Posts Tagged ‘Mahmud Ahmadinedschad’

Für den Jihad geschaffen

20. Juni 2019

Stefan Frank schrieb bei „mena-watch“ über die Marine der naziranischen Revolutionsgarden (1).

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Irans Revolutionsgarden: Terroristen zur See

Im Golf von Oman in der Nähe der iranischen Küste herrscht Krieg. Es ist eben jener Krieg, mit dem das iranische Regime seit vielen Jahren gedroht hat – woran sich viele im Westen offenbar nicht erinnern wollen.

Nachdem es bereits im Mai drei Angriffe auf Öltanker gegeben hatte, wurden am Donnerstag erneut zwei Schiffe angegriffen, darunter eines einer Hamburger Reederei. Am selben Tag griffen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen einen zivilen Flughafen in Saudi-Arabien an, es gab mindestens 26 Verletzte. Eine koordinierte Offensive?

Noch am selben Tag veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium ein Schwarz-Weiß-Video, auf dem zu sehen sein soll, wie ein iranisches Schnellboot an den bereits getroffenen japanischen Tanker Kokura Courageous heranfährt, um eine nicht explodierte Haftmine von der Hülle des Schiffes zu entfernen. Wurde hier ein belastendes Beweismittel vom Tatort zu entfernt? Westliche Journalisten waren schnell zur Stelle, um jeglichen Verdacht vom iranischen Regime wegzulenken: Der Iran habe durch solche Angriffe „wenig zu gewinnen“, glaubte ein Kommentator der amerikanischen Nachrichtenagentur Bloomberg. Wer hat etwas zu gewinnen? Die Nachrichtenagentur DPA meint es zu wissen:

„Die Zwischenfälle vor vier Wochen spielten der Führung in Riad so sehr in die eigenen Hände, dass sogar Spekulationen aufkamen, sie könnten von dort aus inszeniert worden sein. Erhärten lässt sich der Verdacht nicht. Auffällig ist bei den beiden neuen Zwischenfällen jedoch, dass sie genau an dem Tag geschahen, als der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe in Teheran weilte, um den Konflikt zu entschärfen – was den saudischen Interessen zuwider laufen würde.“

In diesem Erklärungsmodell hat nur Saudi-Arabien „Interessen“ nicht aber das iranische Regime; dieses taucht nur als jemand auf, der immer wieder – offenbar grundlos – verdächtigt wird:

„Schon seit Wochen läuft die Propaganda in Riad heiß und lässt kaum eine Gelegenheit aus, mit dem Finger auf den Erzrivalen auf der anderen Seite des Golfs zu zeigen. Die saudische Führung sieht sich vom Iran direkt bedroht. … In seiner Rede warf der greise Monarch dem Rivalen vor, die Region zu destabilisieren und die Versorgung der Welt mit Öl zu gefährden. Die Welt rief er auf, Irans ‚zerstörerische Aktivitäten’ zu stoppen.“

Was die Deutsche Presseagentur wohl für eine schlechte Idee hält, die nur „greisen Monarchen“ kommen kann.

Erinnerung an den „Tankerkrieg“ der 1980er

Im Westen wenig bekannt ist, dass die Gewässer vor Irans Küste, durch die der internationale Schiffsverkehr fließt und in der das strategische Nadelöhr, die Straße von Hormuz, liegt, seit 2007 nicht mehr von Irans offizieller Kriegsmarine kontrolliert werden, sondern von den Islamischen Revolutionären Garden (IRGC), die die Behörden der Vereinigten Staaten seit April als Terrororganisation einstufen. Die Marine der IRGC umfasst mindestens 20.000 Soldaten und über 3.000 Schnellboote. „Die Seestreitkräfte der Revolutionären Garden verfügen über eine große Anzahl an kleinen, schnellen Angriffsbooten und sind auf asymmetrische Hit-and-run-Taktiken spezialisiert. Sie sind eher wie eine Guerillaorganisation zur See“, schreibt Michael Connell, der Direktor für Iranstudien am Center for Naval Analyses. An den meisten der Vorfälle im Persischen Golf, bei denen amerikanische Schiffe von iranischen Einheiten provoziert werden, seien die IRGC beteiligt, so Connell, die Begegnungen mit der regulären iranischen Marine verliefen hingegen nach Aussagen von Navy-Kommandanten „professionell“.

Schon während des Kriegs mit dem Irak (1980-1988) hatten die IRGC in Schwärmen internationale Tanker angegriffen. Damals mussten kuwaitische Schiffe unter amerikanischer Flagge fahren, damit die US-Marine ihnen Geleitschutz geben konnte. Seit 2004 haben die Schnellbooteinheiten der IRGC immer wieder amerikanische und britische Schiffe bedrängt. Im März 2007 entführten die IRGC in irakischen Gewässern 15 britische Matrosen. Präsident Mahmud Ahmadinedschad ließ sie mit verbundenen Augen im Fernsehen vorführen, wo sie sich dafür entschuldigen mussten, dass sie angeblich in iranische Gewässer eingedrungen waren. Als „Ostergeste an das britische Volk“ ließ das Regime sie frei.

Irans neuer Einpeitscher: General Hussein Salami

Die jetzige Eskalation kommt kurz nachdem Irans „oberster Führer“ Ajatollah Khamenei einen überraschenden Wechsel an der Spitze der Islamischen Revolutionären Garden (IRGC) vorgenommen hatte. Am 21. April verkündeten Irans Staatsmedien, dass Khamenei den langjährigen Oberbefehlshaber Ali Jafari, dessen Amtszeit er erst 2017 verlängert hatte, von seinem Posten enthoben und durch den aggressiven Hussein Salami ersetzt hatte, der bislang Jafaris Stellvertreter war. Salami war jahrelang für das iranische Raketenprogramm verantwortlich. Wie tickt General Salami? Im Juli 2016 drohte er, „100.000 iranische Raketen“ seien auf Israel gerichtet. „Heute gibt es mehr denn je fruchtbaren Boden – mit der Gnade Allahs –, für die Auslöschung, das Wegwischen, den Kollaps des zionistischen Regimes.“

Im Mai 2018 verriet Salami, dass es ihm darum geht, den politisch-ökonomischen Konflikt mit den Vereinigten Staaten zu einer militärischen Auseinandersetzung zu machen: „Irans Feinde trachten nicht nach militärischer Konfrontation. Sie wollen unser Land durch wirtschaftliche Isolation unter Druck setzen. … Widerstand, nicht Diplomatie, ist der einzige Weg, sich unseren Feinden entgegenzustellen.“ Innerhalb des iranischen Regimes ist „Widerstand“ der Begriff für Terrorismus. So bezeichnet es auch die Hisbollah, die Hamas und den Islamischen Dschihad als „Widerstand“.

Im Januar 2019 kündigte Salami an: „Unsere Strategie ist es, Israel von der politischen Landkarte der Welt zu entfernen.“ Im Februar drohte er der Europäischen Union im Staatsfernsehen: „Die Raketenmacht der Islamischen Republik ist unaufhaltbar und unkontrollierbar, und wenn die Europäer sich auf irgendeine Weise verschwören sollten, uns unsere Raketenmacht wegzunehmen, dann werden wir einen strategischen Sprung machen.“ „Wir planen, Amerika, Israel und ihre Partner und Verbündeten zu brechen. Unsere Bodentruppen werden den Planeten vom Dreck ihrer Existenz reinigen“, sagte Salami bei einer am 19. Februar 2019 vom Staatsfernsehen IRINN ausgestrahlten Rede. Und weiter:

„Wir werden unseren Feind brechen. Wir haben einen Plan. Wir sind organisiert und motiviert. Wir haben Vertrauen. Wir haben Märtyrertum. Wir haben Dschihad. … Wir sind nicht für diese Welt, sondern für den Dschihad geschaffen. … Wir werden sie (unsere Feinde) auf globaler Ebene bekämpfen, nicht nur an einem Ort. Unser Krieg ist kein lokaler Krieg. Wir werden die Weltmächte besiegen.“

Salami ist sich sicher, dass die Vereinigten Staaten es niemals wagen werden, den Iran anzugreifen. In einer Rede, die er am 13. Mai 2019 – unmittelbar nach der ersten Welle von Angriffen auf Tanker im Golf von Oman – vor dem Parlament hielt, sagte er: „Ein Krieg zwischen den USA und dem Iran ist nicht möglich, weil die USA nicht die Fähigkeiten dazu haben und es niemals wagen werden, einen militärischen Krieg mit dem Iran zu beginnen.“ Die Entsendung von amerikanischen Kriegsschiffen in den Persischen Golf seien teils jahrzehntelange Routine, teils „psychologische Kriegsführung“. Amerikanische Flugzeugträger seien „ziemlich verwundbar“, darum könne „Washington“ „nicht riskieren“, sie einzusetzen.

„Das Schwert unserer Nation ist aus der Scheide gezogen“, so Salami. Auch Irans „oberster Führer“ Ajatollah Khamenei selbst spricht immer wieder davon, die USA militärisch zu besiegen: „Durch die Gnade Allahs werden wir den Vereinigten Staaten die schlimmste Niederlage ihrer Geschichte bereiten“, sagte er im März. Solche Drohungen sprach Khamenei auch schon zur Regierungszeit von US-Präsident Barack Obama aus, aller vorgetäuschten Diplomatie zum Trotz. Am 25. Juli 2015 – nur Tage nach dem angeblich erfolgreichen Abschluss der Atomverhandlungen – twitterte Khamenei ein Bild, das US-Präsident Barack Obama mit einer Pistole am Kopf zeigt.

Terrorkrieg zur See

Neben solch pauschaler Drohungen hat das iranische Regime seit fast zehn Jahren immer wieder die konkrete Drohung ausgesprochen, die Meerenge von Hormuz – die etwa 30 Prozent des weltweit verbrauchten Öls passieren muss – mit militärischen Mitteln für den Schiffsverkehr zu schließen. Würden die Sanktionen gegen den Iran ausgeweitet, werde „kein Tropfen Öl mehr die Straße von Hormuz passieren“, drohte der iranische Vizepräsident Mohammad Reza Rahimi 2011. „Wenn der Verkauf von iranischem Öl auf irgendeine Weise gestört wird, dann wird die Straße von Hormuz definitiv geschlossen“, sagte Mohammad Kossari, der stellvertretende Vorsitzende des Parlamentskomitees für auswärtige Angelegenheiten und nationale Sicherheit, im Januar 2012. Seither ist diese Drohung unzählige Male wiederholt worden – unter anderem von Präsident Hassan Ruhani. Im Juli 2018 drohte er im Stile eines Mafiabosses: „Wir haben die Sicherheit dieser Straße immer garantiert. Spielt nicht mit dem Schwanz des Löwen, ihr werdet es bereuen.“

Um solche Drohungen glaubwürdig zu machen, investiert der Iran seit langem in U-Boote, Torpedos, Raketen, Drohnen, Schnellboote und anderes Militärgerät, das zum Angriff auf Schiffe geeignet ist, und rühmt sich, Angriffskapazitäten zur See zu haben, die in der Welt ohne Beispiel seien. „Von allen Ländern der Erde ist der Iran das einzige, das Schnellboote hat, die in der Lage sind, bei hoher Geschwindigkeit Raketen abzufeuern“, sagte Ali Fadavi, Konteradmiral der Kriegsmarine der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), im Oktober 2012. „Wir haben jetzt Schnellboote, die, während sie mit über 60 km/h unterwegs sind, Raketen abschießen können.“ In von den Revolutionsgarden veröffentlichten Propagandafilmen werden diese Boote und Raketen gepriesen und verherrlicht. Das Design der iranischen Schnellboote basiert unter anderem auf dem – nicht für militärische Zwecke gebauten – britischen Schnellboot Bradstone Challenger, das am 12. August 2005 einen Geschwindigkeitsrekord aufstellte, als es die britischen Inseln in 27 Stunden und 10 Minuten umrundete. Dabei soll es eine Höchstgeschwindigkeit von 72 Knoten (133 km/h) erreicht haben. Heute steht diese ursprünglich zivile Technik im Dienst des Terrors.

Ebenso gefährlich ist die ständig erweiterte Flotte von Mini-U-Booten, die nach Angaben des Regimes unter Wasser nicht nur Torpedos, sondern auch Anti-Schiff-Cruise-Missiles abfeuern können. Zudem sollen sie von Sonar nicht zu orten sein, heißt es. Als das Einsatzgebiet der U-Boote nannte Konteradmiral Hossein Khanzadi den Golf von Oman. Im Oktober 2015 berichtete die iranische Nachrichtenagentur FARSNews, der Iran habe einen „neuen Super-High-Tech-Torpedo“ entwickelt, wie ihn außer dem Iran „nur Russland“ habe. Seine Geschwindigkeit von „100 Metern pro Sekunde“ übertreffe „bei weitem jeglichen derzeit standardmäßig von der NATO benutzten Torpedo“.

Im Dezember 2015 übten die IRGC in einem Manöver mit Drohnenbooten, Schnellbooten, Helikoptern und Anti-Schiffs-Raketen die Zerstörung eines amerikanischen Flugzeugträgers. Bilder des Manövers, bei dem die Attrappe eines amerikanischen Flugzeugträgers in einem Feuerball explodierte, wurden anschließend stundenlang im iranischen Staatsfernsehen gezeigt.

Sind die Angriffe auf Tanker im Golf von Oman der Beginn des Krieges, den das Ajatollahregime über Jahre angedroht und in Manövern geprobt haben? Salami sagte:

„Unsere Feinde sollen wissen, dass wir sie nie in Ruhe lassen werden. Das Saud-Regime soll wissen, dass es nicht überdauern wird. … Sie erwartet der Tod. Dasselbe gilt für die, die größer sind als sie. Auch Amerika ist heute erschüttert. Es hat überhaupt nicht mehr die Erscheinung einer Supermacht. Auch Amerika ist besiegt. Das zionistische Regime müht sich, durch psychologische Kriegsführung zu überleben. Unsere Feinde sind verzweifelt. Sie sind hilflos, und ihr marschiert vorwärts.“

Am 28. Mai 2019 veröffentlichte die iranische FARS News Agency ein Video, das ein riesiges Wandbild zeigt, das offenbar zu Ehren des „Quds-Tages“ am Vali-e-Asr-Platz in Teheran aufgehängt wurde. Vor dem Hintergrund des Jerusalemer Felsendoms zeigt es den Ozean als eine riesige palästinensische Kufiya, darauf lauter brennende Schiffe mit amerikanischen und israelischen Flaggen. Daneben steht auf Farsi, Hebräisch und Englisch: „Wir haben sie alle ertränkt.“ Es gibt keinen Zweifel daran, dass das iranische Regime den Terrorkrieg zur See, den es so lange und so oft angekündigt, begonnen hat. Die Ernennung von General Salami zum Oberbefehlshaber der Revolutionären Garden war der Startschuss. Der schwache Westen, da ist sich das iranische Regime sicher, kann nichts, aber auch gar nichts dagegen tun.

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Time am 20. Juni 2019

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1) https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/irans-revolutionsgarden-terroristen-zur-see/

Nazislahm = Holocaust

9. Mai 2015

Schlange

In Naziran wurde eine antijüdische Karikaturenausstellung abgesagt (1).

Das Motiv für die Ausstellung ist interessant. Ihr Veranstalter Massud Shodschaei hatte gesagt: „Wenn die Beleidigung unseres Propheten legitim ist, sollte eine Untersuchung des Holocausts genauso legitim sein.“

Damit setzt er treffenderweise Klo H. Metzel mit dem Holocaust gleich – der allerdings nur einer von vielen grauenhaften Aspekten des deutschen Nationalsozialismus ist.

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Umstrittene Karikaturen

Teheran sagt Holocaust-Ausstellung ab

Eine Ausstellung mit Karikaturen zum Thema Holocaust ist kurz vor der Eröffnung abgesagt worden. Angeblich war der Veranstalter erkrankt.

In Iran ist eine umstrittene Ausstellung von Karikaturen zum Thema Holocaust kurzfristig abgesagt worden. Die Ausstellung sollte eine Protestaktion gegen die Mohammed-Zeichnungen im französischen Satiremagazin „Charlie Hebdo“ sein und eigentlich am Samstag im Palästina-Museum in Teheran eröffnet werden.

Zur Begründung hieß es, der Veranstalter der Karikaturen-Schau, Massud Shodschaei, sei krank. Es wird aber vermutet, dass die iranische Führung vermeiden wollte, mit der Ausstellung in der Endphase der Atomverhandlungen negative Schlagzeilen im Esten zu provozieren. Shodschaei hatte über sein Vorhaben gesagt: „Wenn die Beleidigung unseres Propheten (Mohammed) legitim ist, sollte eine Untersuchung des Holocausts genauso legitim sein.“

Die Ausstellung war Teil eines Karikaturenwettbewerbs zum Thema Holocaust, an dem 312 Zeichnern aus 51 Ländern, darunter angeblich auch aus Deutschland und Frankreich, teilgenommen hatten. Die besten Zeichnung sollten ausgestellt werden und die Gewinner Preisgelder bis zu umgerechnet 20.000 Euro erhalten.

Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte die historischen Dimensionen des Holocausts immer wieder in Frage gestellt. Sein Nachfolger Hassan Rohani distanzierte sich gleich nach seiner Amtsübernahme 2013 von diesen Äußerungen und bezeichnete den Holocaust als eine bittere historische Tatsache, die auch Iran verurteile.

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Time am 9. Mai 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/karikaturen-teheran-sagt-holocaust-ausstellung-ab-13583712.html

Marwa, die Märtyrerin?

2. Juli 2013

Sherbini

Gestern jährte sich die Ermordung der ägyptischen Pharmazeutin Marwa El-Sherbini und ihres ungeborenen Kindes durch den Russlanddeutschen Alex Wiens zum vierten Mal. Das war ein willkommener Anlass für Mazyeks „islam.de“, mal wieder einen der üblichen Hetzartikel vom Stapel zu lassen (1). Er pupte: „Marwa hat ihr Eintreten für die uneingeschränkte Freiheit des Glaubens mit den Tod bezahlt.“

Aber darum ging es doch gar nicht. Es ging nicht um Religion. Es ging viel mehr um den Platz auf einer Schaukel, die sich auf einem Spielplatz befand, und auf der Herr Wiens Platz genommen hatte, was Frau El-Sherbini nicht gefiel. Ein Wort gab das andere, und Herr Wiens bezeichnete Frau El-Sherbini als „Terroristin“, „Schlampe“ und „Islamistin“ – in der Tat grauenhafte Beleidigungen! Die „taz“ vom 6. Juni 2009 (2):

„Marwa E. zeigte ihn an, kurze Zeit später wurde der russlanddeutsche Mann, der seit 2003 in Deutschland lebt, zu einer Geldstrafe verurteilt. Weil er arbeitslos war, fiel die Strafe mit 780 Euro gering aus. Während des Prozesses sagte W. nach Angaben der Staatsanwaltschaft, ‚solche Leute’ seien nicht beleidigungsfähig, da sie ‚keine richtigen Menschen’ seien. Die Staatsanwaltschaft hielt daraufhin eine Freiheitsstrafe für angemessen und ging in die Berufung.“

Die „taz“-Schreiber scheinen ja maßlos gut zu verdienen, wenn für sie 780 Euro „gering“ sind. Ich meine, dass für Herrn Wiens 780 Euro viel Geld waren. Ich denke auch, dass er über Deutschland maßlos enttäuscht war, das eine Frau in Schutz nahm, die letztlich eine Verfassungsfeindin war und dies auch noch stolz zur Schau stellte. Ich glaube auch, dass er sich durch die Berufung in die Ecke gedrängt fühlte, was seine Wahnsinnstat begünstigte. Auf „islam.de“ wird daraus jedoch eine lang geplante, „heimtückische“ Tat. Mazyek instrumentalisiert bedenkenlos:

„Marwa El-Sherbini ist für uns alle ein großes Vorbild an Zivilcourage und sie hat am Ende sogar mit ihrem Leben dafür bezahlt. Ihr Vermächtnis ist das Eintreten für die uneingeschränkte Freiheit des Glaubens, welche in unserem Grundgesetz verankert ist; dies gilt es zu verteidigen, gerade auch in diesen Tagen. Dazu zählt die Toleranz gegenüber dem Andersdenkenden, Andersaussehenden, uch (bitte a vor dem u einfügen, T.) das religiöse Tragen eines Kopftuches gehört dazu.“

Für Mazyek ist es also ein Zeichen von „Zivilcourage“, wenn eine Apothekerin einen Hartz-4-Empfänger mit der Staatsanwaltschaft im Rücken fertig macht. Das entspricht der mohammedanistischen Auffassung von Mut, der bei ihnen dann vorliegt, wenn zehn Orks einem Nichtork gemeinschaftlich den Schädel eintreten. Der „Antisemitismusforscher“ Peter Widmann indes hatte schon 2009 sogar eine antimohammedanistische Verschwörung ausgemacht, die bis in die Mitte der Bevölkerung reiche (3):

„’Dieser Anschlag wurde möglicherweise atmosphärisch durch eine Hassszene im Internet vorbereitet und durch problematische Tendenzen unter bestimmten Intellektuellen, die bis in die Mitte der Gesellschaft reichen’, sagte Wissenschaftler Widmann.“

Bei Wikipedia werden der Auslöser Schaukelstreit und die spätere Eskalation nicht genannt (4), und es heißt dort, eine dritte Person habe die Polizei gerufen. Die FAZ vom 28. Oktober 2009 hatte jedoch gemeldet:

“Er nannte sie ‘Islamistin’ und ‘Terroristin’. Andere griffen ein. Marwa al Scharbini rief mit dem Handy einer weiteren Frau die Polizei.”

Marwas Nachname wird in unzähligen Varianten wiedergegeben. Eine ulkige Reaktion zeigte damals übrigens Mammut Gardinenstange. Wiki:

„Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete die Tat als ‚vorprogrammiert’ und verlangte eine Sanktionierung Deutschlands durch die Vereinten Nationen.“

Immerhin bringt Wikipedia auch die Ansicht des marxistischen Soziologen und Erziehungswissenschaftlers Hartmut Krauss (5):

„Hartmut Krauss bezeichnete die mediale Darstellung des Sherbini-Mordes als realitätswidrig. Krauss berief sich auf die Informationen bezüglich des Tatmotivs, welche der ermittelnden Staatsanwaltschaft vorlagen, und postulierte, es habe sich bei der Tat um das Ergebnis eines ‚emotional hochgeschaukelten’ Streits gehandelt. Des Weiteren kritisierte er eine aus seiner Sicht eindeutige interessenpolitische Verwertung des Falles durch die Muslimverbände, die dieses Verbrechen als vermeintliches Resultat einer angeblich vorhandenen ‚Islamophobie’ ausbeuten würden.“

Entlarvend war die Reaktion der Familie, über die die FAZ am 30. Oktober berichtet hatte, dass sie „Schmerzensgeld vom Freistaat Sachsen“ für die Ermordete verlange, und die Ermordete also solchermaßen noch vergolden wollte, und dass sie einen Strafantrag gegen den vorsitzenden Richter gestellt hatte.

Frau El-Sherbini war das bedauernswerte Opfer eines psychopathischen Irren, aber eine „Märtyrerin“ ist sie nicht.

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Time am 2. Juli 2013

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1) http://www.islam.de/22506
2) http://www.taz.de/!37146/
3) http://www.taz.de/!37146/
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Marwa_El-Sherbini
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Krauss

Im Interview: Badreddin Hassoun

15. Juni 2012

Mammut „Ragdoll“ Gardinenstange ist das frömmere der beiden Orks, wie man an dem Gebetsfleck (1) auf seiner Stirn sehen kann, und er hat deshalb einen höheren Score bei Alla, dem blutsaufenden Mondgott. 

Am 11. Juni brachte die FAZ ein Interview von Rainer Hermann mit dem Großmufti Syriens Badreddin Hassoun, der in der säkularen Republik Syrien der oberste sunnitische Geistliche ist. Rainer Herrmann:

„Der 1949 in Aleppo als Sohn eines Religionsgelehrten geborene Geistliche hat sich mit seinem Einsatz für den Dialog mit anderen Religionen und mit seiner durch die islamische Mystik geprägten Toleranz gegenüber anderen bei dogmatischen Muslimen viele Feinde gemacht. Er steht dem syrischen Staatspräsidenten Baschar al Assad nahe. Nach Morddrohungen gegen ihn wurde am 2. Oktober 2011 sein Sohn Sariya, eines seiner fünf Kinder, getötet.“

Ich habe keinen Score bei Alla, aber meine Kinder leben alle noch…

Rainer Hermann stellt „Mystik“, „Toleranz“ und „Dialog“ in den Vordergrund seines Einleitungstextes, aber während des Interviews wird m.E. klar, dass man auf den Mufti keine Hoffnung setzen kann. Er mufft unter dem Talar:

„Dazu gehört auch, Land im Namen einer Religion zu beanspruchen und im Namen des ‚Gelobten Landes’ mehr als vier Millionen Palästinenser zu vertreiben. Die Mauer in Berlin hatte Ost und West ideologisch geteilt, bei der Mauer in Palästina geht es um Religion.“

Dies sind die üblichen Lügen gegen Israel, den Staat der Juden.

In Folge der arabischen Angriffe auf den 1948 gegründeten, demokratischen Staat Israel war es zur Flucht und teilweisen Vertreibung von 700.000 bis 750.000 Mohammedanisten gekommen (2). Diese waren ihrerseits überwiegend erst nach 1918 im Rahmen des Jihad massiv in die Region eingesickert, weil das Land nunmehr seit langem wieder unter britischer, d.h. christlicher Herrschaft stand (3). Israel war nach dem Ende der Kampfhandlungen bereit gewesen, 300.000 der Flüchtlinge wieder aufzunehmen, was die Führer der Orks ablehnten.

Heutzutage soll es fast zehn Millionen „Palästinenser“ geben, davon 3,7 Millionen im Gazastreifen und der Westbank (4). Was für eine fantastische Vermehrungsrate!

Jedenfalls macht Mr. Mufti „Puppenspieler“ unmissverständlich deutlich, dass er das Jihad-Konzept verinnerlicht hat und gutheißt. Er ist es, der die Fesseln seiner gehirnwaschenden Ideologie nicht abstreifen kann, und diesen Defekt auf Israel projeziert.

Der Rest seiner Worte ist m.E. blumiges Beiwerk, aber lesen Sie selbst.

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„Ich sehe keinen arabischen Frühling –
ich sehe ein großes Feuer“

Eminenz, droht in Syrien ein Religionskrieg wie im Libanon und im Irak?

Viele wollen diesen Krieg. Es wird aber nicht dazu kommen. Und zwar nicht, weil es der Mufti oder Präsident Assad oder Moscheen und die Kirchen nicht wollen, sondern weil die gebildeten und säkularen Syrer dagegen sind. Sie sind klüger als die Salafisten.

Ihr Sohn Sariya ist getötet worden, nur weil er der Sohn des Muftis war.

Wir Syrer sind über jedes Massaker bestürzt. Wir wissen nicht, was es mit Religion zu tun haben soll, „Allahu Akbar“ zu rufen und das Maschinengewehr zu benutzen. Mein Sohn ist ein Beispiel dafür. Im April 2011 war ich aufgefordert worden, mich von der Regierung loszusagen und Syrien zu verlassen. Ein arabischer Prinz hat mir eine große Villa angeboten. Ich erwiderte, ich sei nicht gegen die Opposition. Sie habe aber kein Programm, sie wolle nur den Sturz des Regimes. Ich sagte, ich wolle nicht das Regime beseitigen, ohne einen Plan zu haben, was an seine Stelle treten soll. Dann erhielt ich Morddrohungen. Was ist das für eine Opposition? Als sie mich nicht erreichen konnten, wählten sie meinen Sohn. Mein Sohn studierte, beschäftigte sich nie mit Politik und trug nie ein Messer. 15 bewaffnete Jugendliche aus den Dörfern Safkanaz und Saraqib bei Idlib lauerten ihm auf. Drei von ihnen wurden verhaftet. Sie sagten aus, sie hätten aus dem Ausland 100.000 Dollar für die Ermordung meines Sohnes erhalten.

Was haben die Mörder Ihres Sohnes gegen Sie?

Die Fanatiker greifen mich wegen meines Denkens an. Die Propheten haben eine Botschaft gebracht: die Heiligkeit Gottes und die Würde des Menschen. Die Tötung eines Menschen wiegt schwerer als die Zerstörung aller Orte, an denen Gottesdienste abgehalten werden. Wer behauptet, Gott sei an der Klagemauer, im Vatikan oder in der Kaaba, der verbreitet Lügen. Das sind nur Plätze, um sich zu versammeln. Gott lebt nicht dort. Niemand sollte also daran gehindert werden, heilige Orte zu besuchen. Ich würde jeden nach Mekka lassen, unter der Bedingung, dass er dem Ort den gebührenden Respekt erweist. Ist Gott Muslim, Christ oder Jude? Nein, Gott ist für uns alle. War Jesus etwa katholisch, orthodox oder Protestant? War Mohammed Sunnit oder Schiit? Das sind doch alles Lügen von Politikern und Geistlichen.

Weshalb haben Sie bei Ihrer Deutschlandreise in der Marburger Elisabethkirche gebetet?

In Indien habe ich in einem Hindutempel gebetet, in Marburg in der Elisabethkirche. Ich habe weder zu Jesus noch zu Mohammed gebetet, sondern zu Gott, und ich finde Gott an jedem Platz. Die Fernsehsender „Al Dschazira“ und „Al Arabiya“ bieten Kleriker gegen mich auf, die sagen, der Großmufti Syriens stehe außerhalb der Religion, nur weil ich sagte: „Lob dem Gott aller Menschen“ und nicht „Lob dem Gott aller Muslime“. Ich habe ein Problem mit jenen, die Land im Namen Gottes oder eines Herrschers besetzen. Dazu gehört auch, Land im Namen einer Religion zu beanspruchen und im Namen des „Gelobten Landes“ mehr als vier Millionen Palästinenser zu vertreiben. Die Mauer in Berlin hatte Ost und West ideologisch geteilt, bei der Mauer in Palästina geht es um Religion.

Religion prägt stärker als Politik?

Ideologien wie Sozialismus, Demokratie und Kapitalismus sind von Menschen gemacht. Im Orient sind die religiösen Bewegungen das Problem. Die Menschen beziehen Religion auf die Erde. Die Religion ist aber nicht die Erde, sie ist nicht in der Kaaba und nicht im Felsendom, nicht im Tempel des Salomo und nicht in der Grabeskirche. Die Religion ist im Herzen, egal, ob ich in Washington bin, in Moskau, Berlin oder Mekka. Das Problem in unserer Region ist das Spiel der Geistlichen, das dann die Politiker ausbeuten.

Jede Religion kennt in unterschiedlichen Epochen Intoleranz gegenüber angeblich Ungläubigen. Fühlen Sie sich von den Salafisten bedroht?

Die Wahhabiten sagen „Tauhid“, also Monotheismus. Sie halten alle Muslime, die nicht ihrer strengen wahhabitischen Lehre folgen, für Polytheisten. Im wahren religiösen Verständnis gibt es aber keine Salafiya, sondern nur Gott und den Menschen. Man hat ehrfürchtig zu diesem Gott zu blicken und den Glauben der anderen zu respektieren. Jede religiöse Botschaft hat dem Menschen zu dienen. Heute versteckt sich die politische Herrschaft in Saudi-Arabien und einigen Golfstaaten im Gewand der Salafiya. Sie wollen die ganze islamische Welt regieren, nicht nur Saudi-Arabien. Die Salafisten verschließen sich der Entwicklung des Denkens.

Was geschieht dann in den Moscheen?

Martin Luther hat seine Wohnung nicht in eine Kirche umgewandelt, sondern in eine Universität. Kirchen und Moscheen spielen heute nicht ihre wahre Rolle. Jede Kirche und jede Mosche muss in eine Universität und einen Ort des Lernens umgewandelt werden, an dem sich die Menschen austauschen, nicht, um Ikonen und Statuen zu verehren. Jesus hat keine Kirchen gebaut. Er hat das Land durchstreift, um zu lehren. Kehrte Jesus zurück, er würde die goldenen Leuchter und die Heiligenbilder nicht akzeptieren. Kehrte Mohammed zurück, er würde alle Teppiche aus den Moscheen reißen, würde sie verkaufen und das Geld an die Armen verteilen. Der Schlüssel zum Himmel liegt nicht beim Mufti und nicht beim Kardinal, auch nicht bei Gott. Gott hat uns geschaffen und den Himmel, und er hat den Schlüssel in die Hand jedes Einzelnen gelegt.

Unterstützen Sie einen säkularen Staat?

Es waren die Menschen, die Ideen wie Demokratie und Sozialismus, Säkularismus und zivile Ordnungen entwickelt haben. Die Propheten haben keine Staaten gegründet, sondern die Menschen ermuntert, ihre eigenen Staaten zu errichten. Die Französische Revolution hat nicht die Kirchen zerstört, sondern das Gefängnis, sie war nicht gegen die Religion gerichtet, sondern gegen die Allianz des Klerus mit dem König, wie wir es heute in einigen Staaten der arabischen Welt sehen. Dort sagen die Geistlichen, wer in ihren Ländern demonstriere, sei gegen den Islam und ein Ungläubiger, wer aber in Syrien demonstriere, sei mit Gott.

Ist das säkulare Denken durch die Aufstände in der arabischen Welt bedroht?

Ich sehe keinen arabischen Frühling – ich sehe ein großes Feuer. So haben sie es gewollt. Ägypten wird mit Israel gleichziehen. Hier gibt es einen jüdischen Staat, und dort wird es einen islamischen geben. Wo bleibt dann der Staat des Menschen?

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Time am 15. Juni 2012

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/01/27/to-know-him-is-to-hate-him-2/
2) http://de.wikipedia.org/wiki/Nahostkonflikt
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/06/24/pallie-besatzer/
4) http://de.wikipedia.org/wiki/Palästinenser

weitere Links:
https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/08/12/zum-32-mal-scheitern/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/12/07/palastina-jordanien/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/09/18/die-judenverschworung/

Iran vergiftet uns

24. Januar 2011

Zur Täuschung der Weltöffentlichkeit lassen die mohammedanistischen Machthaber des Iran von Zeit zu Zeit angebliche Drogen verbrennen und angebliche Dealer aufhängen. Der größte Dealer aber ist offenbar das Regime selbst. Dies stellte ein Artikel aus der „Welt“ vom Freitag, 21. Januar, dar. Er steht online (1), aber da Links hier eher wenig genutzt werden, bringe ich ihn vollständig.

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Iran ist einer der weltweit größten Heroinhändler

US-Depeschen berichten vom rasanten Anstieg des iranischen Drogenschmuggels nach Europa. Staatliche Stellen sind maßgeblich beteiligt und erschließen sich so neue Finanzquellen.

Der Iran – oder zumindest die iranische Revolutionsgarde – soll seit wenigen Jahren einer der größten Drogenhändler der Welt sein. Das geht aus einer ganzen Reihe als geheim klassifizierter US-Depeschen hervor, die „Welt Online“ vorliegen. Die Depeschen stammen von der amerikanischen Botschaft in Aserbaidschan. Eine zentrale Aufgabe der Botschaft dort besteht darin, den Iran zu beobachten, denn es gibt intensive Kontakte zwischen den Volksgruppen in beiden Ländern. Der Drogenhandel läuft dort den Unterlagen nach direkt unter den Augen der Amerikaner ab: Die Hauptroute führt durch Aserbaidschan nach Europa.

Unter Bezug auf vertrauliche Angaben örtlicher UN-Ermittler der internationalen Drogenbekämpfungsbehörde meldet eine geheime Depesche vom 12. Juni 2009 einen schwindelerregenden Anstieg des Drogenhandels vom Iran über Aserbaidschan. Zumindest ist die Menge der beschlagnahmten Drogen sprunghaft angestiegen: Im ganzen Jahr 2006 seien nur 20 Kilo Heroin iranischen Ursprungs in Aserbaidschan entdeckt worden, im ersten Quartal 2008 dagegen 15.000 Kilo, und im ersten Quartal 2009 seien es schon „annähernd 59.000 Kilo“ gewesen. Das Heroin, so berichtet die Botschaft, sei nach Angaben der aserbaidschanischen Regierung „voll laboraufbereitet“ und „marktfertig“.

Dass es überhaupt eine UN-Präsenz in Aserbaidschan gibt, geht den Depeschen zufolge auf eine persönliche Bitte von Staatspräsident Ilchan Alijew zurück, der über die Entwicklung alarmiert war.

Laut einer Schätzung der Behörden wurden in Afghanistan im Jahr 2008 etwa 7700 Tonnen Rohopium produziert, was etwa 770 Tonnen Heroin entspricht. Afghanistan ist weltweit der bei Weitem größte Produzent von Opium. Allein im ersten Quartal 2009 hätte Aserbaidschan laut Depeschen etwa 7,5 Prozent der Heroinproduktion aus afghanischem Opium beschlagnahmt.

Wenn man das auf das ganze Jahr hochrechnet und berücksichtigt, dass etwa 20 Prozent des weltweit produzierten Heroins durchschnittlich von Sicherheitsbehörden beschlagnahmt werden, so lässt sich daraus nur ein Schluss ziehen: dass ein guter Teil des weltweiten Drogenhandels über den Iran läuft, dass der Iran den Löwenanteil der afghanischen Rohopiumproduktion kauft und der größte Teil der weltweiten Heroinproduktion im Iran erfolgt. Die Depeschen zeigen auch, dass staatliche Stellen im Iran involviert sind. Wenn Drogen schmuggelnde Iraner von Aserbaidschan festgenommen und in ihr Heimatland ausgeliefert werden, sind sie oft schnell wieder im Geschäft.

In einer als „Secret/Noforn“ klassifizierten Depesche (geheim, kein Zugang für Ausländer) versucht die amerikanische Botschaft in Baku am 26. September 2008 die Gründe für den explosionsartig wachsenden Drogenhandel aus dem Iran zu verstehen. Die Beschlagnahmungen entsprechen nur „rund einem Fünftel des Gesamtvolumens an Heroin, das nach Aserbaidschan kommt“, heißt es da, und „95 Prozent kommt aus dem Iran, fast die gesamte Menge geht weiter auf den europäischen Markt“.

Schätzungen zufolge geben Europas Drogenabhängige jährlich rund 15 Milliarden Euro für Heroin aus. Das bedeutet, dass die iranischen Drogenhändler bei Europas Konsumenten Hunderte Millionen, wohl eher mehrere Milliarden Euro abkassieren – ein Gramm Heroin kostet Experten zufolge auf der Straße (in Europa) etwa 60 Euro. Die Großhändler erhalten davon etwa die Hälfte.

Wer aber sind die iranischen Händler, und warum die plötzliche Route über Aserbaidschan? Die Depesche aus dem Jahr 2008 verweist auf die Tatsache, dass die bisherige Hauptroute über das Kurdengebiet in die Türkei durch den eskalierenden, bewaffneten Konflikt zwischen der türkischen Armee und der PKK schwierig geworden sei. Ein anderer Faktor sei, dass die russische Drogenmafia von Aseris beherrscht würde. Vor allem aber zeigt die Entwicklung nach Meinung der UNODC-Ermittler – so heißt es in der Depesche aus dem Jahr 2008 – dass es neuerdings große Heroin-Labore im Iran zu geben scheint, vor allem in Täbris, und dass der Iran zu einem „bedeutenden Produktions- und Transportzentrum für Heroin in Richtung Europa“ heranwächst.

In einem Kommentar der Botschaft am Ende der Depesche heißt es, die Angaben der Gesprächspartner „decken sich mit unseren Eindrücken“. Hinzuzufügen sei jedoch, dass zwar das aserbaidschanische Ministerium für Nationale Sicherheit „große Fortschritte“ im Kampf gegen den Drogenschmuggel mache, dasselbe könne man jedoch nicht von der Zollbehörde und den Grenztruppen behaupten. Obwohl die Zollbehörde über spezielle „K-9“-Einheiten verfüge, würden diese nicht gegen Drogenhändler eingesetzt. Bei mehreren Gelegenheiten, als Vertreter des INL (das zum US-Außenministerium gehörende Bureau for International Narcotics and Law Enforcement Affairs, eine Art Beratungsstelle für die US-Regierung zum internationalen Drogenhandel) aserbaidschanische Zollfahnder an der Grenze zum Iran begleitet hätten, „schienen die Zollbeamten unfähig oder unwillig, Fahrzeuge effektiv zu durchsuchen“.

In einer anderen, als „geheim“ klassifizierten Depesche vom 15.Oktober 2009 zitiert die Botschaft den stellvertretenden aserbaidschanischen Außenminister Khalafow mit den Worten, iranische Sicherheitskräfte kontrollierten den Handel. Wenn Aserbaidschan iranische Drogenhändler an den Iran ausliefere, damit sie ihre Gefängnisstrafen im Heimatland absitzen, dann komme es oft vor, dass sie gleich wieder freigelassen würden. „Manchmal nehmen wir dieselben Leute etwas später wieder fest, die wir eben erst ausgeliefert hatten.“

Die afghanische Regierung, so wird Khalafow in der Depesche zitiert, habe der Regierung in Baku mitgeteilt, dass „iranische Sicherheitskräfte“ aktiv mit „ausgewählten afghanischen Gruppen von Drogenhändlern kooperieren“. Außerdem hätten, so wird Khalafow in der Depesche zitiert, Verhöre festgenommener Drogenhändler ergeben, dass Angehörige der iranischen Sicherheitskräfte aktiv am Handel beteiligt seien und auch die Labore betrieben, wo das Heroin hergestellt würde.

Das Zentrum für die Produktion von Heroin aus afghanischem Rohopium sei die nordwestiranische Stadt Täbris nahe der aserbaidschanischen Grenze. Aus den Depeschen wird nicht offenbar, inwieweit der Drogenhandel einen politischen Hintergrund hat, obwohl Regierungsvertreter in Baku klagen, der Iran wolle Aserbaidschan „destabilisieren“, indem er das Land mit Drogen überschwemme. Aus vielen geheimen US-Depeschen zum Thema Iran wird aber deutlich, dass intensive Machtkämpfe zwischen verschiedenen Cliquen innerhalb der iranischen Sicherheitskräfte ablaufen, insbesondere zwischen mächtigen Führern der Revolutionsgarden und der Geheimdienste.

Im Grunde geht es darum, wer nach dem Tod des betagten „Revolutionsführers“ Ayatollah Chamenei die Macht übernehmen kann – dafür braucht man Geld, und je weniger man sich dafür auf staatliche Quellen verlassen muss, desto besser. Denkbar ist auch, dass der von Wirtschaftssanktionen geplagte iranische Staat über den Drogenhandel an Devisen zu kommen versucht. Wenn tatsächlich die Revolutionsgarden oder der iranische Staat den Drogenhandel organisieren, dann bedeutet das: Europas Drogenabhängige finanzieren das iranische Regime mit Milliardenbeträgen.

Der Hinweis in den Depeschen aus Baku auf die früher intensiver genutzte Schmuggelroute durch das Kurdengebiet und in die Türkei spiegelt sich in einer – bereits von Wikileaks veröffentlichten – vertraulichen Depesche der amerikanischen Botschaft in Ankara vom 26. September 2008. Darin wird auf einen Heroinfund im selben Jahr verwiesen, in Lastwagen einer Firma namens Menas. Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu ging damit vors Parlament.

Er beschuldigte den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der islamisch geprägten Regierungspartei AKP, Dengir Mir Firat (zugleich ein enger Berater von Ministerpräsident Erdogan in der Kurdenfrage), in den Heroinschmuggel verwickelt zu sein. Kilicdaroglu sagte vor laufenden Fernsehkameras, nachdem das Heroin gefunden worden sei, habe Firat die Zollbehörde in einem Brief aufgefordert, Menas-Lastwagen künftig nicht mehr zu durchsuchen. Firat war zuvor Mitbesitzer der Firma gewesen. Zu seiner Entlastung führte er an, er sei seit Juli 2007 nicht mehr Partner der Firma, und insofern sei er zum Zeitpunkt des Drogenfunds gar nicht betroffen gewesen. Was nach seinem Abgang passiert sei, habe nichts mit ihm zu tun. „Selbst wenn ich noch Partner gewesen wäre, was hat es mit mir zu tun, wenn in einem Lastwagen Heroin ist“, fragte er vor Millionen Fernsehzuschauern.

Irgendjemand muss ihm später gesagt haben, was es mit ihm zu tun hat. Er gab sein Amt als stellvertretender Parteivorsitzender der AKP ab, und seither gilt in den amerikanischen Depeschen aus Ankara „Korruption“ und Verwicklung in dunkle Machenschaften als eine Achillesferse der Regierungspartei. Firat blieb jedoch Abgeordneter, und somit genießt er weiterhin parlamentarische Immunität.

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Die gleiche Ausgabe enthielt auch die jüngste Entgleisung Gardinenstanges, der das mahnende Beispiel Saddam offenbar vergessen hat.

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Ahmadinedschad droht Israel und USA

Die mit Syrien und dem Iran verbündete Schiitenbewegung Hisbollah will die libanesische Übergangsregierung unter Ministerpräsident Saad Hariri zwingen, sich vom UN-Tribunal in Den Haag zu distanzieren. Das Tribunal soll den Mord an Saad Hariris Vater, dem Ex-Regierungschef Rafik Hariri, aufklären. Am Attentat 2005 waren möglicherweise Hisbollah-Funktionäre sowie iranische und syrische Politiker beteiligt. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte an die Adresse Israels und der USA: „Seid gewiss, dass die Libanesen eure schmutzigen Hände abhacken werden.“

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1) http://www.welt.de/politik/specials/wikileaks/article12265736/Iran-ist-einer-der-weltweit-groessten-Heroinhaendler.html
sehr interessant, von gestern: 2) http://www.welt.de/politik/ausland/article12308394/Wie-Irans-Revolutionswaechter-nach-der-Macht-greifen.html