Posts Tagged ‘Jürg Altwegg’

Wieder beleidigt: die 5. Kolonne

10. November 2017

Tariq Rammeltag ist ein äußerst prominenter Vertreter der sogenannten Momos, d.h. der angeblich „moderaten Muslime“. Er ist familiär eng mit der Muslimbruderschaft verbunden, für minderwertigkeitsmarkierende Frauenbekleidung und Steinigung, und er ist ein Serienvergewaltiger (1).

Dies macht ihn naturgemäß zu einem Helden der Bolschewisten, wie Jürg Altwegg für „FAZ.NET“ berichtet (2).

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„Charlie Hebdo“ zu Edwy Plenel:
Die dümmste und peinlichste aller möglichen Reaktionen

Die fünfte Kolonne der sechsten Säule: Die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ attackiert den Journalisten Edwy Plenel als Komplizen von Tariq Ramadan. Der Angegriffene fühlt sich an die NS-Zeit erinnert.

Mit Tariq Ramadan auf dem Titelbild und seiner Erektion „Ich bin die sechste Säule des Islams“ hat „Charlie Hebdo“ in der vergangenen Woche eine neue Welle von Beschimpfungen und Attentatsdrohungen ausgelöst. In der neuesten Ausgabe legt die sich Zeitschrift mit dem prominenten französischen Journalisten Edwy Penel an: Er wird auf dem Cover als Komplize Ramadans und der Islamisten präsentiert.

Plenel war die Nummer zwei in der Redaktion von „Le Monde“, bevor er das Internetportal „Mediapart“ gründete. Schon beim „Monde“ hatte er sich als Enthüllungsjournalist einen Namen gemacht. Für „Charlie Hebdo“ zeichnete die Karikaturistin Coco vier Plenel-Porträts nach dem berühmten Vorbild der drei Affen, die nichts sehen, hören und sagen. Sie spielt mit Plenels Markenzeichen, dem Schnauz, der ihm Augen, Mund und Ohren verstopft. Ein Volltreffer ist auch die Schlagzeile: „Mediapart enthüllt: Wir wussten von nichts.“

An solidarischer Unterstützung durch die Kollegen hatte es „Charlie Hebdo“ in all den Jahren der Drohungen, weltweiten Demonstrationen, Prozesse, Brandanschläge und des Attentats nicht gefehlt. Mit einer Attacke der Zeitschrift auf Medien hatte niemand gerechnet. Unterstellt die Journalisten-Schelte, dass Mediapart die Tariq Ramadan vorgeworfenen sexuellen Verbrechen bewusst unterschlagen hat? Dafür gibt es keine Belege, auch andere Redaktionen wollten nicht über die mutmaßlichen Vergewaltigungen berichten, solange es keine Klägerin gab. Der Mediapart-Journalist Fabrice Arfi twitterte: „Vorbehaltlose Unterstützung, wenn Charlie bedroht wird. Aber mit Worten, Ideen und Fakten gegen dieses erbärmliche Cover.“ Bei diesem Kommentar hätte man es bewenden lassen können.

Doch Edwy Plenel fühlt sich von der provozierenden Attacke der „Charlie Hebdo“-Karikaturistin durchaus getroffen. Er gehört zu den Journalisten, die Tariq Ramadan förderten und unterstützten. Plenel hat viele Auftritte mit dem Islam-Intellektuellen bestritten, in den Medien und auch an Orten, wo Ramadan ein Heimspiel hatte und dem kritischen Journalisten vielleicht das eine oder andere hätte auffallen können. Plenel war Trotzkist. Er verteidigt die Muslime als neue Proletarier so eifrig gegen die „Islamophobie“, dass man manchmal durchaus den Eindruck bekam, er verniedliche die Attentate. Cocos Titelblatt muss Plenel wohl so gedeutet haben, als würde er nach der „sechsten Säule“ des Terrorismus – Ramadan – als dessen „fünfte Kolonne“ vorgeführt. Prompt ließ er sich zur dümmsten und peinlichsten aller möglichen Reaktionen verleiten: Edwy Plenel entblödete sich nicht, das Cover mit der berühmten „Affiche Rouge“ zu vergleichen.

Das „rote Plakat“ war von den Deutschen im besetzten Paris ausgehängt worden. Auf ihm sind die Mitglieder der Manouchian-Widerstandsgruppe abgebildet. Ihr gehörten vor allem staatenlose Armenier und Juden aus Osteuropa an. „Befreier?“, stand in großen Lettern auf dem Plakat: Nein – eine „Armee des Verbrechens“. Der Aushang war eine Botschaft an die Résistance. Louis Aragon hat „L’Affiche Rouge“ ein Gedicht gewidmet, der Sänger Jean Ferrat machte daraus ein Chanson, das in Frankreich jeder kennt.

Auf den Vergleich hat „Charlie Hebdo“-Redakteur Fabrice Nicolino mit einem glänzenden Kommentar reagiert. Er verweist darauf, dass Plenel den Titel seines Pamphlets „Für die Muslime“ Emile Zolas „Für die Juden“ entlehnt habe. Der Dichter schrieb seinen Artikel zwei Jahre vor seinem Aufruf für den des Landesverrats angeklagten Juden Alfred Dreyfus: „J’accuse!“. Aber auch sonst, höhnt Nicolino, habe der Ex-Trotzkist in seiner Verwirrung einiges verwechselt. Zum Beispiel das kleine Detail, dass nicht er selber und die Redakteure von Mediapart erschossen wurden wie Missak Manouchian und seine 22 „Terroristen“ von den Deutschen im Krieg.

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Time am 10. November 2017

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1) http://diepresse.com/home/ausland/welt/5317608/Frankreich_Das-Doppelleben-des-Tariq-Ramadan
2) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/charlie-hebdo-persifliert-den-journalisten-edwy-plenel-15285020.html

Ein theologisches Problem

8. April 2017

Jürg Altwegg schreibt bei „FAZ.NET“ über ein aktuelles Buch von Pascal Bruckner (1).

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Muslime in Frankreich

In der Rolle der Entrechteten

Im Westen nichts Neues: Der französische Philosoph Pascal Bruckner fragt, was an dem Vorwurf dran ist, in Frankreich grassiere Islamophobie. Er erkennt darin den Versuch, Kritik an der Religion zu unterdrücken.

Dass der Rassismus ein schlimmes Übel ist und es in Frankreich durchaus einen Rassismus gegen die islamische Bevölkerung gibt, weiß Pascal Bruckner zur Genüge. Er ist auch keineswegs bestrebt, ihn zu verniedlichen. Doch sein Augenmerk richtet er auf den „imaginären Rassismus“, den die Islamisten dem Westen und dem laizistischen Frankreich im Besonderen unterstellten. Bruckner zielt damit auf den Vorwurf der „Islamophobie“, mit dem sich in seinen Augen weite Teile der Linken identifizieren und dabei die muslimischen Einwanderer zu den neuen Entrechteten und Unterdrückten des Systems verklären.

Der 1948 geborene Bruckner gehörte zu den jungen „Neuen Philosophen“, die sich vom Marxismus abwandten und der antitotalitären Aufklärung verschrieben. Bruckner, der bei Roland Barthes studierte und mit seinem Buch über „Die neue Liebesunordnung“ – das er zusammen mit Alain Finkielkraut schrieb – bekannt wurde, hat die politische Entwicklung in Frankreich seit mehr als drei Jahrzehnten begleitet. Er unterstützte den Krieg im Irak, bezeichnete ihn aber später als Irrtum. 2007 sprach er sich für Sarkozy aus, von dem er sich aber „aus Enttäuschung“ schnell wieder entfernte. Mehrere seiner Essays, die hohe Auflagen erreichen, erschienen in deutscher Übersetzung. Vor kurzem veröffentlichte er ein ergreifendes Buch über die faschistische Vergangenheit seines Vaters.

Bruckners Essay „Das Schluchzen des weißen Mannes“ war eine frühe Abrechnung mit der Dritte-Welt-Ideologie und handelte vom „schlechten Gewissen des Westens“ als Folge von Faschismus und Kolonialismus. Mit diesem schlechten Gewissen begründet der Autor die fahrlässige Sympathie für die Strategie des Islams. In der Logik der antitotalitären Aufarbeitung und Aufklärung behandelt er den Islamismus als Ideologie. Der Dschihadismus ist für ihn „kein soziales, sondern ein theologisches Problem“. Und alles andere als eine „Wahnvorstellung“ sei die Angst vor der Invasion des Westens durch den Islam.

Bruckner berichtet, dass die Rede von einer „Islamophobie“ im neunzehnten Jahrhundert in den französischen Kolonien aufkam, als die Muslime für die verlässlichsten Verbündeten Frankreichs galten, die man unterstützen wollte. Danach verschwand die „Islamophobie“ aus dem Vokabular und tauchte erst im Umfeld der Fatwa gegen Salman Rushdie in England wieder auf.

Der Vorwurf der „Islamophobie“ unterbindet für Bruckner jede Kritik an der Religion durch Nichtgläubige – und verhindere gleichzeitig die Reform fundamentalistischer Dogmen durch gemäßigte Muslime, denn für die Fundamentalisten sei der Islam ein „erratischer Block“. Zudem würde er in einer Konkurrenz von Minderheiten um einen Opferstatus eingesetzt: „Die neuen Juden sind wir.“ Verbote des Schleiers oder Vorbehalte gegen Halal-Mahlzeiten in Kantinen würden entsprechend als erste Etappe einer Verfolgung gedeutet. Und wer die Mitverantwortung des Islams für die Attentate diskutieren will, würde zum Rassisten gestempelt.

Bruckner selbst wurde vor Gericht gebracht, als er von „Kollaboration“ mit den Terroristen sprach. Er warf sie jenen vor, die nach den Attacken in der Silvesternacht in Köln nicht die Opfer, sondern die Täter verteidigten, und auch Linken, die den Schleier als Ausdruck der Freiheit für die Frauen verteidigen. Energisch legt er sich mit dem Philosophen Alain Badiou und auch mit Michel Onfray an. Am heftigsten kritisiert er den „Neoheideggerianer“ Jean-Luc Nancy. Dessen Reaktion auf den Anschlag am Nationalfeiertag in Nizza resümiert er so: Wir sind selbst schuld, mit unserem westlichen „Willen zur Macht“ und unserer „Obsession der Herrschaft“ und „merkantilen Fettleibigkeit“ hätten wir offensichtlich nichts anderes verdient. Mit Edgar Morin und dem Papst rechnet Bruckner gleich auch noch ab. Das Motiv sei, so meint er, doch immer das gleiche: „Die Feinde unserer Gesellschaft sind unsere Freunde. Selbst wenn es sich dabei um Barbaren handelt, man muss sie unterstützen. Denn das einzige Übel in der Welt ist der Westen.“

Pascal Bruckner: „Un racisme imaginaire“. Islamophobie et culpabilité. Éditions Grasset, Paris 2017. 272 S., br., 19,– €.

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Time am 8. April 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/pascal-bruckner-nimmt-den-vorwurf-der-islamophobie-ins-visier-14949871.html

Ork bleibt Ork (#6)

25. Februar 2017

mehdi-meklat

Üüüberrraschuuuhuuung! Ein französisches Vorzeigeork ist als fanatischer Judenhasser und Terrorverherrlicher enttarnt worden, wie Jürg Altwegg bei „FAZ.NET“ berichtet (1).

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Wie Frankreichs Star der Integration jäh abstürzte

Mehdi Meklat galt in Frankreich als Star der Integration. Die Presse feierte ihn als authentische Stimme aus den Banlieues. Jetzt kam heraus, dass er im Netz unter Pseudonym reinen Hass verbreitete.

Mehdi Meklat kennen in Frankreich alle. Der „Figaro“ hat ihn gerade in einem Leitartikel mit Julien Sorel aus Stendhals Meisterwerk „Rot und Schwarz“ verglichen. Vor zweihundert Jahren – unter der Restauration – brach Sorel aus ärmlichen Verhältnissen aus und zog in die allerbesten Pariser Kreise ein. Noch schneller verlief der Aufstieg des gerade 24 Jahre alten Meklat aus der Banlieue. Eine Blitzkarriere machen Jugendliche dort nur als Rapper oder Fußballspieler. Er aber wurde Journalist, Schriftsteller und gehätschelter Star des Medien- und Literaturbetriebs.

Entdeckt wurde Meklat als Reporter des „Bondy Blogs“, der nach dem Aufstand in den Vorstädten gegründet worden war. Das Portal ist die Stimme der Banlieues, in denen 2005 wochenlang jede Nacht die Autos gebrannt hatten. Mit seinem Freund Badroudine Saïd Abdallah (Künstlername Badrou) zeichnete sich Meklat durch lebhafte Berichte aus, sie sind das Duo „The Kids“.

Die Medien machten ihn zum Star

Als Erste wurde 2010 Marie-Françoise Colombani, Chefredakteurin der „Elle“, auf die beiden aufmerksam. Pascale Clark engagierte sie für ihre tägliche Sendung auf „France Inter“. Es folgten Auftritte in den Talkshows von „Canal+“. Bei Arte kamen sie mit Videos aus ihrem Alltag unter dem Titel „Vie rapide“ ins Programm. Auch einen Dokumentarfilm über die Räumung einer zerstörten Siedlung mit 4000 Bewohnern drehten sie. In ihrem ersten Roman „Burn out“ (2015) erzählen sie die wahre Geschichte des jungen Arbeitslosen Djamal Chaar, der sich aus Verzweiflung vor dem Arbeitsamt selbst verbrannte.

Jetzt wurde der dritte Roman des Duos ausgeliefert: „Minute“. Zum Erscheinen widmete ihm das Magazin „Les Inrockuptibles“ die Titelgeschichte, für die sich die frühere Justizministerin Christiane Taubira, die Ikone des französischen Antirassismus, einspannen ließ. Das Trio kam aufs Cover. Auch in die letzte bedeutende Literatursendung im Fernsehen, „La Grande Librairie“, wurde Mehdi Meklat eingeladen. Noch während sie lief, kam die Nachricht: Meklat, der Vorzeige-Muslim aus der Banlieue, hatte über Jahre hinweg als „Marcelin Deschamps“ Hassbotschaften verbreitet. Er rief: „Holt Hitler, um die Juden zu töten“. Die Journalisten von „Charlie Hebdo“ beschimpfte er als „Hunde“, den von den Terroristen ermordeten Charb wollte er am liebsten noch „mit einem Springmesser pfählen“, Marine Le Pen „nach muslimischem Ritual abschlachten“ und dem „Hurensohn“ Alain Finkielkraut „das Bein brechen“. Auch die islamkritische Intellektuelle Caroline Fourest wurde regelmäßig mit Hass-Tweets eingedeckt. Für das Twitter-Konto „Marcelin Deschamps“ hatte Meklat ein Foto der skandalumwitterten Politikerin Isabelle Balkany verwendet, deren Klage dagegen blieb vergebens.

Sein Pseudonym heißt „Marcelin Deschamps“

Erstaunlicherweise ist die Affäre nicht schon früher publik geworden. Immerhin hatte „Marcelin Deschamps“ 11 000 Follower. Verschiedentlich gab es Hinweise auf den Verfasser, merkwürdigerweise blieben die Antirassismus-Vereinigungen stumm und blieb die Justiz untätig. Von „Marcelin Deschamps“ war zum Beispiel vor einem Jahr in einem Meklat-Porträt des Magazins von „Le Monde“ die Rede. Er habe das Konto geschlossen, nachdem sie ihn darauf angesprochen hätten, berichteten die Journalisten: „Meklat twittert jetzt unter eigenem Namen“. Offensichtlich hat er die alten Tweets nicht wirklich gelöscht. Jedenfalls tauchten sie wieder auf. Christiane Taubira, „Les Inrockuptibles“, der „Bondy Blog“ und die meisten Medien haben sich empört und angewidert von ihm distanziert.

Das tun aber nicht alle. Der linke Journalist Claude Askolovitch verharmlost die Tweets als „blöde Witze“ eines „Buben“. Für die Rundfunkmoderatorin Pascale Clarke, die zu Meklats Entdeckerinnen gehörte, stehen sie geradezu im Dienste der Aufklärung: „Seine üble – fiktive – Figur diente lediglich der Denunziation“ – gemeint ist wohl: unerträglicher Zustände. „Am Mikrofon“, schwärmt die Journalistin, „war er nur Poesie, Intelligenz und Menschlichkeit.“ Auch „Libération“ und „Médiapart“ wollen den Hass dieser Tweets nicht zum Nennwert nehmen. Sie kritisieren vielmehr eine „digitale Allianz“ der Rechtsextremisten, die den Skandal nutzen, „um das zu zerstören, wofür Meklat steht“: die erfolgreiche Integration. Vielleicht ist er gerade am Druck dieses Anspruchs gescheitert. Meklat selbst entschuldigte sich ohne Überzeugung für seinen „virtuellen Doppelgänger“.

Das literarische Talent, das ihm zu bescheinigen sei, schreibt der „Figaro“, sei kein Freispruch: „Bei Stendhal wird Julien Sorel zum Tode verurteilt, weil er die Scheinheiligkeit der Klassengesellschaft zum Bersten brachte.“ Aus Sorels „Klassenhass“ sei bei Meklat „Rassenhass“ geworden. Mit seinen Tweets habe er die „Kehrseite der multikulturellen Utopie entlarvt“. Er muss nun mit einer Anklage wegen Rassismus, Antisemitismus und Verherrlichung des Terrorismus rechnen. Meklat hat Frankreich verlassen und schlüpft zu seiner Verteidigung in die Opferrolle: „Ich bin die Zielscheibe der Faschosphäre, die mein Leben bedroht.“

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Time am 25. Februar 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-geschichte-des-mehdi-meklat-14892478.html

Es gibt nur einen

29. Juni 2016

Paris

Jürg Altwegg berichtet auf „FAZ.NET“ von einem Aufruf französischer Intellektueller gegen den radikalen Islam (1).

Das ist eine gute Sache, aber besser wäre es, wenn man endlich begreifen würde, dass der Nazislahm per se radikal ist, dass es keinen nicht-radikalen Islam gibt, und dass der Mohammedanismus daher weltweit und vollständig dekonstruiert werden muss.

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Protest gegen radikalen Islam

Wir müssen mehr Widerstand leisten

Französische Intellektuelle rufen zum Widerstand gegen den radikalen Islam auf. Sie sind der Überzeugung: Staat und Gesellschaft müssen mehr tun, nicht nur in Frankreich.

Französische Intellektuelle haben einen Aufruf gegen den Islamismus verfasst, sie rufen zu mehr kulturellem Widerstand auf. Der Anlass des Aufrufs sind die Prozesse, die in Kanada gegen die Essayistin Djemila Benhabib geführt werden. Diese kritisiert, dass eine private muslimische Schule in Montreal, die Kinder im Grundschulalter aufnimmt und vom kanadischen Staat finanziell unterstützt wird, das Kopftuch für obligatorisch erklärt. Nun wird sie von der Schule verklagt. Djemila Benhabib stand bereits 2012 vor Gericht, weil ihr eine muslimische Mutter vorwarf, die Fotos ihrer Kinder veröffentlicht zu haben: Die Bilder stammten von einem Koran-Rezitations-Wettbewerb in einer Moschee, die als Zentrum der Muslimbrüder gilt.

Die französischen Intellektuellen solidarisieren sich in ihrem Aufruf zudem mit der Bürgerrechtlerin Maryam Namazie, die sich in England als Sprecherin des „Council of Ex-Muslims“ gegen SchariaTribunale engagiert, weshalb ihre Veranstaltungen von radikalen Muslimen regelmäßig gestört werden.

In der Petition einflussreicher französischer Organisationen und prominenter Intellektueller, die „Libération“ veröffentlicht, werden als vom radikalen Islam Verfolgte auch Taslima Nasreen, der ermordete niederländische Filmemacher Theo van Gogh, der dänische Karikaturist Kurt Westergaard und „Charlie Hebdo“ genannt. Der Appell brandmarkt die Strategie der Einschüchterung, wie sie von zahlreichen muslimischen Organisationen betrieben werde. Frankreichs Premierminister Manuel Valls hatte im Frühjahr erklärt, die Salafisten seien im Begriff, den Kulturkampf innerhalb des französischen Islams gegen die gemäßigten Kreise zu gewinnen. Der Appell fordert den Staat auf, dem radikalen Islam mit aller „republikanischen Strenge“ zu begegnen. Es müsse mehr Widerstand geleistet werden. Zu den Unterzeichnern zählen neben feministischen und laizistischen Vereinigungen Elisabeth Badinter, Caroline Fourest, die frühere Ministerin Yvette Roudy, Mitarbeiter von „Charlie Hebdo“, der aus Kanada stammende Astrophysiker Hubert Reeves sowie der algerische Schriftsteller Boualem Sansal, der selbst immer wieder Verfolgungen ausgesetzt ist. Sie pochen auf das Recht und die Notwendigkeit, religiöse Dogmen zu kritisieren.

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Time am 29. Juni 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/franzoesische-intellektuelle-gegen-radikalen-islam-14313628.html

2084

11. Oktober 2015

Boualem Sansal

In der FAZ hat Jürg Altwegg Boualem Sansals Islam-Roman „2084“ besprochen (1).

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2084 ist es friedlich

Eine zweite Unterwerfung: Auch in Boualem Sansals Roman „2084“ herrscht der Islam. Der Autor kommt jedoch ohne Blasphemie und Provokation aus und wird als Kandidat für die wichtigsten Literaturpreise gehandelt.

Es ist das zweite Buch des Jahres in Frankreich. In Houellebecqs Roman „Unterwerfung“, der bekanntlich am Tag des Attentats auf „Charlie Hebdo“ in die Buchhandlungen ausgeliefert wurde, geht es um die Wahl eines islamischen Präsidenten im Jahr 2022 und die Islamisierung Frankreichs, das sich den neuen Machtverhältnissen anpasst wie im Krieg unter der deutschen Besatzung. Seit diesem Herbst liest man Houellebecqs Antizipationsroman als Vorgeschichte einer totalitären – islamischen – Gesellschaft, die vom algerischen Schriftsteller Boualem Sansal beschrieben wird und deren Autor selbst den kühnen Vergleich mit George Orwell wagt. „2084“ nennt Sansal, der 2011 in Frankfurt mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden war, seinen Roman, Untertitel: „Das Ende der Welt“.

2084 ist das Gründungsereignis der Neuen Zeit, dem auf Gedenktafeln gehuldigt wird. Aber wofür das Datum steht, weiß niemand – außer dass die Versprechungen der Propheten Wirklichkeit geworden sind. Für die neuen Generationen der Neuen Zeit hatte die Geschichte nicht mehr Bedeutung als die unsichtbare „Spur des Winds im Himmel“: „Die Gegenwart ist ewig“, einen Kalender gibt es nicht mehr. Im Großen Heiligen Krieg war die alte Welt besiegt worden. Und alles, was sie ausmachte, ist untergegangen: die Sprache und die Bücher, die Museen und die Möbel, das Geschirr, die Nahrung, die Kleider. Mit den Ziffern 2-0-8-4 beschäftigt sich die florierende Numerologie. Hatte die Jahreszahl einen Bezug zum Krieg? Eine Zeitlang zirkulierte die Vorstellung, dass es sich um das Jahr der Geburt von Abi handeln könnte. Oder um jenes „seiner Erleuchtung durch das Licht“, als er fünfzig wurde und das „Land der Gläubigen“ den Namen Abistan bekam.

Eine Sprache, die Denken ausschließt

Abistan ist das Reich Yölahs und Abi Yölahs „Delegierter“ auf Erden. Auch „Bigaye“ wird er genannt. Er wohnt gleichzeitig in 25 Palästen. Die neue Sprache ist Abistanisch. Sie wurde so konzipiert, dass sie jegliches Denken ausschließt. Das Leben der Abistani wird vom Glauben, den Gebeten und den Pilgerfahrten bestimmt, andere Reisen sind verboten. Anträge auf Pilgerfahrten werden nach Jahren beantwortet und Bewilligungen vererbt, aber nie an die Zweitgeborenen oder Schwestern. Die Elite lebt im Überfluss, das Volk in extremer Armut. Es gibt eine Woche der heiligen Abstinenz. Der Feind, den die Ungläubigen einst darstellten, ist so endgültig besiegt, dass der Begriff aus dem Vokabular gestrichen wurde. Am Rande dieses Paradieses lebt der lungenkranke Ati in einem Sanatorium in der Wüste. Gefühle des Zweifels versucht Ati verzweifelt zu unterdrücken.

In seinem Essay „Allahs Narren“ (Merlin Verlag) hat Boualem Sansal beschrieben, „wie der Islam die Welt erobert“. Dass Frankreich islamistisch werden könnte, hält er für durchaus plausibel. In „2084“ gibt es keinen Dschihad und keine Attentate. Jeder unterwirft sich freiwillig den Regeln und Normen: „Die einzige Kraft, die zur Übernahme und langfristigen Ausübung der Macht fähig ist, scheint mir der Islam zu sein. Er ist die einzige religiöse Strömung, die über die notwendige Energie und Gewaltbereitschaft verfügt.“ Für besonders gefährlich hält Sansal den „westlichen Islamismus, der in Frankreich entsteht, in London, in den Vereinigten Staaten und in Russland. Diese Bewegungen könnten sich zusammenschließen.“ Sansal gehört zu den bedeutenden Schriftstellern der französischsprachigen Gegenwartsliteratur. Gallimard brachte „2084“ in einer Erstauflage von 150 000 Exemplaren in den Buchhandel. Der Roman kam auf die erste Liste der Kandidaten für den Prix Goncourt.

Favorit für Literaturpreise

Inzwischen haben die Jurys aller Literaturpreise Sansal in den Kreis ihrer Favoriten aufgenommen. Etwas Vergleichbares hat es in den letzten Jahrzehnten für keinen Schriftsteller gegeben. Der algerische Schriftsteller, der in seiner Heimat belästigt und bedroht wird, steht erstmals an der Spitze der Bestsellerliste, die erste Auflage ist bereits fast vollständig verkauft. Auch thematisch ragt der Entwurf einer religiösen Diktatur aus der Masse der Neuerscheinungen heraus.

Paris schickt sich tatsächlich an, Boualem Sansal einen Triumph zu bereiten. Ihre letzte Vorentscheidung wird die Goncourt-Jury Ende Oktober im Bardo-Museum in Tunis fällen, das im Frühling Schauplatz eines Attentats war. In Frankreich wird man für die Literaturpreise den Polizeischutz verstärken. Den muslimischen Fanatikern aber sei gesagt: Es gibt bei Sansal diesmal keine Blasphemie und keine Provokation. Sein Roman ist ganz anders als die „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq, der den Kollegen im Fernsehen lobte. Wenn die Fundamentalisten des Lesens mächtig wären, könnten sie „2084“ nur als Utopie verstehen.

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Time am 11. Oktober 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/sansals-islam-roman-2084-ist-es-friedlich-13844180.html

Wir misstrauten ihm schon immer

21. Januar 2015

TarikRammeltag

Das orkische Mastermind Tarik Rammeltag war schon oft unfreiwilliger Gast der MoT. Von den MSM wurde er bisher immer als Momo, als „moderater Mohammedanist“ hofiert. Seit Charlie ist das nun vorbei, wie ein Bericht auf „FAZ.NET“ von Jürg Altwegg zeigt (1).

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Tariq Ramadan bezieht Stellung

Hass auf „Charlie“

Lange war der französische Intelektuelle Tariq Ramadan schwer einzuschätzen: Ist er dem Dialog zwischen Westen und Islam offen oder schürt er Vorurteile? Nun offenbart er sein wahres Gesicht.

Kritische Beobachter misstrauten ihm schon lange. Doch in weiten Kreisen wurde Tariq Ramadan auch als Hoffnungsträger gesehen, als Vertreter eines gemäßigten, aufgeklärten Islam und Vermittler zu den jungen Muslimen in den Vorstädten, die ihm Vertrauen schenkten. Und die er vor der Radikalisierung bewahre. Tariq Ramadan ist ein gewandter Intellektueller, der regelmäßig im Fernsehen zu sehen ist. Auch mit Charb, dem ermordeten Chefredakteur von „Charlie Hebdo“, hat er diskutiert.

Ramadan rief bei jedem Zwischenfall – auch noch nach dem Brandanschlag gegen „Charlie“ 2011 – zur Mäßigung auf. Er verbreitete eine humanistische Botschaft und appellierte an die Muslime, sich nicht provozieren zu lassen. Doch in Genf hatte er lange zuvor die Aufführung von Voltaires „Mohamed“ verhindert – zusammen mit seinem Bruder Hani, der die Moschee leitet und wegen seiner Verherrlichung der Steinigung von Ehebrecherinnen aus dem Schuldienst entlassen wurde.

Tariq Ramadan wurde noch bekannter, als die Vereinigten Staaten ein Einreiseverbot gegen ihn verhängten. Gegenwärtig ist der in Genf geborene Nachfahre des Begründers der „Muslimischen Brüder“ Professor in Oxford. Das Attentat auf „Charlie Hebdo“ machte ihn nun abermals zum gefragten Gesprächspartner der Medien in aller Welt. Die Westschweizer Tageszeitung „Le Temps“ hat seine vielen Auftritte unter die Lupe genommen.

Vorschnelle Antworten und Zweifel

Auf Facebook verurteilte er die Attentate: „Nichts kann diesen Horror rechtfertigen.“ Das erste Interview gewährte er dem Westschweizer Fernsehen, live aus Doha. Nein, er sei nicht Charlie, der Zeitschrift bescheinigte er einen „Humor von Feiglingen“, den er nicht billigen könne: „Er ist unter allem und manchmal ziemlich vulgär.“ In dem international verbreiteten amerikanischen Politikmagazin „Democracy Now“ debattierte er mit dem legendären jüdischen Zeichner Art Spiegelman („Maus“). Gegen ihn führte er die Entlassung von Siné bei „Charlie Hebdo“ ins Feld, die damals mit einer als antisemitisch empfundenen Karikatur begründet wurde. Worum es Ramadan geht: Die Muslime dürfe man verhöhnen, die Juden würden geschützt. Abermals bezichtigte er „Charlie Hebdo“ der Feigheit. Die Zeitschrift sei seit zwei Jahren bankrott gewesen: „Mit diesen Kontroversen, diesen ewigen Kontroversen machten sie ihr Geld.“ Die Karikaturen seien eine „Geldmacherei“ auf Kosten von „aus der Gesellschaft ausgeschlossenen Menschen“.

Im gleichen Sinne äußerte er sich bei Al Dschazira und ging sogar noch weiter: Die Tatsache, dass im Fluchtauto der Terroristen ein Ausweis gefunden wurde, gebe Anlass zu Zweifeln. Er stützt die These eines Komplotts der Geheimdienste, ohne sie sich zu eigen zu machen. Solche Verschwörungstheorien hatte er schon nach dem 11. September vor Jugendlichen in der Vorstadt Vénissieux (bei Lyon) geschürt: „Das Einzige, was ich weiß, ist: Es gibt Zweifel. Und wo Zweifel stehen, muss man vorschnellen Antworten misstrauen.“ Als ob es Zweifel an der Identität der Täter gäbe. Mit seinen derartigen Reaktionen auf die Attentate zeigt Tariq Ramadan wohl endlich sein wahres Gesicht.

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Time am 21. Januar 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/tariq-ramadan-bezieht-stellung-hass-auf-charlie-hebdo-13379309.html

Islamisierung? Sie träumen! (#13)

14. Januar 2015

LAPIDEE

Ähem… ääh… räusper… schluck…

Islamisierung liegt u.a. dann vor, wenn Menschen in vorauseilendem Gehorsam ihre Köpfe zerbrechen, um alles zu vermeiden, was evtl. einen der 5 – 10% Orks bei uns stören könnte.

Jürg Altwegg berichtete heute auf „FAZ.NET“ von der Absetzung des mohammedanismuskritischen Theaterstücks „Lapidée“ (Gesteinigt) des Schweizer Pfarrers und Schriftstellers Jean Chollet in Paris (1).

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Theaterstück abgesetzt

Eine Provokation der Muslime ist das nicht

In dem kleinen Theater „Ciné13“ auf dem Montmartre war seit längerem ein Theaterstück über die Liebe zwischen einer Niederländerin und einem Jemeniten geplant. Nun ist es vorzeitig abgesetzt worden.

An diesem Mittwoch, an dem in Paris die erste Ausgabe von „Charlie Hebdo“ nach dem Attentat in die Kioske kam, geht im Kleintheater „Ciné13“ auf dem Montmartre – einen Steinwurf vom Moulin Rouge entfernt – auch die Gastspiel-Premiere des Dramas „Lapidée“ (Gesteinigt) der Schweizer „Compagnie Paradoxe“ über die Bühne. Am Donnerstag und Freitag wird die Aufführung nochmals (mit anschließender Diskussion) gezeigt. Dann ist Schluss. Geplant waren ursprünglich bis zum 1. März dreißig Vorstellungen. Geschrieben hat das Stück der Waadtländer Schriftsteller und Pfarrer Jean Chollet, in Lausanne und anderswo war die Aufführung längst zu sehen. Sie handelt von Aneke, die aus Holland stammt, und Abdul, der aus dem Jemen kommt. Sie sind Ärzte, heiraten einander und lassen sich in Abduls Heimat nieder. Sie haben zwei Kinder, dann will Aneke keine weiteren mehr. Und sich wieder vermehrt ihrem Beruf widmen. Doch die Schwiegermutter ist damit ganz und gar nicht einverstanden. Auch die Geistlichen üben Druck aus. Abduls Ehre ist bedroht. Es kommt zur Steinigung der Frau.

Chollet zeigt den Konflikt, er kritisiert den Umgang des Islams mit den Frauen. Weder der Koran noch der Prophet werden beschimpft, erklärt die Schweizer Schauspielerin Nathalie Pfeifer, die Aneke spielt: „Alle wollen Charlie sein, aber wenn es darum geht, wirklich etwas zu tun, sind nicht mehr viele Charlies da.“ Als problematisch wurde das Plakat mit dem weitgehend verhüllten Gesicht einer Frau empfunden, die Augen sind zu sehen und eine Träne aus Blut. Eine Provokation ist das nicht. Auf 150 Litfaßsäulen sollte es ausgehängt werden. Darauf hat man nach den Attentaten verzichtet. Die Inszenierung werde wieder auf den Spielplan kommen, wenn sich die Lage beruhigt habe, verspricht die Leiterin des Pariser Theaters: „Auf dreißig Aufführungen zu verzichten gibt den Extremisten recht. Das ist traurig. Aber wir sind gegenüber den Besuchern und den Angestellten verantwortlich.“ Keine der Pariser Zeitungen hat bislang den Fall aufgegriffen.

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Time am 14. Januar 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/theaterstueck-lapidee-wegen-anschlaegen-abgesetzt-13367950.html

Wanted: Judas

9. Februar 2011

„Judaskuss“ von Gustave Doré

Die FAZ versteht unter dem Begriff „Diskurs“ offenbar, dass neben jedem geistreichen Aufsatz auch ein völlig schwachsinniger stehen muss, dass jedem eher rechten Artikel ein linkslastiger zu folgen hat. Auf Qualität wird dabei offenbar keinen  großen Wert gelegt. So ist es zu erklären, dass man in der FAZ einerseits exzellente counterjihadische Beiträge findet, aber im Wechsel ebenso oft ziemlich tief fliegende jihadische. Und einige Autoren, wie zum Beispiel Karen Krüger, bringen es fertig, für beide Richtungen zu arbeiten, und dies manchmal sogar innerhalb eines einzigen Textes.

Heute wirft sich zunächst Herausgeber Frank Schirrmacher (1) ins Geschirr, aber was soll ich sagen, fehlt da inzwischen die Routine? Er hat jedenfalls ein m.E. unsägliches Produkt abgeliefert, wie ich selten eines gelesen habe (2). Thema sind die Malediven. So hat er sein langes Interview überschrieben:

„Wie können sich muslimische Staaten gesellschaftlich modernisieren, ohne in Bürgerkriege zu verfallen oder ihre Tradition zu verleugnen? Die Antwort gibt Mohammed Waheed, Vizepräsident der Malediven. Sein Staat, zwischen Indonesien und Saudi-Arabien gelegen, ist das erste islamische Land, das den Wechsel zur Demokratie vollständig vollzogen hat“, sülzt Schirrmacher auf einer Schleimspur, die einer Mammutschnecke zur Ehre gereichen würde, in der Printausgabe der Zeitung.

Und dann geht das über volle zwei Seiten so weiter, und ein zentrales Thema ist die angebliche Bedeutung der alten Krähe Habermas und seiner Kumpels von der „Frankfurter Schule“ (3) für die angeblich vollständige Demokratie der Malediven.

Was in dem Interview, geführt von einem der hochkarätigsten deutschen Journalisten, nicht vorkommt, ist die Tatsache, dass die Malediven seit Jahren zu den zehn Ländern mit der stärksten Christenverfolgung weltweit gehören (4).

Die „Evangelische Allianz“ (5): „Die Verfassung der Malediven geht so weit, dass es in Artikel 9, Abschnitt D über die Staatsbürgerschaft heißt, ‚ein Nichtmoslem kann nicht Bürger der Malediven werden’. Informationsminister Mohamed Nasheed geht in seiner Auslegung der Verfassung so weit, dass einem Bürger der Malediven die Staatsbürgerschaft aberkannt werden kann, wenn er den Islam verlässt. In der Vergangenheit wurden Malediver, die sich für eine andere Religion entschieden hatten, eingekerkert, als Verräter oder Bürger zweiter Klasse gebrandmarkt.“

„Musterdemokratie Malediven“ behauptet Schirrmacher – ob er dafür eine der 186 bewohnten Inseln des Staates geschenkt bekommen hat? Ob er da eine Schneckenfarm eröffnen wird, nachdem er endlich die FAZ ruiniert hat? Aber wie sagte Joseph Goebbels doch 1934: “Trotzdem können wir erklären, dass unsere Regierung den Gesetzen einer veredelten Demokratie entspricht.”

In der Auseinandersetzung mit einer Parasitenideologie wie dem Mohammedanismus, welche sich mit Vorliebe auch unserer Wörter bemächtigt, um sie mit anderen Inhalten zu füllen, bedeuten die Worte an sich nichts, bevor nicht ihr Inhalt genau bestimmt wird. Dies wird auch beim zweiten FAZ-Beitrag des heutigen Tages deutlich.

Jürg Altwegg brandmarkt einen angeblichen, „erneuten Verrrat“ „der französischen Intellektuellen“, weil sie sich nicht sofort und unisono auf die Seite der arabischen Revolte gestellt haben – was in Wirklichkeit meint, dass großzügigste materielle Hilfe und günstigste Verträge mit den neuen Machthabern gegeben werden sollten, und seien dies auch die Faschlimbrüder. „Ägypten in die EU – jetzt!“ ist das Mindeste, was ein redlicher Intellektueller laut Altwegg jetzt zu vertreten hat.

„Wer einen Aufstand nicht unterstützt, schreibt der liberale Jean-François Kahn, ‚wird zum Verräter’“, pupt Altwegg, so als ob jede Revolte an sich schon bedingungslose Unterstützung verdiene. Dies offenbart m.E. das Weltbild des spätpupertären Revoluzzers, der in der autonomen Szene ebenso anzutreffen ist wie in der nationalrevolutionären (und leider auch in deutschen Redaktionsbüros) – wichtig ist hier allein der Umsturz, egal von was.

„Ihr Schweigen hatte etwas Wohltuendes“, meint dieser kleine Schmierfink despektierlich, und er meint, sich über ein gutes Dutzend bedeutender französischer Denker stellen zu können, deren Makel für ihn vor allem, wie deutlich wird, darin zu bestehen scheint, dass sie (neo-) konservativ sowie… Juden sind.

Wer also ist hier der Judas, wer verrät hier was? Und was bedeutete es für Jesus, dass Judas ihn küsste (Mark. 14,43-45)? Und was bedeutet es für „die Demokratie“, wenn sie von Typen wie Schirrmacher und Altwegg definiert und in „Schutz“ (-Haft) genommen wird?

Konstantinopel fiel durch den Verrat eines christlichen Meisteringenieurs (6) an den mohammedanistischen Blutsäufer Mehmet II.

Nicht jeder Verräter heißt Judas – aber „Judas“ ist das Synonym für Verräter geworden. Und an Verrätern haben die Orks natürlich Bedarf in unbegrenzter Zahl, mögen sie auch Frank oder Jürg heißen.

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Der jüngste Verrat

Frankreichs Intellektuellen fällt zur arabischen
Revolte nicht viel ein: Warum?

Ihr Schweigen hatte etwas Wohltuendes. Wer schweigt, sagt keine Dummheiten. Im Namen des Antitotalitarismus und der Menschenrechte hatten die französischen Intellektuellen den Krieg gegen Saddam Hussein gefordert. Dass sie die Aufstände in Tunesien und Ägypten nicht vorausgesehen haben, ist verzeihlich. Doch das hartnäckige Schweigen zum Kampf eines Volkes für die Freiheit ist ein Skandal.

Von seiner eigenen Bevölkerung wurde der Tyrann Ben Ali verjagt – und in Paris war so wenig Freude zu spüren wie nach dem Fall der Berliner Mauer. Die Außenministerin hatte ihm logistische Hilfe angeboten und während der Weihnachtsferien den Privatjet eines regimetreuen Geschäftsmannes benutzt. Kulturminister Frédéric Mitterrand, Adoptivvater zweier Kinder aus Tunesien und des Sextourismus verdächtigt, hatte von Ben Ali die Ehrenstaatsbürgerschaft verliehen bekommen. Er lobte die guten Schulen und das kulturelle Niveau in einem Land, das er partout nicht als Polizeistaat bezeichnen wollte.

Keiner der Medienintellektuellen, die für die Demokratie in Tschetschenien und Georgien plädierten, aus der Ferne einen Völkermord im Sudan bekämpften oder die Verbrechen der Rebellen im Kongo anprangerten, hat in den vergangenen Wochen den Kampf der arabischen Völker für die Freiheit unterstützt. Dass es sich fast ausnahmslos um jüdische Intellektuelle handelt, muss in dem Zusammenhang zumindest erwähnt werden. Der Philosoph Alain Finkielkraut hat nun redlicherweise zumindest ein paar Gründe für seine Zurückhaltung genannt. Tunesien wie Ägypten seien verlässliche Bastionen gegen den Islamismus, sagte er im Interview. Die Kopten und Israel haben von den Muslimbrüdern einiges zu befürchten. Finkielkraut erinnert an den Umsturz im Iran.

Dem Engagement großer Geister wie Foucault für Chomeini war die ebenso schwärmerische Identifikation mit Tyrannen in der Dritten Welt vorausgegangen. Dann vollzogen die Neuen Philosophen – Finkielkraut, Bernard-Henri Lévy, André Glucksmann – die Abkehr vom Marxismus. Der Antitotalitarismus wurde zum neuen Imperativ. Die französischen Intellektuellen solidarisierten sich mit den Dissidenten in Polen und der Tschechoslowakei. Die osteuropäischen Länder hatten einst eine demokratische Tradition, auf die sie sich stützen konnten, sagt Finkielkraut weiter, und fragt: „Gibt es sie in Ägypten?“

Mit Vaclav Havel könne El Baradei ja wohl nicht verglichen werden, erklärte der Philosoph: „Jeder weiß oder müsste wissen, dass er als Chef der Internationalen Atomenergiebehörde ganz bewusst die iranische Gefahr herunterspielte und Dokumente, die Teheran belasteten, unterschlug. El Baradei hat die Muslimbrüder als Konservative verharmlost und die Situation mit der Türkei verglichen. Man muss schon fragen, ob El Baradei der Mann eines demokratischen Übergangs sein könne oder nicht viel mehr zum nützlichen Idioten der Islamisten zu werden droht.“

Nach dem 11. September wurde der Fanatismus des Islams nahtlos den zu bekämpfen Ideologien und Feindbildern des neuphilosophischen Antitotalitarismus zugerechnet. Die Intellektuellen unterstützten den Kriegszug gegen die Taliban in Afghanistan und den Angriff auf den Irak. Pascal Bruckner und andere Pariser Neokonservative haben ihr Engagement inzwischen kritisch befragt; es war ein Irrtum. Sehr viel weiter ist ihre politische Neubestimmung indes noch immer nicht gediehen. Sie erinnern sich an Jan Palach und haben den Namen des Tunesiers, der mit dem gleichen Akt der Verzweiflung, einer Selbstverbrennung, die Revolte in Gang brachte, schon wieder vergessen. Facebook halten sie ausschließlich für eine Verdummungsmaschine, bei Wikileaks denken sie nur an die „Tyrannei der Transparenz“.

Die Ereignisse in Ägypten und Tunesien haben nicht nur ihr Weltbild ad absurdum geführt. Sondern im ganzen Ablauf, dessen Schnelligkeit sie überforderte, auch offenbart, wie weltfremd sie geworden sind. Finkielkrauts Argumente lösten eine Welle des Widerspruchs aus. Die Aufständischen in Ägypten und Tunesien wollen weder die Scharia noch den Dschjihad. Sie kämpfen für die Freiheit. Sie sind das Volk – und von ihm sind die französischen Intellektuellen weiter denn je entfernt. Sie geraten mit ihrem Schweigen in den Verdacht, auf Seite der Macht zu stehen und den Autoritarismus zu billigen. Die notwendige Aufarbeitung des Kommunismus seit dreißig Jahren mündet in eine ideologische Sackgasse, und nur die Arroganz ist geblieben. Die Entfernung von der Revolution im eigenen Land macht die Intellektuellen blind für die Sehnsucht nach Freiheit in der arabischen Welt. Wer einen Aufstand nicht unterstützt, schreibt der liberale Jean-François Kahn, „wird zum Verräter“.

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Time am 9. Februar 2011

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Schirrmacher
2) http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E933121B5334F4E39831BC301B62A9291~ATpl~Ecommon~Scontent.html
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Schule
4) http://www.opendoors-de.org/verfolgung/news/news_2010/01/100106MV/
5) http://www.ead.de/arbeitskreise/religionsfreiheit/nachrichten/einzelansicht/article/malediven-paradies-mit-fragezeichen.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=213&cHash=7ccd3841ec
sowie: https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/07/maledivische-malaise/
6) http://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Konstantinopel_(1453)#Die_Kanonen_des_Urban

Ihren Ramadan retten?

13. August 2010

Ohne westliche Hilfe
würden sie den nächsten Ramadan nicht erleben.

Bei uns wird fleißig gesammelt – für die pakistanischen Flutopfer, die uns in großer Zahl für ihre geborenen Sklaven oder Ungeziefer halten. Wir sollen mehr geben, damit die Orks uns besser finden als ihre Taliban, höhöhö. Das kommt selbst Wolfgang Günther Lerch, der sich überhaupt derzeit recht positiv entwickelt, ein bißchen skurril vor:

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Das Gute tun

Wenn Länder unter Naturkatastrophen apokalyptischen Ausmaßes leiden, wie jetzt Pakistan, versteht sich Hilfe um der Menschlichkeit willen von selbst. Die Deutschen sind dafür bekannt, dass sie in solchen Fällen hohe Summen spenden; dies sollte auch jetzt wieder geschehen. Hilfswerke engagieren sich allenthalben, ob bei Erdbeben, Hurrikans oder verheerenden Überschwemmungen. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, möchte man mit Erich Kästner sagen. Pakistan gehört zudem zu jenen Ländern, die schon unter normalen Wetterbedingungen schwer zu regieren sind. Auch ist es nicht grundsätzlich verwerflich, durch Hilfeleistungen indirekt auch für das eigene Land ein wenig werben zu wollen. Da gilt ein anderer Spruch: „Tu Gutes und sprich darüber!“ Zu warnen ist freilich vor einer allzu großen Politisierung, gerade im Falle Pakistans. So richtig es jetzt ist, massiv Hilfe zu leisten, so aussichtslos ist die Hoffnung, man könne mit ihr die – jetzt ebenfalls als Helfer auftretenden – Fundamentalisten ausstechen. Wohlwollen wurde nur selten wirksam erkauft, wie viele Helfer erfahren haben.

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Wenn uns das aber keine Sympathien einbringt, was dann? Wir können uns natürlich als die Guten fühlen, die wir sind, und in gewisser Weise kann man die Geldvernichtung auch als eine antiinflationäre Steuerungsmethode betrachten.

Die Menschen, die glauben, dass sie für jeden schlechten Witz einen Tag länger in der Hölle schmoren müssen, könnten die Katastrophe als Strafe Gottes oder Allas begreifen. An solchen sentimentalen Geschichten stricken die deutschen Journalisten und verhinderten Poeten – wie z.B. Christoph Ehrhardt in der heutigen FAZ – gerne mit (1):

„Wie durch ein Wunder hat die Dorfmoschee den Fluten standgehalten. Vor der Katastrophe sprach Imam Muhammad Amin dort das Freitagsgebet. ‚Gott (gemeint ist Alla, T.) hat das Haus verschont‘, sagt er, davon sei er fest überzeugt.“ Verschonte Moscheen werden derzeit zu einem neuen Alltagsmythos (Eine Menge Fotos werden geliefert, auch von verschonten Häusern, aber keines von der Moschee, es sei denn, das ist die Ruine, auf die der Imam zeigt, T.).

Ehrhardt leidet mit dem Imam, der, so wie er aussieht, mehr als einmal erfolgreich zum Israel-Fahnen-Verbrennen aufgerufen hat. „Der Imam sagt, gerade jetzt, da der Fastenmonat Ramadan begonnen habe, würde das Dorf sich über Hilfe freuen, über Trinkwasser und Lebensmittel. Beides ist Mangelware im Camp, wo sich sofort eine große Menschentraube bildet, wenn Reis ausgegeben und eilig in Plastiktüten zur Familie geschafft wird, wo jede Flasche Wasser heftig umkämpft ist. In diesem Jahr wird es wohl kein schweres süßes Gebäck vor Sonnenaufgang geben, keine festliche Mahlzeit zum Fastenbrechen am Abend.“ Schade, schade, Fasten ohne süßes Gebäck – das macht wirklich nicht so richtig Spaß. „Das nagt an dem alten Imam“ – dank der westlichen Hilfe aber offensichtlich nicht der Hunger, den er nächtens stillen kann.

„Aber der Imam will seine Wut und seine Verzweiflung im Griff behalten. Er ist ein frommer Mann von tiefem und schlichtem Glauben. ‚Das war die Strafe Gottes für unsere Vergehen‚, sagt er (Aber welche meint er? Zu wenig Steinigungen? T.). ‚Wenn wir uns dieser Strafe mit Würde stellen, dann wird Gott und dafür belohnen‘. Den Leuten die zu ihm kämen, um ihn um Rat zu fragen, oder um ihrer Wut über die Untätigkeit der staatlichen Stellen Luft zu machen, predige er Geduld und Zurückhaltung. ‚Wir sind doch friedliche Leute‘, sagt er. Aber die Wut ist groß unter den Dorfbewohnern.“

Wut, Wut, Wut – ja aber worauf denn? Auf Alla, der die Flut schickte? Auf die Westler, die an Jahwe glauben, der ihnen immer hilft? Darauf, dass Alla nicht nur ein bösartiger Schwächling ist, sondern dass es ihn vielmehr gar nicht gibt? Auf sich selbst? Meinetwegen kann er sich selbst in den A*sch beißen, nur zu! Jaja, so sind sie, Hauptsache wütend, ein Grund dafür ist obsolet. Ah, ich vergaß das süße Gebäck! Ja, dass das von den Fluten weggespült wurde, macht verständlicher Weise so rrrrichtig wütend, zumal man ja weiß, dass die Juden dahinter stecken.

Wenn ich auch meine, dass das Engagement für den Ramadan dort im Sinne des Counterjihad nicht zum Erfolg führen wird, ist es also doch als Symbol für uns selbst, als Argument gegen die Orkversteher unter uns von hohem Wert. Wieder einmal zeigt sich angesichts der erbärmlichen Summen, die aus den fetten mohammedanistischen Ölstaaten usw. eingehen, welche getreu den Geboten Klo H. Metzels (z.B. Kloran, 25/67; Recl. S. 343) lieber nicht zuviel geben (2), dass der Kloran eine mächtige aber scheinheilige Schrift ist.

Der Monat Ramadan, in dem die Orks ihrem Blutsäufergott Alla besonders viele Menschenopfer darbringen, führt auch in Europa zu Kontroversen. Als besonders schleimig hat sich leider ein deutscher Fernsehsender hervorgetan, der nicht begriffen hat, dass es nur auf die Bonbons ankommt, und der so des Imams Zorn nicht mildern kann. Wie Herr Lerch meldet auch Jürg Altwegg Zweifel am Sinn des vorherrschenden Appeasements gegenüber den Mohammedanisten-Hetzern an, die er in Beziehung zu den Nazis setzt.

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Um den Ramadan tobt ein Kulturkampf

Schwein gegen Halal: Brigitte Bardot prangert aufs Neue das islamische Schlachten an, „Libération“ wehrt sich gegen aggressive Leser.

Frankreich schaut auf RTL 2: Die Tatsache, dass der deutsche Privatsender während des islamischen Fastenmonats die Zeiten des Sonnenaufgangs und -untergangs einblendet, hat in Paris mehr Reaktionen ausgelöst als in Deutschland selbst. Der Beginn des Ramadans ist das Thema dieser Tage. Fünf Millionen Muslime wollen ihn streng befolgen. Vorzeitig seien viele aus ihren arabischen Heimatländern nach Frankreich zurückgekehrt. Die Zeitungen berichten von Sonderflügen und vollen Schiffen. Schon lange hat der Ramadan nicht mehr im August begonnen. Im Sommer sind die Tage ganz besonders lang. Sechzehn Stunden dürfen Muslime weder essen noch trinken. Auch Rauchen und Sex sind verboten.

Wie die Gläubigen mit diesen Vorschriften umgehen, illustrieren die Medien mit vielen Porträts. Nur schwerlich bekommen die Journalisten Auskünfte von den Arbeitgebern. Das Nachrichtenmagazin „L’Express“ fordert seine Leser auf, über ihre Erfahrungen zu berichten: Wie kann ich Allah und dem Arbeitgeber gerecht werden? Das Geschäft mit religionskonformer Nahrung boomt. Erstmals schalten die Supermärkte auch Anzeigen für ihre Halal-Marken. Die Werbung setzt auf französische Symbole wie den gallischen Hahn: stolz, ein Muslim zu sein. Mit Halal-Produkten werden fünf Milliarden umgesetzt, viermal mehr als mit Bio. Am Donnerstag hat Brigitte Bardot im Privatsender Europe 1 einmal mehr gegen die islamischen Schlachtmethoden protestiert. Diese würden sich in den Schlachthäusern generell durchsetzen: Man verzichte auf das Betäuben der Tiere. Das Video wurde umgehend zum Bestseller im Netz.

Nicht nur Tierschützer protestieren gegen die Ausbreitung des Islams. Der berühmteste Polygamist des Landes wurde wegen Vergewaltigung angeklagt und taucht aufs Neue in den Schlagzeilen auf. „Libération“ hat eine Serie von Beiträgen mit Informationen ohne Rücksicht auf die politische Korrektheit veröffentlicht. Angesichts der exzessiven Reaktionen musste die Zeitung das Internetforum schließen: Die Artikel können nicht mehr kommentiert werden.

Nur am Rande reflektieren die traditionellen Medien den Kulturkampf, der im Internet tobt. Es trieft vor Hass. Nur auf seiner Internetseite hat der führende Privatsender tf1 berichtet, wie bei den Ausschreitungen in Grenoble ein Polizist beschimpft wurde. Man kann die Angriffe auf die „Gesellschaft des Schweins“ und die Propagierung von Halal als Gesetz kaum mehr als Exzesse einer fanatischen Minderheit verharmlosen. Die Muslime haben den „Facebook-Apero“ mit „Wurst und Wein“ im Pariser Araberviertel „Goutte d’Or“ als Kriegserklärung empfunden. Vorausgegangen war die Sperrung einer Straße für das Freitagsgebet.

Der Soziologe El Yamine Soum spricht von einem verbalen Bürgerkrieg: „Ich glaube aber nicht, dass die Menschen, die sich im Internet beschimpfen, auch aufeinander schießen würden.“ Wer sich die Rap-Clips im Netz anschaut, kann aber auch ein Zusammenleben für kaum mehr möglich halten: „Hier wo das Schwein König ist / Hass über die Kinder von Jeanne d’Arc / hoch und kurz werden wir sie aufhängen.“ Wenn Rechtsradikale ähnlich heftige Töne anschlagen, werden sie verboten.

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Time am 13. August

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1) http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EEC00A97E8DEA407086CB9B4A5FDC822A~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/kloran-9-ein-kramer-und-strauchdieb/