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Reden verboten

26. Juni 2009

Die FAZ vom 24. Juni hatte über Präsident Obamas Stellungnahme zum Thema „Iran“ berichtet:

„Der amerikanische Präsident Obama wandte sich… gegen Versuche Irans, die Vereinigten Staaten für die Krawalle verantwortlich zu machen. Anschuldigungen, das Ausland habe die Demonstranten aufgestachelt, ’sind ein offenkundiger Versuch, die Leute von dem abzulenken, was wirklich innerhalb der iranischen Grenzen geschieht‘, sagte Obama. Er verurteilte die ‚ungerechten Handlungen‘ der iranischen Staatsgewalt gegen Demonstranten und sprach von ‚unschuldigen Toten‘. Keine Politik der ‚eisernen Faust‘ könne im Jahr 2009 ein Volk daran hindern, seinen Willen auszudrücken, sagte Obama. ‚Die Vereinigten Staaten und die internationalle Gemeinschaft sind erschüttert und empört über die Drohungen, Misshandlungen und Gefangennahmen der vergangenen Tage‘, fügte er an… ‚Das iranische Volk hat ein universelles Recht auf Versammlungs- und Redefreiheit.'“ Das waren deutliche Worte, wie ich meine.

Die heutige FAZ berichtet, dass Mammut Gardinenstange mit den Einschätzungen Mr. Obamas offenbar ein Problem hat. Er bestreitet seltsamer Weise nicht ihren Inhalt, er sagt nicht, dass zB. alles erlogen sei. Die FAZ: Ahmadineschad forderte von Obama, seine bisherigen EINMISCHUNGEN solle er öffentlich bedauern. Obama habe sich in einem TON, der jenem seines Vorgängers Bush ähnlich gewesen sei, zur Wahl in Iran GEÄUSSERT… das könne alle Hoffnungen BEENDEN, einen Dialog zu BEGINNEN.“ Vermutlich ist es aber doch eher so, dass alle Hoffnungen beginnen, wenn der Dialog mit diesen Faschisten endgültig beendet wird – bzw. die falsche Hoffnung auf einen Dialog. „Wahlfälschung: Das ist allein unsere Sache! Demonstranten erschießen: Wir dürfen das! Oppositionelle einsperren, foltern und töten: Klar doch!“, dies ist die Position des iranischen Regimes. Aber wer diese Fakten ausspricht oder kritisiert, vergreift sich nach seiner Meinung im Ton und mischt sich in einer Weise ein, die öffentliche und weltweite Reue erfordert… Ich denke, es wäre leichter mit einem Betonsack einen Dialog zu führen, als mit A. & Co.

Regimenahe Medien“ versteigen sich sogar, so die FAZ, zu der Behauptung, der Mord an der Studentin Neda sein ein westliches Komplott, und eine Zeitung „sieht in dem BBC-Korrespondenten John Leyne den Auftraggeber des Mords. Er habe ihren Tod zum Thema eines Dokumentarfilmes machen wollen.“ Immerhin wird hier deutlich, dass ein Mord an einem jungen Menschen auch für die Orks etwas zumindest nicht so ganz Korrektes ist. Jedenfalls ist Reden generell bei denen offenbar nicht nur sinnlos, sondern ja auch verboten und gefährlich.

FAZ.net berichtete gestern (1): „‚Die Telefonleitung wurde gekappt, wir haben kein Internet mehr‘, twittert persiankiwi am Mittwochnachmittag. Und ein paar Minuten später: ‚Es gibt Gerüchte, dass sie Telefonanschlüsse ausfindig machen, über die besonders viele Daten laufen, um Internetnutzer zu finden – wir müssen jetzt weg von hier.‘ Andere Twitterer berichten, dass die Regierung gefälschte E-Mails von den Adressen festgenommener Journalisten und Aktivisten versende. Auch wird vor Twitterern gewarnt, die im Minutentakt die Adressen von Internetseiten nennen, die angeblich über Hilfsorganisationen informieren. Tatsächlich werde über diese Seiten aber versucht, diejenigen, die darauf klicken, zu orten und festzunehmen.“

Es ist zwar Kennzeichen jeder Diktatur, dass sie die freie Rede unterdrückt und keine unterschiedlichen Meinungen zuläßt, es ist aber auch in hohem Maße eine unabänderliche Eigenschaft des Mohammedanismus, dass er neben sich keine Vielfalt zulassen kann und gewaltsam Homogenität herstellen will. Bekanntlich ließ Klohamett Kritiker und Spötter meucheln: Reden verboten! Bei Jesus hingegen war Reden erlaubt. Er redete im Jungenalter mit den Gelehrten im Tempel, und er ließ die kritischen Fragen seiner Jünger zu, auch noch nach seiner Auferstehung. Kein Wunder, dass das Christentum insgesamt quasi dialogisch ist (Dialog zwischen Mensch und Gott, zwischen Menschen über Gott) im Gegensatz zum greinenden und bösartigen Monolog, den King Mo seiner Bande so hielt, dass sie es oft einfach nicht mehr ertragen konnten (Buhari XXVI/6, Recl. S. 280: „Diese Warnung wiederholte er immer und immer wieder, dass wir schon sagten: ‚Wenn er doch still sein würde!'“ Zudem sagte Klo übrigens alles immer dreimal, wie man aus Buhari XXXVI/34, Recl. S.443 und III/12, S.54 erfahren kann).

Wenige Tage vor dem Tod drei unser Soldaten in Afghanistan waren im Jemen neun Menschen von Mohammedanisten ermordet worden, unter ihnen sieben Deutsche (2). Hier erlangte in der Öffentlichkeit die Frage Bedeutung, ob einige von ihnen – wie furchtbar – etwa CHRISTLICH MISSIONIERT hätten. Missionieren, wie stellt man sich das heute vor? Bibel und Schwert? DIE Zeiten sind leider vorbei! Mission ist nur mehr tätige Hilfe und REDEN. Jedoch ist Reden dort nicht weniger gefahrvoll als der Dienst mit der Waffe. Wer zB. über Jesus allein REDET, macht sich in den Orkländern eines todeswürdigen Verbrechens schuldig. Einen Missionsauftrag hatten die zwei Bibelschülerinnen übrigens nicht (3): „Die Bibelschule Brake im nordrhein-westfälischen Lemgo wies Vorwürfe zurück, die beiden getöteten Bibelschülerinnen hätten missioniert. ‚Richtig ist vielmehr, dass sie als Praktikantinnen der niederländischen Hilfsorganisation Worldwide Services in einem ausschließlich humanitären Dienst in einem staatlichen Krankenhaus eingesetzt wurden‘, betonte die der Deutschen Evangelischen Allianz nahestehende Schule.“

FAZ-Ali2 Rainer Hermann versichert sich der Schützenhilfe von Kollege Reinhard Bingener (4) um auszuführen, dass aber DOCH Mission vorgelegen habe. Die beiden schreiben heute:

„Deutsche Entwicklungshelfer im Jemen fürchten, in VERDACHT zu geraten, dass auch sie MISSIONARISCH tätig sein könnten. Denn zunehmend ERHÄRTET sich die Vermutung („VERDACHT“ wäre doch ein bißchen zu offensichtlich gewesen, war aber gemeint. T.), dass die drei ermordeten und die sechs anderen ENTFÜHRTEN Geiseln, die in einem Krankenhaus von Saada gearbeitet haben, AUCH missioniert haben. Seit dreißig Jahren entsendet die in den Niederlanden registrierte Hilfsorganisation Worldwide Services junge Entwicklungshelfer an das Krankenhaus, nachdem die meisten zuvor an einer BIBELSCHULE gewesen waren. OHNE KENNTNIS des KOMPLIZIERTEN Landes kämen sie an und nähmen NAIV ihre Arbeit auf, heißt es im Land.

Kenner der Region Saada loben jedoch die soziale Arbeit der Entsandten von Worldwide Services ausdrücklich. Diese seien immer wieder vor den Gefahren in der Region gewarnt worden, die zu einem Rückzugsgebiet für Al Qaida wurde und wo ein Bürgerkrieg zwischen den Houthi-Rebellen und der Zentralregierung stattfindet. Offenbar sind die als ENTWICKLUNGSHELFER arbeitenden MISSIONARE (Diese Missionare TARNEN sich also als Entwicklungshelfer! T.) Opfer der komplexen VERHÄLTNISSE geworden: Die Drogenmafia, die Spaltung der Houthis, die Präsenz radikaler salafitischer Prediger und die traditionellen Stammesstrukturen komplizieren die Lage ZUSÄTZLICH.

In der Vergangenheit seien die in Saada tätigen Deutschen wegen der sich abzeichnenden Gefahr wiederholt zum Verlassen der Stadt aufgefordert worden, AUCH von den Jemeniten selbst (von wem noch? T.), zuletzt VOR EINIGEN Wochen, sagen Leute, die mit der Lage in der Stadt gut vertraut sind. Sie hätten aber nicht auf die WARNUNGEN gehört und den Kontakt zu ANDEREN Deutschen im JEMEN gemieden, denen sie etwa ein SÜNDHAFTES Leben vorgeworfen hätten (Glauben SIE DAS? WER behauptet denn das? Ach ja: „LEUTE, die mit der Lage in der Stadt gut vertraut sind!“ Ali2 will uns gegen die Mordopfer in Stellung bringen, T.). Die der MISSION dienenden GESPRÄCHE seien vor allem mit jemenitischen FRAUEN geführt worden. Missionierung verstößt gegen jemenitische StammesTRADITIONEN, gegen das geltende RECHT des Landes und gegen die islamische SCHARIA (Mithin waren die Ermordeten Rechtsbrecher, Kriminelle! UND – anders als Ali2, dem gut Vertrauten – naiv! T.). (…)

Nach Auskunft von Volker Hillebrenner, einem Assistenten an der Bibelschule Brake, war der Aufenthalt im Jemen als Praktikum Teil des drei Jahre dauernden Curriculums der Bibelschule. Hillebrenner legt Wert darauf, dass die Bibelschule KEIN Missionswerk sei und selbst KEINE Missionare aussende. Das Praktikum im Jemen hätten sich die beiden Frauen selbst organisiert und für die Verhaltensregeln während des Aufenthalts sei die niederländische Hilfsorganisation World Wide Services Foundation verantwortlich gewesen, die das Al-Dschumhuri-Krankenhaus in Saada unterstützt, in dem die beiden Frauen helfen sollten. Hillebrand BETEUERT allerdings, die beiden jungen Frauen hätten keinesfalls MISSIONIEREN, sondern ausschließlich in dem Krankenhaus helfen sollen.

Doch darüber, wo das eine ENDET und das andere BEGINNT, gehen die Auffassungen auseinander: ‚Mission heißt die Sendung, Menschen zu helfen‘, sagt etwa Detlef Blöcher, der Vorsitzende der ‚Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen‘ (AEM), dem auch die Bibelschule Brake angehört. Beide Aspekte, Missionsarbeit und Hilfe, scheinen in den evangelikalen Einrichtungen kaum zu trennen zu sein (Hat Jesus das etwa anders gesehen? T.). Vor wenigen Monaten soll einem der weiterhin verschleppten deutschen Mitarbeiter des Krankenhauses in Saada gedroht worden sein, weil er in einem Teehaus mit einem Muslim über Religion GESPROCHEN haben soll. ‚Dass Christen das Evangelium anderen zugänglich machen, ist nicht verwerflich‘, sagt Blöcher über solche Berichte. Religion sei in der muslimischen Welt im Gegensatz zur westlichen Welt ein natürliches Gesprächsthema.

Dem pflichtet im Grundsatz auch Martin Schindehütte, der Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), bei. ‚Dass man sich so verhalten darf, gehört zur Religionsfreiheit‘, MEINT ER (Offenbar kann Ali2 dem nicht so ganz zustimmen, T.) und FORDERT, die Schuld an ihrem Tod NICHT bei den beiden Bibelschülerinnen zu suchen. Selbst ein ‚offensives Missionsverständnis‘ rechtfertige keine Ermordung (In der Tat, und es ist traurig, dass darauf hingewiesen werden muß! T.). (…)“

Zum Glück bringt die heutige FAZ dazu wenigstens auch noch einen Brief von Leser Joachim Kretschmann, dem ich (bis auf seine Verantwortlichmachung DER „Liberalen“) zustimme:

„Zu den beiden deutschen Bibelschülerinnen aus Brake im Jemen: Wusste ich’s doch! Missionare im weißen Kittel! Selber schuld, oder? Christlicher Eifer, wie es oft genug abwertend heißt, war schon immer gefährlich, ja das Bekenntnis zum christlichen Glauben kostet jährlich 170 000 Gläubigen das Leben, die Dunkelziffer dürfte gut doppelt so hoch sein. Noch nie in der Geschichte gab es derart viel Christenverfolgung wie heute. Und das nicht nur in China, Indonesien oder Arabien, nein die Verfolgung beginnt schon hier vor Ort.

Ein Beispiel gefällig? Man schlage nur die Tageszeitung oder das Wochenmagazin auf oder schalte die Nachrichten an, und schon beginnt die Treibjagd nach den ‚Evangelikalen Fundamentalisten‘. Man unterstellt ihnen, Menschen anderer Religionen für das Christentum abzuwerben, eine fremde Kultur zu kolportieren und am Ende für Unfrieden und politische Spannungen verantwortlich zu sein.

Bekennende Christen müssen hierzulande nicht radikale Islamisten, sondern Journalisten fürchten. Wo wir alle heute wären, wenn sich ein Paulus oder ein Martin Luther an die Wünsche liberal denkender Leute gehalten hätten, scheint keinen mehr ernsthaft zu interessieren, denn das Wissen über die Heilsbotschaft des christlichen Glaubens für alle Menschen leidet in unserem nachchristlichen Abendland an fortschreitender Schwindsucht.“

Time am 26. Juni 2009

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(1) http://www.faz.net/s/Rub868F8FFABF0341D8AFA05047D112D93F/Doc~EA0346400833C44F5B539B1071ECDFBE7~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(2) http://www.foxnews.com/story/0,2933,526340,00.html
(3) http://www.sueddeutsche.de/panorama/224/472746/text/
(4) http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E456876055F5743E687E28855D4918F91~ATpl~Ecommon~Scontent.html

außerdem:
http://www.pi-news.net/index.php?s=geiseln+jemen
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/130142/index.php