Posts Tagged ‘Luigi Padovese’

Vom Ende der Anfang

25. August 2010

Zum letzten Beitrag hatte „Bad Cop“ Quer einen seiner wie gewohnt pointierten und eher rabenschwarzen als schwarzen Kommentare verfasst. Grund für mich als „Good Cop“, den Ball noch einmal aufzunehmen.

In der heutigen FAZ berichtet Karen Krüger, dass sich ausgerechnet der Chef der Diyanet (1), des „Präsidiums für Religionsangelegenheiten“ in der Türkei dafür einsetzt, dass die Kirche St. Paul den Christen zurückgegeben wird. Die Debatte war übrigens bereits 2007 von Luigi Padovese (2), dem apostolischen Vikar des Vatikans für Anatolien, der am 3. Juni dieses Jahres von einem Mohammedanisten geköpft worden ist, angestoßen worden (3).

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Ein Muslim für Christen

Die Kirche St. Paul in der Türkei soll wieder Kirche sein

Wenn in der Türkei eine alte Kirche restauriert wird, freuen sich vor allem die Anwohner: Bewerbt euch um den Job als Museumswärter, denn einen Geistlichen wird es dort nicht mehr geben, heißt es dann zu Recht. Denn Kirchen, die auf Kosten des türkischen Staates restauriert werden und danach wieder als christliche Gotteshäuser dienen, gibt es in der Türkei nicht. Die wieder hergerichteten Gebäude dürfen nur noch Museum sein, und das Feiern von Gottesdiensten wird nur in Ausnahmefällen gewährt. Doch das könnte sich nun ändern.

Ausgerechnet Ali Bardakoglu, der Leiter der Religionsbehörde Diyanet, über die der türkische Staat die mehr als 76 000 Moscheen und Imame im Land dirigiert, setzt sich für die ganzjährige religiöse Nutzung einer Kirche ein: St. Paul im südtürkischen Tarsus müsse wieder eine richtige Kirche werden, sagte Bardakoglu der türkischen Zeitung „Milliyet“. Bei Reisen im Ausland könne er nicht erklären, wieso das Gebäude weiterhin ein Museum sei. „Ich finde es angemessener, wenn St. Paul wieder als Kirche dient und nicht weiter als Museum. Den Christen geht das genauso.“

Tatsächlich hatten Kurienkardinäle und Bischöfe aus zahlreichen Ländern die Türkei mehrfach dazu aufgefordert, die Kirche im Geburtsort des Apostels Paulus wieder für Gottesdienste zu öffnen – während des Paulusjahres 2009 war sie vorübergehend dafür frei gegeben worden. Kaum ein Christ in der Türkei hatte jedoch damit gerechnet, dass die Diyanet für sie Partei ergreift. Das Verhältnis zwischen Ali Bardakoglu und dem Vatikan war lange angespannt: Als erster muslimischer Würdenträger kritisierte er im September 2006 Papst Benedikt XVI. und dessen Regensburger Rede als Ausdruck einer „Kreuzfahrermentalität“. Zudem hat sich die Lage der religiösen Minderheiten in der Türkei nach dem Schweizer Minarettverbot verschlechtert: Türkische Nationalisten nutzen den Volksentscheid als Argument gegen die Forderungen türkischer Christen – warum solle man den Bau von Kirchen zulassen, wenn Muslimen in Europa der Bau von Minaretten nicht gestattet werde?

Doch genau an die nationalistischen Scharfmacher, die zudem gern mit dem Klischee von Christen als ausländischen Spione zündeln, wandte sich Bardakoglu in dem Interview – wenn auch nur indirekt: Natürlich sei es beunruhigend, dass es in Europa ein Minarettverbot gebe. Auf der ganzen Welt habe die religiöse Toleranz möglicherweise nachgelassen. Doch gerade deshalb sei es wichtig, die Religionsfreiheit im eigenen Land zu stärken und nicht länger mit der Sicherheit dagegen zu argumentieren. „Wenn ein Ort für Christen heilig ist und sie dort Gottesdienste abhalten möchten, dann kann es keine Argumente geben, die ein Verbot rechtfertigen“, sagte Bardakoglu. Den Islam verstehe er als eine Religion, die durch das Wort und die Vernunft überzeugen müsse.

Die Türkei zählt heute etwa hunderttausend Christen. Tagtäglich sind sie mit Schwierigkeiten konfrontiert. Der Staat erkennt nicht die Rechtstitel an, die der osmanische Sultan den Kirchen verliehen hatte; ihre Geistlichen dürfen nicht in der Türkei ausgebildet werden und erhalten in der Regel weder eine Arbeitserlaubnis noch die türkische Staatsbürgerschaft. Die Gemeinden sind Vereine, Stiftungen oder Aktiengesellschaften, denen die Grundstücke, auf denen ihre Kirchen stehen, nur selten gehören. Die Kirche St. Paul wurde im Jahr 1943 vom türkischen Staat beschlagnahmt und danach als Militärlager genutzt. Sie verfiel zur Ruine, bis sie im Jahr 2000 als Museum wieder hergerichtet wurde. Seitdem kostet der Besuch Eintritt. Noch hängt am Eingang des Baus ein Spruchband, das verkündet, wie wichtig Museen für die Gegenwart und Zukunft der Türkei sind. Ob es dort bleiben wird, entscheidet nun Ankara.

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Karen Krüger fehlt es m.E. leider immer noch an der nötigen Distanz zu ihrem Gegenstand: „Zudem hat sich die Lage der religiösen Minderheiten in der Türkei nach dem Schweizer Minarettverbot verschlechtert: Türkische Nationalisten nutzen den Volksentscheid als Argument gegen die Forderungen türkischer Christen – warum solle man den Bau von Kirchen zulassen, wenn Muslimen in Europa der Bau von Minaretten nicht gestattet werde?“ schreibt sie. Was aber als scheinbar logische Ursache-Wirkungs-Folge daherkommt (mit dem Schweizer Volksentscheid als Ursache), ist tatsächlich eine eklatante Ungleichheit und Ungerechtigkeit, die von Mohammedanisten seit Jahrhunderten gegen Christen ausgeübt wird. Ging es in einem Land in Europa, das noch nicht mal zur EU gehört, einzig um den Minarettneubau, nicht aber um den Moscheeneubau oder die Ausübung des Mohammedanismus an sich, so wird Christen die Religionsausübung in der Türkei generell extrem erschwert. Nicht einmal ihre z.T. uralten Kirchen dürfen sie mehr für Gottesdienste nutzen. Zwar stellt Frau Krüger die Fakten richtig dar, sie hätte aber m.E. die Orklügen nicht einfach wiederholen sondern gleich als solche markieren und zurückweisen müssen. Übrigens, die angeblichen „türkischen Nationalisten“  sind vor allem eines: türkische Mohammedanisten.

Was hat es nun mit Bardakoglus Initiative auf sich? Ein Oberork übt sich im Kreidefressen, nehme ich an. Trotzdem ist der Vorstoß m.E. gut für unsere Sache. Wird er abgelehnt, zeigt dies einmal mehr die Unwahrscheinlichkeit einer Konvergenz und vielmehr die völlige Konsens- und EU-Unfähigkeit der Orks. Wird er aber angenommen, wird es nicht bei dieser Kirche bleiben (4). Es gibt immer noch zahlreiche historische Kirchen in der Türkei, die alle ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden sollten, es könnte zahlreiche Neueröffnungen geben. Die Mohammedanisten hassen andere Religionen und die freie Meinungsäußerung, weil sie wissen, dass ihr gewalttätiger Aberglaube dagegen nicht bestehen kann.

Aber wenn man nun schon beim Zurückgeben ist, erscheint logischerweise die Frage, wo dabei die Grenze ist. „DIE“ Weißen werden angehalten, Reparationen für Indianer, Eskimos, Neger, Maoris, Aborigenes uswsf. zu zahlen, so als ob keiner von ihnen je skalpiert in der Prärie verreckt wäre. Das ist jetzt vier Generationen her. Wer aber legt die Grenze fest? Warum steht es nicht zur Diskussion, ob die Orks Reparationen zahlen an die halbe Welt für den 270 Millionen Körper hohen Leichenberg, den sie in 1.400 Jahren dort hingestellt haben? Warum fängt man nicht mal an, über die Rückgabe des geraubten Landes zu diskutieren? Wo kamen die Mohammedanisten gleich noch her? Richtig, von der arabischen Halbinsel, und die können sie meinetwegen auch gerne behalten. Alles andere aber ist Raubgut und, by the way, die von ihnen geraubten Territorien waren meist hochentwickelt und dicht besiedelt – im Gegensatz zu den meisten Territorien, auf denen die Weißen andere Völker vorfanden – welche meist als Nomaden oder Jungsteinzeitler lebten.

Aber wo sollen die ganzen Orks am Ende hin, wenn sie das geraubte Land an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben haben? Arabien ist wirklich zu klein für alle. Da macht es Sinn, dass sich die Mohammedanisten beizeiten nach einem neuen Domizil umsehen (5), und was wäre dafür besser geeignet als der Mond, den sie seit grauer Vorzeit als Gott verehren (6).

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Time am 25. August 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Diyanet_İşleri_Başkanlığı
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Padovese
3) http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~EEB4F6C3485D54318B6F7C4E0D654D97A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
4) http://gfbvberlin.wordpress.com/2010/08/12/syrisch-orthodoxe-kirchen-in-der-turkei-wiedereroffnet/
5) http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E1517362770254FF1ADEC94ABC4E779E6~ATpl~Ecommon~Scontent.html
6) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/05/der-alla-hubal/

Im Zeichen des Schwertes

14. Juni 2010

Zärtlich streichelt der Papst das Mordinstrument,
welches ihm ein Oberork geschenkt hat

Vor vier Jahren hielt Papst Benedikt XVI. in Regensburg eine Rede (1), in der er einen byzantinischen Kaiser mit dessen vernichtendem Urteil über den Mohammedanismus zitierte. Die Rede fand großen Beifall beim Counterjihad, wurde aber von der Allgemeinheit vor allem auf der Basis vorgeschobener, nebensächlicher Aspekte verurteilt.

Der Originaltext war der folgende gewesen:

„Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ‚Schriftbesitzern‘ und ‚Ungläubigen‘ einzulassen, wendet er sich in erstaunlich schroffer, uns überraschend schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ‚Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ‚Gott hat kein Gefallen am Blut‘, sagt er, ‚und nicht vernunftgemäß, nicht σὺν λόγω zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider‘. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung… Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann.“

Diese Passage wurde geändert:

„Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ‚Schriftbesitzern‘ und ‚Ungläubigen‘ einzulassen, wendet er sich in erstaunlich schroffer, für uns unannehmbar schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner.“

Seitdem ist der Papst offenbar vollständig auf den Dialüg eingeschwenkt. In der Rede hatte er zwar die Vorstellung herausgearbeitet, dass Gott Gewalt zuwider sein muss – und das Zeichen des Christentums ist ja in der Tat das Foltergerät, an dem unser Gott Gewaltlosigkeit predigend ermordet wurde.

Von einem hohen Vertreter des Mohammedanismus – dessen Zweit-Gott (2) Klo H. Metzel ein perverser Meuchelmörder, Kinderschänder, Räuber und Kriegsherr war, weshalb das mohammedanistische Zeichen (neben dem Zeichen des Mondgottes Hubal, s. 3) das Schwert ist (welches gerne, besonders von Schiiten, auch als Anhänger getragen wird, s. 4) – ließ er sich jedoch als Gastgeschenk eines jener Instrumente, deren ausschließlicher Sinn Mord ist, als Gastgeschenk überreichen.

Diese ungeheure Provokation des Oberorks, der dadurch die elementare Verschiedenheit der Auffassungen und die Unmöglichkeit eines echten Gespräches demonstrierte, ging ohne Proteste, ja ohne das geringste Befremden über die Bühne.

Wann immer nun ein Christ unter mohammedanistischen Schlachtrufen geköpft wird (5), und sich der Papst zu Wort meldet, verdreht und beschwichtigt er (6). „Kath.net“ am 4. Juni:

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Papst: Sicher kein politischer oder religiöser Mord

Benedikt XVI. bekundet bei Flug nach Zypern Schmerz über Ermordung von Bischof Padovese: „Aber dieser Schatten hat nichts mit den Themen und der Realität der Reise zu tun“

Papst Benedikt XVI. hat seinen tiefen Schmerz über die Ermordung von Bischof Luigi Padovese in der Türkei geäußert. Padovese habe viel zur Vorbereitung der Bischofssynode für den Nahen Osten beigetragen, zu deren Auftakt er jetzt nach Zypern reise, sagte Benedikt XVI. am Freitag auf dem Flug von Rom nach Paphos vor Journalisten. „Aber dieser Schatten hat nichts mit den Themen und der Realität der Reise zu tun“, sagte Benedikt XVI. Es handele sich „sicher nicht um einen politischen oder einen religiösen Mord“. Die genauen Ursachen müssten noch geklärt werden. 

Benedikt XVI. warnte davor, die tragische Situation mit dem Dialog mit dem Islam oder mit dem Verlauf, den Anliegen und den Sorgen der Reise zu vermischen. Die Tat sei traurig, dürfe aber nicht den Dialog und die Intentionen der Reise verdunkeln. (…)

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Im Zeichen des Kreuzes zu leben ist angesichts der irdischen Realität eine Herausforderung für jeden Christen, und man erfährt mehrmals täglich, wer der Meister ist und warum. Im Zeichen des Kreuzes zu leben heißt aber nicht im Zeichen des Fleischwolfes oder Ochsengeschirrs zu leben, und Christentum kann nicht bedeuten, kollektiven Selbstmord zu begehen. Das Zeichen des Kreuzes symbolisiert eher Streben als Sein.

Insofern ist es m.E. sehr zu begrüßen, dass sich in der katholischen Kirche leiser Widerspruch gegen Benedikts Dimmi-Kurs regt, wie Jörg Bremer in der heutigen FAZ berichtet.

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Erzbischof: Papst war falsch beraten

Ruggero Franceschini, der italienische Erzbischof von Izmir an der türkischen Ägäisküste, wirft Papst Benedikt XVI. ein Fehlurteil vor: Sein Ordensbruder Luigi Padovese sei „eindeutig aus religiösen Gründen“ von seinem Fahrer erstochen und geköpft worden. Der Papst sei darum falsch beraten gewesen, als er Stunden nach der Tat vom 3. Juni bei seiner Ankunft zu einer Pilgerreise auf Zypern gesagt habe, der Mord habe weder politische noch religiöse Gründe, sondern sei auf „persönliche Motive“, eine psychische Erkrankung des Täters zurückzuführen. An diesem Montag wird der bisherige Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz, der 1947 geborene Kapuziner Padovese, in seiner Heimatstadt Mailand als „Märtyrer“ beigesetzt. Franceschini wurde vom Heiligen Stuhl beauftragt, Padoveses Amt bis zur Wahl eines neuen päpstlichen Vikars von Anatolien als Administrator zu betreuen.

Der aus dem norditalienischen Saltino stammende 70 Jahre alte Franceschini kennt den Amtssitz Padoveses und die Stadt Iskenderun am Mittelmeer gut, denn er war von 1993 bis 2004 der Amtsvorgänger des Ermordeten. Im Gespräch mit der italienischen Zeitung „Il Foglio“ sagte Franceschini jetzt, er kenne auch die Familie des Mörders und den Attentäter Murat Altun, denn er habe ihn vor vier Jahren in den bischöflichen Haushalt eingeführt. „Diese Tat hat wenig mit der türkischen Regierung oder mit Ankara zu tun, nichts mit persönlichen Motiven, sondern allein mit dem Islam“, sagte Franceschini. Er kenne die Schwierigkeiten der Christen in dieser Region, wo die türkische Regierung nichts tue, um den religiösen Minderheiten wie den Katholiken oder Armeniern zu helfen. „Da agieren islamistische Gruppen, die alles unter ihrer Kontrolle haben.“

Drei Tage nach dem Mord hatte erstmals der Chefredakteur des Pressedienstes „Asianews“ der römischen Missionsgesellschaft Pime berichtet, es gebe Zeugen, denen zufolge der Täter nach dem Mord gerufen habe: „Ich habe den großen Satan getötet – Allahu akbar!“ Später wurde bekannt, dass der Bischof zunächst im Flur mit Messerstichen schwer verletzt und dann vor seinem Haus getötet und fast vollständig geköpft wurde. Mit der Beisetzung als „Märtyrer“ wird die Kirche dem Umstand gerecht, dass Padovese sein Leben für seinen Glauben gab.

Offiziell hieß es nach der ersten polizeilichen Vernehmung des Täters, er sei „einer göttlichen Eingebung gefolgt“. Von einer psychischen Erkrankung ist nicht mehr die Rede. Padoveses Amtsverweser Franceschini sagte nun „Il Foglio“, Murat habe die Tat gut vorbereitet. Er stamme aus einer muslimischen Familie und habe auch nie den Gedanken gehabt, zum Christentum überzutreten. „Es ist immer ein Risiko, einem Muslim so einen Posten (im bischöflichen Haushalt) zu geben. Aber wir wissen um unsere Risiken.“ Franceschini hatte seinerzeit Probleme mit dem Onkel des Täters, einst Bürgermeister von Iskenderun. Denn der Onkel habe Franceschini eine Öffnung der katholischen Gemeinde für das gesellschaftliche Leben der Stadt untersagt.

Papst Benedikt XVI. war auf Zypern dafür eingetreten, dass der Mord den „Dialog mit den Brüdern Muslimen“ nicht „verdunkeln“ dürfe. Die Kirche hatte bisher kein Interesse daran, Anschläge auf Christen in den Vordergrund zu spielen. So ist es ein Fanal, dass Erzbischof Franceschini jetzt an die Öffentlichkeit trat. Er meint offenbar, dass Vertuschung nicht helfen kann. Für Oktober hat der Papst zu einer Sondersynode über die Lage der Christen im Nahen Osten eingeladen. Dabei wird auch die Christenverfolgung in der muslimischen Welt ein Thema sein.

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Von einer erneuten Ausrufung der Kreuzzüge sind wir ja leider noch Jahre entfernt.

Time am 14. Juni 2010

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Regensburger_Rede
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/03/mohammedanismus-ist-vielgotterei/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/05/der-alla-hubal/
4) http://www.islamic-shop.de/neuershop/index.php?cPath=3&osCsid=2183jokipo0gjv4nfb6i0nd481
5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/06/08/die-was-passiert-dann-maschine/
6) http://www.kath.net/detail.php?id=26941

PS.: Einen sehr lesenswerten Aufsatz von Necla Kelek über die Studie von Christian Pfeiffer in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Mohammedanismus und erhöhter Gewaltbereitschaft finden Sie unter
http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E130529FC08664FB18812BD5ACB586EB2~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Brücke Türkei? Absurd!

5. Juni 2010

Es hat fast den Anschein, als ob selbst die hartgesottensten Türkeifreunde und Orkversteher in der FAZ-Redaktion allmählich das kalte Grausen erfasst, wenn sie nach Südosten blicken. Nach Joseph Croitoru und Wolfgang Günther Lerch gestern (1) brachte heute – dezent aber deutlich – Michael Martens seine Zweifel gegenüber der mohammedanistischen Welt zum Ausdruck. Zwar referierte er erneut den Humbug „Ergenekon“ und „tiefer Staat“, er verschwieg den Lesern, dass der Mörder den Bischof Padovese mit dem Schrei „Alla ist der Größte“ ritualmordhaftig durch das Aufschlitzen des Halses (2) „halal“ schlachtete (was nach Meinung unserer MSM ja darauf hindeutet, dass der Mord mit Alla und dem Mohammedanismus rein gar nichts zu tun hat, ebenso wie das Motiv für Bankraub ja bekanntermaßen auch nicht die Gier auf Geld ist), und er war sich auch nicht zu schade, eine Spur ernsthaft verfolgenswert zu nennen, die die „Hürriyet“ in Richtung Missbrauch legte, indem sie ein angeblich „väterliches Verhältnis“ zwischen Padovese und seinem Killer behauptete.

Martens Schlussabsatz jedoch offenbart m.E. einen Zynismus, der aus tiefer Verzweiflung herrührt und jederzeit in totalen Ekel umschlagen kann.

Herr Martens, begreifen Sie, es gibt nichts Gutes im Mohammedanismus! Kommen Sie zu uns! Wir brauchen Sie! Ihr Traum von der „Brücke Türkei“ ist absurd. Diese Brücke wird einstürzen, bevor sie fertiggestellt ist!

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Zwischen Rom und Anatolien

Der Mord an dem Vorsitzenden der türkischen Bischofskonferenz

Sogar die Eltern des Mörders waren gekommen. Beim Gedenkgottesdienst für den ermordeten katholischen Geistlichen standen sie eine Weile schweigsam in der Kirche, in der das Opfer gepredigt hatte. Später verließen sie das Gebäude durch einen Seitenausgang. Der Priester sprach in seiner Predigt von dem Glauben, dass das Blut des Opfers nicht vergebens vergossen worden sei, da sein Tod „die Beziehungen zwischen Rom und Anatolien, Italien und der Türkei, Christentum und Islam“ gestärkt habe. Das Teilen von Leid, sagte der Priester, eine die Menschen mehr als alles andere.

Diese Worte wurden im Februar 2007 in der türkischen Hafenstadt Trabzon am Schwarzen Meer gesprochen, am ersten Todestag des katholischen Geistlichen Andrea Santoro, der von einem 16 Jahre alten Täter in seiner Kirche erschossen worden war.

Zu den Teilnehmern an dem Gedenkgottesdienst sprach Luigi Padovese, der noch von Johannes Paul II. zum Apostolischen Vikar in Anatolien ernannt worden war und später Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz wurde. Gut drei Jahre und drei Monate danach wurde Bischof Padovese selbst ermordet. Der Mörder war vermutlich sein Fahrer – wiederum ein jüngerer Mann, wenn auch zehn Jahre älter als der von nationalistischem Hass aufgestachelte Mörder von Andrea Santoro. Ein Gericht am Tatort in Iskenderun ordnete am Freitag an, dass der Verdächtige bis auf weiteres in Untersuchungshaft bleiben muss. Nach Aussagen seines Anwalts Cihan Önal leidet der als Mörder Padoveses verdächtigte Mann an Depressionen. „Der Mord ist nicht politisch motiviert, sondern ein persönlicher Zwischenfall. Mein Mandant hat psychische Schwierigkeiten“, zitierte das Massenblatt „Hürriyet“ den Advokaten. Der Verdächtigte habe die Tat bereits zugegeben und ausgesagt, er habe sie von sich aus begangen, ohne den Einfluss, die Anweisungen oder die Hilfe Dritter, hob der Anwalt hervor.

Die Frage nach Mittätern oder Hintermännern ist politisch besonders bedeutsam in der Türkei, wo in den vergangenen Jahren mehrfach christliche Geistliche ermordet wurden. Unter besonders grausamen Umständen kamen im April 2007 zwei zum Christentum konvertierte Türken sowie ein deutscher Missionar im ostanatolischen Malatya ums Leben. Die Opfer hatten für die Filiale eines Verlags gearbeitet, der christliche Literatur verbreitet. Die als Täter gefassten jungen Männer, die ihre Opfer vor der Tötung noch gequält hatten, gerieten bald in den Verdacht, nicht allein aus eigenem Antrieb gehandelt zu haben. Oft lässt sich bei den sehr jungen oder sogar minderjährigen Mördern von in der Türkei lebenden Christen ein Hass ausmachen, der nicht islamistisch, sondern türkisch-nationalistisch ist und sich nur vordergründig auf Religion beruft. Im Umfeld des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan wird daher immer wieder betont, die Täter stünden womöglich in Verbindung zu Strukturen des „tiefen Staates“, der Morde an Christen den Anhängern der im Islam verwurzelten Regierungspartei AKP in die Schuhe schieben wolle. Nicht selten fällt in diesem Zusammenhang das Stichwort „Ergenekon“ – jene in ihrer Größe und tatsächlichen Bedeutung schwer einzuschätzende Organisation, die angeblich auch geplant haben soll, die Regierung Erdogan zu stürzen.

Zumindest in Teilen hat offenbar auch Luigi Padovese nach dem Mord an Andrea Santoro, der Priester in seinem Sprengel gewesen war, solche Sichtweisen gepflegt. „Man versucht einen Feind zu finden, um den Nationalismus wiederzubeleben“, sagte er im Jahr von Santoros Tod in einem Interview mit dem „Rheinischen Merkur“. Für Padovese, der unter Polizeischutz stand, waren die Grenzen zwischen türkischem Islamismus und Nationalismus jedenfalls fließend.

Wo die Grenzen im Fall seiner eigenen Ermordung verlaufen, ist indes noch umstritten. Die Behörden in Iskenderun beharren darauf, der Mord sei die Tat eines Verwirrten gewesen. Der Anwalt des mutmaßlichen Täters fügte hinzu, sein Mandat sei Muslim und nicht, wie es am Donnerstag zunächst hieß, Christ. Mehrere türkische Medien wollen erfahren haben, der mutmaßliche Täter habe bei seiner Vernehmung eine „göttliche Eingebung“ als Tatmotiv angegeben. „Hürriyet“ berichtete am Freitag hingegen, der Verdächtige habe ausgesagt, sich mit Padovese gestritten zu haben. Erst als Folge des Streites habe er auf den Bischof eingestochen. Aufhorchen lässt ein Bericht desselben Blattes, das einen Bekannten der Familie des mutmaßlichen Täters zitiert, der wissen will, dass Padovese zu seinem mutmaßlichen Mörder ein „väterliches Verhältnis“ gehabt habe, ohne dies genauer auszuführen.

In einem Jahr, wenn sich die Hintergründe der Bluttat möglicherweise zu einem schlüssigen Bild zusammengesetzt haben, wird man auch für Padovese einen Gedenkgottesdienst abhalten. Vielleicht wird auch dann jemand sagen, dass sein Tod die Beziehungen gestärkt habe – zwischen Rom und Anatolien, dem Christentum und dem Islam.

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Time am 5. Juni 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/06/04/der-jihad-breitet-sich-aus/
2) http://fact-fiction.net/?p=438
auch:
http://www.pi-news.net/2010/06/moslems-je-religioeser-desto-gewaltbereiter/
http://www.pi-news.net/2010/06/bischofsmoerder-ist-moslem/

Der Jihad breitet sich aus…

4. Juni 2010

… aber das Wissen über ihn auch!

Die parasitäre Anti-Religion Mohammedanismus hat sich einiger Bilder und Gebräuche der Christen und Juden bedient, um als Religion getarnt die Religionen der Welt zu vernichten. Auch wenn die Namen oder Begriffe dieselben sein mögen, sie bedeuten doch etwas völlig anderes, wenn ein Jude oder Christ oder aber ein Mohammedanist sie verwendet. Das ist keine Wortklauberei, denn ohne dass Einigkeit über die Bedeutung der Begriffe herrscht, ist eine Verständigung unmöglich und damit auch die Verbreitung von Erkenntnissen.

„Gotteskrieger“ z.B., welcher die sexuell perversen, extrem grausamen Killer aus der orientalischen Sphäre bezeichnet, ist so ein „gekaperter“ Terminus. Dabei haben diese Mörder mit Gott nicht das Geringste zu tun, mit Satan aber sehr viel.

„Märtyrer“ ist ein anderer, von den MSM überwiegend völlig falsch verwendeter Begriff. Prof. Dr. Wolfgang Huber, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, hatte im November vergangenen Jahres einen Aufsatz darüber im „Chrismon“ verfasst, um dem Wort „seine Würde zurückzugeben“ (1). Märtyrer sind Menschen, die nicht um den Preis der Verleugnung Gottes leben wollen. Klar ist, dass die mohammedanistischen sogenannten „Märtyrer“ aber vor allem eines sind, nämlich Mörder! Sie sind Mörder, die bei der Ausübung ihres Verbrechens sterben. Mord, genannt „Jihad“, ist die hervorragende religiöse Praxis der Mohammedanisten, wie sie ihnen durch ihr „Böses Buch“ vorgeschrieben wird, z.B. so:

„Vorgeschrieben ist euch der Kampf, doch ist er euch ein Abscheu. Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das GUT für euch ist; und Allah weiß, ihr aber wisset nicht.“ (2. Sure, Vers 212+213; Recl. S. 52) oder so: „… so ihr im Wege Allahs erschlagen werdet oder sterbet, wahrlich, Verzeihung von Allah und Barmherzigkeit ist besser, als was ihr zusammenscharrt. Und wahrlich, wenn ihr sterbet oder erschlagen werdet, werdet ihr zu Allah versammelt.“ (3. Sure, Vers 151+152; Recl. S. 82/83)

Eine ziemlich große Rotte hatte sich, unterstützt von westlichen, gehirngewaschenen, linken Vollidioten (2), versammelt, um den Jihad über’s Meer nach Israel zu tragen. PI berichtete (3):

„Bereits einen Tag bevor die Flotte die israelische Marine konfrontierte, berichtete Al-Dschasira in Kampfstimmung und strahlte die Schlachtlieder der Besatzung aus: ‚Khaybar, Khaybar, oh Juden! Die Armee Mohammeds wird über euch kommen!‘ Khaybar war der Name des letzten jüdischen Dorfes, das von Mohammeds Armee 628 überfallen wurde. Viele Juden wurden in dieser Schlacht ermordet. Damit endete das jüdische Leben in Arabien.“

Wenn jedoch jemand unter Gottes Sonne lernfähig ist, dann sind es die Juden. Die Jihadisten holten sich daher diesmal blutige Nasen und zehn von ihnen wurde ein für allemal die Möglichkeit genommen, weiter Unfrieden auf Erden zu stiften. Das machte sie alle furchtbar wütend, zumal die Juden auch nicht um Entschuldigung baten oder die Jizia fließen ließen (4). In der Türkei, deren Führer ausloten wollen, wie bereitwillig Europa sich vor ihnen in den Staub werfen will, greift der Wahnsinn und die Mordlust um sich (5). Aber was tun, wenn – weil sie alle ermordet oder vertrieben wurden – nun partout keine Juden für Verstümmelungen und Mord mehr zur Hand sind?

Dann nimmt man sich halt einen Christen (6), wie der heutige „Tagesspiegel“ berichtet (7):

„Der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz, Luigi Padovese, ist erstochen worden. Der Angriff auf den apostolischen Vikar von Anatolien, der im Rang eines Bischofs stand, habe sich in dessen Haus in der südtürkischen Stadt Iskenderun ereignet, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Laut dem türkischen Nachrichtensender NTV soll Padoveses Fahrer die Tat begangen haben. Der 63-jährige Geistliche starb kurz nach dem Überfall im Krankenhaus.“

In der FAZ kommentiert Wolfgang Günther Lerch, der scheinbar auf völlig neuen Wegen in unserer Richtung wandelt, dies umwerfend wie folgt:

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Aufgeheizt

Es ist nicht sicher, ob der Mord an dem katholischen Bischof Luigi Padovese in der südtürkischen Stadt Iskenderun mit dem Vorgehen der Israelis gegen die „Friedensflotte“ für Gaza zu tun hat; doch der Verdacht, dass dem so sein könnte, ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Die Stimmung im Land ist aufgeheizt, auch viele Türken werfen Amerikanern und Europäern vor, diese hülfen trotz ihrer Proteste am Ende doch immer Israel. Die Flotte war ein maßgeblich türkisches Unternehmen, und auch die meisten Todesopfer waren Türken. Ministerpräsident Erdogan nannte Israels Vorgehen „Staatsterror“, die meisten türkischen Medien pflichteten ihm bei. Außenminister Davutoglu bezeichnete die Aktion als „Akt der Piraterie“, die Toten als Märtyrer. Seit Tagen gibt es auch immer wieder Protestdemonstrationen, vorwiegend in Istanbul, wo der zentrale Taksim-Platz am Montag von Menschen übersät war. Und im Kampf mit der PKK starben sechs Soldaten. In dieser Stimmung kann es geschehen, dass sich individueller Hass entlädt. Freilich waren auch schon vor Jahren Christen in Trabzon und Malatya ermordet worden.

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Ausgezeichnet, Herr Lerch, bloß die Anführungsstriche hat er bei „Märtyrer“ vergessen. Leider ist dies auch bei der zweiten Überraschung des Tages der Fall, aber das macht nichts, denn diese Überraschung ist ein FAZ-Artikel von Joseph Croitoru, der bisher als Israel-Feind auf sich aufmerksam gemacht hat (was er auch jetzt nicht ganz verleugnen kann), heute jedoch die sogenannte „Friedensflotte“ als Propaganda-Coup der Hamas geißelt.

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Die Märtyrer standen bereit

Die Eskalation auf den Booten der „Freiheitsflotte“ war  kein Zufall. Die Hamas war bestens vorbereitet. Ihre Propaganda setzte im Nu ein.

Die Bilder vom israelischen Kommandoeinsatz gegen die „Mavi Marmara“ waren kaum um die Welt gegangen, da hatte die arabischsprachige Internetseite der Hamas schon einen neuen Titelzug: Vor einem tiefschwarzen Nachthimmel, von dem große rote Tropfen fallen, segelt auf blutgetränktem Meer ein Schiff, das den Namen „Freiheitsflotte“ trägt. Die westliche Variante „Solidaritätsflotte“ muss den palästinensischen Islamisten wohl nicht kämpferisch genug geklungen haben. Sie hätte auch nicht mit ihrer seit längerem andauernden und von einer Website begleiteten Kampagne „Free Gaza“ harmoniert, deren Adresse sich übrigens nur durch den Ländercode „ps“ von jener der internationalen Aktivisten-Seite „freegaza.org.“ unterscheidet.

Große grelle arabische Lettern vermitteln auf dem schwarzroten Titelbanner die Sicht der Hamas auf den blutigen Überfall: „Massaker an der Freiheit“. Links darunter prangt eine schwarzweiße Grafik mit einer schematischen – einseitigen, versteht sich – Darstellung des israelischen Kommandoangriffs und der englischsprachigen Aufforderung, die Passagiere der „Freiheitsflotte“ freizulassen.

Klickt man sie an, leitet sie weiter zu einer eigenen Domain, der „flotilla2010“. Für besonders solidarische Besucher stehen hier mehrere Poster mit entsprechenden Parolen zum Herunterladen bereit. Sie scheinen ebenso Produkt längerer Vorbereitung zu sein wie die Rubrik „Fotos“, die nach der Stürmung der Gaza-Flottille rasch mit Bildern von den Protesten im westlichen Ausland befüllt wurde.

Zu Demonstrationen hatte denn auch nur wenige Stunden nach dem nächtlichen Militärangriff der stellvertretende Parlamentsvorsitzende der Hamas, Ahmad Baher, aufgerufen, und zwar in einer Rede, bei der man sich des Eindrucks kaum erwehren kann, auch sie sei, im Kern zumindest, von langer Hand vorbereitet. Nur ein einziges Mal versprach Baher sich beim Ablesen, oder vielmehr Rezitieren, seiner über acht Minuten langen Erklärung, die von beiden Satellitensendern der Hamas live übertragen wurde. Für eine spontane Presseerklärung mutet der Text inhaltlich wie sprachlich sehr ausgefeilt an – Baher führte sogar Bestimmungen des internationalen Seerechts mit den entsprechenden Paragraphen auf. Jedes Wort, jede Wendung war wohlüberlegt, der Adjektive, mit welchen die angebliche Vorsätzlichkeit des „Kriegsverbrechens des zionistischen Gebildes“ suggeriert wurde, waren reichlich.

Die Ansprache schloss mit Siegesparolen: Gleichgültig wie viele der Aktivisten zu Märtyrern geworden seien oder von den Zionisten nun entführt würden – die „Freiheitsflotte“ werde, wie überhaupt das palästinensische Volk, siegen. Eine ähnliche Rhetorik verwendete am folgenden Tag Faiz Abu Schumala, der Leitartikler der Hamas-Zeitung „Felesteen“. In seinem Beitrag allerdings siegte nicht das gesamte palästinensische Volk, sondern nur Gaza, und zwar über die Fatah, die Rivalin aus der Westbank. Hier nämlich ging es um den innerpalästinensischen Medienkrieg, den die Hamas mit ihren beiden fast pausenlos live sendenden Fernsehkanälen gegen die Säkularen mit ihrem nur einen Sender wieder einmal gewonnen zu haben meint: Stunden habe es gedauert, triumphierte der Autor, bis der Fatah-Sender über den Angriff endlich zu berichten begann. Nun: Ähnlich wie in Israel war man dort offenbar, anders wohl als in Gaza, vom Ausgang des Kommandoangriffs doch ziemlich überrascht.

Überrascht und sogar begeistert zeigte sich mancher Palästinenser in der Westbank von den Fernsehbildern, die zeigen, wie dürftig bewaffnete Muslime auf die israelischen Soldaten einprügeln. Ob es sich hier möglicherweise um einen gut geplanten, bewusst provozierenden Angriff der islamistischen Aktivisten auf dem Schiff handelte, war sekundär. „Wir waren stolz zu sehen, wie massiv bewaffnete Israelis, von der Sorte der Grenzschutzsoldaten, die uns jeden Tag an den Checkpoints schlagen, nun selbst Prügel beziehen“, sagte ein Mitarbeiter der palästinensischen Nachrichtenagentur „Maan“ aus Bethlehem dem israelischen Newsportal „Walla“. Es ist eine verständliche Reaktion (für Sie vielleicht, Herr Croitoru, für mich nicht. T.). Denn die israelische Aktion gegen die Gaza-Helfer gemahnt an das vielbeschworene Bild vom heldenhaften Widerstand der unterdrückten Palästinenser gegen die militärisch weit überlegenen israelischen Besatzer.

Von dieser Assoziation macht auch die Hamas in ihrer Darstellung der Ereignisse gerne Gebrauch. Freilich muss sie, will sie ihre Version von einem zionistischen Massaker an wehrlosen humanitären Helfern aufrechterhalten, manches unter den Tisch kehren. Dazu gehört, dass sich immer stärker herauskristallisiert, dass ein Teil der muslimischen Angreifer auf dem Märtyrertrip war. Das legt den Verdacht nahe, bei ihrem Angriff auf die israelischen Elitesoldaten könne es sich um eine Art Suizidmission gehandelt haben, welche die israelische Militäraktion gezielt eskalieren und sie in einem Blutbad enden lassen sollte. Für einen klaren Vorsatz sprechen die Äxte, Eisenstangen, Messer und Dolche, die zum Einsatz kamen. Diese Lesart aber passt nicht in die propagandistische Opferinszenierung der Hamas. So war gestern weder auf ihrer Internetseite – ob der arabisch- oder türkischsprachigen – noch in ihrer Zeitung „Felesteen“ irgendetwas über die türkischen Presseberichte zu lesen, in denen von dem Wunsch von zumindest drei der getöteten Türken, als Märtyrer zu sterben, die Rede war. Auch nichts davon, dass der in Holland lebende palästinensische Aktivist Amin Abou Rashed, der sich auf einem der Schiffe befand, den Angaben der niederländischen Sicherheitsbehörden zufolge früher für die europaweit operierende islamistische Wohlfahrtsorganisation „Al-Aqsa“ wirkte. Weil ihre Niederlassung in Deutschland erwiesenermaßen der Hamas nahestand, wurde sie Ende 2004 verboten. In der Begründung des Bundesverwaltungsgerichts hieß es damals: „Der Al-Aqsa-Verein unterstützt teilweise über unverdächtig erscheinende Hilfsorganisationen die Gewaltaktionen der Hamas.“

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Time am 4. Juni 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/11/09/kein-martyrer-mordet/
2) http://www.welt.de/politik/ausland/article7900193/Der-Rechtfertigungsauftritt-von-Henning-Mankell.html
3) http://www.pi-news.net/2010/05/dschihad-getarnt-als-friedensmission/#more-138709
4) http://www.pi-news.net/2010/06/wir-entschuldigen-uns-nicht-fuer-unser-ueberleben/
5) http://www.pi-news.net/2010/06/tuerkische-aktivisten-wollen-blockade-brechen/
6) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/05/02/ergenekon/
7) http://www.tagesspiegel.de/politik/katholischer-bischof-in-der-tuerkei-erstochen/1851004.html;jsessionid=93979AC4045BE09368A92A4F6A65919A

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Ergänzung, zum Thema, sehr lesenswert: http://aro1.com/wendepunkt-gasaflotte/
sowie: http://www.eussner.net/artikel_2010-06-04_14-30-38.html