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Im Interview: Helge Lindh

17. Juni 2020

Helge Lindh ist ein Politclown der Schariapartei Deutschlands (SPD) und ein sehr umtriebiger Ork-Lakai.

Henryk M. Broder beispielsweise ist das schon mehrfach aufgefallen (1 + 2 + 3 + 4 ).

Herr Lindh hat dem staatlich unterstützten Orkmagazin „IslamiQ“ der nazislahmischen Mille Görüsch (5) ein Interview gegeben (6), in dem er Rassismus, „antimuslimischen Rassismus“ und Antisemitismus gleichsetzt. Dagegen fordert er ein „Gesamtkunstwerk des Einsatzes gegen Rassismus“ sowie „Sanktionen gegen Hass und Hetze im Netz“.

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„Rassismus macht die Gesellschaft kaputt“

Rassismus ist auch ein Dauerthema in Deutschland. Warum Politik und Gesellschaft immer noch keine Lösung für dieses Problem gefunden haben, erklärt SPD-Bundestagsabgeordneter Helge Lindh im IslamiQ-Interview.

IslamiQ: Herr Lindh, Sie sind aktuell für Ihren Einsatz gegen antimuslimischen Rassismus häufiger im öffentlichen Diskurs. Weshalb ist Ihnen dieses Thema so wichtig?

Helge Lindh: Respekt gegenüber Menschen ist sehr wichtig. Deshalb können Rassismus und der antimuslimische Rassismus niemandem egal sein. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, kann man den Rassismus überall sehen. Daher bewegt mich dieses Thema schon seit vielen Jahren. Meiner Meinung nach muss Rassismus aufmerksam beobachtet und offen debattiert werden. Es ist aber auch kein Thema, das nur mit Migration und Integration zu tun hat, denn es gibt z.B. auch viele Deutsche muslimischen Glaubens. Genau diese Verbindung mit der Integrationsdebatte ist schon stigmatisierend.

IslamiQ: Werden Sie aufgrund Ihrer Unterstützung angefeindet?

Lindh: Ja, in den letzten Jahren ist das leider zur Gewohnheit geworden, da ich die Themen ja offensiv anspreche, auch im Bundestag. Dabei versuche ich, die Perspektive derjenigen, die Rassismus erfahren, deutlich zu machen. Aus diesem Grund bin ich heftigsten Beschimpfungen ausgesetzt und erhalte Beleidigungen, Einschüchterungsversuche, Morddrohungen.

IslamiQ: Was macht das mit Ihnen?

Lindh: Ich bin da relativ abgehärtet und werte das als Motivation und Bestätigung, an meiner Haltung nichts zu ändern. Es wäre jedoch gelogen, wenn ich sagen würde, es lässt mich, meine Eltern oder Mitarbeiter*innen unberührt. Ich glaube aber, wenn die vielen Vernünftigen in diesem Land nicht schweigen, sondern auch laut werden, können wir die Stimmen der Hasser überstimmen. Das ist mein Anliegen, ich werde da in keiner Weise nachgeben.

IslamiQ: Nach den Anschlägen in Solingen und Mölln hieß es: „Nie wieder!“. Doch danach folgten die NSU-Morde. Wie bewerten Sie die Aufarbeitung dieser Anschläge aus politischer Sicht?

Lindh: Leider ist es uns als Politikern nicht gelungen, auf der Ebene der sicherheitspolitischen Aufarbeitung hinreichend zu reagieren. Die Möglichkeiten der Sicherheitsbehörden und des Verfassungsschutzes wurden nicht annähernd genug ausgeschöpft. Auch die gesamtgesellschaftliche Aufarbeitung ist nicht erfolgt. Das Vorgehen der Polizei und Jurisprudenz wird nichts nützen, wenn wir den Rassismus und die Diskriminierung im Alltag nicht bekämpfen. Es braucht ein Gesamtkunstwerk des Einsatzes gegen Rassismus. Das hat also auch mit jedem selbst zu tun.

IslamiQ: Warum wurde bis heute so wenig gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Islamfeindlichkeit in der Politik getan? Waren die Anschläge nicht Grund genug?

Lindh: ‚Die Politik‘ gibt es nicht. Wir alle sind Teil der Politik. Daher ist es wichtig, dass so viele wie möglich sich auch artikulieren. Umgekehrt müssen wir Abgeordneten begreifen, dass wir nicht einfach so vor uns hinarbeiten, sondern dass wir allen anderen Rechenschaft schuldig sind. Politik ist weit mehr als nur Parlamente. Ich glaube, dass Rassismus und antimuslimischer Rassismus und Antisemitismus zur Realität dieses Landes gehören. Wir würden uns doch selbst betrügen, wenn wir sagen würden, dass unsere Gesellschaft rassismusfrei ist. Es gibt viele Menschen, die manifest rassistisch denken. Und es gibt immer wieder Menschen, die latent rassistisch sind. Diese Denkmuster sind weit verbreitet. Es ist nicht nur eine kleine Zahl von Neonazis. Rassismus reicht weit hinein in die Mitte der Gesellschaft. Daher ist es auch kein Wunder, dass Rassismus politisch nicht hinreichend bearbeitet wird und noch kein Masterplan gegen Rechtsextremismus in der Praxis realisiert wurde.

IslamiQ: Gilt das auch für den NSU-Fall?

Lindh: Der NSU wurde nur bedingt aufgearbeitet – zum Teil skandalöser Weise gar nicht. Die Anträge im Bundestag gegen Rassismus und Alltagsrassismus waren nicht entschieden genug und sind allzu häufig nur Anträge geblieben. Wenn wir nun einmal Rassismus haben, der die Gesamtgesellschaft betrifft, auch die Politik selbst, dann ist man nicht konsequent genug gegen diesen Umstand angegangen. Die schrecklichen Ereignisse der letzten Jahre haben eine größere Sensibilität geschaffen, aber leider erst sehr spät. Wir hätten Vieles längst begreifen müssen, nach Mölln, Solingen und dem NSU. Das ist nicht geschehen. Sogar schlimmste Taten haben nicht gereicht, um die Gesellschaft aufzuwecken.

IslamiQ: Hanau ist ein Beispiel dafür. Wie haben sie den Anschlag dort erlebt?

Lindh: Mich hat es sofort an Christchurch erinnert. Nach dem Anschlag in Neuseeland hatten viele den Eindruck, dass es hier bei uns nicht passieren könne. Aber leider hat Hanau gezeigt, dass es passieren kann. Die rassistischen Ereignisse in den letzten Jahren haben Spuren hinterlassen. Und Hanau war das Ergebnis. Leider, muss ich sagen, und das ist ganz bitter, hat mich der Anschlag in Hanau nicht wirklich überrascht. Man hat leider schon damit gerechnet. Ich war geschockt, aber andererseits habe ich es auch erwartet, befürchtet.

IslamiQ: Hat nach dem Anschlag in Hanau ein Umdenken stattgefunden?

Lindh: Ja und nein. Ich habe nach dem Anschlag gesagt, dass wir mit aller Staatsgewalt gegen so eine Tat und deren Umfeld vorgehen müssen. Wir müssen Täter und Netzwerke ermitteln. Aber sowas braucht eine gesamtgesellschaftliche Maßnahme. Wir können nicht so wie bisher weitermachen. Ich glaube schon, dass Hanau ein Weckruf war, denn immerhin gibt es nun einen Kabinettsausschuss gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Das ist ein Novum. Viele haben das Problem erkannt, aber es hat leider sehr lange gedauert. Umso wichtiger ist es, dass wir offensiv gegen Rassismus vorgehen. Wir müssen Foren für Menschen schaffen, die diesem Hass ausgesetzt sind. Aber diese Leistung müssen Menschen erbringen, die nicht Opfer von Rassismus sind. Wer Opfer von Rassismus ist, hat nicht primär die Aufgabe, sich auch noch um die Bekämpfung von Rassismus zu kümmern. Wir haben Rassismus zu oft und zu abstrakt diskutiert. Man hat nicht begriffen, wie ernst die Lage ist und wie groß das Problem ist. Man hat nicht begriffen, dass Rassismus eine Gesellschaft kaputt macht. Die Stimmen der betroffenen Menschen müssen sehr eindringlich Raum finden. Das ist bis jetzt nicht geschehen.

IslamiQ: Die Themen Rassismus und Islamfeindlichkeit werden uns wohl noch lange beschäftigen. Wie kann dieses strukturelle Problem gelöst werden? Ist eine Lösung überhaupt möglich?

Lindh: Rassismus muss klar beim Namen genannt und ungeschminkt beschrieben werden. Auch die Opfer müssen benannt werden. Dafür müssen sich an erster Stelle u.a. die Gesetzgebung und die Strafverfolgung ändern. Gefährdete Einrichtungen müssen geschützt werden und die rechte Szene besser beobachtet werden, um bestmöglich gegen sie handeln zu können. Zudem müssen wir es schaffen, dass die Menschen ins Gespräch kommen. Es reicht nicht, wenn wir zweimal im Jahr einen interreligiösen Dialog führen. Vor allem müssen Opfer und Betroffene zu Wort kommen. Es ist ganz schwierig, auch nur latent vorurteilsbehaftete Menschen mit Opfern in Gespräch kommen zu lassen, aber gerade das ist notwendig. Wir dürfen nach einem Anschlag nicht wegschauen und zur Routine zurückkehren, wir müssen unmittelbar danach anfangen, etwas zu ändern. Anschließend, nicht abschließend, denn die Aufgabe erledigt sich nicht, müssen Sanktionen gegen Hass und Hetze im Netz eingeführt werden, da wir derzeit dort eine Ungehemmtheit der Erniedrigung, Entwürdigung und des Hasses erleben.

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Time am 17. Juni 2020

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1) https://www.achgut.com/artikel/lindh_bietet_der_afd_seine_mitarbeiterin_an
2) https://www.achgut.com/artikel/die_muehen_des_jungen_herrn_lindh
3) https://www.achgut.com/artikel/lieber_renitent_als_flatulent
4) https://www.achgut.com/artikel/lindh_zartbitter_ueber_achgut.com_im_bundestag
5) https://de.wikipedia.org/wiki/Mill%C3%AE_G%C3%B6r%C3%BC%C5%9F
6) https://www.islamiq.de/2020/06/14/rassismus-macht-die-gesellschaft-kaputt/

Mangel an Fairness und Anstand

23. Februar 2020

Lesen Sie einen Beitrag von Chaim Noll von der „Achse“ (1).

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Variationen des Wahnsinns

Der Täter von Hanau war offensichtlich geisteskrank, wie sein vorher aufgezeichnetes Bekenner-Video belegt, ein konfuser, bösartiger, sinnloser Rundumschlag gegen Afrikaner, Juden, Frauen und andere dem 43-jährigen Bankkaufmann verhasste Gruppen.

Er bezichtigte die USA, ihre Bevölkerung durch Geheimdienste zu kontrollieren („mind control“), um ein „modernes System der Sklaverei“ zu errichten, was ihn eigentlich in die Nähe linker Ideologien rückt. Sein pathologischer Menschenhass ging so weit, dass er zum Schluss auch noch seine eigene Mutter erschoss. Das hindert die Grabenkämpfer „gegen rechts“ nicht daran, seine komplexe Geistesstörung auf ein simples Muster von „Rechtsextremismus“ und „Rassismus“ zu reduzieren. Die Medien sind sich darin einig, er hätte (um pars pro toto die Frankfurter Allgemeine vom 21.2. zu zitieren), aus „rechtsradikalen und rassistischen Motiven neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen.“

Dagegen war am 29. Juli 2019, als auf dem Frankfurter Hauptbahnhof ein achtjähriger Junge vor den einfahrenden Zug gestoßen und getötet wurde, die „psychische Krankheit“ des aus Nordafrika stammenden Mörders sofort entschuldigend in aller Munde. Sie bestimmte schon am nächsten Tag die Berichterstattung der deutschen Medien. Niemand hätte gewagt, dem Täter „Rassismus“ vorzuwerfen, obwohl er als Afrikaner gezielt ein weißes Kind tötete. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt weigerte sich (in ihrem öffentlichen Statement vom 28. November 2019), die Untat als „Mord“ einzustufen. „Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 40 Jahre alten Beschuldigten keine Anklage erhoben“, berichtete die Zeitschrift Focus. „Laut einem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann an einer paranoiden Schizophrenie, die als krankhafte seelische Störung zu werten ist. Der Gutachter geht davon aus, dass der mutmaßliche Täter zur Tatzeit schuldunfähig war.“

Die parteiische Art, wie mit solchen Verbrechen umgegangen wird, offenbart nicht nur Deutschlands tiefe Spaltung in unversöhnliche, einander hassende politische Lager, die in Tagen heraufziehender Krisen lebensgefährlich für das ganze Land werden kann, sie zeigt auch einen unzivilen Mangel an Fairness und Anstand, der die heutige politisch-mediale Landschaft in Deutschland charakterisiert. Während im einen Fall ängstlich vor einem „Generalverdacht“ gewarnt wird, ist er im anderen Fall nur allzu schnell bei der Hand. Während der eine Mord rasch mit einer psychischen Störung entschuldigt, der Mörder nicht einmal angeklagt wird, stuft man im anderen Fall einen Psychopathen als voll verantwortlich ein, als typischen Vertreter einer unliebsamen politischen Gesinnung. Das wird gedreht, wie es gerade passt. Skrupellos, wie im Reflex, ohne Erbarmen.

Als wir zu Beginn der 1980er Jahre in die Bundesrepublik Deutschland emigrierten, kamen wir in ein zutiefst friedliches Land. Jüngere Deutsche haben diese vergleichsweise Idylle nicht mehr kennengelernt. Weder Salafisten noch Neonazis waren im Alltag spürbar, man konnte ihre Existenz, wenn man wollte, erfolgreich ignorieren. Die – vergleichsweise seltenen – Anschläge der Roten Armee Fraktion waren Höhepunkte des Schreckens. Sonst ließ man einander leben, es galt als unanständig, seinen Mitbürger zu denunzieren.

Die Denunzianten sind in ständiger Bereitschaft

Zugleich haben diese Jahrzehnte in Frieden und Wohlstand das Gefahrbewusstsein in Deutschland verkümmern lassen. Islamischer Terrorismus war, wenn man sich seine Existenz überhaupt eingestand, auf Israel und die USA zurückzuführen, auf Kapitalismus und Kolonialismus, beim Islam handelte es sich um eine „Friedensreligion“, und niemanden stimmte es nachdenklich, dass sich Mohammed Atta, der Anführer der Attentäter auf das World Trade Center am 11. September 2001, ausgerechnet die vernebelte Bundesrepublik als Wohnort aussuchte, um dort, in Hamburg, zehn Jahre lang in Ruhe seine Pläne zur Vernichtung von Juden, Amerikanern und anderen ihm verhassten Menschen auszubrüten.

Heute das andere Extrem: Die politisch korrekte Öffentlichkeit Deutschlands vibriert vor Wachsamkeit. Die Denunzianten sind in ständiger Bereitschaft. „Da hat einer geschossen in Hanau, danach sieht es aus, aber es waren viele, die ihn munitioniert haben…“, findet ein prominenter SPD-Politiker. Wo freie Meinungsäußerung herrscht, klagt Claudia Roth, sind die Verbrechen nicht fern: „Es fängt an mit dem Sagbaren, und dann kommt das Machbare.“ Jakob Augstein wird konkreter: „Die Wegbereiter der Gewalt haben Namen und Adresse: Sarrazin, Broder, Tichy, und andere, die die Verrohung des Diskurses vorangetrieben haben…“

Heute gibt es zwei Arten von Wahnsinn: den anerkannten, der dazu dient, eine Untat zu entschuldigen, und den, der ignoriert wird, damit der Psychopath als Gesinnungstäter dargestellt und die Hetzjagd auf Hintermänner, Verroher des Diskurses und alle „Rechten“ eröffnet werden kann. Darüber thronen jene, die in unerschütterlicher moralischer Hoheit entscheiden, wann es sich um Wahnsinn handelt und wann um eine Gesinnungstat: Claudia Roth, Jakob Augstein und die Genossen von der SPD. Sie verkörpern die dritte Variante von deutschem Wahnsinn. Für mein Gefühl: die gefährlichste.

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Time am 23. Februar 2020

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1) https://www.achgut.com/artikel/variationen_des_wahnsinns

Unsere Goldstücke (#1)

14. Juni 2019

Henryk M. Broder schrieb bei „Achgut“ über die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli (1).

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Was Sawsan Chebli so macht und wofür sie bezahlt wird

Endlich erfahren wir, was Sawsan Chebli, die Frau mit dem längsten Titel aller Zeiten, den ganzen Tag macht und wofür sie bezahlt wird. Sie stellt Strafanzeigen in eigener Sache, bis zu 30 pro Woche, also sechs pro Tag, im Durchschnitt. Was wir nicht erfahren, ist, ob es bei der Berliner Staatsanwaltschaft eine eigene Abteilung gibt, die für Frau Chebli arbeitet oder ob die Zuständigkeit wechselt, weil man eine solche Tätigkeit einem Sachbearbeiter allein nicht zumuten kann. Sechs Anzeigen pro Tag! Bleibt ihr da überhaupt noch Zeit, sich um „bürgerschaftliches Engagement und Internationales“ zu kümmern? Oder ist es das, was sie unter „bürgerschaftlichem Engagement“ versteht, nämlich das Erstatten von Strafanzeigen, wenn sie grade wieder Auschwitz besucht und an Amthor denkt?

So eine Staatssekretärin hat es schwer. Sie muss sich jeden Tag neu erfinden, weil es für den Job, den sie macht, keine genaue Jobbeschreibung gibt, ähnlich wie bei dem Ministerium für alberne Gänge. Und ehe sie nix macht, macht sie lieber etwas, zum Beispiel Leute anzeigen, die sie beleidigen und bedrohen, obwohl dies genau das ist, wozu Twitter erfunden wurde. Weswegen kluge Menschen nicht bei Facebook sind. Sie stellen sich auch kein Dixie-Klo ins Wohnzimmer, um sich hinterher über den schlechten Geruch zu beschweren.

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Time am 14. Juni 2019

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1) https://www.achgut.com/artikel/was_sawsan_chebli_so_macht_und_wofuer_sie_bezahlt_wird

Die Islamisierungsindustrie

10. Dezember 2017

Lesen Sie einen Aufsatz von Henryk M. Broder von „Achgut“ (1).

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Wer Flüchtling ist, entscheiden die Flüchtlingsräte

Das bayerische Innenministerium, so stand es dieser Tage in der WELT, „wirft dem landeseigenen Flüchtlingsrat vor, Abschiebungen aktiv zu verhindern und ausreisepflichtigen Afghanen Tipps zum Untertauchen zu geben“.

Die Aktivisten weisen den Vorwurf zurück. Ja, sie würden Abschiebetermine bekannt machen und Warnhinweise geben, aber: „Darin rufen wir mitnichten zum Untertauchen auf, sondern empfehlen potenziell Betroffenen lediglich, sich in den Nächten vor der Abschiebung möglichst nicht in der Unterkunft aufzuhalten.“ Und weiter: „Das ist völlig legitim, es besteht keine Verpflichtung der Flüchtlinge, jede Nacht in der Unterkunft zu nächtigen.“

Nein, das müssen sie in der Tat nicht. Das wäre eine unzulässige Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit. Und so, wie sie in die Länder urlaubshalber reisen können, aus denen sie „geflohen“ sind, können die „potenziell Betroffenen“ auch selbst entscheiden, ob sie abgeschoben werden oder noch ein wenig in dem Land bleiben möchten, wo sich zahllose Bürgerinitiativen so rührend um sie kümmern. Obwohl es genau genommen keine Flüchtinge sind, sondern „Ausländer, bei denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und gegebenenfalls die Gerichte sowie Härtefallkommissionen zu dem Ergebnis kamen, dass es sich nicht um Flüchtlinge oder aus anderen Gründen Schutzberechtigte handelt“, schreibt die Welt.

Egal, wer ein Flüchtling ist, entscheidet am Ende weder das BAMF, noch tun es die Gerichte. Es sind die „Flüchtlingsräte“. Es gibt in jedem Bundesland einen, also insgesamt 16, die miteinander über „pro asyl“ vernetzt sind. Und dass diese höchst professionell arbeiten können, haben die „Flüchtingsräte“ dem Umstand zu verdanken, dass sie „finanzielle Mittel“ erhalten, „unter anderem aus Fördertöpfen der Kommunen und Bundesländer, von der EU und den Vereinten Nationen“.

Die Flüchtlinge sind für die Flüchtlingshilfe da

Das ist doch wunderbar! Die Kommunen, die Länder, die EU und die UN finanzieren Aktivitäten, die sich, so der bayerische Innenminister, „an der Grenze der Strafbarkeit“ bewegen. Oder eigentlich schon jenseits der Grenze, denn Widerstand gegen die Staatsgewalt, wozu auch der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gehört, ist eigentich ein Straftatbestand. Aber sooo genau muss man den § 113 StGB nicht nehmen, und schließlich kann nicht jeder Beamte und jeder Polizist den ganzen Tag mit dem Strafgesetzbuch unter dem Arm herumlaufen.

Und so ist rund um das Gebiet „Flüchtlinge, Geflohene und Schutzsuchende“ eine Industrie entstanden, in der Millionen, wenn nicht gar Milliarden umgesetzt werden. OPM – other people’s money, das weder erarbeitet noch erwirtschaftet werden muss, jedenfalls nicht von denen, die es ausgeben. Und es liegt natürlich im Interesse dieser Industrie, dass immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen, die betreut und versorgt werden müssen. Denn es sind die Flüchtlinge, die den Fortbestand der Flüchtlingshilfe und den Fluß der Mittel aus den Fördertöpfen der Kommunen und Bundesländer, von der EU und den Vereinten Nationen garantieren. Kurzum: Die Flüchtlinge sind für die Flüchtlingshilfe da.

Es ist ein gut durchdachtes Geschäftsmodell, das vielen ein kleines Zusatzeinkommen garantiert. Auch die Pflegeeltern von Hussein K. haben von diesem reichlich gedeckten Tisch ein paar Gaben abbekommen. Dafür haben sie ihrem Gast erklärt, wie die Mülltrennung geht, aber nicht darauf geachtet, wofür er seine über 400 Euro Taschengeld ausgibt. (Das Arbeitslosengeld II, auch Hartz4 genannt, wird am 1.1.2018 von monatlich 409 Euro auf 416 Euro angehoben.)

Zurück zur Flüchtlingshilfe, die in aller Offenheit und Öffentlichkeit agiert. Wenn man z.B. die Seite von pro asyl aufruft, wird man gleich dreimal aufgefordert, in die Tasche zu greifen. „Mit Ihrer Spende schützen Sie Flüchtlinge!“ – „Hier spenden!“ – „Jetzt spenden!“ Danach geht es „gemeinsam gegen Rassismus“ und für den „Familiennachzug“ ohne Obergrenze, denn: „Die Verweigerung von Familiennachzug hat tödliche Folgen.“ So macht sich jeder mitschuldig, der nicht spendet und die Petition zum Familiennachzug an den Bundestag nicht unterschreibt. Kann sich aber sofort von der Schuld freikaufen, indem er spendet. Wie war noch mal der Name für diese Art von Geschäft? Ablasshandel?

Und hier noch ein paar Aktionen und Bekanntmachungen,
die Sie kennen sollten:

Flüchtlingsrat Bayern: Abschiebungen nach Afghanistan – Information und Warnhinweise. Ein Rückübernahmeabkommen mit der afghanischen Regierung ermöglicht es der Bundesrepublik, monatlich bis zu 50 Afghanen in das Krisengebiet zurückzuschicken. Insgesamt wurden bisher 120 Personen aus ganz Deutschland abgeschoben, darunter 44 aus Bayern. Mit jedem Flug wurden es weniger. Dies gelingt nur, weil Afghanen gewarnt und beraten wurden.

Die Perspektiven von Geflüchteten. In der Ausstellung kommen Künstler_innen mit Fluchterfahrung durch ihre eigenen Werke zu Wort.

Bayern macht zu – wir machen auf. Leute, die uns die nächsten 50 Jahre kulturell beeinflussen werden.

Wohin in Bayern.

Was tun bei Abschiebung? Die Schulleitung muss bei der Vorbereitung der Abschiebung nicht kooperieren. Die angefragte Schulleitung ist außerdem berechtigt, die/den Betroffene/n von der Anfrage zu unterrichten. Es besteht keine Schweigepflicht.

Ein Leitfaden für den Umgang mit Flüchtlingen. „Auf der einen Seite wissen wir kaum noch, wie wir die Leute unterbringen sollen, und auf der anderen Seite geben die Grünen den abgelehnten Asylbewerbern Tipps, wie sie länger hier bleiben können. Das geht so nicht.“

Das Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen, gefördert vom Sächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, bietet Legalisierungsberatung für Menschen ohne definierten Aufenthaltsstatus an.

Und schließlich: Die EU verklagt Ungarn, Tschechien und Polen vor dem Europäischen Gerichtshof, weil diese Staaten keine Flüchtlinge aufnehmen wollen.

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Time am 10. Dezember 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/wer_ein_fluechtling_ist_entscheiden_die_fluechtlingsraete

Es brodert

7. September 2017

Einmal mehr entlarvt Henryk M. Broder das verlogene Gefasel eines Elite-Agenten im Dienste des Nazislahm auf „Achgut“ (1).

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Höhepunkte des Wahlkampfes 2017

FDP-Chef Christian Lindner in einem Interview mit der BILD über den Umgang mit Flüchtlingen:

Was passiert mit den Hunderttausenden Flüchtlingen, die bereits in Deutschland sind?

Lindner: „Wir sollten es machen, wie es in den Neunzigerjahren während des Balkan-Krieges Praxis war. Wir fördern und unterstützen Flüchtlinge. Aber aus dem Flüchtlingsstatus kann nicht automatisch ein dauerhafter Aufenthaltsstatus werden. Die Menschen müssen in die alte Heimat zurückkehren, sobald die Lage es dort zulässt.“

Ihr Ernst? Alle?

Lindner: „Das ist das humanitäre Völkerrecht. Ich schlage vor, dass wir uns strikt daran halten, was sich über Jahrzehnte bewährt hat. Wenn Frieden herrscht, müssen Flüchtlinge zurückkehren, wenn sie nicht die Kriterien eines neuen Einwanderungsgesetzes erfüllen, das ihnen einen neuen Aufenthaltsstatus verschafft. Es gibt kein Menschenrecht, sich seinen Standort auf der Welt selbst auszusuchen.“

Noch einmal: Alle syrischen Kriegs-Flüchtlinge sollen zurück in ein zerstörtes Land?

Lindner: „Wer soll Syrien denn aufbauen, wenn nicht die Menschen, die wir hier unterstützt und zum Teil auch weitergebildet haben? Wir würden die syrische Gesellschaft jeder Zukunft berauben. Integration ist für diese Menschen ein Angebot, aber kein Automatismus.“

In Syrien wird so bald kein Frieden einkehren. Die Menschen werden also Jahre in Deutschland bleiben. Und sollen nicht integriert werden?

Lindner: „Sie werden gefördert, bekommen Sprachkurse und Zugang zum Arbeitsmarkt, die Kinder gehen in die Schule. Aber am Ende, wenn es in Syrien wieder sicher ist, muss der Flüchtlingsschutz in Deutschland erlöschen. Dann sollte man sich um legalen Daueraufenthalt bewerben können. Aber wenn man unsere Kriterien nicht erfüllt, muss man gehen.“

Auch nach fünf bis zehn Jahren? Das beträfe dann auch hier geborene Kinder…

Lindner: „Ja, denn mit der Geburt hier ist nicht die deutsche Staatsangehörigkeit verbunden.“

Ende des Interviews.

Stimmt. Allerdings ist mit der Geburt hier auch nicht die Fähigkeit zu logischem Denken verbunden. Schon gar nicht zwei Wochen vor der Wahl, wenn sich die Liberalen mit den Grünen und der AfD um den dritten Platz balgen. Vielleicht findet Christian Lindner dennoch ein paar Minuten Zeit, um zu erklären, warum Milliarden für die Integration von Flüchtlingen ausgegeben werden, die asap in ihre Heimat zurückgeschickt werden sollen.

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Time am 7. September 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/hoehepunkte_des_wahlkampfes_2017_folge_10

Und ewig röhrt die Schweinepresse

5. August 2017

Lesen Sie einen Kommentar von Henryk M. Broder von „Achgut“ (1).

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Alternative Lebensweisen in Nordkorea, Indonesien und Saudi-Arabien

Die Öffentlich-Rechtlichen scheinen ein seltsames Faible für totalitäre Systeme und Lebensweisen zu haben, die allem zuwiderlaufen, das eine liberale, die Rechte des Einzelnen schätzende und schützende Gesellschaft ausmacht. Da war vor kurzem eine 90-Minuten Doku im Ersten, die das Leben in Nordkorea in den schönsten Farben präsentierte. Die Filmemacherin, eine in Deutschland lebende Koreanerin, sagte in einem Interview mit SPIEGEL online, sie mache „keine politischen Filme, sondern ethnologische Heimatfilme“ und man müsse „die Menschen getrennt vom System betrachten können“. Sie gab zu, dass sie „das ganze Material“ den nordkoreanischen Zensoren zur Prüfung vorlegen musste. Unklar blieb nur, ob die Filmabnahme in einer ARD-Redaktion oder beim ZK der nordkoreanischen KP stattfand.

Wenn es darum geht, alternative Lebensmodelle vorzustellen, kann man mit der Gehirnwäsche nicht früh genug beginnen. Im Kinderprogramm des ZDF erfahren die Kleinen als erstes, dass die Erdvorräte für dieses Jahr „jetzt schon komplett aufgebraucht“ sind. Glücklich das Kind, das genug Gummibärchen gebunkert hat. Minuten später dann die gute Nachricht. In Indonesien haben Mädchen einen Weg gefunden, wie sie das Kopftuch tragen und trotzdem bei einem modischen Trend mitmachen können. Großartig, geradezu vorbildlich für junge Muslima in Deutschland!

Ein tolles Beispiel für gelungene Integration ist auch die elfjährige Haya, eine altkluge Göre, die uns der SWR als „ein Mädchen in Saudi-Arabien“ vorstellt, ein ganz normales, durchschnittliches Mädchen, das in einem Palast lebt und in einem SUV zum Spielen in der Wüste und zum Shoppen in die Altstadt von Jidda gefahren wird. Ihr Opa hatte drei Frauen und 21 Kinder; so hat sie ganz, ganz viele Cousins und Cousinen, mit denen sie spielen kann. Wenn sie selber Oma ist, möchte sie ganz viele Enkel um sich haben. Bis es so weit ist, wird sie wie jede Frau in Saudi-Arabien eine Abbaya tragen, „ein Gewand, das bis zum Boden reicht“. „Unsere Religion schreibt das so vor, und es ist auch unsere Kultur“, sagt Haya, „auch bei Euch darf man nicht einfach im Badeanzug bei der Arbeit erscheinen“. Gut argumentiert, Haya, oder hat schon mal jemand beim SWR eine Frau in einem Badeanzug gesehen? Und so übt die kleine, dicke Haya mit Hilfe ihrer Mutter das Anlegen des Kopftuchs und des Schleiers. „Gut siehst du aus“, sagt Mama, „ist es bequem, kannst du gut atmen?“

Uns bleibt ob so viel mütterlicher Fürsorge der Atem weg, aber wir freuen uns schon auf die nächsten Berichte über das gute Leben in Ländern, die bis jetzt von Feminismus und Gender-Studies verschont worden sind.
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Time am 5. August 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/alternative_lebensweisen_in_nordkorea_indonesien_und_saudi_arabien

Let’s party!

11. Juni 2017

Lesen Sie einen Beitrag von Henryk M. Broder von „Achgut“ (1).

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Die Gartenparty geht weiter

Ich habe es aufgegeben, mit meinen Freunden und Bekannten über die Folgen der unkontrollierten Einwanderung zu diskutieren. Sollen sie doch glauben, dass die „Schutzsuchenden“ in kürzester Zeit zu Facharbeitern ausgebildet werden können, dass „wir“ sie brauchen, um „demografische Verluste“ auszugleichen, dass vor allem muslimische Zuwanderer „eine Chance für Deutschland“ sind, weil wir „viele menschliche Werte wie Gastfreundschaft und Toleranz“ von ihnen lernen können, wie es Finanzminister Schäuble in einem Interview zwei Tage nach dem Anschlag von Manchester gesagt hat. Mir ist alles recht.

Neulich aber habe ich ein neues Argument gegen meine Kritik an der „Willkommenskultur“ gehört: „Wo und inwiefern ist Ihre Lebensqualität durch die Zuwanderung berührt oder beschädigt worden?“, fragte mich ein Tischnachbar auf einer Gartenparty. Ich musste kurz nachdenken.

Tatsächlich habe ich noch nie ein Fußballspiel besucht, weder im Stadion noch beim Public Viewing. Ich sehe mir keine Radrennen an, nicht einmal im Fernsehen. Karnevalsumzüge finde ich fast so schrecklich wie Familienfeiern, und das letzte Open-Air-Konzert, bei dem ich dabei war, liegt 25 Jahre zurück. Es war ein Auftritt von Joe Cocker im Amphitheater von Cesarea. Meinetwegen muss es keine Fußballspiele, keine Radrennen, keine Karnevalsumzüge, keine Open-Air-Konzerte und keine Weihnachtsmärkte geben.

Ich meide generell Massenversammlungen. Meine kulturellen und sozialen Bedürfnisse lebe ich in Buchläden und Cafes aus. Und bis jetzt hat es noch keinen Anschlag auf einen Buchladen oder ein Cafe gegeben. Insofern hatte mein Bekannter Recht. Meine Lebensqualität hat sich nicht verändert.

Ich bin auch keine Frau, und wenn ich eine wäre, käme ich nie auf die Idee, Silvester in Köln zu feiern oder nachts mit dem Fahrrad in Freiburg unterwegs zu sein. Das sind alles Geschichten, die ich nur vom Hörensagen kenne. Wie die Berichte über Vulkanausbrüche in Indonesien oder Hungersnöte in Afrika.

Und wenn in einer Asylunterkunft in einem bayerischen Dorf ein Afghane ein fünfjähriges Kind ersticht und dessen Mutter schwer verletzt, dann ist das nicht nur weit weg, es hat auch mit meinem Leben nichts zu tun. Mir geht’s gut. Das ist die Hauptsache. Die Gartenparty kann weiter gehen.

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Time am 10. Juni 2017

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1) http://www.achgut.com/artikel/die_gartenparty_geht_weiter

Der erste Papst der Orks (#5)

29. April 2017

Michael Stürzenberger kommentierte wie gewohnt exzellent das ekelhafte Verhalten des Papstes in Ägypten mit einem umfangreichen Artikel bei PI (1).

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Islam-Anbiederei des Papstes in Ägypten

Bei seinem Besuch in Kairo warf sich Papst Franziskus dem Großimam der Al-Azhar-Universität, Ahmad Mohammad al-Tayyeb, förmlich an den Hals. Ganze zehn Sekunden dauerte die innige Umarmung mit einem Fundamental-Moslem, der Selbstmordattentate gegen Israel rechtfertigt, die Modernisierung des Islams ablehnt und die Stellung der Religion über dem Staat betont. Dieses rückgratlose Appeasement an eine tötungslegitimierende und hasserfüllte Polit-Ideologie im Deckmantel einer “Religion” ist ein Schlag ins Gesicht nicht nur der in Ägypten von Mohammedanern getöteten Christen, sondern in der gesamten islamischen Welt.

Anstatt von diesem Groß-Imam eine verpflichtende Verzichtserklärung auf die Tötungsbefehle des Korans zu fordern, schleimt sich diese kirchlich-sozialistische Witzfigur einem hohen islamischen Repräsentanten an und tut so, als ob die 1400-jährige breite Blutspur des Dschihad nichts mit dem Islam zu tun hätte. Aber Islamkritiker verurteilen, das schafft sowohl der Oberpfaffe als auch seine deutschen Vasallen, und so warnte Franziskus in Kairo die Politik, keinesfalls einen “demagogischen Populismus” zu betreiben.

Angesichts dieser Verlogenheit, Anbiederei, Realitätsverweigerung, rückgratlosem Appeasements, feigem Wegduckens und Verrates an den Opfern des islamischen Gewaltfetischismus kann einem nur übel werden. Das Video dieser widerlichen Umarmung ist bei der FAZ zu sehen.

Um es in Erinnerung zu rufen: Großimam Mohammad al-Tayyeb hatte am 4. April 2002 Selbstmordattentate gegen Israel ausdrücklich gerechtfertigt und die Führer der arabischen Welt dazu aufgefordert, das vom Islam-Terroristen Arafat erfundene Volk der “Palästinenser” in ihrem Kampf zu unterstützen:

„Die Lösung für den israelischen Terror liegt in einer Ausweitung von Selbstmord-Attacken, die Horror in die Herzen der Feinde Allahs schlagen. Die islamischen Länder, Völker, Führer usw. müssen diese Märtyrerattacken unterstützen.“

Am 15. März 2016 hielt Al-Tayyeb im Großen Protokollsaal des Reichstagsgebäudes in Berlin vor Bundestagsabgeordneten eine reine Taqiyya-Rede. Unter anderem sagte er:

„Wer die Lehre des Propheten nicht im Rahmen der Barmherzigkeit und des Weltfriedens versteht, der verinnerlicht nicht nur falsches Wissen über den Islam, sondern verunglimpft darüber hinaus wissentlich dessen Lehren.“

Es ist schon dreist, massenhaftes Kopfabschneiden von Juden, Folterungen und grausame Ermordungen von Kritikern, Steinigen von Ehebrechern, Handabhacken von Dieben sowie Kreuzigungen von Islamgegnern als “barmherzig” und “friedlich” darzustellen. Aber es kam nach seinen Täuschungsversuchen doch tatsächlich auch zu einigen kritischen Fragen von Abgeordneten, beispielsweise nach der Notwendigkeit einer Modernisierung des Islam. Diese sei aber der Meinung des Großimams nach nicht nötig, denn der Islam sei “wandelbar genug”, sonst würde er nicht “seit über 1000 Jahren bestehen”. Dass der Islam nur durch knallharten Druck und Tötungsdrohung bei Ausstieg so lange bestehen konnte, verschwieg der Ober-Mohammedaner der wichtigsten islamischen Universität natürlich.

Zur Unterdrückung der Frau in islamischen Gesellschaften meinte er allen Ernstes, dass der Islam “für gleiche Rechte für Frauen und Männer” stehe. Nach islamischem Verständnis diene die Frau dem Mann nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe. Nun, vielleicht lieben es Moslem-Frauen ja, bei Widerspruch geschlagen zu werden, sexuell jederzeit ihrem Herrn zur Verfügung stehen zu müssen, nur halb so viel erben zu dürfen wie ein Mann und vor Gericht auch nur halb so viel zu zählen.

Henryk M. Broder zerlegte dieses Schmierenthater in einem Artikel für Welt/n24 (2) und PI dokumentierte die gesammelten Lügen des Großimams im Bundestag (3).

Das islambuckelnde Verhalten des Papstes in Kairo ergänzt sich nahtlos mit den Handlungen der Kirchenvasallen hierzulande. Mit idiotischen Botschaften wie “unser Kreuz hat keine Haken” demonstrieren sie gegen den Parteitag der AfD, der einzigen Partei in Deutschland, die den Mut besitzt, die Gefährlichkeit des Islams und die Bedrohung der Christen durch diese Killer-Ideologie auszusprechen. Die allermeisten Kirchenfuzzis aber halten selber feige ihre Schnauze, wenn es darum geht, sich für die zig Millionen verfolgten Christen in der islamischen Welt einzusetzen. Lieber kriecht man vor den Moslem-Funktionären zu Kreuze und legt dasselbe auch noch ab, wenn man ihren Unmut befürchtet, wie Marx und Bedford-Strohm jüngst in Jerusalem, was selbst der Spiegel als Unterwerfungs- und Demutsgeste bezeichnete.

Völlig richtig, dass die Delegierten der AfD in Köln beschlossen, die Abschaffung der Bezahlung dieser Kirchenfunktionäre aus allgemeinen Steuermitteln zu fordern. Diese scheinheiligen Speichellecker haben schon immer das Lied der jeweils Mächtigen nachgepfiffen, an derem Tropf sie hängen. Das war unter den National-Sozialisten nicht anders als heute.

Den Islam-Kollaborateuren der Kirchen sollte man das Anschauen von Videos, in denen Christen unter “Allahu Akbar”-Rufen ihre Köpfe korankonform abgeschnitten werden, zur Pflicht machen. Bis sie aufhören, den Islam entgegen aller Fakten öffentlich zu verharmlosen. Außerdem Pflichtseminare bei kenntnisreichen Islam-Aufklärern wie Hamed Abdel Samad zu absolvieren (…).

Solange diese widerliche Anbiederung an den Islam nicht beendet wird, wäre es eigentlich für jeden charakterstarken Christen geboten, aus dieser von durch und durch verlogenen Funktionären geführten katholischen und evangelischen Kirche auszutreten. Eine Mitgliedschaft in diesen Verbänden ist zur Ausübung des christlichen Glaubens wahrlich nicht nötig.

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Time am 29. April 2017

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1) https://www.pi-news.net/2017/04/islam-anbiederei-des-papstes-in-aegypten/
2) https://www.welt.de/debatte/kommentare/article159945720/Volker-Kauder-der-Grossscheich-und-das-Nein-zur-Aufklaerung.html
3) https://www.pi-news.net/2016/03/die-luegen-des-grossimams-im-bundestag/

Staatliche Hilfe für Staatsfeinde

10. Juli 2016

Gohome

Mit Macht drängen die Mohammedanisten auf vielen Wegen in die Institutionen, um die Interessen der Torkei und ihres Blutsäufergottes AllaHundseingesandter zu vertreten. Lesen Sie einen Bericht von Thomas Thiel von „FAZ.NET“ (1) über Import-Imame, das Gezeter von Mazyeks „islam.de“ über Kritik an staatlichen Geldern zur Unterstützung der Invasion (2) sowie einen pointierten Beitrag Henryk M. Broders darauf (3).

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Missionare der türkischen Staatstheologie

Kann der Islam im Westen Wurzeln schlagen? Für die Ausbildung deutschsprachiger Imame fehlt bislang ein klares Konzept. Dabei gibt es längst sinnvolle Modelle.

Die Forderung ist bekannt und wird in jeder Talkshow neu intoniert: Er könne sich mit dem Imam seiner Gemeinde nicht einmal unterhalten, klagt der Politiker, weil dieser nur Türkisch verstehe. In deutschen Moscheen predigende Imame sollten dies in deutscher Sprache tun und hierzulande ausgebildet werden, am besten an einem der neuen Zentren für Islamische Theologie, die mit dem ausdrücklichen Ziel gegründet wurden, radikale Laienprediger aus den Moscheen zu vertreiben. Das ist aber eine Legende. Die Universitäten legen zwar die theologischen Grundlagen, aber sie bilden keine Imame aus. Nach dem Grundgesetz dürfen das nur die Religionsgemeinschaften, also die Moscheeverbände, tun.

Ob die ersten Absolventen der Islamischen Theologie, die im kommenden Jahr die Universitäten verlassen, in den Moscheegemeinden willkommen sind, muss sich noch zeigen. Der Kontakt zwischen den Milieus ist bisher schwach. Eine andere Frage müssen sie selbst beantworten. Ist Imam überhaupt ein attraktiver Beruf? Finanziell ist das schnell beantwortet. In den meisten Moscheen ist es ein Feierabendjob mit kargem Salär von rund 500 Euro, ausgeübt von Laien, die ihre Kenntnisse nebenbei erwerben. Es können Gemüsehändler oder Informatiker sein. Der Widerstand gegen eine moderate Auslegung des Korans wundert da wenig. Viele Imame kommen mit historisch-kritischen Methoden nie in Berührung.

Die große Ausnahme sind die sogenannten Import-Imame der Ditib, des größten deutschen Islamverbandes, der neunhundert der rund 2500 Moscheen in Deutschland betreibt. Die Ditib, die der türkischen Religionsbehörde Diyanet untersteht, zahlt einen monatlichen Auslandsaufschlag von 1800 Euro plus Heimatgehalt. Ditib-Imame sind Beamte des türkischen Staates. Die staatliche Abhängigkeit ist nicht das einzige Problem. In der Türkei ausgebildet, kennen Ditib-Imame weder Kultur noch Sprache ihres Gastlandes und müssen, wenn sie erste Kontakte geknüpft haben, schon wieder die Koffer packen. Oft finden sie nur schwer Zugang zu ihren Gemeinden, besonders zu den nicht mehr türkischsprachigen Jugendlichen der dritten und vierten Generation. Anders als in ihrer Heimat, wo sie sich ausschließlich religiösen Aufgaben widmen, erwarten sie in Deutschland auch viele seelsorgerische Tätigkeiten, bei Ehekrisen, Jugendarbeitslosigkeit, Erziehungsproblemen, den typischen Begleiterscheinungen der Migration. Dass sich die Diskussion an den Import-Imamen entzündet, ist daher verständlich und trotzdem nur zur Hälfte berechtigt. Ditib-Imame sind die am besten ausgebildeten und am strengsten geprüften Vertreter ihres Fachs.

Sympathien für Erdogan

Doch wer prüft sie? Aufschluss gab die Erklärung des Ditib-Vorstands Zekeriya Altug, der anlässlich der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestags zu Protokoll gab, sein Verband fühle sich von den türkischstämmigen Abgeordneten, die für die Resolution gestimmt hatten, nicht mehr vertreten. Die Frankfurter Islamforscherin Susanne Schröter, die eine ausführliche Studie über Wiesbadener Moscheegemeinden durchführte und dabei auf eingeschränktes Entgegenkommen der Ditib stieß, hält den Verband für ein finanzielles und ideologisches Anhängsel des türkischen Staates, einen Transmissionsriemen des zunehmend islamistischen Kurses von Erdogan. Die in Ankara ausgebildeten Imame seien Missionare der türkischen Staatstheologie. Tatsächlich hat die Diyanet Vertreter in allen wichtigen Ditib-Gremien. Über Kontakte einzelner Ditib-Moscheen zu Dschihadisten und Salafisten wurde mehrfach berichtet.

Ein eigenes Bild lässt sich nur über Umwege machen. Der Imam der Frankfurter Merkez-Moschee ist des Deutschen nicht mächtig und lehnt den Gesprächswunsch ab. Der Vorstand, ein energisch fuchtelnder Geschäftsmann, verweist an den Religionsattaché der Diyanet, der alle Gesprächswünsche absegnen muss. Man hört’s mit Erstaunen: War nicht die Emanzipation vom türkischen Einfluss Voraussetzung für die Kooperation beim hessischen Islamunterricht?

Der Attaché vermittelt Hasan Agirbas von der Ditib-Moschee im hessischen Idstein, einen intellektuell aufgeschlossenen, mehrsprachigen Vorzeige-Imam, der theologisch auf breiter Basis steht. Der eloquente Agirbas hat Fernseh- und Interviewroutine und gibt sich als Vertreter einer historisch-kritischen Koranlesart zu erkennen, macht aus seiner Sympathie für die gegenwärtige politische Entwicklung in der Türkei aber keinen Hehl.

Eine Laientätigkeit

Sein Beispiel ist, nicht nur für die Ditib, von begrenzter Aussagekraft. Denn im Unterschied zu den übrigen Moscheeverbänden verfügt die Ditib über Finanzquellen aus der Türkei. Die politische Forderung nach in Deutschland ausgebildeten Imamen ist eine Phantomdebatte. Es gibt dafür bis heute kein Konzept. Auf Initiative der Islamkonferenz sollte 2010 ein Modell eingerichtet werden. Daraus entstanden aber lediglich lokale Initiativen zur landeskundlichen und sprachlichen Weiterbildung. Ehrenwerte Maßnahmen, aber nichts davon bereitet die Imame auf ihre eigentliche Tätigkeit vor: Koranrezitation, Predigen, Gemeindepastoral.

Die Universitäten betrachten dies trotz vielfacher Forderung nicht als ihre Aufgabe und beschränken sich auf die landeskundliche Weiterbildung. „Nicht die große Lösung“, sagt der Osnabrücker Theologe Rauf Ceylan. Zumal von den Imamen der Ditib, die den größten Integrationsbedarf hätten, nur wenige nach Osnabrück kämen. Schmerzlich vermisst werden Ausbildungsstätten, die Imame auf ihre Gemeindearbeit vorbereiten. Katholisch gesprochen: Priesterseminare. Schon aus finanziellen Gründen wird sich das so bald nicht ändern. Würden die Imame in Deutschland ausgebildet, müssten die Moscheegemeinden dafür aufkommen. Die meisten sind jedoch finanzschwach und haben genug zu tun, die laufenden Kosten ihrer Moscheen zu bezahlen, von denen, so Ceylan, nicht wenige wieder schließen, wenn die ersten Stromrechnungen kämen.

Für die Ditib, den einzigen finanzkräftigen Akteur, gibt es bisher keinen Anreiz, sich in Deutschland ausgebildete Imame zuweisen zu lassen. Diese Haltung scheint sich etwas zu ändern. Im Rahmen eines internationalen Programms schickt der Verband seit 2006 deutsche Schulabsolventen in die Türkei und lässt sie dort zu Predigern für deutsche Moscheen ausbilden. Im Grundsatz hält die Ditib aber am Import-Modell fest. In den ärmeren Moscheegemeinden wird Imam ohnehin eine Laientätigkeit bleiben, falls nicht ein ganz neues Modell gefunden wird.

Verstärkte Integration der Universitäten

Der Staat kann hier nur eine Nebenrolle spielen, denn sein Aktionsradius ist schon durch das Recht der Verbände zur Auswahl ihrer Geistlichen beschränkt. Die Ditib lehnt staatliche Einmischung ab. Delikat an der staatlichen Kooperation wäre auch die Finanzierung. Die Verbände, die eher ethnische als religiöse Gebilde sind, müssten als Religionsgemeinschaften anerkannt werden. Auch unter den sehr heterogenen Verbänden ist strittig, ob man sich für die Anerkennung als Religionsgemeinschaft stärker engagieren soll. „Es gibt darüber bis heute keine systematische Diskussion, weder zwischen den Verbänden noch mit dem Staat“, sagt Rauf Ceylan.

Hypothetisch konkurrieren zwei Modelle. Nach dem ersten soll die Imam-Ausbildung über eine Moscheesteuer finanziert werden. Die Ditib lehnt das bisher ab. Dagegen steht ein lokaler Ansatz: Die Moscheegemeinden sollen attraktive Imam-Gehälter durch höhere Mitgliedsbeiträge finanzieren. Ein Teil davon sei an die Verbände zu überweisen, für den Aufbau professioneller Ausbildungsstätten. Der freiwillige Mitgliedsbeitrag liegt in Idstein heute bei knapp zehn Euro im Monat. Wie sollen die islamischen Gemeinden das nötige Geld aufbringen, wenn den meisten schon der Unterhalt ihrer Moscheen schwerfällt? Und sind die religiös konservativen Verbände geeignete Kandidaten für die Ausbildung der Imame? Dem Ziel eines in der westlichen Gesellschaft verwurzelten Islams käme man nur durch verstärkte Integration der Universitäten näher. Der Forderung nach einem „deutschen Imam“ fehlt noch der Unterbau.

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Statt Prävention mit gesamtgesellschaftlichem Ansatz lieber kriminalisieren?

Erstmals legen islamische Einrichtungen mit staatlicher Unterstützung Deradikaliserungsprogramme auf – Das passt einigen nicht in den Kram

Seit alle mitgliederstarken deutschen Islamverbände nun mit dem Bundesinnenminister in der Deutschen Islamkonferenz (DIK) regelmäßig zusammensitzen und Wege auszuloten suchen, wie muslimische Gemeinden die gleichen gesellschaftlichen Aufgaben wahrzunehmen in der Lage sind, wie christliche Kirchen und jüdische Gemeinden, lassen einige sich als „islamkritisch“ verstehende Journalisten keine Gelegenheit aus, die demokratische Gesinnung dieser Verbände anzuzweifeln. Den staatlichen Behörden, die organisierte Muslime bewusst in neue Aufgabengebiete einzubinden suchen, wird der Vorwurf der Blauäugigkeit gegenüber „extremistischen Tendenzen innerhalb der Islamverbände“ entgegengebracht.

Besonders die Tatsache, dass sich einige dieser Verbände sogar explizit an Präventionsarbeit gegen Radikalisierung von Muslimen beteiligen, scheint den einen oder anderen aus der Medienlandschaft zu irritieren, siehe hierzu. Über zweifelhafte, oft verschleierte islamophobe Quellen suchen sich jene Medienvertreter zu bestätigen, dass nicht nur sie selbst, sondern auch staatliche Organe Zweifel an der Grundgesetzestreue der Islamverbände besäßen.

Die Berechtigung des Deutsch-Islamischen Vereinsverbandes Rhein-Main e.V. (DIV), ein mit Bundesmitteln gefördertes Projekt gegen die Radikalisierung muslimischer Jugendlicher durchzuführen, wird beispielsweise mit dem Argument in Frage gestellt, unter den 46 zu diesem Verband gehörenden Moscheegemeinden und islamischen Kulturvereinen befände sich mindestens ein Mitglied, das den im hessischen Verfassungsschutzbericht auftauchenden Muslimbrüdern angehöre. Allein diese Tatsache genügt, um die im genannten Projekt beanspruchte Präventionsarbeit als „Förderung von Radikalisierung“ zu stigmatisieren.

Mit dem Projekt selbst und auch mit der sonstigen Verbandsarbeit, die bereits seit Jahren in Form politischer Bildungsarbeit einen – wenn auch nicht als solchen deklarierten – Beitrag gegen gesellschaftliche Fundamentalopposition und somit auch gegen islamisch legitimierte Radikalisierung leistet, haben sich jene auf Skandalberichterstattung fixierten Journalisten nicht befasst. Konstruiert wird einzig mit vagen Verdächtigungen ein gemutmaßter Skandal. Wie eine solche Radikalisierung tatsächlich abläuft und wie sie verhindert werden kann, scheint sie erst recht nicht zu interessieren. Radikal ist demnach alles, dem das Etikett „Islamismus“ angeheftet werden kann und als einziges taugliches Gegenmittel sind Polizei und Sicherheitsdienste gefragt. Da ist der Schritt, den Islam als Religion insgesamt den Stempel „radikal“ und „demokratieuntauglich“ aufzudrücken, nicht mehr allzu groß.

Da Radikalisierung in der Realität aber ein langwieriger, mit vielen Zwischenetappen ausgezeichneter und beständig umkehrbarer Prozess ist, dient diese fehlende Differenzierung gerade dazu, jene Radikalisierung zu befördern, um anschließend als „self-fulfilling prophecy“ das eigene Weltbild zu bestätigen und einzig wahrer Kämpfer dagegen erscheinen zu können. Eine ernsthafte Präventionsarbeit setzt hingegen bewusst bei einem Personenkreis an, der nicht als „radikal“ eingestuft wird und den es über die Einbeziehung in die Gesellschaft, in der ihm Chancen geboten werden, von tatsächlichen oder vermeintlichen Radikalisierungstendenzen abzuhalten gilt.

Die muslimischen Verbände, die mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit die muslimische Mehrheit in unserem Land erreichen, sind somit für eine erfolgreiche Präventionsarbeit geradezu prädestiniert. Sie können die Gedankenmuster eines Radikalen leichter dekonstruieren, und zugleich deutlich aufzeigen, wie ein Muslim sich auf zeitgemäßem und den gesellschaftlichen Gegebenheiten angemessenem Wege, mit Alltagsproblemen auseinandersetzt.

Gerade weil sie selbst muslimischen Glaubens sind und trotz staatlicher Förderung nicht in staatlichem Auftrag Präventionsarbeit betreiben, können Moscheegemeinden und Islamverbände hier Erfolge vorweisen, die andere Institutionen nicht gleichem Maße hervorbringen. Der als gefährdet geltende Personenkreis fühlt sich als muslimische Individuen ernst genommen und nicht als „radikal“ oder „Sicherheitsrisiko“ abgestempelt. Wer sich radikalisiert, begehrt nämlich in gewisser Weise gegen die Mehrheitsgesellschaft auf, was bei Minoritäten, insbesondere auch Muslimen nicht zuletzt darauf zurück zu führen ist, dass er sich von dieser Gesellschaft stigmatisiert und ausgegrenzt fühlt.

Dass auch Behörden und Ministerien sich in der Präventionsarbeit mehr und mehr über die engstirnige, ausschließlich nach Sicherheitsaspekten erfolgende Bewertung von Polizei und Geheimdiensten hinwegsetzen, und die Präventionsprojekte weniger von den Innen- als von Sozial- und Familienministerien ausgewählt werden, stellt vielmehr den Beleg dar: Die Politik hat mehrheitlich erkannt, dass Radikalisierung eben nicht auf Verbandszugehörigkeit, geschweige denn auf den Islam als Religion zurückzuführen ist, der zeitgemäß ausgelegt vielmehr ein Mittel gegen jene Radikalisierung darstellen kann. Diese Erkenntnis sollte auch bei einigen Medienvertretern noch heranreifen. Vor diesem Hintergrund ist es an der Zeit, den muslimischen Gemeinden nicht nur in sozialen Einrichtungen ihr Mitspracherecht einzuräumen, sondern auch in Beiräten öffentlich rechtlicher Rundfunk – und Fernsehsender.

Wer den Einfluss radikaler Islamisten und gewaltbereiter Neosalafisten im deutschen Gemeinwesen fürchtet, ist aufgefordert, politisch engagierten Muslimen, die in vielen Partnerländern Deutschlands in der Islamischen Welt sogar demokratisch erlangte Regierungsverantwortung besitzen, auch innerhalb unserer eigenen Gesellschaft in den bestehenden Institutionen ihren Platz einzuräumen. Einbindung in Verantwortung bewahrt sie vor dem Gefühl, ausgrenzt zu werden und demonstriert zugleich der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft ihr Potential, zum inneren Frieden unseres Landes beizutragen.

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Staatsknete für Islamisten im Kampf gegen den Islamismus

Das hier sollten Sie gelesen haben, wenn Sie wissen wollen, wie man „Dialektik“ übersetzt, nämlich: Ihr könnt uns alle mal am Arsch lecken!

„Im Kampf gegen die Radikalisierung junger Muslime hat das Bundesfamilienministerium einen Moschee-Verband in Hessen und Rheinland-Pfalz zum Partner gemacht. Nach HR-Recherchen sind darunter Institutionen, die den Muslimbrüdern nahestehen. Verfassungsschützer sehen in dieser Organisation eine Bedrohung für die Demokratie.“

Genauer, das Bundesfamilienministerium unter Manuela Schwesig finanziert Präventionsprogramme gegen Islamismus, Salafismus und Antisemitismus. Zu den so Bedachten gehört auch ein obskures „Institut“ in Frankfurt, das nach Ansicht des Hessischen Verfassungsschutzes als „Kaderschmiede für Muslimbruderschafts-Funktionäre betrachtet werden“ kann. Das ist etwa so, als würde das Gesundheitsministerium einem Verband der Kampftrinker Geld geben, damit er Jugendliche über die Gefahren des Alkoholkonsums aufklärt.

Bei islam.de, einer Seite, die zum Beritt des Vorsitzendes des Zentralrates des Muslime, Aiman Mazyek, gehört, mag man so etwas nicht stehen lassen. Im Gegenteil. Prävention müsse „mit gesamtgesellschaftlichem Ansatz“ betrieben werden, die „muslimischen Verbände“ seien „für eine erfolgreiche Präventionsarbeit geradezu prädestiniert, sie können die Gedankenmuster eines Radikalen leichter dekonstruieren…“. Im übrigen hätten „moslemische Individuen“ gute Gründe, sich zu radikalisieren: „Wer sich radikalisiert, begehrt nämlich in gewisser Weise gegen die Mehrheitsgesellschaft auf, was bei Minoritäten, insbesondere auch Muslimen nicht zuletzt darauf zurück zu führen ist, dass er sich von dieser Gesellschaft stigmatisiert und ausgegrenzt fühlt.“ Olala, die alte Leier. Die Gesellschaft ist schuld, und die muslimischen Verbände, unter Mitwirkung der Islamisten, Salafisten und Antisemiten, müssen nun das geradebiegen, was die Gesellschaft verbogen hat. In gewisser Weise und nicht zuletzt.

Aber das ist noch nicht alles. Der „gesamtgesellschaftliche Ansatz“ muss ausgebaut und erweitert werden. Es ist „an der Zeit, den muslimischen Gemeinden nicht nur in sozialen Einrichtungen ihr Mitspracherecht einzuräumen, sondern auch in Beiräten öffentlich rechtlicher Rundfunk – und Fernsehsender“.

Hieß das nicht früher „der lange Marsch durch die Institutionen“? Jetzt geht der Rummel wieder los.

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Time am 10. Juli 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/imam-ausbildung-in-deutschland-14329287.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
2) http://www.islam.de/27713
3) http://www.achgut.com/artikel/staatsknete_fuer_islamisten_im_kampf_gegen_den_islamismus

 

Eine antijüdische Kampagne

10. April 2016

Armin Langer

Ein blasierter und völlig von sich eingenommener Grünschnabel und Ork-Lakai tritt ins Judentum ein, um es von innen zu stören und sich selbst öffentlich zu inszenieren.

Prompt klären sich einmal mehr die Fronten. Wir sehen, wie die staatlich geförderten Unterwanderorks vom „Lügazin“ im Verein mit alten und jungen Nazis der deutschen MSM eine antijüdische Kampagne lostreten.

Lesen Sie zunächst einen Artikel aus dem „Lügazin“ von Chefredakteur Ekrem Senol (1), sodann eine pointierte Einordnung von Henryk M. Broder (2), die Position der mohammedanistischen Kommissarin Mely Kiyak und des Provokateurs selbst (3), sowie viertens einen Insiderbericht von Chajm Guski (4), der nochmals die widerwärtige Verlogenheit des „Lügazin“ deutlich werden lässt.

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Rabbiner-Kolleg

Jüdisch-Muslimische Dialoge sind „heikler als politische Diskussionen“

Der Rausschmiss Armin Langers am jüdischen Abraham-Geiger-Kolleg sorgt für Diskussionen. Offiziell hat sein Ausschluss nichts mit seinem Engagement für einen jüdisch-muslimischen Dialog zu tun. In internen Mails, die dem MiGAZIN vorligen, rät das Kolleg dem Studenten aber vom Dialog „unbedingt ab“.

Eigentlich ist Armin Langer ein Student, wie man sich ihn für eine theologische Ausbildung nur wünschen kann. Er ist sozial engagiert und aktiv im interreligiösen Dialog. Speziell der jüdisch-muslimische Austausch ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Im Dezember 2013 gründete er die Salaam-Shalom-Initiative für ein friedliches Zusammenleben von Juden und Muslimen.

Sein Engagement ist bekannt weit über Berlin hinaus. Er ist gern gesehener Gast auf Podien und in Medien – seine Pointen sind spitz, seine Kritik scharf. Das kommt in der Breite gut an, beim Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg dagegen weniger.

Jüdisch-muslimisches Engagement nicht erwünscht

Die Kolleg-Leitung stört sich an Langers Einlassungen offenbar so sehr, dass er zuletzt sogar von der Rabbinerprüfung ausgeschlossen wurde. Ausschlaggeben sei ein kritischer Gastkommentar in der Tageszeitung (taz) gewesen. Darin hatte Langer den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, in scharfem Ton kritisiert für seine Forderungen nach einer Begrenzung der Flüchtlingszahlen. Nach aufkommender Kritik teilte die Kolleg-Leitung mit, dass der Ausschluss mit Langers Engagement für den jüdisch-muslimischen Dialog nichts zu tun habe und auch nicht als Kritik daran verstanden werden dürfe.

Wie aus Kolleg-internen Mails (liegen dem MiGAZIN vor) allerdings zu entnehmen ist, war Langers Engagement im Bereich des jüdisch-mulimischen Dialogs der Kolleg-Leitung aber seit Längerem ein Dorn im Auge. Schon im März 2015 machte die Kolleg Leitung dem Rabbinatskandidaten in einer Mail klar, dass seine Einlassungen nicht erwünscht sind.

„Das fällt aufs Kolleg zurück“

Die Deutsche Welle hatte Armin Langer angefragt für einen Radio-Talk zum Thema „Dialog der Kulturen“. Der Student bat daraufhin die Kolleg-Leitung um Erlaubnis, um an der Sendung teilnehmen zu dürfen. Zuvor wurde Langer dazu verpflichtet, „alle Presseanträge“ die er bekommt, der Kolleg-Leitung vorzulegen und eine „Genehmigung“ einzuholen. Statt dem erhofften ‚OK‘ sprach Kolleg-Sprecher Hartmut Bomhoff in seiner Antwortmail eine deutliche Warnung aus.

Er riet dem Studenten von einer Teilnahme „unbedingt ab“. „Fragen des religiösen Dialogs zwischen Muslimen und Juden sind noch heikler als politische Diskussionen“, so der Kolleg-Sprecher in seiner Mail an den Studenten. Selbst wenn Langer im Radio deutlich mache, dass er weder Experte noch Repräsentant sei, „Du wirst auf diese Rolle festgelegt – und das fällt aufs Kolleg zurück“, schreibt Bomhoff. In einer anderen Mail von ihm an Langer heißt es: Das Kolleg lege „Wert darauf, ihre Außendarstellung selbst zu steuern.“

Kolleg weicht Fragen aus

Auf Fragen des MiGAZIN, ob das Kolleg seinen Studenten die Teilnahme an Diskussionsrunden über den muslimisch-jüdischen Dialog generell untersagt, ging das vom Bildungs- und Innenministerium geförderte Kolleg nicht ein. Stattdessen wurde das MiGAZIN auf zahlreiche Kooperationen, Veranstaltungen und Dokumente verwiesen, in denen auch der Dialog mit Muslimen Gegenstand waren beziehungsweise sind, darunter auch eine Kooperation mit dem Institut für Islamische Theologie in Osnabrück.

Eine Teilnahme Langers an der Radio-Sendung sei Bomhoff damals deshalb „heikel“ erschienen, weil der Student zuvor schon mit Gastbeiträgen in Zeitungen Debatten ausgelöst und sich als „Rabbinatskandidat am Anfang seiner Ausbildung doch stark beschädigt“ habe. Als Beispiel nennt Bomhoff ein Essay von Langer aus September 2014 im Tagesspiegel mit dem Titel: „Die Muslime sind die neuen Juden“.

Uçar: Dialog ist alternativlos

Auch Professor Bülent Uçar vom Institut für Islamische Theologie in Osnabrück bezeichnet den Dialog zwischen religiösen Menschen in Fragen des Glaubens als „schwierig und heikel“, da sich Religionen „immer um die Frage der Wahrheit fokussieren“. Bekanntermaßen bestünden dort „diametral entgegengesetzte Auffassungen und Glaubensüberzeugungen“. Seinen Studenten würde Uçar vom Dialog aber nicht abraten. Im Gegenteil. Dazu gebe es „keine Alternative“.

Kolleg-Leitung: Halte Dich aus diesen Dingen heraus

Der Drang des Kollegs, seine Studenten zu kontrollieren, wirft auch in anderen Kontexten Fragen auf. Als Armin Langer von österreichischen Wissenschaftlern angefragt wurde, ob er die Umwandlung des Geburtshauses von Adolf Hitler zu einem „Haus der Verantwortung“ mit einem Statement unterstützen möchte, blockte die Kolleg-Leitung ebenfalls ab. „Was ist denn bitteschön Deine Verbindung zu Österreichs Umgang mit Adolf Hitler? Bitte halte Dich doch aus diesen Dingen heraus“, antwortet ihm Bomhoff per Mail – wohl unwissend, dass Langers Vater Österreicher ist und seine halbe Familie dort lebt.

Zurück bleibt Armin Langer mit großen Fragezeichen. „Was ist mit der Meinungsfreiheit?“, möchte er wissen. Das Kolleg weigere sich bis heute, „eine offizielle, schriftliche Erklärung zu verfassen, in der es zu meinem Rausschmiss Stellung bezieht“. Er habe nichts in der Hand, auf das er sich stützen könne. „Nichts, wo ich nachlesen kann, was meinen Rauswurf begründet“, sagte er dem MiGAZIN.

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Der Rabbi von Neukölln und der jüdisch-muslimische Dialog

Ein schreckliches Unrecht geschieht derzeit in Berlin. Ein Unrecht, das zum Himmel schreit. Würde Emile Zola noch leben, er hätte längst J’accuse…! gerufen. Weil aber der große französische Dichter schon lange tot ist, müssen jetzt andere ran. Jan Kixmüller im Berliner Tagesspiegel, der RBB, Charlotte Haunhorst in „jetzt“, dem Kindermagazin der SZ, Maximilian Popp im SPIEGEL, Thorben Lehning im Tagesspiegel. Was ist passiert? „Armin darf kein Rabbiner werden“. Und warum darf Armin kein Rabbiner werden? „Weil er sich für den Dialog zwischen Juden und Muslimen einsetzt – sagt er.“ Und er sagt noch etwas: „Was gibt es Repressiveres, als jemandem ein Grundrecht zu verweigern?“

Ja, das ist in der Tat der Gipfel der Repression, vor allem, wenn es sich um jemand handelt, der nicht nur ständig dummes Zeug labert, sonder auch zum Judentum übergetreten ist, um es von Innen aufzumischen. So wie deutsche Linke in den 70er Jahren unbeedingt Briefträger, Lokführer und andere Staatsdiener werden wollten, um das System zu unterwandern. Heute gibt es nicht nur ein Grundrecht auf Arbeit, einen Sechser im Lotto, gutes Wetter im Urlaub und einen Platz im Dschungelcamp, es gibt auch das „Grundrecht“, Rabbiner werden zu können. Dabei ist Rabbiner gar keine geschützte Berufsbezeichnung wie Dipl.-Ing. oder Veterinär, jeder darf sich Rabbiner oder Rabbi nennen. So wie sich in den USA jeder „Minister“ nennen und eine eigene Kirche aufmachen kann.

Warum Armin Langer, der sich von Neukölln aus für den Dialog zwischen Juden und Muslimen einsetzt, was vor allem den Muslimen ein Herzensanliegen ist, zu dessen Verwirklichung sie auf einen Rabbinerlehrling angewiesen sind, warum er also unbedingt ein approbierter Rabbiner werden möchte, hat einer seiner Jünger so erklärt:

„He did seek to bring together Jews and Muslims; not using scholarly arguments, but rather by creating the Salaam-Schalom Initiative, a platform for direct dialogue between Muslims, Jews and others who live together in the same neighbourhoods, mostly in Berlin-Neukölln.“ Eine wirklich tolle Idee, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass in Neukölln ein paar Dutzend Juden leben, aber viele Tausend Muslime, weswegen die Juden gut daran tun, den Muslimen die Hand zu einem friedlichen Dialog anzubieten. Bei einem Treffen der Salaam-Schalom-Initiative, an dem Til Biermann und ich teilgenommen haben, geriet der „Dialog“ mangels an Muslimen zu einem jüdischen Selbstgespräch über die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen Muslimen und Juden, an dem auch einige Möchtegern- oder, wie man heute sagen würde, selbsternannte Juden teilnahmen.

Das Ganze wäre nicht weiter bemerkenswert, man könnte es unter Folklore und Karneval der Kulturen ablegen, wenn es nicht zu einem Politikum gepusht würde. Armin Langer wird ein Grundrecht verweigert! Er selbst findet diesen Umstand vor allem deswegen skandalös, weil „das von einer Institution (geschieht), die mit öffentlichen Geldern gefördert wird“.

Kleine Korrektur: Der Skandal liegt eher darin, dass die öffentliche Hand eine Institution finanziert, an der ein Fach unterrichtet wird, das es nicht gibt: Jüdische Theologie. Rabbiner sind keine Theologen, sie sind Rechtsgelehrte, die die Halacha auslegen. Die sogenante jüdische Theologie ist eine relativ junge Erfindung (das hat sie mit Gender-Studies gemeinsam), die vor allem Nichtjuden, die Juden werden möchten, den Weg in das Judentum weist, eine Art Judaism for Dummies mit akademischem Anstrich. Der Mann, der die Potsdamer School of Jewish Theology leitet, ist seinerseits eine Allroundbegabung. Er hat schon die Kulturstiftung der Deutschen Bank, Greenpeace Deutschland und die Akademie Musiktheater heute gemanagt: Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka.

Auch Armin Langer könnte ein Rabbiner werden. Weil, wie gesagt, Rabbiner keine geschützte Berufsbezeichnung ist. Wie das gehen könnte, hat einer aus dem Umfeld seiner Neuköllner „Jeschiwa“ bereits erklärt: „I therefore propose that we, Neuköllner Jews, ordinate Armin Langer as Rabbi of Neukölln.“

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Zusammenhalten. Nicht übereinander herfallen.

Liebe Leser der Theaterkolumne,

hin und wieder erlaube ich mir, an dieser Stelle den Platz frei zu machen. Für jemanden, der Wichtigeres zu erzählen hat, als ich.

Diese Woche ist mein Freund Armin Langer Gastarbeiter in dieser Kolumne. Armin ist aufgewachsen in Ungarn, hat in Jerusalem studiert und ist vor einigen Jahren nach Berlin Neukölln gezogen. Er wollte am Abraham Geiger Kolleg in Potsdam das Rabbinerseminar belegen. Der Schule eilt der Ruf voraus, progressiv und liberal zu sein.

Das Kolleg ist nicht die berühmte Protestbude, als die sie gehandelt wird. Armin wurde rausgeworfen und darf dort nicht mehr als Rabbiner ausgebildet werden. Sein Vergehen war, dass er dagegen protestierte, Flüchtlinge herkunftsbedingt als Antisemiten zu betrachten. Sein politisches Anliegen ist denkbar einfach: Zusammenhalten. Nicht übereinander herfallen. Und damit fing alles an. Ich trete nun also zur Seite und mache den Platz frei für Armin Langer, dem ich von Herzen wünsche, dass er seine Ausbildung beenden darf und der heute eine Kolumne in eigener Angelegenheit schreibt, weil ich ihn dazu einlud.

Armin Langer: „Ich brauche eure Solidarität“

Der Präsident des Zentralrates der Juden, Joseph Schuster, forderte in der Zeitung Die Welt im vergangenen November eine Obergrenze für Geflüchtete. Sein Argument: Bei den Fliehenden handele es sich um Menschen, in deren Kultur der Antisemitismus fester Bestandteil sei. Es handele sich dabei weniger um ein religiöses als vielmehr um ein ethnisches Problem. Ich konnte kaum an mich halten. Ich war empört und nannte seine Organisation in einem Kommentar für die Zeitung taz „Zentralrat der rassistischen Juden“.

Der Artikel erschien. Ich beruhigte mich und fand, dass meine Wortwahl übertrieben war. Zwar ordne ich Schusters Ausdruck – „ethnisches Problem“ –immer noch als rassistisch ein, doch ist es ein Fehler anhand dieser Aussage den gesamten Zentralrat als eine Versammlung von Rassisten zu bezeichnen. Ich bin in mehreren Zentralratsgemeinden als Vorbeter und Lehrer tätig und kenne viele fantastische Menschen, mit denen ich gemeinsam für ein gesellschaftlich engagiertes Judentum arbeite.

Meine Grundhaltung blieb und ich vertrete sie weiterhin: Keine Obergrenze für hilfesuchende Menschen. Als Juden sollten wir dazu stehen und dafür kämpfen. Allerdings ohne Pauschalisierungen und Vorverurteilungen. Das ist an alle adressiert – ja, auch an mich.

Wie in einem Theaterstück fiel ich also auf die Knie und bat Herrn Schuster um Entschuldigung für meine verletzenden Worte. Ich bin Rabbinerstudent am Abraham Geiger Kolleg in Potsdam. Ich habe sehr gute Noten und erfolgreiche Gemeindeeinsätze absolviert. Ich weiß, dass ein guter Rabbiner einer ist, der zu seinen Fehlern steht.

Am 10. Dezember 2015 – es war der Tag der Menschenrechte – kündigte mir Direktor Walter Homolka bei der regulär stattfindenden Anhörung an, dass er ein Disziplinarverfahren gegen meine Person eröffnen werde.

Wir saßen in der kleinen Bibliothek des Abraham Geiger Kollegs, des liberalen Rabbinerseminars in Berlin. „Ich bin der Einzige hier, der Politik macht!“, schmetterte er. Der Mann im schwarzen Anzug mit dem Bundesverdienstkreuz am Revers schlug auf den kleinen Tisch. Die Tora-Bücher in den Regalen bewegten sich. So wütend war er. Er saß zwischen zwei verlegenen Mitarbeitern. Und da war ich, der 25-jährige Rabbinerstudent. Im Kreuzverhör. Ich. Wieder mal ich.

Ende Januar 2016 dann die Entscheidung: Ich muss das Rabbinerseminar wegen meines Engagements und meines Umgangs mit den Medien verlassen. Ich hätte, ohne Erlaubnis einzuholen, Interviews gegeben und Artikel geschrieben. In meinem Ausbildungsvertrag steht dazu keinerlei Vereinbarung. Doch abgesehen davon: Was ist mit der Meinungsfreiheit? Das Kolleg weigert sich bis heute eine offizielle, schriftliche Erklärung zu verfassen, in der es zu meinem Rausschmiss Stellung bezieht. Ich habe nichts in der Hand, auf das ich mich stützen kann. Nichts, wo ich nachlesen kann, was meinen Rauswurf begründet.

In zweieinhalb Jahren als Student am Abraham-Geiger-Kolleg wurde ich mehr als zehn Mal „angehört“. Man könnte denken, ich hätte in Sodom und Gomorra gesündigt oder ein goldenes Kalb angebetet. Dabei ging es immer wieder nur darum, dass ich zu politisch sei, mich zu viel für „unsere Feinde“ (das heißt: Geflüchtete und Muslime) engagiere und mit dieser Arbeit zu oft in den Medien vorkomme.

Vor allem die von mir gegründete Salaam-Schalom Initiative war dem Rektor ein Dorn im Auge. Meine Mitstreiter und ich kümmern uns seit nun fast drei Jahren um antimuslimischen und antijüdischen Rassismus in Deutschland. Unter dem Motto „Muslime und Juden sind keine Feinde“ veranstalteten wir offene Gesprächsrunden, Workshops, Flashmobs, Filmaufführungen, Partys in Gemeindezentren, Synagogen, Moscheen, manchmal auch in Wohnungen oder in Parks. Erst als uns Bundespräsident Joachim Gauck im Sommer 2014 empfing, zollte mir auch mein Direktor Respekt und bat darum, dass ich das Kolleg und sein interkulturelles Engagement beim Staatsoberhaupt erwähnen möge.

Das alles kommt mir wie eine überzeichnete Komödie vor. Ich suche nach dem Sinn, dem Überbau, dem Warum. Und finde ihn nicht.

Ich bin für Solidarität zwischen den Minderheiten. Und meine Initiative zeigt, dass Solidarität zwischen Minderheiten funktioniert. Aber dieses Solidaritätsbündnis scheint die Öffentlichkeit zu provozieren. So sehr, dass ich den Gegenwind nun zu spüren bekomme. Das Rektorat des Abraham-Geiger-Kollegs hat mich, das sehe ich nun klarer, ständig erpresst: Entweder halte ich still oder ich bin raus. Meine muslimischen Mitstreiter und ich fragten uns immer wieder, was die viel zitierte Meinungsfreiheit eigentlich noch zählt.

Tatsächlich bewirkte der Druck, den ich zu spüren bekam, dass ich zahlreiche Interviewanfragen abwies. Ich fühlte mich oft unter Druck gesetzt. Zwischen den Stühlen. Da die Mitstreiter und der Kampf gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit. Und dort das Kolleg und die Weisung, mich nicht politisch zu äußern. Das beschädigte sowohl unsere Initiative als auch meine Person. Es war und ist mir unheimlich peinlich, dass ich dafür auch Journalisten anlügen musste, um den Rektor nicht zu verärgern.

Ich hätte an diesem Punkt einfach sagen können: Okay, ich höre jetzt mit dem Judenkram auf. Ich war die ganze Zeit der Überzeugung, dass die Werte, für die ich mich einsetze, eine Solidarität zwischen religiösen und kulturellen Minderheiten, besonders zwischen Muslimen und Juden, der Kern des jüdischen Lebens in Europa sein wird. Aber anscheinend wollen viele Juden davon nichts wissen. Sie wollen sich fürchten, Opfer sein, erzkonservative und populistische Meinungen vertreten. Das Establishment möchte uns junge Juden nur dann unterstützen, wenn wir nach der verrosteten Pfeife tanzen.

Protest ist irgendwann keine Option mehr, es wird zur religiösen Pflicht. Ich möchte ein Rabbiner werden, der auch denjenigen eine Stimme gibt, die keine Privilegien genießen und unterdrückt werden. Ich erinnere mich daran, wie es den Juden Europas jahrtausendelang so erging. Wir kennen uns mit den Folgen von Rassismus doch aus!

Schon die jüdischen Propheten waren unter den zeitgenössischen Juden unpopulär. Sie sprachen sich für die Schwachen aus, kritisierten die Reichen für ihre Heuchelei. Der Talmud lehrt, dass wir immer die Möglichkeit wahrnehmen müssen, gegen die Ungerechtigkeit in der Welt zu protestieren.

Judentum bedeutet für mich, einen Kampf für die Gerechtigkeit zu führen. So interpretiere ich meinen Glauben.

Aber nun ist mir Unrecht geschehen. Und ich bin auf Eure Solidarität angewiesen.

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Unverantwortlich und die Folgen

Kurze Rückblende in den November 2015: Im Zuge der Debatte um Flüchtlinge aus Syrien wird behauptet, der Zentralratsvorsitzende Dr. Josef Schuster habe sich für Obergrenzen ausgesprochen. Hat er nicht getan, aber es wurde häufig wiederholt und dies kam den Freunden einer solchen Regelung (nach dem Motto »sogar die Juden wollen das!«) entgegen. Natürlich auch denen, die Juden nicht so super finden. Inmitten der Hysterie erschien in der taz ein Artikel in dem jemand mit den Worten zitiert wurde:

„Mein Vorschlag wäre, dass sich der Zentralrat der Juden zum Zentralrat der rassistischen Juden umbenennt.“

Bei facebook und twitter wurde das von Menschen geteilt die wohl ganz froh darüber waren, dass das endlich mal jemand sagt. Und es wurde von Menschen geteilt, die das nicht so gut fanden, dass da jemand mit einem schwerwiegenden Vorwurf hantiert.

Problem: Derjenige, der das Zitat in die Blöcke der taz zitiert hat, studierte am Abraham Geiger Kolleg und wollte gerne Rabbiner werden. An einem Rabbinerseminar an dem auch der Zentralrat beteiligt ist und das Rabbiner für Gemeinden ausbildet, die in Zentralratsgemeinden amtieren sollen (aber nicht ausschließlich).

Sprung in den März 2016: Mittlerweile hat es wohl eine Entschuldigung bei Dr. Josef Schuster gegeben und es wurde wohl auch festgestellt, dass der Student Vereinbarungen mit dem Abraham Geiger Kolleg nicht eingehalten hat. In der Konsequenz entschied man sich, dass der Student zwar sein Studium fortsetzen dürfe, allerdings nur mit einem akademischen Abschluss und nicht mit einer Ordination zum Rabbiner. Manchmal erweisen sich Kandidaten einfach als ungeeignet und wie es vom Abraham Geiger Kolleg heißt, machen 30% der Kandidaten den Abschluss nicht.

Damit hätte die Geschichte beendet sein können. Aber sie geht in eine weitere Runde. Die Geschichte taucht nämlich im SPIEGEL auf. Allerdings hat sich hier der Fokus der Geschichte verschoben. Nun heißt es plötzlich: Meinungsfreiheit.

Der potentielle Rabbiner habe für seine Meinung das Kolleg verlassen müssen.

Tatsächlich aber hat das Kolleg eine Vereinbarung mit seinen Studenten in der festgehalten ist, dass mediale Auftritte mit der Presseabteilung des Kollegs abzustimmen seien. Sie handeln nun nicht mehr als Privatpersonen, sondern als Repräsentanten des Judentums und des Kollegs. Laut Abraham Geiger Kolleg wurde der Student bereits im März 2015 darauf hingewiesen, dass auch er sich an diese Vereinbarung halten müsse. Pressekontakte sollten über die Presseabteilung des Kollegs erfolgen.

Und was macht ein angehender Rabbiner, der später viel Verantwortung tragen will? Er äußert sich in der taz – ohne Rücksprache mit der Presseabteilung. Eben der Text mit den Vorwürfen gegen den Vorsitzenden des Zentralrats.

Die Verantwortlichen für die Rabbinerausbildung am Abraham Geiger Kolleg, das Board of Rabbis, entscheiden darauf hin, den Studenten von dieser Ausbildung auszuschließen. Verbunden mit der Möglichkeit, sich nach 12 Monaten erneut zu bewerben.

Ein anderer Student wies darauf hin, dass die ganze Angelegenheit mit den Studenten des Kollegs in einer Fragen an den Rektor-Sitzung besprochen wurde. Die Angelegenheit wurde also wohl nicht hinter verschlossenen Türen diskutiert. In der Berichterstattung sieht es aber nun so aus und das ist ebenfalls nicht ganz unproblematisch. Man könnte auch auf den Gedanken kommen, die Institutionen wollten keinen jüdisch-muslimischen Dialog. Was nicht der Fall ist.

Aber vielleicht muss man die Dialogbereitschaft anderen absprechen, wenn man selber ähnliches im Angebot hat? Es ist vielleicht ein gutes Alleinstellungsmerkmal? Nämlich dann, wenn man sich für eine besondere Form des Dialogs einsetzt, die bis zur totalen Ausblendung existierender Probleme (Antisemitimus unter Migranten und deren Nachkommen in zweiter und dritter Generation) und einer, sagen wir mal, komplexen Haltung zum Staat Israel geht. Nun scheint gerade eine Märtyrer-Geschichte zu entstehen. Aber darum geht es nicht. Hier geht es einzig und allein darum, das Prinzip „Leben und Tod sind in der Gewalt der Zunge (Sprüche 18,21) verstanden zu haben.

Unverantwortlich, dies auf einer großen Bühne zu präsentieren.

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Time am 10. April 2016

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1) http://www.migazin.de/2016/04/06/abraham-geiger-kolleg-juedisch-muslimische/
2) http://www.achgut.com/artikel/der_rabbi_von_neukoelln_und_der_juedisch_muslimische_dialog
3) http://kolumne.gorki.de/kolumne-51/
4) http://www.sprachkasse.de/blog/2016/03/29/unverantwortlich-und-die-folgen/