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Islam? Welcher Islam? Kein Islam!

12. Juni 2015

Al Azhar

Markus Bickel berichtete auf „FAZ.NET“ über „innermohammedanistische“ „Auseinandersetzungen“ (1).

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Azhar-Universität in Kairo

Islam? Welcher Islam?

Auf den Siegeszug des „Islamischen Staats“ reagiert die Azhar-Universität in Kairo, der „Vatikan des Islam“, mit schrillen Tönen. Für einige westliche Gelehrte haben die Lehrenden nur Hohn und Spott übrig.

Osama al Azharis Waffe sind seine Bücher. Eines nach dem anderen hält der sunnitische Scheich mit dem weißen Turban in die Höhe und fordert die Zuhörer im prall gefüllten Hörsaal auf, sie zu lesen. Und übersetzt werden sollten sie selbstverständlich auch: ins Englische und Französische, ins Spanische, Urdu, Farsi und Russische, um dann in die ganze Welt verschickt zu werden.

Strengen Blickes hört der in schwarzem Gewand gekleidete al Azhari mit dem akkurat gestutzten Backenbart gar nicht mehr auf, für seine Mission zu werben: Erst wenn die Toleranz und Mäßigung lehrenden Schriften der Azhar ihren festen Platz in den Bibliotheken des Westens gefunden hätten, würden die Ungläubigen endlich aufwachen und nicht mehr dem Atheismus anheimfallen, ruft Azhari seinen Zuhörern zu, während sich die Ventilatoren an der hohen Decke langsam drehen. Inschallah, so Gott will!

Eigentlich sollte das Mitglied des Präsidialrats für Sozialdienste der altehrwürdigen Al-Azhar-Universität an diesem Mittag über „Motive und Ziele von Diffamierungskampagnen gegen die Azhar“ sprechen. Doch der junge Professor dreht den Spieß einfach um – und teilt kräftig aus. Für Stephen Hawking, den Astrophysiker, hat er nur Spott und Verachtung übrig; eine stets willkommene Zielscheibe ist außerdem der britische Autor Christopher Hitchens, der Bücher wie „Der Herr ist kein Hirte: Wie Religion die Welt vergiftet“ geschrieben hat und kritische Essays über einen rückwärtsgewandten „Islamofaschismus“.

Auch der Kolumnist Ayman al Sayad, der am anderen Ende des Podiums sitzt, bleibt nicht verschont. Der Journalist hatte die im Jahr 972 von den Fatimiden gegründete älteste Hochschule der Welt gerade in den höchsten Tönen gelobt. Einen Blick von außen sollte er in seinem Vortrag „Al Azhar und die Medien“ auf eine Einrichtung werfen, die einerseits Universität, andererseits religiöses Zentrum für Millionen Muslime auf der ganzen Welt ist. Doch das reicht dem strengen Scheich Azhari nicht. „Leider war er hier nicht Student“, kanzelt er seinen Vorredner ab und steckt damit zugleich die engen Grenzen des Azhar-Universums ab. „Jeder, der einen großen Namen trägt, sollte die Azhar besucht haben.“

Beifall brandet auf, vor allem junge Männer haben sich im großen Hörsaal der Fakultät für Massenkommunikation zusammengefunden, aber auch eine Handvoll Frauen. Die Azhariten sind die Lebensversicherung ihrer Familien, denn trotz überfüllter Räume und hoffnungslos veralteter Curricula bringt der Besuch der „Blühenden“, wie Azhar auf Arabisch heißt, noch immer Renommee und Respekt ein. Mehr als 450.000 Studenten besuchen die Universität, die in 18 ägyptischen Provinzhauptstädten und überall auf der Welt ihre Ableger hat, in den Vereinigten Staaten und Großbritannien, in Indonesien und Indien, Sudan und Somalia. Gelehrt wird an 62 natur- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Frauen und Männer getrennt.

Von wissenschaftlicher Freiheit freilich lässt sich spätestens seit 1961 nicht mehr sprechen: Der nach dem Sturz der Monarchie 1952 an die Macht gelangte Offizier Gamal Abd al Nasser nahm die Gelehrten an die kurze Leine und bestimmte den Großscheich der Universität fortan selbst. Im Gegenzug sicherte der Staat die Finanzierung zu. An dieser Ordnung wurde über Jahrzehnte nicht gerüttelt, ehe nach der Revolution gegen Husni Mubarak ein sanfter Hauch des Wandels auch die Azhar erfasste: In Zukunft dürfen die Scheichs selbst über ihren obersten Sprecher entscheiden – freilich erst, wenn der amtierende Großimam Ahmad al Tayyeb verstirbt oder sich entscheidet, freiwillig abzutreten.

Am Stolz der Azhariten, der wichtigsten Autorität der muslimischen Welt anzugehören, haben die Machtkämpfe, die Aufstieg und Fall des im zweiten Revolutionsjahr an die Macht gelangten Muslimbruders Muhammad Mursi mit sich brachten, nichts geändert. Salafisten und konservative Theologen, die traditionell über großen Einfluss in der Azhar verfügten, setzten in den zwölf Monaten der Islamistenherrschaft zwar alles daran, die Scharia-Gesetzgebung auszuweiten. Doch ihr Aufstieg wurde durch den Staatsstreich des damaligen Armeechefs Abd al Fattah al Sisi im Juli 2013 jäh gestoppt. Großscheich al Tayyeb gab dem Militärputsch seinen Segen, als er mit Sisi vor die Kameras trat. Zu einem Aufschrei führte das nicht: Staatstreu sind die Azhar-Führer seit Nasser immer gewesen, im Gegenzug genießen sie weitgehend Immunität.

Professor al Azhari ist gerade wieder voll in Fahrt gekommen, nur ein religiös-folkloristisches Beiprogramm kann ihn noch aufhalten, Koran-Rezitationen und salbungsvoll vorgetragene Verse eines als „großer Dichter“ angekündigten Poeten. Zahllose Kameras der Mobiltelefone halten das Geschehen auf dem Podium im Ibrahim-Hamrosch-Saal fest, benannt nach einem ehemaligen Großscheich der Universität. Dann aber, um kurz nach zwölf, geben die Telefone den Ruf zum Mittagsgebet von sich, der Berater des Großscheichs, Muhammad Muhanna, der das Wort ergriffen hat, muss seine Rede unterbrechen. Gottes Wille kommt per App.

Mit grünen Schärpen über den Schultern hatte ein Dutzend stolzer Studienanfänger am Vormittag vor dem Gebäude der Medienwissenschaftler in der islamischen Altstadt Kairos die Azhar-Größen empfangen: Sowohl der Vizepräsident der Universität, Ibrahim al Hodhod, als auch der Stellvertreter des Großscheichs, Abbas Shouman, sind gekommen, außerdem Dutzende Professoren, Fotografen, Kameramänner und Reporter. Roter Teppich und Plakate mit dem Hinweis, dass es sich bei der Veranstaltung „Die Botschaft der Azhar und die Verantwortung der Medien“ um ein „wissenschaftliches Seminar“ handele, sollen die Bedeutung der Zusammenkunft unterstreichen.

Seit Ende 2014 jagt eine solche Veranstaltung die nächste. Der Erfolg der sunnitischen Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) hat die Lehranstalt im Herzen Kairos aufgeschreckt – wenn auch mit einiger Verzögerung. Wochen vergingen, ehe al Tayyeb die Greuel der Mörderbande in Mossul und anderen irakischen Städten verurteilte. Dann aber so: Bei den „Terroristen“ handele es sich um eine „zionistische Verschwörung“. Äußerungen einzelner Azhar-Scheichs, die sich weigerten, die IS-Kämpfer als Gottlose zu bezeichnen, trugen ebenfalls nicht gerade dazu bei, dass sich die Universität, die mitunter als „islamischer Vatikan“ bezeichnet wird, als Hort vernünftiger Antifundamentalisten einen Namen machen könnte.

Seit ein paar Monaten hat sich der Ton verändert. Auch auf dem Podium im Ibrahim-Hamrosch-Saal. Der strenge Scheich Azhari legt großen Wert darauf, dass schon im Dezember zweihundertfünfzig Gelehrte aus aller Welt dem Aufruf der Azhar folgten, nach Kairo zu kommen, um gemeinsam eine Stellungnahme gegen den IS zu verabschieden. „Mehr als eine halbe Million Exemplare wurden davon gedruckt“, sagt er stolz. Bücher sind Azharis Waffe, Auflage seine Währung.

Dass den Terroristen und ihren Anhängern mit Worten allein nicht beizukommen ist, geht im Redeschwall der Gelehrten auf dem Podium allerdings unter. Von „entscheidenden Phasen“, „wichtigen Wendepunkten“ und „schwerwiegenden Herausforderungen“ ist in einem fort die Rede und davon, dass die Azhar – „das Minarett der Wissenschaft“ – stark genug sei, sich allein gegen Angriffe zu wehren.

Tayyebs Stellvertreter Shouman, der zuletzt Schlagzeilen machte, als er die Aufforderung an die Frauen zurückwies, das Kopftuch abzulegen, fordert die Medien dazu auf, ihrer Rolle gerecht zu werden – und „ein sehr gutes Bild des Islams“ zu vermitteln. Muhammad Muhanna, der Berater des Großscheichs, wagte sogar die Behauptung, dass es sich bei den Kämpfern des „Kalifen“ Abu Bakr al Bagdadi gar nicht um Muslime handele.

Das wurde dann zum Mantra der Azhar-Gelehrten, seit jedes Gespräch über den Islam unweigerlich bei den Greueltaten von Bagdadis Männern endet. Keine Muslime, lautet ihre Devise, um das Phänomen in den Griff zu bekommen. Kein Wort darüber, dass sich die Sunnitenmiliz in den von ihr eroberten Gebieten auf eine breite gesellschaftliche Basis stützen kann. Kein Wort davon, dass sich die IS-Fanatiker ebenso wie die Azhar-Gelehrten auf dieselben Wurzeln berufen: den Koran.

Als sich die Extremisten im Februar zur Verbrennung des jordanischen Kampffliegers Moaz Kasabeh bei lebendigem Leibe bekannten, erhob Großscheich Tayyeb Einspruch: Der Koran empfehle für solche Fälle doch die Kreuzigung und das Abhacken der Gliedmaßen! Amerikas Außenminister John Kerry muss andere Stellungnahmen im Kopf gehabt haben, als er im vergangenen Herbst vorschlug, die Azhar solle die ideologische Speerspitze moderater Muslime im Kampf gegen den IS bilden.

Aus dem modernen Palast auf einer Anhöhe in der Innenstadt von Kairo, wo Tayyeb residiert, dringen stattdessen schrille Töne und werden Intrigen gegen reformerische Kräfte gesponnen. Den Azhar-kritischen Kulturminister Gaber Asfour soll Tayyeb im März aus dem Amt gedrängt haben; bei der Absetzung der beliebten Fernseh-Talkshow „Ma Islam“ („Mit dem Islam“) ein paar Wochen später hatte er ebenfalls seine Finger im Spiel. Der Vorwurf an den Moderator Islam al Beheiry: Mit seiner Kritik an der Texttreue des traditionellen sunnitischen Establishments habe er den Islam beleidigt. Als Tayyeb im April dann das „barbarische Vorgehen“ schiitischer Milizen im Irak anprangerte, bestellte die Regierung in Bagdad den ägyptischen Botschafter ein.

Auch Volker Kauder erlebte bei seinem Treffen mit dem Großscheich in Kairo alles andere als einen nachdenklichen Gesprächspartner – geschweige denn einen „islamischen Luther“. Er habe einen „intensiven Vortrag“ über eine zionistisch-amerikanische Verschwörung anhören müssen, erzählt der Vorsitzende der Unionsfraktion in der Residenz des deutschen Botschafters, eine Verschwörung, die zur Entstehung des IS geführt habe und deren Opfer nun in erster Linie Muslime seien. Außerdem habe es längere Tiraden über die verderbliche Rolle Homosexueller und den Abfall Europas vom Glauben gegeben. Das nüchterne Fazit Kauders: „Wir sind viel weiter voneinander entfernt, als ich geglaubt habe.“

An einer schmucklosen Ausfallstraße Kairos liegt der weitläufige Campus der Azhar-Universität. Direkt gegenüber dem Denkmal für den unbekannten Soldaten. Im Oktober 1981 hatte hier eine Gruppe bewaffneter Islamisten den damaligen Präsidenten Anwar al Sadat umgebracht. Unmittelbar danach verhängte dessen Nachfolger Mubarak den Ausnahmezustand, der erst nach seinem Rücktritt 2011 aufgehoben wurde. Von dem Gefühl des Aufbruchs, das in den Tagen des Aufstands gegen den autoritären Herrscher Ägypten erfasste, ist heute nichts mehr übrig. Bleierne Zeiten sind eingekehrt vier Jahre nach der Revolution, ein Klima der Ausgrenzung und Einschüchterung beherrscht das Land.

Taschen und Metallgegenstände muss abgeben, wer den streng bewachten Eingang passieren will. Wie am Flughafen wird alles kontrolliert. Ein Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei steht hinter der hohen Pforte, ein Englischstudent weist den Weg zum Büro des Dekans der fremdsprachlichen Fakultät. Das Schlimmste sei längst vorbei, sagt der junge Mann und meint damit die Monate nach der Machtergreifung Sisis. Sicherheitskräfte rückten damals ein, viele seiner Kommilitonen wurden verhaftet. Zwanzig Studenten kamen seit Sommer 2013 bei Protesten ums Leben, allein sieben davon auf dem Azhar-Campus.

Über diese Vorkommnisse reden möchte Said Attia nicht, ebenso wenig über die Anzahl der Muslimbrüder, die heute noch Posten in der Azhar-Hierarchie besetzen. Hunderte sollen es sein. Er sei Forscher und kein Politiker, sagt der Dekan. Auch nähere Auskünfte über die Ansprache, die Sisi im Januar vor Professoren und Geistlichen hielt, wehrt er ab. „Ich habe geklatscht“, sagt er knapp und weist darauf hin, dass auch ein Sohn des Präsidenten an seiner Fakultät immatrikuliert gewesen sei.

Azhar als „Hort eines moderaten Islams“

In der vielbeachteten Rede hatte Sisi eine radikale Erneuerung islamischen Denkens gefordert und die Azhar-Lehrenden in die Pflicht genommen. Eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem eigenen System müssten diese führen, um weiteres „Verderben“ zu verhindern: Es sei „undenkbar“, dass die 1,6 Milliarden Muslime dem Rest der Menschheit das Gefühl gäben, sie töten zu wollen. „Die ganze Welt wartet auch deshalb auf Ihre Worte, weil die muslimische Nation zerrissen und zerstört wird und auf ihren Untergang zusteuert.“ Wieder machte das Wort von der Azhar als dem „Hort eines moderaten Islams“ die Runde.

„Wir glauben daran, dass wir uns erneuern müssen“, sagt Said Attia und erwähnt einen Hadith aus der Sammlung der überlieferten Gebräuche und Aussagen Mohammeds, der alle hundert Jahre einen religiösen Reformer gefordert habe. Dem Kern von Sisis Rede freilich, mit veralteten Texten und Denkweisen zu brechen, die über Jahrhunderte ungeprüft weitergegeben wurden, stimmt er nicht zu. „Es geht nicht um die Grundlagen“, sagt er. Schließlich sei doch jedem klar, dass nicht alles, was zu Zeiten des Propheten vor 1400 Jahren gegolten habe, eins zu eins auf heute übertragbar sei. Und der IS? „Sie behaupten, sie seien Muslime“, betet Attia die Azhar-Mainstream-Haltung herunter. „Meiner Meinung nach sind sie das aber gar nicht.“ Man müsse sich doch nur die Enthauptung der 21 ägyptischen Kopten an einem Strand in Libyen im Februar anschauen. So etwas habe weder der Prophet erlaubt noch der Koran. Islam? „Der Islam hat nichts damit zu tun.“

Doch was denn nun den „moderaten Islam“ ausmache, kann Attia auch nicht so recht erklären. „Harmonie“ nennt er als Stichwort, „Frieden“, „Liebe“ und „Gleichheit“ und zitiert den Koran, der fordere, dass Muslime gemäßigt auftreten sollten. Seiner Fakultät kommt dabei eine besondere Rolle zu. Ein eigener Satellitensender der Universität soll künftig in zehn Sprachen über den „wahren Islam“ aufklären. Attias Professoren werden unter den Übersetzern sein. Schon jetzt hätten sie begonnen, die Reden des Wafq-Ministers für religiöse Angelegenheiten zu übersetzen. „Die Bedeutung des Islams und Fehler von Muslimen: Hin zu einer Korrektur“, hieß die letzte Konferenz, die seine Behörde ausrichtete.

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Time am 12. Juni 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/azhar-universitaet-in-kairo-is-sind-gar-keine-muslime-13631203.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Den Bock zum Gärtner machen

30. Mai 2015

Nusrella

IS-IS? Nein, das sind
die guten Ork-Terroristen von Al-Nusra…

„Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte“, lautet ein deutsches Sprichwort. Ob das die Direktive der Obama-Administration in Bezug auf den Nahen Osten ist? Man kann Husseins Politik m.E. jedenfalls nicht jegliche Rationalität absprechen.

Dass dabei die religiösen Minderheiten wie Jesiden, Alawiten und Christen zu Tausenden abgeschlachtet werden, ist dabei dem üblichen Kollateralschaden geschuldet.

Lesen Sie einen Bericht von Markus Bickel von „FAZ.NET“ (1).

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Nusra-Front in Syrien

Moderate Terroristen?

Die Nusra-Front in Syrien bietet sich als Partner an, um das syrische Regime unter Baschar al Assad zu besiegen. Der Al-Qaida-Ableger war nicht nur an den jüngsten Erfolgen in Idlib beteiligt.

Der Siegeszug der syrischen Islamistenallianz „Armee der Eroberung“ (Dscheisch al Fatah) in der an die Türkei angrenzenden Provinz Idlib setzt sich fort. Mit der Einnahme der Stadt Ariha hat das syrische Regime am Donnerstag die Kontrolle über das letzte urbane Zentrum in der nordwestsyrischen Provinz verloren. Dem Fall der Stadt waren die Einnahme der Provinzhauptstadt Idlib sowie weiterer strategischer Orte vorausgegangen. Ein Sprecher der Aufständischen sagte, sie würden demnächst die angrenzenden von den Regierungstruppen gehaltenen Provinzen Hama, Aleppo und Latakia angreifen.

Der Erfolg der aus sieben Milizen gebildeten „Allianz der Eroberung“, zu der auch der syrische Ableger Al Qaidas, die Nusra-Front, gehört, dürfte auf die neue Zusammenarbeit zwischen Saudi-Arabien und der Türkei zurückzuführen sein. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war im März in Riad mit dem saudischen König Salman zusammengekommen, um eine gemeinsame Strategie zum Sturz des syrischen Regimes von Präsident Baschar al Assad zu vereinbaren. Wichtigster lokaler Partner des sunnitischen Regionalbündnisses ist neben der mächtigen „Ahrar al Sham“-Miliz die Nusra-Front. Der Al-Qaida-Ableger war nicht nur an den jüngsten Erfolgen in Idlib beteiligt, sondern auch bei Geländegewinnen an der Grenze zu Jordanien im Süden des Landes.

In arabischen Medien heißt es, die Vereinigten Staaten hätten dieser Strategie bei dem Treffen der Führer des Golf-Kooperationsrats (GCC) mit Präsident Barack Obama Mitte Mai in Camp David zugestimmt. In einem Interview mit dem qatarischen Nachrichtensender Al Dschazira bemühte sich der Nusra-Front-Führer Muhammad al Golani am Donnerstag, seine Gruppe als moderate Alternative zur Terrorgruppe „Islamischer Staat“ darzustellen. „Die Nusra-Front hat keine Pläne oder Befehle, den Westen anzugreifen“, sagte er. Für Al Qaida insgesamt möge das gelten, nicht aber in Syrien. Anders als der IS, der sich 2014 von seiner Organisation abgespalten hatte, setze die Nusra-Front allein auf den Sieg gegen das syrische Regime. Zudem würden seine Kämpfer, anders als der IS, nicht gegen Angehörige der alawitischen Minderheit vorgehen, der Machthaber Assad angehört.

Qatar bemüht sich seit längerem darum, die Nusra-Front von der Al-Qaida-Führung loszueisen und die Gruppe in Syrien als islamistische Alternative zum „Islamischen Staat“ aufzubauen, die eines Tages auch zu Verhandlungen mit Repräsentanten der Regierung in Damaskus bereit sei. Der syrische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Baschar al Dschaafari, warf der Führung in Doha, wo Al Dschazira seinen Sitz hat, vor, durch das Interview „mit dem Führer einer Terrorgruppe“ das „Image der Nusra-Front weißzuwaschen“. Auch Qatar hat seine Differenzen mit Saudi-Arabien über Syrien beigelegt, um vier Jahre nach Beginn des Aufstandes gegen Assad einen neuen Anstoß zum Sturz des Regimes zu geben. Die Nusra-Front könnte dabei zum entscheidenden Akteur werden.

Obwohl die Vereinigten Staaten und Russland zuletzt bekundeten, an einer neuen diplomatischen Initiative zur Lösung des Konflikts zu arbeiten, dürften die kommenden Kapitel der syrischen Tragödie eher auf dem Schlachtfeld stattfinden. Der ohne größere Gegenwehr des Regimes erfolgte Verlust Idlibs sowie Palmyras weisen darauf hin, dass sich Assads Führungsclique möglicherweise bereits auf eine Teilung einstellt: Mit Hilfe der libanesischen Hizbullah kämpft die ausgezehrte Rumpfarmee um das westliche Grenzgebirge Qalamun, das auf der strategisch wichtigen Verbindung zwischen der Hauptstadt und Homs liegt.

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Time am 30. Mai 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/die-nusra-front-bietet-sich-dem-westen-an-13619254.html

Zweierlei Maß

17. Mai 2015

Igitt

Als der Muslimbruder Mursi die Macht in Ägypten übernahm, die Wirtschaft ruinierte, den antijüdischen Terrorismus auf dem Sinai beförderte, durch seine Muslimbrüder -zig Kirchen niederbrennen ließ und viele Kopten ermorden, da war das den deutschen politisch-medialen Eliten egal.

Jetzt wurde von den neuen Machthabern die Todesstrafe gegen Mursi verhängt, und prompt entdecken unsere Anführer die Menschenrechte und die Gnade, die für Orks gelten sollen, aber auf Christen nicht angewendet werden brauchten.

Raise the flag! Stiff upper lip!

Lesen Sie einen Artikel von Markus Bickel von „FAZ.NET“ (1).

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Ägyptische Rachejustiz

Nach dem Todesurteil gegen Mursi gehört das deutsch-ägyptische Verhältnis auf den Prüfstand: Die Bundesregierung muss Präsident Sisi klarmachen, dass Rachejustiz nicht mit Entwicklungshilfe belohnt werden kann.

Die gute Nachricht zuerst: Das Urteil gegen Ägyptens früheren Präsidenten Muhammad Mursi ist nicht endgültig. Sowohl der Obermufti des Landes kann noch Einspruch gegen die Todesstrafe einlegen, als auch der seit bald zwei Jahren inhaftierte Muslimbruder selbst ein Berufungsverfahren fordern. Und auch das Gericht in Kairo, welches das Urteil am Samstag sprach, hat sich bis Anfang Juni Zeit gegeben, ein abschließendes Urteil zu formulieren.

Die schlechte Nachricht ist: Durch die Todesstrafe gegen den nach nur einem Jahr Herrschaft aus dem Amt gejagten Islamisten setzt sich der Trend fort, dass Ägyptens Rachejustiz weiter als verlängerter Arm der Militärdiktatur in Kairo fungiert. Nicht rechtsstaatliche Prinzipien lenken ihre Urteile, sondern der Wunsch nach Vergeltung. Marginalisierung, Diffamierung, Kriminalisierung und Liquidierung sind die Methoden, mit denen auch nach Abd al Fattah al Sisis Wahl zum Präsidenten im Mai 2014 gegen Mursis Muslimbruderschaft vorgegangen wird.

Richter und Staatsanwälte stehen dabei an vorderster Front: Hunderte Todesurteile, viele davon in rechtsstaatlichen Regeln spottenden Schnellverfahren gefällt, pflastern ihren Weg. Die Fortbildung ägyptischer Richter durch deutsche Partnerorganisationen des Bundesjustizministeriums – eines der Projekte der nach der Revolution gegen Husni Mubarak vereinbarten Transformationspartnerschaft – liegt deswegen längst auf Eis. Zurecht, denn damit wurden Feinde der Demokratie gestützt, nicht ihre inzwischen an den Rand gedrängten Befürworter.

Sicherlich, der Vorwurf gegen Mursi, mithilfe der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hizbullah seinen Ausbruch aus dem Gefängnis organisiert zu haben, wiegt schwer. Doch in den Wirren der Revolution gegen Mubarak, der seit seinem Sturz vier Verfahren unbeschadet überstand, ließ das Regime selbst in zahlreichen Fällen Gefangene frei, um Chaos zu stiften. Mit der Rückkehr von Mubaraks Verbündeten in die Schaltstellen der Macht werden deshalb auch alte Rechnungen beglichen.

Für Sisis Staatsbesuch in Berlin Anfang Juni verspricht das nichts Gutes. Wenn es die auf Eigenständigkeit pochende Justiz schlecht mit ihm meint, könnte die Bestätigung der Todesstrafe gegen seinen Vorgänger just auf den Tag fallen, an dem er Angela Merkel die Hand schüttelt. Dass Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei ihren Besuchen in Ägypten die hohe Anzahl an Todesurteilen zuletzt deutlich kritisierten, war deshalb richtig.

Eines muss die Bundesregierung Sisi in Berlin aber auch klar machen: Geld der Transformationspartnerschaft darf keine versteckte Entwicklungshilfe sein, sondern muss nachweislich für den Ausbau von Rechtsstaat und Demokratie verwendet werden. Und auch die vom Innenministerium geplanten Fortbildungsprojekte gehören auf den Prüfstand. Sechs Maßnahmen allein in diesem Jahr plant das Bundeskriminalamt mit den ägyptischen Sicherheitsbehörden. Wenn diese am Ende allein der Verfeinerung der Unterdrückungsmethoden dienen, liegen sie nicht in deutschem Interesse.

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Time am 17. Mai 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/kommentar-von-markus-bickel-zum-urteil-gegen-mursi-13595744.html

Wir bieten die vollständige Dekonstruktion

6. Oktober 2014

Mond

Mohammedanistischer Mustergarten:
der friedliche – weil tote – Mond,
den sie insgeheim als Gott und Paradies verehren

Markus Bickel lieferte in der heutigen FAZ einen ebenso langen wie seltsamen Kommentar ab (1). Ich kommentiere den Kommentar.

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Das Elend der arabischen Welt

(Hier hätte Bickel den Mut haben sollen zu schreiben: „Das Elend der islamischen Welt“. T.)

Im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ muss der Westen die bedrängten Rebellen unterstützen. Die arabischen Freiheitskämpfer sind trotz all ihrer Schwächen das glaubwürdigste Bollwerk gegen den mörderischen Wahn der Islamfaschisten.

(Teile des Counterjihad haben früh Vergleiche zwischen dem Mohammedanismus und anderen despotischen und totalitären Ideologien und insbesondere zwischen Mohammedanismus und Nationalsozialismus angestellt. Einerseits ist es erfreulich, dass der Terminus „Islamfaschisten“ mittlerweile akzeptiert ist, andererseits kann er nicht exklusiv auf Terror- und Massenmörderbanden wie Al Kaida und IS-IS beschränkt werden. Auch das naziranische Regime ist ein faschistisches Regime, das Regime Sudans, die Milizen Somalias und Nigerias usw. und vor allem: Die Grundlagentexte des Mohammedanismus sind faschistische Texte. T.)

Arabiens sunnitische Religionsführer sind der Herausforderung des „Islamischen Staats“ nicht gewachsen. Als „zionistische Verschwörung“ zur Zerschlagung der arabischen Welt bezeichnete unlängst der Großscheich der Al-Azhar-Moschee in Kairo absurderweise die Terrorgruppe, die auf ihrem Vernichtungsfeldzug vor keiner Minderheit haltmacht und neben amerikanischen und britischen Staatsbürgern auch einen Israeli enthauptet hat. Der Großmufti von Saudi-Arabien sieht in ihr den „Feind Nummer eins des Islams“ – obwohl Christen und Yeziden von den mordenden „Gotteskriegern“ ebenso bedroht werden wie Schiiten und sunnitische „Abweichler“.

(Auch die schiitischen Religionsführer Nazirans und des Irak „sind der Herausforderung des ,Islamischen Staats’ nicht gewachsen“, und zweifellos hat „der Großscheich“ recht, wenn er im IS-IS „Feind Nummer eins des Islams“ sieht. Denn diese Truppe wird durch ihre unbeschreibliche Grausamkeit eine vertiefte Beschäftigung der nichtorkischen Menschheit mit den Grundlagentexten des Nazislahm bewirken, und es wird sich für jeden ohne wenn und aber herausstellen, dass die Terrorbande mitnichten schlimmer wütet als Klo H. Metzel seinerzeit. IS-IS bereitet der Wahrheit den Weg. Die Wahrheit ist, dass Klo H. Metzel offenbar ein perverser, kleinkarierter, übellauniger Gierhals war, den man unmöglich zum Vorbild erwählen kann, es sei denn, man ist ein perverser, kleinkarierter, übellauniger Gierhals und glaubt, dass Gott so ein Verhalten liebt. T.)

Diese Selbstbezogenheit ist nicht neu; der sunnitische Islam steckt in einer tiefen Identitätskrise. Dass der wichtigsten sunnitischen Lehrinstanz und den Hütern der heiligen Stätten von Mekka und Medina außer leeren Formeln und kruden Verschwörungstheorien nichts zur Zurückdrängung der Dschihadisten einfällt, ist symptomatisch: Gut tausend Tage sind seit dem Aufbegehren von Ägyptern, Syrern, Libyern, Tunesiern, Bahreinern und Jemeniten vergangen – und doch kommt es einem so vor, als liege die Frühphase der Arabellion Jahrzehnte zurück. Das liegt nicht an den Aufständischen, sondern an den autoritären Herrschern, welche die Uhr auf null zurückgestellt haben. Die obersten sunnitischen Gelehrten segnen deren Vorgehen ab; als moralisches Korrektiv fallen sie aus.

(Auch der schiitische Mohammedanismus steckt in einer „tiefen Krise“. Nach dem Ende der großen modernen Totalitarismen vom deutschen Kaisertum über die russischen Bolschewisten bis zum perversen Mao ist der Totalitarismus insgesamt weltweit in einer Krise. Es ist evident, dass totalitäre Systeme die Bevölkerung nicht angemessen versorgen können, ihre geistige Beschränktheit ist für gebildete Leute unerträglich, und den Frieden nach außen können sie auch nicht halten. TV und Internet transportieren die Alternative in jeden Winkel der Erde: Die Alternative ist die offene, freie, rechtssichere Gesellschaft. Die Macht des Westens, seine Freiheit, sein Reichtum und die Reichweite der Partizipation aller an diesen ist beispiellos. Das weckt Begehrlichkeiten aber auch Ängste. Nicht jeder fühlt sich der neuen Welt gewachsen, empfindet Freude über Freiheit. Anders als Bickel es darstellt, haben die mohammedanistischen Massen sich bei „demokratischen“ Wahlen für die autoritärsten und rückwärtsgewandtesten Vertreter entschieden. Es sind nicht nur die „autotitären Herrscher, welche die Uhr auf Null zurückgestellt haben“, es ist die Mehrheit der mohammedanistischen Bevölkerung. T.)

Nicht auf die religiösen, sondern auf laizistische Kräfte kommt es deshalb an, um den Krieg in den Köpfen gegen die militanten Islamisten zu gewinnen. In Syrien, wo der „Islamische Staat“ 2013 zur stärksten Miliz aufstieg, waren es von Beginn an Leute aus der bedrängten Zivilgesellschaft, die den Dschihadisten entschieden entgegentraten. Dass die Aufständischen dem Terror des Regimes Assads und dem der Islamisten gleichermaßen ausgesetzt sind, zeigt, wie sehr beide Seiten sie fürchten. Der Opposition politisch und militärisch beizustehen wird den „Islamischen Staat“ schwächen; deren Kampf um Bürger- und Menschenrechte muss deshalb auch das Anliegen des Westens sein.

(Das Problem ist, dass es dort kaum laizistische Kräfte gibt. Die Kommunisten sind überall in der mohammedanistischen Welt ausgerottet worden – wo Bickel die angebliche „Zivilgesellschaft“ verortet, bleibt vollständig rätselhaft. Selbstverständlich hat er recht mit seinem Aufruf, die „Bürger- und Menschenrechte“ zu erkämpfen. Indes, wenn man etwas erkämpfen muss, ist es augenscheinlich nicht vorhanden. Ergo: Eine „Zivilgesellschaft“ muss in der mohammedanistischen Sphäre erkämpft werden, sie ist bis dato inexistent. T.)

Das gilt gleichermaßen in Libyen und Ägypten, wo Journalisten, Demokratieaktivisten und Arbeiterführer den Militärs, Geheimdienstlern und reaktionären Predigern ebenfalls ein Dorn im Auge sind. Die Kräfte des Wandels verdienen unseren Rückhalt, nicht die Regime und ihre religiösen Sprachrohre, die jene unterdrücken. Sanktionen wie das Einbehalten von Entwicklungshilfe bei Verletzung von Grundrechten wären Schritte in diese Richtung.

(Anstatt froh zu sein, dass Sisi die Notbremse gezogen hat, bezichtigt Bickel ihn der Komplizenschaft mit „reaktionären Predigern“. Aber die sind doch grade Muslimbrüder, welche das Land in Terror und Chaos stürzten und in letzter Sekunde entfernt wurden. Moment mal, vorhin war doch bei ihm die Rede von „säkularen Kräften“? Wer könnte das denn sein? Sind das nicht jene, die an keinen Gott glauben? Die Staat und Religion trennen wollen? Die Religion maximal als Sphäre persönlicher Spiritualität sehen? Was unterscheidet diese Menschen von der Mehrheit ihrer Mitbürger in Bezug auf den Mohammedanismus? Sie wollen vielleicht keine Scharia. Sie wollen die Hadithe und die Sira kritisch lesen. Sie möchten über die zweifellos absurden Sprüche der orkischen Grundlagentexte lachen können, ohne bestraft zu werden. Und da haben wir des Pudels Kern: 99,9% der Mohammedanisten trauen sich ein derartiges Denken nicht. Sie sind von der Wiege an darauf konditioniert, dass der Sklavenjäger, Folterer und Vergewaltiger Klo. H. Metzel „der beste Mensch aller Zeiten“ sei, darauf, dass das Wesen, welches angeblich das gesamte Universum geschaffen habe, die Vorhautamputation jedes Knaben verlange usw. Es ist die Konditionierung auf wahnsinnige und bösartige Texte, die das „Elend der islamischen Welt“ verursacht. T.)

Denn der Aufstieg des „Islamischen Staats“ ist Ausdruck des Elends der arabischen Welt; ein unbeschränkter „Krieg gegen den Terror“ wäre Wasser auf die Mühlen von Ägyptens Präsident Sisi, Saudi-Arabiens König Abdullah und Syriens Assad. Mit Verweis auf die Verbrechen der Dschihadisten kann die Koalition der Konterrevolutionäre stets neue Unterdrückungswellen rechtfertigen – und den Massen weismachen, die „Gotteskrieger“ seien Fremdkörper in einem ansonsten intakten islamischen Gemeinwesen.

(Wenn ich Bickel recht verstehe, möchte er keinen unbeschränkten Krieg gegen die „Islamfaschisten“ vom IS-IS. Er möchte ein bisschen Krieg gegen IS-IS, aber auch ein bisschen gegen Sisi & Co. Dann trifft er (ungewollt?) eine starke Aussage: „… den Massen weismachen, die ,Gotteskrieger’ seien Fremdkörper in einem ansonsten intakten islamischen Gemeinwesen.“ Das heißt, die „islamischen Gemeinwesen“ sind s.E. nicht intakt. Nur, warum sind sie das nicht? Hitlers „Mein Kampf“ ist verboten, keiner wird die Schuldhaftigkeit der bolschewistischen Textproduzenten Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao in Bezug auf den millionenfachen Massenmord an ideologischen Gegnern in Frage stellen. Nur sehr wenige Spinner erkennen nicht, dass die bolschewistischen und faschistischen Grundlagentexte ursächlich waren für millionenfaches Leid und den letztlichen Untergang der Unterdrückersysteme. Im Fall des Mohammedanismus sieht das anders aus. Da wird immer nach Rettungstüren gesucht, warum das Schwein Klo H. Metzel doch ein toller Typ sein soll, warum es damals ok gewesen sein soll, Menschen zu Tode zu foltern und Kinder zu vergewaltigen, warum es irgendwie doch ok ist, dass 1,5 Milliarden Menschen ein blutrünstiges Monster verehren. T.)

Dabei sind es keine Eindringlinge von außen, sondern mehrheitlich arabische Sunniten, die sich den Terroristen angeschlossen haben. Auf Sympathie stoßen sie von Marrakesch bis Manama. Der „Islamische Staat“ konnte nur deshalb so wachsen, weil all die Gründe, die zur Arabellion führten, weiterbestehen: Korruption, Intransparenz, Dysfunktionalität und Missachtung von Menschenrechten kennzeichnen weiterhin die arabischen Regime. Da die Repression unter Sisi abermals zur Staatsdoktrin erhoben worden ist, wächst in Ägyptens Gefängnissen schon die nächste Generation von Dschihadisten heran.

(Bickel hat recht damit, dass IS-IS ein inhärenter, genuiner Ausdruck des Mohammedanismus ist. Aber: Er wird nicht durch „Korruption, Intransparenz, Dysfunktionalität und Missachtung von Menschenrechten“ hervorgerufen. Dies ist vielmehr das, was die IS-IS-Killer durchsetzen wollen. Sie könnten an den Freiheiten der westlichen Gesellschaften partizipieren, aber sie reisen nach Syrien, um Köpfe abzuschneiden. Sie wollen KEINE Freiheit, KEINE Rechtssicherheit, KEINE Gleichberechtigung, KEINEN ehrlichen Job. Sie WOLLEN MORDEN und RAUBEN und VERGEWALTIGEN. Sie sind böse, verkommene und verdorbene Menschen, und die Verdorbenheit des Kloran – der dort realisiert wird – zieht sie an. T.)

Das ist deshalb so tragisch, weil die arabischen Freiheitskämpfer trotz all ihrer Schwächen das glaubwürdigste Bollwerk gegen den mörderischen Wahn der Islamfaschisten bilden. Sicherlich: Die Muslimbrüder gingen in Ägypten als Sieger aus der Revolution hervor, auch in Tunesien und Libyen gewannen Vertreter des politischen Islams die Oberhand. Doch viele liefen zu den militanten Kräften erst nach den Massakern über, zu denen es während des Putsches gegen Muhammad Mursis Islamisten kam. Seitdem brennt die Region, von Libyen im Westen über Syrien und den Irak bis zum Jemen im Südosten.

(Es gibt keine „arabischen Freiheitskämpfer“. Es gibt Mohammedanisten, und es gibt Counterjihadis. Die Counterjihadis werden den Mohammedanismus dekonstruieren und die Welt vor dieser entsetzlichen Gefahr retten. Wer dabei nichts zu tun hat, sollte wenigstens nicht im Weg rumstehen. T.)

Am Kampf für Menschen- und Bürgerrechte führt kein Weg vorbei, will sich die arabische Welt vom Elend des Dschihadismus befreien. Bis zu deren Durchsetzung mag noch eine Generation vergehen, wenn nicht länger, und dennoch gibt es dazu keine Alternative. Jeder Antiterrorkampf sei zum Scheitern verurteilt, hat der amerikanische Präsident Obama vor den Vereinten Nationen gesagt, wenn jungen Leuten keine Angebote jenseits der Vorgaben eines autoritären Staates oder der Verheißungen eines extremistischen Untergrunds gemacht würden. Die freie Welt muss jene Kräfte unterstützen, die sich dem „Islamischen Staat“ entgegenstellen und die es dennoch nicht akzeptieren, dass der „Kampf gegen den Terror“ für die innenpolitischen Zwecke autoritärer Regime missbraucht wird.

(Es gibt ein „Elend des Jihadismus“ – es ist deckungsgleich mit dem Elend des Nazislahm. Die nichtmohammedanistische Welt kann den Orks keine Verheißungen innerhalb des mohammedanistischen Kosmos machen, der sich um Unterdrückung, Erniedrigung und Sklaverei dreht. Die mohammedanistische Welt ist die Antimaterie der nichtmohammedanistischen Welt. Eine Welt schließt die andere aus, und die mohammedanistische Welt schließt letztlich ALLES Leben aus. Die nichtmohammedanistische Welt kann der mohammedanistischen Welt als Erlösung nur ihre vollständige Dekonstruktion – also das Leben ihrer Anhänger – bieten. T.)

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Time am 6. Oktober 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/kommentar-das-elend-der-arabischen-welt-13190924.html

Was macht eigentlich…? (#14)

24. September 2014

qantara

Auf meiner Linkliste „Inspiration“ rechts steht auch das Dimmi-Magazin „Qantara“. Ich habe es regelmäßig besucht, aber nur sehr selten einen anregenden Artikel dort gefunden. Die Bundesregierung will nun nach dem Ende dieses Jahres die jährliche Förderung von 300.000 Euro streichen (1) und in der MoT investieren.

Nein, das mit der Förderung der MoT ist natürlich ein Scherz, wir sind hier Gesinnungstäter und machen alles umsonst. Andererseits ist der Rückzug aus einem Orkorgan vielleicht ein Zeichen dafür, dass sich ein neues und islamkritischen Denken in Regierungskreisen ausbreitet – IS-IS sei Dank. Lesen Sie einen Artikel von Markus Bickel von „FAZ.NET“.

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Qantara.de vor dem Aus

Berlin reißt eine Brücke in die arabische Welt ein

Das Internetportal Qantara.de ist eine anerkannte und beliebte Brücke in die arabische Welt. Jetzt will die Bundesregierung die Förderung einstellen, wie FAZ.NET exklusiv erfuhr. Dabei ist es heute wichtiger denn je.

Wie ein Blitz traf der Beschluss der Diplomaten vom Werderschen Markt die Macher von Qantara.de Anfang September: Nur noch bis Ende Dezember könne das Internetportal gefördert werden, teilten sie dem Beirat mit. Qantara ist das arabische Wort für Brücke, und für die umtriebige Redaktion am Rhein in Bonn ist es Programm: Den Dialog mit der islamischen Welt zu pflegen, zugleich aber einen kritischen Blick auf die Förderer von Gewalt in der Region zu werfen, das hat sich die kleine Mannschaft um Chefredakteur Loay Mudhoon auf die Fahnen geschrieben.

Auch das Auswärtige Amt, das Qantara.de seit 2003 fördert, war bislang voll des Lobes über die Arbeit der Website-Gestalter, die Artikel aus der islamischen Welt auf Arabisch, Englisch und Deutsch präsentieren. 2013 gab die Leitung der Abteilung Kultur und Kommunikation eine vierzigtausend Euro teure Evaluierung in Auftrag, die dem Projekt „hohe Wertschätzung und Anerkennung als mediale Brücke zwischen Deutschland, Europa und der islamischen Welt“ bescheinigte. Es sei ein „glaubwürdiges Instrument der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands“.

Davon aber wollen die Kulturdiplomaten in Berlin nun nichts mehr wissen. Obwohl die Redaktion den Forderungen der Gutachter nachkam, ihre Präsenz im Internet zu verbessern, hieß es vor drei Wochen urplötzlich aus dem Amt, dass es keine Möglichkeit mehr sehe, Qantara.de über das Jahresende hinaus zu finanzieren. Eine inhaltliche Begründung lieferte die Bundesregierung dafür nicht, auf Anfrage von FAZ.NET heißt es aus dem Auswärtigen Amt lapidar: „Qantara wird auf jeden Fall bis Ende 2014 weiter gefördert.“

Daran hatte nie jemand einen Zweifel; das vom Amt bezahlte Evaluationsteam hatte noch im Frühjahr eine Laufzeit bis mindestens 2019 vorgeschlagen. Auch dass bestehende Honorarverträge einzelner Mitarbeiter ein so schnelles Aus gar nicht zulassen, geht unter der Schnellschlussreaktion unter, den Stecker einfach herauszuziehen. Ganz unabhängig von dem inhaltlichen Verlust, den das abrupte Ende für das kostbare Archiv mit mehr als 70.000 Artikeln aus elf Jahren bedeuten würde: Die Diskussionen um den Karikaturenstreit, die Auswirkungen des global agierenden Dschihadismus und die Auswirkungen der Einbürgerung von Muslimen in Europa, all das brachten namhafte Autoren aus dem islamischen und europäischen Kulturkreis bei Qantara.de zur Sprache. All das wäre der Öffentlichkeit von heute auf morgen nicht mehr zugänglich.

Und der Bedarf hält an, dazu genügt ein Blick in die täglichen Nachrichten: Das Zusammenbrechen staatlicher Ordnung von Jemen über Irak und Syrien bis Libyen macht Hintergrundartikel aus der Region notwendiger denn je. Bereits die arabischen Aufstände 2011 hatten das Interesse an den Umbrüchen in Nordafrika und Nahost in ungekannte Höhen getrieben: Seit 2010 hat sich die Zahl der Klicks vervielfacht, allein im Februar gab es anderthalb Millionen Zugriffe auf die Seite. 330.000 Fans hat Qantara.de auf Facebook, davon mehr als 200.000 arabischsprachige Follower. Seiner Brückenfunktion wird das Internetportal also im besten Sinne gerecht.

Stimmen aus den islamischen Ländern selbst, die sich kritisch mit dem Einfluss autoritärer Machthaber und Hassprediger auseinandersetzen, findet man in dieser Vielfalt auf kaum einer anderen Plattform. Bislang aber ist das Auswärtige Amt offenbar allenfalls bereit, Qantara.de für eine Übergangszeit weiter zu finanzieren; de facto steht es vor dem Aus. „Derzeit gibt es Beratungen über eine mögliche Anschlussförderung, die von den zukünftigen Haushaltsspielräumen abhängen wird“, heißt es in Berlin.

Die Einstellung des Erfolgsprojekts wird Außenminister Frank-Walter Steinmeier nicht helfen, sich gegen Vorwürfe zu wehren, sein Amt betreibe eine Militarisierung der deutschen Außenpolitik. Weitaus erklecklichere Summen als die jährlich rund 300.000 Euro, die Qantara.de kostet, steckt die Bundesregierung künftig in die Ausbildung kurdischer Peschmerga-Einheiten. Auch die Waffenlieferungen an die irakischen Kurden übertreffen die überschaubaren Investitionen in das von viel persönlichem Engagement getragene Kulturprojekt bei weitem. Der kleinliche Verweis auf „zukünftige Haushaltsspielräume“ ist Ausdruck davon, wie provinziell das Amt seine auswärtige Kulturpolitik betreibt.

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Hier ein paar Kommentare von FAZ-Lesern:

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Seichtes Geblubber und politisch korrekte Vernebelung – Ich habe es mir gerade angesehen und ein paar Texte gelesen. Wenn das eingestellt wird, ist das nicht weiter schlimm. DR. ANDREAS FRICK – 20.09.2014 22:30

Sponsoren aus dem Nahen Osten – Vielleicht können Sponsoren aus der arabisch-islamischen Welt – Saudi-Arabien, Qatar, … – behilflich sein, diese Brücke aufrecht zu erhalten. | Allerdings bitte unter Einbeziehung einer Meinungsvielfalt, die auch Kontroversen, unbequeme Meinungen und harsche Kritik an deren Weltbild, Ideologie und Religion zulässt ECKHARDT KIWITT – 20.09.2014 20:37

Gute Entscheidung – Eine gute Entscheidung, da es eine reine Pro-Islam-Propaganda Seite ist. Das muss nicht unbedingt auch noch mit unseren Steuergeldern gefördert werden. HENNING JOST – 20.09.2014 18:57

Qantara? – Höre davon zum ersten Mal. WOLFGANG REICH – 20.09.2014 17:45

Qantara? – Als ich den Artikel las, dachte ich „Aha. Kenn‘ ich nicht.“ Anhand des skandalisierenden Tonfalls kam ich nicht umhin, weiterzuüberlegen: „Scheint wichtig zu sein. Ist das wichtig?“ Wieviel Prozent der Leser bzw. Mitdiskutanten haben wohl schon mal von Qantara gehört? Wenn man das bei FAZ.net in die Suchmaske eingibt, kommt man zu drei (!) Treffern, seit 2011, diesen Beitrag eingeschlossen. Und nun auf einmal so ein Bohei, exklusiv erfahren? Mir scheinnt, ich habe etwas verpasst. Nur was? CHRISTIAN SCHMIDT – 20.09.2014 17:44

Gut zu wissen, was von den Zipfelmützen so alles finanziert wird. Man könnte zur Finanzierung arabischer Webseiten ja auch die Einnahmen aus dem gestrigen Blitzmarathon verwenden. Falls das nicht ausreicht einfach einen neuen Blitzmarathon ansetzen. ACHIM WENK – 20.09.2014 16:46

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Time am 24. September 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/berlin-reisst-bruecke-ein-aus-fuer-qantara-de-13164022.html

Jetzt! Sofort! Global!

13. Juni 2014

LinkeIdioten

Wenn sich 1,5 Millionen bewaffneter Soldaten nicht gegen 8.000 Rebellen durchsetzen können, zeigt dies, dass der Wille dazu nicht vorhanden ist. Mit anderen Worten: Keine nennenswerte Kraft im Irak bzw. in der Orksphäre WILL den Vormarsch der ISIS-Jihadisten im Irak aufhalten, und letztendlich ist man, wenn diese mordlustigen Verbrecher alle Kirchen abgefackelt und allen Christen die Hälse durchgeschnitten haben, ja auch unter sich – eben unter Mohammedanisten.

Da der Mohammedanismus nach den Aussagen seiner Anhänger und ihrer Speichellecker nicht das Geringste mit Mohammed zu tun hat, ja nicht einmal mit dem Mohammedanismus, kommen die deutschen Nachfolger Lenins, Stalins und Maos von der bolschewistischen Dummkopfpartei „die Linke“ denn auch auf den Titel des Webauftritts von Deutschlands angesehenster Zeitung mit einem Vorwurf, den man nur als hirnverbrannt bezeichnen kann. Die FAZ schrieb (1): „Bundesregierung trägt Mitschuld“. Wir erfahren zudem, dass CDU-Vordenker Missfelder den Amerikanern die Schuld gibt.

Da kriegt man doch die Motten: Alle sind angeblich schuld, alle, alle, alle – mit Ausnahme der Mohammedanisten, mit Ausnahme Mohammeds. Und der Kloran, in dem das alles steht, was die Mohammedanisten machen sollen, der hat mit den Greueltaten natürlich auch nichts zu tun.

Auf „FAZ.net“ referiert Markus Bickel die aktuelle Situation (2).

Wo wird das enden?

Ich glaube nicht, dass diese Perversen zufrieden sind, bevor sie nicht die gesamte Erde mohammedanistisch gemacht haben. Wenn man das aber nicht will, sollte man sie schon JETZT stoppen.

Jetzt! Sofort! Global!

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Dschihadisten auf dem Vormarsch

Bin Ladins Traum ist wahr geworden

Abu Bakr al Baghdadi ist es gelungen, in Syrien und im Irak ein riesiges islamistisches Kalifat unter seiner Kontrolle zu errichten. Der Isis-Führer ist skrupellos – und steht jetzt mächtiger da, als es Al-Qaida-Chef Usama Bin Ladin je war.

Der Hilferuf kam von oberster Stelle. Verzweifelt bat der Hohe Militärrat der Freien Syrischen Armee (FSA) in der Nacht auf Donnerstag um Unterstützung aller „freundlichen und brüderlichen arabischen Nationen“. Nur mit vereinten Kräften ließe sich der Fall Deir al Zours im Osten Syriens verhindern, argumentierten die syrischen Aufständischen. Insbesondere Saudi-Arabien, Qatar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und die Türkei seien aufgefordert, der belagerten Bevölkerung der Stadt am Euphrat beizuspringen. Ansonsten wäre Deir al Zour, das nur 150 Kilometer von der irakischen Grenze entfernt liegt, die dritte Provinzhauptstadt in drei Tagen, die der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und (Groß-)Syrien (Isis) in die Hände fiele – und das in zwei Ländern.

Seit der Eroberung der zweitgrößten Stadt des Irak, Mossul, durch die Dschihadisten am Dienstag und der Einnahme der Geburtsstadt Saddam Husseins, Takrit, am Mittwoch, sorgt die 2012 gegründete Terrorgruppe international für blankes Entsetzen. Hunderttausende sind auf der Flucht vor den Extremisten, die mit ihrer Hit-and-Run-Taktik die Armee des irakischen schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki mit einer Leichtigkeit überrannt haben, die selbst Militärfachleute überrascht. Anders als andere aus den Golf-Staaten unterstützte islamistische Milizen im Syrien-Krieg sei die von Abu Bakr al Baghdadi geführte Gruppe straff organisiert. Zudem zehre sie von der Erfahrung Hunderter ausländischer Kämpfer.

Mächtiger als Bin Ladin es je war

Im Irak sind nicht mehr als 8000 Mann dem Befehl Baghdadis unterstellt. Trotzdem gelang es ihnen, die Millionenstadt Mossul einzunehmen, in der Tausende Polizisten und Soldaten am Dienstag panisch ihre Uniformen wegwarfen und kampflos die Flucht ergriffen. Auch in der Provinz Anbar ist Malikis Heer mit seinen 1,5 Millionen Mann machtlos gegen die auf ihren wendigen Pritschenwagen schnell von Ziel zu Ziel eilenden Gotteskrieger. Hunderte Soldaten sind in der Grenzprovinz zu Syrien seit Jahresbeginn desertiert, viele haben sich dem 1971 in der Provinz Dyala geborenen Bagdhadi angeschlossen.

Drei Jahre nach der Tötung Usama Bin Ladins steht der Isis-Führer mächtiger da, als es der Al-Qaida-Chef je war. Seit Januar stehen seine Kämpfer vor den Toren Bagdads, der internationale Flughafen der irakischen Hauptstadt liegt in ihrer direkten Reichweite. Das berüchtigte Gefängnis von Abu Ghraib musste Malikis Regierung im April räumen lassen, weil es mitten im Kampfgebiet steht. Weder Falludscha noch die Provinzhauptstadt Ramadi sind noch in der Hand der staatlichen Einheiten. Und die Erfolge der vergangenen Tage stärken Baghdadi weiter: In Mossul plünderten seine Männer das Hauptquartier des dritten Armeeregiments, von den erbeuteten Waffen kann die Truppe noch lange zehren.

Aus aller Welt haben sich sunnitische Extremisten dem mächtigen Milizenführer angeschlossen – sie bringen Jahre an Kampferfahrung mit, aus Afghanistan, Bosnien, Libyen und Syrien. Der neuen mächtigen Internationale des Dschihadismus ist es gelungen, wovon Bin Ladin in seinen Verstecken im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet nur träumen konnte: ein alle Grenzen sprengendes Kalifat zu errichten. „Die Dutzende Al-Qaida-Filialen weltweit haben heute nur noch die schwarze Fahne gemein“, sagt ein amerikanischer Offizier dieser Zeitung. „Isis hingegen folgt einem Kommando.“ Und ein klares ideologisches Ziel verfolgt die Terrorgruppe auch: Nicht nur mit Anschlägen, sondern mit gezielten Operationen, die die Möglichkeit zum taktischen Rückzug lassen, strebt die Isis-Führung die Herrschaft über die historische Levante an, das Gebiet, das von Palästina über Libanon bis Syrien reichte, und in den Irak hinein. Ganz bewusst weckt Al Baghdadi mit seinem Kampfnamen Erinnerungen an die Blütezeit des Islam: Abu Bakr war ein Kampfgefährte des Propheten Mohammed und nach dessen Tod der erste Kalif. Ihm eifert er nach.

Tausende Menschen fliehen aus Mossul

Dass der Milizenführer nun mächtiger dasteht als einst Bin Ladin, hat er seinem skrupellosen Vorgehen im Syrien-Krieg zu verdanken. Dort gelang es der derzeit schlagkräftigsten islamistischen Miliz der Welt schon vor einem Jahr, ganze Territorien zu beherrschen. Nicht Falludscha und Ramadi in der irakischen Provinz al Anbar waren die ersten Großstädte unter Kontrolle von Isis, sondern Raqqa. Dass Assad seine Truppen aus jenen Gegenden nahe der irakischen Grenze abzog, in denen Isis nun stark ist, ist kein Zufall: Der Feind meines Feindes ist mein Freund, lautet die Devise des Diktators in Damaskus. Seine bewaffneten Gegner reiben sich unterdessen in Kleinkriegen auf: extremistische Islamisten gegen gemäßigte FSA-Regimente, Kurden gegen Araber, Isis-Einheiten gegen die Nusra-Front, den syrischen Ableger Al Qaidas.

Noch im ersten Kriegsjahr kämpften Isis und die von Abu Muhammad al Dschulani geführten Nusra-Kämpfer in Syrien Seite an Seite. Doch weil al Baghdadi sich 2013 weigerte, dem Befehl des Al-Qaida-Chefs Ayman al Zawahiri zum Rückzug seiner Einheiten aus Syrien Folge zu leisten, kam es zum Bruch. Aus dem Bruderkrieg ist Isis in Syrien inzwischen als stärkste Kraft hervorgegangen – nicht nur in Raqqa. Seit der Einnahme der Stadt im März 2013 führt der dortige Isis-Emir ein blutiges Terrorregime. Das von ihm kontrollierte Gebiet erstreckt sich über 300 Kilometer den Euphrat entlang Richtung irakischer Grenze. Oppositionelle, Journalisten, Rechtsanwälte und Ärzte sind in Raqqa im vergangenen Jahr hingerichtet worden. Dutzende Geiseln in den Gefängnissen der Terrorgruppe inhaftiert. Selbst der Emir der Nusra-Front in Raqqa fiel den selbst ernannten Gotteskriegern des Islamischen Staats zum Opfer: „Der Staat hat die Herrschaft Gottes auf den Emir angewandt“, teilte Isis im Januar in einer Twitter-Botschaft nach dessen Hinrichtung mit.

Die Grenzen der Kolonialzeit gesprengt

Was die Bewohner Raqqas seit mehr als einem Jahr durchmachen, könnte auch den Einwohnern Takrits und Mossuls bald blühen: die rücksichtslose Herrschaft islamischer Gerichte und die unbarmherzige Verfolgung allen Dissenses. Denn an Ressourcen, ihren Machtbereich auszudehnen, mangelt es al Baghdadi und den ihm unterstellten Kämpfern nicht: In der ölreichen syrischen Provinz Deir al Zour nahmen sie im vergangenen Jahr Raffinerien in ihren Besitz; im irakischen Ninive haben sie es durch Schutzgelderpressungen geschafft, ihre Kriegskassen für lange Zeit aufzufüllen.

Die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der die Dschihadisten am Donnerstag weiter Richtung Bagdad vorstießen, schickt Schockwellen durch eine Region, die noch immer unter den Folgen des Aufstandsjahres 2011 ächzt. Territorialordnungen kippen, die seit hundert Jahren in Stein gemeißelt schienen: „Die Sykes-Pycot-Grenze zerschlagen!“, schrieben Isis-Kämpfer am Dienstag auf ein Schild nahe des syrisch-irakischen Grenzübergangs Abu Kamal und rodeten mit Bulldozern eine Böschung entlang der Straße Richtung Deir al Zour. Deutlicher lässt sich nicht ausdrücken, dass für sie die Kolonialära, in der die damaligen Großmächte Großbritannien und Frankreich Irak und Syrien unter sich aufteilten, erst jetzt zu Ende geht. Und dass sie sich selbst für die neuen Herren halten – über alle Grenzen hinweg. Mehr als 600 Menschen sind bei Kämpfen rund um Deir al Zour in den vergangenen vier Wochen ums Leben gekommen. Nicht nur der Machtanspruch, auch der Terror von Isis kennt keine Grenzen. Mehr als zehn Prozent des irakischen Territoriums kontrolliert die Terrorgruppe nun. Sollte Deir al Zour in den nächsten Tagen fallen, könnte das der Auftakt für eine neue Offensive gegen die islamistischen Rivalen auch in Syrien sein.

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Time am 13. Juni 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/linke-bundesregierung-traegt-mitschuld-an-gewalt-im-irak-12987719.html
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/isis-fuehrer-ist-maechtiger-als-es-osama-bin-laden-je-war-12986999.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

4.000 Tote für die WM

7. November 2013

Katar

Im Jahr 2022 möchte der mohammedanistische Sklavenhalterstaat Katar (1) die Fußballweltmeisterschaft ausrichten. Man baut schon nach Kräften. Die Arbeitsbedingungen sind unmenschlich. Bis zur Eröffnung werden vermutlich 4.000 Menschen ihr Leben für die Vogelscheichs gelassen haben. Lesen Sie einen Bericht von Markus Bickel mit anbiederndem „Q“ ohne „u“ aus der heutigen FAZ (2).

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Auf Knochen erbaut

Manchmal hält er die Trennung kaum aus. Vor vier Monaten hat Ali Kidwai seine Tochter das letzte Mal gesehen. Anderthalb Jahre ist Zahra jetzt alt – wenn sie ihren Vater wiedersieht, wird sie fast doppelt so alt sein. Denn erst im kommenden September kann sich der indische Gastarbeiter wieder einen Heimflug leisten. Bis dahin fährt er täglich zwölf Stunden durch die Straßen der qatarischen Hauptstadt Doha, nur um abends erschöpft ins Bett seiner Sammelunterkunft am Stadtrand zu fallen. Oft reicht die Zeit nicht einmal, um zu duschen. Und einen Fernseher gibt es in seinem Sechsbettzimmer auch nicht.

Glück gehabt hat Ali Kidwai dennoch – für qatarische Verhältnisse. Anfang 2006 kam der 28 Jahre alte Muslim aus der südindischen Provinz Kerala nach Doha, angeheuert von einem lokalen Kontraktor, wie viele der – wahrscheinlich – 1,2 Millionen Arbeiter aus Fernost. Die Asien-Spiele standen an, noch heute prangt das fröhliche Logo von Fassaden der boomenden Stadt am Persischen Golf: „Welcome to the Games of Joy!“ Doch Freude brachte sie eher Athleten und Zuschauern als den Arbeitern, die die schmucken Sportstätten in der „Aspire Zone“ am Rande der Hauptstadt errichteten. „Ich war froh, als ich die Arbeit auf der Baustelle wieder los war“, sagt Kidwai, der durch Hilfe von Verwandten, die schon länger in Qatar lebten, einen neuen Job fand.

Die Arbeit auf den unzähligen Baustellen des reichen Golf-Emirats ist eine Tortur. Für viele der Gastarbeiter aus Fernost endet sie tödlich. Vor allem in den heißen Sommermonaten, wenn die Temperaturen auf mehr als fünfzig Grad steigen. Schlechte Ernährung und mangelnde Versorgung mit Wasser tun ein Übriges. Allein zwischen 2010 und 2012 sollen 700 Landsleute von Kidwai an Herzinfarkten und bei Arbeitsunfällen gestorben sein. Von 400 toten Arbeitern im Jahr geht der internationale Gewerkschaftsdachverband (ITUC) aus – achtmal so viele, wie in den Nachbarländern Qatars infolge von Arbeitsunfällen sterben.

„Men At Work“ für 200 Dollar im Monat

Überall in der Glitzermetropole Doha sind die Männer aus Indien, Bangladesch, Sri Lanka, Nepal und den Philippinen präsent, mit ihren gelben Helmen und blauen Arbeitsanzügen kann man sie nicht übersehen. „Men At Work“ warnen Schilder entlang der hinter hohen Holzwänden versteckten Baustellen, die das Stadtzentrum mindestens ebenso prägen wie schicke Shopping Malls und die hohen Büro- und Hoteltürme. Doch für wirksamen Schutz des Arbeitsheeres hat das reiche Emirat bislang nicht gesorgt, trotz wachsender Kritik in den vergangenen Monaten.

Denn seit sich der Weltfußballverband Fifa in die Debatte um die miserablen Arbeitsbedingungen eingeschaltet hat, wächst die Sorge, Qatar könne noch um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2022 gebracht werden.

Die Angst vor Imageschäden ist groß. So gab der Vorsitzende des Nationalkomitees für Menschenrechte im Oktober immerhin zu, dass es „einige Probleme“ gebe. „Wir arbeiten hart, um einen von Störfällen und Verletzungen freien Arbeitsplatz zu schaffen“, wirbt die Firma Qatar Gas auf einer Baustelle neben der Zentrale des staatlichen Gasunternehmens unweit der Uferstraße Corniche. Dreißig bis vierzig Milliarden Dollar spült der Verkauf des Rohstoffs jährlich in die Kassen des Emirats – es ist die wichtigste Quelle für den Reichtum Qatars, des größten Flüssiggasproduzenten der Welt.

„Schmelztiegel für Ausbeutung und Elend“

Doch hinter den Fassaden der Glitzerwelt sieht es dreckig aus. Die ausgebeuteten Zwangsarbeiter verdienen selten mehr als 200 Dollar im Monat, der gnadenlose Bauboom kennt nur Profite und keinen Pardon. Mit falschen Versprechungen würden sie aus ihrer Heimat in Sri Lanka, Indien, Nepal, Bangladesch und den Philippinen auf die Halbinsel im Golf gelockt, kritisieren Menschenrechtsorganisationen.

Qatar sei ein „Schmelztiegel für Ausbeutung und Elend“, sagt Nicholas McGeehan von Human Rights Watch. Zwischen Juni und August sollen nach Recherchen der britischen Zeitung „The Guardian“ 44 Nepalesen auf ihren Arbeitsplätzen ums Leben gekommen sein. Dreißig flüchteten sich in die Botschaft des Landes, weil sie ihre Löhne nicht ausgezahlt bekommen hatten – Alltag für Zehntausende in Doha.

Der internationale Gewerkschaftsdachverband warnte im September, dass bis zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 4000 Arbeitsmigranten auf Baustellen sterben könnten, wenn das Herrschaftshaus des jungen Emirs Tamim Bin Hamad Al Thani nicht schleunigst das Arbeitsrecht reformiere. Zwölf Tote pro Woche wären das. Zwar reiste Arbeitsminister Salah al Khulaifi Ende Oktober nach Genf, um sein Land bei der Tagung der Internationalen Arbeitsorganisation zu vertreten. Doch Gewerkschafter zeigten sich enttäuscht von dem Auftritt.

Der Druck, Änderungen durchzusetzen, wächst immerhin. Die Vorsitzende des Menschenrechtskomitees im Europaparlament, Barbara Lochbihler, forderte die Regierung in Qatar im Oktober auf, „unverzüglich Maßnahmen zur Einhaltung der fundamentalen Rechte von Arbeitern zu ergreifen“. Bislang hat das Arbeitsministerium lediglich zugesagt, die Zahl der Arbeitskontrolleure von 150 auf 300 zu verdoppeln. Sinnlos, kritisieren Qatar-Kenner, die nicht strengere Kontrollen, sondern eine wirksamere Einhaltung der vorhandenen Regelungen verlangen.

Abgeschafft gehöre das auf Leibeigenschaft basierende qatarische Vertragssystem Kafala, wenn die WM wie geplant stattfinden solle, verlangt unter anderem Human Rights Watch. Lochbihler bezeichnet das Sponsorensystem als „Form von Sklaverei“: Jeder Gastarbeiter, der in Qatar arbeitet, braucht für sein Arbeitsvisum einen einheimischen Sponsor, der für ihn bürgt. Ein Wechsel des Arbeitgebers wird so vielen unmöglich gemacht, ebenso wie die Ausreise, da viele Arbeitgeber die Pässe der Neuankömmlinge einbehalten.

„Fans wollen Spaß haben“

Ali Kidwai hat in dem Fall Glück gehabt. Zweimal erlaubten ihm seine Arbeitgeber, den Sponsor zu wechseln. So konnte er sich stetig verbessern, sagt der indische Muslim, während er an dem Hotelturm „The Torch“ vorbeifährt. Auf dem Dach des futuristischen Baus brannte während der Asien-Spiele die ewige Flamme, und in der Winterpause genießen die Stars aus Bundesliga, Premier League und Primera División die qatarische Wärme, wenn sie auf den gut gepflegten Rasenplätzen der „Aspire Zone“ trainieren. Für Januar haben sich wieder der FC Bayern und der FC Barcelona angesagt.

Davon, dass Qatar die Fußball-WM ausrichtet, hält der indische Muslim und Hobby-Cricketspieler wenig. „Fans wollen Spaß haben, wenn sie zu einer Weltmeisterschaft kommen“, sagt er, „und dazu gehören Mädchen und Bier.“ Beides aber erlaube die strenge wahhabitische Auslegung des Islams in dem Golf-Emirat nicht. Er selbst will bis 2022 ohnehin wieder zurück in Kerala sein, dort etwas Eigenes aufbauen. Ein Betrieb im IT-Bereich schwebt ihm vor. Und mehr Zeit für seine Tochter.

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Time am 7. November 2013

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1) http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/katar-soll-gastarbeiter-fuer-wm-2022-wie-sklaven-halten-a-924692.html
2) http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/fussball-wm-in-qatar-auf-knochen-erbaut-12651719.html

Communication Breakdown

22. September 2012

Dieser orangefarbene Korallenpilz wollte mit
mir partout nicht in einen Erfahrungsaustausch treten.

Vor vielen Jahren faszinierte mich ein Roman von George Zebrowski (1) mit dem Titel „Makroleben“, in dem dieser meiner Erinnerung nach den Gedanken verfolgte, die menschliche Superzivilisation unter Einschluss aller Bürger aber auch technischen Applikationen als ein einziges Wesen zu betrachten, eben als das „Makroleben“. Dieser Gedanke, ein Vorläufer der Auffassungen des späteren „Cyberpunks“, war 1979 zumindest für mich ziemlich neu.

Faszinierend aber damals auch abstoßend fand ich eine Konsequenz aus den Darstellungen Zebrowskis, dass es nämlich zwischen dem fortgeschrittenen Makroleben und in archaischen Lebensweisen verhafteten Menschen bzw. Wesen keine Kommunikation geben könne.

Heute sehe ich seine Gedanken durch die Menschheitsentwicklung bestätigt. Auf der einen Seite haben wir die menschliche Superzivilisation, die unter der (momentanen) Führung des Westen zusammenwächst, und die dabei ist, drei Viertel der Menschen einzubinden. Da gibt es andererseits das antagonistische mohammedanistische Viertel, das in Agonie und Raserei verharrt, und das darauf besteht, seine archaischen und zutiefst bösartig-primitiven Regeln und Anschauungen zur Norm für die gesamte Menschheit zu machen.

In der heutigen FAZ berichteten Markus Bickel, Matthias Rüb und Johannes Leithäuser über die aktuelle Entwicklung:

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Viele Tote bei antiwestlichen Protesten in Pakistan

Regierung fordert Gesetze gegen Schmähung Mohammeds

Amerikanischer Werbefilm

In Pakistan ist es bei antiwestlichen Protesten am Freitag zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Nach ersten Meldungen wurden dabei mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt. Ansonsten verliefen die weltweiten Proteste gegen die von der französischen Zeitschrift „Charlie Hebdo“ veröffentlichten Mohammed-Karikaturen und einen in den Vereinigten Staaten produzierten islamfeindlichen Film am Freitag friedlicher als erwartet. In vielen Ländern wurden amerikanische Fahnen verbrannt. Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, Demonstrationsverbote und Aufrufe zur Mäßigung durch muslimische Vorbeter verhinderten offenbar eine weitere Eskalation des Konflikts. In mehr als zwanzig muslimisch geprägten Staaten blieben französische Botschaften, Schulen und kulturelle Einrichtungen am Freitag geschlossen. In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad setzte die Polizei Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein, die sich der amerikanischen Botschaft genähert hatten.

Der pakistanische Ministerpräsident Raja Pervaz Ashraf forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, Gesetze gegen die Beleidigung des Propheten zu erlassen. Seine Regierung hatte den Freitag zu einem gesetzlichen Feiertag erklärt, damit die Menschen gegen den im Internet veröffentlichten Film „Unschuld der Muslime“ auf die Straße gehen konnten. Um die Sprengung von Bomben durch Handys zu verhindern, waren die Mobilfunknetze in vielen pakistanischen Städten gesperrt worden, teilte das Innenministerium mit.

In mehreren Werbefilmen, die am Freitag im pakistanischen Fernsehen ausgestrahlt wurden, distanzierten sich der amerikanische Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillary Clinton von dem islamfeindlichen Film und betonten die Achtung für alle Religionen in den Vereinigten Staaten. Der Werbefilm, der in sieben Sendern gezeigt wurde, ist ein Zusammenschnitt von öffentlichen Auftritten der beiden Politiker und wurde in Urdu untertitelt. Unterdessen bestellte die pakistanische Regierung am Freitag den amerikanischen Gesandten ein.

Wie das staatliche pakistanische Fernsehen berichtete, übergab die Regierung in Islamabad dem Gesandten Richard Hoagland ein Schreiben, in dem Washington zum Handeln gegen die Produzenten des „frevelhaften Films“ aufgefordert wird. Zudem solle sich Washington dafür einsetzen, dass der 14 Minuten lange Film von der Internet-Videoplattform Youtube gelöscht werde. (…)

Seit Beginn der Proteste gegen den Film sind seit vergangener Woche mehr als dreißig Menschen getötet worden. (…)

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo blieb es nach dem Freitagsgebet ruhig. Der Großmufti des Landes, Ali Gomaa, hatte die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen kritisiert, Gläubige aber dazu aufgerufen, sich ein Beispiel am Propheten Mohammed zu nehmen. Dieser habe „alle persönlichen Beleidigungen und Angriffe ohne Vergeltung ertragen“.

In Freiburg nahmen am Freitagnachmittag etwa 300 Demonstranten an einer Kundgebung gegen den in den Vereinigten Staaten produzierten Mohammed-Film teil. Die Demonstranten, darunter auch viele Kinder, versammelten sich am Karlsplatz und marschierten mehrere Stunden durch die Innenstadt. Sie trugen Plakate, auf denen „Die Würde des Propheten Mohammed ist unsere Würde“ oder „Schmähvideo verbieten – Wahrheit bieten“ oder „Christen und Muslime gegen Blasphemie“ zu lesen war. (…)

Das Bundesinnenministerium widersprach unterdessen am Freitag dem Eindruck, die Behörde prüfe deutsche Publikationen darauf, ob sie islamfeindliche Äußerungen wiedergäben. (…)

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Ein zuverlässig vernünftiger Kopf in der FAZ-Redaktion ist Klaus-Dieter Frankenberger. Er kommentierte die Angelegenheit folgendermaßen:

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Ganz groß

Geht es auch ein paar Nummern kleiner? Ja, das Amateurvideo zielte auf die Verunglimpfung des Propheten Mohammed. Aber deswegen muss man daraus nicht den großen Angriff auf 1,5 Milliarden Muslime machen, wie es der Ministerpräsident Pakistans getan hat – der Regierungschef des Landes, in dem der religiöse Fanatismus blüht und in dem liberale Politiker ihres Lebens nicht sicher sind. Und, nicht zu vergessen, in dem der politisch leicht instrumentalisierbare Hass auf die Vereinigten Staaten, deren Geld man sonst gerne nimmt, eine Art zweite Staatsideologie ist. Vielleicht fabuliert der Ministerpräsident vom großen Angriff auf die muslimische Welt, weil das Land, das er zu regieren vorgibt, sich in einem so beklagenswerten Zustand befindet. Dass die Regierung Obama wiederum meint, in bezahlten Werbesendungen im pakistanischen Fernsehen ihre Unschuld in der Sache zu beteuern, wirkt merkwürdig und peinlich. Natürlich hat sie, die Regierung eines freien Landes, nichts mit der Sache zu tun. Der Erklärungsversuch ist vergebliche Liebesmüh’, das Geld dafür verschwendet.

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Um zunächst Herrn Frankenbergers Frage zu beantworten: Nein, es geht nicht ein paar Nummern kleiner, weil der Mohammedanismus totalitär ist, weil ihm 99,99% nicht genug sind, und weil er keinen Kompromiss erlaubt. Ich würde sodann noch einen Schritt weitergehen. Die amerikanischen Werbefilme sind nicht nur Geldverschwendung, sie sind unterwürfig, schleimig und eine Entschuldigung für etwas, was man nicht getan und zu verantworten hat. Sie sind kontraproduktiv, weil sie in den Orks, denen die Gedanken von Demokratie und Kooperation fremd sind, das Gefühl hinterlassen, unsere Regierungen seien zu schwach, etwas, was sie als Verbrechen empfinden, zu unterbinden. Autoritär oder sklavisch erzogen ist der einzige Respekt, den sie kennen, der Respekt vor dem Stärkeren, der seine Stärke skrupellos einsetzt.

Das fortwährende Appeasement bzw. Gekrieche hinterlässt in den Mohammedanisten auch das Gefühl, sie könnten mit ihrer hemmungslosen Raserei und ihren fortwährenden Lügen etwas bei uns erreichen.

Die Aufforderung, unsere Gesetze in ihrem Sinne zu ändern, ist eine ungeheuerliche Anmaßung, die wir mit einem Katalog von Forderungen gegenüber ihren Gesetzen kontern sollten. Auch sollten wir für jede Botschaft, die wir in ihrer Sphäre schließen müssen, eine von ihnen in unserer schließen.

Die pakistanische Regierung ist direkt daran interessiert und beteiligt, die Ausschreitungen eskalieren zu lassen. Ist das keine feindselige Handlung? Wie lange sollen wir uns das gefallen lassen? Die Pakis verlangen eine Bestrafung der Filmemacher. Nach ihrem Recht steht auf die „Beleidigung“ Klo H. Metzels die Todesstrafe. Sie wollen einen unserer Bürger hinrichten, der nach unserem Recht unschuldig ist. Warum sollten wir ihrer Forderung nach Menschenopfern nachgeben? Wir haben diesen Gedanken doch schon vor mindestens 3.000 Jahren verworfen.

30 Menschen sind schon abgeschlachtet worden. Ihr Tod ist nur dann sinnvoll, wenn weiterhin die Wahrheit über Klo H. Metzel gesagt wird, wenn die Mohammedanisten gezwungen werden, logisch zu denken. Sie können in ihren Grundlagentexten nicht einerseits den Verbrechen Klo H. Metzels huldigen, aber andererseits Lügen behaupten wie Ali Gomaa. Klo H. Metzel hat laut Sira und Hadith keineswegs Verspottungen ohne Vergeltung ertragen. Er hat vielmehr den geringsten Widerspruch umgehend mit maximaler Gewalt beantwortet.

Die Mohammedanisten behaupten, ihr Gott AllaHundseingesandter, der angeblich das gesamte Universum geschaffen hat, sei beleidigt, wenn irgendwo im großen Amerika jemand etwas gegen ihn gesagt habe. Was für ein unglaublich kleiner, lächerlicher Gott. Will er auch die Ameisen ausrotten, wenn eine in eine seiner Moscheen gekackt hat? Was für eine entsetzlich primitive Vorstellung von Religion offenbart sich hier. Das ist Animismus minus Transzendenz, das ist (Hu-) Ba-al (-lah).

Mich als Christ ekelt es besonders an, dass die Orks uns Christen immer wieder parasitisch vereinnahmen, wie ich es auch widerlich finde, wenn Christen dieses schändliche Spiel mitspielen.

Dieses Bild des Antichristen („Sie sind von uns
ausgegangen,
aber sie waren nicht von uns“, 1. Joh. 2/19)
habe ich von Kybeline (2)

Jesus ist definitiv KEIN Prophet des Mohammedanismus, und wenn ein Ork über Blasphemie reden möchte, dann muss es zur Kenntnis nehmen, dass ihre Behauptung für alle Nicht-Dimmi-Christen eine ungeheure Blasphemie ist. Wenn wir über das gesetzliche Verbot von Blasphemie reden sollen, dann muss unter schwerste Strafe gestellt werden, wenn die Orks behaupten, Christen- und Judentum hätten das Geringste mit ihnen zu tun. Es soll auch unter Strafe gestellt werden, wenn ein Ork behauptet, dass der Mohammedanismus die Veredelung von Christen- und Judentum sei. Uups, das steht im Kloran? Dann muss dieser wegen Blasphemie verboten werden. Wir fordern, dass weltweit jede Moschee kontrolliert wird, dass die Mullas, die sich gegen uns blasphemisch äußern, an uns ausgeliefert werden, damit wir sie schwer bestrafen können.

Zurück zu meinen Eingangsüberlegungen: Wir sehen dieser Tage überdeutlich, dass sich die Menschheit in zwei Kulturen aufspaltet. Die eine ist die Superzivilisation kooperierender, gleichberechtigter Bürger, die Zebrowski „Makroleben“ nennt. Die andere ist die archaisch-primitive Kultur der Mohammedanisten, die in Ablehnung und als Gegenthese zu Juden- und Christentum und städtischer Gesellschaft begründet wurde. Ihre Wurzeln liegen im Nomaden- und Kriegertum. Sie ist mit dem Makroleben inkompatibel. Wir haben keine gemeinsame Perspektive, wir finden keine gemeinsame Sprache und keine gemeinsamen Themen.

Uns kann es doch egal sein, ob wir Botschaften bei denen schließen müssen. Wir brauchen die Orks und ihre Sandlöcher nicht. Wir müssen endlich lernen zu ertragen, dass sie sich in Dreck und Gewalt wohlfühlen, zu ertragen, dass sie sich nicht helfen lassen wollen. Es gibt wichtigere Projekte, als diese Idioten zu liften.

Sie haben uns nichts zu sagen, und wir haben ihnen nichts zu sagen.

Reden wir doch mit jemand anderem.

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Time am 22. September 2012

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1) http://en.wikipedia.org/wiki/George_Zebrowski
2) http://www.kybeline.com/2012/09/21/freiburg-islamistischer-evangelischer-pfarrer-geht-islamisch-demonstrieren/

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PS, assoziativer Soundtrack, „Communication Breakdown“ von Zep – ohne inhaltlichen Bezug zum heutigen Beitrag.

Performance unter
http://www.youtube.com/watch?v=BtwVQlWjBvA

Hier der Text:

Communication Breakdown

Hey, girl, stop what you‘re doin‘
Hey, girl, you‘ll drive me to ruin
I don‘t know what it is I like about you, but I like it a lot
Won‘t you let me hold you, now, let me feel your lovin‘ touch

Communication breakdown, it‘s always the same
Havin‘ a nervous breakdown, a-drive me insane

Hey, girl, I got somethin‘ I think you oughta know
Hey, babe, I wanna tell ya that I love you so
I wanna hold you in my arms, yeah
I‘m never gonna let you go, ‚cause I like your charm

Communication breakdown, it‘s always the same
Havin‘ a nervous breakdown, drive me insane, ow, suck

Communication breakdown, it‘s always the same
Havin‘ a nervous breakdown, a-drive me insane, yeah

Communicate, I want you to love me all night
I want you to love me all night, I want, hey, I want, yeah
I want you to love me, I want you to love, babe
I want you to love, yeah, I want you to love
Hey, I want you to love, yeah, I want you to

Sklavenhalter, und Lügner sowieso

31. Oktober 2010

Beirut, Hauptstadt eines dieser elenden Sklavenhalterstaaten

Der Mohammedanismus ist eine grausame Sklavenhalterideologie (1). „Religions“-Stifter Klo H. Metzel war ein Vergewaltiger und Sklavenjäger – so sind es seine Anhänger. Er war ein Lügner – so sind es seine Anhänger. Alle Ork-Staaten haben auf dem Papier die Sklaverei verdammt, auf dem Papier, aber ALLE Orkstaaten praktizieren sie TATSÄCHLICH nach wie vor. Für die heutige FAZ lieferte Markus Bickel einen erschütternden Bericht aus dem Libanon bzw. Beirut, dem angeblichen „Paris“ des Orients.

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One-way-Ticket in die Sklaverei

Im Libanon arbeiten 200.000 ausländische Haushaltshilfen.
Viele von ihnen nehmen sich das Leben

Daisy Dinan ist eine der wenigen, die es geschafft haben: Zehn Dollar zahlen ihr manche Kunden inzwischen in der Stunde. Andere „Maids“, wie die Haushaltshilfen im Libanon genannt werden, müssen dafür eine halbe Woche arbeiten. Dinan kann auch selbst wählen, für wen sie putzt und bügelt, nimmt nicht mehr jeden Job an wie früher. Und von ihrer kleinen Mietwohnung, gelegen eine halbe Stunde südlich von Beirut, können die meisten anderen jungen Frauen in ihren beengten Zimmern nur träumen. Doch bis die Hausangestellte von den Seychellen diesen Status endlich erreichte, hat es lange gedauert, fast drei Jahrzehnte. Das ist viel länger, als die meisten Hausmädchen überhaupt im Libanon bleiben.

In deren Situation kann sich Dinan, 59 Jahre alte Mutter einer erwachsenen Tochter, dennoch gut hineinversetzen. Schließlich kennt sie ihr Elend aus eigener Erfahrung. „Auf den Seychellen haben sie uns gesagt, dass sie Mädchen brauchen, die im Ausland arbeiten“, erzählt die freundliche, resolute Frau über ihre Anfänge als Haushaltshilfe im Libanon. Viel anders sieht das Versprechen vom Glück in der Ferne heute auch nicht aus, nur dass durch das Internet vieles einfacher geworden ist. Dutzende Arbeitsagenturen kümmern sich um die Anwerbung der Gastarbeiter, mit ein paar Klicks im Internet stoßen Suchende auf die entsprechenden Steckbriefe. „Erfahrung: keine“, „Familienstand: verheiratet“, „Gehalt: 150 Dollar“, „Bemerkungen: ernsthaft, dynamisch, freundlich“ wirbt http://www.maids-online.com für eine junge Frau aus Katmandu.

Die Gründe für die Arbeitsmigration sind offensichtlich: In Nepal, Madagaskar, Äthiopien, Sri Lanka oder auf den Philippinen, wo die meisten Haushaltshilfen herkommen, sind die Jobs noch schlechter bezahlt als im Libanaon. Und die oft großen Familien in der Heimat können jeden Cent gebrauchen. So war es auch bei Daisy Dinan. Weil ihre Eltern das Geld dringend benötigten, unterschrieb sie einen Dreijahresvertrag, erhielt dafür ein Oneway-Ticket – und flog los. Fünfzehn Jahre jung war sie damals erst – und fortan vom Aufstehen bis zum Einschlafen einer wohlhabenden französischen Familie zu Diensten.

Beirut galt damals, Mitte der Sechziger, noch als „Paris des Nahen Ostens“, der Bürgerkrieg lag noch in weiter Ferne, die Jeunesse dorée sonnte sich an den Ufern des Mittelmeers oder genoss lange Nächte in den berüchtigten Bars der libanesischen Hauptstadt. Doch für die ausländischen Haushaltshilfen waren die Arbeitsbedingungen erbarmungslos. Ein Zustand, an dem sich seitdem nicht viel geändert hat, wie Menschenrechtsorganisationen monieren.

„Viele Hausangestellte werden buchstäblich dazu getrieben, vom Balkon zu springen, um ihrer Gefangenschaft zu entfliehen“, sagt Nadim Houry, Leiter des Büros von Human Rights Watch in Beirut. Seit Jahren sind Selbstmorde junger Hausangestellter an der Tagesordnung, im Schnitt nimmt sich jede Woche eine das Leben. Auch Prügel, Missbrauch und Essensentzug durch Arbeitgeber gelten als lässliche Sünden in einem Land, in dem sich nicht nur Wohlhabende, sondern auch Familien mit kleineren Einkommen die billigen ausländischen Haushaltshilfen leisten. Auf 200 000 wird ihre Zahl geschätzt, eine in jedem vierten Haushalt. Um sie an der Flucht zu hindern, bekommen viele direkt nach Arbeitsbeginn ihren Pass entzogen.

Als wenig wirkungsvoll gegen diese moderne Form der Sklaverei erweist sich auch der libanesische Staat. „Indem sie die Augen verschließen vor den Verstößen gegen Hausangestellte, machen sich Libanons Polizei und Justiz mitschuldig am anhaltenden Missbrauch dieser verletzlichen Gruppe durch Arbeitgeber“, sagt Houry. „Jemanden einzusperren oder ihn zu schlagen ist ein Verbrechen, unabhängig von der Identität des Opfers.“ Von 114 vor Gericht verhandelten Fällen, die Human Rights Watch untersuchte, führte keiner zu einer Bestrafung.

Fast jeder Libanese kennt Geschichten von misshandelten Hausmädchen, doch nur selten rufen Nachbarn die Polizei. Auch Raymond Tarabay aus Admah nördlich von Beirut ist entsetzt über das Verhalten vieler seiner Landsleute. Fast das Doppelte des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns von hundert Dollar zahlt er an das Hausmädchen der Familie aus Kamerun. Für die Zentralafrikanerin entschieden sich die Tarabays wegen ihrer guten Französischkenntnisse – so haben auch die drei bilingual aufwachsenden Kinder zu Hause eine Ansprechpartnerin.

Ihre eigenen Kinder hingegen sehen viele junge Frauen oft Jahre nicht mehr. So auch Daisy Dinan, die ihre damals nur zwölf Monate alte Tochter Anfang der siebziger Jahre zurück zur eigenen Mutter auf die Seychellen schickte. Nicht wegen des Bürgerkrieges, sondern wegen der ausbeuterischen Arbeitsbedingungen: Als junge Frau schmiss sie den Haushalt in einer reichen Familie in Beirut. Tag und Nacht stand sie ihren Herren zur Verfügung; Zeit, ein Kind aufzuziehen, ließ der Job ihr nicht. „Natürlich war ich traurig, meine Tochter zurückzuschicken, aber mir blieb keine andere Wahl“, sagt sie. Wiedergesehen hat sie ihr Kind erst 38 Jahre später.

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Time am 31. Oktober 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/mohammedanismus-und-sklaverei/

Faul und unwitzig

2. August 2010

Die heutige FAZ gehört zu denjenigen Ausgaben, die mal wieder zum Mohammedanismus pendeln. Markus Bickel zeigt, dass er vom Gegenstand seines Textes nur sehr wenig verstanden hat. Seine schlampige und beschönigende Sprache halte ich weniger für bewußte Verschleierung als für ein Resultat des bei deutschen Journalisten häufig anzutreffenden Hochmutes. Sie gerieren sich gern als „Vierte Gewalt“, haben aber nach dem Abitur nur noch Comics und Kochbücher gelesen.

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Geschlossene Lebenskonzepte

Selbsternannte Gotteskrieger aus und in Deutschland („Gottes“-Krieger, damit sind Allakrieger gemeint. Bickel offenbart sich als Nicht-Christ, denn Christen werden durch die Wortwahl angegriffen, T.)

Über Monate hinweg saßen Rolf Clement und Paul Elmar Jöris in der ersten Reihe, direkt hinter der Glaswand. Im Oberlandesgericht Düsseldorf verfolgten die Hörfunkkorrespondenten den Prozess gegen den Kofferbomber Yussif al Hajj Dib und das Verfahren gegen die Sauerland-Gruppe. Die oft abstrakt erscheinende Gefahr des islamistischen Terrors hatte hier ein Gesicht – das des deutschen Konvertiten Fritz Gelowicz etwa oder das des nie in Deutschland integrierten libanesischen Studenten al Hajj Dib. Über ihre Einblicke vor Gericht – in den von Richter Ottmar Breidling geführten 6. Staatsschutzsenat – haben die beiden Journalisten nun ein Buch geschrieben, angereichert durch Recherchen in Sicherheitskreisen und aus dem Umfeld der selbsternannten Dschihadisten (Schon wieder „Selbsternannt“, selbsternannt oder nicht, Mörder werden dadurch nicht „niedlicher“. Überdies sind sie alle durch den Kloran zum Jihad verpflichtet. T.). Das Fazit der Lebensläufe von mehr als einem halben Dutzend Glaubenskämpfer (Sie sind keine „Glaubenskämpfer“ sondern Unglaubenskämpfer und Mörder, T.) lautet: „Zum einen muss ein junger Mann den Halt verlieren. Dann muss ihm jemand ein geschlossenes Konzept für sein künftiges Leben anbieten.“

Zu zeigen, dass die von den Medien oft verzerrt als geborene Fanatiker dargestellten (So eine unsinnige, konstruierte Behauptung, keine Zeitung hat doch sowas geschrieben, T.) militanten Glaubenskämpfer („militante Glaubenskämpfer“? Sie sind Massenmörder, Sadisten und Terroristen! T.) meist ähnlich aufwachsen wie große Teile der Bevölkerung, ist das große Verdienst dieses Buches. Nicht eine theoretische Bedrohung zeichnen Clement und Jöris nach, sondern Lebensläufe wütender (grundlos wütender, T.) junger Männer, denen der innere Kompass irgendwann zwischen Pubertät und Schulschluss abhandengekommen ist – oder die glaubten, ihn in gewaltsamen Islam-Interpretationen zu finden (Wenn er doch einmal in den Kloran hineinschauen würde, der faule Herr Bickel. T.).

Dass man da bisweilen nicht weit suchen muss, zeigt der Fall der Tochter eines der Autoren: Als die gemeinsam mit einer Klassenkameradin im Wohnzimmer in alten Fotoalben blättert, fragt sie nach dem Verbleib ihres früheren Kumpels aus dem Kindergarten und der Grundschule, Yassin Chouka. „Der ruft im Internet zum Heiligen Krieg auf“, sagt die Freundin (Anstatt in Isolationshaft zu sitzen, T.). Ob im Klassenzimmer oder in einem Ferienhaus im sauerländischen Oberschledorn-Medebach, wo die vier Mitglieder der Sauerland-Gruppe 2007 Anschläge auf amerikanische Einrichtungen vorbereiteten: Viele der selbsternannten (Sie sind immer selbsternannt und durch den Kloran ermächtigt, T.) Gotteskrieger (Allakrieger, T.) aus Deutschland, die sich in den vergangenen Jahren in Terrorlager in Pakistan absetzten, wohnen tatsächlich nebenan. Zunächst mögen sie noch wie der später in der Al-Muhsinin-Moschee in Bonn-Beuel radikalisierte Chouka der Mannschaftsclown im Fußballverein und Klassensprecher gewesen sein. „Weder Yassin noch seine Brüder fielen dadurch auf, dass sie wegen ihres Glaubens etwas nicht mitmachen durften. Die Familie schien keine Probleme damit zu haben, als gläubige Muslime in einer christlichen Umgebung zu leben und verankert zu sein“, schreiben die Autoren.

Doch irgendwann beginnt die Absonderung; die Erinnerung an die gemeinsamen Streiche im Unterricht oder die erfolgreichen Spiele mit dem Fußballverein verblasst. Eine Pilgerreise nach Mekka mag den Anfang bilden, andere Möchtegernterroristen (Sie sind keine Möchtegerterroristen sondern Terroristen, die am versuchten Massenmord gehindert wurden. T.) geraten gleich in die Fänge örtlicher Islamisten. Kritik an den hohlen Werten  der europäischen und amerikanischen Gesellschaften (Diese Werte sind vielleicht für Herrn Bickel hohl, ich glaube an sie und schütze sie, T.) sowie der Doppelzüngigkeit des Westens angesichts der Kriege im Irak oder in Afghanistan nach den Anschlägen des 11. September 2001 (Herr Bickel als Sprachrohr von Al Kaida! Quo vadis, FAZ? T.) stoßen bei den jungen Muslimen auf fruchtbaren Boden. Denn Studien zeigen, dass sich zwar vier von fünf gut integriert fühlen – doch nur elf Prozent glauben, die Deutschen würden sie als Landsleute anerkennen, wenn sie deutsche Staatsbürger würden. Kurzum: Im Alltag fühlen sie sich immer wieder gedemütigt (Wodurch? Werden sie angepöbelt? Vergewaltigt? Ausgeraubt? Zusammengeschlagen? Abgestochen? Passiert ihnen so etwas massenhaft? Werden Moscheen verbrannt? T.). Jöris und Clement betten diese Einzelschicksale (Mir kommen die Tränen, T.) in die aktuellen Entwicklungen deutscher Sicherheitsbehörden ein. In klarer Sprache zeichnen sie die Wege jener vier Terroristen nach, die sich nach ihrer Ausbildung in pakistanischen Terrorlagern 2006 zur Sauerland-Gruppe zusammenschlossen, um dann einen Überblick zu liefern über die Gegenmaßnahmen von Geheimdiensten und Bundeskriminalamt.

Hier setzt auch das Buch von Guido Steinberg an. Wie Jöris und Clement war der frühere Terrorismusreferent im Bundeskanzleramt bei den Düsseldorfer Terrorprozessen der vergangenen Jahre präsent – wenn auch auf der anderen Seite der Glaswand, als Gutachter des Gerichts. „Das Ziel der deutschen Politik sollte sein, eine kurzfristig effektive mit einer langfristig wirksamen Terrorismusbekämpfung zu verbinden“, schreibt er. „Die Gewalttäter müssen nicht nur konsequent bekämpft, sondern gleichzeitig von ihren Unterstützern und Sympathisanten isoliert werden.“ Nur über die Integration junger Muslime, da sind sich Steinbach sowie Jöris und Clement einig, lasse sich das Problem des militanten Islams bändigen. Daher, schreibt Steinberg, sei die „Trennung von Integrationsdebatte und Terrorismusbekämpfung dringend geboten“. Und noch eines wünscht er sich von der Bundesregierung: Sie möge ihr Verhältnis zu den arabischen Staaten, Pakistan und Afghanistan auf eine neue Grundlage stellen (Das geht erst, wenn wir auf das Öl verzichten können oder bereit sind, es mit Waffengewalt zu erobern. Was aber gemeint ist, ist, dass wir Israel fallen lassen sollen und unsere Grenzen komplett öffnen. T.). Denn nur eine international abgestimmte Politik könne auf Dauer verhindern, dass sich wegen der ungelösten Probleme der Region eine Generation nach der anderen radikalisiere (Vor allem sollten wir die ungelösten Probleme der Region nicht bei uns importieren, T.).

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Aha, erst wird lang und breit dargelegt, wie normal und integriert die Verbrecher waren, dann wird als Gegenmaßnahme die Integration gefordert. Integration aber soll natürlich heißen, dass die Orks mit Geld zugeschmissen werden, dass man ihnen jeden Wunsch von den Augen abliest, dass man jede kleine Krise in ihrem Leben vermeidet und ausräumt. Aber ich sage Ihnen was: Die würden trotzdem nach Mekka fahren. Das ist nämlich religiöse Pflicht. Und auch der grausame Krieg gegen alle Nicht-Mohammedanisten ist Pflicht. So steht es nicht in der Bibel, die von Gott spricht, sondern im Kloran, der von Alla stammt, dem Alter-Ego des schizophrenen Wüstenräubers Klo H. Metzel. Wer vorgeschlagen hätte, den Kommunismus, den Faschismus, die Mafia oder das Hochwasser durch möglichst gute Integration zu bekämpfen, wäre zu Recht ausgelacht worden. Aber deutsche Journalisten muten ihrem Publikum so einen Stuss zu. Harry Hirsch war wenigstens lustig (1).

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Time am 2. August 2010

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1) http://www.youtube.com/watch?v=6MBgqMSwoLU
Rolf Clement/Paul Elmar Jöris: Die Terroristen von nebenan. Gotteskrieger aus Deutschland. Piper Verlag, München 2010. 294 S., 16,95 (Euro).
Guido Steinberg: Im Visier von Al-Qaida. Deutschland braucht eine Anti-Terror-Strategie. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2009. 105 S., 10,- (Euro).