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Luther und der Nazislahm

19. April 2013

Luther von Chranach

Martin Luther hat Böses und Falsches über die Juden geschrieben. Was er über die Mohammedanisten geschrieben hat, war böse und richtig. MoT-Mommentator Loewe hat eine Zitatensammlung im Internet gefunden und sie auf der Kommentarebene den MoT-Lesern zugänglich gemacht (1). Hier ist sie (2):

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Schon Martin Luther hat Mohammed durchschaut:

Luther sieht Araber „als die wilden, rohen Leute“, und da Mohamed Araber ist, teilt er auch deren Charaktereigenschaften: „fleischliche Lust, Raub und Mord“ (vgl. Ehmann Seite 153).

Grobheit ist das Wesen Mohameds: „der grobe Gesel“ ist einer der „wilden, rohen Leute… Denn er ist ein Araber“, ja überhaupt ein „unsauberer, grober, unzüchtiger und fleischlicher Mensch“, ein „verzveifelter, böser, vihischer, sewischer Mensch“ (vgl. Ehmann Seite 159).

„Mahmet… ist ein Abgöttischer, ein Mörder, Frawenschender, Reuber und aller Laster vol gewest“ (vgl. Ehmann Seite 153).

Durch diese Ausrichtung auf „Sieg, Glück, Gewalt und Ehre der Welt… durch Gottes Zorn“ bedient der Koran die Instinkte des vorintellektuellen Proletariats, des „gemeine[n] man“ (vgl. Ehmann Seite 117).

Die Inkarnation begreift Mohamed nicht, „er ist zu grob dazu“. Aufgrund der Brutalität der Person und Biographie Mohameds kann dieser gar keinen Zugang zu Gott haben und kann daher auch kein Religionsstifter sein: „Denn wie nu offt gesagt, hat jn der heilige Geist so gröblich lassen liegen, das ein jeglicher sein falsch Geticht leichtlich erkennen möchte“ (vgl. Ehmann Seite 158).

Luther spricht vom „Teufel und seinem Apostel Mahmet“. Mohamed ist „ein Mensch, ja ein Teufel, und ein Erstgebornes Kind des Satans“; ein Diener des Teufels: „Mahmet, oder viel mehr sein Meister der Teuffel“.

Der Teufel hat somit Mohamed instrumentalisiert, denn allen „Unflat, so der Teufel durch andere Ketzer hin und wider gestrewet, den hat er durch Mahmet auff einen Hauffen heraus gespeiet“ (vgl. Ehmann Seite 163).

Der Koran als Werk Mohameds ist für Luther damit ein Versuch des Teufels, die Welt zu betrügen: „Hie zu braucht er nu eines Menschen, ja eines Teuffels, mit Namen Mahmet, der ein abgöttischer Mensch und arm, doch hohmütig und bertunbt in der schwartzen Kunst“.

Muslime mit ihren koranischen Vorschriften, die von Gott weg führen, sind für Christen die größte Strafe auf Erden: „das der Türcke [gemeint ist der Moslem] gewislich sey der letzte und ergeste Zorn des Teuffels widder Christum, damit er dem Fass den boden ausstosset, und seinen Grym gantz ausschüttet widder Christus Reich, Dazu auch die grbsseste Straffe Gottes auff Erden uber die Undanckbarn und gotlosen Verechter und Verfolger Christi und seines Worts und on Zweiffel der Vorlauf der hellen und ewiger Straffe“ (vgl. Ehmann Seite 312).

Luthers Ratschlag: Lest den Koran – aber als Abschreckung:

„Wolten Christo zu ehren, den Christen zu gut, den Turcken zu schaden, dem Teuffel zu verdries, dis buch lassen frey gehen und nicht hindern“, so Luthers Brief an den Rat zu Basel vom 27. Oktober 1542. „Mich hat das bewogen, das man dem Mahmet oder Turcken nichts Verdrieslicheres thun, noch mehr Schaden zu fugen kann (mehr denn mit allen Waffen), denn das man yhren Alcoran bey den Christen an den Tag bringe, darinnen sie sehen mugen, wie gar ein verflucht, schendlich, verzweivelt Buch es sey, voller Lugen, Fabeln und aller Grewel, welche die Turcken bergen und schmucken und zu Warzeichen ungern sehen, das man den Alcoran ynn andere Sprache verdolmetscht. Denn sie fulen wol, das yhnen grossen Abfal bringet bey allen vernunfftigen Hertzen“ (vgl. Ehmann Seite 423).

Johannes Ehmann, Luther, Türken und Islam: Eine Untersuchung zum Türken- und Islambild Martin Luthers (1515-1546 / Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte)

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Loewe am 12. April 2013

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/04/12/cui-bono-nsu-5/#comment-4644
2) http://www.amazon.de/Luther-Türken-Islam-Untersuchung-Reformationsgeschichte/dp/357905371X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1366304304&sr=8-1&keywords=Eine+Untersuchung+zum+Türken-+und+Islambild+Martin+Luthers

Alte Kameradschaft

8. Mai 2010

In einem Leserbrief an die FAZ am 19. April 2010 hatte die Leserin Muriel Mirak-Weissbach auf eine Mitschuld von deutschem Militär und deutscher Regierung am mohammedanistischen Völkermord der Türken an den christlichen Armeniern hingewiesen. Sie schrieb (1):

„Tatsächlich sind die Unterlagen des deutschen Archivs des Auswärtigen Amts aus dem Ersten Weltkrieg seit 1993 intensiv durchforstet und ausgewertet worden. Im Jahr 2005 hat der ehemalige ‚Spiegel‘-Journalist Wolfgang Gust die wichtigsten Dokumente zu den Ereignissen in einem bahnbrechenden Geschichtswerk zusammengetragen. Sie lassen nur einen Schluss zu: Die Führung des deutschen Militärs und des Deutschen Reichs waren über die Genozid-Politik der Jungtürken bestens informiert. Aus machtpolitischem und militärstrategischem Kalkül wurde nicht nur weggeschaut, sondern man gab dem Verbündeten am Bosporus freie Hand. Die Aufarbeitung des Genozids an den Armeniern ist also nicht nur eine türkische, sondern auch eine deutsche.“

Am Mittwoch, den 5. Mai, hatte der verlässliche Thomas Speckmann die Studien den türkischen Historikers Gencer Özcan vorgestellt, welcher die enge und aus meiner Sicht verhängnisvolle Verbindung zwischen deutschem (kaiserlichen) und türkischen Militär sowie die enorme Bedeutung beider in Bezug auf die Prägung der jungen türkischen Republik aufzeigt („Der deutsche Einfluss auf die türkische Armee“, in: „Am Rande Europas? Der Balkan – Raum und Bevölkerung als Wirkungsfelder militärischer Gewalt“. Schriftenreihe des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes, Band 68, hrsg. von Bernhard Chiari und Gerhard P. Groß, München 2009).

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Ein Volk in deutschen Waffen

Die Armee als Schule der Nation: Vom Einfluss des deutschen
Militärs auf die Staatswerdung der Türkei

Die Türkei ist Deutschlands bester Kunde. In den letzten fünf Jahren war Ankara der wichtigste Käufer deutscher Waffen. Vierzehn Prozent der Rüstungsexporte gingen an den Nato-Partner, gefolgt von dreizehn Prozent für den Rivalen Griechenland, der allein seit 1998 Waffen im Wert von 45 Milliarden Euro bei deutschen Unternehmen gekauft hat. Damit zählt Deutschland zu den Hauptprofiteuren des ruinösen Wettrüstens zwischen Ankara und Athen.

Doch nicht nur bei der Lösung der griechischen Schuldenkrise spielt Berlin eine Schlüsselrolle. Wie stark der deutsche Einfluss auch auf die türkische Armee bis heute ist, wird im historischen Rückblick von Gencer Özcan deutlich. Der Istanbuler Historiker beschreibt nicht allein die im letzten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts nach deutschem Vorbild initiierten Reformprogramme zur Neuordnung der Armee des Osmanischen Reiches, sondern vor allem die bislang kaum beleuchteten Folgen für die Türkische Republik.

Da die türkische Armee in den Anfangsjahren der Republik als Instrument eingesetzt wurde, um einen für das Projekt Nationalstaat geeigneten neuen Staatsbürgertyp zu schaffen, verdeutlicht Özcans Analyse des deutschen Erbes, das die republikanischen Streitkräfte vom Osmanischen Reich übernommen haben, nicht nur den Wandlungsprozess des Soldatenberufs, sondern auch die Veränderungen, welche die frühe Türkische Republik für die Beziehungen zwischen Armee und Gesellschaft gebracht hat. Dabei fällt mit Blick auf die heute erneut florierenden Rüstungsgeschäfte zwischen Deutschland und der Türkei auf, dass schon damals eine Dimension des Wandels die steigende Zahl der in der osmanischen Armee eingesetzten deutschen Waffen darstellte. In der Türkei als Berater und Ausbilder diensttuende preußische Offiziere bemühten sich erfolgreich, die Verkäufe von Rüstungsproduzenten wie Krupp, Loewe und Mauser zu steigern, wofür sie nebenbei hohe Provisionen erhielten.

Unter den deutschen Offizieren nahm General Colmar Freiherr von der Goltz (2) einen besonderen Platz ein (Anmerkung, Wiki: „Er selbst hingegen bereicherte sich bei seiner Tätigkeit nicht. Als der Waffenfabrikant Loewe ihm eine Aktienübertragung anbot, antwortet er: ‚Sie haben es gut gemeint, aber ein preußischer Offizier nimmt keine Trinkgelder!'“ T.). Seine Ideen prägten die osmanischen Offiziere nicht nur im Hinblick auf den Soldatenberuf. Sie veränderten auch ihr Gesellschaftsbild und daraus folgend ihre politischen Ansichten. Ein Element von zentraler Bedeutung im Denken von Goltz war der Glaube, die Armee müsse eine Position außerhalb der Politik einnehmen, jedoch zugleich über ihr stehen. Das Militär wurde als ein Gebiet definiert, in das sich Politiker nicht einzumischen hatten. Diesen Standpunkt teilten viele osmanische Offiziere. Die Folge war ein angespanntes Verhältnis zwischen Politik und Soldaten.

Wie tief die Auffassung, dass Politiker sich von militärischen Angelegenheiten fernzuhalten haben, bis heute nicht allein in der Türkei verwurzelt scheint, sondern auch in ihrer deutschen Heimat, hat zuletzt die Berliner Debatte gezeigt, ob sich Politiker zu Ausrüstungsfragen der Bundeswehr in Afghanistan äußern oder die Beantwortung derselben nicht besser ganz der militärischen Führung überlassen sollten.

Özcan weist den deutschen Einfluss auf die türkische Armee anhand einer Reihe von Beispielen nach: der am deutschen Modell orientierten Neustrukturierung der türkischen militärischen Institutionen, der Übernahme der deutschen Vorschriften für Soldaten, dem Aufbau eines modernen Einberufungssystems, der Schaffung von Modellregimentern und der Ausbildung einer Vielzahl von türkischen Offizieren in Deutschland. Auch wenn diese Ära der Form nach mit der Ablösung der deutschen Vorschriften durch die der Vereinigten Staaten in den späten vierziger Jahren endete, so lebte dieser Einfluss doch als Teil der institutionellen Kultur der türkischen Armee fort. Er beschränkte sich dabei nicht allgemein auf die Streitkräfte und die professionellen Karrieren der Republikgründer. Vielmehr ließ er die begrifflichen Trennungen zwischen Armee, Staatsbürger und Soldat verschwimmen. Auch führte er dazu, dass die Unterschiede zwischen Kriegs- und Friedenszeiten unklarer wurden.

Das militärische Gesellschaftsmodell, das Goltz in seinem Buch „Das Volk in Waffen“ entworfen hatte und die Widerspiegelung der Funktionsweise der Armee im gesellschaftlichen Leben und im politischen System vorsah, hat seine Wirkung in der Türkischen Republik beibehalten. Es dient als Blaupause für die Sichtweise der Armee und des Offizierskorps auf die Gesellschaft sowie die Form der Beziehungen zwischen diesen beiden.

Nachdem das Militär am 27. Mai 1960 gegen das Regime der Demokratischen Partei geputscht hatte, überstellten die jungen Offiziere der neuen Generation die „nicht dem Vaterland, sondern den Diktatoren dienenden“ Generalstabsoffiziere der Anklage. Sie zwangen zugleich die Politik, verfassungsrechtliche Neuordnungen einzuführen, welche die Politiker wiederum zwangen, die Macht mit den Offizieren zu teilen. Dass dem 1960 begonnenen und mit dem Putsch vom 12. September 1980 verfestigten Aufbau des nationalen Sicherheitsstaates die Ideen des „totalen Krieges“ sowie des „Volkes in Waffen“ als geistige Grundlage gedient haben, wertet Özcan als Beleg für den deutschen Einfluss. Auch hier war die Türkei einer von Deutschlands besten Kunden.

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Just heute meldet die FAZ, dass eine vom früheren spanischen Ministerpräsidenten Gonzalez geleitete „Reflexionsgruppe“ der EU – oh Wunder – die Aufnahme der Türkei empfiehlt. Die FAZ: „Wie in Brüssel zu hören war, soll insbesondere (der deutsche Vertreter, Stuttgarter Oberbürgermeister und CDU-Mitglied Wolfgang Schuster, T.) Schuster dazu geraten haben, die langfristige Beitrittsperspektive Ankaras in dem Bericht mit dem Titel ‚Projekt Europa 2030‘ zu bestätigen“.

Soso, 20 Jahre haben wir noch. Interessant auch, dass eine so kurze Zeit als „langfristig“ bezeichnet wird. Alte Kameraden können es bald wirklich nicht mehr länger ertragen getrennt zu marschieren.

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Time am 8. Mai 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/19/turkischer-realismus/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Colmar_Freiherr_von_der_Goltz

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PS, hier noch ein Link zu einem FAZ-Artikel vom 26. April, aus dem die iranischen Aktivitäten in Bezug auf die Urangewinnung in Namibia hervorgehen:
http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EE9A001ED028C4A43807B296CC0422DF9~ATpl~Ecommon~Scontent.html
auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Rössing_Uranium_Limited