Systeme sind Berichten zufolge kreuz und quer an über 10.000 Standorten inmitten von mehr als 200 zivilen Städten und Dörfern gelagert. Das israelische Militär hat offen vor diesem Kriegsverbrechen der Hisbollah und vor der ernsthaften Bedrohung gewarnt, die dies für beide Seiten darstellt, aber diese Warnung hat bei den Medien weltweit, den Vereinten Nationen und anderen internationalen Institutionen so gut wie keine Aufmerksamkeit gefunden.

Ebenso wie die Terrorgruppe Hamas weiss die Hisbollah, dass zivile Opfer durch Aktionen Israels einen strategischen Vorteil darstellen, weil sie zu diplomatischem Druck führen, die militärische Reaktion Israels kleinzuhalten. Die Hisbollah ging Berichten zufolge sogar so weit, schiitischen Familien, die der Terrorgruppe die Lagerung von Raketenwerfern bei sich zuhause erlauben, Häuser zu reduzierten Preisen anzubieten.

Wenn aber die Medien weltweit, die UN, Menschenrechtsorganisationen und andere internationale Institutionen vorhersehbar über Israel herfallen werden, wenn es zivile Opfer verursacht, warum tun sie dann nichts, um diese zu verhindern? Allein die Anwesenheit der Hisbollah im südlichen Libanon ist eine flagrante Verletzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, nach der das Gebiet eine Zone sein soll, die „frei ist von bewaffneten Kräften, Anlagen und Waffen“, mit Ausnahme des libanesischen Militärs und der U.N. Interim Forces in Lebanon (UNIFIL).

Die Resolution verlangte ausserdem die Entwaffnung der Hisbollah, jedoch verfügt die Terrorgruppe heute über ein Arsenal, das mit dem der meisten Armeen mithalten kann. Die Hisbollah besitzt nach Schätzungen 140.000 Geschosse und Raketen und kann Berichten zufolge jetzt auch fortschrittliche Waffen in unterirdischen Fabriken herstellen, die vor Luftschlägen sicher sind.

„Israel muss, ehe es passiert, immer wieder darauf hinweisen, dass diese Dörfer [wo die Waffen der Hisbollah lagern] Militärposten und damit legitime Ziele geworden sind“, sagte Yoram Schweitzer, Senior Research Fellow am israelischen Insitute for National Security Studies (INSS).

Meir Litvak, Direktor des Alliance Center for Iranian Studies der Universität Tel Aviv sieht das ebenso und fügt hinzu, weltweite Aufmerksamkeit würde „die Scheinheiligkeit der Hisbollah aufzeigen, wenn sie zynisch Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht.“

Sogar eine konzertierte Aktion zur Vorführung der Kriegsvorbereitungen der Hisbollah würde kaum etwas ändern, meinte Eyal Zisser, ein Senior Research Fellow am Moshe Dayan Center for Middle Eastern and African Studies. Die Hisbollah nutzt die Tatsache aus, dass „die internationale Gemeinschaft zu beschäftigt ist und… zu schwach, etwas daran zu ändern“, sagte Zisser. All diese „Gespräche und Berichte sind ohne Bedeutung. Sehen Sie sich an, was in Syrien passiert.“

Israel hat in der vergangenen Woche zwei Mal für die Hisbollah vorgesehene Waffenverstecke in Syrien angegriffen. Syrien reagierte mit dem Abschuss einer Rakete mit 200 Kilogramm Sprengstoff, die Israel erfolgreich abfing.

Provoziert die Hisbollah einen Krieg, kann Israel legitim zivile Gebiete angreifen, wo Waffen der Hisbollah lagern, wenn die israelischen Streitkräfte (IDF) die betroffenen Zivilisten zuvor auffordert, diese Gebiete zu verlassen, sagte Litvak. Aber „das wird in jedem Fall sehr schwierig und gibt schlechte Bilder im Fernsehen.“

Während sunnitische arabische Staaten im Allgemeinen vereint gegen die schiitische Iran-Hisbollah-Achse stehen, könnte Israel, da sind sich Litvak, Zisser und Schweitzer einig, bestenfalls auf stillschweigende Unterstützung von dieser Seite hoffen, wenn die Raketen fliegen.

Tatsächlich werden Bilder von toten Zivilisten und Zerstörungen durch Israel, die die internationalen Medien unweigerlich ausstrahlen werden, auf den Strassen des sunnitischen Arabiens eher für Aufruhr sorgen und damit die Unterstützung Israels von Seiten der dem Iran feindlich gesinnten sunnitischen Staaten weiter verringern.

Paradoxerweise verbündet sich die libanesische Regierung ausgerechnet mit der terroristischen Organisation, die den Tod von Hundertausenden libanesischen Zivilisten verursachen könnte, indem sie Wohngebiete in Kriegsgebiete verwandelt. „So lange Israel Land besetzt und die natürlichen Ressourcen des Libanon begehrt und so lange das libanesische Militär nicht stark genug ist, Israel entgegenzutreten, sind die Waffen [der Hisbollah] insofern unverzichtbar, als sie die Aktionen der Armee ergänzen und ihnen nicht zuwiderlaufen“ sagte Präsident Michel Aoun dem ägyptischen Fernsehen letzten Monat. Die Hisbollah, sagte er, „hat für die libanesische Armee eine ergänzende Funktion“.

Aouns Erklärung bedeutet, dass der Libanon „die volle Verantwortung für alle Handlungen der Hisbollah übernimmt, auch gegenüber Israel, und für deren Folgen für den Libanon und dessen gesamte Bevölkerung, auch wenn die libanesische Regierung wenig Möglichkeiten hat, Entscheidungen oder die Strategie der Organisation tatsächlich zu beeinflussen“, sagte Assaf Orion, Senior Research Fellow am INSS.

Der Knesset-Abgeordnete Naftali Bennett, ein Veteran des Krieges Israels mit der Hisbollah im Jahr 2006, glaubt, dass die öffentliche Anerkennung der Hisbollah durch den Libanon und deren Strategie, Militärgüter in Wohngebieten unterzubringen, für Israel alle Beschränkungen, zivile Bereiche anzugreifen, aufhebt. „Die libanesischen Institutionen, die Infrastruktur, der Flughafen, Kraftwerke, Verkehrsknotenpunkte, Luftstützpunkte der libanesischen Armee – sie alle wären bei Ausbruch eines Krieges legitime Ziele“, sagte er. „Und das sollten wir ihnen und der Welt schon jetzt sagen.“

In einem künftigen Krieg wird die Hisbollah mit Sicherheit versuchen, zivile israelische Bereiche mit Raketenbombardements anzugreifen. Israel wird sich dann, als Reaktion, Raketenwerfer und Waffenverstecke inmitten von libanesischen Zivilisten zum Ziel machen müssen.

Aber das muss nicht so kommen. Wenn Journalisten und Diplomaten in aller Welt ihre Aufmerksamkeit auf die Verstösse der Hisbollah richteten, könnte dies zu internationalem Druck führen und so letztendlich tote Zivilisten verhindern.

Wem Zivilisten wirklich am Herzen liegen, dürfte keine Argumentationsschwierigkeiten haben. Die Hisbollah hat gegenüber Unschuldigen in Syrien eine herzlose Gleichgültigkeit an den Tag gelegt.

Sie hat dem syrischen Regime geholfen, gewaltsam die weitgehend friedlichen Proteste zu unterdrücken, die dem syrischen Bürgerkrieg 2011 vorausgingen. Im vergangenen April töteten Berichten zufolge die Hisbollah und syrische Truppen Zivilisten, die versuchten, aus der von Sunniten bewohnten Stadt Madaya nahe der libanesischen Grenze zu fliehen. 2008 brachten ihre Kämpfer mehrere Viertel in West-Beirut unter ihre Kontrolle und töteten unschuldige Zivilisten, nachdem die libanesische Regierung sich daran gemacht hatte, das Telekommunikationsnetz der Hisbollah abzuschalten.

Der Terrorismus der Hisbollah kostet seit Jahrzehnten Zivilisten das Leben, darunter auch im Jahr 1994, als durch einen Selbstmordanschlag in der Zentrale der jüdischen Gemeinde in Argentinien 85 Menschen ums Leben kamen. Die IDF merken dazu an: „Seit 1982 haben durch die Hisbollah Hunderte Zivilisten ihr Leben verloren und Tausende weitere wurden verletzt.“

Wenn die Weltmächte und die internationalen Medien wirklich zivile Opfer verhindern wollen, sollten sie die laufenden Bemühungen der Hisbollah, in eklatanter Verletzung einer UN-Resolution erhebliche zivile Verluste und Zerstörungen im nächsten Krieg des Libanon mit Israel zu provozieren, lautstark verurteilen.

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Time am 22. April 2017

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/06/eine-unheilige-familie/
2) http://www.barenakedislam.com/2017/04/18/venezuelan-muslim-vice-president-has-illegally-issued-passports-to-10000-middle-east-muslims-many-of-them-terrorists/
3) http://www.audiatur-online.ch/2017/04/20/hisbollah-plant-grosse-zahl-von-todesopfern-die-welt-reagiert-mit-schulterzucken/

Schlampig? Ehrbar? FREI!

23. Januar 2013

Barbie

Die libanesische Journalistin Joumana Haddad setzte sich mit dem Unterschied zwischen den Highheels der „Schlampen“ und dem Ganzkörpersack der „ehrbaren“ libanesischen Frauen auseinander (1).

Was ich nicht verstehe, ist, dass sie sich darüber wundert, dass es keine männliche mohammedanistische Barbie gibt. Hat sie denn noch nicht bemerkt, dass die feigen Orkmännchen stets ihren Orkas mit traditioneller Kleidung, Kopftuch und Hijab die Uniformen der Bewegung aufzwingen, sich selbst jedoch fast immer in westliche Kleider gewanden, um nicht aufzufallen und mondän zu wirken? Nun ja, vielleicht ist das im Libanon anders, da sie ja dort die Mehrheit stellen…

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Was ist los, Puppe?

JoumanaEs gibt verschiedenste religiöse, Klasse und Geschlecht bestimmende Praktiken, die uns als Männern und Frauen ab frühester Zeit auferlegt, und die uns weiterhin während unseres Erwachsenenseins durch unterschwellige Botschaften bestimmen. Wir könnten so glücklich sein, wenn es nur damit genug wäre, dass Mädchen Rosa tragen und mit Puppen spielen, und Jungen Blau Blau tragen und mit Gewehren spielen müssen. Aber da gibt es eine konditionierte Art des Benehmens in der arabischen Welt, die die Männer von den Frauen, die Christen von den Mohammedanisten, die Reichen von den Armen usw. trennt, und jeden von ihnen in eine unterschiedliche Bestimmung setzt.

Ich wurde daran erinnert, als ich am vergangenen Wochenende Shopping war, um ein interessantes Geschenk für meine Patentochter zu finden. Dadurch, dass ich viele Geschäfte in Beirut erkunden musste, um ein besonderes Geschenk zu finden, kam ich nicht umhin zu bemerken, dass die meisten Puppen in den Regalen entweder wie Pin-up-Sex-Ikonen aussahen, denen nur noch der Dancing-Pole unter ihren Accessoires fehlte; oder wie Al-Manar-TV-Ansagerinnen, vom Kopf zu den Zehen verhüllt, denen nur noch der Gebetsteppich fehlte.

Sobald ein Mädchen geboren ist, umgeben seine Eltern und Verwandten es mit Puppen aller Arten und Größen. Eine ist dafür, den Tag mit ihr zu verbringen, eine, um sie in der Nacht zu umarmen, eine dritte, um mit ihr Tee zu trinken, eine vierte, um ihr eine Hochzeit zu planen ( Was wäre ein kleines arabisches Mädchen ohne den perfekten Hochzeitsplan? Welche Bedeutung hätte ihr Leben noch ohne diese Perspektive?). Ein Junge andererseits wird von Geburt an mit vorgeblich männlichem Spielzeug umgeben: Autos in allen Farben und Größen, Plastiksoldaten und Panzern und Schwertern und Gewehren. Sogar heutzutage lehnen sich nur wenige Eltern gegen dieses Klischee auf – und vermeiden die Fallgrube. Ein Mädchen soll weich, friedlich, sehnsuchtsvoll und gehorsam sein (vor allem gehorsam), und ein Junge soll rauflustig, bodenständig und ein Rebell sein.

Als ob diese Zähmung nicht genug wäre, unterscheidet die modische Trennung zwischen „ihnen“ und „uns“ (und das Gesetz des Geldverdienens), dass es zweierlei Arten von Puppen gibt: Die „Schlampe“ und die „Ehrenhafte“, was heranwachsenden Mädchen natürlich nicht dabei hilft, sich selbst als kompetent und bedeutsam anstatt bloß als sexuell dekorativ oder schlimmer noch als abwesende, stumme Opfer.

Wenn die verschleierte Puppe eine Counter-Barbie sein soll, frage ich mich, warum die frommen Koryphäen der Spielzeugindustrie zögern, einen Counter-Ken zu produzieren: Vielleicht einen kleinen Hassan Nasrallah (mit bedrohlichem Finger inklusive) oder einen klitzekleinen Ahmad el Assir (mit dem unumgänglichen Minikamm zum Striegeln seines Minibartes)? Bis dahin werden wir auf die weibliche Puppe warten müssen, die das alles kann: Kinder gebären, arbeiten, toll aussehen (ohne billig zu wirken) und doch sittsam (ohne unter einem schwarzen Zelt begraben zu sein).

Die Highheels sind eine Frage der freien Entscheidung, das Selbstbewusstsein ist es nicht.

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Time am 23. Januar 2013

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1) https://now.mmedia.me/lb/en/jspot/whats_up_doll

Nasrallah ist Chef der Hisb-Allah (Partei Allas),
Ahmad el Assir ist Chef der konkurrierenden SA-Lafisten.