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Iran im Jemen gescheitert

21. April 2010

Die Schönheit und Unversehrtheit
der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind Al Kaida
und den iranischen Mullas ein Dorn im Auge

Vom Jemen und den Versuchen Irans, die dortigen Houthi-Stämme, deren Religion eine Abart des Schiismus ist, für Stellvertreterkrieg und Unruhestiftung zu gewinnen, war in letzter Zeit häufiger die Rede (1). Seit zwei Monaten jedoch herrscht Waffenstillstand, und Irans terroristische Bemühungen sind vermutlich gescheitert. Rainer Hermann berichtete in der heutigen FAZ.

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Jemenitische Hoffnungen

Der Houthi-Konflikt ist beendet, die Staatengemeinschaft hilft bei Reformen

Schon zwei Monate hält im Jemen der Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Houthi-Rebellen im Norden des Landes. Zudem trifft sich die Gruppe der „Freunde des Jemen“, der unter anderen die Nachbarstaaten angehören, um die seit vier Jahren beredeten Reformen zu flankieren. Das von vielen Konflikten geplagte ärmste Land der arabischen Welt kann sich damit den anderen Krisen zuwenden: der Herausforderung durch die Separatisten im Süden und der Gefahr durch Al Qaida.

Überrascht hat, dass im Houthi-Konflikt beide Seiten den Waffenstillstand einhalten. Bei dem seit 2004 dauernden Konflikt waren die Kämpfe trotz wiederholter Waffenstillstandsabkommen immer wieder ausgebrochen. Seit zwei Monaten arbeiten nun die Kommissionen, in denen beide Seiten vertreten sind, an der Erfüllung der fünf Punkte, welche die Regierung für eine Beendigung des Konflikts fordert. Beide Seiten haben Gefangene freigelassen. Offenbar haben die Rebellen jedoch noch nicht, wie vereinbart, alle Waffen abgegeben. Doch haben beide Seiten wohl erstmals ein Interesse an der Stabilität des Waffenstillstands.

In der Hauptstadt Sanaa ist die Rebellion der Houthi, die als die größte Gefahr für die Existenz des Staats gegolten hatte, kein Thema mehr. Mit dem schwindenden Interesse sinken auch die Mittelzuflüsse. Die Vereinten Nationen weisen aber darauf hin, dass zur humanitären Hilfe für die 350.000 Jemeniten, die durch die Kämpfe zu Flüchtlingen geworden sind, 100 Millionen Dollar fehlten. In der lange vernachlässigten, nun zerstörten Provinz leben die Menschen teilweise unter erbärmlichen Bedingungen. Ohne neue Hilfe könne die zerbrechliche Befriedung leicht in eine neue Instabilität umkippen, heißt es.

Die Separatisten im Süden haben den Houthi-Konflikt als beherrschendes Thema abgelöst. In einigen Städten der ehemaligen Volksrepublik Südjemen, die sich 1990 mit dem konservativen und beherrschenden Nordjemen vereinigt hatte, nehmen die Demonstrationen an Zahl, Größe und Gewalt zu. Generalstreiks werden für einige Regionen ausgerufen, Bomben detonieren. Der Staat reagiert mit der Verhaftung von Rädelsführern. Im März verurteilten Staatssicherheitsgerichte Südjemeniten wegen des Aufrufs zum Separatismus zu Haftstrafen bis zu zehn Jahren. Verurteilt wurden ein Hochschulprofessor, ein ehemaliger Botschafter und Verwandte von bekannten Sprechern der Bewegung.

Ihr fehlt indessen ein charismatischer Führer, der sich in allen sechs Südprovinzen an die Spitze der Bewegung stellen könnte. Ihr gehören entlassene Offiziere und Beamte aus den Städten ebenso an wie Islamisten und Vertreter der konservativen Stämme. Unklar ist, wo sich Ali Salim al Baidh aufhält, nachdem ihm Oman seine Staatsbürgerschaft aberkannt hat. Baidh, der letzte Präsident der Volksrepublik Jemen, hatte in Oman politisches Asyl erhalten. Staatspräsident Ali Abdullah Salih besuchte Anfang April auf der Rückkehr von einer Reise nach Qatar die beiden südjemenitischen Städte Mukalla und Seyoun und bot der Bevölkerung, die sich als Verlierer der Einheit sieht, einen Dialog an. Kritiker werfen dem Staatspräsidenten aber vor, dass er einen „Dialog von oben“ führt.

Für Salih und den jemenitischen Staat sind die Separatisten eine größere Gefahr als Al Qaida. Anfang April hatten die Vereinigten Staaten bekanntgegeben, dass sie den Prediger Anwar al Awlaqi tot oder lebendig suchten. Die CIA hatte den amerikanischen Staatsbürger auf die Liste der Personen gesetzt, die zur gezielten Tötung freigegeben sind. Washington wirft Awlaqi vor, er habe zwei der Attentäter des 11. September 2001 gekannt, ebenso den Militärpsychiater Nidal Malik Hassan, der in einem Amoklauf 13 Personen getötet hatte, sowie den Nigerianer Abdulmuttalib, der an Weihnachten 2009 versuchte, im Anflug auf Detroit ein Flugzeug in die Luft zu sprengen. Der jemenitische Außenminister Abubakr al Qirbi sagte jedoch, für seine Regierung sei Awlaqi kein Terrorist, sondern ein Prediger; er forderte Washington auf, Beweise vorzulegen, dass Awlaqi ein Terrorist sei.

Anwar al Awlaqi taucht in den Publikationen Al Qaidas im Jemen nicht als einer ihrer Führer auf. Da er aber in den Vereinigten Staaten geboren wurde, dort vor seiner Rückkehr in den Jemen studierte, da er muttersprachlich Englisch spricht und das Denken im Westen kennt, gilt er als eine der Schlüsselfiguren im Anwerben von Konvertiten für den radikalen Islam. Der Stammesverband der Awlaqi drohte jedoch allen Angreifern, die ihr Mitglied zu töten versuchten, mit der „Hölle“. Sein Vater, ein ehemaliger Landwirtschaftsminister und Rektor der Universität Sanaa, nahm ihn als „harmlosen Prediger“ in Schutz. Bedrohlich ist am Fall Awlaqi, dass dieser aus einer angesehenen Familie stammt.

Ebenfalls aus einem alten Sultansgeschlecht stammt Tareq Fadhli, der in Afghanistan an der Seite von Usama Bin Ladin gekämpft hatte und nun zu den Anführern der Separatisten gehört. Das Sultanat der Fadhli grenzte im Westen an das der Awlaq. Die Sultanate wurden bei der Gründung der Volksrepublik 1967 aufgelöst. Zu den Köpfen des Terrors im Jemen gehören damit gebildete Intellektuelle aus einflussreichen Familien, die dem Terror in der einfachen Bevölkerung eine Legitimation verschaffen. Aufgrund des Stammesrechts können sie bei einer Verfolgung auf den Schutz durch ihre Stämme rechnen.

Neue Hoffnung, das unterentwickelte Land aus der Krise zu führen, verbreitet indessen, dass die „Freunde des Jemen“ ihre Arbeit aufgenommen haben. In der Gruppe treffen sich die arabischen Nachbarstaaten und Vertreter der Staatengemeinschaft mit der jemenitischen Regierung, um Reformen, die die Regierung selbst seit 2006 als vordringlich identifiziert hat, endlich zu verwirklichen. Die Reformagenda ist 2006 auf der ersten Londoner Jemen-Konferenz formuliert worden. Sie blieb aber weitgehend Papier.

Bei der zweiten Londoner Konferenz im Januar 2010 griff die Staatengemeinschaft sie wieder auf und bildete zwei Arbeitsgruppen. Die erste zu „Gerechtigkeit und Herrschaft des Rechts“ traf sich Anfang vergangener Woche in den Niederlanden. Die zweite Arbeitsgruppe zu „Wirtschaft und Regierungsführung“ traf sich schon im März in Abu Dhabi. Die Jemen-Konferenz vom Januar hatte die internationale Aufmerksamkeit geschaffen, die den Waffenstillstand im Houthi-Konflikt ermöglichte. Nun will die Staatengemeinschaft dem Jemen Beistand leisten, um die Reformen zur Stabilisierung des Staats und der Entwicklung des Landes zu realisieren.

Jetzt kann sich der Jemen den anderen Gefahren zuwenden. Al Qaida gehört dazu.

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Time am 21. April 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/02/dein-abenteuer-ist-zu-teuer/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/11/20/iran-schafft-sechs-sieben-somalias/

Dein Abenteuer ist zu teuer

2. Dezember 2009

Gestern hatte ich der FAZ, die ich sehr schätze, mal wieder mein Lob ausgesprochen, weil sie einem Minarettverbot-Befürworter Raum für ein umfangreiches Statement gegeben hatte (1).

Heute will ich jedoch auf einen Reisebericht vom 26.11. zurückkommen, den ich für abartig und unverantwortlich halte. In diesem Zusammenhang stelle ich fest, daß uns in den Reiseteilen unserer Presse usw. regelmäßig Reisen in Krisengebiete bzw. bevorzugt in die mohammedanistischen Länder anempfohlen werden. Wer darauf reinfällt, kann garantierte Langeweile oder aber mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Entführung erleben, die uns „spießige“ Mitbürger dann Millionen Euro Lösegeld kostet. Was soll das? Einerseits haben wir viel zu wenig Truppen in Afghanistan, andererseits spielen da welche die Susi von Sudan.

Am 20. November hatte ich ein paar Texte eingestellt, in denen die Entwicklung in Nord-Jemen, in dem Iran neuerdings eine weitere Stellvertreter-Armee unterhält (neben Hamas, Hisbulla und diversen irakischen Gruppen), betrachtet wurde (2). Am 29.11. wies Heplev darauf hin, daß es sich dabei mittlerweile um einen ausgewachsenen Krieg mit Artillerie, Panzereinsätzen usw. handele (3). Debka meldete, daß Jordanien nunmehr den Saudis mit 2000 Soldaten gegen die „12er-minus-7er-Schiiten“, die Houthis, beispringt (4). Die FAZ aber brachte folgenden Artikel von Plusterpute Susanne Dohrn. Diese wollte nun zwar nicht direkt den aktuell heißesten Punkt um die Stadt Saada besuchen, sondern den omanischen Teil der Rub al-Khali, ein schlechtes Vorbild ist ihr Verhalten aber dennoch m.E. allemal.
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Der grausame Zauber des Nichts

Kein Mensch, kein Tier, kein Laut: Eine Nacht auf den Spuren des Abenteurers Wilfred Thesiger (5) in der omanischen Wüste Rub al-Khali.

Er (entweder ihr mohammedanistischer Liebhaber oder der Ressortleiter „Reise“ oder beides, T.) will in die Wüste. Dort die Nacht verbringen. Nur wir zwei allein. Wir sind schon etwa tausend Kilometer gefahren. Seitdem Muscat, die Hauptstadt Omans, hinter uns liegt, ist rechts und links flache heiße Hochebene, die nur unterbrochen wird von vereinzelten Wüstenstädtchen, die den Charme von Erdölcamps haben. Eine Nacht in der Rub al-Khali, der größten Sandwüste der Welt (und Kriegsgebiet, T.), soll zum Schönsten gehören, was man als Tourist im Oman erleben kann (was kann es Schöneres geben als so eine Wüste, eine Wüste mit viel, viel heißem, trockenen Sand – und sonst nichts! Aber diese Liebe zum grausamen Nichts hat nicht etwa etwas mit Nihilismus zu tun… T.). Ein mulmiges Gefühl haben wir dennoch.

In Dawkah, einem verlassenen Ort an der Nationalstraße 31, biegen wir auf die Schotterpiste ab. Sie führt geradewegs ins Nichts. Es gibt nur zwei Farben: Das Weiß des Kalkbodens, das Blau des Himmels. „Dieses grausame Land kann einen Zauber ausüben, dem ein gemäßigtes Klima nichts entgegenzusetzen hat“, schrieb Wilfred Thesiger, der als einer der ersten Europäer in Begleitung von Nomaden in den vierziger Jahren die Rub al-Khali mit Kamelen durchquerte. Diesen Zauber wollen wir heute Nacht erleben. Campen könne man überall. Das Land sei sicher, heißt es.

Unser erstes Ziel nach etwa hundert Kilometern ist Ubar, der sagenhafte Ort, von dem aus die Karawanen vor dreitausend Jahren durch die Rub al-Khali starteten. Es ist die letzte Station vor der Sandwüste. Lawrence von Arabien nannte den Ort das „Atlantis der Wüste“ und suchte ihn vergebens. Der britische Entdecker Bertram Thomas, der im Jahr 1932 die Region bereiste, erhielt zwar einen Hinweis auf dessen geographische Lage, verfolgte ihn aber nicht. Die Bibel und der Koran erwähnen die Stadt, die einst wie Sodom und Gomorrha von einem zürnenden Gott zerstört worden sein soll.

Heute heißt das Wüstennest Shisr, und auf den ersten Blick kündet bis auf ein kleines Schild am Ortsrand nichts von seiner einstigen Größe. Wilfred Thesiger machte hier Station. „In Shisur, wo sich die Ruinen einer primitiven Steinfestung auf einem Felshügel erheben, fassten wir Wasser und an der einzigen ständigen Wasserquelle der Steppen des Binnenlandes. Am Grund einer großen Höhle, die unter den Hügel hinabführt, sickert Wasser aus einer tiefen Felsspalte. Das Wasser war unter Flugsand begraben, und wir mussten es erst freischaufeln.“

Nichtsahnend hatte Thesiger an einem Ort haltgemacht, an dem in alter Zeit Handelskarawanen mit bis zu zweitausend Kamelen ihre Vorräte aufstockten für ihren langen und entbehrungsreichen Weg durch die Sanddünen, um Weihrauch nach Ägypten, Palästina und Mesopotamien zu transportieren. Hier soll die Königin von Saba 1000 vor Christus auf ihrem Weg zum Hof von König Salomon gerastet haben. Allerdings war die Region damals nicht so trocken wie heute. Die Quelle, an der Thesiger seine Wasservorräte aufstockte, liegt am Grund einer zwölf Meter tiefen Kalksteinhöhle, deren Decke eingebrochen ist – vermutlich eine Erklärung für das Versinken der einst so reichen Stadt. Erst im Jahr 1992 entdeckten Archäologen die Reste der alten Karawanserei. Ein kränklicher Weihrauchbaum, den nur die künstliche Bewässerung am Leben hält, ein kleines Museum mit Fundstücken, die bis in die Steinzeit zurückgehen, und einige Ruinen, die einsam im Sonnenglast schmoren, sind die Zeugen einstiger Größe.

Noch könnten wir umkehren. Haben wir genug Benzin? Der Museumswärter von Ubar, der zugleich der Betreiber eines kleinen Lebensmittelladens ist, weist uns den Weg zur Zapfsäule hinter dem Ort. In seinem Laden decken wir uns mit dem Nötigsten ein: Fladenbrot, eine Dose Hummous, Datteln, ein paar Flaschen Mineralwasser. Mehr gibt das Sortiment nicht her. Für eine Nacht sollte es reichen. Thesiger und seine Beduinen haben wohl ähnlich gespeist. Jetzt hindert uns nichts mehr am Weiterfahren.

Zügig entfernen wir uns von diesem letzten Posten der Zivilisation. Am Straßenrand sehen wir mumifizierte Kadaver von Kamelen. Nach zwei Stunden verändert sich der Horizont. Die ersten Dünen tauchen auf. Eine letzte Oase – weiße Häuser, einige Palmen, eine Mauer drumherum. Keine Seele in Sicht. Ab hier wird die Piste zum Sandweg. Links und rechts erheben sich sichelförmige Dünen, erst zwanzig, dann fünfzig, dann bis zu hundert Meter sind sie hoch, rostrot und ockerfarben, dazwischen platter Kalkgrund, Nischen und Täler – ideale Halteplätze für die Nacht. Als wir aussteigen, tönen unsere Schritte hohl auf dem karstigen Grund. Warum Ubar eingestürzt ist, hier kann man es hören. Wie schwer ist eigentlich unser Auto?

Mit einer Farbexplosion geht die Sonne hinter den Dünen unter. Nach einer knappen Stunde ist es stockfinster. Jetzt gibt es kein Entrinnen mehr. Egal, was ist. Scharf schneiden die Dünenkämme in den sternklaren Himmel. Es wird kalt. Wir legen uns schlafen und fühlen uns ein bisschen wie Thesiger. „Bald nach dem Abendessen breitete ich meine Decke und mein Schaffell aus, legte meinen Dolch und den Patronengürtel unter die Satteltaschen und streckte mich, mein Gewehr neben mir, unter drei Decken aus“, berichtete er. Unser Nachtlager ist etwas komfortabler, statt eines Gewehrs liegt ein Pfefferspray griffbereit. Es ist still. Kein Mensch, kein Tier, kein Laut. Auch der Wind schweigt. Dann ein Geräusch. Etwas huscht am Autofenster vorbei. Vor dem Autofenster zeichnet sich die Silhouette eines Mannes ab. Er trägt etwas in der Hand. Das Pfefferspray, wo ist das Pfefferspray?

Draußen dämmert es. Die Konturen der Dünen hat der Morgendunst weichgezeichnet – und die des Begleiters, der mit einem ausgeblichenen Kamelschädel in der Hand auf das Auto zukommt. Eine ungewöhnliche, aber passende Morgengabe. Beim Aussteigen rund um den Wagen finden wir kleine Tatzenspuren im Sand. Seit mehr als zwölf Stunden haben wir kein anderes Auto, keinen anderen Menschen gesehen. Thesiger hatte recht: Dies ist ein „strenges Land, das weder Milde noch Behaglichkeit kennt“. Und es ist ein Land, dessen Minimalismus den Blick schärft für die Schönheit des Kleinen: die zerbrochene Druse, deren Kristalle im Morgenlicht glitzern, das zarte Grün auf der Schattenseite der Dünenhänge, eine Käferspur, die sich im Sand verliert.

Im Gepäck der Kamelschädel – eine Erinnerung an den „grausamen Zauber“ der Rub al-Khali – erreichen wir fünf Stunden später Salalah, die Küstenstadt im Süden von Oman. Am Abend kosten wir einen Sud aus heißem Wasser, in dem ein paar Weihrauchkügelchen aus Shisr aufgelöst sind. Das hilft gegen das Kratzen im Hals, die Schlafsäcke waren wohl doch nicht warm genug.
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Thesiger, Thesiger, Thesiger: So oft wie möglich den berühmten Namen zu erwähnen, macht diesen sinnlosen und gefährlichen Unfug m.E. kein bißchen besser. Der dramatische Griff zum Pfefferspray enthüllt wahre Abenteurer – und will die Sorge informierter Mitbürger um diese leichtfertigen Egoisten ins Lächerliche ziehen: Campen kann man da nämlich überall, das Land ist sicher, das haben diese Spinner im heroischen Selbstversuch nun vermeintlich bewiesen. Ich verstehe nicht, wie so ein pubertärer Schwachsinn Eingang in eine bedeutende deutsche Tageszeitung finden kann. Ich plädiere dementgegen für eine Einschränkung der Reisefreiheit insofern, als daß eine Liste von Ländern erstellt werden sollte, die den deutschen Staat gegenüber den in diese Länder Reisenden von jedweder Verantwortung entlastet: Bitte kein Abenteurertum auf Staatskosten!

Time am 2. Dezember 2009
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(1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/01/drei-totalitarismen-in-folge/
(2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/11/20/iran-schafft-sechs-sieben-somalias/
(3) http://heplev.wordpress.com/2009/11/29/wochenend-schaschlik-79/
(4) http://www.debka.com/headline.php?hid=6388
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Wilfred_Thesiger

Iran schafft sechs, sieben Somalias

20. November 2009

Die FAZ und ihre Alis! In der gestrigen FAZ machte Leserbriefschreiberin Katharina Bobzin, Lehrbeauftragte für Rabiatisch an der Uni Erlangen, auf eine seltsame Unterlassung von FAZ-Ali1 Rainer Hermann aufmerksam:

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„Mit Interesse las ich Rainer Hermanns ausführlichen Artikel über die politische Lage im Jemen… Erst danach schaute ich mir das beigegebene Foto an, dessen Beschreibung mit den Worten endet: ‚Das Bild zeigt einen Houthi-Kämpfer, der einen Checkpoint in der Al-Jawf-Provinz bewacht.‘ Der des Arabischen unkundige Leser erfährt allerdings nicht, was auf dem Schild steht, das neben dem ‚Kämpfer‘ zu sehen ist. Hier die Übersetzung: ‚Gott ist groß! Tod Amerika! Tod Israel! Fluch den Juden! Sieg dem Islam!‘ Leider wird im Artikel kein Wort darüber verloren, dass auch dieser Konflikt im Jemen – wie so viele im Nahen Osten – von offen antisemitischen Parolen begleitet wird. Umso mehr ehrt es die jemenitische Zentralregierung, dass sie Anfang 2007 die etwa zwanzig jüdischen Familien, die damals noch in der Provinz Saada lebten, nach Sanaa holte, um sie vor tätlichen Übergriffen durch die ‚Rebellen‘ zu schützen.“

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Leider konnte ich den Artikel nicht mehr aufspüren, aber es ist davon auszugehen, daß R. Hermann des Rabiatischen mächtig ist (1), daß er das Foto genehmigt hat, und daß ihm also – dem Orkversteher – der Text des Schildes quasi selbstverständlich erscheint. Mir hat er mal wieder klar gemacht, daß die da unten allesamt verrückt und vernagelt sind, und dass der Judenmord dort „Common Sense“ geworden ist (sogar die atheistischen Orientalen sind meist Judenfeinde), daß aber die moralische Integrität des Mohammedanisten mit seinem Abstand zu Klo H. Metzel und dem nach ihm benannten Kloran steigt. Denn in der Tat ist der Konflikt zwischen der Zentralregierung, die die Kontrolle zu verlieren droht, und den schwärmerisch so genannten „Houthi-Rebellen“ auch ein Konflikt zwischen Mohammedanisten, die durch britischen (und auch bolschewistischen) Einfluss zumindest einen Hauch der Zivilisation gespürt haben, und jenen, bei denen sich bis auf die Bewaffnung seit 1400 Jahren überhaupt nichts geändert hat. Jauchzend intonierte FAZ-Ali2 WGL am 12. November: „Zierde der Frommen – Im Nordjemen streben die Zaiditen nach der Herrschaft“. Er berichtete:

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In der nordjemenitischen Stadt Saada versuchen die al(!, T.)-Houthi-Rebellen seit dem Jahre 2004, eine eigene Herrschaft, ein eigenes Emirat, zu etablieren, sich vom übrigen Jemen abzuspalten. (…) In Saada leben vornehmlich Zaiditen, Anhänger einer islamischen RECHTSschule UND Dynastie, die im Jemen länger als tausend Jahre (GE-WOHN-HEITS-RECHT! T.) den Ton angegeben hatte. Daran wollen die al-Houthi-Rebellen offenbar anknüpfen. Die Zaiditen kommen aus dem Schiitentum (welches WGL so sehr fassziniert, T.) und beziehen sich auf Zaid Ibn Ali Zain al Abidin (VOKABELHEFT! T.), den Sohn des fünften (Moment mal… elf minus sieben macht…äh… FÜNF! T.)! schiitischen Imams mit dem Beinamen Zain al Abidin („Zierde der Gottesknechte“ – wie POETISCH, T.!). Deshalb werden sie auch häufig als FÜNFER-Schiiten bezeichnet (is jetzt echt’n Insider, ditt mit die Fünfer, T.). Der Stifter ihrer Konfession hatte sich im Jahre 740 nach Christus gegen die Herrschaft der Omajjaden von Damaskus aufgelehnt und war dabei – wie die meisten der übrigen Imame der Schiiten – getötet worden (Born a Muslim means born to die by murder, T.). Unter allen schiitischen Denominationen und Gruppierungen stehen die Zaiditen allerdings den Sunniten, welche die Mehrheit der Muslime bilden, am NÄCHSTEN. Iranische Elemente des ZWÖLFER-Schiismus (entstanden aus dem doppelten SECHSER-Schiismus, unter Kennern auch Pasch-Schiismus genannt, T.), der in Iran seit dem Jahre 1501 Staatsreligion ist, kommen in ihrer Rechtsschule NICHT vor (So what? T.). Schiitisch ist vor allem ihre politische Doktrin, nach der nur MÄNNLICHE Nachkommen der Prophetenenkel Hasan oder Hussein, also Alis und Fatimas, zur Herrschaft, zum WAHREN Imamat im Islam, berufen sind. In Ritus und Rechtslehre sind die Unterschiede zu den Sunniten GERING wie bei den Ibaditen (und den Schukamukabukaladiten in Fukamukatakatukaland, T.) im Nachbarland Oman. Im heutigen Jemen stellen die Sunniten allerdings die Bevölkerungsmehrheit (Jemen: 22 Mill. Einwohner, T.).

Die Stadt Saada, die nun nach dem Willen der Rebellen (bzw. dem Willen Wolfgang Günther  Ali  Lerchs, den er in die Orks hineinfantasiert), Ausgangspunkt für eine RENAISSANCE des Zaiditentums werden soll (eine RENAISSANCE des Kopfabschneidens und Steinigens, T.), hat in der Geschichte dieser islamischen Gruppierung – wie in der jemenitischen Geschichte überhaupt – eine WICHTIGE Rolle gespielt (eine Ansammlung Häuser, die eine ROLLE SPIELT? T.). Im Jahre 896 kam Yahya al Hadi aus dem Irak, wo sich die Zaiditen nicht mehr länger halten konnten (die Herrschaft dort lag seit 750 in den Händen der sunnitischen Abbasiden von Bagdad) in den Jemen und ließ sich in Saada nieder. Als SCHLICHTER unter den zerstrittenen nordjemenitischen Stämmen gewann Yahya, es darin dem Propheten Mohammed GLEICHtuend (Moment mal, Klohamett war kein Schlichter sondern ein SCHLÄCHTER, T.) STATUR und schließlich SOGAR die HERRschaft (sonst wäre der Name dieses HERREN doch längst vergessen, T.).  (…)

Seit 1839, als LONDON in Aden seine Macht etablierte, gelangte besonders der Süden des Landes unter britischen Einfluss. Seit dieser Zeit war der Jemen in gewisser Weise in zwei Hälften ZERRISSEN: einen Norden um Sanaa mit traditionell tribaler Struktur, zaiditisch-FROMM und KONSERVATIV, und einen Süden, der von der britischen Kronkolonie Aden dominiert wurde. Der britische Einfluss war bis weit in das Hinterland hinein zu spüren.

Im Jahre 1962 gelang es den panarabisch gesinnten Kräften, den letzten, den 66. zaiditischen Imam zu stürzen und der dynastischen Herrschaft dieser islamischen Gruppe ein Ende zu bereiten. Der ALSBALD ausbrechende Bürgerkrieg führte freilich zu einer weiteren Verfestigung der Zweiteilung, als sich im Süden der marxistisch (obgleich zwar bolschewistische aber offenbar doch eher zivilisatorische, T.) geprägte Südjemen als eigener Staat abspaltete. Der Norden um Sanaa blieb eine mehr oder weniger traditionell VERFASSTE (Verfasst? Ohne dass es EINEN gibt, der SCHREIBEN kann? T.) Stammesgesellschaft. (…)

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Dieses Setting nutzt the Evil-Mastermind-Convention-of-Tehran! Hizbullah-Hamas-Houthis: Schafft sechs, sieben Somalias! Ali1 Hermann am 9.11. in der FAZ:

„Die Saudis sind nun über die Instabilität an ihrer südlichen Grenze noch mehr besorgt – etwa angesichts der Gefahr, dass Al-Qaida-Terroristen aus einem nicht mehr regierbaren Jemen heraus operieren und nach Saudi-Arabien einsickern könnten. Sorgenvolle Blicke richten sich auch nach Teheran. Alani sieht keine direkte Unterstützung der Houthi-Rebellen, die dem zaiditischen Zweig der Schia angehören, durch IRAN. Wohl aber erhalten sie nach seinen Worten Finanzhilfen durch PRIVATE IRANISCHE WohltätigkeitsORGANISATIONEN (Was im Iran gehört denn eigentlich noch NICHT Gardinenstanges Kamarilla, T.). Der saudische Politikwissenschaftler Muhammad al Zulfa vermutet, dass die Einbeziehung Saudi-Arabiens und der militärische Druck auf das Königreich den Interessen IRANS dienten, dessen Beziehungen zu Saudi-Arabien sich wieder verschlechtert haben. Jemenitische Kräfte hatten am 26. Oktober vor dem jemenitischen Hafen Midi ein Schiff mit Waffen aufgebracht, die mutmaßlich für die Rebellen bestimmt waren. Fünf iranische Matrosen und ein indischer Seemann warfen vor dem Eintreffen der Küstenwache alle Dokumente und Computer über Bord. Die Rebellen erwiderten, im Jemen gebe es genügend Waffen. Man sei nicht auf importierte Waffen angewiesen (Was für eine coole Antwort, die muß Ali1 quasi wörtlich bringen. Beachten Sie die Detailverliebtheit Ali Hermanns, T.). In dem schwer zugänglichen Berggebiet zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen können sich nur kleine Einheiten mit leichten Waffen bewegen. Der saudische Politikwissenschaftler Saeed Thabet vermutet, die Houthi-Rebellen wollten in der Region ein politischer Akteur wie die HIZBULLAH im Libanon werden. Damit wären sie Stellvertreter IRANS. Mit dem ÜBERGRIFF in der vergangenen Woche und den Gefechten zeigten sie den Saudis, dass sie entlang der Grenze Unruhe hervorrufen KÖNNTEN.“

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Toll, ganz toll, Rainer, was DEINE KUMPELS alles KÖNN(T)EN! Ali Sina über die theoretisch globale HERRschaft des PISSLAHM:

„This will be the end of humanity. It would be the biggest disaster ever to happen to our species.  Human civilization will halt, one thousand years of darkness will begin and mankind may never recover for it. Since the only way truth can shine is in freedom and since Islam suppresses freedom, I don’t believe mankind will ever recover if Islam becomes dominant. THERE WILL BE WARS ALL OVER THE WORLD AND PEOPLE WILL START BUTCHERING ONE ANOTHER TO NO END!“ (2)

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Time am 20. November 2009

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(1) http://tiny.cc/pCmSt

(2) http://www.faithfreedom.org/islam/what-else-condemning-islam-can-you-present

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Ergänzung 16.12.09: Iran behauptet (verm. Propagandalüge), die US-Airforce habe im Jemen eingegriffen: http://www.jihadwatch.org/2009/12/iranian-media-says-us-fighter-jets-attack-yemeni-shiites.html

Reden verboten

26. Juni 2009

Die FAZ vom 24. Juni hatte über Präsident Obamas Stellungnahme zum Thema „Iran“ berichtet:

„Der amerikanische Präsident Obama wandte sich… gegen Versuche Irans, die Vereinigten Staaten für die Krawalle verantwortlich zu machen. Anschuldigungen, das Ausland habe die Demonstranten aufgestachelt, ’sind ein offenkundiger Versuch, die Leute von dem abzulenken, was wirklich innerhalb der iranischen Grenzen geschieht‘, sagte Obama. Er verurteilte die ‚ungerechten Handlungen‘ der iranischen Staatsgewalt gegen Demonstranten und sprach von ‚unschuldigen Toten‘. Keine Politik der ‚eisernen Faust‘ könne im Jahr 2009 ein Volk daran hindern, seinen Willen auszudrücken, sagte Obama. ‚Die Vereinigten Staaten und die internationalle Gemeinschaft sind erschüttert und empört über die Drohungen, Misshandlungen und Gefangennahmen der vergangenen Tage‘, fügte er an… ‚Das iranische Volk hat ein universelles Recht auf Versammlungs- und Redefreiheit.'“ Das waren deutliche Worte, wie ich meine.

Die heutige FAZ berichtet, dass Mammut Gardinenstange mit den Einschätzungen Mr. Obamas offenbar ein Problem hat. Er bestreitet seltsamer Weise nicht ihren Inhalt, er sagt nicht, dass zB. alles erlogen sei. Die FAZ: Ahmadineschad forderte von Obama, seine bisherigen EINMISCHUNGEN solle er öffentlich bedauern. Obama habe sich in einem TON, der jenem seines Vorgängers Bush ähnlich gewesen sei, zur Wahl in Iran GEÄUSSERT… das könne alle Hoffnungen BEENDEN, einen Dialog zu BEGINNEN.“ Vermutlich ist es aber doch eher so, dass alle Hoffnungen beginnen, wenn der Dialog mit diesen Faschisten endgültig beendet wird – bzw. die falsche Hoffnung auf einen Dialog. „Wahlfälschung: Das ist allein unsere Sache! Demonstranten erschießen: Wir dürfen das! Oppositionelle einsperren, foltern und töten: Klar doch!“, dies ist die Position des iranischen Regimes. Aber wer diese Fakten ausspricht oder kritisiert, vergreift sich nach seiner Meinung im Ton und mischt sich in einer Weise ein, die öffentliche und weltweite Reue erfordert… Ich denke, es wäre leichter mit einem Betonsack einen Dialog zu führen, als mit A. & Co.

Regimenahe Medien“ versteigen sich sogar, so die FAZ, zu der Behauptung, der Mord an der Studentin Neda sein ein westliches Komplott, und eine Zeitung „sieht in dem BBC-Korrespondenten John Leyne den Auftraggeber des Mords. Er habe ihren Tod zum Thema eines Dokumentarfilmes machen wollen.“ Immerhin wird hier deutlich, dass ein Mord an einem jungen Menschen auch für die Orks etwas zumindest nicht so ganz Korrektes ist. Jedenfalls ist Reden generell bei denen offenbar nicht nur sinnlos, sondern ja auch verboten und gefährlich.

FAZ.net berichtete gestern (1): „‚Die Telefonleitung wurde gekappt, wir haben kein Internet mehr‘, twittert persiankiwi am Mittwochnachmittag. Und ein paar Minuten später: ‚Es gibt Gerüchte, dass sie Telefonanschlüsse ausfindig machen, über die besonders viele Daten laufen, um Internetnutzer zu finden – wir müssen jetzt weg von hier.‘ Andere Twitterer berichten, dass die Regierung gefälschte E-Mails von den Adressen festgenommener Journalisten und Aktivisten versende. Auch wird vor Twitterern gewarnt, die im Minutentakt die Adressen von Internetseiten nennen, die angeblich über Hilfsorganisationen informieren. Tatsächlich werde über diese Seiten aber versucht, diejenigen, die darauf klicken, zu orten und festzunehmen.“

Es ist zwar Kennzeichen jeder Diktatur, dass sie die freie Rede unterdrückt und keine unterschiedlichen Meinungen zuläßt, es ist aber auch in hohem Maße eine unabänderliche Eigenschaft des Mohammedanismus, dass er neben sich keine Vielfalt zulassen kann und gewaltsam Homogenität herstellen will. Bekanntlich ließ Klohamett Kritiker und Spötter meucheln: Reden verboten! Bei Jesus hingegen war Reden erlaubt. Er redete im Jungenalter mit den Gelehrten im Tempel, und er ließ die kritischen Fragen seiner Jünger zu, auch noch nach seiner Auferstehung. Kein Wunder, dass das Christentum insgesamt quasi dialogisch ist (Dialog zwischen Mensch und Gott, zwischen Menschen über Gott) im Gegensatz zum greinenden und bösartigen Monolog, den King Mo seiner Bande so hielt, dass sie es oft einfach nicht mehr ertragen konnten (Buhari XXVI/6, Recl. S. 280: „Diese Warnung wiederholte er immer und immer wieder, dass wir schon sagten: ‚Wenn er doch still sein würde!'“ Zudem sagte Klo übrigens alles immer dreimal, wie man aus Buhari XXXVI/34, Recl. S.443 und III/12, S.54 erfahren kann).

Wenige Tage vor dem Tod drei unser Soldaten in Afghanistan waren im Jemen neun Menschen von Mohammedanisten ermordet worden, unter ihnen sieben Deutsche (2). Hier erlangte in der Öffentlichkeit die Frage Bedeutung, ob einige von ihnen – wie furchtbar – etwa CHRISTLICH MISSIONIERT hätten. Missionieren, wie stellt man sich das heute vor? Bibel und Schwert? DIE Zeiten sind leider vorbei! Mission ist nur mehr tätige Hilfe und REDEN. Jedoch ist Reden dort nicht weniger gefahrvoll als der Dienst mit der Waffe. Wer zB. über Jesus allein REDET, macht sich in den Orkländern eines todeswürdigen Verbrechens schuldig. Einen Missionsauftrag hatten die zwei Bibelschülerinnen übrigens nicht (3): „Die Bibelschule Brake im nordrhein-westfälischen Lemgo wies Vorwürfe zurück, die beiden getöteten Bibelschülerinnen hätten missioniert. ‚Richtig ist vielmehr, dass sie als Praktikantinnen der niederländischen Hilfsorganisation Worldwide Services in einem ausschließlich humanitären Dienst in einem staatlichen Krankenhaus eingesetzt wurden‘, betonte die der Deutschen Evangelischen Allianz nahestehende Schule.“

FAZ-Ali2 Rainer Hermann versichert sich der Schützenhilfe von Kollege Reinhard Bingener (4) um auszuführen, dass aber DOCH Mission vorgelegen habe. Die beiden schreiben heute:

„Deutsche Entwicklungshelfer im Jemen fürchten, in VERDACHT zu geraten, dass auch sie MISSIONARISCH tätig sein könnten. Denn zunehmend ERHÄRTET sich die Vermutung („VERDACHT“ wäre doch ein bißchen zu offensichtlich gewesen, war aber gemeint. T.), dass die drei ermordeten und die sechs anderen ENTFÜHRTEN Geiseln, die in einem Krankenhaus von Saada gearbeitet haben, AUCH missioniert haben. Seit dreißig Jahren entsendet die in den Niederlanden registrierte Hilfsorganisation Worldwide Services junge Entwicklungshelfer an das Krankenhaus, nachdem die meisten zuvor an einer BIBELSCHULE gewesen waren. OHNE KENNTNIS des KOMPLIZIERTEN Landes kämen sie an und nähmen NAIV ihre Arbeit auf, heißt es im Land.

Kenner der Region Saada loben jedoch die soziale Arbeit der Entsandten von Worldwide Services ausdrücklich. Diese seien immer wieder vor den Gefahren in der Region gewarnt worden, die zu einem Rückzugsgebiet für Al Qaida wurde und wo ein Bürgerkrieg zwischen den Houthi-Rebellen und der Zentralregierung stattfindet. Offenbar sind die als ENTWICKLUNGSHELFER arbeitenden MISSIONARE (Diese Missionare TARNEN sich also als Entwicklungshelfer! T.) Opfer der komplexen VERHÄLTNISSE geworden: Die Drogenmafia, die Spaltung der Houthis, die Präsenz radikaler salafitischer Prediger und die traditionellen Stammesstrukturen komplizieren die Lage ZUSÄTZLICH.

In der Vergangenheit seien die in Saada tätigen Deutschen wegen der sich abzeichnenden Gefahr wiederholt zum Verlassen der Stadt aufgefordert worden, AUCH von den Jemeniten selbst (von wem noch? T.), zuletzt VOR EINIGEN Wochen, sagen Leute, die mit der Lage in der Stadt gut vertraut sind. Sie hätten aber nicht auf die WARNUNGEN gehört und den Kontakt zu ANDEREN Deutschen im JEMEN gemieden, denen sie etwa ein SÜNDHAFTES Leben vorgeworfen hätten (Glauben SIE DAS? WER behauptet denn das? Ach ja: „LEUTE, die mit der Lage in der Stadt gut vertraut sind!“ Ali2 will uns gegen die Mordopfer in Stellung bringen, T.). Die der MISSION dienenden GESPRÄCHE seien vor allem mit jemenitischen FRAUEN geführt worden. Missionierung verstößt gegen jemenitische StammesTRADITIONEN, gegen das geltende RECHT des Landes und gegen die islamische SCHARIA (Mithin waren die Ermordeten Rechtsbrecher, Kriminelle! UND – anders als Ali2, dem gut Vertrauten – naiv! T.). (…)

Nach Auskunft von Volker Hillebrenner, einem Assistenten an der Bibelschule Brake, war der Aufenthalt im Jemen als Praktikum Teil des drei Jahre dauernden Curriculums der Bibelschule. Hillebrenner legt Wert darauf, dass die Bibelschule KEIN Missionswerk sei und selbst KEINE Missionare aussende. Das Praktikum im Jemen hätten sich die beiden Frauen selbst organisiert und für die Verhaltensregeln während des Aufenthalts sei die niederländische Hilfsorganisation World Wide Services Foundation verantwortlich gewesen, die das Al-Dschumhuri-Krankenhaus in Saada unterstützt, in dem die beiden Frauen helfen sollten. Hillebrand BETEUERT allerdings, die beiden jungen Frauen hätten keinesfalls MISSIONIEREN, sondern ausschließlich in dem Krankenhaus helfen sollen.

Doch darüber, wo das eine ENDET und das andere BEGINNT, gehen die Auffassungen auseinander: ‚Mission heißt die Sendung, Menschen zu helfen‘, sagt etwa Detlef Blöcher, der Vorsitzende der ‚Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen‘ (AEM), dem auch die Bibelschule Brake angehört. Beide Aspekte, Missionsarbeit und Hilfe, scheinen in den evangelikalen Einrichtungen kaum zu trennen zu sein (Hat Jesus das etwa anders gesehen? T.). Vor wenigen Monaten soll einem der weiterhin verschleppten deutschen Mitarbeiter des Krankenhauses in Saada gedroht worden sein, weil er in einem Teehaus mit einem Muslim über Religion GESPROCHEN haben soll. ‚Dass Christen das Evangelium anderen zugänglich machen, ist nicht verwerflich‘, sagt Blöcher über solche Berichte. Religion sei in der muslimischen Welt im Gegensatz zur westlichen Welt ein natürliches Gesprächsthema.

Dem pflichtet im Grundsatz auch Martin Schindehütte, der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bei. ‚Dass man sich so verhalten darf, gehört zur Religionsfreiheit‘, MEINT ER (Offenbar kann Ali2 dem nicht so ganz zustimmen, T.) und FORDERT, die Schuld an ihrem Tod NICHT bei den beiden Bibelschülerinnen zu suchen. Selbst ein ‚offensives Missionsverständnis‘ rechtfertige keine Ermordung (In der Tat, und es ist traurig, dass darauf hingewiesen werden muß! T.). (…)“

Zum Glück bringt die heutige FAZ dazu wenigstens auch noch einen Brief von Leser Joachim Kretschmann, dem ich (bis auf seine Verantwortlichmachung DER „Liberalen“) zustimme:

„Zu den beiden deutschen Bibelschülerinnen aus Brake im Jemen: Wusste ich’s doch! Missionare im weißen Kittel! Selber schuld, oder? Christlicher Eifer, wie es oft genug abwertend heißt, war schon immer gefährlich, ja das Bekenntnis zum christlichen Glauben kostet jährlich 170 000 Gläubigen das Leben, die Dunkelziffer dürfte gut doppelt so hoch sein. Noch nie in der Geschichte gab es derart viel Christenverfolgung wie heute. Und das nicht nur in China, Indonesien oder Arabien, nein die Verfolgung beginnt schon hier vor Ort.

Ein Beispiel gefällig? Man schlage nur die Tageszeitung oder das Wochenmagazin auf oder schalte die Nachrichten an, und schon beginnt die Treibjagd nach den ‚Evangelikalen Fundamentalisten‘. Man unterstellt ihnen, Menschen anderer Religionen für das Christentum abzuwerben, eine fremde Kultur zu kolportieren und am Ende für Unfrieden und politische Spannungen verantwortlich zu sein.

Bekennende Christen müssen hierzulande nicht radikale Islamisten, sondern Journalisten fürchten. Wo wir alle heute wären, wenn sich ein Paulus oder ein Martin Luther an die Wünsche liberal denkender Leute gehalten hätten, scheint keinen mehr ernsthaft zu interessieren, denn das Wissen über die Heilsbotschaft des christlichen Glaubens für alle Menschen leidet in unserem nachchristlichen Abendland an fortschreitender Schwindsucht.“

Time am 26. Juni 2009

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(1) http://www.faz.net/s/Rub868F8FFABF0341D8AFA05047D112D93F/Doc~EA0346400833C44F5B539B1071ECDFBE7~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(2) http://www.foxnews.com/story/0,2933,526340,00.html
(3) http://www.sueddeutsche.de/panorama/224/472746/text/
(4) http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E456876055F5743E687E28855D4918F91~ATpl~Ecommon~Scontent.html

außerdem:
http://www.pi-news.net/index.php?s=geiseln+jemen
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/130142/index.php