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Etappensieg

27. Juli 2010

Die heutige FAZ bringt einen Leserbrief von Karl Hafen von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zum Thema Burka.

Dazu möchte ich anmerken, dass bei allem völlig berechtigten Engagement gegen das abartige Frauengefängnis nicht vergessen werden darf, dass es sich bei der Burka um ein besonders evidentes und daher leicht zu treffendes Ziel handelt.

Der Burkabann (1) ist zwar genau deshalb ein gutes, weil er ein leichtes Ziel ist. Weil er eines ist, das der Counterjihad auch mit dem Rückhalt des „Vermummungverbotes“, mit der Sicherheitsargumentation, welche nicht primär eine counterjihadische ist, erreichen kann. Aber auch Kopftuchzwang, rabiatische Schrift und das Gewinsel der Muezzine sind unerträglich.

Der Sieg in dieser Frage wäre daher nur ein erster, kleiner, ein Etappensieg, der gleichwohl wichtig das Selbstbewusstsein des Counterjihad heben und ihn für seine große Aufgabe stärken würde: die vollständige Vertreibung des Mohammedanismus aus der Welt.

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Unter der Burka verliert die Frau ihre Identität

Zum Artikel von Alice Schwarzer „Der Schleier der Fundamentalisten“ (2). Mann und Frau genießen in Deutschland gleiche Rechte. Sie sind Rechtsperson, Verhandlungspartner, Vertragspartner. Das Gegenüber bei der Begrüßung anzusehen, als Zeuge oder Vertragspartner sein Gesicht zu zeigen, Gemütszustände wie Freude, Sorgen und Trauer erkennbar zu lassen, gehört in unserer Gesellschaft zum zivilisierten Umgang miteinander. Unter der Burka oder dem Nikab verliert die Frau nicht nur ihr Gesicht und ihre Identität, sondern auch Rechte und Würde. In Ländern, in denen Frauen nur verhüllt auf die Straße gehen dürfen, verschwinden sie aus dem öffentlichen Raum und sind dem gesellschaftlichen Zusammenleben entzogen. Selbst diejenigen, die ohne äußeren Zwang die Entscheidung gefällt haben, entziehen sich der Teilhabe an der Gesellschaft. Ihr Blick ist eingeschränkt, aktiv und passiv.

Es ist bislang kein Staat, keine islamische Gesellschaft bekannt, in der die Vollverschleierung nicht zu massiven Einschränkungen für die Frau geführt hat. Alles Gerede, dass der Frau in Afghanistan, in Arabien oder in Iran erst durch die Verhüllung Möglichkeiten der Teilhabe eröffnet würden, ist falsch oder Verharmlosung, denn zuerst wurden den Frauen entscheidende Rechte genommen, um sie ihnen unter der Bedingung des Schleiers teilweise zurückzugeben. Durch ein Verbot der Vollverschleierung wird weder das Recht auf Religionsfreiheit, noch die Meinungsfreiheit eingeschränkt, vielmehr werden den Frauen erst dadurch die Grundrechte garantiert. Es ist falsch zu argumentieren, ein Verbot nicht zu brauchen, weil die wenigen Verschleierten in der Öffentlichkeit nicht auffielen. Und wer meint, ein Verschleierungsverbot für muslimische Frauen fessele diese an die Wohnung, begründet ungewollt die Notwendigkeit eines Verbotes derartiger Freiheitsberaubung.

Zur Freiheit gehört das freie Gesicht. Wir wollen sehen, wer uns gegenübersteht, nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen, nicht nur aus Gründen der Verständigung und der Sicherheit, sondern weil es unserer Vorstellung von der Würde des Menschen entspricht. Jeder, der sich aus politischen oder religiösen Nöten bei uns niederlässt oder seine Religiosität hier erst erkennt, soll wissen, dass er hier aufgrund unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung frei sein kann und keine Angst vor Bestrafung fürchten muss, sondern vielmehr staatlichen Schutz vor Zwang und Unterdrückung erfährt oder einfordern kann, weil das Grundgesetz und unsere Gesellschaft seine Würde achten und schützen.

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Time am 27. Juli 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/07/16/erst-burkabann-und-dann/
2) Exzellenter Aufsatz von Alice Schwarzer unter: http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EA041CEEF683D4EA38C4F79429F60DFD6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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P.S., Thema Sanktionen gegen die iranischen Nazislamisten, Klaus-Dieter Frankenberger in der heutigen FAZ:

Schmerzhafte Sanktionen

Die Sanktionswaffe, welche die EU-Staaten am Montag gezogen haben, verrät den Ernst der Lage. Nicht aus Übermut, Böswilligkeit oder Selbstschädigungstrieb haben sie schmerzhafte Wirtschaftssanktionen gegen Iran verhängt, sondern weil sie erkannt haben, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um den Atomkonflikt mit Teheran auf vernünftige Weise beizulegen. Die Machthaber dort werden jetzt mit viel höheren Kosten für ihren militärischen Ehrgeiz konfrontiert werden als bisher. Denn wenn die Sanktionen befolgt werden, treffen sie den Kern der iranischen Wirtschaft, den Öl- und Gassektor. Für die EU ist dieser Beschluss ein überfälliger Beleg ihrer außen- und sicherheitspolitischen Ernsthaftigkeit. Es war nicht leicht, auf einem Feld Geschlossenheit mit Entschiedenheit zu verbinden, auf dem beachtliche kommerzielle Interessen zu berücksichtigen sind. Übrigens: Die Türkei, die sich neuerdings als Amme der Iraner aufführt, hat schon wissen lassen, dass sie die Sanktionen der Europäer unterlaufen werde. So viel zu türkisch-europäischen Gemeinsamkeiten in der Außenpolitik.

Atomgipfel = Irangipfel

13. April 2010

Die zivilisierte Welt rückt mehr und mehr gegen den Mohammedanismus zusammen. Mit Afghanistan und Irak sind zwei der für uns gefährlichsten Jihad-Stützpunkte bereits ausgeräuchert worden. Jetzt werden die Reihen um den Iran geschlossen. Klaus-Dieter Frankenberger schreibt in der heutigen FAZ über den „Atomgipfel“ in Washington.

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Nuklearer Albtraum

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist dies der Albtraum der internationalen Sicherheitspolitik: Sogenanntes vagabundierendes Atommaterial gelangt über skrupellose kriminelle Zwischenhändler in die Hände von Desperado-Regimen und/oder Terrororganisationen. Dieser Albtraum treibt den amerikanischen Präsidenten Obama nicht weniger um als die Regierung seines Vorgängers, die am „11. September“ erlebte, wie die Fiktion von der Wirklichkeit eingeholt wurde. Eine Terrororganisation, die in den Besitz von Atomwaffen gelangte, stellte die größte Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten dar, hat Obama zur Einstimmung auf die Konferenz über Nuklearsicherheit gesagt. Es ist eine dramatische Einstimmung – und die Zahl der teilnehmenden Staats- und Regierungschefs ist beispiellos.

Auch das ist ein Beleg dafür, wie ernst das Thema genommen wird, dessen Bedeutung der Regierungswechsel von Bush zu Obama nicht gemindert hat. Offenkundig halten die maßgeblichen Akteure der Weltpolitik die Vorstellung, dass ein nuklearer Sprengsatz in einer Metropole gezündet werden könnte, nicht für ein Hirngespinst. Und es fallen einem einige (islamistische) Gruppen ein, die das auf teuflische Weise nur allzu gerne bestätigen würden. Ein solch verheerendes Ereignis wäre nicht auf den Schauplatz beschränkt, es würde die Welt grundlegend verändern. Deswegen müssen alle Anstrengungen unternommen werden, Atommaterial überall umfassend zu sichern.

Deswegen muss darüber hinaus alles getan werden, die Weiterverbreitung von Atomwaffen und deren Trägersystemen zu verhindern. Wer der jüngsten amerikanisch-russischen Abrüstungsübereinkunft Beifall zollt, kann eine atomare Aufrüstung Irans nicht als das angeblich gute Recht nuklearer Habenichtse rechtfertigen – oder mit dem Hinweis auf das israelische Atompotential relativieren. Diese Gefahr muss gebannt werden; es kann keine neuen Ausflüchte geben. Weil das Regime in Teheran auch die Gesprächsangebote Obamas ausgeschlagen hat, führt jetzt kein Weg an Sanktionen vorbei. Russland und insbesondere China sollten sich nicht länger zu Handlangern Irans machen, sondern endlich einsehen, dass ein nuklear destabilisierter Mittlerer Osten überhaupt nicht in ihrem Sinne sein kann – genauso wenig wie Atommaterial, das auf „unerklärliche“ Weise in dunklen Kanälen verschwindet.

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Der bei weitem überwiegende Teil der Mohammedanisten ist arm, schlecht genährt, krank, dumm und ungebildet. Noch dazu sind sie tief in einem brutalen Irrglauben befangen. Dies sind, wie der britisch-amerikanische Schriftsteller Aldous Huxley in seiner Arbeit „Die Pforten der Wahrnehmung“ (1) schrieb, ideale Bedingungen für die Ausbildung von Wahnvorstellungen und Massenpsychosen (u.a. z.B. ausgelöst durch Unterversorgung des Hirns mit Zucker). Diese ausufernden psychischen Deformationen werden durch die grausame Kultur der Orks und von den grausamen mohammedanistischen Regimes in gewisser Weise eingehegt. Wann immer die Mohammedanaken jedoch die Möglichkeit haben auszuflippen, tun sie es in aller Zügellosigkeit. Denken Sie an die massenhaften Verstümmelungen und Selbstverstümmelungen beim iranischen Ashura-Fest, an die allgemein verbreiteten öffentlichen Hinrichtungen als Volksbelustigung und Kinderprogramm, an den Wahnsinn der Ich-Bomben.

Zentrum der Ork-„Kultur“ ist der Glaube an einen sadistischen und irrsinnigen Gott, der keinen Namen hat, sondern einfach nur „der Gott“ („Alla“) heißt (2). Von ungebildeten und kranken Menschen kann man nicht erwarten, dass sie religiöse Vorstellungen entwickeln, die über ihren ganz persönlichen Erfahrungshorizont hinausgehen. Deshalb werden diese von ihren unmittelbar vorgesetzten Mullas definiert und sind für die allermeisten Mohammedanallien absolut konkret bzw. animistisch. Da gibt es keine Zufälle oder sich bedingende Faktoren, alles sind Prüfungen, Strafen und Belohnungen des Alla. Alles wird keineswegs bildlich sondern vielmehr als direktes Zeichen der Existenz Allas und seines Wirkens gesehen, von der Tatsache, dass es am Tag hell und in der Nacht dunkler ist bis zum Regenzauber Klo H. Metzels, von dem die Hadithe berichten (3). So werden die meisten Ich-Bomber tatsächlich eine Belohnung von 72 Liebedienerinnen erwarten oder, wie im Fall des getöteten Topterroristen und Analverkehrspezialisten Noordin Top (4), den Erlass der eigentlich zu erwartenden, ewigen Strafe für ihren „verderbten“ Lebenswandel.

Alla hat für die Mohammedanaken ein Buch schreiben lassen, das ihn 1:1 abbildet und unveränderbar ist: den Kloran. Hierin wird die Stadt Jerusalem kein einziges Mal tatsächlich genannt, wohl aber dreimal eher beiläufig gemeint (5). Dessen ungeachtet haben die Chef-Mohammedanetiker diese Stadt zu ihrer drittheiligsten erklärt – kaum ein Ork kann ja lesen, was im „Bösen Buch“ drinsteht.

Jahrhundertelang war das Interesse an der Gegend, die die Römer nach dem ausgestorbenen Volk der Philister „Palästina“ genannt hatten, relativ gering. Als aber die im 20. Jahrhundert dorthin massenhaft eingewanderten Juden einen eigenen Staat „Israel“ gründeten, und damit das vormals unter der Herrschaft der Mohammedanerasten stehende Gebiet aus deren Sphäre herauslösten, demonstrierten sie dadurch die Nichtexistenz und Schwäche des Gottes „Der Gott“ oder zumindest die Bestrafung der Mohammedanusken durch durch den wie gesagt sehr konkret gedachten Alla, indem dieser ihren Feinden den Sieg gab (6). Indem dieser bestimmte, dass den sehr nomadisch-territorial denkenden Mohammedananern Land weggenommen werden müsse. Zuvor hatten sie ja schon zwei weitere Regionen verloren, die sie einst beherrscht hatten, nämlich Spanien und den Balkan, aber das war schon so lange her, dass es sie weniger schmerzte als die Existenz Israels. Jedoch steht natürlich auch die Rückeroberung dieser Territorien auf der Agenda, sobald der Staat Israel vernichtet worden ist.

An die Spitze Programms haben sich unterdessen die Klerikalfaschisten des Irans gesetzt. Am 20. Januar hatte Joseph Croitoru in der FAZ berichtet: „Noch deutlicher apokalyptisch gibt sich der schiitische Populärschriftsteller Schadi Faqih. Ein von ihm 2006 veröffentlichtes Buch trägt den Titel ‚Ahmadineschad und die nächste Weltrevolution‘. Auf dem Umschlag wird verkündet: ‚Ahmadineschad ist der Anführer der Mahdi-Armeen, der Jerusalem befreien wird.‘ Laut Filiu hat diese Schrift enorme Verbreitung gefunden und ist überall in den Schiitengebieten des Libanon zu haben.“ (7)

Ab dem Moment, wo das iranische Regime den Besitz der Atombombe meldet, ist es daher unter gegenwärtigen Bedingungen auch der gesamten orkischen Welt gegenüber verpflichtet, sie gegen Israel einzusetzen, da es andernfalls die Glaubwürdigkeit völlig verlieren würde. Der Besitz einer iranischen Atombombe ist m.E. also gleichbedeutend mit einem mittleren Atomkrieg in der Region, ggf. mit dem Ende Israels, ganz sicher dem Ende Irans.

Das sollten auch solche Vollhonks wie Daniel Borer begreifen, der der FAZ folgenden Leserbrief schrieb (8): „Nuklearwaffen in der Hand Israels – DAS ist für mich und für viele die grösste, die allergrösste Sorge. Wenn die schon im konventionellen Krieg so viele Palästinenser umbringen, wie viele werden sie dann umbringen, wenn es ‚ernst gilt‘??? Wird dann die atomare Verseuchung halt machen an den Grenzen? – oder werden wir dann auch einen ‚Hauch‘ abbekommen?“ Er hat Angst, dass Israel Atomwaffen direkt neben seinen Grenzen einsetzt, weil der Fallout das Tausende Kilometer entfernte Deutschland erreichen könnte. So ein gewissenloser Kretin, so eine Schande für unsere Nation.

PI zitiert heute Michael Totten über den amerikanischen Agenten Reza Kahlili (9): „Er denkt, dass Präsident Mahmud Ahmadinedschad und der oberste Führer des Wächterrates Ali Khamenei voll und ganz beabsichtigen, Kernwaffen zu benutzen, sobald sie sie diese erworben haben, entweder durch das Explodierenlassen in feindlichen Städten im Nahen Osten oder aber dadurch, die Energiequellen der Welt in Geiselhaft zu nehmen.“ Totten meint über Kahlili: „Einige mögen verlockt sein, Kahlili als iranische Version von Ahmed Chalabi, dem Vorsitzenden des irakischen Nationalkongresses, abzutun, der US-Geheimdienstagenten vor dem Irakkrieg selbstdienliche Geschichten erzählte“, aber er selbst hält ihn für glaubwürdig.

Totten empfiehlt die Beseitigung des Regimes: „Der schlechtestmögliche Entwicklungsverlauf wäre ein regionaler Krieg welcher das iranische Atomprogramm nicht aufhält, während das Regime an der Macht bleibt. Wenn sich die Israelis dazu entscheiden, Gewalt anzuwenden, sollten die Atomkraftwerke nicht das Ziel sein. Die Regierung sollte das Ziel sein. Und die USA sollten Israels Engagement unterstützen und sogar assistieren, egal wie erzürnt amerikanische Beamte sein werden. Das Letzte was irgendjemand von uns braucht, ist eine blutbefleckte iranische Regierung mit Wahnvorstellungen der Unbesiegbarkeit, die später die Waffen des Genozids erwirbt und dann auf Rache aus ist. Wie Ralph Waldo Emerson berühmte Aussage besagt: „Wer auf einen König schießt, muss ihn vernichten.“

Ich stimme ihm zu. In diesem Sinne ist auch nicht relevant, ob Chalabi die Amis angeflunkert hat oder dass keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden wurden. Wesentlich für den m.E. absolut richtigen Einmarsch in dieses Land waren die vollmundigen Drohungen Saddams gegen Amerika, Israel und den Westen, seine Unterstützung von Terroristen und die Verweigerung der Zusammenarbeit und Transparenz. All dies findet man auch in Bezug auf den Iran.

Wir werden sehen, wie ein Embargo verhängt wird, wie es unterlaufen wird, wie der Iran die Bombe einsetzt und vernichtet werden wird. Es sei denn, die Mullas geben vorher Anlass, sie auf Saddams Weg zu schicken.

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Time am 13. April 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Pforten_der_Wahrnehmung
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/05/der-alla-hubal/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/der-kloran-8-keins-ist-eins/
4) http://www.vexnews.com/news/6538/top-or-bottom-supposedly-devout-muslim-fundamentalist-terrorist-enjoyed-being-sodomised-between-mass-murder-missions/
5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/22/alla-ist-zionist/
6) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/18/die-judenverschworung/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/29/israel-muss-gehalten-werden/
7) http://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/20/konservativer-und-revolutionarer-mahdismus/
8-http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~EACC1795527364DEA842E6FB514F8F713~ATpl~Ekom~SKom.html#369629
9) http://www.pi-news.net/2010/04/wer-auf-einen-koenig-schiesst-muss-ihn-vernichten/

Licht aus dem Pferch in den Pferch

10. Januar 2010

Bahaitum: Die Schreine beider Religionsstifter
und die weiteren Bahai-Pilgerstätten in Haifa und Umgebung
gehören zumWeltkulturerbe.

FAZ-Ali Rainer Hermann hatte sich schon immer von den anderen FAZ-Alis durch sein Detailwissen unterschieden, weshalb ich seine Beiträge trotz unverhohlener Sympathien für den Mohammedanismus stets für lesenswert hielt. In der letzten Zeit scheint zudem bei ihm die Erkenntnis dazugekommen zu sein, dass unsere westliche Gesellschaft ein ernsthaftes Problem mit den Orks hat, und dass wir grade auch auf das Wissen so engagierter Orientalisten, wie er einer ist, angewiesen sind. In der gestrigen Ausgabe der FAZ berichtete er über die Verfolgung der Bahai im Iran.

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Als Spione verunglimpft

In Iran nimmt die Unterdrückung der
religiösen Minderheit der Bahai zu

WENIGSTENS bekommen die sieben Mitglieder des informellen Führungsgremiums der Bahai nun einen Prozess. Im Mai 2008 sind die zwei Frauen und fünf Männer verhaftet worden; seither saßen sie im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis. Der Prozess ist für Dienstag angesetzt. In dem SCHNELLVERFAHREN wird die Urteilsverkündung am selben Tag erwartet. Die Verteidigung der sieben Angeklagten hat das „Defenders of Human Rights Center“ übernommen, zu dessen Gründern die Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi gehört. Ihr wurde jedoch JEGLICHER Kontakt zu den Verhafteten VERWEIGERT, und im vergangenen Jahr ist eine ANWÄLTIN der Kanzlei VERHAFTET worden.

Nichts Gutes verheißt zudem, dass am 3. Januar die Zahl der in Iran inhaftierten Bahai auf 48 stieg. 13 Bahai wurden in ihren Wohnungen festgenommen und im Geheimdienstministerium verhört. Sie sollten zu Erklärungen GEZWUNGEN werden, dass sie sich nicht an Kundgebungen gegen das Regime beteiligten. Die Bahai wiesen eine Mitschuld an den gewaltsamen Ausschreitungen zurück und betonten den FRIEDLICHEN Charakter ihres Glaubens. In den staatlichen Medien hatte jedoch längst eine neue KAMPAGNE gegen sie eingesetzt. Sie UNTERSTELLTEN ihnen eine Rolle bei den blutigen Ausschreitungen vom 27. Dezember und an den Tagen danach. Mutmaßlich soll damit die Bevölkerung auf das Urteil EINGESTIMMT werden.

Zwei Meldungen waren besonders bemerkenswert. Die Nachrichtenagentur Fars verbreitete ein Interview mit dem REGIMETREUEN Politikwissenschaftler Nimatullah Bavand, der behauptete, die BAHAI stünden „unter der Führung des ZIONISMUS“ hinter den jüngsten Protesten. Als Beleg nannte er eine BERATERIN des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten und Oppositionsführers KARRUBI, die die Bahai verteidigt HABE. Gegenwärtig würden sie und ihr Mann in Großbritannien zu SPIONEN ausgebildet. Die konservative Zeitung Javan „enthüllte“ den Einfluss der Bahai auf Oppositionsführer MUSSAWI. Eine Folge sei gewesen, dass Anhänger Mussawis vor den Augen von Gläubigen, die die Aschura-Zeremonie begingen, auf der Straße der Revolution, wo die blutigsten Auseinandersetzungen stattfanden, den KORAN ZERRISSEN hätten.

Im vergangenen Herbst hatte Fars dem Hodschatoleslam Mochtarzadeh, einem Geistlichen mittleren Ranges und Vertrauten des Revolutionsführers Chamenei an der Universität Urumijeh, viel Platz eingeräumt. Er kündigte neue „WISSENSCHAFTLICHE Programme“ an, die den Unterschied zwischen den beiden „ABARTIGEN mystischen SEKTEN der BAHAI und der WAHHABITEN“ herausarbeiten würden. Die STUDIEN sollten im Land verbreitet werden. Dass es KEINEN großen UNTERSCHIED zwischen den beiden gebe, erläuterte die Zeitung Kayhan, die dem Revolutionsführer Chamenei untersteht, am 22. November. BEIDE seien das Werkzeug des BRITISCHEN Kolonialismus, behauptete sie. Zufrieden zeigte sie sich, dass nun wenigstens die „Spione der Bahai“ inhaftiert seien. TRADITION hat in der Islamischen Republik, dass die Bahai als SÜNDENBÖCKE herhalten müssen, indem sie als „Spione“ und „Zionisten“ verunglimpft werden, als Feinde der nationalen Sicherheit und des schiitischen Islam. Offenbar will das Regime damit die uninformierte Öffentlichkeit gegen die Bahai einnehmen. BEVOR die staatlich gelenkten Medien den Bahai eine Mitschuld für die Proteste unterstellten, war „Spionage für ISRAEL“ die am häufigsten verwendete Beschuldigung. Hintergrund ist, dass der Religionsgründer Bahaullah nach seiner Vertreibung 1853 aus Teheran und einer 15 Jahre dauernden Wanderschaft 1868 in Akko ankam, wo er 1892 starb. Akko liegt HEUTE in Israel.

Die Bahai sind trotz einer langen Geschichte der Verfolgung mit 350.000 Gläubigen die GRÖSSTE religiöse Minderheit Irans. Anders als die CHRISTEN, JUDEN und ZOROASTRIER nennt die Verfassung sie aber NICHT als eine geschützte religiöse Minderheit. Denn im Mittelpunkt der Lehre der Bahai steht die Lehre Bahaullahs, dass Gott seinen Bund mit dem Menschen durch weitere Offenbarungen des göttlichen Willens immer wieder erneuere. Die Bahai ERKENNEN Mohammed zwar als PROPHETEN an, nicht aber als „SIEGEL der Propheten“, dem kein weiterer folge. Damit setzen sich die Bahai in Widerspruch zur islamischen ORTHODOXIE. Sie fordern auch den schiitischen Islam heraus, der die Wiederkehr des entschwundenen zwölften Imam als Messias erwartet. Für die Bahai war der Messias in der Gestalt Bahaullahs zurückgekehrt.

Diese Lehren führten schon im 19. Jahrhundert unter der Qadscharen-Dynastie zur Verfolgung der neuen Religion, ihre Anhänger wurden MASSAKRIERT. Unter den beiden Pahlewi-Schahs entzogen Gesetze den Bahai die bürgerlichen RECHTE. Sie wurden aus dem Staatsdienst ENTLASSEN und ENTEIGNET. Eine SYSTEMATISCHE Verfolgung der Bahai wegen ihrer religiösen Überzeugung setzte erst mit der REVOLUTION von 1979 ein. Ihre Andachtsstätten und Friedhöfe wurden ZERSTÖRT, die Aufnahme in Universitäten wurde verweigert, teilweise sogar in Schulen. Es gab POGROME, PLÜNDERUNGEN und Verbote, mit ihnen GESCHÄFTE zu machen. Die Verweigerung der Glaubens- und der Religionsfreiheit sowie des Rechts auf Arbeit und Bildung verfolgt das Ziel, die Gläubigen zu marginalisieren und zu einer ungebildeten, armen Randgruppe zu machen. Bis 1985 wurden 210 Bahai, unter ihnen ihre GESAMTE GEWÄHLTE Führung, HINGERICHTET. Mehr als 10.000 Gläubige flohen ins Exil.

Unter Staatspräsident CHATAMI (1997 bis 2005) konnten die Bahai ein weitgehend unbehelligtes Leben führen, auch wenn sich ihre RECHTLICHE Situation nicht verbesserte. Der am 20. Dezember 2009 verstorbene Großajatollah MONTAZERI forderte in einer Fatwa, den Bahai ALLE Bürgerrechte zu gewähren, die ihnen als iranische Staatsbürger zustünden. Seit dem Amtsantritt von Staatspräsident AHMADINEDSCHAD hat sich ihre Lage DRAMATISCH verschlechtert. Das ist auch eine Folge des wachsenden Einflusses der schiitischen GEHEIMGESELLSCHAFT Hodschatije. Scheich Mahmud Halabi hatte sie in den fünfziger Jahren gegründet, um die zunehmende Popularität der Bahai zu bekämpfen. Denn die Bahai erkennen beispielsweise die GLEICHBERECHTIGUNG von Mann und Frau an. Gefallen an der Religion fanden die INTELLEKTUELLE Elite und die JUGEND. Revolutionsführer Chamenei soll langjähriges Mitglied der Hodschatije sein. Als eine ihrer Schlüsselfiguren gilt Ajatollah Mesbah-Yazdi, der spirituelle Mentor Ahmadineschads.

Nach einem Bericht der Vereinten Nationen vom Oktober 2005 hat Chamenei die Sicherheitskräfte angewiesen, alle Mitglieder der Bahai „zu identifizieren, zu registrieren und dauerhaft zu überwachen“. Das geschieht unter Ahmadineschad, der die Daumenschrauben anzieht. WILLKÜRLICH Verhaftete werden gegen HORRENDE Kautionszahlungen freigelassen. Zerstört werden Friedhöfe wie in Yazd und Nadschafabad. In vielen Städten des Landes werden Bahai Lizenzen zur Führung eines Betriebs oder Ladens entzogen. Ist ein Antragsteller als Bahai bekannt, bekommt er keinen Bankkredit. Es gibt Aufrufe, nicht bei Bahai einzukaufen. Das Erziehungsministerium warnt Schüler davor, Kontakt zu Bahai zu haben. Studenten werden von den Universitäten verstoßen. Die Maßnahmen schüchtern ein; und sie verfolgen das Ziel, den Bahai jede Chance auf Bildung und Einkünfte zu nehmen.

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Dieses Einprügeln auf eine Minderheit ist neben Führerkult und offenem Terror ein weiteres Kennzeichen für einen faschistischen Staat, aber ich könnte mir denken, dass im Fall der Bahai, die mit fünf bis acht Millionen Mitgliedern die vermutlich siebtgrößte Religionsgemeinschaft der Erde stellen, noch mehr dahintersteckt.

Zum Beispiel haben im Iran nicht nur Juden und Christen den ihnen vom Kloran zugestandenen Dimmi-Status, sondern auch die Zoroastrier. Anders, als Wiki nahelegt (1), ist dies jedoch nicht kloranisch, in 2/59, Recl.S.32 heißt es: „Siehe sie, die da glauben, und die Juden und die Nazarener und die Sabäer“, wobei unter Sabäern laut A. Schimmel die „Johanneschristen“ zu verstehen sind (2). Die Zoroastrier tauchen ein einziges mal im Kloran auf, und zwar als „Magier“ in 22/17, Recl. S.314, sie werden dort lediglich erwähnt aber keineswegs in den Dimmi-Status erhoben: „Siehe, die Gläubigen und die Juden und die Sabier (3) und die Christen und die Magier und die Polytheisten – Allah wird zwischen ihnen entscheiden am Tag der Auferstehung“.

Ich denke, dass der Hass der Mohammedanisten auf die Bahai, wie R. Hermann dies ausführt, vor allem durch deren Anschauung ausgelöst wird, dass Klo nicht der letzte und größte der Propheten ist, sondern dass die Geschichte der Menschheit weitergeht. Bewegung, Entwicklung: für eine gesellschaftlich auf vollkommene Stasis gerichtete Ideologie eine Todsünde. Kritik, wissenschaftliche Methode: fundamentale Bedrohung für die Priesterkaste. Gleichberechtigung und Kooperation: Antagonisten jedes gewaltbasierten Systems.

Ein Überblick bei Wiki (4) zeigt weitere gravierende Gegensätze zum Mohammedanismus: „Nach dem Glauben der Bahai steht der Mensch von allen Schöpfungswerken Gott am nächsten, da er mit einem freien Willen, mit Vernunft, einer unsterblichen Seele und der Fähigkeit ausgestattet wurde, Gott zu erkennen und einen Bund mit ihm einzugehen. Das Leben im Diesseits wie im Jenseits wird als eine kontinuierliche mystische Reise zu Gott betrachtet. Himmel und Hölle sind für die Bahai Symbole für die Nähe oder Ferne zu Gott. Eine gewisse ‚Einheit’ mit Gott kann der Mensch bereits zu Lebzeiten erlangen. Das Leben in dieser Welt ist dazu bestimmt, geistige Fähigkeiten zu entwickeln, die für das Leben im Jenseits benötigt werden. Als geistige Fähigkeiten gelten Tugenden wie die Nächstenliebe, Dankbarkeit, Vertrauenswürdigkeit, Gottvertrauen, Demut und Geduld.

Selbstkasteiung, ‚Einsiedelei und harte Askese’ werden ebenso abgelehnt wie ein hedonistisches Leben im Überfluss. Baha’u’llah empfiehlt, das ‚rechte Maß’ zu halten, und sieht im ‚Dienst am ganzen Menschengeschlecht’ das Kriterium wahren Menschseins. Gesellschaftliches Engagement und soziale Verantwortung, die aktive Gestaltung der Welt, werden als natürliche Folge individueller Spiritualität betrachtet und sind von dieser nicht zu trennen. (…)

Ein zentraler Grundsatz der Bahai ist, dass Religion nicht der Vernunft und der Wissenschaft widersprechen dürfe. Als wichtigstes Element der Religion bezeichnete Abdu’l Baha die Nächstenliebe. Religion, die zu Zwietracht führt, verfehle ihren Zweck, und es sei besser, ohne sie zu leben. (…)

Konflikte aus religiösen Gründen werden abgelehnt, denn das Ziel von Religion ist es ‚das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen’ und sie soll ‚nicht zur Quelle der Uneinigkeit und der Zwietracht, des Hasses und der Feindschaft werden’.

Zu anderen Religionen besteht von Seiten der Bahai nicht nur aufgrund dieser Gebote ein gutes Verhältnis, sondern auch weil sie in Gott den ‚Herrn aller Religionen’ sehen. So gelten etwa Adam, Abraham, Moses, Zarathustra, Krishna, Siddhartha Gautama, Jesus Christus, Mohammed, der Bab und Baha’u’llah als Manifestationen Gottes.“

Dass die Bahai auch Klo H. Metzel als Manifestation Gottes ansehen, war sicher nett gemeint, aber es geschah doch in Unkenntnis seiner Leere – fatal, wie sich dieser Tage im Iran herausstellt. Auch andere Eigenheiten erinnern übrigens an den (z.T. gemilderten) Mohammedanismus:

„Eine zentrale Bedeutung haben die Fastenzeit und das Gebet, insbesondere die Pflichtgebete, die in drei unterschiedlichen Längen und Formen zur Auswahl stehen. Gefastet wird an 19 Tagen im Jahr… Fasten bedeutet für die Bahai völlige Enthaltung von Speise und Trank zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Vom Fasten ausgenommen sind Reisende und alle, die aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten sollten. Weitere wichtige Gebote Baha’u’llahs sind das tägliche Lesen in den Heiligen Schriften, sowie die tägliche 95malige Rezitation des Größten Namens. Baha’u’llah verbietet den Bahai… Dinge zu konsumieren, welche sie ihres Verstandes berauben, es sei denn, es ist medizinisch notwendig. Wie an anderer Stelle erläutert wird, sind damit auch Glücksspiel, alkoholische Getränke und Drogen gemeint. Die Heiratszeremonie, welche als Form nur eine einfache Trauformel kennt, ist nur zwischen Frau und Mann möglich und erfordert die Zustimmung aller noch lebenden Elternteile, was vor allem die Einheit innerhalb der Familie stärken soll.“

Hierin sehe ich nun eine weitere Eigenschaft der Bahai, die die Todfeindschaft der Orks herausfordert. Es ist doch vermutlich so, dass deren überwiegender Teil sich weniger über die Texte, die eh die wenigsten kennen, definiert sondern vielmehr über etwas, das man Kultur nennen könnte. Dies sind z.B. spezielle Gerichte, Musik, Dichtung, Landschaften, Erinnerungen, Spiele, Lebensarten usw. Der Mohammedanismus behauptet sich als Rahmen für diese positiv bewerteten Aspekte des Lebens. Tatsächlich ist er ein Rahmen, aber einer, der die Menschen in Gefangenschaft hält, er ist ein PFERCH im Sinne Leskows (5). In der Fremde emfinden die Orks den Mohammedanismus als den ihre Gemeinschaft umschließenden Panzer, der sie vor der westlichen Umgebung schützt und ihnen hilft, ihre geliebte althergebrachte Kultur zu bewahren. Nicht nur in der Fremde, auch in der eigenen Heimat wird er als Bewahrer des Bestehenden gegen das verwirrend Neue, die Globalisierung, die in jedem Lehmloch der Erde zu spüren ist, empfunden. Die Orks verstehen nicht, dass einerseits dem Mohammedanismus die Kultur, um die es ihnen eigentlich geht, völlig egal ist, da er nichts weiter als herrschen will. Sie verstehen weiterhin nicht, dass der Westen außerordentlich an ihrer Kultur interessiert ist, er will bloß das archaische Gewaltsystem Mohammedanismus nicht übernehmen. Die Bahai nun sind aufgrund ihres orientalischen Ursprungs in der Lage, althergebrachte Kultur zu vertreten und weiterzutragen aber das Gewaltsystem abzustreifen. Sie sind daher eine direkte, unmittelbare Konkurrenz zum Mohammedanismus – sie sind aus der alten Kultur hervorgegangen aber modern. Sie könnten „Licht in den Pferch bringen“.

Mancher mag das Bahaitum als Synkretismus abwerten, es ist in meinen Augen aber eine offenbar sehr menschenfreundliche, kooperative, positive Religion. Sie ist sicher in der Lage, in Freundschaft und zum gemeinsamen Vorteil mit allen anderen Religionen (außer jener Anti-Religion) die Menschen Gott näher zu bringen. Das Bahaitum trägt starke orientalische Züge, aber ich kann in ihm keine „mohammedanistische Sekte“ erkennen – eher ein Licht, aus dem Pferch, in den Pferch. Die iranischen Mad-Mullas verfolgen die Bahai: Grund genug, sie mit aller Kraft zu unterstützen.

Time am 10. Januar 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Buchreligion
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Johanneschristen
3) verm. syn. Gebrauch zu Sabäer, s. Wiki:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sabier
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Bahai
5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/15/der-pferch/

Iran hat fertig

23. November 2009

Häufiger Gastautor in der FAZ ist der ehemalige Ministerialdirektor im Bundesverteidigungsministerium Dr. Hans Rühle. Vor drei Tagen vertrat er in einem umfangreichen Artikel die Auffassung, daß Iran im Prinzip schon jetzt jederzeit bereit sei, Atomraketen auf den Weg zu bringen. Der Aufsatz bringt einen spannenden Überblick über die Finten der iranischen Nazislamisten und lässt keinen Zweifel daran, daß das Hauptziel des iranischen Atomprogramms die Produktion von Atomraketen ist.

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Was der Iran schon kann

Der Auftritt war wie immer gut inszeniert. Der amerikanische Präsident Obama nutzte das am 25. September beginnende Gipfeltreffen der G-20-Staaten in Pittsburgh als Bühne, um das Regime in Iran wegen seines Atomprogramms öffentlich unter Druck zu setzen. Flankiert von Premierminister Brown und Präsident Sarkozy, gab der amerikanische Präsident bekannt, dass Iran schon „vor einigen Jahren in der Nähe von Ghom eine geheime Anlage zur Anreicherung von Uran gebaut hat“. Größe und Beschaffenheit dieser Anlage seien „unvereinbar mit einem friedlichen Programm“.

Entsprechende Beweise hätten die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich tags zuvor der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien übergeben, erläuterte Obama. Am 21. September war bei der IAEA ein Schreiben eingegangen, in dem Iran mit kryptischen Formulierungen den Bau einer neuen „Versuchsanlage“ zur Anreicherung von Uran anzeigte. Diese Mitteilung veranlasste die amerikanische Regierung, in die Offensive zu gehen. Dennoch wirkte ihre diplomatische Betriebsamkeit etwas künstlich. Kennern der Materie war klar, dass die Vereinigten Staaten schon seit Jahren Kenntnis von dieser Anlage in der Nähe von Ghom hatten. Deshalb schien zunächst schwer verständlich, warum Obama gerade die Tagung von Pittsburgh gewählt hatte, um sich mit diesen Informationen an die Öffentlichkeit zu wenden. Doch inzwischen gibt es noch immer streng geheime Fakten, die das erklären könnten.

Der amerikanische Präsident brauchte einen antiiranischen Eklat, um dahinter neue, brisante Erkenntnisse dreier Geheimdienste über den Stand des iranischen Atomprogramms noch für eine gewisse Zeit verbergen zu können: Iranischen Wissenschaftlern ist es gelungen, einen Atomsprengkopf für die Mittelstreckenrakete Shahab-3 mit Erfolg „kalt“ zu testen. Mit anderen Worten: In einem Originalgefechtskopf, bei dem man nur den Kern aus spaltbarem Material durch eine Attrappe ersetzt hatte, konnte ein echter Zündvorgang ausgelöst werden. Die Zündung eines auf dem Implosionsprinzip beruhenden Gefechtskopfes ist der schwierigste Schritt beim Bau einer Atomwaffe. Ist dieser „kalte“ Test bestanden, dann ist der Weg zur Bombe nur noch eine Frage von Tagen – vorausgesetzt, das dafür nötige spaltbare Material, also hochangereichertes Uran oder waffenfähiges Plutonium, ist in ausreichender Menge vorhanden. Das dürfte in Iran der Fall sein.

Die Beurteilung des iranischen Atomprogramms durch die amerikanischen Geheimdienste in dem „National Intelligence Estimate“ (NIE) kam im Jahr 2007 zu dem Ergebnis, dass bis 2003 in geheimen Anlagen Uran mit dem Ziel der Waffenfähigkeit angereichert worden sei. Wie die CIA im April 2008 in einem Hintergrundgespräch berichtete, soll die Anreicherung sogar ohne Unterbrechung andauern. Fachleute sind sich weitgehend einig, dass in Iran tatsächlich hochangereichertes Uran in geheimen Anlagen hergestellt wurde und wird. Das hieße auch, dass die von der IAEA kontrollierte Anreicherungsanlage in Natans nie für die Produktion von hochangereichertem Uran vorgesehen war; die dortige Herstellung von schwach angereichertem Uran wäre demnach nur Teil eines großangelegten Täuschungsmanövers.

Um diese Informationen richtig einordnen zu können, empfiehlt sich ein Blick nach Pakistan. Als dort 1987 ein Implosionsgefechtskopf einen „kalten“ Test bestand, war das Land nach dem Selbstverständnis seiner Regierung eine Atommacht geworden – auch wenn es noch Jahre dauern sollte, bis man dies öffentlich zugab und es der Welt noch viel später durch „heiße“ Tests bewies. Pakistan tat den entscheidenden Schritt zur Nuklearmacht – „crossed the line“, wie der pakistanische Generalstabschef jener Jahre es später formulierte – mit einem erfolgreichen „kalten“ Test des Gefechtskopfes und in dem Wissen, über genügend spaltbares Material für eine Atomwaffe zu verfügen.

Ein Versuch, die neuen Erkenntnisse über das iranische Atomprogramm zu bewerten, führt in das Jahr 2002. Damals wies die Exilorganisation „Nationaler Widerstandsrat“ (National Council of Resistance on Iran, NCRI) in Paris erstmals auf die unterirdische Urananreicherungsanlage in Natans und den Bau eines Schwerwasserreaktors in Arak hin. Die IAEA griff die Informationen auf und stellte eigene Untersuchungen an, denn mit den geheimgehaltenen Vorgängen hatte Iran den Nichtverbreitungsvertrag verletzt. Das Regime bestritt indes die Vorhaltungen und begann sofort, wichtige Teile des Programms durch umfassende Tarnmaßnahmen oder eine radikale Zerstörung der weiteren Beobachtung zu entziehen.

In einem Bericht vom November 2004 führte die IAEA alle Verletzungen des Nichtverbreitungsvertrags auf und stellte fest, die Zusammenarbeit mit Iran zur Aufklärung der Vorwürfe von 2002 sei gekennzeichnet gewesen von „massiven Vertuschungsmaßnahmen, irreführenden Informationen und mutwilligen Verzögerungen beim Zugang der IAEA zu nuklearem Material und entsprechenden Anlagen“.

Das beste Beispiel dafür waren die Vorgänge rund um die Industrieanlage der „Kalaye Electric Company“ am Stadtrand von Teheran. Von Iran offiziell als „Uhrenfabrik“ ausgewiesen, war Kalaye vom NCRI als Anlage identifiziert worden, in der heimlich Uran angereichert werde. Eine von der IAEA verlangte Inspektion wurde zunächst verweigert. Als die Inspektoren der IAEA Kalaye endlich betreten durften, war der Komplex vollständig „renoviert“ worden. Die Räume waren leer, man hatte neue Böden und Wände eingezogen und die Erde in der Umgebung abgetragen und ersetzt. Nichts deutete mehr auf den früheren Verwendungszweck der Räume hin.

Die IAEA-Inspekteure nahmen Proben, und sie wurden auch fündig: In den Räumen war tatsächlich Uran angereichert worden. Mehr noch, es handelte sich nicht nur um reaktorfähiges Uran mit einem Anreicherungsgrad von 3,5 bis fünf Prozent, sondern eindeutig um hochangereichertes Uran (36 bis 70 Prozent U 235). Offenbar hatte man in der Fabrik mit waffenfähigem Uran hantiert, auch wenn das Uran, das heute beim Bau von Atombomben verwendet wird, auf etwa 90 Prozent angereichert wird. Um den Vorwurf zu entkräften, die höhere Anreicherung selbst vorgenommen zu haben, behauptete die iranische Führung, die von der IAEA dokumentierten Ergebnisse beruhten auf „Verunreinigungen“, die dem Vorbesitzer der Gaszentrifugen anzulasten seien. Diese Ausflucht war insofern bemerkenswert, als das Regime lange Zeit behauptet hatte, die Zentrifugen selbst hergestellt zu haben. Nun gab es zum ersten Mal den früheren Besitzer an – Pakistan.

Noch radikaler ging das Regime im Fall der Anlage von Lawisan-Schian vor. Der Nationale Widerstandsrat hatte angegeben, es werde dort auch Uran angereichert. Erste kommerzielle Satellitenaufnahmen der Firma Digital Globe zeigten einen großen, besonders gesicherten Komplex. Ein halbes Jahr später, und noch ehe die Inspektoren der IAEA Zugang erhielten, war der gesamte Komplex verschwunden. Die Erde unter den Anlagen und in der unmittelbaren Umgebung war metertief abgetragen worden, einschließlich aller Pflanzenreste. Spätere Untersuchungen durch die Wiener Behörde ergaben keine Auffälligkeiten. IAEA-Generaldirektor El Baradei sah sich aber zu der Aussage veranlasst, die Methoden seiner Behörde hätten in diesem Fall nicht ausgereicht, um zu eindeutigen Ergebnissen zu kommen.

Für die IAEA war die Erkenntnis, dass Iran schon 1985 mit dem Aufbau eines geheimen Atomprogramms begonnen hatte, ein schwerer Schlag. Dennoch war die Behörde äußerst zurückhaltend, diesem Programm eine militärische Bedeutung zuzuschreiben. Das lag zum einen daran, dass viele Vorgänge weiterhin im Dunkeln lagen und andere, inzwischen bekannte Anlagen nur begrenzt zugänglich waren. Zum anderen hatte die IAEA, die über keine eigenen Aufklärungsmittel wie etwa Satelliten verfügt und auch keinen direkten Zugang zu den Erkenntnissen der nationalen Geheimdienste hat, nur einen begrenzten Wissensstand.

Es blieb den Vereinigten Staaten vorbehalten, in den Vorgängen Elemente eines Atomwaffenprogramms zu erkennen. Im National Intelligence Estimate (NIE) aus dem Jahr 2007 wird festgestellt, dass es in Iran bis zum Herbst 2003 mit hoher Wahrscheinlichkeit ein umfassendes militärisches Atomprogramm gegeben habe. Nicht dazugerechnet wurden die inzwischen bekannten Teile des zivilen Programms in Natans (Anreicherung) und Isfahan (Konversion). Daraus lässt sich schließen, dass das geheime militärische Programm über mindestens eine zusätzliche Anlage zur Anreicherung und zur Konversion von Uran verfügt haben muss. Doch dieser Aspekt schien nach der Veröffentlichung des Berichts kaum einer Nachfrage wert.

Der Grund dafür war die Aussage des NIE, das militärische Nuklearprogramm sei 2003 gestoppt und in den folgenden Jahren wahrscheinlich nicht wiederaufgenommen worden. Diese Aussage war nicht nur politisch motiviert, sondern auch weniger präzise, als es zunächst den Anschein hatte. Wegen einiger unglücklicher Formulierungen blieb unklar, in welchem Umfang das militärische Programm gestoppt worden sei und unter welchen Bedingungen es wiederaufgenommen werden könne. Daher sah sich die CIA veranlasst, in einem Hintergrundgespräch am 24. April 2008 darauf hinzuweisen, dass Iran ein geheimes Anreicherungsprogramm zur Produktion von waffenfähigem Uran gehabt habe und dieses auch weiterhin betreibe. Mehr noch: Der im NIE des Jahres 2007 erwähnte Stopp des Programms beziehe sich nur auf die Herstellung eines Gefechtskopfs – „one narrow piece“ im Gesamtprogramm.

Diese Klarstellung, die wesentliche Teile des NIE von 2007 korrigierte, kam nicht völlig überraschend. Inzwischen waren Details der Aussagen eines Überläufers, des früheren stellvertretenden iranischen Verteidigungsministers und ehemaligen Kommandeurs der Revolutionsgarden, General Asghari, durchgesickert. Asghari soll unter anderem von einer geheimen Anreicherungsanlage in der Nähe von Natans berichtet haben. Das hatten zuvor zwar schon andere Überläufer und auch die Exilorganisation NCRI behauptet; solche Aussagen galten aber zunächst als wenig belastbar.

Die Verfasser des NIE hatten ihre Einschätzung mit dem Hinweis begründet, dass den Geheimdiensten nach jahrelanger Vorarbeit im Sommer 2007 eine „cyber invasion“ gelungen sei. Sie hätten in das Computersystem der iranischen Atomplaner eindringen können, mehrere Wochen Gespräche mitgehört und auf ihren Bildschirmen die Laboreinrichtungen iranischer Ingenieure gesehen. Immer wieder sei auf dieser Ebene darüber geklagt worden, dass die politische Führung das Waffenprogramm 2003 eingestellt habe.

Die Briten protestierten vehement, als befreundete Geheimdienste die Gelegenheit erhalten hatten, die nicht veröffentlichte Langfassung des 140 Seiten umfassenden Berichts einzusehen. Nicht amerikanischen Geheimdiensten, sondern ihnen sei die „cyber invasion“ gelungen; das amerikanische Material sei also aus zweiter Hand. Darüber hinaus hätten die amerikanischen Geheimdienste die Erkenntnisse auf unannehmbare Weise überinterpretiert. Ein Stopp des militärischen Nuklearprogramms könne auf der Grundlage dieses Materials nicht belegt werden. Der Bundesnachrichtendienst und die Franzosen schlossen sich dieser Auffassung an. Auch Israel widersprach der amerikanischen Einschätzung. Anlässlich seines letzten Besuchs in Israel wurde Präsident George W. Bush eindringlich vor Augen geführt, dass das iranische Atomwaffenprogramm uneingeschränkt weitergehe.

Vor diesem Hintergrund ist der Auftritt Obamas am 25. September in Pittsburgh zu sehen. Die Existenz einer geheimen Anreicherungsanlage in der Nähe von Ghom war ihm seit längerem bekannt. Die Präsidentschaftskandidaten waren im September 2008 vom Chef aller 16 Geheimdienste, Mike McConnell, über die internationale Lage informiert worden. Im Zentrum stand dem Vernehmen nach die Situation in Iran. Obama soll gefragt haben, wie viel Zeit ihm für eine diplomatische Lösung noch bleibe. Ein zweites Briefing mit weiteren Informationen fand 36 Stunden nach Obamas Wahlsieg statt. Weil sich Obama auch im Fall Iran für eine Politik der ausgestreckten Hand entschied, wollte er aber offenbar alles vermeiden, was seine Regierung politisch oder gar militärisch unter Zugzwang setzte.

Den Brief der iranischen Regierung vom 21. September, in dem sie den Bau der Anreicherungsanlage in Ghom angezeigt hatte, konnte der Präsident aber nicht ignorieren. Denn in den zurückliegenden Monaten hatten sich die Informationen über ein geheimes iranisches Atomwaffenprogramm weiter verdichtet. Sichtbar wurde dies vor allem an dem nur mühsam unterdrückten Streit über den Iran-Bericht der IAEA vom 28. August. Wie üblich schrieb der Bericht zwar die Zahl der in Natans installierten Zentrifugen und die vorhandene Menge schwach angereicherten Urans fort, doch den Schwerpunkt bildete das Kapitel mit der Überschrift „Possible Military Dimensions“.

In dem Bericht hieß es, Iran habe es bisher versäumt, die erheblichen Zweifel zu entkräften, dass „sein Atomprogramm ausschließlich friedlicher Natur ist“. Die Erkenntnisse, die der Wiener Behörde in den zurückliegenden Monaten zur Verfügung gestellt worden waren, werden aber weder in diesem Bericht noch in dem Dokument vom 16. November angemessen berücksichtigt. Der Bericht im August setzte sich allerdings etwas ausführlicher mit den Fakten auseinander, die sich aus der Analyse des sogenannten „Laptop of Death“ ergeben.

Im Jahr 2003 hatte ein ehemaliger iranischer Offizier dem Bundesnachrichtendienst einen tragbaren Computer zugespielt, auf dessen Festplatte mehr als 1000 Seiten in Farsi über das iranische Atomprogramm gespeichert waren. Der BND reichte den Laptop unverzüglich zur Auswertung an die CIA weiter. Als besonders brisant erwiesen sich die Anleitung zum Bau einer unterirdischen Anlage für Atomtests – die wohl nicht zufällig in ihren Dimensionen der Versuchsanordnung für die pakistanischen Tests von 1998 entsprach -, ein vollständiges Design für eine kleinere Anlage zur Produktion von Uranhexafluorid sowie Studien über Form und Struktur eines Atomsprengkopfes für die iranische Rakete Shahab-3.

Diese Informationen wurden der IAEA schon 2005 übergeben. Nach ihrer Auswertung war klar, dass Handlungsbedarf bestehe. Doch die Vereinigten Staaten hatten aus Gründen des Informantenschutzes verlangt, dass Iran erst nach drei Jahren mit diesen Erkenntnissen konfrontiert werden dürfe. Anfang 2008 schließlich forderte die IAEA die Regierung in Teheran auf, 18 Dokumente, die allesamt auf ein alternatives, vom Militär gesteuertes Atomwaffenprogramm hindeuteten, zu kommentieren. Das Regime gab zwar zu, dass der Inhalt einiger Dokumente korrekt sei; doch in allen entscheidenden Fragen lautet die Antwort, es handele sich um „Fälschungen“. Bis heute wird jede weitere Auskunft verweigert.

Waren schon die auf dem Laptop gespeicherten Dokumente entlarvend, so gilt das erst recht für die jüngsten Erkenntnisse, über die die Wiener Behörde verfügt, ohne von ihnen Gebrauch zu machen. Dazu gehören Informationen über den „kalten“ Test eines auf dem Implosionsprinzip beruhenden Gefechtskopfs oder der Hinweis, dass sich ein bekannter russischer Gefechtskopf-Spezialist in Iran aufhalte. Die IAEA nimmt solche Erkenntnisse aber nur in ihre Berichte auf, wenn die Geheimdienste die Fakten zur Verfügung stellen. Die Dienste sind aus gutem Grund aber nicht bereit, ihre Quellen preiszugeben. Als Organisation der Vereinten Nationen ist die IAEA eine offenes Haus, in dem alle Nationen Sitz und Stimme haben. Deshalb kann es dort keine Vertraulichkeit geben.

Immerhin haben Mitarbeiter der IAEA einen geheimen Bericht über „mögliche militärische Dimensionen“ des iranischen Nuklearprogramms“ verfasst. Obwohl diese Zusammenstellung auf 67 Seiten in den entscheidenden Passagen eher zurückhaltende Formulierungen enthält, lässt sie nur den Schluss zu, dass es in Iran ein umfassendes Waffenprogramm gibt. Lapidar heißt es in dem Bericht: „Die IAEA nimmt an, dass Iran über genügend Informationen verfügt, um einen wirksamen, auf angereichertem Uran basierenden Implosions-Gefechtskopf . . . herzustellen.“

Die geheime Anlage zur Urananreicherung bei Ghom wurde Ende Oktober von der IAEA inspiziert, dennoch bleiben bisher viele Fragen unbeantwortet. Nach dem Treffen ranghoher Vertreter der fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands mit einer iranischen Delegation in Genf wird weiter um den Beginn von Verhandlungen über das Atomprogramm gerungen. Der amerikanische Vorschlag, eine größere Menge schwach angereicherten iranischen Urans in Russland und Frankreich weiter anzureichern und zu Brennelementen für einen alten iranischen Forschungsreaktor zu verarbeiten, hat die Aufmerksamkeit auf einen anderen Aspekt des Atomprogramms gelenkt. Was immer aus dieser Initiative werden sollte, angesichts der Fortschritte, die Iran inzwischen beim Bau einer Nuklearwaffe erreicht hat, bleibt sie nur eine Marginalie.

Denn nach dem erfolgreichen „kalten“ Test eines Implosionsgefechtskopfes hat das Regime die Fähigkeit, eine Bombe zu bauen. Es kann nicht einmal ausgeschlossen werden, dass schon einige Nuklearwaffen produziert worden sind. Das hätte eigentlich die Botschaft des letzten IAEA-Berichts sein müssen. Die fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat und Deutschland kaschieren dies durch die informelle Aufforderung an die IAEA, die Informationen über einen möglichen „kalten“ Test in Gesprächen mit Vertretern Irans aufzuklären. Das ist ein Unterfangen, das Jahre dauern kann.

Doch so viel Zeit wird Obama nicht haben. Die Fakten lassen sich auf Dauer nicht bestreiten. Irgendwann wird der UN-Sicherheitsrat nicht um die Feststellung herumkommen, dass das iranische Nuklearprogramm militärischer Natur ist und eine massive Verletzung des Nichtverbreitungsvertrages darstellt. Dann könnten schärfere Sanktionen verhängt oder geeignete Maßnahmen (auch militärische) beschlossen werden, um die Störung der internationalen Ordnung zu beseitigen. Oder will man etwa auf die Israelis warten?

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Tja liebe Juden, ich hoffe Sie sind bereit, mal wieder die Kastanien für uns aus dem Feuer zu holen…

Time am 23. November

Die Maske fällt. Folgt das Maskierte.

4. September 2009

Hunden und Orks tut es nicht gut, wenn man ihnen gegenüber unbestimmt und inkonsequent ist. Dann flippen sie aus, beißen alle anderen und am Ende sich selbst in den Schwanz. Da muss man streng sein! Bei tollwütigen Hunden indes hilft allein der Gnadenschuss.

Die Versuche z.B., Aff-Affie mit Freundlichkeit zu begegnen, erwidert dieser mit immer neuen, grotesken Frechheiten, die seinen verkommenen Charakter offenbaren.

Am Mittwoch berichtete die FAZ, er habe auf der Konferenz der AU (Afrikanischen Union) Israel für absolut alle Probleme Afrikas verantwortlich gemacht. Weiterhin hatte er den wegen Krebs aus der Haft entlassenen Lockerbie-Attentäter entgegen vorheriger Zusagen pompös feiern lassen. Er hält sich nicht an die Abmachungen in Bezug auf die Verhinderung illegaler Immigration.

Die Tatsache, dass sein Sohn wegen der Folterung von Dienstpersonal gelinden Ärger mit den Behörden der Schweiz bekam, beschwor eine Kette diplomatischer Konflikte zwischen dem Bürgerstaat Schweiz und Aff-Affies Privatstaat Libyen hervor. Nach den bulgarischen Krankenschwestern sitzen dort nun erneut seit einem Jahr Europäer in Geiselhaft, diesmal zwei Schweizer.

Das Ork kämpft, bis entweder es selbst zu Brei zerstampft ist oder aber der Gegner. Die schleimige Unterwerfungsgeste von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz, der sagte: “Ich entschuldige mich beim libyschen Volk für die ungerechtfertigte Verhaftung von Hannibal Gaddafi”, brachte dem rasenden Aff-Affie keine Entspannung. Die heutige FAZ berichtet:

„Ein Antrag Libyens, der in der am 15. September beginnenden Vollversammlung der Vereinten Nationen diskutiert werden soll, sieht nach den Worten der Vizepräsidentin der Außenpolitischen Kommission des Schweizer Parlaments, Christa Markwalder, vor, ‚dass das schweizerische Staatsterritorium aufgeteilt und an die Nachbarländer verteilt werden soll‘. Demnach solle die Romandie an Frankreich gehen, das Tessin an Italien und die Deutschschweiz an Deutschland, sagte Frau Markwalder. Diese Idee hatte der libysche Staatschef Gaddafi während des G-8-Gipfels im Juli vorgebracht. Der Antrag müsste zunächst ein Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen, um in der Vollversammlung diskutiert zu werden. Die Versammlung wird der Libyer Ali Abdussalam Treki leiten.“

Der Hochmut kommt vor dem Fall! Mögen sich die Orks noch so sehr über die Demokratie lustig machen, mögen sie die UNO verhöhnen, beschmutzen oder zerstören, unsere Gesellschaftsform bleibt objektiv die am wenigsten schlechte weltweit.

Was Aff-Affie mit dem ihm zu Gebote stehenden Mittel der Brutalität und einer Synthese aus Schmierenkommödie und Mafia-Dramolet betreibt (Links s. unten), nämlich die Elimination von Freiheit und Menschenrechten, suchen die iranischen SCHEIN-Heiligen durch den SCHEIN ins Werk zu setzen. Sie tun verhandlungsbereit (FAZ 020909: „Iran kündigt Dialogangebot an“), aber erscheinen stets mit Petersilie in den Ohren auf den Konferenzen. Sie wenden in typisch parasitär-mohammedanistischer Art SCHEIN-demokratische Verfahren an, aber das Wesen der ganzen Veranstaltung haben sie ebensowenig begriffen wie die stumpfen Bolschewisten ihrerzeit: Wesentlich sind der gewaltlose Wettbewerb, die zivile Konkurrenz alternativer Optionen und die unbedingte Einhaltung zuvor vereinbarter Regeln – auch dann, wenn die eigene Gruppe mal verloren hat.

Eingeborene

Ein aktueller Blick in das iranische Parlament: Unser Foto zeigt Eingeborene beim Mischen der Stimmzettel. Top-angesagt ist zur Zeit das „Hula-Misch-Ritual“, welches viel später mit dem heiligen Verbrennen der Zettel in trauter Runde enden wird.

Von Alternativen kann in diesem „Haus der Lüge“ jedoch keine Rede sein. Rainer Hermann in der heutigen FAZ: „230 der 290 Abgeordneten gelten als konservative Hardliner, HÖCHSTENS 50 als Reformer (wobei auch die sogenannten „Reformer“ überwiegend die Vernichtung Israels herbeisehnen, T.).“ Zuvor hatte er berichtet: „Der iranische Staatspräsident Ahmadineschad ist aus der Abstimmung des Parlaments über seine Regierung gestärkt hervorgegangen. Nach einer heftig geführten Debatte über die Eignung der 21 Kandidaten haben die Abgeordneten lediglich drei Personen abgelehnt – eine Größenordung, die bei vergangenen Abstimmungen üblich war.“ Das hört sich ja SED-saumäßig-super an: Gra-tu-la-tion!

Hermann weiter: „Die Ablehnung der DREI Kandidaten lässt keinen Schluss auf politische Differenzen zwischen Legislative und Exekutive zu.“ In der Tat! Der Kandidat für das Energieministerium, Alibaba, sei „in der iranischen Bevölkerung nicht beliebt, weil er bis vor kurzem Präsident des nationalen Fußballverbands war. Der Freund Ahmadineschads wird für das Ausscheiden Irans aus der Qualifikation für die Fußballweltmeisterschaft verantwortlich gemacht.“ Na, DAS kann man natürlich verstehen. Evident die Mangelhaftigkeit zweier weiterer Kandidaten, die in ihrem Geschlecht besteht: „Frau Adschorlu und Frau Keshawarz sind über mangelnde Erfahrung gestolpert, sie scheiterten aber auch, weil sie Frauen sind.“ Jedoch wurde eine dritte Kandidatin nominiert – die neue Gesundheitsministerin Dastscherdi (erster weiblicher Minister seit Schah-Zeiten), solches, um den Mullas zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Hermann: „Insbesondere die führende Geistlichkeit hatte sich entschieden gegen die Berufung von Frauen ins Kabinett ausgesprochen… Mit dem neuen Kabinett setzt sich die Entmachtung der Geistlichkeit fort. Alle Minister gehören entweder den Revolutionswächtern an oder waren als Zivilisten Mitglieder der Freiwilligenmiliz Bassidsch. Selbst der Geheimdienstminister Haidar Moslehi, der laut Gesetz ein Kleriker zu sein hat, war Vertreter Chameneis bei den Revolutionswächtern.“

Ein etwaiger Machtgewinn Gardinenstanges gegenüber den Mullas ist nun allerdings mE. ebenso wenig positiv zu bewerten, wie die Übernahme eines von Pest geschüttelten Körpers durch die Cholera. Dies wurde bei der Nominierung von „Parlaments“-Liebling Ahmad Vahidi zum neuen Verteidigungsminister deutlich.

Der Vahidi-Didi ist ein von Interpol gesuchter Verbrecher, der mutmaßlich 1994 als Chef der Quds-Einheit, die innerhalb der Revolutionswächter mit den geheimen Operationen außerhalb Irans beauftragt ist, den Anschlag gegen das jüdische Zentrum in Buenos Aires, bei dem 85 Zivilisten getötet worden waren, befohlen hat. Parlamentspräsident Larifari „musste die Bekanntgabe seiner Stimmenzahl wiederholen, da sie in den Rufen ‚Tod Israel‘ untergegangen war“, so Hermann. Wie peinlich, es spricht wirklich nicht dafür, dass gute Manieren in einem Volk ansatzweise verbreitet sind, wenn sogar seine Elite ein derart primitives Gebaren an den Tag legt – und sich öffentlich besinnungslosem Kreischen und Gröhlen hingibt (Die deutsche Variante lautete übrigens damals: „Wollt Ihr… den TOTALEN KRIEG!“).

FAZ-Kommentator Klaus-Dieter Frankenberger trifft mE. denn heute den Nagel auch mal wieder auf den Kopf:

„Man wusste auch bislang schon, wie wichtig der Hass auf Israel für den Zusammenhalt des iranischen Regimes ist und wie sehr dieses sich nach außen, etwa durch Terrorpatronage, davon leiten lässt. Letzte Zweifel an diesem Gesinnungskitt beseitigten jetzt die Abgeordneten im sogenannten Parlament in Teheran. Restlos. Denn als Verteidigungsminister des angeblich wiedergewählten Präsidenten Ahmadineschad wurde ein Mann bestätigt – und zwar mit mehr Stimmen als jedes andere Kabinettsmitglied -, der international gesucht wird, weil er der Beteiligung an dem Mordanschlag auf das jüdische Kulturzentrum in Buenos Aires vor 15 Jahren verdächtigt wird. Und was riefen die Abgeordneten bei der Verkündung der Bestätigung? ‚Israel den Tod.‘ Nein, über seinen Charakter lässt das iranische Regime die Welt nicht im Unklaren. Niemand braucht sich also darüber zu wundern oder zu empören, dass Israel in dem iranischen Atomprogramm eine existentielle Bedrohung sieht. Über Raketen verfügt Iran bereits, antiisraelische Vernichtungsideologie ist Parlamentsdekor. Wer sagt, dass es nicht MEHR ist?“

Das Fatale am Faschismus ist mE. u.a. sein revolutionärer Anteil, und dieser unterscheidet ihn von Militärdiktaturen u.ä. Anders als jene setzt er nicht allein auf bleierne Friedhofsruhe und Erstarrung. Seine Aspekte der Bewegung und Veränderung, die ihn an die Macht gebracht haben, sind inhärente Attribute, und so ist er auch nach der Machtübernahme zu fortwährender hektischer Bewegung und Unruhe gezwungen.

Die einstmals wirkungsmächtige Kraft der „Religion“ hat sich nach den Hunderttausenden von Toten des „Ersten Golfkrieges“ (1) und einer haaresträubenden Wirtschaftsbilanz verbraucht (2). Ulrich Pick, ARD-Korrespondent für den Iran, antwortete auf die Frage, inwiefern die Islamische Republik die Haltung der Iranerinnen und Iraner zum Islam verändert habe:

„Wenn man durch den Orient reist, so fällt auf, dass die Moscheen nirgends so leer sind wie in Iran. Das Bestreben der Mullahs, den Islam nicht nur in der Politik, sondern auch im privaten Leben zum Maß aller Dinge zu machen, hat den Menschen die offizielle Form der Religion vergällt. Außerdem sind zwei Drittel der 70 Millionen Iraner nach 1979 geboren. Sie kennen nichts anderes als die Islamische Republik, verfügen aber gleichzeitig über Internet und Satell!ten-Fernsehen und wissen also mehr oder weniger, wie das Leben in andern Ländern läuft. Somit hat die Islamische Republik die Religion in gewisser Weise diskreditiert. (3)“

Einhergehend mit dem Schwinden der „religiösen“ Bindekraft erleben wir im Iran eine drastische Steigerung aggressiver und extrovertierter, antijüdischer Vernichtungsrhethorik. Eine Zeit lang mag das Heulen und Kläffen die Menschen in Atem halten, aber irgendwann wird das Regime sich physisch nach außen wenden müssen, d.h. den Worten werden Taten folgen müssen. Iran wird von einem faschistoiden, als welchen es sein Parlament nun für alle Welt schon deutlich sichtbar gemacht hat, zu einem faschistischen Staat werden.

Sodann wird der Iran Geschichte sein.

Time am 4. September 2009

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Links von PI zum „Hannibal-Gaddafi-Skandal“:

http://www.pi-news.net/2008/07/schweiz-gaddafis-sohn-nach-randale-verhaftet/

http://www.pi-news.net/2008/07/rache-fuer-hannibal/

http://www.pi-news.net/2008/07/gaddafi-nimmt-wieder-geiseln/

http://www.pi-news.net/2009/04/libyen-erpresst-erneut-die-schweiz/

http://www.pi-news.net/2009/07/gaddafi-will-terrorstaat-schweiz-zerschlagen/

http://www.pi-news.net/2009/08/schweiz-schliesst-dhimmipakt-mit-libyen/

http://www.pi-news.net/2009/08/die-foltertyrannen-aus-dem-hause-gaddafi/

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(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Golfkrieg

(2) http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/4583/dreisig-jahre-horror/

(3) in: “Zeitzeichen – evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft“, Juni 2009

Reden verboten

26. Juni 2009

Die FAZ vom 24. Juni hatte über Präsident Obamas Stellungnahme zum Thema „Iran“ berichtet:

„Der amerikanische Präsident Obama wandte sich… gegen Versuche Irans, die Vereinigten Staaten für die Krawalle verantwortlich zu machen. Anschuldigungen, das Ausland habe die Demonstranten aufgestachelt, ’sind ein offenkundiger Versuch, die Leute von dem abzulenken, was wirklich innerhalb der iranischen Grenzen geschieht‘, sagte Obama. Er verurteilte die ‚ungerechten Handlungen‘ der iranischen Staatsgewalt gegen Demonstranten und sprach von ‚unschuldigen Toten‘. Keine Politik der ‚eisernen Faust‘ könne im Jahr 2009 ein Volk daran hindern, seinen Willen auszudrücken, sagte Obama. ‚Die Vereinigten Staaten und die internationalle Gemeinschaft sind erschüttert und empört über die Drohungen, Misshandlungen und Gefangennahmen der vergangenen Tage‘, fügte er an… ‚Das iranische Volk hat ein universelles Recht auf Versammlungs- und Redefreiheit.'“ Das waren deutliche Worte, wie ich meine.

Die heutige FAZ berichtet, dass Mammut Gardinenstange mit den Einschätzungen Mr. Obamas offenbar ein Problem hat. Er bestreitet seltsamer Weise nicht ihren Inhalt, er sagt nicht, dass zB. alles erlogen sei. Die FAZ: Ahmadineschad forderte von Obama, seine bisherigen EINMISCHUNGEN solle er öffentlich bedauern. Obama habe sich in einem TON, der jenem seines Vorgängers Bush ähnlich gewesen sei, zur Wahl in Iran GEÄUSSERT… das könne alle Hoffnungen BEENDEN, einen Dialog zu BEGINNEN.“ Vermutlich ist es aber doch eher so, dass alle Hoffnungen beginnen, wenn der Dialog mit diesen Faschisten endgültig beendet wird – bzw. die falsche Hoffnung auf einen Dialog. „Wahlfälschung: Das ist allein unsere Sache! Demonstranten erschießen: Wir dürfen das! Oppositionelle einsperren, foltern und töten: Klar doch!“, dies ist die Position des iranischen Regimes. Aber wer diese Fakten ausspricht oder kritisiert, vergreift sich nach seiner Meinung im Ton und mischt sich in einer Weise ein, die öffentliche und weltweite Reue erfordert… Ich denke, es wäre leichter mit einem Betonsack einen Dialog zu führen, als mit A. & Co.

Regimenahe Medien“ versteigen sich sogar, so die FAZ, zu der Behauptung, der Mord an der Studentin Neda sein ein westliches Komplott, und eine Zeitung „sieht in dem BBC-Korrespondenten John Leyne den Auftraggeber des Mords. Er habe ihren Tod zum Thema eines Dokumentarfilmes machen wollen.“ Immerhin wird hier deutlich, dass ein Mord an einem jungen Menschen auch für die Orks etwas zumindest nicht so ganz Korrektes ist. Jedenfalls ist Reden generell bei denen offenbar nicht nur sinnlos, sondern ja auch verboten und gefährlich.

FAZ.net berichtete gestern (1): „‚Die Telefonleitung wurde gekappt, wir haben kein Internet mehr‘, twittert persiankiwi am Mittwochnachmittag. Und ein paar Minuten später: ‚Es gibt Gerüchte, dass sie Telefonanschlüsse ausfindig machen, über die besonders viele Daten laufen, um Internetnutzer zu finden – wir müssen jetzt weg von hier.‘ Andere Twitterer berichten, dass die Regierung gefälschte E-Mails von den Adressen festgenommener Journalisten und Aktivisten versende. Auch wird vor Twitterern gewarnt, die im Minutentakt die Adressen von Internetseiten nennen, die angeblich über Hilfsorganisationen informieren. Tatsächlich werde über diese Seiten aber versucht, diejenigen, die darauf klicken, zu orten und festzunehmen.“

Es ist zwar Kennzeichen jeder Diktatur, dass sie die freie Rede unterdrückt und keine unterschiedlichen Meinungen zuläßt, es ist aber auch in hohem Maße eine unabänderliche Eigenschaft des Mohammedanismus, dass er neben sich keine Vielfalt zulassen kann und gewaltsam Homogenität herstellen will. Bekanntlich ließ Klohamett Kritiker und Spötter meucheln: Reden verboten! Bei Jesus hingegen war Reden erlaubt. Er redete im Jungenalter mit den Gelehrten im Tempel, und er ließ die kritischen Fragen seiner Jünger zu, auch noch nach seiner Auferstehung. Kein Wunder, dass das Christentum insgesamt quasi dialogisch ist (Dialog zwischen Mensch und Gott, zwischen Menschen über Gott) im Gegensatz zum greinenden und bösartigen Monolog, den King Mo seiner Bande so hielt, dass sie es oft einfach nicht mehr ertragen konnten (Buhari XXVI/6, Recl. S. 280: „Diese Warnung wiederholte er immer und immer wieder, dass wir schon sagten: ‚Wenn er doch still sein würde!'“ Zudem sagte Klo übrigens alles immer dreimal, wie man aus Buhari XXXVI/34, Recl. S.443 und III/12, S.54 erfahren kann).

Wenige Tage vor dem Tod drei unser Soldaten in Afghanistan waren im Jemen neun Menschen von Mohammedanisten ermordet worden, unter ihnen sieben Deutsche (2). Hier erlangte in der Öffentlichkeit die Frage Bedeutung, ob einige von ihnen – wie furchtbar – etwa CHRISTLICH MISSIONIERT hätten. Missionieren, wie stellt man sich das heute vor? Bibel und Schwert? DIE Zeiten sind leider vorbei! Mission ist nur mehr tätige Hilfe und REDEN. Jedoch ist Reden dort nicht weniger gefahrvoll als der Dienst mit der Waffe. Wer zB. über Jesus allein REDET, macht sich in den Orkländern eines todeswürdigen Verbrechens schuldig. Einen Missionsauftrag hatten die zwei Bibelschülerinnen übrigens nicht (3): „Die Bibelschule Brake im nordrhein-westfälischen Lemgo wies Vorwürfe zurück, die beiden getöteten Bibelschülerinnen hätten missioniert. ‚Richtig ist vielmehr, dass sie als Praktikantinnen der niederländischen Hilfsorganisation Worldwide Services in einem ausschließlich humanitären Dienst in einem staatlichen Krankenhaus eingesetzt wurden‘, betonte die der Deutschen Evangelischen Allianz nahestehende Schule.“

FAZ-Ali2 Rainer Hermann versichert sich der Schützenhilfe von Kollege Reinhard Bingener (4) um auszuführen, dass aber DOCH Mission vorgelegen habe. Die beiden schreiben heute:

„Deutsche Entwicklungshelfer im Jemen fürchten, in VERDACHT zu geraten, dass auch sie MISSIONARISCH tätig sein könnten. Denn zunehmend ERHÄRTET sich die Vermutung („VERDACHT“ wäre doch ein bißchen zu offensichtlich gewesen, war aber gemeint. T.), dass die drei ermordeten und die sechs anderen ENTFÜHRTEN Geiseln, die in einem Krankenhaus von Saada gearbeitet haben, AUCH missioniert haben. Seit dreißig Jahren entsendet die in den Niederlanden registrierte Hilfsorganisation Worldwide Services junge Entwicklungshelfer an das Krankenhaus, nachdem die meisten zuvor an einer BIBELSCHULE gewesen waren. OHNE KENNTNIS des KOMPLIZIERTEN Landes kämen sie an und nähmen NAIV ihre Arbeit auf, heißt es im Land.

Kenner der Region Saada loben jedoch die soziale Arbeit der Entsandten von Worldwide Services ausdrücklich. Diese seien immer wieder vor den Gefahren in der Region gewarnt worden, die zu einem Rückzugsgebiet für Al Qaida wurde und wo ein Bürgerkrieg zwischen den Houthi-Rebellen und der Zentralregierung stattfindet. Offenbar sind die als ENTWICKLUNGSHELFER arbeitenden MISSIONARE (Diese Missionare TARNEN sich also als Entwicklungshelfer! T.) Opfer der komplexen VERHÄLTNISSE geworden: Die Drogenmafia, die Spaltung der Houthis, die Präsenz radikaler salafitischer Prediger und die traditionellen Stammesstrukturen komplizieren die Lage ZUSÄTZLICH.

In der Vergangenheit seien die in Saada tätigen Deutschen wegen der sich abzeichnenden Gefahr wiederholt zum Verlassen der Stadt aufgefordert worden, AUCH von den Jemeniten selbst (von wem noch? T.), zuletzt VOR EINIGEN Wochen, sagen Leute, die mit der Lage in der Stadt gut vertraut sind. Sie hätten aber nicht auf die WARNUNGEN gehört und den Kontakt zu ANDEREN Deutschen im JEMEN gemieden, denen sie etwa ein SÜNDHAFTES Leben vorgeworfen hätten (Glauben SIE DAS? WER behauptet denn das? Ach ja: „LEUTE, die mit der Lage in der Stadt gut vertraut sind!“ Ali2 will uns gegen die Mordopfer in Stellung bringen, T.). Die der MISSION dienenden GESPRÄCHE seien vor allem mit jemenitischen FRAUEN geführt worden. Missionierung verstößt gegen jemenitische StammesTRADITIONEN, gegen das geltende RECHT des Landes und gegen die islamische SCHARIA (Mithin waren die Ermordeten Rechtsbrecher, Kriminelle! UND – anders als Ali2, dem gut Vertrauten – naiv! T.). (…)

Nach Auskunft von Volker Hillebrenner, einem Assistenten an der Bibelschule Brake, war der Aufenthalt im Jemen als Praktikum Teil des drei Jahre dauernden Curriculums der Bibelschule. Hillebrenner legt Wert darauf, dass die Bibelschule KEIN Missionswerk sei und selbst KEINE Missionare aussende. Das Praktikum im Jemen hätten sich die beiden Frauen selbst organisiert und für die Verhaltensregeln während des Aufenthalts sei die niederländische Hilfsorganisation World Wide Services Foundation verantwortlich gewesen, die das Al-Dschumhuri-Krankenhaus in Saada unterstützt, in dem die beiden Frauen helfen sollten. Hillebrand BETEUERT allerdings, die beiden jungen Frauen hätten keinesfalls MISSIONIEREN, sondern ausschließlich in dem Krankenhaus helfen sollen.

Doch darüber, wo das eine ENDET und das andere BEGINNT, gehen die Auffassungen auseinander: ‚Mission heißt die Sendung, Menschen zu helfen‘, sagt etwa Detlef Blöcher, der Vorsitzende der ‚Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen‘ (AEM), dem auch die Bibelschule Brake angehört. Beide Aspekte, Missionsarbeit und Hilfe, scheinen in den evangelikalen Einrichtungen kaum zu trennen zu sein (Hat Jesus das etwa anders gesehen? T.). Vor wenigen Monaten soll einem der weiterhin verschleppten deutschen Mitarbeiter des Krankenhauses in Saada gedroht worden sein, weil er in einem Teehaus mit einem Muslim über Religion GESPROCHEN haben soll. ‚Dass Christen das Evangelium anderen zugänglich machen, ist nicht verwerflich‘, sagt Blöcher über solche Berichte. Religion sei in der muslimischen Welt im Gegensatz zur westlichen Welt ein natürliches Gesprächsthema.

Dem pflichtet im Grundsatz auch Martin Schindehütte, der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bei. ‚Dass man sich so verhalten darf, gehört zur Religionsfreiheit‘, MEINT ER (Offenbar kann Ali2 dem nicht so ganz zustimmen, T.) und FORDERT, die Schuld an ihrem Tod NICHT bei den beiden Bibelschülerinnen zu suchen. Selbst ein ‚offensives Missionsverständnis‘ rechtfertige keine Ermordung (In der Tat, und es ist traurig, dass darauf hingewiesen werden muß! T.). (…)“

Zum Glück bringt die heutige FAZ dazu wenigstens auch noch einen Brief von Leser Joachim Kretschmann, dem ich (bis auf seine Verantwortlichmachung DER „Liberalen“) zustimme:

„Zu den beiden deutschen Bibelschülerinnen aus Brake im Jemen: Wusste ich’s doch! Missionare im weißen Kittel! Selber schuld, oder? Christlicher Eifer, wie es oft genug abwertend heißt, war schon immer gefährlich, ja das Bekenntnis zum christlichen Glauben kostet jährlich 170 000 Gläubigen das Leben, die Dunkelziffer dürfte gut doppelt so hoch sein. Noch nie in der Geschichte gab es derart viel Christenverfolgung wie heute. Und das nicht nur in China, Indonesien oder Arabien, nein die Verfolgung beginnt schon hier vor Ort.

Ein Beispiel gefällig? Man schlage nur die Tageszeitung oder das Wochenmagazin auf oder schalte die Nachrichten an, und schon beginnt die Treibjagd nach den ‚Evangelikalen Fundamentalisten‘. Man unterstellt ihnen, Menschen anderer Religionen für das Christentum abzuwerben, eine fremde Kultur zu kolportieren und am Ende für Unfrieden und politische Spannungen verantwortlich zu sein.

Bekennende Christen müssen hierzulande nicht radikale Islamisten, sondern Journalisten fürchten. Wo wir alle heute wären, wenn sich ein Paulus oder ein Martin Luther an die Wünsche liberal denkender Leute gehalten hätten, scheint keinen mehr ernsthaft zu interessieren, denn das Wissen über die Heilsbotschaft des christlichen Glaubens für alle Menschen leidet in unserem nachchristlichen Abendland an fortschreitender Schwindsucht.“

Time am 26. Juni 2009

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(1) http://www.faz.net/s/Rub868F8FFABF0341D8AFA05047D112D93F/Doc~EA0346400833C44F5B539B1071ECDFBE7~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(2) http://www.foxnews.com/story/0,2933,526340,00.html
(3) http://www.sueddeutsche.de/panorama/224/472746/text/
(4) http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E456876055F5743E687E28855D4918F91~ATpl~Ecommon~Scontent.html

außerdem:
http://www.pi-news.net/index.php?s=geiseln+jemen
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/130142/index.php

Bericht aus Teheran

18. Juni 2009

In der heutigen FAZ gibt es den packenden Bericht einer iranischen Journalistin aus Teheran, die anonym bleiben will:

Ihr sollt den Wandel nicht sehen

Der einzige Ort, an dem Ahmadineschads Macht
gebrochen werden kann, ist die Straße.

Stockdunkel ist die Stadt. Man hört nur Rufe über die Dächer Teherans hinweg. „Allah Akbar!“, Gott ist groß. Wie damals bei der Islamischen Revolution. Die Menschen haben sich auf ihre flachen Dächer begeben und werfen sich über die Straßen hinweg die Sprechchöre zu: Nieder mit dem Diktator! Jede Nacht pünktlich um halb zehn gehen die Menschen auf ihre Dächer. Plötzlich Schüsse. Mich schaudert.

Wer hätte das am Tag der Wahl gedacht? Wer vor drei Wochen? Mohammed Chatami hatte seine Kandidatur zurückgezogen und rief dazu auf, Mussawi zu wählen. Niemand kannte Musica, obwohl er acht Jahre Premierminister unter Chomeini war. Alle jungen Leute, die jetzt wahlberechtigt sind, waren damals noch Kinder. Aber ihre Eltern können sich an ihn erinnern. Sie sagen, er habe die Preise stabil gehalten, während des Iran-Irak-Krieges. Stabile Preise, das brauchte man jetzt. Fünfundzwanzig Prozent Inflation, siebzehn Prozent Arbeitslosenquote, vierzig Prozent Teuerung bei Lebensmitteln. Das ist die Situation in Iran, und mit ihr ist fast niemand zufrieden. Diesmal waren es nicht nur die Studenten, die einen Wechsel wollten.

„Mussawi, Mussawi.“ Wir sitzen in einem Sportstadion, in einer Wahlveranstaltung von Mir Hossein Mussawi. Alle Menschen tragen grüne Bänder, grüne Schleifen auf den Kopftüchern, grüne T-Shirts. Das ganze Stadion leuchtet grün. Ein Mädchen steht mit einem Bild von Musica in den Händen da, über ihr Gesicht laufen Tränen, ihr Körper zittert. „Wir wollen keinen Diktator!“, ruft sie. „Befreit die politischen Studenten aus den Gefängnissen!“ Mädchen und Jungs sind getrennt. In Sprechchören rufen sie einander Slogans zu: „Wer wird Präsident?“, rufen die jungen Männer. „Mussawi, Mussawi“, schreien die Mädchen doppelt so laut zurück.

Plötzlich geht ein tobender Beifall los. Es erscheint Chatami, der ehemalige Präsident, wie ein Prophet breitet er seine in braunes Mullahgewand gehüllten Arme aus. Der Hoffnungsschimmer für so viele, die jedoch enttäuscht wurden von der gescheiterten Reformation. Immer noch hören sie auf ihn. Er hat ihnen gesagt, dass sie Mussawi ihre Stimme geben sollen. Er spricht von der letzten Chance auf einen Wandel, und mit ihm sprechen Schauspieler, Regisseure und prominente politische Größen. Unter ihnen die Tochter Faezeh Rafsanjani, die Tochter des Vorsitzenden des Expertenrats.

Eines der Fernsehduelle, die es zum ersten Mal überhaupt gibt, sehe ich bei einer Familienfeier. Sechs Fernseher laufen gleichzeitig. Heftig werfen sich die Kandidaten ihre Fehler vor. Ahmadineschad droht seinem Hauptkonkurrenten Mussawi mit einer Akte. Er nennt Namen, Namen von sehr mächtigen Personen im Land, über die man sich nicht öffentlich äußert. Rafsanjani, ihr Hauptsponsor, sagt er zu Mussawi, ist korrupt. „Oder warum sonst sind Ihre Kinder alle Multimillionäre?“ Allen in der Wohnung stockt der Atem. Auf der Straße hört man die ersten Hupen.

Man sieht überall die iranische Flagge, die hat sich Ahmadineschadad zu seinem Wahlsymbol gemacht. Die Autos fahren in langen Korsos. Aber plötzlich kommen auch wieder grün markierte Autos auf die Straße. Der Wahlkampf hat sich hierher verlagert. Jeden Tag gibt es Veranstaltungen, per SMS, Weblogs und Twitter senden die Menschen die Termine zu. Es ist die einzige Möglichkeit für die Anhänger von Mussawi. Das Fernsehen darf keinen Wahlkampf betreiben, aber die Menschen finden, dass Ahmadineschad bevorzugt wird. Die Minuten, welche die anderen Kandidaten in den Duellen über gesprochen haben, bekommt er geschenkt. Das iranische Fernsehen, Irib, ist zum Hauptfeind der grünen Opposition geworden.

Am Wahltag stehen die Menschen ab acht Uhr Schlange, um ihre Stimme abzugeben. Vor allem junge Leute warten darauf. Es dauert Stunden. Als es vorbei ist, sind sie sicher, dass es vorbei ist. Die Scham, die sie spürten, wenn in den letzten Jahren, wenn ihr Präsident im Ausland sprach. Es geht der Jugend nicht darum, ob sie ab morgen kein Kopftuch mehr tragen muss. Es geht um ihr Recht auf Leben, auf Freude, Freiheit. Als um Punkt zehn Uhr die Wahllokale geschlossen werden, stehen noch Tausende davor. Aber sie dürfen nicht mehr wählen. Gerade will ich das Büro verlassen, als ein Anruf kommt, Musica gebe eine Pressekonferenz in einem Privathaus. Was will er sagen? Es ist heiß in dem fünfzig Quadratmeter großen Zimmer. Die Journalisten schreien einander an.

Mussawis Stimme ist leise, es gibt kein Mikrofon. Er spricht nicht enttäuscht, sondern entsetzt. Seine Wahlbeobachter seien nicht zu den Wahlurnen gelassen worden. In vielen Städten habe es zur Mittagszeit nicht ausreichend Stimmzettel gegeben. Er ist sich sicher, dass er der Sieger ist. Doch das Innenministerium will am nächsten Morgen Ahmadineschads Sieg verkünden. Synchron zu Mussawis Rede geben Agenturen per Handy diese Nachricht weiter. Vor der Privatwohnung hat sich eine Menschentraube gebildet. Ein Mann sagt, und wenn Waffen sprechen sollten, dieses Mal lasse er sich nicht mehr anlügen.

In der Nacht werden die Büros der Reformkandidaten gestürmt und verwüstet. Mehr als einhundertzwanzig Reformer werden festgenommen, Parteivorsitzende, Vizepräsidenten und Ex-Bürgermeister. Das Innenministerium ist abgeriegelt, als wüssten die Beamten, dass der Hass sich gegen sie richten wird. In der ganzen Stadt sieht man Spezialeinheiten der Polizei. Dennoch färben sich die Straßen wieder grün. Der erste Ruf: „Gebt uns unsere Stimme zurück!

Eine kleine Gruppe von fünfzig Leuten zieht los, auf die Autobahn, die Finger zum Siegeszeichen aus den Fenstern der Autos gesteckt. Es kommt zu Auseinandersetzungen. Aber es ist den Menschen egal, ob sie einen Knüppelschlag abbekommen. Über der Stadt liegt eine Rauchwolke. Ein Bus, mehrere Autos und Mülltonnen brennen. Die Bilder gehen durch die Welt. Mädchen, die von Polizisten niedergeprügelt werden, über die Straße geschleift, abtransportiert. Niemand weiß, wohin.

Normalerweise wird in Iran jede Art von Aufstand im Keim erstickt. Aber es sind nicht mehr nur die Grünen, die einen Wechsel wollen. Bislang hatten die Menschen keine Führung, die ihren Unwillen zum Ausdruck bringt. In Mir Hussein Mussawi haben sie einen. Er ist kein Oppositioneller mit Ideen aus dem Ausland, die rein demokratisch westlich sind. Er ist einer, der, wie es selbst sagt, „die Imam-Linie“ verfolgt. Er hält an den Richtlinien der Islamischen Revolution fest, aber will sie reformieren. Das Grundgesetz muss verändert, die Rechte der Frauen müssen gestärkt werden. Er hat die erste First Lady eingeführt, seine Frau Zahra Rahnavard trägt den Tschador, doch darunter scheint ein rot leuchtendes Blumenkopftuch hervor. Sie war die erste Rektorin einer Universität, wurde aber unter Ahmadineschad abgesetzt. Ihr gelten viele der Frauenstimmen, die Mussawi bekam.

Die Menschen kommen mit ihren Familien auf die Straße. Sie schweigen, es gibt keine Parolen, keine Rufe. Mussawi hat über das Internet dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und niemandem Anlass zu geben, gewaltsam einzuschreiten. Die ausländischen Medien dürfen nicht mehr berichten. Man hat Angst vor neuen Bildern, die um die Welt gehen könnten. Hunderttausende kommen zu den Demonstrationen. Am Montag sagt Mussawi, sie sollten sich am kommenden Tag fünf Uhr auf dem Valiasr Platz treffen. Kurz darauf meldet das Fernsehen, dass dann eine Demonstration von Ahmadineschad-Anhängern auf demselben Platz stattfinden soll. Unruhestifter würden sich auf eine Konfrontation mit der Polizei einstellen müssen. Das Ministerium für Islamische Erziehung und Kultur schickt an die ausländischen Medien ein Fax, auf dem die Drehgenehmigungen für die Stadt annulliert werden. Die Reporter sind ratlos. Nun können ihre Bilder nicht mehr für die Sicherheit der Demonstranten sorgen.

Am nächsten Tag sind keine Anhänger Ahmadineschads gekommen, nur Schlägertrupps der Basidschi. Die Miliz hat Aufwind bekommen, sie dürfen niederprügeln, was ihnen vor die Knüppel kommt. Sie kennen weder Mutter noch Vater, es ist ihnen egal, ob es Tote oder Verletzte gibt. Die Mussawi-Anhänger haben gemerkt, dass es sich nicht um eine Gegendemonstration handelt. Schweigend gehen sie die Straße entlang, Mundschutz vor dem Gesicht, den Blick nach vorn gerichtet. Die Proteste dauern schon zu lange an, als dass man sie jetzt einfach im Keim ersticken könnte. Was weder George W. Bush noch die Vereinten Nationen geschafft haben, hat die Bevölkerung Irans erreicht. Ahmadineschad und seine Unterstützer sind ins Wanken gebracht. Die Menschen kommen aus den Gassen auf die Hauptstraße, um sich anzuschließen. Sie wollen vor das iranische Fernsehen, um einen öffentlichen Auftritt zu erzwingen. Sind es fünfzigtausend? Sind es mehr? Der Zug geht vorbei an Spezialeinheiten der Polizei, Basidschimilizen auf Motorrädern, Menschen, die mit Funkgeräten Informationen weitergeben.

Die Handys der Demonstranten sind blockiert, SMS funktionieren nicht mehr, E-Mail-Zugänge sind gesperrt, Blogs abgeschaltet. Es gibt fast keine Verbindung ins Ausland mehr, und ich höre die Helikopter über der Stadt kreisen.

Fordert die Scharia westliche Demokratie?

17. Juni 2009

Der Counterjihad lehnt die Scharia ab (1). Er sieht in ihr weniger ein Gesetzbuch oder eine Anleitung, die das Miteinander der Menschen regelt, als vielmehr ein Herrschaftsinstrument, welches die Gesellschaft von oben nach unten durch Schrecken und die Anbetung der Gewalt gefügig macht, und das alle Nicht-Mohammedanisten zu Dienern, Sklaven oder Ungeziefer erklärt.

Da in unseren westlichen Demokratien zZ. kein Einvernehmen darüber herzustellen ist, dass der Mohammedanismus keine Religion, sondern eine perverse Gewaltideologie ist, die umgehend illegalisiert und schärfstens verfolgt werden muss, sollte der Counterjihad mE. (ohne das Ziel der Illegalisierung aus den Augen zu verlieren) auch nach Partnern suchen, die die mohammedanistischen Grundlagentexte vor dem Hintergrund ihrer Reputation als mohammedanistischer Gelehrter oä. relativieren und zumindest teilweise zur Kompatibilität mit der modernen, westlichen Demokratie hin entwickeln wollen. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass es sich bei diesen Partnern nicht um Agenten der Orks vom Schlage Tariq Rammeltags oder Scharlatane a la An Na’im ( 2 + 3 ) handelt. Erkennbar sind die Agenten zB. daran, dass ihre Ausführungen überwiegend an das westliche Publikum adressiert sind (Wir sollen in Sicherheit gewogen werden oder little by little eine Akzeptanz für die Scharia entwickeln).

In der heutigen FAZ gibt es einen Aufsatz von Hassan Yousefi Eshkevari (übersetzt aus dem PERSISCHEN von Hamid Ongha). Dieser schiitische „Hodschatoleslam“ (4), Jahrgang 1950, gilt als einer der exponiertesten Theologen und Rechtsgelehrten in Iran. Er war im iranischen Parlament und plädierte dort für die Trennung von Religion und Staat. Die Jahre von 2000 bis 2005 verbrachte er im Evin-Gefängnis, weil er in Berlin an einer Irankonferenz teilgenommen hatte. Er lebt jetzt im Exil. Hier seine Position zur aktuellen iranischen Wahl:

Diese Wahl ist ungültig

Die Ereignisse um die Präsidentschaftswahlen in Iran haben, statt die Dimension der Republik ernsthaft zu diskutieren, eine Auseinandersetzung mit der „Islamischen Dimension“ herausgefordert. Das theokratische System ist weniger dem modernen Verständnis von Republik und Demokratie verpflichtet als vielmehr, nach eigenem Bekenntnis, der Religion und den Grundsätzen des Islams. Nun sehen wir aber, dass bei den aktuellen Wahlen die selbstverständlichsten Grundsätze des Islams und die einfachsten Regeln der islamischen Rechtslehre ignoriert werden.

Zwar fehlen im Islam, will sagen: im Koran und in den Zeugnissen und Traditionen des Propheten, Begriffe wie Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Republik, Gewaltenteilung, Wahl oder Parlament. Als aber 1979 die iranische Revolution ausbrach und Ajatollah Chomeini und andere, gleichgesinnte Theologen sich daranmachten, eine neue Staatsform namens „Islamische Republik“ zu begründen, kamen sie überein, den Islam und die Scharia, das islamische Recht, in der Gestalt einer modernen Republik zu verwirklichen.

Sie stellten die Republik der konstitutionellen Monarchie gegenüber. In der Präambel der Verfassung und in zahlreichen ihrer Artikel findet man dazu Erläuterungen. So ist etwa die Rede davon, dass „Gott den Menschen zum Herrn seines Schicksals“ berufen hat, das Herrschaftsrecht also dem Menschen überlassen ist und die Politik durch allgemeine Wahlen (darunter: Wahl der Räte, Parlamentswahlen, Präsidentenwahl und Volksabstimmungen) bestimmt wird. Es wird sogar ausgeführt, dass das Land nicht einmal für einen Tag ohne Parlament sein sollte. In Artikel 9 der Verfassung heißt es, dass Freiheit und Unabhängigkeit zwei untrennbare Bestandteile einer Sache seien und nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. Schließlich heißt es, dass die Freiheiten auch nicht durch den Erlass von Gesetzen verletzt werden dürften.

Ein Abschnitt der Verfassung trägt den Titel „Rechte der Nation“. Er regelt die Freiheiten, die Aktivitäten von Parteien, die Freiheit der Medien, die Versammlungsfreiheit, er verbietet die Meinungskontrolle – und die Folter.

Obwohl in die Verfassung die „Herrschaft des Rechtsgelehrten“ Eingang fand – aus der später eine absolute Herrschaft des Rechtsgelehrten wurde -, obwohl alle Freiheiten und Gesetzesinitiativen auf ihre Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Islams geprüft wurden und obwohl es deshalb in einigen Bereichen zu Widersprüchen kam, wurden vor allem in Artikel 9 der Verfassung die Grundsätze der Republik anerkannt.

Die Islamische Republik wurde durch Volksabstimmung gegründet und verdankt dieser ihre Legitimität. Sie ist Mitglied der Vereinten Nationen, sie hat alle Grundsatzdokumente dieser Organisation unterzeichnet, unter anderem die Internationale Menschenrechtserklärung von 1948. Sie ist Mitglied der Interparlamentarischen Organisation und kann sich den daraus entstehenden Verpflichtungen nicht entziehen.

Wenn Ajatollah Chomeini in Paris erklärte, er verstehe unter Republik das, was weltweit und allgemein darunter verstanden werde, und sogar hinzufügte, die Islamische Republik orientiere sich am Muster der Französischen Republik, dann wird klar, dass der Grundsatz einer modernen Republik gegenüber den anderen Grundsätzen und Anschauungen, wie etwa der Scharia, Vorrang genießt.

Die Führer der Islamischen Republik Iran müssten also zwingend nicht nur dem islamischen Recht verpflichtet sein, sondern ebenso den Grundsätzen und Verfahrensweisen einer Republik. Gerade wenn sie Chomeini, dem Gründer der Islamischen Republik, folgen wollen, müssten sie sich um eine Auslegung der Scharia nach den Grundsätzen von Freiheit, Demokratie und Republik bemühen. Anderenfalls wäre die Annahme des Grundsatzes der Republik und der Rechte des Volkes sinnlos und nichtig.

Darüber hinaus verpflichten die Prinzipien und Regeln des Islams und der Rechtsschule die Führer der Islamischen Republik, alle Grundsätze der Verfassung, darunter auch die Artikel zur republikanischen Staatsordnung, zu den Freiheiten und Rechten des Volkes, anzuwenden.

Hier ein Hinweis auf einige islamische Grundsätze: Ersten gilt im Koran und in den religiösen Überlieferungen die „Wahrung der Treue“ als eine moralische Pflicht und als ein notwendiger, nicht zu umgehender Bestandteil der Scharia. Übergibt man einem Treuhänder ein Gut, so ist dieser verpflichtet, das Gut zu schützen und es rechtzeitig und unversehrt dem Besitzer zurückzugeben. Im Verletzungsfalle ist der Treuhänder rechenschaftspflichtig und hat Schadenersatz zu leisten. Nach den gleichen religiösen Quellen stellt die Regierungsmacht ein göttliches und menschliches Treuhandgut dar, das durch die Menschen, die eigentlichen und wirklichen Besitzer der Macht, einer oder mehreren Personen in die Hand gegeben ist. Die Machthaber sind demnach verpflichtet, diese ihnen überlassene Macht im Rahmen gegenseitiger Abmachungen zu schützen und das Treuhandgut seinen rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben. Die Stimme der Menschen bei den Wahlen ist ein Treuhandgut der Menschen, mit dem korrekt umgegangen werden muss.

Zweitens gehört auch die Vertragstreue nach den einschlägigen religiösen Quellen zu den moralischen Grundsätzen der Scharia. Diese Regel ist in allen gesellschaftlichen Beziehungen einzuhalten, angefangen von der Abmachung zwischen einer Frau und einem Mann bis hin zu Verträgen in Wirtschaft und Politik. In der modernen, demokratischen und republikanischen Ordnung stellt die Verfassung den Vertrag zwischen dem Staat und dem Volk dar. Daher sind beide Seiten des Vertrages verpflichtet, sich treu an diese Abmachung zu halten – keiner hat das Recht, sie einseitig aufzukündigen. Wenn die eine Seite den Vertrag verletzt, ist die andere davon entbunden.

Der Islam ist eine gerechtigkeitszentrierte Religion. Alle Beziehungen des Menschen zu Gott, zur Natur, zur Gesellschaft und sogar zu sich selbst werden nach Maßgabe der Gerechtigkeit geregelt. Daher haben die großen schiitischen Gelehrten die Gerechtigkeit als Maßstab des Urteils festgelegt. Die Religion, so liest man bei diesen Gelehrten, muss gerecht, nicht die Gerechtigkeit religiös interpretiert werden. Angesichts dieser Bedeutung der Gerechtigkeit werden im islamischen Recht alle Angelegenheiten der Gesetze, der Herrschaft, der Politik, Wirtschaft und Moral am Maßstab der Gerechtigkeit beurteilt; anderenfalls besäßen sie keinen religiös-rechtlichen Wert. Gerade jene, denen die Gesellschaft ein verantwortliches Mandat übertragen hat, müssen die Kriterien der Gerechtigkeit erfüllen – vom Imam angefangen bis zum Richter, zum geistlichen Vorbild oder zum Politiker einer islamischen Gesellschaft. Wer die Bedingungen der Gerechtigkeit nicht erfüllt, scheidet automatisch aus dem Amt, es ist noch nicht einmal erforderlich, ihn abzusetzen.

Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen müssen wir nun prüfen, ob hier eine Gesetzesverletzung vorliegt oder nicht. Waren die Wahlen korrekt, gerecht, fair und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften? Sind ihre Ergebnisse anzuerkennen oder nicht? Die Verantwortlichen für die Organisierung der Wahlen behaupten zwar, dass die Wahlen korrekt und gesetzlich verliefen und dass die veröffentlichten Ergebnisse richtig sind. Aber die drei Kandidaten, die zu Verlierern erklärt wurden, widersprechen dem. Insbesondere Mir Hossein Mussawi behauptet, dass er die Mehrheit der Stimmen erhalten habe und vom Volk gewählt worden sei und dass seine Stimmen auf das Konto von Mahmud Ahmadineschad umgeleitet worden seien-

Zurzeit gibt es keine Möglichkeit, die Richtigkeit der Behauptungen der beiden Seiten zu überprüfen. Es sind jedoch klare Indizien dafür vorhanden, dass die veröffentlichten Ergebnisse nicht richtig und inakzeptabel sind. Insbesondere ist nicht zu akzeptieren, dass Ahmadineschad einerseits so viele und Mehdi Karrubi so wenige Stimmen erhalten hat. Wer in Iran lebt – auch erklärte Anhänger von Ahmadineschad -, weiß allzu gut, dass, wenn auch nur die Wahlkampf-Aktivisten von Karrubi und ihre Familienmitglieder ihm ihre Stimme gegeben hätten, diese wenigstens einige Millionen ausgemacht hätten. Wie soll man also glauben, dass er nur dreihunderttausend Stimmen bekommen hat?

Anscheinend ist irgendwie gefälscht worden, die Unregelmäßigkeiten sind offensichtlich. Vielleicht in der Absicht, Macht zu zeigen und Konkurrenten, die Anhänger von Reformen, für die die Mehrheit der iranischen Nation steht, zu erniedrigen und sie für immer von der politischen Bühne zu entfernen.

Wenn die Ergebnisse der Wahlen falsch oder ungenau sind und die Wahl der Mehrzahl der Bevölkerung mit Absicht missachtet wurde und der gewählte Präsident nur das Produkt eines Wahlputsches ist, muss festgestellt werden, dass bei diesen Wahlen die republikanischen Grundsätze verletzt wurden – und dass man die islamischen Grundsätze der Scharia vorsätzlich ignorierte. Die Verantwortlichen der Islamischen Republik müssen Bedingungen wie treuhänderisches Verhalten, Vertragstreue und gerechtes Verhalten erfüllen. Sie müssen gemäß der Verfassung sowohl leiten als auch geleitet werden, so dass sie das Land im Rahmen der allgemeinen Vernunft und des nationalen Interessen lenken können. Wir sehen aber, dass keiner dieser Bedingungen und Regeln erfüllt sind. Der Maßstab für ein Urteil über diesen Streit sind: die Verfassung, die religiösen Regeln und die öffentliche Meinung.

Time am 17. Juni
(dem Jahrestag des ostdeutschen Volksaufstandes
gegen die kommunistische Diktatur, 5)

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(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Scharia
(2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/27/an-na%e2%80%99ims-medicine-show/
(3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/27/du-schaffst-gut/
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Hodschatoleslam
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/17._Juni_195

Lesenswert, Reza Hajatpour über Mohammedanismus an deutschen Universitäten FAZ, 21.10.09):
http://www.faz.net/s/RubC3FFBF288EDC421F93E22EFA74003C4D/Doc~EF3A82131A2224BD0ACFE78FFF22F8DAF~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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PS1.:

Der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Klose (SPD), hat die Einschätzung geäußert, Amtsinhaber Ahmadineschad sei bei der iranischen Präsidentenwahl nur Dritter geworden. Klose begründete im Gespräch mit dieser Zeitung seine Auffassung damit, Ahmadineschad habe überall gleichermaßen etwa 60 Prozent der Stimmen erhalten. Das sei ebenso unwahrscheinlich wie der Umstand, dass der Kandidat Karrubi selbst in seiner Heimatregion nur etwa ein Prozent der Stimmen erhalten haben soll. Angesichts der Wirtschaftskrise habe der angebliche Wahlsieger nicht so viel besser als zuvor abschneiden können. Klose sagte im Deutschlandradio Kultur: „Meine persönliche Vermutung wäre, dass die richtige Reihenfolge wahrscheinlich Mussawi, Karrubi und an dritter Stelle Ahmadineschad ist.“ Zwar heißt es, es gebe auch in der Bundesregierung solche Einschätzungen. Doch wird zugleich versichert, die eigenen Erkenntnisse seien nicht überaus präzise.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt Gernot Erler (SPD) nannte als weiteren Anhaltspunkt für Wahlfälschung die „eigentlich viel zu frühe Verkündung eines Endergebnisses (in Wahlkreisen), wo noch gar nicht ausgezählt sein konnte“. In der Addition der Stimmenanteile habe es einmal 108 Prozent, einmal 94 Prozent gegeben, sagte Erler im Deutschlandfunk. Erler verwies auch noch einmal auf „viele Berichte, dass gerade in den Hochburgen der Opposition es entweder schon gefüllte Wahlurnen am Anfang der Auszählung gab oder aber fehlende Stimmzettel“.

(aus der heutigen FAZ)

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PS2.: Manfred schreibt unter (1):

„Dieses Regime ist nicht das erste, dessen Hochmut vor dem Fall kommt. Es war nach den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit (z.B. Ukraine) eine Riesendummheit, die Rettung in einer obendrein ziemlich plumpen Wahlfälschung zu suchen.“

In der Tat, man fragt sich, warum die Orks mal wieder derartig plump lügen. Ich vermute, sie sitzen ihrem speziellen Verständnis von „Wahrheit“ auf, welches sie völlig selbstverständlich und ohne jeden Zweifel als global voraussetzen, und dieses ist: „Die Wahrheit ist dort, wo das Schwert ist“ (2). Schwerter, Rüstungen, Kameldung und Blutgeruch: Das Leben der Iraner ist dank Gardinenstange & Co. auf die Lebenswirklichkeit eines Kampfhahnes reduziert worden. Diese Nazis greifen nach der Bombe? Na und? Obama wäre nicht der erste US-Präsident, der vor seiner Zeit abträte. Iran steht mE. vor der Entscheidung, in den Kreis der zivilisierten Nationen zurückzukehren oder in eine radioaktive Wüste verwandelt zu werden, mit oder ohne Obama. Der Westen hat mehrere Tausend interkontinentale Atomsprengköpfe, das dürfte ausreichen, um das gesamte Orkistan in eine Glasplatte zu verwandeln, bevor die erste iranische Rakete ihr Ziel erreicht hat. Ok, ich lebe dann wegen des Fallouts zwar zehn Jahre weniger, aber auch ohne orkische Schmeißfliegen, das ist letzlich unter dem Strich sicher ein Gewinn (Auf der Glasplatte könnten wir dann zB. ohne Gefahr vor Killern und Räubern unsere gigantischen Solarkraftwerke installieren – 3 ). Für die nordamerikanischen Indianer war es seinerzeit hart, aber nur durch ihre Entmachtung konnte der amerikanische Westen besiedelt werden. Nordamerika ist jetzt die Heimat von 338 Millionen Bürgern statt von 10 Millionen perversen und blutrünstigen Federfritzen! HIGH NOON is NOW!

Manfred schreibt auch: „Falls es überhaupt einen Weg geben sollte, Islam und kulturelle Moderne irgendwo in den Kernländern des Islam miteinander zu verbinden, dann werden die Perser und Schiiten diejenigen sein, die ihn finden.“

Ich stimme Manfred zu: Wenn jemand die Orks aus dem selbstverschuldeten und vorhersehbaren Verderben führen kann, ist es der Iran – dank seiner grandiosen vormohammedanistischen Geschichte!

Ich grüße Sie,

Time

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(1) http://www.korrektheiten.com/2009/06/17/non-sire-cest-une-revolution/
(2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/02/orks-lugen-anders-aber-immer/
(3) http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E5EB2FA1298B546DC8C0B11DD68C97DC5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Arme Iraner! Flieht! Flieht!

15. Juni 2009

PI hat soeben eine E-Mail veröffentlicht (1), die mutmaßlich aus dem Iran stammt. Ich finde sie sehr bewegend und teile die Ansicht einiger PI-Kommentatoren nicht, die ihre Authenzität in Frage stellen, insofern ich die Mail unabhängig von allen anderen Fragen schlicht und einfach für exzellente konkrete Literatur halte:

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Liebe Freunde, ich bin in Iran. ich darf mein haus nicht verlassen. einen unbekannten anruf (Ohne die Nummer an dispaly) hat mir gesagt ich solle besser fuer mein gesundheit und was wiess ich zu hause bleiben! solch anrufe haben viele gekriegt!

alle akitvisten sind verhaftet. der bruder von Khatami auch. Hashemi, mousavi und Khatami und viele andere durfen ihr haus nicht verlassen und ihr haus ist umgeben von Gard und geheimdienstleute! (Zum Teil 200 Stueck!)

30 journalisten von einer Reformisten Zeitung sind in Gebaeude eingeschlossen und bewafnete Gardisten haben es blockiert

sie schiessen auf unsere Kinder

sie schlagen die junge Leute bis zum Tod

es gibt kein Handy, SMS und Internet alles ist gefiltert und ich brauchte ueber die komplizierte Wege ueber 1 Std. damit ich es euch schicke kann

vielleicht kann ich mich nicht mehr melden

ich kann mit diese Internet keine Bilder fuer euch schicken

die Unis sind zu

die Leute die freitag gewaehlt haben, wurden gestern geschlagen

eben habe ich gelesen die 30 journalisten sind verhaftet

das Visum von auslaendische Journalisten wird nicht verlaengert

die leute schreien auf die Strassen: gibt unsere Stimmen zurueck

wir stehen alleine da und haben keine unterstutzung

wo sind die Organisationen die fuer Gazastreifen sich arrangiert haben? heute ist Frauentag in Iran und gestern auf die strassen von Iran haben wir unser Geschenk bekommen!

eben habe ich die Nachricht bekommen. die beamten von innenministerium haben heimlich die richtige stimmen heraus gegeben:

49,322,412 Leute konnten waehlen

42,026,078 haben gewaehlt

davon 138,716 ungultig

Mousavi 19,075,623 Stimmen

Karoubi13,387,104

ahmadinejad 5,698,417

Rezaii3,754,218

die richtige Zahlen sind die!

Ahmadinejad hat gesagt, die leute konnen jetzt feiern aber keine feiert. ab dienstag ist in Iran ein Streik. mousavi hat es veroffentlicht

Ahamdinejad sagte immer die Leute in Gazastreifen werden ohne Grund geschlagen und getotet

hat er jetzt einen Grund unser Jugend so zu behandeln? informiert eure Freunde (Ohne Meinen Namen denn ich bin so unter druck)

die welt soll unsere Schreie hoeren! wir wollen nichts als unser Recht! wir wollen keine Atombomben. wir wollen kein Krieg. wir wollen das man uns nicht schlaegt nur weil wir unser Recht verlangen. wer soll uns helfen?

Liebe Freune nach 5 naechte fast ohne schlaf und wenn mit Alptraeumen, kann ich nur mit zittrige Hand und weinend schreiben

noch nie in meinem Leben habe ich so lange geweint

ich denke jeden augenblick dass meine Traennen alle sind aber nein sie fliessen ununterbrochen. ich kann nicht mehr lachen!

ich weiss nicht wer das gesagt hat: “wer die Wahrheit nicht kennt, ist Dumm, aber wer die Wahrheit kennt und schweigt, ist ein Verbrecher!”

macht es gut meine freunde

vielleicht melde ich mich wieder

M.
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Ich habe in der Vergangenheit mehr als einmal die Meinung vertreten, der Iran sei (verglichen mit Nazi-Deutschland) kein faschistischer, wohl aber ein faschistoider Staat. Aber was sich dort abspielt, ist vielleicht ähnlich zur Situation in Deutschland vor bald 80 Jahren. Die mächtigen Demonstrationen für den „anderen“ (Mammut Gardinenstanges Herausforderer ist ein 150iger Mohammedanist, ein Hardliner) machen deutlich, dass der Wechsel, und nur auf ein neues Gesicht kommt es vielleicht an, in der Luft liegt. Hitler kam den abnehmenden Wahlergebnissen mit der Machtergreifung (2) zuvor, and so did Gardinenstange: perhaps. In der „Nacht der langen Messer“ (3) entledigte sich Adi-Futzie dann seines Kumpanen Röhms. And the winner was or could be: SS… äh… REVOLUTIONSWÄCHTER!

Khatamis Bruder ist festgenommen, Mussawi steht unter Hausarrest, Gardinenstanges erste Mitteilung an die Welt: Wir kriegen die Bombe! Das wollten die deutschen Nazis auch, aber sie waren fleißiger, tüchtiger, intelligenter und wahnsinniger als der Haufen Schmeißfliegen in Teheran! Und die deutschen Nazis haben die Bombe trotz Heisenberg nicht bekommen! Und zB. 85% von Hamburg wurden zertrümmert! Und Hiroshima und Nagasaki wurden eingeäschert! Was wird von Iran übrigbleiben?

Arme Iraner! Haut ab, solange Ihr noch könnt!

Time am 14. Juni 2009

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(1) http://www.pi-news.net/2009/06/email-aus-dem-aufstaendischen-iran/
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6hm-Putsch

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Zusatz vom 15. Juni:

Aus dem Spiegel (1): „Im Gegensatz zu anderen Ländern, wo NUR zwei oder drei Parteien das Sagen hätten, gebe es im Iran eine ECHTE DEMOKRATIE, sagt Ahmadinedschad. Politiker im Ausland würden um Homosexuelle und anderen ‚Bodensatz‘ buhlen, um ‚ein paar Prozent‘ mehr Stimmen zu bekommen.“

Joseph Goebbels 1934: “Trotzdem können wir erklären, dass unsere Regierung den Gesetzen einer VEREDELTEN DEMOKRATIE entspricht.”

Aus der heutigen FAZ, Gardinenstange: „Die hohe Wahlbeteiligung von 84% sei ‚ein Schlag gegen die Unterdrückungsregime auf der Welt‘. Er nannte Iran ein ‚Modell für die WELT'“.

„PLANET der Affen“ – ist es schon so weit? Möchten SIE von Schimpansen regiert werden? Planetwide? Auch Ihre Bananensammlung wird Ihnen nichts nützen: Schimpies sind Fleischfresser (2)!

Mahmoud

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(1) http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,630375,00.ht
(2) http://www.faz.net/s/Rub9FAE69CECEA948EAAFE2806B54BF78AA/Doc~E9D6077197D31474ABDC363A600B79FD6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Der Mohammedanismus frisst sich selbst

12. Juni 2009

Pünktlich zum „Wahl“-Tag im Iran fährt die FAZ heute ihren Ali1, den Meister aller Klassen der Verschleierung der Gefahren des Mohammedanismus, Wolfgang Günther Lerch auf.

Dieser darf zunächst eines der heißgeliebten trojanischen Pferde des deutschen Orientalismus in unsere Mitte schieben, den „heiligen“ Sufi (1). Für einen der wenigen anständigen deutschen Orientalisten stellt sich das mit der Heiligkeit der Sufis übrigens anders dar. Tilman Nagel:

„Die Annahme, einem rigiden, unduldsamen ‚Gesetzesislam‘ stehe eine ‚tolerante‘ sufistische Strömung entgegen, gehört zu den Fiktionen der europäischen Islamschwärmerei und wird durch die historischen Fakten tausendfach widerlegt.“ In diesem Zusammenhang möchte ich auf das traurige Schicksal von Sultan und Madrasa-Gründer Ulugh Beg (2 + 3) hinweisen, der von Sufis ermordet wurde, welche seinen Kopf auf eine Stange gespießt vor einer der von ihm gegründeten Madrasen (4) zur Schau stellten.

Jedoch, das Wort hat jetzt FAZ-Ali1:

Das Apostasiegesetz:
In Iran sind auch die Sufis immer weniger gern gesehen

Keine Kultur hat eine so reichhaltige mystische Tradition hervorgebracht wie die islamische (So ein Schmarrn, als ob das Christentum keine Mystik hätte! Hat Ali1 die jeweiligen Schriftenberge erklommen und vermessen? T.), und innerhalb des Islam ist keine Region so sehr von diesen Traditionen geprägt worden wie Iran. Den Sufis – jenen ursprünglichen Asketen, die sich in Wolle kleideten, um damit ihre spirituellen Ansprüche gegenüber dem „Weltleben“ deutlich zu machen – bedeutete das innere Streben auf dem Wege zu Gott, zur unio mystica, mehr als die Befolgung des religiösen Gesetzes, obwohl es auch darüber unter ihnen unterschiedliche Auffassungen gegeben hat.

In Iran, wo an diesem Freitag ein Präsident gewählt wird, ist seit dem vorigen Herbst ein neues, verschärftes Gesetz gegen „Apostasie“ gültig, das die religiöse Landschaft offenbar noch mehr disziplinieren soll, als das ohnehin der Fall ist (In der Tat, Wiki berichtet: „Die iranische Basiji-Milizen werden von der iranischen Regierung gegen die schiitischen Derwische in Stellung gebracht. Im April 2006 setzte die Miliz Gebets- und Wohnhäuser von ca. 1.200 Derwischen in der Stadt Qom in Brand. Am 10. und 11. November 2007 räumte die Basiji Sufi-Gotteshäuser in der südwestiranischen Stadt Borujerd. Dabei wurden 80 Personen verletzt. Bei der Räumung kamen Molotov-Cocktails und Bulldozer zum Einsatz. Nach Meinung des Sufi-Meisters Seyed Mostafa Azmayesh gehe es darum, die Derwisch-Bewegung auszulöschen.“ T.) Davon sind nicht nur die Bahai bedroht, gegen deren seit Monaten schon inhaftierte provisorische Führer wieder neue Anschuldigungen vorgebracht wurden, sondern zunehmend auch die Sufis, sofern sie sich in Iran noch, wie etwa die Nematollahi-Bruderschaft, zu ihrer Tradition bekennen. Was die Bedrohung verstärkt, ist die Tatsache, dass auch die Zahl der Hinrichtungen in Iran wieder angestiegen ist.

Ein bekannter Kleriker wie Mehdi-Karrubi, der frühere Parlamentspräsident und Präsidentschaftskandidat, gehört immerhin zu jenen, die sich für die Nematollahis – nach Schätzungen eineinhalb Millionen Anhänger – einsetzen, einen bedeutenden Sufi-Orden, dessen Führung zum Teil schon im Exil lebt. Vor vielen Jahren hatte sich der Orientalist Richard Gramlich ausführlich mit den (schiitischen) Sufi-Orden Persiens beschäftigt; wenn nicht alles täuscht, soll ihren – in der Regel ziemlich toleranten und weltoffenen – Auffassungen allmählich ein Ende bereitet werden, zwanzig Jahre nach dem Tod des Ajatollah Chomeini, der freilich selbst in seiner Jugend noch sufische Studien betrieben hatte. Sollte es dazu kommen, hätte das Regime die Zügel der Herrschaft noch fester angezogen, religiöse Freiräume eingeschränkt.

Die islamische Mystik war ursprünglich ein durchaus arabisches Phänomen, wie der Islam selbst. Bereits wenige Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammed bildete sich im Irak unter Hassan dem Basrener und später unter Rabia al Adawija, einer gelehrten Frau, eine Bewegung heraus, die den Glauben durch Askese und innere Gotteserfahrung vertiefen wollte. Doch es waren vor allem Perser, die in den Jahrhunderten danach – sei es als Theologen, sei es als Dichter – den inneren Pfad des Sufismus als Heilsweg priesen. Schon damals stießen die Sufis gelegentlich auf Widerstände seitens der Orthodoxie, weil ihre direkten und individuellen mystischen Erfahrungen als Blasphemie angesehen und ihr Weltbild häufig als pantheistisch denunziert wurde. Berühmtestes Opfer wurde der persische Spiritualist al Hussein Ibn Mansur al Halladsch, der auf Betreiben orthodoxer und höfischer Kreise (und wohl auch aus politischen Gründen) im Jahre 922 n. Chr. in Bagdad hingerichtet wurde…

Die dichterische Höhe und gedankliche Tiefe der persischen Klassiker (hüstel, T.), die einen Goethe (Who the f*ck is Goethe? He is the friend of Liar-Lessing, isn’t he? T.) begeisterten, sind ohne die Mystik undenkbar. Die Dichtungen eines Omar Khayyam, Saadi, Hafis, Nezami, Sana’i und vieler anderer wären ohne den Sufismus nicht so tiefsinnig, wie sie es sind (Great, Ali, really great! T.). Mit der persischen Dichtung breitete sich der mystische Weg einer kontemplativ erfahrenen Gottesliebe, die zur Menschenliebe umgemünzt werden muss, auch auf viele andere Gebiete der islamischen Kultur aus, etwa nach Anatolien oder in das muslimische Indien (heute Indien, Pakistan und Bangladesch). Die reichhaltige Tradition der türkischen Mevlevi-Derwische von Konya, die in Dichtung und Musik ihren Höhepunkt fand, geht auf die mystisch-kosmologischen Lehren von Maulana Dschelaleddin Rumi (1207 bis 1273) zurück, der aus dem ostpersischen Balkh (heute in Afghanistan) stammte und überall als „Meister Maulawi“ verehrt wird, wo man die persische (oder türkische) Sprache versteht. Im Zentrum des mystischen Pfades der Mevlevi-Sufis steht die Gottesliebe, die auch durch künstlerisches Schaffen bezeugt und nacherlebt werden kann. Der orthodoxe Theologe al Ghazali, ebenfalls Perser, integrierte im 12. Jahrhundert die gemäßigten Formen der Mystik in sein Corpus eines (damals) erneuerten Islam.

Eine mehr intellektuelle Ausprägung fand der Sufismus in den Ideen Ibn Arabis, eines Gelehrten aus Murcia in Spanien, der im 13. Jahrhundert eine theosophische Kosmologie von der „Einheit allen Seins“ (wahdat-e wudschud – ähem, wie meinen? Also, daran erkennt man einen echten WGL, an dem rabiatischen Gefasel, das seine Kompetenz beweisen soll! T.) entwarf, die in ihrer philosophischen Strenge und Geschlossenheit an Spinoza erinnert und selbstredend ebenfalls dem Vorwurf des Pantheismus nicht entging. Dies verhinderte allerdings nicht, dass die persische Kultur auch in den folgenden Jahrhunderten „von Mystik durchtränkt“ worden ist, wie es der Orientalist Hellmut Ritter einmal ausgedrückt hat.

Die gegenwärtigen Bestrebungen, den Islam des Herzens zugunsten eines rigorosen Herrschaftsislams zurückzudrängen, der keine religiösen Freiräume lässt, sind nicht neu. Gerade politische Aktivisten und Modernisten in der islamischen Welt haben immer wieder geglaubt, die Mystik habe den Islam so sehr geschwächt, dass er eine leichte „Beute“ des Westens werden konnte. Daran ist gewiss so viel richtig, dass auch die Mystik gewisse Ermüdungs- und Zerfallserscheinungen hervorbrachte, bisweilen in späterer Zeit auch in abergläubischen Mummenschanz, ja Betrug (im Gegensatz zum „wahrhaftigen“ Fieslahm? T.) verfiel…

Dreißig Jahre nach dem Sturz des Schahs gibt es offenbar Tendenzen in Iran, im Zusammenhang mit einer – auch zunehmend an nationalen und patriotischen Zielen (soll heißen „unislamischen“, T.) definierten – Machtpolitik am Golf und auf der Grundlage der „Herrschaft des obersten Religionsgelehrten“, das „Beste“ weiter zurückzudrängen, welches die persische Kultur seit ihrer Islamisierung zutiefst geprägt habe: das Sufitum, die islamische Mystik (Entlarvend, denn wenn DAS das BESTE sein soll, weiß man, was von dem ganzen Rest zu halten ist! T,).

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Tja, selbst so einen hartgesottenen Orkversteher und Träumer wie WG Lerch packt allmählich das kalte Grausen. Sie aber, liebe Leser, verstehen: So trennt sich, was nicht zusammengehört! Am Ende werden wir den puren Mohammedanismus sehen, wie er ohne „wenn und aber“ um Gnade winselt, bevor er mit einem letzten gräulichen Fluch ins Vergessen entschwindet.

Time am 12. Juni 2009

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(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Sufi
(2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/02/ulugh-beg/
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Ulugh_Beg
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Madrasa

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PS, 181009: Jetzt auch im Iran unter http://www.n-tv.de/politik/Anschlag-auf-Revolutionsgarde-article551989.html

sowie mehrmal täglich unter:

http://www.thereligionofpeace.com/