Posts Tagged ‘Imperialismus’

Entweder-oder aber nicht weder-noch

24. Juni 2009

Gestern haben die Orks mal wieder drei unserer Mitbürger getötet (1). Damit erhöht sich die Zahl in Afghanistan getöteter Deutscher auf 35! Wir werden uns dort aber nicht durchsetzen, wenn wir kein Verhältnis von 1:100 erreichen.

Wann also kann ich die 3.500 Orkkiller, männlich im Alter zwischen 15 und 45, über eine Strecke von sieben km in einer Reihe vor dem Präsidentenpalast aufgebahrt im Fernsehen sehen? Wenn NICHT 3.500 Skalps geholt werden sollen (was ja auch eine ziemlich eklige Angelegenheit wäre), wäre es vielleicht besser, unsere Truppen nach Hause zu holen. Da könnten sie uns hier helfen, die ganzen Orks, die sich bei uns breit gemacht haben (2), ihrerseits nach Hause zu geleiten (Auf dass sich trenne, was nicht zusammengehört)!

Jedenfalls finde ich 35 tote Mitbürger nur dafür, Präsenz zu zeigen oder Steuergelder an unsere Feinde zu verschenken, viel zu viel. Im aktuellen Spiegel heißt es: „Obama hat nach seinem Amtsantritt die US-Truppen verstärkt, um die Lage im Land zu stabilisieren. Er erwartet auch von seinen Bündnispartnern stärkeres Engagement. Mit zusätzlicher Militärhilfe tut sich Merkel schwer.“

Ich bin sicher, dass die Frage nach einer Erhöhung des deutschen Engagements nicht im alleinigen Ermessen unserer Kanzlerin liegt. Ich sehe eher Zeichen, dass sie dem Counterjihad weit näher steht als die meisten anderen Politiker und Wirtschaftslobbyisten. Aber unabhängig davon fehlt, so meine Meinung, den Deutschen ein einleuchtendes Konzept. Ich stimme zu, unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt, aber das ist uns nur eine Truppenaufstockung um 300 Mann wert, während Obama 21.000 zusätzliche Soldaten schickt?

Kewil hatte am 25. Juni 2007 ein paar Stellen aus Churchills „Story of the Malakand Field Force: An Episode of Frontier War“ übersetzt (3):

Weder die Landschaft noch die Menschen finden irgendwo auf der Welt etwas Ebenbürtiges. Die Mauern der Täler erheben sich steil fünf- oder sechstausend Fuß auf jeder Seite. Die Militärkolonnen kriechen durch einen Irrgarten von riesigen Korridoren, die von wilden, schneegenährten Sturzbächen unter einem Messinghimmel in Nebel gehüllt sind. Inmitten dieser Szenerie von wilder Brillianz wohnt eine Rasse, deren Eigenschaften mit ihrer Umgebung zu harmonieren scheinen. Außer zur Erntezeit, wenn die Selbsterhaltung einen temporären Waffenstillstand erzwingt, sind die Pathanenstämme immer mit kleinen oder großen Kriegen beschäftigt.

Jeder Mann ist Krieger, Politiker und Theologe. Jedes große Haus ist eine echt feudale Festung, zwar nur aus sonnengebackenem Lehm, aber mit Befestigungen, Kuppeln, Scharten, Ecktürmen, Zugbrücken, etc., wo nichts fehlt. Jedes Dorf hat seine Verteidigung. Jede Familie kultiviert ihre Vendetta; jeder Clan seine Fehde. Die zahlreichen Stämme und die Koalitionen von Stämmen haben alle ihre offenen Rechnungen, die gegeneinander beglichen werden müssen. Nichts wird je vergessen, und nur ganz wenige Schulden bleiben unbezahlt. Für das Funtionieren des sozialen Lebens wurde zusätzlich zu den Konventionen während der Erntezeit, ein hochgradig ausgearbeiter Ehrenkodex etabliert und der wird insgesamt genau beachtet. Ein Mann, der das weiß und dem folgt, könnte vielleicht unbewaffnet von einem zum anderen Ende der Grenze gelangen. Der kleinste Systemfehler jedoch wäre fatal…

Die Bequemlichkeit des Hinterladers, und noch mehr der Gewehre mit Magazin, wurde nirgends mehr geschätzt als im indischen Hochland. Eine Waffe, die auf fünfzehnhundert Yards genau töten konnte, eröffnete ganz neue vergnügliche Aussichten für jede Familie und jeden Clan, der sie erwerben konnte. Man konnte sogar tatsächlich im eigenen Haus bleiben und auf den Nachbarn in einer Meile Entfernung feuern. Man konnte hoch oben auf einer Felszacke liegen und auf ganz unerhört weite Entfernungen einen Reiter weit unten treffen. Selbst Dörfer konnten sich gegenseitig beschießen, ohne sich mühevoll weit von zu Hause weg bewegen zu müssen. Sagenhafte Preise wurden deshalb für diese ruhmreichen Produkte der Wissenschaft bezahlt… und der Respekt, den die Pathanen für die christliche Zivilisation hegten, wurde ziemlich vergrößert…“

Ziemlich unsympathische Leute, finde ich. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass da Hopfen und Malz verloren sind. Und ihr teuflisches Opium sollten sie bitte auch bei sich behalten.

Kürzlich sah ich den beeindruckenden Film „Von Löwen und Lämmern“ (4) des notorischen Linksliberalen Robert Redford (5) von 2007, der mE. sehr viel patriotischer, konservativer und counterjihadischer ist, als zB. orkisch-deutsche Filmkritiker glauben machen wollen (6). Weder eine derartige Klarheit, Tiefe und Thematik noch eine derartige Besetzung ist im deutschen Kino denkbar. Wie dem aber auch sei, es geht im Film ua. um die Etablierung einer neuen militärischen Strategie, die Churchills og. Beschreibung Rechnung trägt, indem sie die Besetzung aller Höhen des Landes verfolgt.

Nicht, dass ich davon Ahnung hätte, aber das ist doch mal eine konkrete Idee, und mich würde durchaus die ausführliche Meinung von Leuten interessieren, die Ahnung haben. Warum sollen wir Mädchenschulen bauen, die leerstehen, weil die Taliban alle Mädchen töten, und umgehend wieder niedergebrannt werden. Ich meine, auch für ein militärisches Testlabor ist der Tod von 35 „Versuchskaninchen“ ein viel zu hoher Preis. Also: Auf jeder Anhöhe braucht es einen westlichen Posten mit dem Auftrag, die Gegend zu sichern. Das könnte dem einen oder anderen Ork natürlich weh tun und mehr als 300 zusätzliche Soldaten erfordern. Aber wenn wir nicht genug Leute haben, könnten wir vielleicht welche leihen, zB. von den Kinesen…

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Time am 24. Juni 2009

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(1) http://www.n-tv.de/politik/Drei-deutsche-Soldaten-getoetet-article378393.html
(2) http://www.pi-news.net/2009/06/viel-mehr-moslems-in-deutschland-als-vermutet/
(3) http://kewil.myblog.de/kewil/art/176462276/
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Von_L%C3%B6wen_und_L%C3%A4mmern
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Redford
(6) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,513415,00.html

außerdem:
http://www.sueddeutsche.de/t5B38k/2912166/Sw-at-im-Tal-des-Todes.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,459228,00.html

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Aaafrika

26. April 2009

Am 25. April gab es in der FAZ einen dieser typischen Aufrufe abgehalfterter Künstler & Co. an die Bundeskanzlerin:

„… Wir stehen in der Pflicht, Afrika zu unterstützen. Denn Deutschland hat zugesichert, den Ärmsten der Armen zu helfen. Brechen Sie dieses Versprechen nicht. Unsere Glaubwürdigkeit in der Welt ist ein kostbares Gut – setzen Sie es nicht aufs Spiel!…“ So geht es munter weiter und von Prinz Asfa-Wossen Asserate über Günni Grass-gleichsetzt-es-was bis zu Roger Willemsen sind sie alle wieder dabei, nur Herbie fehlt, den hatte man wohl ganz vergessen zu fragen.

Auf der gegenüberliegenden Seite stand dies:

„UN: Lage in Darfur schlechter – Angeblich 300.000 Tote… Die Situation in Darfur habe sich in den vergangenen zwölf Monaten trotz der verstärkten internationalen Friedensbemühungen verschlechtert, sagte UN-Nothilfekoordinator John Holmes vor dem UN-Sicherheitsrat… Beunruhigt äußerte er sich zu den wieder zunehmenden sexuellen Übergriffen auf Frauen. Von den sechs Millionen Einwohnern Darfurs hätten knapp 4,3 Millionen unter den Folgen des seit fünf Jahren andauernden Konflikts DIREKT zu leiden. … Holmes… sprach jetzt von bis zu 300.000 Toten. Bisher war von mehr als 200.000 Toten die Rede. Der sudanesische UN-Botschafter Abdul Mahmoud Abdel Halim bezeichnete Holmes Schätzung als eine nicht zutreffende Übertreibung. Es seien HÖCHSTENS 10.000 (!, T.) Menschen getötet worden – tausend mehr, als seine Regierung bisher genannt hatte… Der Unamid stünden fast fünf Monate nach Einsatzbeginn weniger als 40 Prozent der im UN-Mandat vorgesehenen 19.555 Soldaten zur Verfügung… Immer noch fehlten vor allem Kampf- und Transporthubschrauber. Zudem kommen nach seinen Angaben die politischen Friedensbernühungen nicht voran. Es fehle der Frieden, den seine Mission überwachen solle.“

Oftmals werden dort die nahezu wehrlosen Hilfskonvois überfallen und ausgeraubt. Dies sollte vielleicht deshalb die Hilfe sein, die man den Afrikanern an erster Stelle gewähren sollte: die robuste Herstellung von Recht und Ordnung, sei es auch durch die Miete von Söldnertruppen wie Blackwater.

Denn am 21. April hatte Thomas Scheen in der FAZ zB. Folgendes geschrieben:

„Afrika ist vom Anstieg der Lebensmittelpreise besonders betroffen. Er ist der einzige Kontinent, der sich nicht selbst ernähren kann. Rund 30 Prozent der jährlich konsumierten Nahrungsmittel auf dem Kontinent müssen importiert werden. Dabei arbeiten zwischen 60 und 70 Prozent der afrikanischen Bevölkerung in der Landwirtschaft. Die Mehrzahl von ihnen aber lebt von Subsistenzwirtschaft, und da, wo Überschuss erzielt werden kann, fehlen häufig Vertriebs- und damit Vermarktungsinstrumente und damit nicht zuletzt Zugang zu Kapital. In Westafrika beispielsweise existieren nur in halbindustriellen Branchen wie etwa Baumwolle oder Kakao genossenschaftlich organisierte Vertriebsstrukturen.

Welches POTENTIAL indes in der afrikanischen Landwirtschaft steckt, verdeutlichen Zahlen der Afrikanischen Entwicklungsbank. So kommt… Burkina Faso auf eine Selbstversorgungsquote bei landwirtschaftlichen Produkten von 94 Prozent, obwohl LEDIGLICH 0,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche über Bewässerungssysteme verfügt. In Tschad liegt die Selbstversorgungsquote bei 95 Prozent und der Anteil von Ackerfläche mit Wasser bei nur 0,8 Prozent. Selbst Äthiopien, das immer wieder durch Hungersnöte auf sich aufmerksam machte, erwirtschaftet eine Selbstversorgungsquote von 89 Prozent, obwohl nur 2,5 Prozent der landwirtschaftlichen Gesamtfläche regelmäßig gewässert wird. Kongo-Kinshasa wiederum, das Land ohne Straßen, kommt auf eine Selbstversorgungsquote von 80 Prozent, und das, obwohl nur 0,1 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche über Bewässerungssysteme verfügen; unschwer vorzustellen, welche Produktionssprünge Afrika machen könnte, wenn die Bauern über Kapital für den Bau von Brunnen und Leitungen verfügten…“

Nur, diese Infrastruktur ist ja schon seit Jahrzehnten in Arbeit. Aber wenn mal was fertig ist, dann wird es zwei Tage später wieder abgebrannt oder ausgeschlachtet.

„In den einzigen afrikanischen Ländern mit einer hocheffizienten Landwirtschaft, nämlich Südafrika und Zimbabwe, bremsen Landumverteilungsprojekte größere Investitionen“, meint Scheen. Alles in allem sei die Menge der landwirtschaftlich genutzten Flächen auf dem Kontinent in den zurückliegenden Jahren kaum gestiegen, während gleichzeitig das Bevölkerungswachstum bei durchschnittlich drei Prozent gelegen hätte. „Diese extrem harten Lebensbedingungen haben längst zu einer Flucht vom Land in die Stadt geführt. Die Einwohnerzahlen der meisten afrikanischen Städte sind in den vergangenen zwanzig Jahren regelrecht explodiert, was umgekehrt bedeutet, dass immer weniger Bauern immer mehr Stadtbewohner ernähren müssen.“

Ich denke, auch wissenschaftliche Innovationen wie „Nerica“ (New Rice for Africa), eine neue Reis-Spezialkreuzung, werden die Probleme nicht wirklich lösen. Thomas Scheen: „Die Pflanze ist ebenso robust wie nahrhaft. In Sierra Leone und Guinea konnte Jones (ihr Erfinder, T.) die Bauern im Handumdrehen von den Vorteilen seiner neuen Reissorte überzeugen… In Nigeria und der Elfenbeinküste aber tut sich Jones schwer, weil die Bauern allem Neuen gegenüber misstrauisch sind. Das aber kann nicht einmal die Politik ändern.“

Das, was da mE. dringend angesagt ist, ist die Durchsetzung westlicher Lebens- bzw. Weltauffassung unter militärischem Schutz. Es muß ja nicht erneut „Imperialismus“ oder „Kolonialismus“ genannt werden. Wie wäre es zB. mit „robuste Lebenshilfe“?

Time am 26. April 2008

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Update vom 3. Juni 2008:

Heute macht die FAZ mit dem Titel „Hunger, Klima, Preise: Die UN halten einen Notfallplan erforderlich“. Jacques Diouf als Generalsekretär der Welternährungsorganisation FAO erinnerte die reichen Länder an ihre – nicht eingehaltenen – Versprechen, etwa jenes, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts Kopfsteuer (Jizia, genannt Entwicklungshilfe) bereitzustellen, kann man im Berliner Tagesspiegel lesen. Diouf stammt aus dem Senegal, welcher zu 95% mohammedanistisch ist, und zeigt sich auch gern in weißen, wehenden Ork-Kleidern. Der Tagesspiegel: „… die Lage wird immer drückender: Auch die Weltbevölkerung, die „Zahl der Esser“, wachse ja weiter, warnen UN und Weltbank. Für die Eindämmung des rasanten Bevölkerungswachstums müsste die internationale Gemeinschaft immense Beträge aufbringen. Nach Auskunft der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung kosten Verhütungsmittel für rund 200 Millionen Frauen in den Entwicklungsländern rund 3,9 Milliarden US-Dollar. Der Anstieg der Weltbevölkerung könnte durch Verhütungsmittel immerhin um 20 Prozent verringert werden.“ Ach so, ja klar, tolle Idee, mit Verhütungsmitteln könnte man das ja ganz einfach in den Griff bekommen, nur ist ja der böseböse Papst dagegen, auf dessen Wort im Senegal bekanntlich jeder hört.

„Hauptsache, satt werden“ sei die Devise in Westafrika, kann man unter http://www.tagesschau.de/ausland/faogipfel2.html bei der Tagesschau erfahren. Dort sei Reis das Grundnahrungsmittel und werde immer (seit wann eigentlich) zu allem gegessen. Nun habe sich der Reispreis verdoppelt. Jedoch: „Ein Leben ohne Reis können sich viele Afrikaner kaum vorstellen. Beispiel Guinea-Bissau: In dem Land boten Händler kürzlich mehr als 100 Tonnen vergammelten Reis an. Zu einem reduzierten Preis, versteht sich. Beim Kochen entwickelt der Gammelreis einen abstoßenden Geruch, manch einem wird dabei übel“, meldet Marc Dugge von der ARD. Man könnte zwar auch Spaghetti essen, die nur halb so teuer wie Reis sind, indes erfahren wir zB. aus Liberia: „Den meisten Liberianern kommen Spaghetti aber nicht in den Topf. Etta Greenfield, eine junge Kleiderverkäuferin aus Harper im Süden Liberias: ‚Wir bleiben bei Reis, auch wenn es hart ist. Spaghetti sind nicht schlecht, aber sie sind nun mal nicht unser Grundnahrungsmittel. Nur mit Spaghetti könnten wir nicht überleben.‘ Das ist echt cool, dass die so stur sind („Hätten Sie die Kopfsteuer lieber in 50ern oder in 100ern?“), aber die Überschrift stimmt doch nicht so recht, sie müßte lauten: „Hauptsache, MIT REIS satt werden“…