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Weltuntergang abgeblasen

11. November 2009

Die heutige FAZ brachte einen ausführlichen Leserbrief von Dr. rer. nat. Horst Hermann aus Essen zum Thema „Klimawandel“.

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Was in der Klimadebatte untergeht

Angesichts dramatischer Warnungen vor einer weiteren Zunahme der Kohlendioxidemissionen möchte ich auf einige beweisbare Tatsachen hinweisen.

Um nicht missverstanden zu werden: Auch ich bin selbstverständlich der Ansicht, dass wir mit den Ressourcen der Erde sorgsam umgehen müssen. In der öffentlichen Diskussion indes gilt das Kohlendioxid als der hauptsächliche Klimakiller. Das stimmt nicht: Selbst Klimapessimisten bestreiten nicht, dass der Wasserdampf, der von den Weltmeeren verdunstet, einen mehrfach größeren Treibhauseffekt hat als Kohlendioxid, nur ist er nicht zu beeinflussen.

Aus Messungen an Bohrkernen in Gletschereis und im Meeresboden weiß man, dass auch in geologisch früherer Zeit der atmosphärische Kohlendioxidgehalt geschwankt hat (Gebirgsbildungen, Vulkanismus und anderes). Es besteht kein systematischer Zusammenhang mit der globalen Temperatur, das heißt, manchmal folgte die Temperatur dem Kohlendioxid-Anstieg, mal gab es umgekehrt einen Kohlendioxid-Anstieg als Erwärmungsfolge. Eine Wärmeperiode wie die jetzige ist in den letzten 10000 Jahren, dem Holozän, nicht ungewöhnlich. Im Klimaoptimum vor zirka 7000 Jahren und dem Optimum vor 4500 Jahren war es mindestens so warm wie heute. Es folgten weitere Optima: Vor zirka 2000 Jahren die Römische Warmzeit und vor etwa 1000 Jahren die Mittelalterliche Warmzeit. Dazwischen lagen kältere Perioden, wie – nach dem Ende der Mittelalterlichen Warmzeit – die Kleine Eiszeit, die erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts endete.

Auch die heutige Alpengletscherschmelze ist nicht einmalig, wie oft dargestellt. In den letzten 10000 Jahren sind acht Zeiten von Eisvorstößen und Rückzug bekannt. Vordringendes Eis verdrängte die Vegetation und hinterließ beim Rückzug datierbares Holz. In der Warmzeit vor 7000 Jahren waren die Alpen bis auf kleine Reste eisfrei. Seit dem Höhepunkt der letzten Kaltzeit vor dem Holozän stieg mit dem Schmelzen der riesigen Eismassen der Meeresspiegel um ungefähr 120 Meter an, anfangs schneller, jetzt langsamer. Auch Klimapessimisten rechnen derzeit nur noch mit etwa 30 Zentimeter Anstieg pro Jahrhundert. Gelegentliche Horrormeldungen vom Untergang der Küstenregionen sind Phantasie.

Von Presse und Funk wird immer wieder von der drohenden Überschwemmung von Inselgruppen wie Tuvalu (Ellis Islands) und den Malediven im Pazifik berichtet. Die eigens zur Prüfung eingesetzte INAQUA Commission on Sea Level Changes and Coastal Evolution fand, dass der Meeresspiegel dort seit dreißig Jahren stabil steht. Die Inselbewohner propagieren jedoch die Gefahr weiter, denn sie befürchten Einbußen an Entwicklungshilfe und verlangen Beihilfe zu eventueller Umsiedelung nach Australien.

Der Einfluss der Sonnenaktivität auf das Erdklima wird gewöhnlich verschwiegen. Seit mindestens dreihundert Jahren ist die sehr hohe Korrelation zwischen der ständig schwankenden Sonnenfleckenaktivität und dem Klima bekannt. Bei größerer Aktivität wird es auf der Erde wärmer, bei geringerer kälter. Auf dem Höhepunkt der Kleinen Eiszeit gab es viele Jahre gar keine Sonnenflecken. Die Korrelation ist so hoch und die Beobachtungszeit so lang, dass es nicht leichtfällt, einen ursächlichen Zusammenhang auszuschließen. Man nimmt an, dass es sich um Zusammenwirken von Sonnenwind, Erdmagnetfeld und kosmischer Strahlung (Höhenstrahlung) handelt, mit dem die Wolkenbildung beeinflusst wird. Einen weiteren wesentlichen Klimaeinfluss haben periodische Veränderungen der Erdbahn um die Sonne (Milankovic-Effekt).

Der deutsche Anteil am Primärenergieverbrauch der Welt beträgt zurzeit weniger als vier Prozent, Tendenz fallend, wir sollen ja Energie sparen. Die Kohlendioxidmenge, die Deutschland einspart, wenn es seiner Verpflichtung von Kyoto folgt, beträgt 2020 zirka 396 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Hinsichtlich einer zu erwartenden Kohlendioxid-Weltemission von 55 Milliarden Tonnen für 2020 beziehungsweise 61 Milliarden Tonnen für 2030 beläuft sich der deutsche Sparanteil auf 0,7 bis 0,8 Prozent der Weltemission, also auf einen bedeutungslosen Wert.

Diese überprüfbaren Wahrheiten über das Klima sind von einer Mauer des Schweigens umgeben, abweichende Meinungen werden als Sakrileg angesehen. Die öffentliche Diskussion ist anscheinend unerwünscht.

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Sollte Herr Hermann Recht haben, wäre ich zugegebener Maßen zum Teil sogar ein wenig enttäuscht: Den Scharia-Maledivern zB. hätte ich schon nasse Füße gegönnt! Der Regisseur Roland „Knallie“ Emmerich will das Ausbleiben der Akopalüze  übrigens so nicht hinnehmen, wie Michael Althen in der heutigen FAZ berichtet:

„Natürlich ist es für Jungs immer ein Ansporn, mit Bauklötzen den höchsten Turm zu bauen – aber der größte Spaß besteht doch darin, das Bauwerk wieder zum Einsturz zu bringen. Je höher, desto wumms! Insofern hat sich Roland Emmerich mit ‚2012‘ erfüllt, wovon offenbar Jungs aus aller Welt, besonders aber in Hollywood träumen. Und weil er das in ‚Independence Day‘ und ‚The Day After Tomorrow‘ auch schon getan hat, hier Washington kaputtgemacht, dort New York schockgefrostet, musste es diesmal noch eine Nummer größer sein. In ‚2012‘ geht die ganze Welt zu Bruch. Wummms! Es dürfte schwierig sein, sich selbst noch einmal zu überbieten. Das nächste Mal müsste er dann schon das ganze Weltall in ein schwarzes Loch stürzen lassen. (…)“

Offenbar ein wahres Fest für Zivilisationskritiker und Misanthropen aller Art: „Die Erde tut sich auf, in Yellowstone entsteht ein Vulkan, Las Vegas klappt zusammen, ein Flugzeugträger namens ‚John F. Kennedy‘ plumpst aufs Weiße Haus, der Petersdom kippt um, ganze Küstenstriche rutschen ins Meer, und am Ende schwappt eine Riesenwelle über den Himalaja. Es ist schon was geboten, aber damit es auf zweieinhalb Stunden nicht zu eintönig wird, geht es darum, dass die G-8-Staaten beschlossen haben, ausgewählte Exemplare der Gattung Mensch in einer Flotte von Archen zu retten, um ihren Fortbestand zu sichern. Die Queen läuft da mit ihren Hunden rum, die deutsche Kanzlerin auch…“

Seltsam, ein Deutscher, der Aufnahme in den USA gefunden hat und ihnen seinen Aufstieg verdankt, zerfetzt Film für Film christliche, westliche und vor allem amerikanische Städte und Symbole. Sogar der aktuelle „Spiegel“ (#46) ist befremdet: „Im Jahr 2012 geht mal wieder die Welt unter. Das allein wäre nicht weiter beunruhigend. Aber die Begeisterung, mit der Apokalypse-Routinier Roland Emmerich… in seinem neuen Science-Fiction-Spektakel Millionen von… Statisten massakriert, irritiert dann doch. Ein technisch perfekter Overkill im Wortsinn: Erdbeben verschlingen ganze Städte, Vulkane explodieren wie Atombomben, eine riesige Flutwelle spült einen Flugzeugräger bis nach Washington, wo er das Weiße Haus und den schwarzen Präsidenten… unter sich begräbt. Da erscheint es nur konsequent, dass der Terrorpilot Mohammed Atta offenbar als künstlerischer Berater in Hollywood weiterlebt: In einer Szene stürzen zwei Hochhäuser in sich zusammen wie am 11. September 2001, ein Flugzeug jagt vorbei…“

PI hat dazu ein interessantes Detail gefunden (1 + 2): „Angst vor Fatwa: Weltuntergang lässt Mekka aus – Im neuen Actionknaller ‚2012‘ des deutschen Star-Regisseurs, Roland Emmerich, geht am 21. Dezember 2012, dem Tag an dem der seit Jahrtausenden absolut exakt präzise Mayakalender zu Ende geht, die Welt in imposanten Bildern unter. Die ganze Welt? Nicht wirklich. Emmerich wollte ursprünglich zeigen, wie die Kaaba zerstört wird, hat sich dann aber davor gescheut, den Untergang Mekkas zu zeigen. Die Muslime könnten schließlich beleidigt sein und eine Fatwa gegen ihn verfassen. Christliche oder andere religiöse Symbole oder Gebäude zu zerstören, ist jedoch kein Problem.“

Tja, die Mayas, die hatten es – anders als der Westen – wirklich drauf… Die feige Entscheidung „Knallies“ aber zeigt natürlich tatsächlich deutlich, welche Kräfte es sind, die auf Erden wirklich wirken, die einem „Star“-Regisseur vorgeben, was in seinem Film vorkommt, sie zeigt die Gefahren, die uns wirklich bedrohen. Und das unten stehende Bild gewährt einen Blick in unsere vermeintliche Zukunft, in das globale „Haus des Friedens“ des fiktiv global siegreichen Fieslahm, es zeigt, wie Städte aussehen, in denen der Fieslahm herrscht.

Kabul
Ein Blick auf Mordor nach zwanzig Jahren liebevoller Spezialbehandlung durch diverse echte, wahre und sonstige Mohammedanisten

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Time am 11. November 2009

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(1) http://www.pi-news.net/2009/11/angst-vor-fatwa-weltuntergang-laesst-mekka-aus/

(2) http://www.guardian.co.uk/film/2009/nov/03/roland-emmerich-2012-kaaba

Foto: http://www.dahw.de/hilfsprojekte/projektberichte/afghanistan-ruckblick-auf-den-11-september

Auch ein Aspekt von „2012“: http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2009/8305/eine-welt-ohne-islam/

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Ergänzung, 20. November 2009, ein Leserbrief in der FAZ von Elmar Oberdörfer:

Der Brief von Leser Dr. Horst Hermann „Was in der Klimadebatte untergeht“ … sorgt in der derzeitigen Klimahysterie für eine notwendige Klarstellung. Ich möchte dazu noch eine Ergänzung machen. Das Kohlendioxid ist ein wichtiges Treibhausgas, das mit anderen Treibhausgasen dazu beiträgt, dass auf der Erde ein lebensfreundliches Klima herrscht. Allerdings liegt sein Anteil in der Atmosphäre weit über der Sättigungsgrenze für seinen Treibhauseffekt. Das bedeutet, dass eine von Menschen bewirkte Änderung des Kohlendioxidgehalts keine messbare Auswirkung auf das Klima hat. Erst eine Reduzierung des Kohlendioxids unter die Sättigungsgrenze für seinen Treibhauseffekt, also auf einen Bruchteil des heutigen Anteils, würde eine Abkühlung des Klimas bewirken. Alle Anstrengungen, den Kohlendioxidausstoß zu mindern, werden daher nur viel Geld kosten, aber keinerlei Effekt auf das Klima und den derzeit beobachteten Temperaturanstieg haben.

Ein anderes wichtiges Treibhausgas ist das Methan. Es wird in der Atmosphäre durch Oxidation mit einer gewissen Halbwertszeit abgebaut, und seine Konzentration pendelt sich daher auf einen Gleichgewichtswert ein, der proportional zur Nachschubrate ist. Da seine Konzentration unterhalb des Wertes für eine Sättigung seines Treibhauseffektes liegt, hätte eine Verminderung seiner Nachschubrate durchaus einen messbaren Effekt für das Klima zur Folge. Menschengemachte Quellen für Methan sind neben Leckagen bei der Erdgasförderung und -nutzung vor allem die Haltung von Wiederkäuern, hauptsächlich Rindern, als Nutzvieh. Aber welcher Politiker oder Klimaschützer hat bisher eine mögliche Reduzierung des Methanausstoßes auch nur erwähnt, geschweige denn gefordert?

Ergänzung, 3. Dezember 2009, ein Leserbrief in der FAZ von Professor Dr. Werner Kasig:

Den Ausführungen von Leser Dr. Hermann („Was in der Klimadebatte untergeht“, F.A.Z. vom 11. November) stimme ich aus umweltgeologischer Sicht zu. Es gibt nach wie vor keinen ausreichenden wissenschaftlich fundierten Beweis für eine globale Klimaeinwirkung des Kohlendioxids in der jüngeren Erdgeschichte. Kohlendioxid (CO2) ist lediglich ein Spurengas und mit 0,035 Volumenprozent in der erdoberflächennahen Atmosphäre enthalten. Deshalb ist es aus quantitativen Gründen kein Treibhausgas. Es ist 1,4 mal schwerer als Luft und hat in der stets turbulenten Atmosphäre keine für ein Treibhausgas erforderliche Molekulardichte. Dagegen spielten der Wasserdampf und Wasser in den 4,5 Milliarden Jahren seit Bildung der festen Erdkruste und der Atmosphäre/Hydrosphäre bis heute die entscheidende Rolle als Treibhausgas mit globaler Klimawirkung. Diese Ausnahmesituation des Planeten Erde in unserem Sonnensystem ermöglicht seit rund drei Milliarden Jahren die Entwicklung von Leben.

In der Kambrium-Zeit (600 Millionen Jahre) bestand die erdoberflächennahe Atmosphäre aus 84 Volumenprozent Stickstoff (N2), 15 Prozent CO2 und etwa einem Prozent freiem Sauerstoff (02). Die Pflanzenentwicklung sorgte mit Hilfe der Photosynthese für die Bildung der Atmosphäre mit der jetzigen Zusammensetzung CO2 = 0,035 Prozent, 02 =20,95 Prozent, N2= 78 Prozent und rund einem Prozent Spuren- und Edelgase. Bei 16 Prozent 02 wären bereits günstige Bedingungen für die Entwicklung der Lungenatmer, also der Säugetiere, gegeben (vor 200 Millionen Jahren) und damit später auch für den Menschen. Das C02 ging zu diesem Zeitpunkt (etwa fünf Millionen Jahre) bereits auf etwa 0,1 Prozent zurück. Eine Kurve zu dieser Entwicklung gibt es bereits seit 25 Jahren. Dabei stammten zwei Drittel der Sauerstoff-produktion aus dem Phytoplankton der Ozeane und ein Drittel von Landpflanzen. Dieses Verhältnis besteht noch heute und ist seit etwa 25 Millionen Jahren stabil geblieben. In Zeiten starker Akkumulation von Landpflanzen (Karbon- und Tertiärmoore) wurde der Atmosphäre besonders viel C02 entzogen, während die Sauerstoff-Produktion stark anstieg. Gegenwärtig herrscht trotz anthropogener C02-Produktion ein Gleichgewicht, obwohl es vorher Kalt- und Warmperioden gab. Die vielzitierte Hawaii-Kurve ist wenig aussagefähig, da sie von Messungen aus einem aktiven Vulkangebiet mit reichlich C02-Austritten stammt. Auch die Forderung nach einer Erwärmungsgrenze bis zwei Prozent ist aufgrund der meteorologischen Gegebenheiten nicht machbar.

Klimawandel gab es in der Erdgeschichte immer. Er ist ein normaler Vorgang und wird von Faktoren außerhalb der Erde (Sonne, Mond, Erdbahnelemente) und erdweiten Faktoren wie Erdplattenbewegungen, dem Erdmagnetfeld, Vulkanismus, der Land-Meer-Verteilung, der Wolkenbildung, den Kreisläufen in der Lithosphäre, der Hydrosphäre und der Atmosphäre bestimmt. Auf diese Vorgänge hat der Mensch global keinen Einfluss. Er muss sich deshalb auf das Machbare beschränken, vor allem in regionalen Bereichen. Ich denke da unter anderem an eine Wiederaufforstung und an die Erhaltung von Mooren, an die Reduzierung der Verschmutzung von Meeren und Flüssen, an die Reduzierung der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen, an die Nutzung alternativer Energiequellen, an Energie-einsparungen sowie an realistischere interdisziplinäre Modellrechnungen zur globalen Klimaentwicklung. Die gegenwärtige C02-Hysterie ist völlig unnötig und sachlich unbegründet. Sie verschleiert die Fakten. Besser wäre eine wahrheitsgemäße Information der Öffentlichkeit, verbunden mit der Aufforderung, wirklich Machbares zum Umweltschutz zu leisten.

Untrügliche Zeichen

10. November 2009

Wenn die Ratten das Schiff verlassen, sollte man baldestmöglich abheuern. Es gibt untrügliche Zeichen. Gibt es Zeichen für das Bevorstehen eines Klimawandels? Nun, es gibt einige, aber sind sie untrüglich? Einige kommen dem zumindest nahe. Anfang Oktober hatte ich von dem Plan des maledivischen Präsidenten Mohamed Nasheed berichtet, seinen Schariastaat nach Australien zu verlegen (1). Frank Seidlitz berichtete nun vor zwei Wochen in der „Welt“ vom 25. Oktober (2) über die Neuausrichtung der Geopolitik reicher Schwellenländer. Unter diesen verbreitet sich eine Entwicklungspolitik, die den weltweiten Erwerb von Land und Anbaulizenzen zum Ziel hat. In vorderster Reihe dabei: Saudi-Arabien und die Golfstaaten.

Die Welt: „Reiche Ölstaaten und boomende Schwellenländer sichern sich weltweit immer mehr Agrarflächen, Abbaugebiete für seltene Rohstoffe und exklusive Lizenzen für die eigene Ölversorgung. (…) Der Auftritt staatlicher Akteure ist in der Tat ein Novum. Bisher waren es allenfalls nur Unternehmen aus Industrienationen, die sich vereinzelt um Ackerflächen und Rohstoffabbau in Entwicklungs- und Schwellenländern bemühten. Doch mit dem wirtschaftlichen Aufstieg von Brasilien, China, Indien, Russland und den Golfstaaten hat sich nicht nur die Zahl der Käufer deutlich erhöht, die nun um knappe Ackerböden und Fördergebiete buhlen. ‚Der Unterschied zwischen dem Landkauf früher und heute ist, dass die neuen Geschäfte Teil einer regierungsgeführten Politik sind‘, sagt David Hallam von der FAO. Landkauf ist längst Teil staatlicher Expansionspolitik.“

Auslöser für diese neue Politik seien u.a. die durch riskante Spekulationen, das Bevölkerungswachstum und den enormen Bedarf von Wachstumsriesen wie China ausgelöste Preisschocks bei Getreide (bis zu 240%) und Rohöl (350%) – offenbar nicht aber etwa der Jihad – gewesen.

Die Welt: „Gerade bei den zahlungskräftigen Importländern wie China, den Golfstaaten oder Südkorea setzte wegen der rasanten Preisentwicklung ein Umdenken ein. Reihenweise verabschiedeten diese Staaten nationale Versorgungsstrategien, die nun mit privaten Firmen oder staatlichen Konzernen umgesetzt werden. (…) Allein in Tansania übersteigen laut der Menschenrechtsorganisation Fian die Anfragen von Investoren die Ackerfläche um das Doppelte. Weltweit sind etwa 180 solcher Landgeschäfte erfasst – und das sind nur die, die veröffentlicht wurden. Laos etwa hat bereits zwei bis drei Millionen Hektar Land verpachtet – rund 15 Prozent des gesamten Staatsgebietes. (…) In anderen Ländern geht die Entwicklung in die gleiche Richtung. Saudi-Arabien etwa sicherte sich in Pakistan rund 500 000 Hektar Agrarland. LIBYEN kaufte sich in der UKRAINE 250 000 Hektar Land zusammen. (…) Im Sudan sicherten sich die Vereinigten Arabischen Emirate 400 000 Hektar, Saudi-Arabien kaufte sich rund 500 000 Hektar in Tansania für den Anbau von Agrarprodukten. Damit will das Königreich vorbauen, wenn es 2016 die EIGENPRODUKTION von Weizen wegen der Wasserknappheit AUFGEBEN wird. Gerade die Golfstaaten sind auf den Nahrungsmittelanbau im Ausland angewiesen, um die eigene Bevölkerung und die hohe Zahl von Arbeitsmigranten zu versorgen.“

Besonders beliebt bei den Staats-Agenten ist Afrika. Angola ist fest in der Hand Chinas, in Madagaskar wurde der Verkauf der Hälfte des fruchtbaren Ackerlandes an den Südkoreanischen Daewoo-Konzern grade noch durch die Entmachtung von Präsident Marc Ravalomanana verhindert.

„Für die Bevölkerung in den Entwicklungsländern bleibt dieser Ausverkauf nicht folgenlos. Schon jetzt sind etwa 43 der 53 afrikanischen Länder nicht in der Lage, für eine ausreichende Ernährungssituation zu sorgen. Auch wenn die ausländischen Investoren oftmals den Kauf von Land oder Abbaugebieten den jeweiligen Regierungen mit Gegenleistungen versüßen, etwa dem Aufbau der Infrastruktur, entpuppen sich solche Versprechungen meist als substanzlos. Oft werden eben nicht einmal einheimische Arbeiter eingestellt, um die Ackerböden zu bearbeiten, sondern ausländische Kräfte. Daewoo etwa wollte Feldarbeiter aus Südafrika nach Madagaskar holen. In Mosambik sollen einmal bis zu 10 000 chinesische Siedler die gepachteten Reisfelder bewirtschaften“, so Seidlitz. „Der Export von Rohstoffen und der Import von Arbeitskräften stellen daher auch die Entwicklungshilfe immer mehr infrage. Denn um die Hungersnot etwa in Subsahara-Afrika zu bekämpfen, pumpte allein die Uno rund 2,1 Milliarden Euro an Nahrungshilfe in die Region. Gleichzeitig verkaufen die Länder aber ihre wertvollsten Ackerflächen an ausländische Staaten und Firmen. Das extremste Beispiel dafür ist sicherlich der Sudan.“ Der Sudan nämlich – der, wie UNO-Mitarbeiter Kantor Oshidari meint, „die Kornkammer Afrikas“ sein könnte – hat Hunderttausende Hektar Ackerland an Südkorea, China und die Vereinigten Arabischen Emirate verscherbelt aber andererseits allein von den USA 283.000 Tonnen Hirse geschenkt bekommen.

Diese großzügigen Geschenke des Westens setzen nicht nur Ressourcen frei, die es den Despoten der jeweiligen Länder ermöglichen, noch mehr Bürger ihrer Länder noch effektvoller zu ermorden, nein, sie FÜHREN sogar zu KORRUPTION, wie die heutige FAZ berichtete: „(…) Karzai müsse die Korruption in seinem Land ‚ausmerzen‘, forderte Frau Clinton nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Westerwelle. Westerwelle verlangte von Karzai, dass er ‚gute Regierungsführung‘ zu seinem Maßstab mache. Karzai hatte zuvor das AUSLAND mitverantwortlich für die KORRUPTION in seinem Land gemacht. Dem amerikanischen Sender PBS sagte er, das VIELE GELD aus dem Ausland habe eine bis dahin ungesehene Art von Korruption nach Afghanistan gebracht…“ Tja, so oder so, schuld ist immer der Westen. Können die sich denn gar nicht vorstellen, dass wir dieses Spiel irgendwann mal sowas von satt haben (3)?

Aber zurück zu der Frage, ob es untrügliche Zeichen für den Klimawandel gibt: Ich meine, dass das Verhalten der reichen Orkstaaten ein solches ist. Ihnen geht das Wasser aus. Die setzen nicht mehr nur auf die Landnahme durch Einwanderung, die wollen nicht von den „Launen“ der Gastgeberländer abhängig sein, die wollen Herren im Haus sein, und da sie zu schwach sind, es zu erobern, kaufen sie es. Die Ratten kaufen das Schiff…

Time am 10. November 2009

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(1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/07/maledivische-malaise/

(2) http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article4967889/Getreide-ist-das-neue-Gold.html

(3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/10/27/gewinnchance-0-spielen-sie/