Posts Tagged ‘Jordan Mejias’

Freedom Riders

9. September 2011

In unregelmäßigen Abständen wird in diversen Medien immer wieder mal das Ende der ältesten Demokratie modernen Typs, das Ende der USA also, herbeiphantasiert. Da ist stets der infantile Wunsch Vater des Gedankens.

Mit dabei sind natürlich Manni und seine Putztruppe (1), die grade in schönster nationalrevolutionärer Manier anhand des amerikanischen Westerns ihre Verachtung für die effektive, also ihrer Ansicht nach „unheldische“ amerikanische Militärmaschine zur Kenntnis gibt und wie nationalsozialistische Schriftsteller vom Schlage Fritz Steubens (2), dessen Biografie bei Wikipedia kunstvoll von einer anderen Putztruppe vom Nazitum gereinigt wurde (3), ihre Liebe zu den barbarischen Indianerkulturen erklärt. Recht bald ist man erwartungsgemäß dann bei der ihrer Ansicht nach fiesen Darstellung der Nazischergen des 2. WK im amerikanischen Film angelangt. Mannis Kommentatorin Xantippe hat sich jedoch, nomen est omen, ihren gesunden Menschenverstand bewahrt:

„Ich bin und war kein Fan von Frank Lisson (auf den sich Manni & Co. beziehen, T.). Was ich bisher von ihm gelesen habe, meist bei ef, war durchzogen von (s)einem Wunsch nach einer Art kargen Ästhetik des Geistes und des Körpers. ‚In Schönheit sterben/leiden’ ist ein fragwürdiges weil destruktives Lebensmotto und gehört in den Bereich lyrischer Vergangenheitsbewältigung.“

So ist es, aber es ist auch typisch für die völkisch-antikapitalistische Literatur. „Gemein, sie haben nur gewonnen, weil sie mehr waren, weil sie unfair sind“, meinen diese ulkigen Nussknacker, weil sie nicht akzeptieren wollen, dass Nazideutschland, Gott sei Dank, verloren hat, dass die Amis die Nazi-Diktatur zerschmettert haben, so wie sie auch die Bolschewisten hinter sich gelassen haben.

Und wer ist als nächstes an der Reihe? Mhm… Mulla Oma, Saddam, A*schl*ch bin Ka*ken, der alte Mübarek, Aff-Affie… welcher Totalitarismus könnte das sein? Der Weg ist zweifellos gewunden, aber das Ziel ist klar: Freiheit, Demokratie, Wohlstand, Wissen für alle Menschen. Die USA werden die Menschheit führen. Und wer dabei nichts zu tun hat, sollte wenigstens nicht im Weg rumstehen.

Lesen Sie jetzt einen Rundgang von Jordan Mejias durch amerikanische Zeitungen aus der FAZ vom 7. September. Herr Mejias ist ein linksstehender Journalist mit verdrehten Sympathien für die Mohammedanisten, darum wandert er von rechts nach links, damit er einerseits als objektiv gilt, andererseits jedoch die linke Sicht, weil sie seine Betrachtungen abschließt, in der Erinnerung des Lesers bleiben soll.

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Der 11. September 2001 und das Ende aller Kriege

Auch zehn Jahre danach wird noch über die Ursachen und Folgen
der Anschläge gestritten

Zehn Jahre nach dem 11. September legt „Foreign Affairs“, die Zeitschrift des einflussreichen Council on Foreign Relations, eine Bilanz vor, die sich allen herkömmlichen Analysen widersetzt. Es sei zwar höchst verlockend, den Angriffen vom 11. September nachzusagen, sie hätten die Außenpolitik der Vereinigten Staaten grundlegend verändert, schreibt der Historiker Melvyn P. Leffler. Aber es sei auch falsch. Die angeblich neue Richtung, in die George W. Bush sein Land führte, kommt Leffler sehr vertraut vor. Im Großen und Ganzen habe Bush die außenpolitischen Trends, die verlässlich die amerikanische Geschichte durchziehen, nur beibehalten, und auch sein Nachfolger handle nicht viel anders.

Als Konstanten in der „grand strategy“, der langfristig angelegten Großstrategie der Vereinigten Staaten, nennt Leffler das Streben nach Vorherrschaft in der Welt, die Bevorzugung freier Märkte, militärische Überlegenheit, die Bereitschaft, im Ernstfall unilateral vorzugehen, die eklektische Fusion von Interessen und Wertvorstellungen, die Überzeugung, unersetzlich zu sein. „All dies ist und bleibt unverändert.“ Warum ist dann selbst die Nation über den Kurs, der in ihrem Namen eingeschlagen wurde, derart zerstritten? Für Leffler offenbart sich im „vergifteten öffentlichen Diskurs“ nach dem 11. September und den sich anschließenden Kriegen eine wohlbekannte „Tragödie der amerikanischen Staatskunst“, nämlich das Unheil, durch Furcht, Schuldgefühle, Hybris und Macht dem Vorsatz, Gutes zu tun, entgegenzuwirken. Darüber seien nun sorgenvolle Betrachtungen anzustellen.

In der gleichen Ausgabe verkündet William McCants den Niedergang der globalen Dschihadisten-Bewegung. McCants, als Forscher über den militanten Islam auch im Außenministerium geschätzt, führt die Entwicklung nicht zuletzt auf den arabischen Frühling und die Liquidierung von Usama Bin Ladin zurück. Anfangs sei zwar zu fürchten gewesen, dass der Fall verhasster Diktatoren, von denen einige die Unterstützung des Westens genossen, Al Qaida Auftrieb verleihen könne. An die Macht jedoch hätten die Revolutionen islamistische Parlamentarier gebracht, die willens seien, Bomben durch Stimmzettel zu ersetzen. Al Qaida sei ins Hintertreffen geraten. Selbst in Afghanistan soll die Lage rosiger aussehen als gemeinhin angenommen. David M. Rodriguez, von 2009 bis 2011 ein ranghoher amerikanischer Militär in Afghanistan, traut der afghanischen Armee zu, in drei Jahren die innere Sicherheit des Landes garantieren zu können. In den wichtigsten Regionen herrsche heute schon Ruhe.

Verblüffend Erfreuliches über den Zustand der Welt hat auch Joshua S. Goldstein in „Foreign Policy“ mitzuteilen. Der Fachmann für internationale Beziehungen widerspricht der geläufigen Darstellung, nach der es seit 2001 im globalen Dorf immer gefährlicher zugehe. Dabei habe es in den vergangenen zehn Jahren weniger Kriegstote gegeben als in jeder Dekade der letzten hundert Jahre. So teuer der „Krieg gegen den Terror“ die Nation auch zu stehen komme, so schnell bewege sich die Welt auf den Frieden zu. „Seien Sie also nicht überrascht“, rät Goldstein, „wenn das Ende aller Kriege regelrecht denkbar wird.“ Ein paar Seiten zuvor zeigt sich Bob Woodward, nach seinen Watergate-Enthüllungen als Chronist der Washingtoner Machtspiele tätig, weniger zuversichtlich. Aber er denkt nicht daran, am 11. September und den Folgen zu verzweifeln. Stattdessen hütet er sich, dem Urteil der Geschichte vorzugreifen, und spekuliert über Einträge in den Geschichtsbüchern. Was wird zu lesen sein? Dass Amerika auf den 11. September überreagiert oder den Krieg gegen den Terror gewonnen hat? Oder noch tiefer in ihn verstrickt ist? Woodward hält das alles für möglich.

Für „Chronicles“, das „Magazine of American Culture“, das in seinem Paläokonservatismus sich gerne hinter undurchdringliche amerikanische Grenzen zurückzöge, ist dagegen der Zehnjahrestag des Terrorattacken ein Anlass, zu verzweifeln. Die Klagen eines John C. Seiler, Jr., wären aber auch in einer zuverlässig linken Zeitschrift wie „Mother Jones“ nicht fehl am Platz: „Hier sind wir, eine Dekade danach, mit unser Freiheit in Fetzen; mit unserer Wirtschaft in Scherben; mit unseren jungen Kämpfern – und sogar Kämpferinnen – tot, verwundet oder ausgelaugt. Erst jetzt wachen die meisten Amerikaner auf, mit einem dicken Kopf von all den Kriegen, den Lügen und dem falschen Patriotismus nach Schurkenart.“

Die welterschütternde Katastrophe sei leicht zu vermeiden gewesen, behauptet in „Vanity Fair“ David Rose. Zwei Jahre vor den Anschlägen hätten die Vereinigten Staaten die Chance gehabt, sämtliche Telefongespräche und E-Mails zwischen den Taliban und Mitgliedern von Al Qaida zu überwachen. Ein Geheimabkommen, das einer Firma in amerikanischem Besitz erlaubt hätte, in Afghanistan ein Kommunikationsnetzwerk aufzubauen und für Lauschangriffe zu präparieren, habe kurz vor dem Abschluss gestanden. Zwischen FBI, CIA und der National Security Agency sei es jedoch zum Gerangel um die Zuständigkeit beim Abhören gekommen. Die Regierung Clinton hätte daraufhin das Projekt vertagt. Wie ursprünglich entworfen, wurde das Netzwerk schließlich doch verwirklicht. Nach dem 11. September.

In der „Encyclopedia of 9/11“, die das Stadtmagazin „New York“ auf rund hundert Seiten ausbreitet, kommt das Netzwerkfiasko nicht vor. Aber sonst wird kaum etwas ausgespart zwischen A wie Abbottabad, der pakistanischen Stadt, wo Bin Ladin aufgestöbert und getötet wurde, und Z wie Zazi, Najibullah, dem Namen des Straßenhändlers aus Queens, der einen Anschlag auf die U-Bahn plante. Ein umfangreicher Eintrag beschäftigt sich mit der Kunst im Zeichen des Terrors, wobei Karlheinz Stockhausen und seine unglückliche Analogie vom „größten Kunstwerk, das es überhaupt gibt für den Kosmos“, nicht vergessen werden. An Feingefühl lässt es in „American Photo“ auch Chefredakteur Scott Alexander fehlen, der meint, die Anschläge als bedeutsamstes Ereignis für die amerikanische Fotografie seit der Bürgerrechtsbewegung einordnen zu müssen. Krasse Fotos werden gezeigt. Ästhetische Erörterungen verbieten sich.

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Foreign Affairs, September/ Oktober, 58 East 68th Street, New York, NY 10065

Foreign Policy, September/ Oktober. 1899 L Street NW, Suite 550, Washington, DC 20036

Chronicles, September, 928 North Main Street, Rockford, IL 61103

Vanity Fair, September, 4 Times Square, New York, NY 10036

New York, 5. und 12. September, 75 Varick Street, New York, NY 10013

American Photo, September/ Oktober, 2 Park Avenue, New York, NY 10016

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Time am 9. September 2011

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1) http://korrektheiten.com/2011/09/08/hollywoods-helden/
2) http://www.dradio.de/dlf/sendungen/langenacht/852447/
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Steuben

Flucht nach New York

16. Juni 2011

Einem Lieblingsgegner des Counterjihad ist nach mehreren peinlichen Ausfällen in aller Öffentlichkeit die Luft bei uns offenbar ein wenig dünn geworden. Panik-Paddel Pahners (1) wirft als Feuilletonchef der FAZ das Handtuch, auf „eigenen Wunsch“, versteht sich, um dem neuen Chef Nils Minkmar demnächst von New York aus zuzuarbeiten, wie „FAZ.net“ berichtet (2):

„Nils Minkmar übernimmt zum 1. Januar 2012 die Leitung des Feuilletons der F.A.Z. Er folgt Patrick Bahners nach, der das Feuilleton seit zehn Jahren verantwortet und eine neue Herausforderung sucht. Bahners wird auf eigenen Wunsch von 2012 an als Kulturkorrespondent für die Vereinigten Staaten mit Sitz in New York.“

Sehr glaubwürdig kommt das Ganze nicht daher, und die FAZ hat mit Jordan Mejias ja schon einen warmen Brüter (3) und Dimmie vor Ort, aber in Deutschland ist Paddel natürlich in der Tat völlig obsolet.

Warum aber nur um alles in der Welt will der mutmaßliche Ork-Konvertit denn nun zum „großen Satan“, anstatt zu den von ihm leidenschaftlich verteidigten Mohammedanisten z.B. in Teheran, Damaskus oder Istanbul?

Muss man nicht verstehen – ist halt mohammedanistisch!

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Time am 16. Juni 2011

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/19/thilo-vs-panik-paddel/
2) http://www.faz.net/artikel/C31013/in-eigener-sache-nils-minkmar-wird-feuilletonchef-der-f-a-z-30441225.html
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/03/16/muslimbruter-patrick-bahners/

Obama im Stimmungshoch

19. Mai 2011

Die Höllenfahrt bin K*ckens hat die Welt nicht nur von einem besonders bösartigen Mohammedanisten befreit, sondern auch Präsident Obama einen enormen Reputationszuwachs verschafft, wie Jordan Mejias bei seinem Streifzug durch amerikanische Zeitschriften in der heutigen FAZ festgestellt hat.

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Jack Bauer im Weißen Haus

Nach Bin Ladins Liquidierung: Obama soll die
Hauptrolle in „24“ übernehmen

Wie schnell Zeitschriften veralten können, auch wenn sie vorausdatiert sind, darf diesmal der „Weekly Standard“, das Zentralorgan der einst so einflussreichen Neocons, in ganz und gar ungewollt satirischer Zuspitzung vorführen. Die Ausgabe vom 9. Mai zeigt auf dem Titel einen verängstigten, mit einem lächerlichen Sonnenhut ausgestatteten Obama, der anscheinend den Esel, das Wappentier der Demokraten, gegen ein Kamel eingetauscht hat und sich mit ihm hinter einer Wüstendüne versteckt, weil er offenbar nicht weiß, was er mit der „Großen Arabischen Revolution“ anfangen soll. Chefredakteur William Kristol gibt sich froh verzweifelt, dass da nichts mehr übriggeblieben ist vom „Zauber eines John Wayne, Rambo und Ronald Reagan“, die der Nation halfen, ihren Glauben an den amerikanischen Exzeptionalismus zu festigen. Vier weitere Jahre einer „Führung von hinten“, warnt Kristol, könnten katastrophal sein. Amerika werde heute von der Realität ausgeraubt, zu Hause und in der Fremde. Was allerdings für die nächste Präsidentschaftswahl nicht ohne Vorteile für die Opposition wäre: „Die Republikaner haben nichts anderes zu tun, als einen echten Führer zu nominieren.“

Nach der Liquidierung Usama Bin Ladins liest sich das nicht mehr ganz so überzeugend. All das Gerede von Obamas Führungsschwäche habe sich nun als Gerücht, als „myth“, erwiesen, stellt die „New York Times“ fest. Der Präsident habe die Ansicht „zertrümmert“, dass er sich zu keiner schwierigen Entscheidung durchringen könne und es ihm vor allem darum gehe, welches Bild sich das Ausland von Amerika mache.

War einst Obama für die konservativen Blogger von „RedState“ der „Lehrlings-Präsident“ und für die gleichgesinnte „Washington Times“ ein wiedergeborener Jimmy Carter, muss er sich jetzt an Vergleiche mit dem Antiterrorhelden Jack Bauer aus der Fernsehserie „24“ gewöhnen. Im „New York Magazine“ analysiert Kurt Andersen: „Ich glaube nicht, dass es verrückt ist, diese popkulturellen Archetypen für fähig zu halten, nicht nur das öffentliche Verständnis der Vorgänge, sondern die Vorgänge selbst zu prägen.“ Obama sei nun in der Lage, nach seinem Willen die Geschichte zu erzählen. Amerikaner meinten zwar, durch die Hinrichtung von Bin Ladin sei die Gefahr von Terrorattacken größer geworden, sie seien aber dennoch begeistert darüber, dass es passiert sei. Die leicht gestiegenen Chancen, ermordet zu werden, nähmen sie freudig in Kauf, um einen angenehmen symbolischen Affekt zu verspüren.

Obamas Widerwille gegenüber jeder wohlfeilen Dramatik hat David Remnick, den Chefredakteur des „New Yorker“, bei der Bekanntgabe der vollzogenen Mission am meisten beeindruckt. Als Präsident lege er, ganz im Gegensatz zu seiner Kandidatur, eine gewisse Verachtung für die emotionale, denkwürdige Phrase und die theatralische Geste an den Tag. Remnick begreift diesen Ernst als willkommenes Gegenmittel für eine politische Kultur, die mit Selbstbeweihräucherung, Wahn- und Angstvorstellungen infiziert sei. In „Time“ meint auch der Starreporter Joe Klein, jetzt deutlicher zu sehen, wie Obama funktioniert. Seine kaum verborgene Frustration mit seinen Kritikern rühre daher, dass der Metabolismus der Politik viel langsamer verlaufe als derjenige der Medien. Politik, insbesondere Außenpolitik, sei ungeeignet für schicke Universaldoktrinen. Obama werde jetzt den Erwachsenen spielen, weil er ein Erwachsener sei. Unser Nachrichtenzyklus verlange unablässig nach Abwechslung, erklärt ebenfalls in „Time“ James Poniewozik, der dann auch wieder den Bogen zu „24“ und Jack Bauer schlägt. Wie bei der Fernsehserie sei es zunächst um emotionale, nicht bloß operative Wunscherfüllung gegangen. Am Tag danach schoben sich schon die möglichen Auswirkungen auf die nächste Präsidentschaftswahl und die Angemessenheit von Obamas Ansprache an die Nation in den medialen Vordergrund.

Für einige Konservative, so John Heilemann in „New York“, gehöre die Kontroverse um die Fotos des erschossenen Bin Ladin zu den wenigen Strohhalmen, nach denen sie derzeit greifen könnten. Und was ist mit dem Streit, ob Folterungen, verharmlost als „enhanced interrogation“, Hinweise für die Entdeckung Bin Ladins lieferten? Für Heilemann ist auch das der verzweifelte Versuch der Rechten, einer ihnen ungünstigen Lage doch noch einen günstigen Dreh zu geben. Ihre Argumentationsmuster entbehren in der Tat nicht der Komik, wenn sie darauf bestehen, den Hauptanteil des Erfolgs für George W. Bush zu reklamieren, ihn aber von so gut wie jeder Verantwortung für den Zustand der Wirtschaft und den Krieg in Afghanistan zu entbinden.

Maureen Dowd, die scharfzüngige Kolumnistin der „New York Times“, versichert ihren Landsleuten: „Wir müssen uns für nichts entschuldigen.“ Sie bekennt sich zur Rache. Wenn man es mit einem Massenmörder zu tun habe, der über die Einäscherung von Tausenden von Amerikanern prahlte und noch unzählige mehr töten wollte, scheine dies die einzige zivilisierte und moralisch einwandfreie Antwort zu sein. In „Newsweek“ pflichtet ihr Elie Wiesel bei: „Durch seine Taten hat er jedes Recht auf menschliche Anteilnahme aufgegeben.“ Und Andrew Sullivan gesteht ein, als Christ für die Seele Usama Bin Ladins gebetet zu haben. Aber wahr sei auch, dass die Freude über seinen Tod ihm nicht abgehe und er sich darüber nicht im Geringsten schäme. Das einzig Vernünftige sei es, zugleich großen Schmerz und große Freude zu empfinden.

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Time am 19. Mai 2011

Wir gewinnen an Fahrt

18. August 2010

Ein Schlachtschiff ist schwer und hat einen großen Wendekreis, verfügt aber über große Feuerkraft. Im Bild die „USS New Jersey“ (1) beim Beschuss orkischer Stellungen in Syrien 1984. Damaliger US-Präsident war Ronald Reagan (2).

Unter der Überschrift „Die wachsende Furcht der Amerikaner“ schreibt Matthias Rüb in der heutigen FAZ, die mal wieder mehr dem Counterjihad zuneigt, über die Debatte um die geplante Triumph-Moschee am Ground Zero (3).

Der Gemeinplatz von der angeblichen „Furcht“ wird durch permanente Wiederholung nicht wahrer. Ich meine, es ist ein wichtiges Ziel des Counterjihad zu kommunizieren, dass wir Ekel und Verachtung angesichts des theoretischen und realen Mohammedanismus empfinden und dass wir entschlossen sind, unsere Länder nicht in seine Klauen fallen zu lassen, dass wir aber mitnichten Furcht empfinden. Dabei ist zu beobachten, dass wir in Bezug auf unser Anliegen – die Ächtung des Mohammedanismus – noch nicht arg weit vorangekommen sind, dass das Thema jedoch zunehmend an Resonanz gewinnt. Matthias Rüb:

„Der Konflikt über die Moschee bei Ground Zero ist neben der Rezession zum wichtigsten Thema der Wahlkampagne vor den Kongresswahlen vom 2. November geworden. Es sind nicht nur rechte Republikaner, die sich gegen den Bau der Moschee gerade an diesem Ort aussprechen. Am Dienstag ließ auch Senator Harry Reid aus Nevada, Mehrheitsführer der Demokraten in der kleineren Kongresskammer, durch seinen Sprecher mitteilen, er lehne den Bau des muslimischen Gotteshauses und Gemeindezentrums nahe Ground Zero ab.“

Dabei stellt niemand, was ich schade und auch falsch finde, grundsätzlich das Recht der Orks in Frage, das Land mit Stützpunkten zu überziehen:

„Am Recht der Muslime, die Moschee zu bauen, zweifelt kaum jemand; vielmehr wird weithin appelliert, aus Rücksicht auf die Opfer das Verfassungsrecht auf Religionsfreiheit anderswo wahrzunehmen.“

Man wundert sich dort ganz allgemein offenbar lediglich darüber, dass die Mohammedanisten, die nur eine kleine Minderheit unter den Amerikanern sind und sich auch erst seit relativ kurzer Zeit dort angesiedelt haben, derartig massiv gegen alle Sitten und Gebräuche, gegen jede Ethik und Moral sowie gegen die überwältigende Mehrheit der Mitbürger auf ihrem juristischen Recht beharren.

„In Umfragen äußern nämlich etwa 70 Prozent der Amerikaner, dass Muslime zwar grundsätzlich das Recht haben, die Moschee nahe Ground Zero zu errichten; rund 70 Prozent sagen aber auch, dass aus Rücksicht auf die Gefühle der Hinterbliebenen besser ein anderer Ort gewählt werden solle.“

Die Amerikaner haben natürlich den Mohammedanismus, dessen inhärentes Attribut der Jihad ist, in der Breite noch nicht verstanden wenn sie um „Rücksicht auf die Gefühle der Hinterbliebenen“ bitten. Rücksicht? Gefühle? Damit läuft man bei den Orks doch gegen eine Betonwand. Überhaupt hat das ganze Herumgeschleime, Verstehen-wollen und Überfair-sein das gegenteilige als das erwünschte Resultat gebracht:

„… wie der neue repräsentative „Survey of Global Attitudes“ des Washingtoner Meinungsforschungsinstituts Pew Center vom Juni ergab, ist die Sicht der Muslime in den meisten muslimisch geprägten Staaten auf Amerika anderthalb Jahre nach Obamas Machtantritt heute in etwa so negativ wie zu den Zeiten von George W. Bush. Dem steht die nach wie vor weithin positive Sicht und Toleranz der Amerikaner gegenüber Muslimen in aller Welt und in ihrer eigenen Nachbarschaft gegenüber. Trotz der Zunahme islamistisch motivierter Anschlagsversuche auf Heimatboden ist die Zahl der sogenannten Hassverbrechen gegen Muslime seit 2002 in den Vereinigten Staaten nicht gewachsen. Sie liegt unverändert bei weniger als 150 pro Jahr – und beträgt damit etwa ein Neuntel der Zahl der religiös motivierten Übergriffe gegen Juden und jüdische Einrichtungen.“

Dies ist natürlich eine scheußliche Tatsache, aber Herrn Rüb ist zu danken, dass er hier im Gegensatz zu Orkagent Mejias (4) die Angelegenheit von der westlichen Position her beleuchtet, sie in den Kontext der vielen dem 11.9. folgenden erfolgreichen und gescheiterten Jihad-Massaker stellt und so die Position der Moscheegegner wie auch den anwachsenden Widerstand verständlich werden läßt. Ein weiterer FAZ-Artikel von Thomas Holl deutet auf die Verschärfung des Counterjihad und seine allmähliche Transformation in praktische Politik in unserer Heimat. Er schreibt:

„(…) Sollten die möglichen muslimischen Kooperationspartner für einen solchen Religionsunterricht die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllen, werde die FDP zusammen mit ihrem Koalitionspartner CDU als „Plan B“ das Fach Islamkunde einführen. (…)

Der Leiter der integrationspolitischen Arbeitskreise der hessischen FDP, Dieter Kellermann, wies jedoch auf ‚erhebliche rechtliche und tatsächliche Probleme‘ hin, die mit der Einführung islamischen Religionsunterrichts verbunden seien. Diese Probleme lägen in den ‚religiösen und politischen Strukturen des Islam‘ begründet. So müsse geprüft werden, ob das Land darauf verzichten könne, als Voraussetzung für einen solchen Unterricht eine islamische Religionsgemeinschaft als öffentlich-rechtliche Körperschaft anzuerkennen. Unabdingbar sei hingegen, dass sich das ‚verfassungstreue Verhalten‘ des Unterrichtsträgers in den Lehrplänen zeigen müsse. Verfassungsrechtliche Schwierigkeiten sehe die FDP, wenn ‚auslandsgesteuerte Organisationen‘ wie die türkische Ditib Islamunterricht erteilen wollten.

Auch bei den am hessischen Runden Tisch beteiligten islamischen Verbänden, die nach den Attentaten vom 11. September 2001 eine ‚Islam-Charta‘ unterzeichnet hatten, sieht Kellermann ’nicht unerhebliche Probleme‘. So sei in der Charta nur von einer ‚Gleichwertigkeit der Frau gegenüber dem Mann vor dem Thron Allahs‘ die Rede, nicht aber von ‚einer Gleichberechtigung im sozialen Leben‘. An dieser Stelle müsse von den islamischen Verbänden noch ’nachgearbeitet‘ werden.“

Dies heißt m.E. nicht anderes, als dass der mohammedanistische Religionsunterricht vom Staat monopolisiert werden könnte. Das Recht, diese Leere zu leeren, würde ausschließlich staatlich geprüften und auf unsere demokratische Verfassung vereidigten Fachkräften zugestanden werden. Diese und ihre Schüler könnten im Verbund mit staatlichen Repressionsmaßnahmen gegen die jihadistischen Orkverbände und deren Funktionäre in unserem Land die tatsächliche Deutungshoheit über den Mohammedanismus erlangen. Indem die orkische Kultur überall dort als gleichberechtigt und als Bereicherung akzeptiert würd, wo dies möglich ist (Essen, Musik, Teile der Literatur usw.), erhielten die verfassungstreuen Mohammedanisten Autorität und „Standing“ in ihrer Gemeinschaft, deren überwiegende Mehrheit sie gegen die Jihadisten in Stellung bringen könnten.

Ein weiterer Artikel in der heutigen FAZ setzt sich mit der Jihad-Bedrohung auseinander, wobei neben seinem Inhalt mindestens genauso interessant ist, wer hier in dieser Weise zu diesem Thema das Wort ergreift, nämlich der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Herr Schünemann stellt in seinem Aufsatz das Problem und die Antworten darauf in einer Weise dar, wie ich sie im wesentlichen in diesem Blog zu vertreten pflege. Aus seinen Worten geht m.E. das starke Interesse hervor, die juristischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Counterjihad zu schaffen.

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Die dschihadistische Herausforderung

In vielen westlichen Ländern gibt es sie längst: eine nationale Anti-Terrorismus-Strategie. Auch Deutschland täte gut daran, angesichts der immer vielschichtigeren Bedrohungen durch islamistischen Terrorismus seine Bereitschaft zur Selbstbehauptung als wehrhafte Demokratie unzweideutig zu untermauern.

Die kriegerische Realität am Hindukusch lässt immer mehr Bürger am Sinn des Afghanistan-Einsatzes zweifeln. Mit jedem weiteren gefallenen oder verwundeten Soldaten wird die Besorgnis in der Bevölkerung ebenso zunehmen wie die politische Forderung, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen. Angesichts der Dynamik der Dschihadisten-Szene im afghanisch-pakistanischen Raum wäre es jedoch fatal, darauf zu setzen, dass ein Abbruch des militärischen Engagements auch die von dort ausgehenden Gefahren verringern würde. Das Gegenteil könnte eintreten.

Nicht jeder Aufständische am Hindukusch ist ein islamistischer Glaubenskrieger. Aber es spricht viel dafür, dass sich beträchtliche Teile der Aufstandsbewegung einer grenzüberschreitenden Dschihad-Agenda verschrieben haben. Ihr Ziel ist es, Afghanistan sowie die benachbarten Staaten von Pakistan bis zu den zentralasiatischen Republiken mit Gewalt im Sinne eines sunnitisch-extremistischen Kalifats umzugestalten. Zu diesem dschihadistischen Kern des Aufstandes zählen starke Kräfte der Taliban, die Haqqani-Gruppe und die Hezb-i-Islami-Miliz Gulbuddin Hekmatyars. Eine Zusammenarbeit erfolgt von Fall zu Fall. Es sind aber weder gemeinsame Kommandostrukturen noch eine gemeinsame Strategie ersichtlich. Teilweise bestehen sogar feindselige Rivalitäten.

Die Zersplitterung mindert aber keineswegs die Zähigkeit, die Risiko- und Verlustbereitschaft sowie die Gewaltintensität, mit der die militanten Kerngruppen des Aufstandes vorgehen. Sie bedienen sich einer Guerrillataktik oder terroristischer Anschläge, legen Sprengfallen, greifen Verbände der Isaf und afghanische Sicherheitskräfte aus dem Hinterhalt an und verüben Selbstmordanschläge mit einer hohen Zahl ziviler Opfer. Überdies bestehen personelle und ideologische Verflechtungen mit Al Qaida und ihr nahestehenden Organisationen. Die Verflechtungen erhöhen nicht nur die operative Schlagkraft der Aufständischen, weil auf diesem Weg terroristische Fachkenntnisse weitergegeben werden, Al Qaida ist auch bestrebt, die Aufstandsbewegung im Sinn einer globalen Dschihad-Agenda zu internationalisieren. Dem dient die Anwerbung neuer Rekruten sowohl aus muslimischen Staaten wie auch aus Europa, um sie für den Kampf in der Region sowie die Planung weiterer Anschläge in den westlichen Ländern einzusetzen.

Von dieser Entwicklung ist Deutschland unmittelbar berührt. Insbesondere Terrorgruppen mit zentralasiatischem Hintergrund wie die Islamische Bewegung Usbekistans (IBU) und die Islamische Dschihad-Union (IJU), die sich im engeren Umfeld von Taliban und Al Qaida bewegen, werben gezielt um deutsch- und türkischstämmige Glaubenskämpfer und bilden sie in Terrorcamps aus. Fachleute schließen nicht aus, dass diese Personen zu der Keimzelle einer türkischen Al- Qaida-Filiale werden, die sich verstärkt um die Rekrutierung hierzulande lebender Immigranten bemühen könnte.

Trotz des steigenden militärischen Drucks auf das Zentrum der Dschihadisten-Szene im unwegsamen afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet reißt der Zustrom von Islamisten aus Westeuropa offensichtlich nicht ab. Zu ihnen gehörte auch der im Frühjahr in einem Gefecht mit pakistanischen Soldaten getötete Konvertit Eric Breininger. Wie einheimische Islamisten hatte er eine paramilitärische Schulung bei der Terrorgruppe Islamische Dschihad-Union durchlaufen, die ihn derweil zu einem „medialen Markenzeichen“ der deutschen Dschihadisten am Hindukusch aufbaute. Nach allem, was man weiß, kämpfte Breininger zuletzt für eine Untergruppe der Taliban namens Deutsche Taliban Mudschahedin. Die nach seinem Tod im weltweiten Netz verbreitete tagebuchartige Schrift „Mein Weg nach Jannah“ liest sich wie eine „Blitzradikalisierung“, ausgehend vom Glaubensübertritt bis zum militanten Dschihad.

Genauso beunruhigend ist der radikalisierende Effekt, der von dieser Schrift selbst ausgehen kann. Sie verbindet geschickt die persönliche Sinnsuche und die Erlebnisse eines deutschen Konvertiten mit einer ideologisch-theologischen Legitimation des bewaffneten Glaubenskampfes. Mit dieser angeblichen Autobiographie in deutscher Sprache hat die dschihadistische, auf Deutschland zielende Propagandaoffensive, die seit 2009 an Schärfe zugenommen hat, einen neuen Höhepunkt erreicht. Es muss angenommen werden, dass diese Medienkampagne die Verfügbarkeit eines islamistischen Potentials in Deutschland fördert und auch zu Anschlägen anstiften soll.

Einheimische Islamisten, die sich dem bewaffneten Dschihad im Ausland anschließen, kehren teilweise als „Attentäter auf Abruf“ in ihre Heimatländer zurück. Seit Beginn der neunziger Jahre sollen allein aus Deutschland 215 Islamisten eine paramilitärische Ausbildung durchlaufen haben oder anstreben. Von ihnen halten sich derzeit vermutlich etwa hundert Personen (wieder) bei uns auf. Der Terrorismusfachmann Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik schreibt: „Schon ein kampferprobter Rückkehrer kann zum Nukleus einer neuen Terrorzelle werden, wenn es ihm gelingt, neue Rekruten zu gewinnen und sie in terroristischen Taktiken zu schulen.“ Die „Sauerland-Gruppe“, ein deutsch-türkischer Ableger der Islamischen Dschihad-Union, hat durch ihre Anschlagsplanungen im Jahr 2007 das Gewaltpotential paramilitärisch geschulter Rückkehrer aus Afghanistan/Pakistan auf deutschem Boden eindringlich vor Augen geführt.

Angesichts dieser dschihadistischen Bedrohungsdynamik wäre es naiv anzunehmen, ein rascher Abzug der Nato-Schutztruppe aus Afghanistan würde die Gotteskrieger am Hindukusch besänftigen und sie von ihrer weitreichenden religiös-extremistischen Agenda abbringen. Vielmehr stünde eine gewaltsame Re-Talibanisierung des Landes bevor mit düsteren Aussichten für die Region und die euroatlantische Sicherheit: Die fragile, durch den Taliban-Extremismus geschwächte Sicherheitslage in Pakistan, einem Atomstaat, würde sich rapide verschlechtern, während die islamistische Untergrundszene in den zentralasiatischen Nachbarstaaten Afghanistans verstärkten Zulauf erhielte. Das dürfte die terroristischen Aktivitäten gerade jener Organisationen beflügeln, die, wie beispielsweise die Islamische Bewegung Usbekistans und die Islamische Dschihad-Union, schon jetzt gezielt (und mit Erfolg) Nachwuchskämpfer aus Deutschland anwerben und paramilitärisch schulen.

Gleichzeitig erhielten nicht zuletzt die global orientierten Dschihadisten, allen voran ihre Kernorganisation Al Qaida, erheblichen Auftrieb, vor allem in propagandistischer Hinsicht. Das würde den ideologischen Nährboden für „homegrown terrorism“ in Europa und Nordamerika weiter verstärken. Und schließlich würde durch neu entstehende terroristische Ausbildungslager im afghanisch-pakistanischen Raum die staatenübergreifende Vernetzung des gewaltorientierten Islamismus metastasenartig voranschreiten.

Es ist schwer vorstellbar, dass eine Destabilisierung Afghanistans und seines regionalen Umfeldes die Gefahr von Anschlägen in Europa verringert. Vielmehr zwänge eine verschärfte Bedrohungslage die Europäer wahrscheinlich dazu, noch mehr als jetzt in ihre innere Sicherheit zu investieren und das staatliche Anti-Terror-Instrumentarium auszubauen. Das aber könnte bürgerliche Freiheits- und Entfaltungsmöglichkeiten weitaus empfindlicher berühren, als vielen lieb ist.

Eine Stabilisierung des afghanisch-pakistanischen Raums verlangt dem Westen einen langen strategischen Atem ab. Wenn es gelänge, die Region unter erheblichen militärischen und entwicklungspolitischen Anstrengungen zu stabilisieren, wäre der globalen Dschihadisten-Szene ein schwerer Schlag versetzt. Doch sollte man sich von der Illusion verabschieden, die Gefahren seien damit beseitigt. Vielmehr stellt sich der islamistische Terrorismus als ein höchst wandlungsfähiges Phänomen dar, das seine Rekrutierungsbasis flexibel erneuert.

Zum einen zeigen aktuelle Brennpunkte islamistischer Gewalt wie der Jemen und Somalia, dass vor allem in jenen Regionen Aktions- und Rückzugsräume entstehen, die aufgrund von Staatszerfall, ethnisch-religiösen Spannungen und sozialer Verelendung einen günstigen Nährboden für eine politisch-religiöse Radikalisierung bilden. Zum anderen hat die dschihadistische Kerntruppe von Al Qaida als „lernendes Terrornetzwerk“ (Yassin Musharbash) seit dem 11. September 2001 eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit bewiesen.

Zwar ist das Terrornetz dank des anhaltenden Verfolgungsdrucks der vergangenen Jahre nur eingeschränkt zu massiven Anschlägen fähig. Aber die militante, durch das Internet vielfach potenzierte Dschihad-Ideologie von Al Qaida erzielt eine breitflächige Wirkung, die bis in die Einwanderergesellschaften Europas und Nordamerikas reicht. Für islamistische Attentäter aus den eigenen Reihen ist Al Qaida ein wichtiger ideologischer Bezugspunkt, der sie inspiriert und zur Selbstradikalisierung maßgeblich beiträgt.

Terroristische „Eigengewächse“ wie der aus Pakistan stammende amerikanische Staatsbürger Faisal Shahzad, der die Autobombe auf dem Times Square in New York plaziert hat, sind leider keine Einzelfälle. Sie machen die Bedrohung der offenen und verwundbaren Gesellschaften Nordamerikas und Europas unberechenbarer und diffuser. Denn Attentäter, die im westlichen Kulturkreis sozialisiert wurden, durchlaufen häufig unerkannt einen Radikalisierungsprozess, der in schnellen Schüben erfolgt. Sie können mit relativ geringem Aufwand und ohne große Vorwarnzeit „weiche Ziele“ wie belebte Plätze, U-Bahnen oder Einkaufszentren treffen. Sie können sich als autonome Terrorzelle unabhängig von einer größeren Organisation formieren, was ihre Früherkennung erschwert, oder auch die operative Anbindung an eine ausländische Gruppierung suchen. Wie der Prozess gegen die „Sauerland-Gruppe“ gezeigt hat, wird durch solche Umstände auch hierzulande ein nicht zu unterschätzendes Reservoir für künftige Terrorzellen geschaffen.

Um der anhaltenden und sich möglicherweise verschärfenden terroristischen Bedrohung zu begegnen, ist eine Vielzahl sicherheitspolitischer Instrumente vonnöten. Deutschland sollte daher dem Beispiel anderer westlicher Länder folgen und seine Bereitschaft zur Selbstbehauptung als wehrhafte Demokratie durch eine nationale Anti-Terrorismus-Strategie untermauern. Das wäre in der politischen Kommunikation ein wegweisender Schritt – auch um den Bürgern zu vermitteln, dass Freiheitsbeschränkungen kein Selbstzweck sind. Extremismus und politische Gewalt sind im Zeichen einer rasant fortschreitenden Globalisierung vielgesichtiger und unberechenbarer geworden, die Vorwarnzeiten haben sich verkürzt, die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit verwischen.

Eine ressortübergreifende Anti-Terrorismus-Strategie von Bund und Ländern könnte fünf zentrale Handlungsfelder abdecken. Dringend erforderlich ist, erstens, eine funktionierende Terrorismusprävention. Wir sind auf valide Erkenntnisse über Täterprofile und den Verlauf von Radikalisierungen angewiesen, um Risikopotentiale besser einschätzen zu können und die Prognosefähigkeit der Sicherheitsbehörden zu erhöhen. Im Kern geht es vor allem darum, nicht erst bestehende terroristische Strukturen zu bekämpfen, sondern schon bei Sympathisanten anzusetzen und sie rechtzeitig davon abzuhalten, in den militanten Dschihad abzudriften. Terrorismusbekämpfung ist bisher zu reaktiv ausgerichtet und setzt erst ein, wenn sich ein potentieller Täter so weit radikalisiert hat, dass eine Umkehr kaum noch möglich ist.

Die wachsende Gefahr eines im eigenen Land entstehenden Terrorismus stellt, zweitens, auch die Sicherheitsbehörden vor große Herausforderungen. So ist die Zahl islamistischer „Gefährder“ in Deutschland mittlerweile auf 127 Personen gestiegen (Stand April 2010). Sie gelten als „harter Kern“ des gewaltorientierten Islamistenspektrums in Deutschland und müssen daher aufwendig observiert werden. Schwillt das Gefährderpotential weiter an, kann die Belastbarkeit der ohnehin stark beanspruchten Observationskräfte an ihre Grenzen stoßen. Deshalb muss ernsthaft geprüft werden, ob als Ultima Ratio und unter engen Voraussetzungen präventive Kontrollinstrumente gegen „Top-Gefährder“ eingeführt werden sollen, wie sie beispielsweise in Großbritannien angewandt werden. Zu bedenken wären Meldeauflagen, Aufenthaltsverbote, Mobiltelefon- und Computerverbot.

Eine effektive Abwehr von „homegrown terrorism“ setzt überdies profunde Kenntnisse der örtlichen Milieus voraus. Ohne diese Kenntnisse können islamistische „Gefährder“ und deren Infrastruktur kaum wirksam aufgeklärt werden. Unter polizeifachlichen und ermittlungstaktischen Gesichtspunkten ist daher eine schlagkräftige Terrorismusabwehr auf Länderebene unerlässlich. Wegen sich verschärfender Haushaltszwänge haben die Länder allerdings Mühe, mit der neuen sicherheitspolitischen Dynamik Schritt zu halten. Wenn sie nicht an operativer Handlungsfähigkeit verlieren wollen, gilt es, in Kernbereichen wie der Telekommunikationsüberwachung Kapazitäten verstärkt länderübergreifend zu bündeln.

Auch dürfen sich die Länder hinsichtlich ihres rechtlichen Handlungsrahmens nicht vom Bund abkoppeln: Im Interesse einer föderal abgestimmten, auf allen Ebenen gleichermaßen effektiven Terrorismusbekämpfung sind nach der jüngsten Novellierung des BKA-Gesetzes Anti-Terror-Befugnisse, insbesondere die Online-Durchsuchung und die erweiterten Möglichkeiten zur Überwachung der Telekommunikation, ebenso in den Landespolizeigesetzen zu verankern. Unabdingbar ist auch die wirksame Aufklärung des Internets durch die Sicherheitsbehörden, um die dezentralen Kommunikationswege des „elektronischen Extremismus“ besser aufspüren zu können. Als Medium der Radikalisierung, der Indoktrination, der Rekrutierung bis hin zur Vorbereitung von Anschlägen hat das Internet eine Schlüsselfunktion erlangt.

Islamistische Terroristen wollen möglichst viele Menschen töten. Angestrebt wird auch der Erwerb von Massenvernichtungswaffen. Daher gewinnt, drittens, der Schutz der Bevölkerung eine Aktualität, wie sie nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr für möglich gehalten wurde. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das als Koordinierungs- und Serviceeinheit nach den Erfahrungen des 11. September 2001 geschaffen wurde, nimmt insoweit eine Schlüsselstellung ein. Effektive Frühwarnsysteme, der Schutz gefährdeter Infrastruktur sowie ein möglichst reibungsloses Zusammenwirken von Sicherheitsbehörden, Rettungsdiensten und Feuerwehren sind nicht nur das Ergebnis strategischer Planung und institutioneller Verankerung, sondern auch praktischer Übung. Großschadenslagen, die einen hohen Personaleinsatz erfordern, können ohne die Bundeswehr kaum bewältigt werden. Unter dem Aspekt des Schutzes der Bevölkerung hat die Wehrpflicht bleibende Aktualität.

Der „modus operandi“ islamistischer Attentäter kann kriegsähnlichen Gewalthandlungen mit immensen Schäden gleichen, so dass die herkömmlichen Mittel der Gefahrenabwehr an ihre Grenzen stoßen. Inwieweit auch militärische Mittel zur Abwehr oder Bewältigung eines Großanschlags im Inland eingesetzt werden dürfen, ist seit Jahren ein vieldiskutierter Streitpunkt. Eine befriedigende Lösung ist noch nicht gefunden, doch darf das Thema in einer nationale Anti-Terrorismus-Strategie keinesfalls ausgeblendet werden. Bei etwaigen Anschlägen aus der Luft, aber auch von See her sind die Polizeien von Bund und Ländern überfordert. Im Notfall wäre hier ein Einsatz der Bundeswehr sinnvoll, stieße aber an zu enge rechtliche Grenzen. Es ist kaum zu glauben, dass gegenwärtig der Abschuss eines Flugzeugs, das ausschließlich mit Attentätern besetzt ist, ja selbst der Abschuss eines als Anschlagswaffe dienenden unbemannten Flugobjekts durch die Luftwaffe gegen das Grundgesetz verstößt. In der politischen Diskussion wird gerne übersehen, dass das Bundesverfassungsgericht in seiner Entscheidung zum Luftsicherheitsgesetz betont hat, ein Einsatz der Bundeswehr könne in derartigen Fällen sehr wohl Menschenleben retten. Diesen Fingerzeig des Gerichts zur Erweiterung des verfassungsrechtlichen Einsatzrahmens gilt es, viertens, endlich ernst zu nehmen.

Stabilisierungskräfte der Bundeswehr in gefährlichen Kriseneinsätzen sind, wie der Fall Afghanistan eindringlich zeigt, den Risiken eines irregulären Kleinkrieges ausgesetzt. Sie müssen daher, fünftens, durch Konzeption, Ausbildung, Ausrüstung und auch im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Lage sein, gegen bewaffnete Aufständische und terroristische Akteure wirksam vorzugehen. Einsätze der Bundeswehr dieser Art sind nicht Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für ein sicheres Umfeld und entwicklungspolitische Aufbaumaßnahmen, mit denen das Vertrauen der Zivilbevölkerung gewonnen und der Einfluss militanter Islamisten eingedämmt wird. Die Entwicklungspolitik muss einen festen Platz in einer nationalen Anti-Terrorismus-Strategie haben und sich verstärkt auf potentielle Brennpunkte politisch-religiöser Gewalt konzentrieren. Diese sind vor allem in Regionen zu finden, die unter Staatszerfall, ethnisch-religiösen Konflikten und sozialer Verelendung leiden.

Die Dynamik der internationalen Dschihadisten-Szene spricht dafür, den Fokus einer Anti-Terrorismus-Strategie in erster Linie auf den militanten Islamismus zu richten. Das heißt aber nicht, dass mögliche terroristische Potentiale nur dort zu verorten wären. Die hohe Gewaltbereitschaft in anderen extremistischen Spektren, nicht zuletzt in links- und rechtsautonomen Gruppierungen, mahnt ebenfalls zu erhöhter Wachsamkeit, damit die Schwelle zu terroristischen Handlungen nicht überschritten wird.

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Time am 18. August 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/USS_New_Jersey_(BB-62)
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_Reagan
3) http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EDE7DE4427A544718BF58B840C8D13688~ATpl~Ecommon~Scontent.html
4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/08/12/warum-dort-warum-dann/

Warum dort? Warum dann?

12. August 2010

An Christen ergeht m.E. nicht die Aufforderung, so zu sein wie Jesus, das ist unmöglich und die Behauptung vermessen. Es geht nach meiner Ansicht eher darum zu versuchen, ihn zu verstehen und sich seiner immer wieder als Maßstab zu vergewissern. Dies ist im Kleinen schon sehr schwer und im Großen meist fast unmöglich. Dass wir aber fast immer an unseren Ansprüchen scheitern, braucht uns nicht zu betrüben oder zu ängstigen, denn Jahwe ist vor allem dies: Er ist gütig und gnädig.

„… liebet Eure Feinde“, sagte Jesus (Matth.5/43,44 – Luk.6/27,35): Daran scheitere ich z.B. regelmäßig. Nur ganz selten hasse ich sie, und persönliche hatte ich auch nicht so arg viel in meinem Leben. Aber lieben? Nein, ehrlich gesagt, manchmal genieße ich sogar mein Scheitern an Jesu Forderung.

Heute z.B. ergriff mich gradezu wilde Freude an der tiefen Verzweiflung, die Orkagent Jordan Mejias in der FAZ spüren ließ. Denn in den USA formiert sich unter Führung von Pamela Geller der Widerstand gegen das abartige Ansinnen der Orks, am 11. 9. 2011 in Sichtweite des Ground Zero eine Triumph-Moschee einzuweihen, und damit der Widerstand gegen die zunehmende Unterwanderung dieser wunderbaren Nation durch den Mohammedanismus.

Erleben Sie einen wütend kläffenden und vor Angstschweiß förmlich stinkenden deutschen Dimmi-Journalisten beim Seelenstriptease.

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Im Namen der Hunde

Auch in Amerika kommt ein Moscheenstreit in Fahrt

Vorbeifahren werden eine Moschee und ein Flugzeug, das gleich ins brennende World Trade Center kracht. „Warum dort?“ wird das Plakat fragen, und jeder New Yorker, der es auf städtischen Bussen sieht und liest, wird wissen, dass damit die Moschee gemeint ist, die als Teil eines islamischen Kulturzentrums nahe Ground Zero gebaut werden soll. Alle Baugenehmigungen sind inzwischen erteilt. Aber der Streit geht weiter, und damit er nun endlich auch die New Yorker erfasst, die sich im Gegensatz zum Rest des Landes bisher nicht so recht darüber ereifern wollten, hat eine Organisation namens Freedom Defense Initiative, geleitet von der erzkonservativen Bloggerin Pamela Geller, die hetzerische Buskampagne gestartet.

Frau Geller wird in New York Meinungsfreiheit gewährt, so wie Bürgermeister Michael Bloomberg den Bau der islamischen Anlage mit dem Hinweis auf Religionsfreiheit und folglich auf die Fundamente Amerikas verteidigte. Die Frage „Warum dort?“ erlaubt den Gegnern der Moschee, zumindest vorzugeben, es gehe ihnen lediglich um den Bauplatz, zwei Straßenblocks von Ground Zero entfernt, einem für sie „heiligen Ort“. Woanders, sagen sie, soll ruhig gebaut werden dürfen. Ihr Widerstand ist so formuliert, dass die Religionsfreiheit nominell unangetastet bleibt.

Weit weg von New York gerät sie nun aber unverblümt in Bedrängnis. Von Sheboygan in Wisconsin bis Murfreesboro in Tennessee gibt es Krach um die Errichtung neuer Moscheen, auch wenn in diesen Regionen niemand „Warum dort?“ fragen kann. Der Schlachtruf müsste jetzt heißen: „Warum überhaupt?“ Und in anderen, viel drastischeren Worten wollen sie genau das wissen, die evangelikalen Christen und politischen Extremisten und opportunistischen Wahlkämpfer und selbsternannten Patrioten, die gegen den Moscheenbau derart lautstark Stimmung machen. „Moscheen sind Monumente des Terrorismus“, steht auf den Schildern, die sie am Straßenrand hochheben, und: „Stop Islam“.

Die Zeiten, als Verkehrsprobleme, der Mangel an Parkplätzen und die potentielle Störung der Stadt- und Vorstadtruhe zu den beliebten Einwänden gehörten, sind vorbei. Muslime werden offen angefeindet, ihnen wird vorgeworfen, Amerika zu unterwandern und in eine Nation verwandeln zu wollen, in der die Scharia die Verfassung außer Kraft setzt. Zahlenmäßig ist mit den Amerikanern, die bei solchen Protesten auftauchen, allerdings noch nicht viel Staat zu machen. Zwanzig, dreißig Demonstranten und ihre Hunde, die sie einfühlsam mitgebracht haben, weil Muslime in ihnen unsaubere Tiere sehen, mögen sich mit doppelt so vielen Gegendemonstranten vor allem Schreigefechte liefern. Aber allein dass es dazu kommt, ist für viele Amerikaner eine verstörende Erfahrung.

Bisher hat Amerika immer recht mitleidig gen Europa geblickt, wo in einem Land nach dem anderen Konflikte um deren muslimische Bürger und Bewohner ausbrachen. Das waren Probleme, die in der prototypischen Einwanderernation mit ihrer jahrhundertelangen Erfahrung gar nicht erst zum Tragen kommen sollten. Von den neunzehnhundert Moscheen, die sich zwischen New York und Los Angeles verlieren, wagte es keine einzige, mit oder ohne Minarett aus dem Schatten der zahllosen Kirchen und Synagogen hervorzuragen. Jetzt aber sorgte selbst im kalifornischen Temecula, einem Ort, in dem Muslime seit zwölf Jahren ansässig sind und am Gemeindeleben, wie berichtet wird, geradezu vorbildlich teilnehmen, der Neubau einer Moschee für unschöne Debatten. Natürlich kämpfen Wissenschaftler auf verlorenem Posten, wenn sie mit Argumenten die Wogen glätten wollen, also etwa die Ergebnisse einer an der Duke University und der University of Carolina durchgeführten Studie vorlegen, nach denen die Gründung von Moscheen in Amerika als gezielte Schwächung des militanten Islam zu begreifen sei.

Nichts als Vermutungen gibt es dagegen über die Gründe der plötzlich aufflammenden Proteste. Ist die miserable Wirtschaftslage etwa daran schuld? Ja, vielleicht, sie dürfte eine Rolle spielen so , wie das immer der Fall ist, wenn sich die akute Existenzgefährdung als Aggression gegenüber noch schwächeren Bevölkerungsschichten maskiert und entlädt. Auch Einwanderern, die sich gewissenhaft an die Regeln ihres Traumlands halten, schlägt so leicht ein Hass entgegen, wie er, politisch instrumentalisiert, zu jenem Gesetz geführt hat, mit dem der Bundesstaat Arizona alle Menschen, die ihm nur fremd erscheinen, unter Generalverdacht stellt. Und dann mussten ja auch, historisch gesehen, die jeweils neuesten Einwanderergruppen im gelobten Land erst einmal die Hölle durchleiden. Dass jetzt in Amerika die Muslime an der Reihe sind, wäre die fast beruhigende, weil der Einwanderernation vertraute Erklärung. Ob es aber die richtige ist, wird auch von den amerikanischen Muslimen abhängen.

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Time am 12. August 2010

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http://atlasshrugs2000.typepad.com/atlas_shrugs/2010/08/mta-caves-ground-zero-bus-campaign-will-run.html

http://atlasshrugs2000.typepad.com/atlas_shrugs/2010/08/msnbc-pamela-geller-on-the-ground-zero-bus-ads.html

Keine Ground-Zero-Triumphmoschee

2. August 2010

Die heutige FAZ wimmelte, wie bereits berichtet, von etlichen Dimmi-Artikeln. Hier ist einer von Jordan Mejias, welcher eigentlich ausschließlich negativ auffällt und schon mehrfach Auftritte in diesem Blog hatte.

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Ground Zero, eine Moschee und die Fundamente Amerikas

In den Vereinigten Staaten wird darüber gestritten, ob auch Muslime beten dürfen, wo islamistische Terroristen wüteten

Ist New York eigentlich ein Teil Amerikas? Wieder einmal stellt sich die Frage angesichts der sich immer mehr zuspitzenden Debatte über ein islamisches Kulturzentrum, das in der Nähe von Ground Zero gebaut werden soll. Während nahezu alle städtischen Behörden bereits ihren Segen dazu gaben, der Bürgermeister gar nicht begreifen will, dass darüber eine Debatte aufflammen kann, und die meisten New Yorker ohnehin meinen, Wichtigeres zu tun zu haben, durchbricht die Wut draußen im Land inzwischen alle Grenzen des Anstands und der Vernunft. Zumal republikanische Politiker lassen sich die Chance nicht entgehen, die New Yorker Pläne für ihre Wahlkampfzwecke zu nutzen.

(Alles klar, DIE New Yorker sind für die Moschee und gut, DIE anderen sind Rednecks und Faschisten, welche in wütender Raserei alle Vernunft und Anständigkeit hinter sich lassen. Und rechte Politiker wollen die Stimmung natürlich hinterhältig für sich ausnutzen. T.)

Als geradezu gemäßigt erwies sich noch Newt Gingrich, einer ihrer Vordenker, indem er anregte, das Projekt, amtlich Cordoba House genannt, doch lieber am Central Park oder nahe der Columbia University zu verwirklichen – bei den linken Akademikern, sollte das wohl heißen, wären die Muslime doch besser aufgehoben.

(Das ist doch in der Tat ein gemäßigter Vorschlag von Gingrich, die Moschee nicht unbedingt in Sichtweite des Massenmordortes zu bauen. In allen mohammedanistischen Ländern werden Christen verfolgt, meist blutig. In vielen dürfen sie keine Kirchen bauen. Da ist es doch eigentlich ganz schön nett von den Amerikanern, unter denen ein Anteil von nur 2% Orks lebt, diese überhaupt eine Basis nach der anderen bauen zu lassen. Zum Vergleich: Ich persönlich plädiere für eine vollständige Beseitigung ALLER Moscheen in den Ländern des Westens. Und in der Tat sind die Orks, wenn schon, bei ihren Dimmifreunden gut aufgehoben, die wollen sie doch hier haben. Wer weiß, vielleicht wird Herr Mejias schlau, wenn er zum x-ten mal und unter Abrakadabra-Rufen ausgeraubt worden ist. T.)

Sarah Palin, die ihren Gouverneursposten im fernen Alaska aufgab, nur um ihre Stimme wirkungsvoller in den restlichen Bundesstaaten zu erheben und nebenbei anständig Kasse zu machen, haute dagegen auf ihre gewohnt kräftige Pauke. An einem „heiligen Ort“ wie Ground Zero eine Moschee zu errichten, sei eine „unnötige Provokation“ und „ein Stich ins Herz der Familien der unschuldigen Opfer dieser entsetzlichen Angriffe“. Dort eine Moschee bauen zu wollen sei taktlos und unverfroren.

(Die ganz miese Tour: Neid auf Frau Palin zu entfachen und ihr als eigentliches Motiv Geldgier zu unterstellen. Was Mejias als „kräftige Pauke“ verunglimpft, ist in allem völlig richtig, treffend und in der angemessenen Form formuliert. Der unbedingte Willen und die Kompromisslosigkeit der Mohammedanisten, hier unbedingt an diesem Ort eine Moschee zu bauen, ihre Wut (1) darüber, dass dies die anderen Amerikaner irritiert, ist in der Tat nicht anders denn als Provokation bewertbar, und es ist unhöflich in einem ekelerregenden Ausmaß. T.)

Es wäre sicher vergebens, wenn Bürgermeister Michael Bloomberg sie und ihre zahlreichen Gefolgsleute darauf hinwiese, dass nicht an Ground Zero, sondern zwei Straßenblocks von dem Gelände entfernt keine Moschee gebaut werden soll, sondern ein islamisches Gemeinschafts- und Kulturzentrum, das neben einem Schwimmbad, einer Sporthalle, einem Theater und einem Restaurant auch einem Gebetsraum Platz böte. Minarette sind für den Mehrzweckkomplex nicht vorgesehen. Mit ihren 15 Stockwerken verschwände die Anlage im Wolkenkratzergebirge des südlichen Manhattan, und auch für ihre nähere Umgebung, wo Billigläden, Fastfoodketten und ein Stripclub eine nicht eben sakrale Atmosphäre aufkommen lassen, stellte sie keine Bedrohung dar. Das alles aber ist für ihre Gegner, die nur von einer Moschee sprechen, unwichtig.

(Mejias hat überhaupt noch gar nicht begriffen, was eine Moschee eigentlich ist, nämlich eben das Geschilderte plus Waffenkammer plus Gefängnis. Dann wird en passant die westliche Gesellschaft mal wieder auf „Billigläden, Fastfoodketten und einen Stripclub“ reduziert, und alles soll auf die banale Ebene gehoben werden. „Stört doch gar nicht im Stadtbild…“ – als ob es darum ginge. T.)

Längst ist die Kontroverse über den baulichen Anlass hinausgewachsen. Reflexartig werden Argumente von links und rechts abgefeuert, wie sie im polarisierten Politklima der vergangenen Jahre nur allzu geläufig geworden sind und sich verhärtet haben. Für die einen, die in ihrer extremen Ausprägung bis heute in Präsident Obama einen verkappten Muslim sehen wollen, ist jede muslimische Präsenz verdächtig. Es wird sie weder besänftigen, dass Feisal Abdul Rauf, der Imam des künftigen Cordoba House, zu den gemäßigten Religionsführern zählt, noch dass im Direktorengremium der Anlage, die als Modell für die Vereinbarkeit des demokratischen Westens mit dem Islam angepriesen wird, einmal auch Christen und Juden sitzen sollen. Das Hundert-Millionen-Dollar-Objekt erscheint ihnen als Versuch der Muslime, ein Siegesdenkmal zu errichten und so auch ein Fanal für die Eroberung des christlichen Amerika zu setzen.

(Rauf ist eben kein Momo, wie PI berichtete (2), denn die gibt es ja auch gar nicht: „(…) Artikel vom 24. März 2010 für ‚Rights4all‘, der Website der Medienabteilung der Universität von Kairo, wollte er allerdings vom religiösen Dialog noch nichts wissen. Unter der Überschrift ‚Der prominenteste Imam in New York: Ich glaube nicht an den religiösen Dialog“ schreibt er da: ‚Diese Formulierung ist unpräzise. Religiöser Dialog, so wie er üblicherweise verstanden wird, ist eine Reihe von Veranstaltungen mit Diskussionen in großen Hotels, bei denen nichts herauskommt. Religionen führen keine Dialoge und Dialog ist in der Haltung ihrer Anhänger nicht präsent, egal, ob es sich dabei um Christen oder Muslime handelt. Das Image der Muslime im Westen ist komplex, was beendet werden muss.‘ (…) Nur einen Tag nach seinem Artikel in New York Daily News tritt Rauf auf der populären islamischen Website Hadiyul-Islam offen für die Einführung der Scharia ein. Dies wird noch übertroffen von einem Fernsehauftritt bei 60 Minutes, wo er den USA durch deren Politik, die seiner Meinung nach für den Tod von zahlreichen Unschuldigen weltweit verantwortlich ist, eine Mitschuld an den Verbrechen des 11. September gibt, gipfelnd in der Aussage: ‚Tatsächlich ist Osama Bin Laden ein Produkt der USA.'“

Hätte Mejias das nicht auch herausfinden können? Ich glaube, er weiß es, aber für ihn IST das moderat. Warum der Name „Cordoba“? Die „Welt“ (3): „Schon der Name weckt Misstrauen. Im andalusischen Cordoba lebten nach der Eroberung durch die Mauren im Jahr 711 Muslime, Christen und Juden zumeist friedlich zusammen, argumentieren die Initiatoren. Aber Cordoba ist zugleich Symbol für die muslimische Expansion weit ins Abendland hinein. Erst im 13. Jahrhundert wurde die Stadt im Rahmen der christlichen Reconquista zurückerobert.“ – Bis dahin lebten dort vielleicht auch Christen, die aber von den Mohammedanisten als Untermenschen behandelt wurden. Die alles ist bekannt, auch Herrn Mejias. T.)

Für die anderen ist der Fall beispielhaft als Test uramerikanischer Werte. Bürgermeister Bloomberg geht es um die Toleranz und Offenheit seiner Stadt und der Nation. Freie Meinungsäußerung und die freie, von keiner Staatsbehörde zu regulierende Ausübung der Religion missverstehen er und seine Gesinnungsgenossen nicht als Zugeständnisse, zu denen sich der Staat wohl oder übel durchzuringen hat. Es sind für ihn die besten, ja die unverzichtbaren Mittel, die Fundamente der Nation zu stärken. Bloomberg ist zwar Republikaner, aber mehr noch New Yorker und als solcher mit der Vielfalt ethnischer und religiöser Ausdrucksformen vertraut. Weit davon entfernt, sie als Bedrohung zu begreifen, preist er sie als natürliche Ingredienzien des Ortes, gleichsam als seine Identitätszeichen und weiß sich da im Einklang mit der Mehrheit seiner städtischen Mitbürger, wenn auch beileibe nicht mit der Mehrheit seiner Landsleute.

(Mit allen anderen mag das gehen, mit Mohammedanisten geht es nicht. T.)

Ground Zero freilich gehört nicht allein den New Yorkern. Die Baustelle, um die sich ein touristischer Betrieb entwickelt hat, der wenig sakralen Charakter trägt, bleibt, aus der amerikanischen Ferne betrachtet, ein nationaler Schicksalsort, der vor Verweltlichung zu bewahren ist. Die örtliche Realität hat es deshalb schwer gegenüber der patriotisch aufblühenden, von keinen T-Shirt-Händlern und Stripperinnen verunreinigten Phantasie.

(Wie gut für Sie, dass es da den EINEN Stripclub gibt, nicht wahr Herr Mejias? T.)

Ob es klug für Muslime ist, im Umkreis von Ground Zero den Halbmond aufgehen zu lassen, steht auf einem anderen Blatt. Wenn es ihnen auch wie Juden oder Christen nicht verwehrt werden kann, sich dort zu versammeln und ihre religiösen Riten auszuüben, wollen viele Amerikaner ein derart absolutes Pochen auf verbriefte Rechte als aggressiven Machtanspruch und als Demonstration von Uneinsichtigkeit und Unsensibilität deuten. Amerikas Muslime wiederum weisen darauf hin, dass an jenem 11. September auch muslimische Opfer zu beklagen waren, und sehen keinen Grund, den Islam zu verstecken, wo islamistische Terroristen wüteten.

(Ob da auch Mohammedanisten gestorben sind ist völlig irrelevant. Die meisten Opfer von mohammedanistischen Terroranschlägen sind Mohammedanisten. Es geht darum, dass die Orks eine Triumph- und Siegesmoschee nach dem Beispiel der Hagia Sophia und Hunderttausenden anderen am liebsten AUF diesem Platz errichten wollen oder doch so nah wie möglich dran. So parasitisch gehen sie stets vor.T.)

In ihrem Kern wirft die Kontroverse jedoch die altbekannten Fragen auf, ob Muslime sich in einer westlich geprägten Gesellschaft zurechtfinden können und wollen und wie diese es schaffen kann, sie aufzunehmen und von ihren Werten zu überzeugen. Hoffnung, Resignation und Bereitschaft zum Gefecht kommen einander in die Quere. Die Kampflinien, die dabei hervortreten, sind in Europa und in Amerika die gleichen, ob im Streit um Burka und Kopftuch oder um den Bau von Minaretten. Und dann brechen Kämpfe auch an unerwarteter Stelle los.

(Das ist doch nicht zu fassen: Erst müssen WIR angeblich diese Schmarotzer aufnehmen, und dann müssen WIR sie auch noch von unseren Werten überzeugen. Unerwartet übrigens sind allein mal wieder die maßlose Arroganz, Brutalität und der Zynismus der Mohammedanisten. T.)

Soeben erst hat sich die Anti-Defamation League (ADL) – eine der einflussreichsten jüdischen Organisationen, die in der Vergangenheit oft vor antiislamischen Bestrebungen gewarnt hatte – gegen die muslimischen Baupläne ausgesprochen. Abraham H. Foxman, Direktor der ADL, riet den Muslimen, nach einem anderen Bauplatz zu suchen, mindestens eine Meile von Ground Zero entfernt. Wie Überlebende des Holocausts, erklärte Foxman, müsse es auch den Angehörigen der Opfer des 11. September in ihrer Seelenqual erlaubt sein, Positionen zu vertreten, die sonst als irrational oder bigott zu bezeichnen wären. Sie solle sich schämen, rief der ADL daraufhin Rabbi Irwin Kula zu, der Präsident des National Jewish Center for Learning und Leadership. Gemäßigte Muslime sollten unterstützt, nicht mit Misstrauen behandelt werden.

(Es gibt keine gemäßigten Mohammedanisten. Es gibt nur bessere und schlechtere Lügner unter ihnen. T.)

Bloomberg lässt sich derweil nicht beirren, an eine Demokratie zu glauben, die robust genug ist, eine Moschee auch im Schatten von Ground Zero zu verkraften. Wo Synagogen und Kirchen erlaubt sind, sollte auch ein muslimisches Gotteshaus nicht verboten werden.

(So ein Schwachsinn! Waren es denn christliche oder jüdische Terroristen, die den Massenmord verübten? Überhaupt „Moschee“… eben grade behauptete der kecke Jordan doch noch, es ginge gar nicht um eine Moschee. T.)

Diesen Dienstag könnte die Landmarks Commission – die letzte städtische Behörde, die noch eine Entscheidung fällen muss – ihre Zustimmung geben. Damit dürfte die Debatte dennoch nicht an ihr Ende gelangt sein. Wer von der Entweihung eines „heiligen Ortes“ spricht, beugt sich Beschlüssen von Bürokraten kaum. In der Blogosphäre wird der Streit weiter toben, wie seit Monaten schon. Da schürt „Ruthfully Yours“ die Angst vor dem Cordoba House als „künftigem Treffpunkt von Terroristen“, wohingegen „WorldNetDaily“ versichert: „Gute Idee! Vielleicht werden Terroristen die Gegend nicht so schnell bombardieren, wenn dort eine Moschee steht.“

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Was für ein toller Scherz zum Ende des Artikels. Mejias hat offenbar nicht nur alle moralischen Maßstäbe verloren, er ist auch ein schlechter Schriftsteller.

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Time am 2. August 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/07/21/offen-daruber-reden/
2) http://www.pi-news.net/2010/06/der-imam-von-ground-zero/
http://www.pi-news.net/2010/07/konservative-hetzer/
3) http://www.welt.de/politik/ausland/article7719901/New-Yorks-Monster-Moschee-am-Ground-Zero.html

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PS, heutige FAZ:

Paris will bei schweren Straftaten Staatsangehörigkeit aberkennen
Innenminister: Auch bei Beschneidung von Mädchen

Frankreichs Innenminister Brice Hortefeux hat angekündigt, mehr Möglichkeiten zur Aberkennung der Staatsangehörigkeit seines Landes zu schaffen als bisher geplant. In Fällen „der Beschneidung von Mädchen, bei Menschenhandel und bei schweren Straftaten“ sollten die Behörden das Recht erhalten, die Verwirkung der Staatsangehörigkeit zu verkünden, sagte Hortefeux der Zeitung „Le Parisien“. Schon im Juni hatte Hortefeux eine Gesetzesänderung angekündigt, die es erlauben soll, gegen „gelebte Polygamie“ vorzugehen; Anlass war der Fall des Frankoalgeriers Lies Hebbadj, der im Verdacht steht, über drei Lebensgefährtinnen und gemeinsame Kinder Sozialleistungen erschlichen zu haben. Seine Absicht, in Fällen von Vielweiberei die Aberkennung der Staatsangehörigkeit zu ermöglichen, bekräftigte der Innenminister nun neuerlich. Das Parlament soll sich Anfang September mit den Vorschlägen befassen; bislang kann einem Franzosen die Staatsangehörigkeit etwa wegen Terrorismus oder eines „Angriffs auf die fundamentalen Interessen der Nation“ aberkannt werden.

Hortefeux lobte zudem Äußerungen von Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der am Freitagabend in Grenoble gesagt hatte, dass es möglich sein müsse, die französische Staatsangehörigkeit „jeder Person ausländischer Herkunft zu entziehen, die einen Angriff auf das Leben eines Polizisten, eines Gendarmen oder eines anderen Vertreters der Staatsgewalt unternommen hat“. Minderjährige Straftäter sollten die französische Staatsangehörigkeit nicht mehr ohne weiteres im Moment der Volljährigkeit erwerben, sagte der Präsident bei der Amtseinführung des neuen Präfekten des Départements Isère. In Grenoble, wo die Präfektur von Isère ihren Sitz hat, war es vor zwei Wochen zu schweren Ausschreitungen gekommen, nachdem Polizisten – laut einer Untersuchung der Gendarmerie in Selbstverteidigung – einen jungen Mann erschossen hatten, der verdächtig war, ein Spielcasino ausgeraubt zu haben. Der Beauftragte der Präsidentenpartei UMP für Sicherheitspolitik, Eric Ciotti, kündigte unterdessen in einem Interview Haftstrafen von bis zu zwei Jahren für Eltern an, deren straffällige Kinder gegen Verbote und Auflagen verstießen.

Wie man sie erkennt

12. April 2010

Der in Europa sehr als MoMo geschätzte Jihad-Mastermind Tariq Rammeltag durfte in den vergangenen sechs Jahren nicht in die USA einreisen. Dies wurde im Januar dieses Jahres auf Betreiben von US-Außenministerin Hillary Clinton geändert. Fünf Tage lang hielt er Vorträge. Jordan Mejias berichtete in der heutigen FAZ aus New York.

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Was will der Gast uns damit nicht sagen

Hillary Clinton hat entschieden, dass der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan wieder in die Vereinigten Staaten einreisen darf. In New York redet er, wie man ihn kennt.

Zwei Stunden lang wurde er nach seiner Ankunft auf dem Newark Liberty International Airport abwechselnd von drei Beamten der Einreisebehörde verhört. Dabei hatte keine Geringere als Außenministerin Hillary Clinton schon im Januar dafür gesorgt, dass Tariq Ramadan, der Islamwissenschaftler mit dem Schweizer Pass, fortan ungehindert in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen sollte.

Vor sechs Jahren war Ramadan das amerikanische Visum entzogen worden, als er bereits die Koffer gepackt hatte, um an der katholischen University of Notre Dame im Bundesstaat Indiana eine Professur für Religion, Konflikt- und Friedensforschung anzutreten. Zur Begründung wurde damals der unter der Regierung Bush verabschiedete Patriot Act angeführt, nach dem Ausländern, die terroristische Handlungen billigen oder unterstützen, die Einreise verwehrt werden kann. Später hieß es, Ramadan sei wegen einiger Spenden über insgesamt dreizehnhundert Dollar, die er einer Schweizer Hilfsorganisation mit Verbindungen zur palästinensischen Hamas zukommen ließ, in Amerika unerwünscht. Der gemeinnützige Verein wurde im Nachhinein vom amerikanischen Finanzministerium als terroristisch eingestuft.

Die American Civil Liberties Union zog daraufhin im Namen von Ramadan, der American Association of University Professors, der American Academy of Religion und des PEN American Center vor Gericht. In erster Instanz wurde ihre Klage abgewiesen, in der Berufung bekamen Ramadan und seine Fürsprecher recht. Das war im Juli des vergangenen Jahres. Aber erst das Machtwort der Außenministerin brachte die Wende. Für die Einreisebehörde war die jahrelange Vorgeschichte allerdings Grund genug, den Professor, der nun in Oxford lehrt, seit vergangenem Jahr als Lehrstuhlinhaber für zeitgenössische islamische Studien, noch einmal gründlich zu befragen: wohin er im Land reisen, wen er treffen und was er besprechen wolle.

Einen Tag später stehen Hunderte von New Yorkern vor dem Eingang zur Cooper Union Schlange, um nach dem Durchlaufen von drei Sicherheitsschleusen Ramadan in der bis auf den letzten Platz gefüllten Great Hall der Hochschule sprechen zu hören. Sein Thema: „Säkularismus, Islam und Demokratie: Muslime in Europa und im Westen“. Neben ihm auf dem Podium sitzen Dalia Mogahed, Direktorin des Gallup Center for Muslim Studies, Joan Wallach Scott, Sozialwissenschaftlerin am Institute for Advanced Study in Princeton, und George Packer, Journalist, Dramatiker und Redaktionsmitglied des „New Yorker“. In einer neunseitigen Vorauskritik, die im Zuschauerraum verteilt wird, greift eine Vertreterin der Green Party die Zusammensetzung des Podiums und darüber hinaus die vermeintliche Weigerung der amerikanischen Linken, die „schändliche Natur des radikalen Islam“ zu verurteilen, heftig an. Aber das Podium verhält sich weniger homogen als erwartet. Unter der Leitung von Jacob Weisberg, der sich sonst in der Internetzeitschrift „Slate“ zu Wort meldet, findet mehr als ein gepflegter Meinungsaustausch unter Gleichgesinnten statt.

Ramadan selbst ist die Besonnenheit in Person. Er gefällt sich abermals in der Rolle des Vermittlers, der Muslimen zutraut, im Westen einen eigenen Weg zwischen Assimilation und Isolation zu finden, und für den muslimische und westliche Werte nicht unvereinbar sind. Träfe ihn da einer zum ersten Mal an, käme er nie auf die Idee, auch nur einen Hauch von islamistischer Radikalität in seiner Gegenwart zu verspüren. In einer kurzen Zusammenfassung seiner Positionen malt Ramadan allerdings hauptsächlich unanstößige Wünschbarkeiten aus.

Wer könnte etwas gegen Muslime in Deutschland oder in der Schweiz einwenden, die sich in diesen Ländern zu Hause fühlen wollten, die ihnen Loyalität entgegenbrächten und ihre Sprache sprächen? Wer etwas gegen mehr Wissen voneinander, mehr Dialog auch mit uns selbst? Ramadan entwirft das Ideal von westlichen Muslimen, die voller Demut die sie umgebenden Errungenschaften des Westens aufnehmen, und von säkularen Gesellschaften, die voller Respekt den Beitrag ihrer muslimischen Landsleute einbeziehen. Er prangert den Rassismus unter Muslimen ebenso an wie die amerikanische Politik im Nahen Osten. Zumindest bedenkenswert, wenngleich sie nicht weiter vertieft wurde, bleibt seine Theorie von den multiplen Identitäten, die es zum Beispiel einem muslimischen Deutschen ersparten, sich zwischen seiner Religion und seinem Land zu entscheiden.

Bevor aber das New Yorker Gespräch in Wohlfühlrhetorik versinkt, bringt Packer ein bisschen Leben in die Wiedersehensparty. Er ist nicht so schnell wie die Professorin aus Princeton bereit, muslimische Defekte mit Mängeln des Westens aufzuwiegen. Packer scheut sich nicht, den Gast mit den zwei beliebtesten Vorwürfen seiner Kritiker zu konfrontieren: Er sei doppelzüngig, und er drücke sich um Antworten auf schwierige Fragen herum. Den ersten Vorwurf entkräftet Packer selbst, mit dem zweiten aber bringt er Ramadan in die Klemme. Denn was ihn Packer dann auch fragt, ob es sich um Ramadans Einschätzung seines Großvaters handelt, der einst den mit den Nationalsozialisten kollaborierenden Mufti von Jerusalem beriet, oder um den dänischen Karikaturenstreit, immer erhält er genau jene Antworten, die in ihrem virtuosen Nuancenreichtum alle Grenzen zwischen Verweigerung, Spitzfindigkeit und notwendiger Differenzierung verwischen.

Und so geht es auch weiter bei den wenigen Publikumsfragen, für die noch Zeit ist. Ramadan will als Muslim die Homosexualität nicht verurteilen, sondern behilft sich mit einer Formel, wie sie ähnlich in der christlichen Theologie gebräuchlich ist: Ich bin nicht einverstanden mit dem, was du tust, aber ich respektiere, wer du bist. Er verabscheut die Steinigung von Frauen, will aber die von der Scharia vorgesehene Strafe nicht verurteilen und ruft statt dessen zu einem Moratorium auf, weil, wie er erklärt, Kritik von außen nichts nütze und jeder Sinneswandel von innen zu erfolgen hätte. Könnte er in muslimischen Ländern sagen, was er New Yorkern erzählt? In sechs islamischen Nationen sei er Persona non grata, antwortet er, um gleich darauf wieder Missstände des Westens aufzuzählen. Seinen Fans, die in ihm ein leuchtendes Beispiel interkultureller Toleranz erkennen, macht er es damit so leicht wie seinen Gegnern, die sicher meinen, nur wieder einen Auftritt des Wolfs im Schafspelz miterlebt zu haben.

Fünf Tage hält sich Ramadan in den Vereinigten Staaten auf. Nach New York macht er Station in Chicago, Detroit und Washington. Und an eine Rückkehr nach Amerika denkt er auch schon, selbst wenn ihm das Verhör vor der Einreise auch das nächste Mal nicht erspart bleiben sollte. So oder so wäre sein Kommen und Gehen ein notwendiger, hoffentlich bald selbstverständlicher Triumph der Meinungsfreiheit.

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Seltsam, seltsam. Wieso ist Rammeltags „Kommen und Gehen ein notwendiger, hoffentlich bald selbstverständlicher Triumph der Meinungsfreiheit“? Kann die denn nicht triumphieren, ohne dass der Vertreter einer Gewaltideologie seinen ideologischen Müll bei uns ablassen darf? Ist es denn zur Anerkennung einer wissenschaftlichen Theorie etwa notwendig, als Ausgleich dafür in Schlangen beim Schamanen anzustehen? Tariq Rammeltag ist Sympathisant einer globalen Mörderbande, die die bestehende Ordnung stürzen und durch eine andere, eine unfreie ersetzen will, er gehört zur „Unterstützerszene“ und sollte dafür belangt werden. Wenn ein Neonazi den Holocaust leugnet, wird das doch auch weder vom Feuilleton der FAZ noch sonstwo als Triumph der Meinungsfreiheit gewertet.

„Wir Propheten des liberalen Islam sind alte Wandervögel mit Sangesgut im Gepäck: Ein Liedchen, das gefällt und nützt, trug Tariq Ramadan in New York vor“, textet Mejias neckisch zum obenstehenden Foto. Der ironische Ton, der seinen Artikel durchzieht, und der Abstand zu Rammeltag ausdrücken soll, kann nicht kaschieren, dass er Rammeltags Rolle im globalen Jihad, welcher niemandem nützt, nicht begriffen hat.

Der kleine Tariq, der sein verschlagenes (und verachtungsvolles) Grinsen einfach nicht in den Griff bekommt, bastelt nicht an einem „liberalen Islam“, und er ist kein MoMo (den gibt es, wie u.a. Ali Sina ausgeführt hat, gar nicht- 1), denn sein Publikum sind keine Orks sondern einzig und allein Westler. Den Uninformierten, den Ängstlichen und den Phlegmatischen unter ihnen (und das sind leider die meisten) will er den Fieslahm schönreden. Er will sie davon ablenken, die Wahrheit über den Kloran herauszufinden. Er will sie in Sicherheit wiegen.

Ramadan redet über Mohammedanisten, „die sich in diesen Ländern zu Hause fühlen wollten, die ihnen Loyalität entgegenbrächten und ihre Sprache sprächen… die voller Demut die sie umgebenden Errungenschaften des Westens aufnehmen“, so als ob irgendjemand bei uns damit ein Problem hätte. Das Problem besteht aber doch vielmehr darin, dass die Orks im allgemeinen eben nicht demütig und loyal sind, geschweige denn bereit wären, die westlichen Sprachen zu lernen. Er selbst ist ja undankbar, voller Unverständnis und Ablehnung dem Westen gegenüber: „Er prangert… die amerikanische Politik im Nahen Osten“ an, und hat also nicht begriffen, dass Israel die einzige freie Gesellschaft dort ist. Er versteht nicht, dass die Politik der USA in der Verteidigung ihrer eigenen Freiheit, der Verteidigung des Westens und der Verteidigung der persönlichen Freiheit Rammeltags selbst besteht. Er hat offenbar mehr Sympathie für die mohammedanistischen Diktaturen und Terrorregimes dort. Seine „Theorie von den multiplen Identitäten“, die Mejias so fasziniert, möchte erreichen, dass der Westen akzeptiert, dass Orks nach der Scharia leben „müssen“, auch im Westen: „Einem muslimischen Deutschen“ soll „erspart“ werden, „sich zwischen seiner Religion und seinem Land zu entscheiden“ zu müssen. Da bei uns ja im Grunde jeder machen kann, was er will, solange er sich an die Gesetze hält, kann Tariqs Zauberspruch ja nur bedeuten, entweder diese Gesetze zu ändern oder in einer Parallelwelt in einer anderen Identität zu leben. Super Theorie!

Herr Mejias erkennt wohl die Raffinesse des Demagogen: „Denn was ihn Packer dann auch fragt,… immer erhält er genau jene Antworten, die in ihrem virtuosen Nuancenreichtum alle Grenzen zwischen Verweigerung, Spitzfindigkeit und notwendiger Differenzierung verwischen“, und ihm fällt auch dessen notorische Ablehnung des Westens auf („… um gleich darauf wieder Missstände des Westens aufzuzählen“), die Tariqs eigentliche Agenda ist, er mag sich aber nicht zwischen „seinen Fans, die in ihm ein leuchtendes Beispiel interkultureller Toleranz erkennen“ und „seinen Gegnern, die sicher meinen, nur wieder einen Auftritt des Wolfs im Schafspelz miterlebt zu haben“ entscheiden. Er wird sich dann wohl später dem Sieger an die Brust werfen, der schlaue Jordan. Immerhin gehört er auch nicht zu den völlig kritiklosen Verehrern, die offenbar in Scharen hohe Eintrittsgelder latzen, um sich von diesem Männchen Sand in die Augen streuen zu lassen.

An dem Rammeltagschen „Ja, aber…“ kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit unsere Gegner erkennen. „Ja, aber Vietnam…“, „Ja, aber Israel…“, und dann folgen zigmal mehr Bemühungen, unseren Freund, das freie Israel, in den Dreck zu ziehen, als vorher für die Analyse des mörderischen Mohammedanismus aufgewendet wurde. Was man nie hören wird, ist ein klares Bekenntnis zum Westen und zu seinen geistigen Grundlagen. Aber dass unsere Handies gut sind, das wissen wir doch, dazu braucht es keinen Rammeltag.

Lesen Sie im Folgenden einige Textstellen aus einem Aufsatz des dänischen Psychologen Nicolai Sennels, den LIZ von „Die grüne Pest“ (2) für „EuropeNews“ übersetzt hat (3). Vergleichen Sie vielleicht Sennels enthusiastische Schilderung des Westens und die seiner Motivation zum Counterjihad mit dem, was Sie über Rammeltag gelesen haben. Sie werden in letzterem  unschwer einen Orkagenten erkennen, der hinter den Linien operiert und das Burgtor öffnen soll.

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Islamkritik: Liebe ist die Motivation

(…) wir verkünden nicht nur etwas, was man als „gegen“ betrachten könnte. Wir sind motiviert, zuerst und zuvorderst zu sagen „für“! Wir sind für unser Land, unsere Werte unsere Kultur. Für unsere Liebe zur Demokratie, für die viele mutige Menschen gekämpft haben – durch die ganze Geschichte hindurch – gegen brutale Tyrannen, inhumane Glaubensbekenntnisse und korrupte, politische Systeme. Unsere Liebe zu Frauen und unsere Hoffnungen, dass ihr Recht auf Freiheit geschützt bleibt, um uns alle und unsere Welt mit den wunderschönen Eigenschaften, die nur Frauen so perfekt ausdrücken können, zu bereichern. Wir sind für die Liebe, für die Art von Freiheit, die nur in Kulturen existieren kann, in denen Selbstverantwortung und Philanthropie vorherrschen…

Wir dürfen nicht vergessen, dass Muslime – eingeschlossen einer sehr großen Menge jener, die in der Realität nicht gläubig sind – die ersten Opfer des Islams sind. Die große Mehrheit der muslimischen Frauen lebt ohne die grundsätzlichen Menschenrechte, wie das Recht ihre eigene Kleidung auszuwählen, Bildung, Arbeit, Freunde, Lifestyle und mit wem sie Sex haben wollen. Auf den ersten Blick haben es die Männer leichter, aber auch für sie müssen wir versuchen Mitleid aufzubringen. Die Männer werden von ihren Bezugspersonen erzogen unter einem kulturellen Einfluss, in derselben Art und Weise zu handeln und viele negative Dinge zu tun; es wird von ihnen erwartet, die Freiheit ihrer Frauen, Schwestern und Töchter zu begrenzen, aggressiv gegenüber Kritik zu reagieren, und sich feindlich gegenüber nicht-Muslimen zu verhalten. Im weiteren Sinne der Verhaltensforschung kann man das nur als kindisch ansehen. Wenn man Frauen unterdrückt, wenn man Ärger ausdrückt und sich von anderen Menschen distanziert, dann erfüllt man seine Gedanken und sein Leben mit einer Menge an unangenehmen Eindrücken und Gewohnheiten. Männlicher Chauvinismus, Wut und Fanatismus sind keine Beispiele eines Verhaltens, das einen Weg zum Glück verheißen würde, ganz im Gegenteil. Schließlich sind beide Geschlechter gefangen in einer Kultur, in der jämmerliche, chauvinistische Ansichten den Frauen aufgezwungen werden, um Paare daran zu hindern, die Freuden einer bereichernden Liebe und Sexualität zu erfahren, die nur dann entstehen kann, wenn Männer und Frauen gleichberechtigt sind, indem man sich gegenseitig respektiert und öffnet, ohne Angst vor einer Verurteilung zu haben. Diese Liebe, die beides ist, erfüllend und gleichberechtigt, ist die Basis und das Resultat menschlicher Reife, und egal ob Frauen oder Männer von welcher Rasse oder Religion auch immer, wissen, was sie vermissen oder nicht, es ist ein wesentlicher Zug in ihrer psychologischen und sexuellen Entwicklung, wenn sie von dem getrennt werden, was man nur als wahre Liebe bezeichnen kann…

Die aggressive, abgrenzende Haltung gegenüber nicht-Muslimen, sowohl in muslimischen Ländern, als auch in den muslimischen Gebieten unserer Länder, wächst zu einem großen Problem heran. Ein bekannter muslimischer Geistlicher muss nur ein muslimisches Gebiet zu einem unabhängigen, muslimischen Territorium erklären, und schon beginnt das, was wir alle fürchten. Die islamische Expansionstradition, in der man Gebiete zu „muslimischen“ erklärt (mit Scharia Gerichten, Religionspolizei und Gruppen von älteren Männern als trias politica (horizontale Gewaltenteilung) ist die Quelle vieler tödlicher Konflikte in der ganzen Welt seit der Zeit des Propheten Mohammed bis jetzt.

Kein Staat kann eine solch aggressive Bewegung gegen seine eigene Obrigkeit tolerieren, ohne dies als schädlich für sein gesamtes soziales Gefüge zu betrachten. Gegen mit Waffen ausgestattete, grausame, kriminelle Muslime und extremistische Islamisten, wird es für keinen Staat eine einfache Aufgabe sein, die Macht in solchen Teilen des Landes zurückzuerobern. Die gewalttätigen Massen und ihre anti-demokratischen, religiösen Führer werden sich nicht selbst ergeben und ihre Waffen freiwillig an nicht-islamische Autoritäten abgeben. Unglücklicherweise ist es klar, dass unsere Gesellschaften immer enger zusammenrücken gegenüber solchen gewalttätigen täglichen Konflikte. Schon jetzt gehen die wirtschaftlichen Kosten der erfolglosen, muslimischen Integration und des anti-sozialen Verhaltens in die Milliarden – monatlich. Unsere Kinder, die Kranken und die Alten, an unseren Schulen, Krankenhäusern, Institutionen usw. leiden entsprechend…

Die schlimmste Sache die passieren kann ist, dass wir mitten in unseren Frustrationen und berechtigten Anliegen, den Wunsch nach Zufriedenheit und Freiheit von Leid für alle verlieren. Mitten in unserem Kampf gegen ein Fortschreiten des Islams, gegen das anti-soziale Verhalten der Muslime und die Political Correctness, die dem ganzen Desaster den Weg bereitet, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir letztlich „für“ etwas arbeiten. Das wir für eine Welt kämpfen in der Freiheit, Frieden und Frauen aufblühen, ohne dass sie Schutz benötigen…

Man kann die politischen und religiösen Systeme hassen, aber wenn es um Menschen geht, kann man nicht denjenigen mehr Leid wünschen, die ohnehin schon dabei sind ihr eigenes Leben zu zerstören durch ihren Fanatismus, Stolz und ihre Aggression. Ihre destruktiven Aktionen sind eher ein Produkt von Gehirnwäsche und selbst zugefügtem Schmerz als Boshaftigkeit. Man muss diesen Menschen wünschen, dass sie glücklicher und freier leben können; dass sie ein Leben leben können, in dem sie ihr volles Potential entfalten können, frei von eigenen negativen Tendenzen; wo sie lieben können, sowie Kritik tolerieren und jede freien Mann und jede freie Frau. Man kann wünschen, dass sie eine menschliche Reife und ein Übermaß erzielen, so dass sie, anstatt sich selbst und andere zu verletzen, anfangen können, sich dem Glück zu öffnen, das unsere friedliche, verantwortliche und humanistische Kultur anbietet. Menschen, die unter dem Islam leben, werden niemals in der Lage sein, emotionale Reife und menschliche Größe zu erreichen, die so viele erreicht haben auf der Basis unserer freiheitlichen, westlichen Gesellschaften.

(…) Man muss nur die beiden Quellen studieren, um diese Probleme zu erkennen: Die zahllosen Aufrufe zu Mord, Krieg und anderen barbarischen Dingen zu denen der Koran aufruft, und die Statistik, die die muslimische Kriminalität aufzeigt, die sich in rechtlosen Parallelgesellschaften ansammelt und nicht-islamische Obrigkeiten angreift, sind ausreichende Belege dafür. (…)

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Time am 12. April 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/17/orks-sind-terroristen-oder-unwissend/
2) http://die-gruene-pest.com/
3) http://europenews.dk/de/node/31157

weitere Aufsätze von Nicolai Sennels:
http://europenews.dk/de/node/20845
http://europenews.dk/de/node/21875
http://europenews.dk/de/node/28592

 

Ban the Taliban

6. März 2010

Vorgestern unternahm Jordan Mejias in der FAZ die Sichtung diverser amerikanischer Zeitungen zum Thema Taliban und mohammedanistischer Terrorismus. Über die Stärke unserer Feinde herrscht keine Einigkeit und über die Wahl der Mittel natürlich auch nicht. Allerdings scheinen die Ansichten, dass man weder mit Verhandlungen etwas erreichen kann, noch dass es unsere Aufgabe bzw. uns möglich sei, den Orks demokratische Wohlfahrtsstaaten hinzuzaubern, in Amerika weiter verbreitet zu sein als in Deutschland.

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Zum Tee bei den Taliban

Geschichten, die nie erzählt wurden:
Schlappe für Bin Ladin, Konditionsschub für die Demokratie

Allein die Schlagzeile der Titelgeschichte wäre angetan, Samuel P. Huntington noch im Jenseits einen Schock zu versetzen. „Wie Bin Ladin den Kampf der Kulturen verlor“, versucht uns Fareed Zakaria in „Newsweek“ zu erklären, und zwar in einer untold story, naturgemäß einem Stück voller Enthüllungen und Überraschungen. Denn Zakarias Geschichte, die so noch niemand erzählt hat und die hier erstmals zu lesen ist, handelt vom Triumph der gemäßigten Muslime. Sie hätten einen Krieg gegen die Extremisten geführt und gewonnen. Angesichts der weiterhin erregten Debatte, wie zumindest Europa sie über den Islam und den Islamismus führt, dürfte diese an sich sehr gute Nachricht nicht ohne laute Rufe nach Belegen aufgenommen werden.

Zakarias glaubt, sie liefern zu können. Wenn er das Terrain des „Krieges gegen den Terror“ überblickt, sieht er einen dramatischen Wandel. Nicht länger bestehe die Gefahr, dass ein wichtiges Land der dschihadistischen Ideologie unterliege. Von Dubai bis Amman und Kairo hätten in den meisten muslimischen Nationen Mainstream-Herrscher ihre Regime und Gesellschaften stabilisiert und Extremisten in die Isolation getrieben. Daraus seien noch keine Demokratie à la Jefferson und kein Liberalismus hervorgegangen, aber moderne, einigermaßen säkulare Kräfte hätten jetzt klar die Oberhand gewonnen und würden in der muslimischen Welt weithin unterstützt. Es sei ein Trend, der von Umfragen, Wahlen und tiefgreifenden Studien bestätigt werde. Worüber wir uns nun Sorgen machen müssten, sei keine politische Bewegung mehr, sondern eine Handvoll Fanatiker, die sich über den ganzen Globus verteilten. Gegen diesen konkreten Feind sei zu kämpfen, nicht gegen den in unserer Vorstellung.

Im bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, in Indonesien, so Zakaria, sei der Dschihadismus am erfolgreichsten bekämpft worden. Aber auch im Irak, wo Al Qaida zunächst militärisch Erfolge erzielte, habe die Organisation durch ihre Brutalität politisch an Halt verloren. Der Forderung westlicher Kommentatoren, gemäßigte Muslime sollten sich gegen Dschihadisten und Selbstmordattentäter aussprechen, seien viele von ihnen durchaus nachgekommen, so etwa einer der prominentesten Mentoren Bin Ladins, der Großmufti von Saudi-Arabien, Führungspersönlichkeiten der ägyptischen Al-Azhar-Universität und der indischen Darul-Uloom-Bewegung, ja sogar einer der Cheftheoretiker von Al Qaida. Vor allem aber hat Zakaria beeindruckt, dass auch Familienangehörige von militanten Extremisten deren Taten zu verurteilen begannen und die Bevölkerung in den meisten muslimischen Ländern, ob in Jordanien, Pakistan, Indonesien oder Bangladesch, überwiegend jede Gewalt im Namen des Islams verurteilt.

Deswegen ist Zakaria nicht der Ansicht, der Islam habe an religiöser Kraft verloren oder sei im Begriff, sich zu reformieren. Das könnte noch Jahrzehnte dauern. Aber die Schlacht gegen den Dschihadismus sei besser und schneller verlaufen, als wir es uns je erträumt hätten. Auf seiner Landkarte des Erfolgs unterschlägt Zakaria nicht die Ausnahmen: Afghanistan, Pakistan, Jemen.

Es wird ihn darum nicht verwundern, wenn in der gleichen Ausgabe von „Newsweek“ Ron Moreau und Sami Yousafzai behaupten, der Versuch der amerikanischen Regierung, Afghanistan mit Geld und Jobs zu befrieden, sei zum Scheitern verurteilt. Rache leite nunmehr die Taliban, Rache für gefallene Kampfgenossen und Familienmitglieder, die von Koalitionstruppen getötet oder erniedrigt wurden. Geld sei dagegen wertlos.

Und für sinnlos aus historischen Gründen hält es Michael Rubin vom konservativen American Enterprise Institute, mit den Taliban Tee trinken zu wollen. Clinton hätte es probiert, ohne jedes Ergebnis, und wenn Obama es ihm gleichtue, sei ihm gewiss kein erfreulicheres Los beschieden. Apart wird Rubins Warnung in „Commentary“ allerdings dadurch, dass er Bill Clinton für den Großteil der jetzigen afghanischen Katastrophe verantwortlich macht und George W. Bush gar nicht erst in die Rechnung miteinbezieht.

Während Rubin sich jedes konstruktive Handlungsrezept versagt, hält Doug Bandow, sein politisch Seelenverwandter vom Cato Institute, sich mit Ratschlägen nicht zurück. Al Qaida sei zwar nur noch ein Schatten seiner selbst, schreibt Bandow in „Chronicles“, aber ein Ende des Krieges rücke in immer weitere Ferne. Die Vereinigten Staaten indes hätten die Macht der Taliban gebrochen und damit das Regime, das Al Qaida aufnahm, bestraft. Wäre doch genug gewesen, oder? Bei allem Wohlwollen gegenüber dem afghanischen Volk setze sich das amerikanische Nationalinteresse nicht aus humanitären Gefühlen zusammen. Terroristen zu töten sei nun mal einfacher, als eine Gesellschaft zu erneuern. Es gehöre nicht zu Washingtons Arbeitspensum, Staaten und Nationen aufzubauen, wo es keine gegeben habe.

Solche isolationistischen Tendenzen finden wenig Gegenliebe in „The New York Review of Books“, wo Ahmed Rashid der vorherrschenden Meinung, die Taliban müssten, um mit ihnen verhandeln zu können, erst geschwächt werden, vielleicht allzu träumerisch widerspricht. Solange sie sich stark fühlten, glaubt Rashid, seien sie nämlich eher zu Kompromissen bereit. Ein neuer Ton sei schon zu vernehmen, Anzeichen von Flexibilität gebe es in ihren Verlautbarungen, zum Beispiel in einer Antwort auf eine Rede Obamas. Statt mit Dschihad und islamischem Recht zu drohen, begnügten sie sich damit, als patriotische Kämpfer für die Unabhängigkeit Afghanistans aufzutreten. Rashid plädiert für eine Aussöhnung der afghanischen Regierung und Afghanistans Nachbarn mit den Taliban, unter Mithilfe der Nato und der Vereinten Nationen. Käme es nicht dazu, brauchten die Taliban nur auf den Abzug der Amerikaner zu warten, um dann richtig zuzuschlagen.

Von einem Geheimtreffen, bei dem amerikanische und pakistanische Generäle auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln über Operationen gegen die Taliban und Al Qaida berieten, hat Michael Crowley erfahren. In „The New Republic“ zeichnet er ein vielschichtiges Bild der Probleme, um deren Lösung die beiden Hauptfiguren, Michael Mullen, der Chef der Joint Chiefs of Staff, und Ashfaq Parvez Kayani, der „womöglich mächtigste Mann Pakistans“, sich gemeinsam bemühen. Wie weit die Gemeinsamkeit geht, ist freilich nie ganz auszumachen. Amerikaner fragen sich, ob Kayani und seine Mannen den Kampf ernst nehmen oder all den Milliarden Dollar an amerikanischer Militärhilfe zuliebe nur ein bisschen Kampf vorspielen. Pakistani fragen sich, warum ihr Militär im eigenen Land nach Übeltätern sucht und nicht den Großfeind Indien ins Visier nimmt. So kommt das „ultimative Anti-Terror-Abenteuer“ in Schwung.

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Joseph Croitoru untersuchte in der gestrigen FAZ die aktuelle Ausgabe der Taliban-Illustrierten „Standhalten“ (#48), und er stellte eine seltsame Ambivalenz zwischen Feindschaft und Sympathie Deutschland gegenüber fest. Die Ausführungen unser Feinde zeichnen sich offenbar durch ein hohes Maß an geistiger Verwirrung aus, aber die Fussels geben sich kämpferisch und widersprechen somit der Analyse Fareed Zakarias (s.o.). Der Cartoon unten stammt übrigens von Burkhard Fritsche (Burkh).

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Talib, schlag den Faschismus

Die Propaganda der afghanischen Krieger schwankt zwischen alter
Sympathie für die Deutschen und aktueller Feindschaft.

Den politischen Gegner im eigenen Land unvermittelt als „Nazi“ zu beschimpfen mag in den rhetorischen Schlachten im Westen aus der Mode gekommen sein. Umso mehr Konjunktur haben seit den Anschlägen des 11. September 2001 jetzt PEJORATIVE Begriffe wie „Islamofaschismus“ (Das ist kein herabsetzender sondern ein analytischer Begriff, T.). Etwas in dieser Richtung muss der britische Verteidigungsminister John Hutton im HINTERKOPF gehabt haben, als er Ende 2008 die afghanischen Taliban mit den Nationalsozialisten verglich.

Den Einsatz seiner Soldaten in Afghanistan RECHTFERTIGTE der Brite mit der Erklärung: „Es ist ein Kampf gegen Fanatiker, die vielleicht nicht unsere Grenzen herausfordern, aber unseren Lebensstil, genauso, wie die Nazis es taten.“ Tatsächlich schien Hutton hier in bester britischer Manier ein säkulares Pendant zur sakralisierten Rhetorik des amerikanischen Präsidenten George W. Bush gefunden zu haben, dessen „Kreuzzug“ gegen den islamistischen Terrorismus als Kampfmetapher nun unter seinem Nachfolger Barack Obama obsolet geworden ist. Huttons Nazi-Analogie ist, aus durchaus nachvollziehbaren Gründen, hierzulande zwar kaum auf fruchtbaren Boden gefallen, dafür hat sich aber zusehends umgekehrt die Bezeichnung „Taliban“ für Neo-Nazis etabliert. (Joseph Croitoru scheint Huttons Einschätzung nicht zu teilen, d.h. nach seiner Meinung sind die Taliban nicht mit den Nazis vergleichbar. Warum eigentlich nicht, da sie doch Judenfeinde und Terroristen sind, ihren jeweiligen Führern huldigen und gezeigt haben, dass sie ein extrem grausames Schreckensregime errichten, wenn man sie läßt? T.)

Im arabischsprachigen Kulturraum haben Nazi-Vergleiche eine lange Tradition. Nur allzu gerne geißelt man den Zionismus oder den Westen als faschistisch, um sich als deren Opfer darzustellen. Die einstige Kooperation faschistisch angehauchter oder auch – wie im Falle der ägyptischen Muslimbrüder – islamistischer Kräfte in der arabischen Welt mit den Nationalsozialisten wird dabei naturgemäß unter den Tisch gekehrt (Die Hamas-Schergen grüßen aber ganz offen mit dem Hitlergruß, und meine arabischen Bekannten haben sich stets und ausnahmslos offen positiv über Hitler geäußert. T). Dass die Präsenz deutscher Soldaten am Hindukusch einen Transfer dieser Analogien dorthin bewirken würde, war eigentlich vorauszusehen. Dass sie in die Propaganda der Taliban erst jetzt Eingang finden, ist eher verwunderlich. (Das ist vielleicht allein auf deren Dämlichkeit zurückzuführen: Sie benutzen „Nazi“ nur als Schimpfwort, weil sie anders als die Pallies keine Ahnung vom Nationalsozialismus haben und nicht wissen, dass er ihren kühnsten Träumen vorgegriffen hat. T.)

Die jüngste, insgesamt fünfundvierzigste Ausgabe ihrer arabischen Monatsschrift „Al Somood“ (Standhalten) enthält einen Beitrag mit einem etwas befremdlich wirkenden Titel: „Der deutsche Militarismus in Afghanistan stellt auch eine Bedrohung für Europa und die ganze Welt dar.“ Erst der Untertitel verweist auf die globale Perspektive, aus der die islamistischen Propagandisten die Präsenz deutscher Soldaten in ihrem Land deuten: „Die faschistischen Vereinigten Staaten wollen, noch bevor sie selbst auf dem Misthaufen der Geschichte landen, die Welt in Schutt und Asche legen.“ In dem Artikel entwickeln die Autoren ihre eigene Version von der Genese der gegenwärtigen deutsch-amerikanischen Beziehungen. Die Amerikaner, die eigentlichen Faschisten, hätten zwar das Dritte Reich militärisch bekämpft, doch nur, um die deutsche Industrie zu zerstören und sie anschließend unter eigener Ägide wieder aufzubauen.

Und zu diesem Zweck habe Washington die Ölvorkommen Arabiens ausgebeutet. Mit Hilfe des deutschen Militarismus, so die These, beabsichtigten die Vereinigten Staaten nun, ihren Griff auf Europa zu festigen: Das ZEITALTER des FASCHISMUS drohe dort zurückzukehren.

In Afghanistan ließen sich jetzt schon die ersten Anzeichen seiner Entstehung erkennen. Der deutsche Einsatz habe nämlich auch zum Ziel, im Land eine afghanische „Gestapo“ aufzubauen. Aus Sicht der Islamisten sind die neuen afghanischen Sicherheitskräfte indessen Täter und Opfer zugleich, denn die von den Vereinigten Staaten geführten Isaf-Truppen wollten sie doch nur als Schutzschilde im Kampf gegen die eigentlichen Herren des Landes einsetzen, deren Staat hier zum „Islamischen Emirat Afghanistans“ stilisiert wird.

Bei all diesen vordergründig antideutschen Geschichtsanalogien fällt allerdings auf, dass die Deutschen in dem Taliban-Organ ebenso in die Kategorie der Opfer wie die der Täter eingereiht werden: Schließlich werden sie den islamistischen Eiferern zufolge doch von den amerikanischen Faschisten bei deren Streben nach Weltherrschaft gezielt instrumentalisiert. Ein Hauch von jenem traditionell-afghanischen Bild des „guten Deutschen“ weht merkwürdigerweise immer noch durch dieses Pamphlet, in dem sogar für das deutsche Volk unterschwellig Sympathie bekundet wird: Versuche doch Verteidigungsminister zu Guttenberg die deutsche Öffentlichkeit über die wirkliche Lage in Afghanistan zu täuschen, indem er von „kriegsähnlichen Zuständen“ spreche. Und fast schon überrascht wird der Leser zunächst, als die Autoren eine andere Aussage zu Guttenbergs als sachlich richtig beurteilen: Die Entsendung weiterer deutscher Soldaten werde nicht zu einer Ausdehnung des Kampfeinsatzes in Afghanistan führen, sondern diene lediglich der Erholung der dort Stationierten. (Die Ambivalenz zwischen Feindschaft und Sympathie Deutschland gegenüber ist also nicht in einer vagen Erinnerung an einstmal gute Beziehungen oder einer Bewunderung Nazideutschlands begründet, sondern eher in dem Versuch, den „großen Satan“ als singulären Feind zu betrachten, dem man seine Hilfstruppen abspenstig machen möchte. Joseph Croitoru jedenfalls legt für seine These „alte Sympathie für die Deutschen“ keinen Hinweis aus dem Taliban-Magazin vor. T.) Dies entspreche tatsächlich der Realität, triumphiert „Al Somood“, denn die Besatzungssoldaten seien „psychisch am Ende“ und mangels vorweisbarer Kampferfolge auch „frustriert“ – und das sei erst der Anfang.

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Time am 6. März 2010

Die Kunststunde V. – Vom Dimmi zum Ork

9. Januar 2010


Keine archaische Textsammlung
sondern modern und top-aktuell: Der „Birkloran“.

Gegner des Counterjihad sind leider nicht nur die Orks, sondern auch ein Haufen von Leuten aus den eigenen Reihen. Damit meine ich nicht Agenten vom Schlage Todenhöfers, Roths oder Verheugens. Ich meine z.B. die, die vom Leben so verwöhnt wurden, dass sie für Bedrohungen blind geworden sind. Oder die, die durch die Schrecken des Nationalsozialismus und des Vietnamkrieges an unserer grandiosen Zivilisation verzweifelt sind, und die nun zwanghaft unsere Feinde unterstützen müssen.

Und dann gibt es da einen ungeheuer von sich selbst eingenommenen Typus, der sich als Fixstern des gesamten Universums begreift. Diese Leute können alles und wissen alles, alles fällt ihnen zu, zu allem können sie ein profundes Urteil abgeben, auf das die Menschheit gewartet hat, und weil das nach ihrer Ansicht so ist, brauchen sie sich auch nie irgendeine Mühe machen, z.B. die, ein oder gar zwei Bücher zu einem Thema zu lesen. Dimmi-Dummie Jordan Mejias von der FAZ scheint einer dieser Typen zu sein, und er hat in der heutigen Ausgabe einen langen Artikel über einen anderen Dimmi namens Sandow Birk untergebracht, der auf den ersten Blick zu den anderen Kategorien zu gehören scheint. Beide leisten sich Fehler, die den Zorn der Orks hervorrufen könnten, aber Birk ist vermutlich raffinierter, als es zunächst den Anschein hat.

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Was WÜRDE Allah wohl dazu sagen?
(Ohoh, diese Formulierung impliziert, dass es ihn NICHT gibt, T.)

Der amerikanische Künstler Sandow Birk hat den KORAN mit Alltagsszenen seines Landes BEBILDERT. Herausgekommen ist ein eindringlicher metaphorischer Bericht über die Befindlichkeit DES Menschen.

(Im Kloran – 5/92, Recl. S.124 – ist ein eindeutiges Bilderverbot ausgesprochen: „O ihr, die ihr glaubt, siehe, der Wein, das Spiel, die BILDER und die Pfeile sind ein Gräuel von Satans Werk. Meidet sie; VIELLEICHT ergeht es euch wohl.“ T.)

In Sure 61 des Korans geht es um den AMERIKANISCHEN WAHLKAMPF. „O ihr Gläubigen“, lesen wir in Versen 1 und 2, „warum sagt ihr, was ihr nicht tut? Es ist vor Gott höchst verabscheuenswert, da ihr sagt, was ihr nicht tut.“ Dazu sehen wir eine Szene, wie sie uns aus den Nominierungsparteitagen für einen Obama und McCain vertraut ist. Blau abgetönt, schweben Luftballons durch die Halle, recken Delegierte und Parteifans die Namensschilder ihrer Heimatstaaten in die Höhe und garnieren Sternenbanner die Bühne, auf der sich der Präsidentschaftskandidat samt Familie feiern lässt.

Wer müsste sich nun MEHR ärgern? MUSLIME, die mit einigem Recht darauf hinweisen könnten, dass Sure 61 keinen direkten Bezug auf Amerika und seine demokratischen Gepflogenheiten enthält? Oder sollte die Zornesröte nicht eher in die Gesichter amerikanischer PATRIOTEN steigen, die MITANZUSEHEN HABEN, wie ihre HEILIGEN politischen RITEN in einen wenig schmeichelhaften Zusammenhang gebracht werden?

(Hier haben wir die erste Absage an das westliche, freie, demokratische System, das mit einem Kloranvers als Haus der Lüge verunglimpft wird. Mohammedanisten, die sich wohl über die bildliche Darstellung ärgern mögen, jedoch die Ablehnung des Westens gutheißen, werden am demokratischen Prozess beteiligte „zornesrote “ Patrioten gegenübergestellt. Diese werden ebenso wie das demokratische Verfahren ins Lächerliche gezogen („heilige Riten“). T.)

Stellen wir die Antwort noch einen Augenblick zurück, wenden wir uns dafür Sure 95 zu. In ihr geht es um BÖRSENGESCHÄFTE. „Wir haben doch den Menschen in schönstem Ebenmaß erschaffen“, heißt es da. „Wirkt er dann aber Böses, so verwerfen wir ihn als den Niedrigsten der Niedrigen. Doch so sind die nicht, die glauben und GUTE Werke üben, denn ihrer ist unendlicher Lohn.“ Ob die Trader dazugehören, die vor ihren Bildschirmen LAUERN, um sich auf die nächste PROFITGELEGENHEIT zu stürzen?

(Natürlich werden DIE nicht dazugehören, die „Kapitalistenschweine“. Wir werden sehen, wie Birk darin fortfährt, einerseits den Kloran für seine antiwestliche Gesinnung auszuschlachten, andererseits ihn als eine Textsammlung erscheinen zu lassen, die mitnichten archaischer Unfug sondern von Bedeutung für unsere heutige Zeit sei. T.)

Sure 96, die IHNEN ebenfalls zugedacht ist, weckt in dieser Hinsicht beträchtliche Zweifel, wenn sie DEN MENSCHEN als aufsässig und selbstherrlich schildert und ihm voraussagt, beim Jüngsten Gericht an der lügnerischen, sündigen Stirnlocke gepackt zu werden, hört er mit seinem Tun nicht auf.

(DER Mensch ist SCHLECHT, da ist Birk dann aber schon fast auf der anderen Seite angelangt und Mejias mit ihm. T.)

Und in Sure 105 geht es um einen PANZER, aus dem SOLDATEN gekrochen sind. Behelmt und schwer bewaffnet, durchstreifen sie in Tarnanzügen eine unwirtliche Gegend, es könnte AFGHANISTAN sein. Umrahmt werden sie von Vögeln. Was mag das bedeuten? „Hast du nicht gesehen, wie dein Herr mit den Leuten des ELEFANTEN verfahren ist? Hat er nicht ihre List MISSLINGEN lassen und Scharen von VÖGELN über sie gesandt, die sie mit BRENNENDEN STEINEN bewarfen und sie so wie ABGEFRESSENE HALME machten?“

(Düstere Prophezeihungen gegen die amerikanische Militärmacht. Da es nicht die Taliban sind, die die US-Streitkräfte bombardieren sondern umgekehrt, kann dieses Arrangement nur als Wunschtraum Birks aufgefaßt werden. Vom hippiehaften „Frieden schaffen ohne Waffen“ hat er sich damit weit entfernt, das ist dann schon echter linksradikaler „Antiimperialismus“ alter Schule. T.)

Wieder kann das kein Trost für AMERIKANER gleich welcher Art sein (Doch, die Selbsthasser lieben so etwas, T.). Aber viele MUSLIME dürften sich über den Panzer, in den sich der Elefant verwandelt hat, auch nicht gerade begeistern (Nur die nicht, die grundsätzlich gegen Bilder sind. T.). Mit Kontroversen aber hat Sandow Birk, der Erfinder der Bilder und aktuellen Umdeutungen, gerechnet und sich von der Gewissheit, dass es sie geben wird, nicht von seinem Projekt abschrecken lassen. Vor vier Jahren schon begann er, den Koran nicht nur auszumalen, sondern einen „AMERIKANISCHEN Koran“ (Scheint aber eher ein ANTI-amerikanischer Kloran zu werden, T.) daraus zu machen. Bis vor einem Jahr wusste allerdings noch kaum jemand davon. Birk wollte ERST EINMAL in der Lage sein, eine gehörige ANZAHL von Bildern vorzulegen und so, wie er hoffte, die Angriffe, die allein die Ankündigung einer solchen Unternehmung hervorrufen könnte, besser zu entkräften.

(Nein, es geht um das Geschäft. Es geht darum, genug Material für ein oder besser noch mehrere Ausstellungen zur Verfügung stellen zu können. Den Galeristen muss auch bedeutet werden, dass der Künstler in der Lage und Willens ist, sie unaufhörlich weiter zu beliefern. Die Wahl des Klorans als Thema ist geschickt, insofern es in aller Munde ist. Wenn er sich den Zorn der Orks zuziehen sollte, würde das umso mehr die Kasse klingeln lassen, seine Sicherheit trüge der Steuerzahler. T.)

Das erweist sich nun als klug und richtig. In der Catharine Clark Gallery in San Francisco und der Koplin Del Rio Gallery in Los Angeles hat der im südlichen Kalifornien lebende Künstler seine Koranillustrationen vor kurzem ausgestellt, nächsten Herbst wird er in der New Yorker P.P.O.W. Gallery zeigen, was bis dahin dazugekommen ist. In zwei Jahren, schätzt er, wird er mit allen 114 Suren fertig und der gesamte Koran bebildert sein. Die Reaktionen auf seine bisherige Arbeit haben ihm Auftrieb gegeben.

(Und jetzt kommt’s, T.:)

GERADE von MUSLIMISCHER Seite hat er manche ANERKENNUNG erfahren und auch Dank, dass sich da einer mit dem Koran ERNSTHAFT (ernsthaft = antiwestlich, T.) und jenseits ALLER SCHABLONEN auseinandersetzt. Sicher, nicht ALLE Muslime, die davon Wind bekamen, waren ENTZÜCKT, aber die GARSTIGSTEN Beschimpfungen, die über die beiden Galerien hereinbrachen, stammten von evangelikalen CHRISTEN. Sie waren WÜTEND darüber, dass dem Koran überhaupt so viel künstlerische Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

(Manche Mohammedanisten waren nicht entzückt, o.k, aber wer mal wieder garstigst geschimpft hat und wütend war, das waren natürlich mal wieder die Christen (1). Immer diese Christen! T.)

Birk unterstreicht im Gespräch immer wieder, dass er es nicht darauf anlegt, den clash of civilizations zu bestätigen oder zu verleugnen. Er nimmt an der Debatte als Künstler teil, nicht als Islamwissenschaftler, nicht als Politiker, nicht als Kulturkritiker. Und als Künstler, durch und durch vom prototypisch südkalifornischen LIFESTYLE der SURFER und Skateboarder geprägt, will er einfach HERAUSFINDEN, was IN IHM und um ihn herum vorgeht, genau darum aber auch, was in dem folgenschweren Buch, das so vielen Menschen heilig ist, steht. Er LIEST es und reagiert darauf in seinem ureigenen Jargon, ganz SPONTAN, ganz PERSÖNLICH, ohne jede Mithilfe von Satire, Ironie, IDEOLOGISCHER Überzeugung oder missionarischer Gewissheit.

(Typisch für den Surfer-Lifestyle, dass die immer alles herausfinden wollen. Toll! Mit geschäftlichen Interessen und der Idee, sich an ein globales Mega-Pop-Thema anzuhängen hat das natürlich gar nichts zu tun. Birk will einfach nur rausfinden, was in ihm selbst vorgeht. Er liest den Kloran und reagiert dann ganz spontan darauf, indem er ein Bild dazu malt. Dass Birk das westliche Gesellschaftssystem ablehnt, wie Mejias bereits mehrmals erwähnt hat, ist übrigens völlig unideologisch. T.)

Bevor ihn jetzt jemand als NAIV und weltunerfahren abstempeln kann, sei auf ein paar Stationen seines Lebens verwiesen, seines künstlerischen wie seines privaten. Im letzteren ist Birk etwa in Marokko, Indien, Indonesien und auf den Philippinen zu finden, wo er als SURFER auch nach der richtigen Woge Ausschau hält, deshalb aber das kulturelle Umfeld nicht übersieht. Zu Hause bietet sich ihm NICHT WENIGER ABWECHSLUNG. Dort lässt er sich von Graffiti inspirieren, wie sie die CHOLOS, die HIPHOPPER mexikanisch-amerikanischer Prägung, als identitätsstiftende Handschrift entwickelt haben (sehr abwechslungsreich, sich an der Bildersprache eines sehr speziellen Downtown-Teeny-Styles zu orientieren, T.) An deren grafische Elemente angelehnt, breitet Birk die FEIN gerahmten Surentexte in schwarzer Tinte über jedem Bildblatt aus und taucht sie dabei in eine KALLIGRAPHISCHE PRACHT (Wann immer Schrift im Zusammenhang mit dem Mohammedanismus erwähnt wird, handelt es sich um „kalligrafische Pracht“, T.), die gleichwohl auch arabische Schriftzüge heraufbeschwört. Ein Mashup im Multikultiformat, revoluzzerhaft und traditionshörig in einem (Was für ein hemmungsloses Geschleime, vermutlich kriegt Mejias Prozente, T.).

Doch auch der westliche HOCHKUNSTKANON kommt bei Birk nicht zu kurz. Zum Koran ist er überhaupt erst vorgestoßen, nachdem er sich jahrelang im Geiste kalifornischer STADTGUELLEROS und zugleich auf den Spuren Gustav Dorés (Doré ist nicht DER KANON, und Stadtguelleros sind keine westliche Hochkunst. T.) mit Dante und seiner „Göttlichen Komödie“ auseinandergesetzt hatte. Mohammed kommt darin als ZWIETRACHTSTIFTER ja bekanntlich NICHT GUT WEG (ein Massenmörder kommt m.E. schon gut weg, wenn er nur als Zwietrachtstifter dargestellt wird. T.), aber in einem Film, der sich auf Birks Buchillustrationen stützt, wollten das die Filmproduzenten lieber unterschlagen. Hätten sie gewusst, dass Birk schon damals am Koran arbeitete, wären sie vielleicht noch viel ängstlicher gewesen.

Jedenfalls bestärkten ihre HEMMUNGEN (Es war die Angst, wie Theo van Gogh zu enden, T.) ihn nur in seinem Entschluss, sein Vorhaben voranzutreiben, und auch all die Kontroversen, die zwischen WESTLICHEN BRANDSTIFTERN und MUSLIMISCHEN TRADITIONSHÜTERN aufloderten, vermochten nicht, ihn von dem LANGEN, GEFÄHRLICHEN Weg abzubringen (Gefährlich? Ja, Sie wissen doch, immer diese westlichen Brandstifter, immer diese Christen. T.). Bei der Lektüre des Korans, wie er erzählt, sind dann die ÜBERRASCHUNGEN nicht ausgeblieben. Verwundert hat ihn NICHT die FREMDHEIT, sondern vor allem die ÄHNLICHKEIT mit der BIBEL und anderen religiösen Schriften (welchen? T.). ZWAR fand er KEINE Geschichten vor, wie die BIBEL sie erzählt, aber in den predigtartigen Passagen und poetischen Unschärfen SPÜRTE er DENNOCH Geschichten auf (mit der Wünschelrute vermutlich, T.), die er nun zeichnet und malt.

(Was ist das für ein ungeheurer Unfug, für ein unerträgliches, hohles Geblubber der beiden! Zwar ist die Bibel völlig anders als der Kloran, aber dennoch habe Birk, so Mejias, poetische Unschärfen aufgespürt, in denen Geschichten enthalten seien, die er nun malt? Geschichten über den Afghanistankrieg und die Börse? Und wo ist nun das abgeblieben, was die angebliche so verwundernde so große Ähnlichkeit ausmacht? Können Sie das entdecken? Es ist doch eher so: Birk ist mit einigen Aspekten unserer realen Gesellschaft nicht einverstanden und bemüht sich, sie mit Hilfe des Kloran, den er absolut spontan und ohne wissenschaftlichen Hintergrund persönlich auslegt, zu verdammen. T.)

Auch da ist er VORBILDERN gefolgt. Europäische Historienmalerei hat er sich ebenso sorgfältig zu Gemüte geführt wie persische und fernöstliche Miniaturen. Herausgekommen ist eine in hoher und niederer Kunst verankerte, in Aquarellen und Gouachen, Acryl- und Metallfarben aufleuchtende Bildsprache (Mischtechnik also. Das ist ebenso originell wie die Bildertitel moderner Bilder, die ja meist „o.T.“, also „ohne Titel“ heißen. T.), die den COMIC (Jetzt sind wir bei dem angekommen, was wir vor uns haben, nachdem die ganze Kunstgeschichte bemüht wurde: Der KLORAN als COMIC! T.) mit dem feierlichen Glanz mittelalterlicher Illuminationen durchwebt. Gold, Rot und Blau hat er aus historischen Prachtausgaben des Koran übernommen und diese HERRLICHKEIT in einem zweidimensionalen, zeitgenössischen POPIDIOM verarbeitet, das er nicht als ILLUSTRATION (bzw. Comiczeichnung, T.), sondern MEDITATION verstanden haben will (Zum Glück war Walt Disney bescheidener und hat nicht verlangt, dass wir über Donald meditieren. T.). Die BIBLIA pauperum sendet herzliche Grüße aus transatlantischer Ferne (Keineswegs, das tut sie nicht! Jedem, der die Bibel liebt und verehrt, müssen sowohl Kloran als auch Comic-Kloran ein Greuel sein. T.).

Jedes Verständnis wird freilich dem abgehen, der nie ZUGESTEHEN wollte, dass es überhaupt so etwas wie einen „AMERICAN Qur’an“ geben könnte, der hingegen darauf BESTEHT, dass diese Worte als Offenbarung Gottes (gemeint ist „Alla“s, T.) durch den Erzengel Gabriel gegenüber dem Propheten Mohammed NUR auf Arabisch ihren Wert und ihre Kraft behalten und ganz gewiss keiner PERSÖNLICHEN oder gar PRIVATEN Auslegung, sei es in Wort oder Bild, BEDÜRFEN.

(Der Kloran selbst sagt dieses: „Und demzufolge sandten wir ihn als ARABISCHEN Koran nieder und durchsetzten ihn mit Drohungen…“ (20. Sure, Vers 112; Recl. S. 301) – „Und demgemäß sandten wir ihn als eine Vorschrift in ARABISCHER Sprache nieder.“ (11. Sure, Vers 37; Recl. S. 238) – „Und Allahs Worte ÄNDERT niemand ab…“ (6. Sure, Vers 34; Recl. S. 133). Aber das ist Mejias natürlich egal, er weiß ja schon alles und glaubt, dass die Welt nur kraft seiner Gedanken existiert. Was Birk indessen tut ist, den Kloran PERSÖNLICH und ÖFFENTLICH auszulegen, und sicher wird er auch versuchen, seine Arbeit als Buch zu vermarkten. T.)

Kunst wäre so nichts als Häresie. Aber auch der nationalen Häresie nähert sich Birk, wenn er die Sure 44 mit Amerikas jüngstem Schicksalsdatum koppelt: 9/11. „Der Rauch“ ist die Sure überschrieben, und schwarze Rauchfahnen quellen aus einem der Zwillingstürme über die beiden Zeichenblätter, an deren unterem Rand eine Menschenmenge verängstigt, aufgeregt, entsetzt, erstarrt, ratlos den Beginn die noch unverständlichen Katastrophe verfolgt.

Sure 44, Verse 10 und 11: „Du aber erwarte den Tag, an dem der Himmel einen sichtbaren Rauch hervorbringt, der die Menschen einhüllen wird. Das wird eine schmerzliche Qual sein.“ Womöglich hätten die Terroristen diese Sure gelesen, bevor sie in die Flugzeuge eingestiegen seien, spekuliert Birk. Aber verleiten uns Bilder und Sure zusammen nicht dazu, die Anschläge als Strafe Gottes (gemeint ist „Alla“s, T.) zu verstehen? Das wäre eine Auslegung, die Birk nie ins Auge gefasst hätte. Er BESTEHT auf der VIELDEUTIGKEIT der Aussage.

(Wie bitte? Birk montiert ein Straf- und Qualsure, in der Rauch vorkommt, mit einem Bild der vernichteten WTC-Türmen (und 3.000 qualvoll Ermordeten) und weist dann die Interpretation als „Strafe Allas“ zurück? Er besteht auf der Vieldeutigkeit seiner Aussage? Wo soll die herkommen, da seine Montage an Eindeutigkeit, Plattheit und Niedertracht so ungemein eindeutig ist? T.)

Seine Koranbebilderung begreift er als großen metaphorischen Bericht über die Befindlichkeit des Menschen, auch wenn die Bilder uns in ganz konkrete amerikanische Alltagszenen versetzen, in den Supermarkt, den städtischen Straßendschungel, ins Büro. Ein ferner Krieg mag sich bisweilen dazwischendrängen, aber es fehlt jede offene Anklage oder gar Verurteilung.

Über mehr als dreihundert Blätter wird sich am Ende Birks RESPEKTVOLLE (wem gegenüber? T.), NIE POLITISCH ZUGESPITZTE (Rechts ist links, oben ist unten und Mejias ein kritischer Journalist. T.) oder RELIGIÖS EINGEGRENZTE Vision des Korans erstrecken. Manchmal kommt er sich vor wie ein Mönch, der in seiner Zelle Tag für Tag an seinem Lebenswerk arbeitet. Aber kein Mönch ist je, wie Birk es sich immer noch regelmäßig erlaubt, aufs SURFBOARD gestiegen. Auch heute Morgen wieder.

(Das Mammutprojekt, das denn doch stark an die Bibelcomics diverser christlicher Sekten erinnert, bringt den Zwang zu einer monastischen Lebensweise mit sich, weiter nichts. Mohammed lehnte das Mönchtum ab: „Sie nehmen ihre Rabbinen und Mönche… zu Herren an.” (9. Sure, Vers 31, Recl. S. 184) “… viele der Rabbinen und Mönche fressen das Gut der Leute unnütz und machen abwendig von Allahs Weg.” (9. Sure, Vers 34; Recl. S. 185) “Das Mönchtum jedoch erfanden sie selber; wir schrieben ihnen nur vor, nach Allahs Wohlgefallen zu trachten, und das nahmen sie nicht in acht…” (57. Sure, Vers 27, Recl. S. 519), es ist dem Mohammedanismus fremd. T.).

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Im August vergangenen Jahres hatte ich einen Leserbrief der berüchtigten Ork-Agentin Sabine Schiffer in der FAZ gebracht (2). In diesem erhebt sie sich über eine Entscheidung der Yale-Universität, in einem Druckerzeugnis über die Klohamett-Cartoons selbige wegzulassen, um Ärger zu vermeiden. Sie warf Yale vor, die Mohammedanisten in eine negative Rolle zu drängen und schrieb u.a.: „WIR haben in unserem Beitrag zum Karikaturenstreit im Sammelband „Das Jahrhundert der Bilder“ SELBSTVERSTÄNDLICH die „,Jyllands-Posten“-BILDCHEN mit abgedruckt – schließlich muss man im wissenschaftlichen Sinne sehen, worum es geht. Trauen die Verantwortlichen der Yale University Muslimen nicht zu, dass sie den Kontext und die Intention einer solchen Veröffentlichung wahrnehmen können?“

Ich denke, dass Birk in einer ähnlichen Weise agiert. Zwar verstößt er gegen das Bilderverbot, aber das tut im engeren Sinn jeder, der z.B. einen Fotoapparat benutzt. Die Orks können schon unterscheiden, wer auf ihrer Seite steht und wer nicht. Deshalb braucht Frau Schiffer mit ihren parteiischen Publikationen auch nichts zu befürchten, Yale jedoch schon. Es kann gut sein, dass Birk in seiner Privatauslegung des Kloran eklatante Fehler unterlaufen, die den Zorn dieses oder jenes Mullas hervorrufen. Vielleicht aber hat er sich auch mehr durch Orks beraten lassen, als er derzeit preisgibt. Seine Anklage gegen den Westen, untermauert durch den Kloran, scheint auch derartig grundsätzlich zu sein, dass ihm das im Zweifel sicher den Hals retten wird. Sicher ist er zudem schlau genug, allerlei Relativierungen à la Karimi (3) vorzunehmen. Zur Not kann er immer noch konvertieren, falls das nicht schon geschehen ist. Die Unterschiede zwischen Dimmi und Ork sind bei ihm jedenfalls kaum mehr sichtbar, was fehlt ist allein das Bekenntnis.

Time am 9. Januar 2010

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1) http://www.youtube.com/watch?v=HxsCxtzJEdM

2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/08/28/sabine-agentin/

3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/11/26/projekt-kloranwasche/

Alles voll gut!

23. Juni 2009

Am Sonnabend hatte ich mein Spektrum des „Lyrischen Counterjihads“ um den aktuellen Song von Bob „It’s all good“ erweitert (1), den ich für ein typisch bobsches Orakel halte und für counterjihadisch erklärte, obwohl der Jihad darin nicht direkt angesprochen wird. Dass ich solches tat, hat einerseits damit zu tun, dass mir der Stoff ausgegangen ist. Während nämlich die Verhöhnungen des Christentums und des Christus Legion sind, ist es mir bisher nicht gelungen, mehr als fünf dezidiert counterjihadische Lieder ausfindig zu machen ( 2 + 3 +4 + 5 + 6) – wobei zu bemerken ist, dass #5 mE. deshalb counterjihadisch ist, weil es ein proisraelischer Song ist, und #6 deshalb, weil er unsere Gesellschaft in Aspekten als verteidigenswert darstellt, die dem Mohammedanismus ein Gräuel sind.

Es hat weiterhin aber schon mit genau DIESEM Song zu tun, der sich mit der Idee befaßt, ALLES gut zu finden, sich alles schön zu reden, hier im Pferch (7).

Jordan Mejias berichtete (FAZ, 20. Juni) diesbezüglich von einem gespenstischen Happening in der Hauptstadt der Welt, in New York. Er schrieb:

„… An vielen Orten in New York stand jetzt… zehn Tage lang die Welt des Islam im kulturellen Scheinwerferlicht. Was es zwischen Marokko und Indien an Tanz, Theater, Kunst und Musik zu entdecken gibt, war zumindest in Kostproben zu erfahren. Arabisch umgedeutet wurde Hiphop ebenso wie Shakespeares ‚Richard III.‘ in einer Produktion aus Kuweit. Spielplätze der Avantgarde wie die Brooklyn Academy of Music und Hochburgen der Hochkultur wie das Metropolitan Museum of Art hatten „Muslim Voices: Art & Ideas“ aufs Programm gesetzt.

Für die Ideen war vor allem die New York Public Library zuständig, unterstützt von den European Union National Institutes for Culture, einem New Yorker Zusammenschluss von neunzehn europäischen Kulturinstituten. Ein dreitägiges Symposion behandelte den Islam in EUROPA. Die meistenteils europäischen Stimmen von Geisteswissenschaftlern, Imamen, Künstlern und sogar einer leibhaftigen Königin, der Witwe des 1999 verstorbenen haschemitischen Königs Hussein, vermischten sich zu einem CHOR, der nicht immer klar zu durchhören war. Die harmonischen Klänge überwogen, als Untertitel wäre „Quasi una fantasia“ nicht fehl am Platz gewesen. So gerieten Teilnehmer aus Spanien, Norwegen, Schweden, der Schweiz und der Türkei in einem Gespräch über Migrationspolitik und den Status quo geradezu ins SCHWÄRMEN über die Chancen und Aussichten, die der ISLAM den Europäern bietet.

Da war die Rede vom ISLAM als einer großen EUROPÄISCHEN Tradition, die wieder zu beleben sei, von einer größeren gesellschaftlichen OFFENHEIT (ausgerechnet, T.), die er in vielen Teilen Europas bewirke, und von Muslimen, die nur darauf brennten, Bürger der Länder ihrer jeweiligen Wahl zu werden. Alle lachten HERZLICH über das Schreckgespenst EURABIEN, vor dem sich NIEMAND zu fürchten brauche, weil die Alteingesessenen und Neuankömmlinge sich ohnehin vermischten und voneinander die besten Züge und Errungenschaften übernähmen. Muslime hätten Norwegen „globaler“ gemacht, freute sich die Norwegerin, und der Türke pries das neue, diversifizierte Europa (Hey, wer wissen will, was sich abspielt, der nach Oslo. Dort kann man sehen, wie eine uralte europäische Hauptstadt sich an den Mohammedanismus weggeschmissen hat – arme Hure Oslo – 200 Meter vom Königspalast beginnt Gaza – die Norweger haben die Herrschaft über ihre Hauptstadt vor 20 Jahren verloren, lesen Sie FJORDMAN, T.).

Das ging munter so fort, bis es dem Moderator Paul Berman doch etwas gar zu harmonisch wurde und er fragte, ob denn in Madrid nie eine Bombe hochgegangen sei und Terrorismus und Gewalt tatsächlich keine Themen mehr seien. Aber auch danach verdrängten Überlegungen über die sozioökonomische Misere islamischer Bevölkerungsschichten und hausgemachten Terror, von Baader-Meinhof bis zu amerikanischen Neonazis, die heikle Frage, ob es im Islam oder zumindest in einigen seiner Formen Unverträglichkeiten mit einer westlichen Lebensführung gebe. Um den Amerikanern die Lage in Europa einprägsamer zu schildern, standen Vergleiche mit Amerika hoch im Kurs, zum einen mit dem Amerika vor hundert Jahren, als katholischen und jüdischen Einwanderern vorgeworfen wurde, das Gewebe der Nation zu zerstören, und zum andern mit den zig Millionen mexikanischen Einwanderern, von denen sich jetzt manche Amerikaner bedroht fühlen.

Sicher war es richtig, wenn in einer Künstlerrunde darauf hingewiesen wurde, dass der Islam zu oft als erratischer Block begriffen wird, dass seine Nuancen und Variationen gar nicht wahrgenommen werden. Moustafa Bayoumi, Englischprofessor am Brooklyn College, hätte am liebsten das vorgegebene Thema radikal geweitet, bis hin zur Generaldebatte über Identitäten in der globalisierten Welt. Aber dann bekamen erst einmal die Medien kräftig Dresche. Klar, Teile von ihnen, und es mögen die lautesten sein, sind nicht abgeneigt, zu polarisieren und Klischees zu verbreiten. Aber für welches Thema gälte das nicht?

Wohin die Reise von hier aus gehe, wollte Paul Holdengräber, der umtriebige Symposienspezialist der New York Public Library, in einem abschließenden, zusammenfassenden Meinungsaustausch wissen, und da wagte es immerhin Khaled Fouad Allam, Soziologe aus Triest, von einer zeitgenössischen Krise des Islams zu sprechen. Als aber der holländische Essayist Bas Heijne versicherte, die Globalisierung treibe auch holländische Arbeiter dazu, sich als Opfer zu empfinden, prophezeite Benjamin Barber, der Autor von ‚Jihad vs. McWorld‘, einen Kampf zwischen Entrechteten, von dem allein die Wirtschaftseliten profitieren würden.

Und wieder seufzten die versammelten Europäer: Amerika, du hast es besser. Wie mit Einwanderern umzugehen ist, weiß Amerika von Natur aus, und dass Amerikas Muslime, deren Durchschnittseinkommen höher liegt als das ihrer nichtmuslimischen Landsleute, kaum Aufsehen erregen, muss geradezu den Neid Europas erwecken. Keiner redet von einer muslimischen Diaspora, es soll nur muslimische Amerikaner geben. Weshalb nicht auszuschließen ist, dass Königin Nurs These, es bestehe KEIN ESSENTIELLER WIDERSPRUCH zwischen dem ISLAM und der WESTLICHEN WELT, übers Wunschdenken vielleicht doch hinausweist. In diesem Sinne hatte Professor Bayoumi ein T-Shirt übergestreift, dessen eleganter arabischer Schriftzug verbarg und verriet, woher er kam: Brooklyn.“

And that was… REALLY FUNKY, ol‘ Bay…oumi

IT’S ALL GOOD! IT’S ALL GOOD!

Isn’t it?

T+I+M+E

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(1) http://www.youtube.com/watch?v=D730lzI9gy
(2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/18/open-season/
(3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/21/poor-mohammed-von-procol-harum/
(4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/31/islams-not-for-me-von-n-n/
(5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/25/neighborhood-bully-von-bob-dylan/

(6) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/06/04/the-thunder-down-under-von-dave-evans/

(7) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/15/der-pferch/