Posts Tagged ‘Hugo Chavez’

Es wächst zusammen, was zusammen gehört

16. April 2019

Lesen Sie einen Beitrag von Stefan Frank von „mena-watch“ (1).

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Brothers in Crime:
Venezuela und die Terrororganisation Hisbollah

Weitgehend unbeachtet von der westlichen Welt ist Jorge Arreaza (s.o., Time), der Außenminister des venezolanischen Diktators Nicolas Maduro, Anfang April nach Beirut gereist. Dort wurde er nicht nur vom libanesischen Ministerpräsidenten Michel Aoun und Außenminister Gebran Bassil empfangen; laut einer Meldung der libanesischen Tageszeitung al–Joumhouria, über die südamerikanische und nahöstliche Medien berichtet haben – darunter auch PressTV, das Sprachrohr des iranischen Regimes –, traf Arreaza sich auch mit Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah.

Nasrallah ist einer der engsten Verbündeten des Maduro-Regimes. Worum es in den Gesprächen ging, ist nicht überliefert; man kann aber spekulieren. Beide Seiten eint nicht nur der Hass auf Israel und die USA, sie arbeiten auch eng bei kriminellen Geschäften zusammen.

Als das venezolanische Parlament im Januar den Parlamentspräsidenten Juan Guaidó zum Übergangspräsidenten Venezuelas ernannte und die Herrschaft des Maduro-Regimes akut gefährdet schien, war die libanesische Terrororganisation unter den ersten, die Solidaritätsbekundungen für Maduro abgaben: Jeder wisse, „dass es nicht das Ziel der USA“ sei, „Demokratie und Freiheit zu verteidigen, sondern sich die Ressourcen des Landes anzueignen und alle Staaten zu bestrafen, die sich der US-Hegemonie widersetzen“, sagte die Hisbollah in einer Erklärung vom 24. Januar, die von ihrem Satellitensender Al-Manar verbreitet wurde. Gleich am nächsten Tag traf sich Mohammad Raad, der Führer des parlamentarischen Hisbollah-Blocks „Loyalität zum Widerstand“, mit Venezuelas Botschafter in Libyen, Jesús González González.

Die weitgespannte Präsenz der Hisbollah in Lateinamerika ist bekannt, das gilt insbesondere für zwei Gebiete: Zum einen die Region rund um das Dreiländereck, wo Brasilien, Argentinien und Paraguay aneinander grenzen; sie gilt als ein Zentrum ihrer kriminellen Aktivitäten in Lateinamerika. Im 19. Jahrhundert wanderten dort die ersten Libanesen ein, viele weitere kamen in den 1980er Jahren im Zuge des libanesischen Bürgerkriegs; heute leben über 50.000 Libanesen in dem Gebiet. Der amerikanische Publizist Jeffrey Goldberg reiste 2002 in das Dreiländereck und berichtete über offenen Waffenhandel, einen Fluss, der zum Drogenschmuggel benutzt wird, von der Hisbollah veranstaltete Wochenendtrainingslager, ideologische Schulungen für Kinder und eine Industrie, die dazu da ist, Geld für die Hisbollah zu generieren, etwa durch die Herstellung von Raubkopien. Das alles geschah offenbar unter den Augen der Behörden, die das Treiben tolerierten.

Der andere Schwerpunkt der Hisbollah sind nach Erkenntnissen von US-Behörden Südamerikas zollfreie Zonen Iquique (Chile), Colon (Panama), Maicao (Kolumbien) und die zu Venezuela gehörende Insel Margarita, wo die Hisbollah unter anderem am Zigaretten-, Drogen- und Diamantenschmuggel verdienen soll. Sowohl in Venezuela als auch in Kolumbien kann sie auf sympathisierende Unterstützer bauen: die marxistischen Drogenrebellen der FARC in Kolumbien und das Regime von Maduro – bzw. früher Hugo Chávez – in Venezuela. Die venezolanische Verbindung reicht mindestens bis ins Jahr 2007 zurück, als Chávez und der iranische Ministerpräsident Mahmud Ahmadinedschad einen regelmäßigen Flugverkehr zwischen der venezolanischen Hauptstadt Caracas und Irans Hauptstadt Teheran einrichteten. Diese Flüge fanden zwischen 2007 und 2010 alle ein bis zwei Wochen statt und konnten von gewöhnlichen Bürgern nicht gebucht werden. Von Anfang an gab es einen Zwischenstopp in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Angeblich sollen Chávez und Ahmadinedschad die Flugverbindung „Aeroterror“ genannt haben.

2015 enthüllte das investigative brasilianische Wochenmagazin VEJA den Zweck der „Aeroterror“-Flüge. Laut venezolanischen Überläufern, die in die USA geflohen sind, so das Blatt, „wurden die Flüge genutzt, um Dutzende islamische Extremisten zu transportieren“, die über den Iran und Syrien in den Westen reisten, ohne erkannt zu werden. In Damaskus wurden sie nach Erkenntnissen amerikanischer Sicherheitsdienste mit echten venezolanischen Pässen ausgestattet. „Die Operation in Damaskus wurde damals vom Handelsattaché Ghazi Nasseraddin geführt, einem Libanesen mit venezolanischer Staatsbürgerschaft“, so die Zeitung weiter. Nasseraddin ist ein bekanntes Mitglied der Hisbollah und erhielt von Chávez in Venezuela Diplomatenstatus.

Roger F. Noriega, ein Berater von US-Präsident George W. Bush in lateinamerikanischen Angelegenheiten, beschrieb schon 2014, wie sich das Maduro-Regime an seine Verbündeten im Nahen Osten klammert, und nannte in diesem Zusammenhang auch Nasseraddins Rolle:

„Als Teil der radikalen, Anti-US-Agenda des verstorbenen Hugo Chávez hat das venezolanische Regime die Präsenz und Aktivitäten des Iran und der Hisbollah in der westlichen Hemisphäre gefördert und sogar finanziert. Jetzt, wo es vor einem Zusammenbruch steht, so gut wie bankrott ist, es schockierende Raten von Gewaltkriminalität, galoppierende Inflation und große Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln und Medizin gibt und in jüngerer Zeit auch Studentendemonstrationen gegen Maduros Regime …, wendet sich das Regime an diese Verbündeten.“

Einer der „gefährlichsten Agenten, die diesem Ruf gefolgt sind“, sei Ghazi Nasseraddin, „der 1971 in der libanesischen Stadt Bint Jbeil geboren wurde, die die Israelis die ‚Hauptstadt der Hisbollah’ getauft haben. Ghazis Eltern wanderten nach Venezuela aus, wo er kurz nach Chávez Regierungsantritt die Staatsbürgerschaft annahm“. Mit „mindestens zweien seiner Brüder“ betreibe er in Lateinamerika ein „ausgedehntes Netzwerk zur Geldbeschaffung und Geldwäsche“. Sein Bruder Oday sei ein langjähriger Aktivist in den von Hugo Chávez gegründeten „Bolivarischen Zirkeln“, die paramilitärisches Training erhalten, um den Chavismus zu verteidigen.

2008 – noch unter der Regierung von George W. Bush – erließen die amerikanischen Behörden Sanktionen gegen Nasseraddin und einen anderen mutmaßliche Agenten der Hisbollah, Fawzi Kan’an. Beide, so das US-Finanzministerium, seien für die Geldbeschaffung und das Arrangieren von Flugreisen verantwortlich und agierten von Venezuela aus. Über Nasseraddin hieß es in der Erklärung:

„Ghazi Nasseraddin ist ein in Venezuela ansässiger Hisbollah-Unterstützer, der seine Position als venezolanischer Diplomat und als Präsident des schiitisch-islamischen Zentrums von Caracas benutzt, um der Hisbollah finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Nasseraddin diente bis vor kurzem als Charge d‘ Affaires der venezolanischen Botschaft in Damaskus, Syrien, und wurde dann zum Direktor für politische Angelegenheiten in der venezolanischen Botschaft in Beirut, Libanon, ernannt“.

In Venezuela soll er seinerzeit laut den Informationen von VEJA eng mit dem ebenfalls aus dem Libanon stammenden damaligen Innenminister Tareck El Aissami zusammengearbeitet haben. Anders als andere Chávez-Getreue, die im Lauf der Zeit an Posten kamen, dann aber wieder geschasst wurden, blieb El Aissami immer an den Schalthebeln der Macht: Nachdem er den Posten des Innenministers aufgegeben hatte, wurde er Gouverneur des – verkehrsgünstig an der Karibikküste gelegenen – Bundesstaates Aragua, im Januar 2017 ernannte Maduro ihn zum Vizepräsidenten. Daraufhin setzte das dem US-Finanzministerium unterstehende Office of Foreign Assets Control El Aissami auf eine schwarze Liste. Die NZZ berichtete:

„Die USA halten ihn für einen Drogenhändler. Er soll im großen Stil Kokaintransporte aus Kolumbien über Venezuela nach Mexiko und in die USA organisiert haben sowie Kontakte zum Drogenkartell Los Zetas in Mexiko unterhalten.“

Laut VEJA soll El Aissami die „Aeroterror“-Flüge benutzt haben, um Drogen nach Syrien zu schicken: „Das von der FARC-Guerilla in Kolumbien produzierte Kokain wurde nach Venezuela transportiert und von dort im Frachtabteil von Flug VO-3006 nach Damaskus gebracht.“ Um zu erahnen, wie riesig dieser Kokainschmuggel über Venezuela ist, ist eine Meldung aus dem Jahr 2013 relevant: Damals wurden am Flughafen Charles de Gaulle in Paris an Bord einer aus Venezuela kommenden Air-France-Maschine 1,3 Tonnen reines Kokain sichergestellt. Es war der größte Drogenfund, der im Großraum Paris je gemacht wurde. Der Verkaufswert belief sich nach Aussagen der französischen Behörden auf über 200 Millionen Euro.

Ein anderer Geldbeschaffer der Hisbollah in Kolumbien und Venezuela ist Álex Saab, ein Kolumbianer libanesischer Herkunft. Die panamaische Website Panampost berichtete im Oktober 2018 unter Berufung auf die kolumbianische Tageszeitung El Tiempo, es gebe „zahlreiche Finanztransaktionen, die mit Álex Saab in Verbindung gebracht werden, ihren Ursprung bei der Zentralbank Venezuelas haben und nach Asien führen, nachdem sie vorher durch Steueroasen geflossen sind. Nicht nur Kolumbien ermittelt gegen Saab wegen Geldwäsche; sowohl die Vereinigten Staaten als auch Israel versuchen, seinen Aufenthaltsort zu ermitteln.“

Wie es in dem Bericht weiter heißt, war Saab „einer der Nutznießer“ von Venezuelas „irregulärem Lebensmittelimportprogramm“. Die venezolanische Regierung soll Saab für eines ihrer „Sozialprogramme“ Lebensmittel im Wert von 200 Millionen Dollar zu überhöhten Preisen abgekauft haben; Geld, das mutmaßlich der Hisbollah zugute kommt. Dass Maduro wissentlich überhöhte Preise zahlt, um die Hisbollah zu unterstützen, scheint unwahrscheinlich – er ist ja nicht in einer ökonomischen Lage, die es ihm gestatten würde, großzügig zu sein. Eher plausibel ist, dass es sich um Geldwäsche handelt, die es der Hisbollah erlaubt, Gelder aus ihren illegalen Aktivitäten gegenüber den internationalen Finanzaufsichtsbehörden auf einen legalen Ursprung zurückführen zu können.

Im Gegenzug wird sich die Hisbollah sicherlich bei Maduro finanziell erkenntlich zeigen. Dessen Interesse ist ja allein, an Geld zu kommen, ob es gewaschen ist oder schmutzig, kann ihm egal sein, da bei Staaten niemand fragt, woher sie ihr Geld haben (es wäre ja auch unmöglich, das zurückzuverfolgen). Und so wäscht eine Hand die andere. Für Maduro dürften die illegalen Geschäfte mit der Hisbollah eine der wenigen noch verbliebenen Finanzierungsquellen sein, nachdem er die zukünftige Ölproduktion und auch die Ölindustrie selbst weitgehend an China überschrieben hat.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2017 bekämpfen die USA, Argentinien und Brasilien die Hisbollah in Lateinamerika mit einigem Nachdruck; im September 2018 wurde ein wichtiger Terrorfinanzier der Hisbollah in Brasilien verhaftet (Mena Watch berichtete). Im Oktober 2018 erließen die USA umfassende neue Sanktionen gegen die Terrorgruppe und führen sie nun als eine der fünf größten Terrororganisationen der Welt. Umso wichtiger wird für die Hisbollah Venezuela als Stützpunkt, denn dort kann sie ihren kriminellen Geschäften nachgehen, ohne von Interpol behelligt zu werden.

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Time am 16. April 2019

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1) https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/partners-in-crime-venezuela-und-die-terrororganisation-hisbollah/

Deppen an der Macht

30. April 2018

Von Stefan Frank stammt ein Aufsatz über die katastrophale Währungspolitik Nazirans, den ich von „mena-watch“ habe (1).

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Der Iran auf dem Kurs Venezuelas in die Armut

Als Reaktion auf den rapiden Wertverlust der iranischen Währung – dem Rial – ergreift das Regime in Teheran mehr und mehr verzweifelte Maßnahmen. Seit September hat der Rial gegenüber dem US-Dollar mehr als ein Drittel seines Werts eingebüßt. Im April hat sich der Wertverlust noch einmal beschleunigt.

Auf dem „Schwarzmarkt“ – also dem echten Markt – kostete ein Dollar zuletzt über 60.000 Rial. „Der Mangel an Vertrauen in den Rial spiegelt das mangelnde Vertrauen in die Wirtschaft wider“, kommentiert das britische Nachrichtenmagazin Economist. „Der Immobilienmarkt stagniert, und der Bankensektor wackelt. Iraner greifen nach ausländischen Währungen, weil diese zu den wenigen vernünftigen Investments zählen, die verfügbar sind.“

Nun setzt das Regime das Instrument ein, das es am besten beherrscht: Repression. Bislang gab es für den Rial zwei Umtauschkurse: einen, der durch den freien Markt ermittelt wurde und einen offiziellen. Der offizielle Kurs des Rial lag immer über dem Marktpreis, doch nur Iraner mit guten Verbindungen zum Regime konnten davon profitieren, die anderen mussten auf der Straße den Marktpreis bezahlen, wenn sie an Dollar kommen wollten. Seit Jahren verspricht die Regierung Rohani, beide Kurse zu vereinen. Weil aber der offizielle Kurs stabil bleiben soll, wartete sie darauf, dass sich auch der Marktpreis stabilisieren würde. Die Hoffnung darauf ruhte auf der Aussicht auf bessere Beziehungen zum Ausland in Folge des Atomabkommens und einem sich in der Folge einstellenden Wirtschaftsaufschwung. Diese Hoffnung aber schwindet, und somit geht es auch mit dem Rial bergab.

Nun hat das iranische Regime das doppelte Umtauschsystem abgeschafft, doch anders als gedacht: Nicht der staatlich festgelegte Umtauschkurs wird abgeschafft, sondern der Markt. Am 10. April wurde der Kurs des US-Dollar auf 42.000 Rial festgesetzt – da stand der Greenback aber schon bei 61.000 Rial. Gleichzeitig wurde verkündet, dass jeder, der den Rial zu einem anderen Kurs handelt, dieselbe Strafe zu gewärtigen habe wie Drogenhändler. 200 Polizisten würden derzeit in Teheran gegen Devisenhändler eingesetzt, Hunderte Millionen Dollar und Euro seien beschlagnahmt worden, sagte der stellvertretende Polizeichef und General der Revolutionsgarden, Eskandar Momeni der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Das bleibt nicht ohne Wirkung; die Devisenhändler sind aus den Straßen verschwunden. Schon im Februar waren „nicht lizenzierte Geldhändler“ verhaftet worden. Dass man in Teheran nun kein Geld mehr wechseln kann, war völlig vorhersehbar für jeden, der die ehernen Gesetze des Marktes kennt: Setzt ein Regime den Preis einer Ware – in diesem Fall des Dollars – unter deren Marktwert fest, dann wird die Ware wie bei einem Schlussverkauf schnell ausverkauft und anschließend nicht mehr verfügbar sein. Genau das ist passiert. Bloomberg berichtet, was das im Alltag bedeutet:

„Am Dienstag um sechs Uhr morgens machte sich die Grafikdesignerin Najmeh Mohammadi, die gerade ein Flugticket gebucht hatte, auf zu den Devisenhändlern in Teherans Manutscheristraße, um dort die Dollars zu bekommen, die sie für ihre Auslandsreise braucht. Am Mittag wartete sie immer noch – und verlor die Hoffnung. Die 35-Jährige gehörte zu denen, die gehofft hatten, den Greenback zum neuen Umtauschkurs von 42.000 Rial kaufen zu können, den die Behörden Stunden zuvor festgelegt hatten, um den jähen Fall der Landeswährung zu stoppen, der die Wirtschaft und die politischen Kreise erschüttert. … ‚Ich werde meine Reise wohl absagen müssen’, sagt Mohammadi resigniert.“

Indem das Regime in Teheran für seine Währung willkürlich einen Fantasiewechselkurs festlegt, der weit über dem Marktpreis liegt, folgt es dem Weg Venezuelas, und die Konsequenzen werden ähnlich sein. Venezuela hatte die Währungskontrollen 2003 unter dem inzwischen verstorbenen früheren Staatschef Hugo Chávez eingeführt. Das hatte aus Sicht des Regimes zwei Vorteile: Indem es den Kurs der venezolanischen Währung einfach festsetzte, glaubte es, deren stetigen Wertverlust verschleiern zu können; ein freier Handel mit der Währung wurde in Venezuela verboten. Zudem erhielt der Staat so noch mehr Macht über private Unternehmen, da er von nun an bestimmen konnte, wer wie viele Devisen zugeteilt bekam.

Das Umfeld war damals ideal: Der Ölpreis begann in just diesem Jahr seinen rapiden Anstieg und vervierfachte sich in den folgenden fünf Jahren auf über 130 Dollar pro Barrel. Das spülte genug Dollar in die Kasse der venezolanischen Zentralbank, um die einheimische Währung tatsächlich zu dem von ihr (zu hoch) festgesetzten Kurs in Dollar wechseln zu können. Nicht für jeden Bürger Venezuelas natürlich, denn dann wären ihr schnell die Dollars ausgegangen. Nur ausgesuchte Unternehmen und Venezolaner, die ein Flugticket vorweisen konnten, kamen in den Genuss, bis zu 3.000 Dollar für einen viel niedrigeren Preis kaufen zu können, als der Dollar wert war. Das führte dazu, dass viele Venezolaner Flugtickets kauften, ohne zu reisen, und so ein glänzendes Geschäft machten, solange diese Politik währte.

Legt ein Staat den Umtauschkurs seiner Währung über ihrem Marktwert fest, subventioniert es de facto den Tausch seiner Währung in Fremdwährungen, indem er, die ausländische Währung billiger macht als sie ist. Das hat Folgen für Ein- und Ausfuhren: Die Exporte werden künstlich verteuert; der überhöhte Kurs der heimischen Währung wirkt wie eine Ausfuhrsteuer. Auf die Importe hingegen wirkt er wie eine Subvention. Das zeigte sich in den letzten Jahren auch im Iran, wo künstlich verbilligte Importe die heimische Produktion verdrängten.

Ein weiteres Problem: Um einen künstlich überhöhten Wechselkurs aufrechtzuerhalten, benötigt eine Notenbank Devisenreserven – und die können gar nicht groß genug sein. Denn naturgemäß hat außer der Notenbank niemand auf der Welt Interesse daran, etwa den Dollar zu einem niedrigeren als dem Marktpreis gegen iranische Rial zu tauschen. Jeder, der zu diesem Kurs tauschen will, kommt also zur Notenbank. Da sich schnell herumspricht, wenn jemand einen Dollar für 70 Cent verkauft, wird es bei freiem Umtausch eher eine Frage von Tagen als von Wochen sein, ehe der Notenbank die Devisenreserven ausgehen. Darum geht ein solcher Zwangskurs stets mit einer Reihe von anderen Zwängen und Beschränkungen einher: Der Umtausch wird immer rationiert und meist auf bestimmte Personenkreise beschränkt, die gute Verbindungen zum Regime haben oder bestimmte, festgelegte Anforderungen erfüllen.

Iranische Politiker und Ökonomen diskutieren bereits Maßnahmen, um den Abfluss von Devisen zu verringern, und einige wurden bereits umgesetzt: die Steuern auf Importe und Auslandsreisen werden deutlich erhöht, die Einfuhr von Waren muss vorab genehmigt werden, Exporteure müssen Gewinne zurück ins Land bringen. Zudem dürfen Iraner nur noch Devisen im Wert von höchstens 10.000 Euro außerhalb eines Bankkontos aufbewahren.

Selbst mit diesen Einschränkungen aber könnten der iranischen Notenbank die Devisen ausgehen. Ohne Devisenumtausch aber gibt es keine Importe, und ohne den Import dringend benötigter ausländischer Güter drohen Hunger und Not wie in Venezuela. Der in Paris lebende iranische Ökonom Fereidoun Khavand sagt, die neue Währungspolitik sei ein „sehr gefährliches Spiel“. „Die Gründe hinter dem Sturz der iranischen Währung sind vor allem die Außenpolitik der Islamischen Republik, die auf Konfrontation aus ist, sowie die Unsicherheit über die Zukunft des Atomabkommen (Joint Comprehensive Plan of Action – JCPOA) und dessen wahrscheinliche Aufkündigung durch die Regierung von Präsident Trump.“ Unterdessen machte der oberste geistliche Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei „ausländische Geheimdienste“ für die Krise verantwortlich. „Die Fußspuren der Ausländer und ihrer Geheimdienste sind in dem jüngsten Chaos des iranischen Währungsmarktes offensichtlich“, so Khamenei.

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Time am 30. April 2018

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1) https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/wertverlust-des-rial-der-iran-auf-dem-kurs-venezuelas/

Milieustudien #38: Terrorfedern

4. April 2013

Terrorfedern

Ein Ableger des „Muslim-Marktes“ von Hexe Özoguz und ihrem Gatten Dr. „Schreck“ Yavuz Özoguz ist die Webseite „Muslim-Essay“. Dort veröffentlichte am 9. März der Schiit Ali Chaukair eine Presseerklärung der Terrororganisation Hizballa (d.i. „Partei Allas“) zum Tode des venezolanischen Bolschewisten Hugo Chavez (1). In der recht wirren und die deutsche Sprache verhunzenden Übersetzung des (angehenden?) Juristen heißt es u.a.:

„Hizbullah, sowie der gesamte Libanon wird dem dahingeschiedenen Präsidenten niemals seine wahrhaftige Unterstützung des Libanon im Angsicht des zionistischen Feindes vergessen, welcher sich in seiner offensichtlich schönsten Form im Angriffskrieg 2006 zeigte… Präsident Chavez stellte sich mit Entschlossenheit der imperialistisch- (US-) amerikanischen Politik entgegen. Er ließ sich weder auf die verschiedenen US-Regierungen ein, noch beugte er sich deren Druckausübungen oder ließ sich von ihren Verführungen verleiten… Und außerdem bei der Unterstützung der Entrechteten und Unterdrückten in der Welt bleiben, und auf diesem Pfad, den er sein Leben lang ging – sich den (US-) Amerikansich- zionistischen Verschwörungen entgegenzustellen – schreiten.“

Bei „Muslim-Essay“ hegt man offenbar große Sympathien für die terroristische Hisballa. Hexe Özoguz wiederum ist die Schwägerin der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Aydan Özoguz und gern gesehene Kommentatorin im Blog von Leo „Bullie“ Brux (2), der wiederum gern gesehener Gast beim staatlich geförderten Ork-Unterwanderer-Organ „Migazin“ (3) ist. Leo ist ein guter Kumpel von Herrn J. Bade (4), einem der angesehensten „Migrationsforscher“ Deutschlands, d.h. einem Masterdimmi. Da ist offenbar schon seit längerem zusammengewachsen, was zusammengehört.

Die Hisballa ist eine Terrororganisation, die weit mehr als zehn Morde zu verantworten hat, und die anderen Genannten sind zumindest das, was man in Bezug auf die bolschewistische Mördertruppe RAF damals „Sympathisantensumpf“ nannte, sie sind ganz offenbar Unterstützer einer terroristischen Vereinigung.

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Time am 4. April 2013

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1) http://muslimessay.wordpress.com/2013/03/09/presseerklarung-der-hizbullah-zum-tode-chavez/
2) http://blog.initiativgruppe.de/
3) http://www.migazin.de/
4) http://kjbade.de/

Doch, sie sind Nazis!

16. Januar 2012

Die naziranischen Mullas wollten den Deutschen etwas über Freitag-den-dreizehnten-Imam sagen, aber sie waren zu geizig für einen deutschen Lektoren (1). Natürlich machen sie sich damit höchst lächerlich, aber ich bin vor allem ziemlich angewidert darüber, wie wenig Mühe man sich gibt, mich in meiner Muttersprache korrekt anzusprechen.

Kundgebung der naziranischen
Stellvertreterarmee Hisballa („Partei Allas“) im Libanon

Bei Leo diskutieren der „Meister“ und die Klügeren seiner Honks grade darüber, ob man den Naziran „faschistisch“ oder „nationalsozialistisch“ nennen darf (2). Ich sehe da zwar auch weniger auf die Feinheiten als das große Ganze und unterscheide nicht immer zwischen dem italienischen „Faschismus“, dem deutschen „Nationalsozialismus“ und dem japanischen „Shintoismus“, aber Leo machte mal wieder den Brux und hieb mit der verbalen Axt in seinen eigenen Fuß (3):

„Ich behalt mir mein Sarrazin-Exemplar – ich brauch es noch. So wie mein Exemplar von ‚Mein Kampf’.“

Na, wenn man das faktenbasierte, empathische und nachdenkliche Buch von Sarrazin mit dem großkotzigem und narzisstischen Gelaber eines monströsen Schlächters von vielen Millionen Menschen gleichsetzen darf, und also die Gleichung Totalitarismuskritiker = Totalitarismusfreund aufstellt, darf man ganz sicher auch die blutrünstigen naziranischen Monster als Nazis bezeichnen.

Was meint eigentlich Wiki? (4):

„… ruft Faschismus nach einer ‚spirituellen Revolution‘ gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von ‚andersartigen‘ Kräften und Gruppen, die sie bedrohen, zu reinigen. Faschismus tendiert dazu, Männlichkeit, Jugend, mystische Einheit und die regenerative Kraft von Gewalt zu verherrlichen. (…)

Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt.“

Das trifft auf Naziran zu, würde ich sagen, und ist auch durch und durch mohammedanistisch mit der Ausnahme, dass der Mohammedanismus so wie der Sozialismus eine supranationale globale Agenda verfolgt.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist das Führerprinzip, über das wir Dr. „Schreck“ Yavuz Özoguz (5) sprechen lassen:

„Militärbasen in der Türkei, in Afghanistan, Pakistan, Kuwait und Irak umzingeln den Urenkel Imam Husains, die Heiligkeit unserer Zeit Imam Chamene’i – Gott schütze ihn. Obwohl sich allein schon sein Lebensstil so eklatant von dem Lebensstil der Imperialisten und Kapitalisten unterschiedet…“

Über Kamnies Spießgesellen Mammut Gardinenstange sagte der dicke Hugo (6):

„Ahmadinejad ist eine liebevolle Persönlichkeit und ein außergewöhnlicher Politiker.“

Immer am Grabbeln, immer am Fingern, immer am Schmusen – mit Männern. Aber Schwule werden gehenkt: abartig!

Der Totalitätsanspruch weiterhin ist ganz selbstverständlich durch den Kloran gegeben, bindend ist das angebliche Wort des angeblichen Gottes Alla, und verkündet und gedeutet wird es durch die hierarchische Mullakaste.

Der am Militär orientierte Parteiaufbau ist gegeben, eine kulturstiftende, auf Mythen, Riten und Symbolen basierende, irrationale“ Religion ist gegeben, eine „korporative, hierarchische Wirtschaftsorganisation ist gegeben, ein totalitäres, in Funktionshierarchien denkendes Gesamtmodell der Gesellschaft ist gegeben. Minderheiten werden im Naziran blutig verfolgt, dies betrifft viele Gruppen von Christen über zwangsumgesiedelte arabische Minderheiten bis zu den Schwulen. Offener Staatsterrorismus (öffentliche Hinrichtungen, Razzien, Morde, Strafaktionen, Verschwindenlassen, massenhafte Folter usw.) wird als Machtmittel eingesetzt, Schauprozesse finden statt, ein eliminatorischer Judenhass wird als gesellschaftlicher Konsens installiert. Die Frauen werden systematisch herabgesetzt. Um von der eigenen Unfähigkeit, die Gesellschaft konstruktiv zu organisieren, abzulenken und die Massen in Bewegung zu halten, damit sie bloß nicht zur kritischen Reflexion kommen, sind die totalitären Systeme wie Kommunismus, Faschismus und Mohammedanismus auf permanente Unruhe, einen permanenten Ausnahmezustand angewiesen. Dr. Schreck:

Jeder Tag ist Aschura und jeder Ort ist Kerbela.“

Naziran legt sich mit der ganzen Welt an, mischt im Iran und in Afghanistan mit, unterhält im Libanon mit der Hisballa und ihrem Chef, nein, nicht lachen… Nasralla, eine Stellvertreterarmee, engagiert sich in Syrien, mordet in Argentinien undundund. Die Vorstellungen der naziranischen Machthaber sind absolut und alternativelos, eine Apokalypse wird wie vom deutschen Nationalsozialismus in Kauf genommen.

Dass Leo der Ansicht ist, Naziran sei natürlich keineswegs in irgendeiner Weise faschistisch oder nationalsozialistisch, wird ihm sicher ein paar leckere Böreks von seiner Freundin Hexe Özoguz einbringen…

Ach, nee, die ist ja eine deutsche Konvertitin und kann nicht kochen außer von Dr. Oetker. Pech gehabt, Leo!

Was den Nazislahm betrifft: Er wird dekonstruiert werden – in weniger als 50 Jahren!

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Ihr Montag-der-sechzehnte-Time

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1) http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/201446-teheraner-freitagsimam-feinde-haben-angst-vor-wissenschaftliches-wachstum-irans
2) http://initiativgruppe.wordpress.com/2012/01/14/wer-sein-kind-schlagt-macht-es-dumm-und-kriminell/#comment-19159
3) http://initiativgruppe.wordpress.com/2012/01/15/migrationsnews-2012-2-woche-u-a-uber-eine-sarrazin-entgiftung-blackfacing-parallelgesellschaft-einen-lubawitscher-den-terroristen-arid-u/
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie
5) http://www.muslim-markt.de/forum/messages/3431.htm
6) http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/201514-chavez-ahmadinejad-ist-eine-liebevolle-persoenlichkeit-und-ein-aussergewoehnlicher-politiker

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Lesen Sie auch:
https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/27/die-nazis-seid-ihr/