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Eine zutiefst judenhassende Religion

26. Oktober 2017

Familie Michalski allein zu Haus

Michael Hanfeld berichtete für „FAZ.NET“ über einen Film, der auf „Arte“ lief, und der den grassierenden Judenhass der Orks und ihrer bolschewistischen Lakaien dokumentiert (1).

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Arte-Reportage über Judenhass:
Sie schlugen ihn und zielten auf seinen Kopf

Bei Arte läuft eine Reportage, die man gesehen haben muss. Sie schildert die Geschichte des Vierzehnjährigen, der seine Schule in Berlin verlassen musste. Er war dort seines Lebens nicht mehr sicher – weil er Jude ist.

Die Journalistin Katrin Sandmann erzählt heute bei Arte „Die Geschichte von Oscar, Opfer von Antisemitismus“. Ereignet hat sich die Geschichte Anfang dieses Jahres an der Gemeinschaftsschule in Berlin-Friedenau, und sie sorgte im ganzen Land für Aufsehen. Über Wochen und Monate war der vierzehnjährige Oscar Opfer von Diskriminierung und Nachstellungen, seit er sich offen als Jude bekannt hatte. Sein bester Freund sagte ihm, dass sie nun nichts mehr miteinander zu tun haben könnten – weil Oscar Jude ist. Von zwei Mitschülern wurde Oscar besonders drangsaliert und geschlagen. Als die Mitschüler ihn mit einer täuschend echten Replika-Pistole bedrohten und eine Scheinhinrichtung mit Kopfschuss an ihm vollzogen, war für Oscars Eltern das Maß voll. Sie nahmen ihren Sohn von der Schule, die seine Sicherheit nicht garantieren konnte. Die Reportage, die Katrin Sandmann darüber gedreht hat, trägt den Titel: „Weil Du Jude bist“.

Der Vierzehnjährige erscheint in dieser Reportage nicht, er wird nicht einmal bei seinem richtigen Namen genannt. Es sprechen seine Eltern, Gemma und Wenzel Michalski. Für sie und ihre drei Kinder ist Berlin seit den Vorfällen eine andere Stadt geworden und Deutschland ein anderes Land. Die Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder, sagt Gemma Michalski, sei zum ständigen Begleiter geworden. Wenzel Michalski, der sich als Chef von Human Rights Watch in Deutschland von Berufs wegen mit Rassismus und Diskriminierung beschäftigt, muss gewärtigen, dass sich auch für seinen jüngsten Sohn fortsetzt, was schon er in seiner Jugend erfahren hat: Ausgrenzung und Nachstellungen, weil er Jude ist. Mit seinem Sohn trifft das die dritte Generation der Familie in Deutschland, von den Großeltern, die dem Holocaust entronnen sind, über ihn selbst, der im Nachkriegsdeutschland aufwuchs, bis zu Oscar, der nun eine jüdische Schule in Berlin besucht. Auf diese, so hören wir, kommen jedes Jahr Schüler, die an anderen Schulen verfolgt wurden – weil sie Juden sind.

Wegschauen, Wegducken, Wegreden.

1300 antisemitische Übergriffe wurden im vergangenen Jahr notiert. Das ist die offizielle Zahl, die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. Im ersten Halbjahr hat die Zahl der Delikte noch einmal drastisch zugenommen. Sie werden begangen von Rechtsextremen, zu deren Dunstkreis auch die AfD gehört, aber auch – wie in Oscars Fall – von Muslimen. Den Judenhass der Rechten zu markieren, das fällt vielen leicht, die wahre und vollständige Dimension des Antisemitismus zu benennen, weniger. Denn es geht um ein Phänomen, das alltäglich zu werden droht, das von der extremen Rechten und von der Linken sowie von fanatisierten Muslimen ausgeht. Das aber wird nicht so gerne thematisiert, weil sogleich der Reflex einsetzt, hier würden antimuslimische Klischees bedient. Das Ergebnis ist Wegschauen, Wegducken, Wegreden.

Davon zeugen auch die Einlassungen des Schulleiters, der in der Reportage von Katrin Sandmann zu Wort kommt. Er gibt eine jämmerliche Figur ab. Er ist der Überzeugung, man habe den Vorgang insgesamt „gut begleitet“, eine hundertprozentige Sicherheit für einen Schüler aber könne man nicht garantieren, da komme man als Schule an eine Grenze. Warum er die, wie Gemma Michalski sagt, flehentlichen Anfragen der Familie nicht beantwortete, erfahren wir nicht. Seine Einlassungen sind ein Dokument der Kapitulation. Sie werden ergänzt durch einen Elternbrief, der Anfang April dieses Jahres, als der Fall Aufsehen erregte, erschien. Indem drückten Eltern der Schule in Friedenau ihr Entsetzen aus, waren aber gleich mit Kritik an der angeblich verzerrenden Berichterstattung bei der Hand über eine Schule, die Vorreiter sei mit zahlreichen Projekten, „die für Toleranz, einen offenen Austausch und ein friedliches Miteinander vielfältiger Kulturen und Religionen steht“. Die Eltern waren also vor allem besorgt um das Ansehen der Schule, die an dem Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ teilnimmt. Die Leiterin dieses bundesweiten Projekts, Sanem Kleff, tat sich im Kleinreden des Vorfalls noch stärker hervor. Im Gespräch mit dem Online-Auftritt dieser Zeitung sagte sie: „Fälle wie diese sind nicht typisch.“ Injurien wie „Du Judenschwein“ würden häufig „völlig kontextlos“ verwendet, Jugendliche wüssten gar nicht immer so genau, was sie da sagten.

Einzelfälle ohne Kontext? Dagegen spricht die Häufigkeit solcher Vorfälle, die immer wieder schlaglichtartig aufscheinen, wie vor drei Jahren, als der Stadtschülersprecher von Offenbach, ein deutscher Schüler jüdischen Glaubens, von seinem Amt zurücktrat, weil er von Jugendlichen mit muslimischen Hintergrund massiv bedroht worden war – weil er Jude ist. Und den „Kontext“ findet man nicht nur beim völkischen Judenhass der Rechtsextremen, sondern auch bei den „Israel-Kritikern“, bei denen die Aversion gegen die israelische Regierung mit Antisemitismus Hand in Hand geht. Wer leugnet, dass diese Bewegung mit dem Zuzug von Flüchtlingen aus dem arabischen Raum Zuwachs bekommt und eine religiöse Grundierung hat, verschließt vor einer Realität die Augen, die unsere freiheitlich-pluralistische Gesellschaft auf die Existenzprobe stellt.

Die Schule ist der Ort, an dem die Herausbildung von Toleranz und Akzeptanz beginnt. An ihr zeichnet sich das gesellschaftliche Klima vor. Sie steht vor einer gewaltigen Aufgabe, die man nicht nur Lehrerinnen und Lehrern aufbürden darf. Sie muss höchste Priorität für die Schulverwaltung und für die Politik besitzen, soll das Gemeinwesen nicht auseinanderbrechen. Da vom rot-rot-grünen Senat in Berlin in dieser Hinsicht nichts zu erwarten ist, sollte die Bundesregierung den auch in dieser Reportage formulierten Appell beherzigen: Es braucht eine/n Antisemitismus-Beauftragte/n, soll es in der Bundesrepublik nicht so weit kommen wie im Nachbarland Frankreich, in dem Juden seit Jahren immer wieder angegriffen und Opfer von Verbrechen werden, die zumeist von islamistischen Tätern begangen werden, was inzwischen zu einer deutlichen Auswanderungswelle geführt hat.

Die Ehrenrettung für den deutsch-französischen Sender

Dass die Reportage von Katrin Sandmann und der Firma Kobalt Productions, beauftragt vom ZDF, heute bei Arte läuft, ist auch so etwas wie eine kleine Ehrenrettung für den deutsch-französischen Sender. Er hat bekanntlich bei der Aussendung der Dokumentation „Auserwählt und ausgrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ ebenso wie der für diesen Film zuständige Westdeutsche Rundfunk in krasser Weise versagt. Gezeigt wurde der Film erst nach massiver Kritik (auch von dieser Zeitung) und dann in absurd kommentierter Form, die allein auf die Selbstrechtfertigung abzielte, warum man den Film nicht hatte zeigen wollen. Dieser hatte zwar seine Fehler und war „einseitig“, machte aber mit insbesondere in Frankreich bis dato im Fernsehen nicht gezeigten Aufnahmen klar, um was es geht: um grassierenden Judenhass und dessen extreme Auswüchse. Wenn öffentlich-rechtliches Fernsehen davor die Augen verschließt, bezeugt es eine Feigheit, wie sie Michel Houellebecq in seinem Roman „Unterwerfung“ beschreibt.

Oscar, der vierzehnjährige Junge aus Berlin, den Katrin Sandmann in ihrer Reportage klugerweise nicht zeigt, aber dessen Geschichte sie umso eindrücklicher erzählt, lernt inzwischen Karate. Er will sich für das Leben in Deutschland wappnen – als Jude, der seinen Glauben nicht verbergen muss. Seine Geschichte steht für viele, für viel zu viele. Heute gibt es einen Grund, Arte einzuschalten oder die Reportage aufzuzeichnen. Sie beginnt um 19.40 Uhr.

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Time am 26. Oktober 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/die-arte-reportage-weil-du-jude-bist-15263065.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

Der passende Dreh

19. April 2017

Michael Hanfeld von „FAZ.NET“ geht das Geplärre der Grünen in Bezug auf die Machtergreifung Erdogans ziemlich auf die Nerven (1).

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Schuld sind immer die anderen

Präsident Erdogan hat in Deutschland eine kleine, aber sichtbare und laute Schar von Unterstützern. Das macht die Grünen ratlos. Doch sie haben eine Erklärung, mit der sie die Medienkanäle verstopfen.

Das Ergebnis des Referendums in der Türkei war nicht anders zu erwarten. Oder hielt es tatsächlich jemand für möglich, dass sich Recep Tayyip Erdogan beim Griff nach der Macht von den Neinsagern, die er noch nicht ins Gefängnis geworfen hatte, würde stören lassen.

Erstaunlich viele Wahlberechtigte brachten allen Pressionen zum Trotz den Mut auf, ihm die Alleinherrschaft zu verwehren. Im Westen der Türkei lehnten bis zu siebzig Prozent der Wähler die Verfassungsänderung ab, welche der repräsentativen Demokratie, der Gewaltenteilung und dem Rechtsstaat endgültig ein Ende bereitet. Das Ergebnis der in Deutschland lebenden türkischstämmigen Wähler freilich sorgt für Verwirrung – in der Politik und in den Medien.

Es muss doch einen Schuldigen geben

Sechzig Prozent für Erdogan – wie kann das sein? Dafür muss es doch einen Schuldigen geben. Die Grünen – von Claudia Roth über Cem Özdemir bis zu Özcan Mutlu – hatten sogleich einen passenden Dreh: Es liege zu einem guten Teil an vermeintlich mangelhafter Integrationspolitik, dass in Deutschland lebende Türken für Erdogan stimmten. Diese Art von „Schuld-Verschiebung“ ist geschickt: Verantwortlich für Erdogans Erfolg sind so nämlich viele, ja irgendwie alle – die anderen politischen Parteien und die Regierung zumal –, nur nicht die Grünen und auch nicht diejenigen selbst, die ihr Kreuzchen für Erdogan gemacht haben.

Dass Erdogans Fans ihr Idol voller Überzeugung ermächtigen, sein autokratisches Vorgehen gegen Andersdenkende und seine überschäumende Rhetorik der Hetze goutieren, scheinen sich die Grünen nicht vorstellen zu können. Dabei sollte zur „Willkommenskultur“ doch vielleicht auch gehören, dass man die Vorzüge der hiesigen Gesellschaftsordnung offensiv herausstellt. Es dürfte schwerfallen, ein Land zu finden, in dem Vielfalt und Toleranz ausgeprägt sind wie hier. Gleichwohl hat das Klopfen der Grünen an die Brust der anderen umgehend gewirkt und die Medien beschäftigt. Das führte im Radio des Hessischen Rundfunks zum Beispiel so weit, dass der Moderator die hessische Landtagsabgeordnete Mürvet Öztürk, die im Herbst 2015 die Fraktion der Grünen aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik der Landesregierung verlassen hatte, so lange mit der Frage nach der vermeintlichen Verantwortung der hiesigen Gesellschaft für die Zustimmung für Erdogan löcherte, bis auch sie beidrehte und in den Chor ihrer einstigen Parteifreunde einstimmte. Gemeinsam mit dem SPD-Abgeordneten Turgut Yüksel hatte sie in Hessen eine Nein-Kampagne zu dem Verfassungsreferendum ins Leben gerufen.

Gerade einmal 450.000 Menschen haben hierzulande Erdogans Staatsumbauplan zugestimmt, das sind dreizehn Prozent der hier lebenden 3,5 Millionen Menschen, die aus der Türkei stammen. „Deshalb von gescheiterter Integration ,der Türken‘ zu sprechen wird der Realität nicht gerecht“, sagte der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz. Und: „Die Tatsache, dass fünfzig Prozent der Deutschtürken nicht an der Abstimmung teilgenommen haben, spricht jedenfalls nicht dafür, dass sie sich hauptsächlich an der Türkei orientieren.“ Die Zahlen hatte auch die Grüne Claudia Roth im Interview mit der „Welt“ parat. Ihrer und der Interpretation ihrer Parteikollegen, die sich seit Sonntag auf allen Kanälen findet, tut das allerdings keinen Abbruch. Wohl dem, der den richtigen „Spin“ hat.

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Time am 19. April 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wer-ist-fuer-das-wahlergebnis-in-der-tuerkei-verantwortlich-14977051.html

Antijüdische Hetze gegen Geert

19. März 2017

Lesen Sie einen Beitrag von Michael Hanfeld von „FAZ.NET“ (1).

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WDR-Film zu Geert Wilders

Verschwörungstheorie gefällig?

Ein Film über Geert Wilders attestiert dem Rechtspopulisten nicht nur Islamhass, sondern große Nähe zu Israel und dem Judentum. Das hat eine antisemitische Konnotation, die man nicht übersehen kann.

Dass mit diesem Film etwas nicht stimmt, merkt man schon nach wenigen Sekunden. In schneller Abfolge sehen wir Bilder von den von Islamisten verübten Terroranschlägen in Paris, Nizza, Brüssel und Berlin und dann – geht es um den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders, den Vorsitzenden der Partij voor de Vrijheid. Vor ihm will der Film „Holland in Not – Wer ist Geert Wilders?“ warnen. Ausgestrahlt wurde er vom Westdeutschen Rundfunk in dessen drittem Programm in der Reihe „Die Story“ am 8. März. Also genau eine Woche vor der Wahl, bei der Wilders sein Ziel, an die Regierung zu kommen, verfehlte. In dem Film des WDR wird, mit bangem Unterton, noch erwartet, dass nicht nur die Niederlande abdriften: „Europa droht eine politische Verschiebung nach rechts.“

Das zu beschreiben, davor zu warnen, ist das eine. Sich der Mittel zu bedienen, wie es der WDR und der niederländische Filmemacher Joost van der Valk in diesem Fall tun, ist etwas anderes. Seine Herangehensweise besteht darin, Aspekte zusammenzufügen, bei denen man sich fragt, wie sie denn zusammengehören. Nicht lange fragen muss man sich allerdings, welchen Eindruck van der Valks Film spätestens nach der Hälfte der Sendedauer vermittelt – dass Geert Wilders enge Verbindungen zu Israel hat und das Judentum schätzt. Ganz im Gegensatz zum Islam, den er seit langem als „faschistische Ideologie“ bezeichnet. Was schließen wir daraus?

Ursprünglich sprach der Scheich

Etwas mehr als 44 Minuten war der Film in seiner ursprünglichen Version lang. In der Fassung, die nun in der Mediathek des WDR steht, ist er auf 40.36 Minuten gekürzt worden. Die Minuten, die weggefallen sind, hatten es in sich, worauf zuerst Stefan Frank von dem Think Tank „mena-watch“ (2) und dann Moritz Tschermak im „bildblog“ hinwies. Denn in den fraglichen Minuten kommt der amerikanische Scheich Khalid Yasin zu Wort, den als „umstritten“ zu bezeichnen eine Untertreibung wäre. Yasin ist ein Islamist reinsten Wassers, der die Scharia in Saudi-Arabien preist und gegen Christen und Juden hetzt.

In der Original-Version des Films von Joost van der Valk kam er, wie die Kritiker, die den Film noch ganz gesehen haben, notieren, zu Wilders zu Wort: „Ich glaube, er hat die Idee des modernen Zionismus begriffen und angenommen. Er benutzt den modernen Zionismus, um die gleichen Ansichten über Muslime und über den Koran zu verbreiten, die sich die Juden in Israel nicht trauen zu sagen. Aber Herr Wilders kann ihnen einen Gefallen tun. Er kann außerhalb Israels die Palästinenser so charakterisieren, wie es die Zionisten tun, um ihre Macht zu rechtfertigen. Herr Wilders kann den Islam auf die gleiche Weise beschreiben.“

Zu Besuch bei der „Jewish Task Force“

Die Gleichung des Scheich Yasin zielt in die Richtung einer „jüdischen Weltverschwörung“. Dass van der Valks Reise dahin geht, bekommt man sogar in der vom WDR nachbearbeiteten Version des Films mit, der in Teilen acht Jahre alt ist und ohne aktuelle Schnittbilder 2011 bei der BBC lief, die sich damit aus denselben Gründen wie jetzt der WDR heftige Kritik einhandelte. So spricht der Filmemacher van der Valk mit einem Wilders-Bewunderer namens Robert, der Mitglied der „Jewish Task Force“ ist. Dann besucht er den radikalen Zionisten und Gründer der Task Force, Chaim Ben Pessach, in New York. Pessach, der eigentlich Victor Vancier heißt, verbüßte wegen Sprengstoffanschlägen mehr als fünf Jahre Haft. Auch er bewundert, wie er vor der Kamera sagt, Geert Wilders.

Dass Pessach in Israel Einreiseverbot hat, erfahren wir nicht. Dafür sehen wir Wilders mit Kippa, auf Besuch in Israel oder an der Klagemauer und erfahren, dass er in seiner Jugend ein Jahr in Israel verbracht hat. Von seiner jüdischen Großmutter ist in der neuen Filmversion nicht mehr die Rede, dafür war es angeblich so in der alten. Gleich zu Beginn des Films kommt derweil immer noch eine junge, verschleierte Muslimin zu Wort, die sagt, die Situation in den Niederlanden erinnere sie an „die neunzehnhundertvierziger Jahre, als Juden den Davidstern tragen und vor einem Laden fragen mussten: Darf ich reinkommen? Darf ich in das Schwimmbad gehen? Es ist fast so wie früher.“

Die Machart dieses Films lässt eigentlich keine Fragen offen. Doch brauchte der WDR zwei Anläufe, um zu verstehen, worum es geht. Als sich die genannten Kritiker – und nicht nur sie – zu Wort gemeldet hatten, teilte der Sender per Twitter mit, der Film „Holland in Not – Wer ist Geert Wilders“ sei „aus unserer Sicht grundsätzlich nicht zu beanstanden. In der Tat hätte der Text einordnen müssen, dass der Prediger Yasin durchaus umstritten und in der Vergangenheit auch radikaler aufgetreten ist. Darüber hinaus teilen wir die in dem zitierten Blogeintrag erhobene Kritik nicht und weisen insbesondere den Vorwurf des Antisemitismus entschieden zurück.“

Film war nicht mehr abrufbar

Das schrieb der WDR am vergangenen Mittwoch. Am Donnerstag war es mit der vermeintlichen Entschiedenheit schon vorbei, da war der Film nämlich nicht mehr abrufbar. Seit Freitag heißt es zur Erläuterung des inzwischen umgeschnittenen und wieder abrufbaren Films: „Verzichtet wurde auf die Äußerungen des Scheichs Yasin, dessen Auftreten und Einordnung wir für problematisch halten. Den Vorwurf, in einer Passage des Films antisemitische Ressentiments zu schüren, weisen wir aber zurück. Die Passage stellt die Fakten korrekt dar. Gleichzeitig mussten wir aufgrund einiger Rückmeldungen feststellen, dass hier teilweise ein missverständlicher Eindruck entstehen kann. Wir haben die Kritik ernstgenommen und aus diesem Grund entschieden, den Film auch an dieser Stelle zu bearbeiten.“ Ein „missverständlicher Eindruck“? Auch wer den Film in der polierten Fassung sieht, kann sich einen Reim darauf machen, was Joost van der Vaalk ausdrücken will.

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Time am 19. März 2017

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ein-wdr-film-ueber-geert-wilders-hat-schlagseite-14929890.html
2) http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/westdeutscher-rundfunk-geert-wilders-ein-spion-der-juden/

Unsere peinlichen Politiker

13. November 2016

leyen

In Sachen „Werte“ hat sie den Bogen raus: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (Bildunterschrift: FAZ).

Bei „FAZ.NET“ bringt Michael Hanfeld das peinliche Verhalten unserer Spitzenpolitiker auf den Punkt (1).

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Von der Leyen kritisiert Trump

„Werte“ ohne Wert

Das ist ja wirklich schön, wenn Ursula von Leyen den angehenden amerikanischen Präsidenten Trump über die „Werte“ der Nato belehrt. Aber denkt sie dabei auch an den Nato-Partner Erdogan?

Zwei Begriffe werden zurzeit derart verschleudert, dass von ihnen nichts bleibt: „Populismus“ und „Werte“. Populismus ist die neumodische Diffamierung eines politischen Standpunkts, den man nicht teilt. Und Werte? Sind inzwischen wertlos, wie man am Beispiel von Ursula von der Leyen bei ihrem Auftritt in der Talkshow von Maybrit Illner im ZDF sehen konnte. Da las die Verteidigungsministerin dem künftigen amerikanischen Präsidenten Donald Trump nämlich wertemäßig kräftig die Leviten.

Das Verteidigungsbündnis Nato, sagte sie, sei „kein Geschäft“ und „kein Unternehmen“. „Das ist nicht so etwas, wo man sagt: Die Vergangenheit ist mir egal. Die Werte, die wir gemeinsam vertreten, sind mir egal, sondern ich gucke, wie viel Geld ich hinten rauskriege und ob ich einen guten Deal machen kann. So regiert man kein Land, und das ist auch nicht der Grundsatz der Nato.“

Die Ministerin zahlt in kleiner Münze aus

Ursula von der Leyen dürfte sich noch wundern, wie der von ihr befürchtete New Deal des amerikanischen Präsidenten auf sie zurückfallen könnte. Dafür müsste er nur einmal kritisch nach der militärischen Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik fragen. Und um zu erkennen, in welch kleiner Münze von der Leyen ihr Werteverständnis auszahlt, muss man nicht über den Atlantik, sondern nur zum Bosporus und zum Nato-Partner Türkei blicken. Dort schafft Präsident Erdogan gerade die Grundrechte ab und errichtet eine Diktatur, lässt ohne rechtsstaatliches Verfahren massenhaft Menschen ins Gefängnis werfen und führt einen Krieg gegen die Kurden im eigenen Land und jenseits der Landesgrenzen.

Wo sind die „Werte“?

Wo sind da die „Werte“, von denen Ursula von der Leyen spricht? Wäre es nicht Zeit für eine Wertberichtigung? Als Wertegemeinschaft ist die Nato nicht erst erledigt, sollte Donald Trump im Umgang mit Russland die Zügel schießen lassen, sie ist es schon jetzt. Was den Vorwurf der Geschäftemacherei angeht, sollten Bundesregierung und EU vorsichtig sein. Sie zahlen schließlich für den Flüchtlingsdeal mit Erdogan, der gestern noch den Herausgeber der Zeitung „Cumhuriyet“, Akin Atalay, festnehmen ließ, kaum dass dieser von einer Deutschlandreise zurückgekehrt war, bislang jeden Preis und scheren sich keinen Deut um die „Werte“, die dafür aufgegeben werden.

Apropos Werte und wie man für sie einsteht: Zum Umgang mit vor Erdogan nach Deutschland fliehenden Oppositionellen und Journalisten aus der Türkei gibt „Reporter ohne Grenzen“ der Bundesregierung einen werthaltigen Tipp: Diese Flüchtlinge brauchen kein Asylverfahren, sondern eine befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, in der Hoffnung, dass sie eines nicht zu fernen Tages in die Türkei zurückkönnen, wenn dort wieder die „Werte“ gelten, über die Ursula von der Leyen den künftigen amerikanischen Präsidenten zu belehren müssen glaubt.

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Time am 13. November 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ursula-von-der-leyen-belehrt-trump-und-vergisst-erdogan-14523636.html#aufmacherOverlay

Burkaverbot jetzt!

20. August 2016

Nazislahmistinnen

Für FAZ.NET hat Michael Hanfeld einen exzellenten Kommentar zum Thema Burkaverbot verfasst (1).

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Streit um Vollverschleierung

Es wird Zeit für den Burko

Die Burka hat nichts mit Religion und Freiheit zu tun. Sie ist Ausdruck von Frauenverachtung und Unterdrückung. Warum sollen wir sie in Deutschland nicht verbieten können?

Als die Terrorbande, die sich „Islamischer Staat“ nennt, aus der Stadt Manbidsch im Norden Syriens vertrieben war, die sie zwei Jahre lang besetzt hatte, liefen die Menschen auf Straßen und Plätze, um ihre Befreiung zu feiern. Die Männer schoren ihre Bärte, die Frauen warfen den Niqab oder die Burka ab, die verhasste Vollverschleierung, unter die sie der IS gezwungen hatte. Im Fernsehen waren die Szenen zu sehen, in denen Frauen – mit Kopftuch – die Zeit unter dem islamistischen Terror in dramatischer Weise beklagten. Die Befreier, kurdische Milizen, wurden umarmt und gepriesen, darunter auch Kämpferinnen. Die ganze Welt nahm das mit Anteilnahme zur Kenntnis, als kleine hoffnungsvolle Etappe in einem erbarmungslosen Krieg.

Als vor der Verabschiedung der „Berliner Erklärung“ der Innenminister der Union die Forderung aufkam, die Burka, den Niqab, die Vollverschleierung von Frauen zu verbieten, war der Ton ein ganz anderer – eine Mischung aus Indifferenz und Herablassung, der sich auch Moderatorinnen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks befleißigen, vom „Morgenmagazin“ bis zu den Spätnachrichten. Der Tenor lautet: Eine solche Forderung sei überflüssig, es gebe höchstens hundert Frauen mit Burka oder Niqab in Deutschland (wo die Zahl herkommt, weiß niemand, ein Gang durch die Innenstädte von München, Garmisch-Partenkirchen und Bad Godesberg dürfte die Zahl der Vollverschleierten schnell erhöhen). Unsinnig sei die Forderung nach einem Burka-Verbot, mit sicherheitspolitischen Erwägungen habe sie nichts zu tun, und sie lasse sich nicht durchsetzen. Warum auch? Sollen sich muslimische Frauen doch verschleiern, wenn sie wollen, es herrsche schließlich Religionsfreiheit.

Allerdings hat diese Verschleierung weder etwas mit Religion noch mit Freiheit zu tun. Sie ist ein in muslimischen Ländern mit brutaler Gewalt durchgesetzter Zwang, eine soziale Norm zum Gefallen der Männer, die Frauen auf diese Weise aus dem öffentlichen Leben ausschließen. Die Frauen sind zwar vorhanden, aber als Personen nicht präsent. Sie werden entwürdigt, entmenschlicht und verlieren ihr Gesicht. Sie können unter der Burka mit niemandem ohne Mühe sprechen, können nicht trinken und nicht essen. Dass eine Frau mit Burka es schwer habe, sich zu integrieren, wie die Bundeskanzlerin sagte, ist eine bittere Untertreibung. Vollverschleierte Frauen sind Insassen eines Textilgefängnisses, in das Männer sie für den Hofgang in der Öffentlichkeit gesteckt haben.

Wer in diesem Zusammenhang von persönlicher Freiheit und von Religionsfreiheit spricht, verkennt die Realitäten und begeht einen Kategorienfehler mit verhängnisvollen Folgen. Denn wenn die Burka vom Staat und vor den Gerichten als Gebot der Religion anerkannt wird, oder zumindest als mögliches Gebot – das nur von wenigen, radikalen muslimischen Gelehrten vertreten wird –, und wenn dieses von der in vielerlei Hinsicht überbetonten Religionsfreiheit erfasst wird, ist dagegen nur mit größten Verrenkungen noch etwas zu machen. Sie dürfe nicht in der Schule, nicht im Straßenverkehr, nicht bei Demonstrationen und nicht auf Meldeämtern getragen werden, lautet die Mindestanforderung, auf welche sich die Innenpolitiker der Union geeinigt haben. Womit auch geklärt wäre, auf welches Terrain sich der Staat beschränkt. Aus dem öffentlichen Raum zieht er sich zurück und gibt ihn zur Vollverschleierung, zur radikalen Ab- und Ausgrenzung und sichtbaren Unterdrückung von Frauen frei.

Wer glaubt, die Burka habe mit Religion zu tun, glaubt vielleicht auch, Frauen würfen sich tatsächlich freiwillig und mit Freuden diesen Sack aus Stoff über den Kopf. Ein paar Gespräche mit Musliminnen, vor allem solchen aus Ländern, in denen der Burka-Zwang mit Säureattentaten auf Frauen, die ihr Gesicht zeigen wollen, durchgesetzt wird, würde für die empirische Basis der Einsicht sorgen, dass es Unsinn ist, zu denken, jemand unterziehe sich freiwillig der Textil-Tortur. Irritierend ist der Blick der westlichen, vermeintlich liberalen Burka-Freunde auf muslimische Frauen ohnehin: als handele es sich bei ihnen um Aliens, welche Sinnen und Trachten, Wünsche und Bedürfnisse und Empfindungen, die allen Menschen gemeinsam sind, nicht teilten.

Deshalb wird in der Debatte schon die Grundfrage falsch gestellt. Es geht nicht darum, ob wir die Burka verbieten können. Wenn wir wollen, können wir. Wir müssen damit beginnen, die Grundfrage anders zu formulieren: Dürfen wir zulassen, dass Frauen ein Sack über den Kopf geworfen wird und sie von ihrer Umwelt abgegrenzt und aus dem menschlichen und gesellschaftlichen Miteinander gerissen werden? An diesem Punkt muss man nicht mit Sicherheitserwägungen kommen, sondern könnte die Fürsorgepflichten des Staates ins Feld führen, beginnend mit Artikel1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Würde der Frau ist unantastbar. Und für all die Männer, die Frauen partout nicht als Frauen sehen und wahrnehmen wollen, gäbe es eine praktische Lösung: Es wird Zeit für den Burko. Es muss ja keine Ganzkörperverhüllung sein. Eine Augenbinde reicht.

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Time am 20. August 2016

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1) www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-burka-hat-nichts-mit-religion-und-freiheit-zu-tun-14396568.html

Pornopresse huldigt Fuhrergan

26. Juli 2016

Ratze

Er ist kein König – er ist Sultan, Herrscher der Hyänen

Bei „FAZ.NET“ beginnt Michael Hanfeld zu verstehen, dass die vom Kloran vorgesehene und ergo originär mohammedanistische Regierungsform die Diktatur ist (1).

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Erdogan in der ARD

So redet ein Diktator

Die EU? Nicht vertrauenswürdig. Islamistischer Terror? Existiert nicht. Die Türken? Wollen die Todesstrafe. So vorsichtig Sigmund Gottlieb fragt: Im ARD-Interview muss er Erdogan nur reden lassen, um alles über ihn zu erfahren.

Ein Interview mit jemandem wie Recep Tayyip Erdogan zu führen, muss man sich genau überlegen. Denn es ist eine Gratwanderung: Ist es ein richtiges Gespräch mit kritischen Fragen, kann es ein Scoop sein. Doch gelingt das nicht – und damit darf man bei einem Autokraten wie dem türkischen Staatspräsidenten rechnen – endet es mit einem PR-Auftritt des Herrschers und für den Journalisten und sein Medium mit einer Blamage. Diese haben der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, und die ARD so gerade eben vermieden.

KriecherGottlieb vermag den türkischen Präsidenten zwar nicht ansatzweise aus der Reserve zu locken, seine Nachfragen wirken lasch, sogar gegen den Vorwurf der Desinformation verwahrt er sich nur halbherzig. Aber das Interview im Ersten zeigt doch eins: Es erbringt einen weiteren Nachweis dafür, dass Erdogan mit der Demokratie, von der er fortwährend redet, nichts mehr zu tun hat. Für ihn gibt es nur noch das Volk. Dessen Willen gilt es zu erfüllen. Was ist der Wille des Volkes? Das weiß niemand besser als Recep Tayyip Erdogan. Er kennt das Volk, hört ihm zu und handelt nach seinem Willen. Er kann also gar nichts falsch machen. Er entscheidet im Namen des Volkes. Das bedeutet auch: Wer gegen ihn ist, handelt gegen das Volk. Kommt das irgend jemandem bekannt vor?

Das Volk will die Todesstrafe

Das Volk will zum Beispiel, dass die Todesstrafe wieder eingeführt wird, sagt Erdogan auf Gottliebs entsprechende Frage. Also kommt die Todesstrafe auf die Tagesordnung. Was die Europäer davon halten, spielt keine Rolle, schließlich gibt es die Todesstrafe fast überall auf der Welt und – wie gesagt: Das Volk will es so. Und man stelle sich nur vor, der Putsch hätte Erfolg gehabt. Dann wäre es mit der Demokratie in der Türkei vorbei gewesen und hätte es viele tausend Tote gegeben. Die Position der EU, sagt Erdogan, sei in dieser Frage „nicht vertrauenswürdig“.

„Nicht vertrauenswürdig“ – mit dieser Qualifikation kommt Erdogan noch einige Male in dem halbstündigen Gespräch um die Ecke. Die EU ist nicht vertrauenswürdig, die europäischen Regierungen sind es nicht – nicht in der Kritik an ihm und nicht in der Flüchtlingspolitik. Die Informationen und Kritikpunkte, die ihm Gottlieb entgegenhält, sind für Erdogan selbstredend auch nicht „vertrauenswürdig“: Die türkische Gesellschaft ist gespalten, die Bildungselite wird kalt gestellt, der türkischen Wirtschaft geht es schlechter? Keine Rede davon! Man sieht doch die Menschen auf den Straßen und Plätzen, die für die Demokratie eintreten, 20.000 bis 30.000 Lehrer werden im Nu neu eingestellt, an den Universitäten ist alles in Ordnung, die Banken machen keine Probleme, und auch der Tourismus wird sich erholen: Das ist die Türkei, und das ist die Welt, wie Recep Tayyip Erdogan sie sieht.

Was es in dieser Welt nicht gibt, und was während des Gesprächs im Ersten leider nicht zur Sprache kommt, ist der Gegenputsch, mit dem Erdogan den Putsch, auf den er nur gewartet hat, beantwortet: Ausnahmezustand (den er vielleicht um weitere drei Monate verlängert, das lässt Erdogan offen), Massenverhaftungen, zuletzt von Journalisten, Tausende abgesetzte und entlassene Staatsanwälte, Richter, Professoren, Lehrer und Militärs, Abgeordnete, deren Immunität aufgehoben wurde, der Krieg gegen die Kurden im eigenen Land.

Erstaunlich, wie schnell er war

Es sei ja schon erstaunlich, sagt Gottlieb zu Beginn, wie schnell Erdogan reagiert habe. Als habe er so etwas erwartet. Die leise Kritik, die in dieser Frage steckt, überhört der türkische Präsident selbstverständlich. Sie ist nicht von Belang. Man muss aber schon wissen, sagt Erdogan: Wer ist wer im Staat? Will heißen: Wer ist gegen ihn und wer ist nicht für ihn, also auch gegen ihn und muss weg? Jeder kann zu diesen „Sie“ gehören, von denen Erdogan dauernd spricht. Diese „Sie“, also die Anhänger der Gülen-Bewegung, mit ihrer vermeintlich riesigen Verschwörungs-Organisation im In- und Ausland. „Sie“ müssten entfernt werden. Und wir wissen ja: Der Putsch dieser „Sie“ war ein Schlag gegen das Volk. Entsprechend gilt es zu antworten.

Richtige Antworten jedoch bekommt Sigmund Gottlieb nicht, so sehr er sich – bisweilen übertrieben freudig lächelnd – mit dezent kritischen Fragen auch darum bemüht. Der deutsche Journalist und der türkische Präsident – sie reden nicht nur aneinander vorbei. Sie reden, wenn es scheinbar um ein und dieselbe Sache geht, von etwas ganz anderem. Redet Gottlieb von Bildung, meint er die freie Lehre, spricht Erdogan davon, geht es um Kaderschulung. Fragt Gottlieb nach dem Terror, meint er den IS. Redet Erdogan vom Terror, meint er die PKK und die Kurden. Fragt Gottlieb nach Maßnahmen gegen Terroristen, erzählt Erdogan, dass diese doch von Deutschland „genährt“ würden und von dort aus gegen die Türkei operierten. Wen meint er damit? Die Schlächter vom IS wohl kaum.

Islamistischen Terror gibt es nicht

Von „islamistischem Terror“ will Erdogan erst gar nicht reden und nichts hören. Denn mit der Religion habe der Terror nichts zu tun, wer von „islamistischem Terror“ spreche, beleidige alle Muslime und gebärde sich nicht anders als ein Antisemit. Rede denn irgendjemand von christlichem oder jüdischem Terror? Wer von islamistischem Terror spricht, handelt also genau so wie ein Antisemit? Den Twist muss man sich merken. In einer Woche mit gleich zwei islamistischen Anschlägen und zwei weiteren Bluttaten in Deutschland so zu reden, das zeugt schon von einer gewissen Kühnheit.

An dieser Stelle des Gesprächs konnte man die Luft an- und Sigmund Gottlieb zugute halten, Erdogan dekonstruiert zu haben. Jeder, der seine Sinne beisammen hat, kapiert, was mit diesem Mann los ist: Mit Erdogan ist kein Staat zu machen, vor allem kein demokratischer. Als Partner taugt er für gar nichts – nicht für einen EU-Betritt, nicht für die Achtung der Menschenrechte, nicht für die Flüchtlingspolitik (die selbstverständlich die offene Flanke der Europäischen Union ist, in diesem Punkt hat Erdogan recht) und auch nicht im Kampf gegen den – islamistischen – Terror.

Ich bin kein König

Das Interview mit der ARD werden Erdogan und seine Leute garantiert für einen PR-Coup halten und seine Anhänger in Deutschland werden sich daran erfreuen, wie gut sich der türkische Präsident verkauft hat. Er hat es mal wieder allen gezeigt.

Die Türkei sei kein Königreich, sondern eine Demokratie, und er sei kein König, sondern ein gewählter Präsident, sagt Erdogan. Angesichts dessen, was dieser Präsident im Augenblick mit der Türkei macht, ist das eine unverhohlene Drohung – süßlich verpackt in freundliche Grüße und in herzliches Beileid angesichts der Opfer der Anschläge der vergangenen Tage – für das deutsche Volk.

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Time am 26. Juli 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/erdogan-in-der-ard-so-redet-ein-diktator-14357732.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Hoffnungslose Ignoranz

18. Mai 2016

Christinnen

Drastische Worte über die Vernichtung aller Nichtmohammedanisten im Orient fand Michael Hanfeld anlässlich einer TV-Kritik (1) bei „FAZ.NET“. Es ist die Rede von „1.500-jähriger Verfolgung“ und einer „Katastrophe der (menschlichen) Zivilisation“.

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Christen im Orient

Nichts von Menschenrechten erzählen

Flucht, Vertreibung, Vernichtung: Arte schildert die verzweifelte Lage der Christen in der arabischen Welt. Doch leider bietet die hiesige Ignoranz wenig Grund zur Hoffnung.

Knapp zwanzig Prozent der Bewohner des Nahen Ostens waren zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts Christen. Wie viele sind es heute, nach dem Völkermord an den Armeniern und den assyrischen Christen, nach hundert Jahren Verfolgung, Vertreibung und Unterdrückung? Elf Millionen Christen gibt es noch, unter 320 Millionen Muslimen. Dass an der Wiege des Christentums überhaupt noch Christen leben, kann einem wie ein Wunder erscheinen, hat man die Dokumentation „Christen in der arabischen Welt“, die heute Abend bei Arte läuft, bis zum Ende gesehen.

Denn nach 1500 Jahren der Verfolgung haben die Christen im Nahen Osten fast keine Möglichkeit mehr, sich zu wehren. Darauf läuft einer der abschließenden Sätze des beeindruckenden Films von Didier Martiny hinaus, dessen französischer Originaltitel die Lage genauer benennt, als es die Übertragung ins Deutsche tut: „La fin des chrétiens d’orient?“.

Martiny schildert die Lage der Christen und anderer von Islamisten verfolgter Minderheiten wie der Jesiden. Er berichtet aus dem Irak, aus Syrien, der Türkei, dem Libanon und aus Ägypten, womit er zugleich die verschiedenen Stadien eines Ethnozids schildert – die Vertreibung einer religiösen Minderheit, ihre physische Vernichtung und die Auslöschung ihrer Kultur. Im Irak und in Syrien leistet das im Augenblick vor allem die Barbarenmiliz IS. Was diese anrichtet, wurde im Westen lange nicht zur Kenntnis genommen. Hört man die Zeugnisse derer, die den Mördern knapp entkommen sind, tritt einem dieses Versagen des Westens und des vermeintlich sich christlich geprägt dünkenden Europas noch einmal schmerzlich vor Augen.

Nicht einmal mehr Bürger zweiter Klasse

„Ihr habt eure Glaubwürdigkeit verloren. Erzählt mir nie wieder etwas von Demokratie und Menschenrechten“, sagt Bischof Diman, der in Ägypten das koptisch-orthodoxe Kloster des Erzengels Michael führt. Zuvor hat er auf die Verfolgung der Christen in Nigeria verwiesen, die Angriffe auf Kopten seit den neunziger Jahren in Ägypten oder den vor laufender Kamera vollzogenen Massenmord an 21 koptischen jungen Männern in Libyen, die von IS-Leuten geköpft wurden. Das sind nur einige der Beispiele, die er nennt.

In Ägypten versuchen sich die koptischen Gemeinden zu behaupten, im Libanon haben die christlichen Maroniten, welche mit 43 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe stellen, ihren einst prägenden Einfluss verloren und suchen ihr Heil als Bündnispartner entweder der sunnitischen oder der schiitischen Radikalen. In der Türkei, deren sultanesken Präsidenten Erdogan die EU in der Flüchtlingskrise als Partner zu brauchen glaubt, führen Christen als Bürger nicht einmal mehr zweiter Klasse eine prekäre Randexistenz.

„Eine Katastrophe der Zivilisation“

Ob sie überhaupt noch eine Zukunft haben, „auf ihrem angestammten Boden“, hängt, das hören wir in diesem Film immer wieder, entscheidend davon ab, wie sich der Westen verhält. Für diesen, sagt Martiny, haben die Christen in der arabischen Welt strategisch keine Bedeutung mehr. Und sie haben keine Zukunft mehr, wenn sich an dieser „strategischen“ Haltung nichts ändert, die zu Bündnissen mit ausgerechnet denen führt, welche die Verfolgung nicht nur einer Religionsgemeinschaft, sondern aller Andersdenkenden betreiben – mit Saudi-Arabien und dem Regime Erdogan.

Wenn das so weitergeht, da sind sich die Geistlichen verschiedener Konfessionen, die Experten und überhaupt alle, die Martiny in seinem Film hört, einig, werden nicht nur die Christen aus der arabischen Welt verschwinden. Es wird sich „eine Katastrophe der Zivilisation“ vollenden. Sieht man sich an, wie ignorant Politik und Amtskirchen bei uns selbst auf die Verfolgung von nach Deutschland geflüchteten Christen reagieren, die hier, im Exil, neuen Peinigungen ausgesetzt sind, vor denen man die Augen nicht verschließen darf, kommt nicht viel Hoffnung auf.

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Time am 18. Mai 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-christen-in-der-arabischen-welt-arte-14236024.html

Alles wird weggeredet

13. Mai 2016

Musa Schmitz

Der Mohammedanist Dominic Musa Schmitz hält den SA-lafismus heute für eine faschistische Ideologie. Er ist es, aber der für ALLE Orks „beste Mensch aller Zeiten“ war auch SA-lafist.

Michael Hanfeld fand auf „FAZ.NET“ ungewohnt deutliche Worte in einer TV-Kritik (1).

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Religion und „Sexual-Druck“

Das Motto ist provokant: „Mann, Muslim, Macho – Was hat das mit dem Islam zu tun?“. Die Debatte führt zu dem Punkt, an dem niemand mehr mit nichts zu tun hat. Alles wird weggeredet. Keine Verantwortung, keine Zusammenhänge, nirgends.

„Es ist ein bisschen durcheinander gegangen“, sagt Sandra Maischberger am Ende ihrer Sendung. Aber dafür sei es differenziert gewesen. „Es bleiben Fragen offen, die diskutieren wir beim nächsten Mal.“

Ein „bisschen“ Durcheinander? Ein „paar“ Fragen offen? Sagen wir doch lieber: Es ist alles ein einziges Durcheinander und es bleiben – um mit Marcel Reich-Ranicki und Bertolt Brecht zu sprechen – alle Fragen offen, als der Vorhang fällt.

Wir sehen eine Stunde und fünfzehn Minuten lang einem Theaterstück mit dem Titel „Mann, Muslim, Macho: Was hat das mit dem Islam zu tun?“, an dessen Ende klar ist: Nichts hat mit niemandem zu tun, der Islam hat nichts mit einem negativen Frauenbild, Muslime haben nichts mit den sexuellen Angriffen in der Silvesternacht in Köln zu tun, bei den Tätern mag es sich um Machos der übelsten Sorte gehandelt haben, aber waren es auch Männer?

So zynisch könnte man die Quintessenz einer Rederunde ausdrücken, die zu keinem Zeitpunkt zu einer Debatte wird, weil drei von fünf Diskutanten den anderen nicht zuhören wollen, niemand den anderen ausreden lässt, Argumente des Gegenübers ignoriert werden und auf Fragen nicht zum Erfragten, sondern lieber über etwas anderes gesprochen wird.

„Sexismus hat keine Religion“

Die Essenz der Beiträge der Grünen-Bundesvorsitzenden Simone Peter erschöpft sich in einem Wort: Differenzierung. Ihr fällt zu den 1170 Anzeigen wegen sexuellen Angriffen und anderen Straftaten in Köln an Silvester als erstes ein, dass es für Frauen generell bitter sei, wenn sie sähen, dass Straftäter vor Gericht nicht überführt und verurteilt werden. „Sexismus hat keine Religion“, sagt Simone Peter, und Flüchtlinge seien unter den Tätern von Köln keine gewesen. Wichtig sei auch die Frage: „Hatten sie Zugang zu Integrationsmaßnahmen? Spätestens an dieser Stelle merkt man: Die „Differenzierung“ von Simone Peter ist Relativierung.

Dem früheren Nordafrika-Korrespondenten Samuel Schirmbeck lastet sie an, wie die Vertreter der AfD zu reden, nur weil er seine jahrzehntelangen Erfahrungen aus dem Alltagsleben in Algerien und in Marokko geschildert hat. Diese Erfahrung lautet, dass Frauen permanent sexuellen Übergriffen von Männergruppen ausgesetzt sind, die einen Grund in der rigiden Keuschheitslehren des Koran haben und in einem gesellschaftlichen Klima, in dem, wie Schirmbeck sagt, die Religion eine „Virulenz“ besitzt. Sie gilt als definitorische Größe und wird als solche auch durchgesetzt. Dies, verbunden mit dem „erniedrigenden Frauenbild“ und dem Druck unausgelebter Sexualität, führe zu dem Phänomen, das in Deutschland an Silvester nicht nur in Köln angekommen ist. Darüber müsse man reden, meint Schirmbeck, auch und gerade im Interesse der Muslime.

Ist das islamfeindlich?

Ist das islamfeindlich? Ist das AfD? Wenn das so ist, dann hat nicht die AfD ein Problem, sondern alle anderen Parteien haben eins, wenn sie reden wie Simone Peter an diesem Abend. (Die Grünen sollten zu solchen Runden besser Cem Özdemir schicken.) So verschafft man der AfD am Ende noch Mehrheiten. Man müsse endlich aufhören, Islam-Kritiker als Islam-Hasser zu denunzieren, sagt Schirmbeck. Doch das geschieht in der Sendung von Sandra Maischberger fortwährend.

Mehr noch als Simone Peter ist dafür freilich Murat Kayman von dem von der Türkei finanzierten Religionsverband Ditib zuständig. Er dreht den Spieß um und schickt allem, was da noch kommen mag, eine Grundsatzbemerkung voraus, an der schon zu erkennen ist, dass er nichts von dem, was Samuel Schirmbeck an diesem Abend sagen wird, gelten lässt, und das, was Alice Schwarzer zu sagen hat, selbstverständlich auch nicht. Wir seien im Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in diesem Land in den vergangenen Jahrzehnten nicht vorangekommen, sagt Kayman, wir hätten „mehr Islamexperten als Muslime“, betrachteten das Verhalten der überwiegenden Mehrheit der Muslime nicht, in den Talkshows gebe es immer nur „Ankläger und Pflichtverteidiger“, das gemeinsame Merkmal der Täter von Köln sei allein, „dass sie Kriminelle sind“. Diese gäben „kein Exempel für muslimisches Verhalten“, allenfalls seien soziale Umstände der Grund für diese Straftaten.

Dem ARD-Journalisten Schirmbeck hält Kayman im Laufe der Debatte vor, er argumentiere „nahe an biologistischen Argumenten“ – womit der Ditib-Vertreter die brutalstmögliche Verunglimpfung des Abends vom Stapel lässt.

Alice Schwarzer hält dagegen

Alice Schwarzer versucht dem tapfer entgegenzutreten, indem sie sich – wie Schirmbeck – vor eben jenen Verallgemeinerungen hütet, die Kayman ihnen anlastet. Doch leider gelingt es ihr nicht einmal zu verdeutlichen, was sie – auch in dem Buch, das sie gerade geschrieben hat – mit dem „Scharia-Islam“ meint, vor dem sie warnt und als dessen Wortführer sie auch die Ditib versteht.

Deren Vertreter redeten im Übrigen, sagt Alice Schwarzer, wenn sie unter sich seien, ganz anders als bei Auftritten in Talkshows. Das wiederum hält Murat Kayman für eine perfide Unterstellung.

Als Alice Schwarzer dafür ein Beispiel nennen will – mit der Art und Weise, in der Kayman nach den sexuellen Angriffen auf einen Zeitungsbeitrag der Publizistin, Psychotherapeutin und ehemaligen SPD-Politikerin Lale Akgün reagiert hat, würgt Sandra Maischberger den Exkurs ab.

Schlagen wir nach bei Murat Kayman

Dabei wäre gerade dieses Beispiel interessant und hätte Murat Kayman aus der Reserve locken müssen. Denn wenn es sich bei dem Murat Kayman, der bei Maischberger sitzt, um denselben handelt, der seit Januar unter murat-kayman.de im Netz publiziert, hätte man ihm den Eintrag vorhalten können, der sich dort mit Datum vom 7. Januar unter der (geschmacklosen) Rigoletto-Überschrift „La donna è mobile“ (Die Frau ist launisch) findet und Passagen wie die folgenden enthält:

„Wir driften zusehend in ein gesellschaftliches Klima der rassistischen Stigmatisierung. Die öffentliche Diskussion über die Ereignisse in Köln wird zur nächsten Eskalationsstufe in der Desensibilisierung für unser Verständnis einer demokratischen Gesellschaft. Wir müssen uns die Entwicklungslinie der antimuslimischen Debatte noch einmal vor Augen führen, um erfassen zu können, an welchem Punkt wir angelangt sind. Wir haben begonnen bei einer kulturellen Negativmarkierung der Knoblauchfresser und Kümmel-Türken während der Gastarbeitermigration. Danach wollten wir unbedingt im Zuge der Diskussionen um die doppelte Staatsangehörigkeit ‚gegen Türken unterschreiben‘. Zwischendurch verbrannten türkischstämmige Frauen und Kinder in Mölln und Solingen – der Preis der ‚Asylantenflut‘-Hysterie nach der Wiedervereinigung. (…)

Dann – endlich, endlich – durfte einmal laut gesagt werden, was weite Teile unserer Gesellschaft offenbar denken, als wir den Niedergang unseres Landes beweinen durften, das sich wegen der inzuchtbedingten Minderintelligenz der Kopftuchmädchen abschafft. Mittlerweile bekommt die kollektive Pathologisierung und Kriminalisierung der Muslime nicht mehr den gesellschaftlichen Abscheu, den eine solche Ausgrenzung von ganzen Bevölkerungsgruppen allein aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens in einer aufgeklärten Gesellschaft eigentlich verdient.

Nein, ein solcher Rassismus bekommt mittlerweile den besten Sendeplatz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und heftet sich – es wird endlich abgerechnet – das Prädikat einer harten aber fairen Debatte ans Revers.“

Damit war Frank Plasbergs Sendung „hart aber fair“ gemeint.

Am 11. Januar notiert murat-kayman.de:

„Nach den Ereignissen der Silvesternacht in Köln und anderswo muss man leider konstatieren: wir sind nicht überrascht. Die Reaktionen auf die verübten Straftaten fallen – leider – nicht aus dem Rahmen des Erwarteten. Zeitungen und „Nachrichtenmagazine“, die ihr Motto wohl bald in „Hetze, Hetze, Hetze“ umwidmen werden, machen mit sexistischen und rassistischen Titelseiten auf. Damit wird die unterschwellige Phantasterei von gefährlicher, überwältigender Omnipotenz des Fremden befördert. Was „der Muslim“ über seinen vermeintlichen „Geburtendschihad“ als Projekt der demographischen Landnahme betreibt, flankiert er nun auch mit der Übergriffigkeit auf „unsere Frauen“. Und unsere Medien machen sich auch noch freiwillig zum Instrument dieser rassistischen Pöbelei. Mal wieder gilt: Auflage vor Anstand. Man kann froh sein, dass auf Titelseiten keine Kreuze brannten. Wir können aber noch nicht sicher sein, ob es nicht bald Berichte über Muslime geben wird, die vermeintlich Brunnen vergiften.“

Ein Zitat, ein O-Ton von murat-kayman.de, hätte bei Sandra Maischberger vielleicht einiges verdeutlicht.

Der Koran als Vaterersatz

Zu dem Trauerspiel in 75 Minuten trägt freilich auch bei, dass die zweite muslimische Stimme erst nach rund einer halben Stunde zu hören ist. Es ist die des Konvertiten Dominic Musa Schmitz; eines jungen Mannes, der einmal Katholik war, dann bei den Salafisten landete und heute ein ebensolcher aufgeklärter, toleranter, kritischer und zugleich tief religiöser Muslim ist, über den im Fernsehen so oft nur geredet wird, aber nicht mit ihm.

Den Salafismus hält Dominic Musa Schmitz heute für eine faschistische Ideologie. Kennengelernt hat er die radikale Ausprägung der Religion als reine Lehre: „Das war für mich der Islam“, sagt er, der ihm „Richtig und Falsch vorgegeben“ habe . Das war genau das, was er suchte. Der Koran war ihm eine „Art Vaterersatz“.

Doch dann habe er begriffen, dass dem Menschen durch diese Ideologie eigenständiges „Denken, Handeln und Fühlen“ abgenommen werde. Man beurteile alles „nur anhand eines Dogmas“. Doch was brachte ihn dazu? Die Suche nach Geborgenheit, nach einer Familie. „Mir hat einfach Liebe gefehlt“, sagt Dominic Musa Schmitz. Irgendwann sei er sogar durch Möbelhäuser gelaufen und habe sich in Gedanken das Heim für seine eigene Familie zusammenfantasiert. Dann wurde er mit einer jungen Frau verheiratet, die er gar nicht kannte.

So einfach ist das. So einfach und ergreifend und so vielsagend, wenn man erkennen will, worüber alle in diesem Land, worüber insbesondere die Politik, die demokratischen Parteien, die Kirchen und ganz besonders intensiv die muslimischen Gemeinden (und eben nicht nur die Erdogan-Ditib) nachdenken müssen, wenn sie verhindern wollen, dass ein Großteil der vielen jungen Männer aus muslimischen Ländern, die seit dem vergangenen September in die Bundesrepublik gekommen sind, bei denen landet, die Dominic Musa Schmitz als Siebzehnjährigen eingefangen haben. Derselbe Dominic Musa Schmitz, der sich vom Salafismus lossagte, fordert heute, dass Muslime aus eigenem Antrieb heraus den ersten Schritt auf die Gesellschaft zu, in die Gesellschaft hinein gehen, und dass in den Moscheen in Deutschland auch selbstverständlich auf deutsch gepredigt wird – damit das vor allem die Jungen verstehen.

Murat Kayman sagt dazu so etwas wie: Wir arbeiten dran.

Noch Fragen? Ja, einige. Aber die werden wohl kaum bei Sandra Maischberger beantwortet.

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Time am 13. Mai 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/debatte-bei-sandra-maischberger-ueber-islam-sexismus-14228482.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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PS: Ich werde mich über Pfingsten aus der Bloggerszene zurückziehen 🙂

Hat sie nur Unrecht?

1. Oktober 2015

Merkel01

Flexibel zu sein, ohne das Ziel ohne den Augen zu verlieren, ist das Gebot der Stunde – zumal für den Counterjihadi.

Lesen Sie einen merkelfreundlichen Artikel von Michael Hanfeld aus der FAZ (1), der sich zugegebenermaßen recht weit im Konjunktiv bewegt.

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TV-Kritik „Hart aber fair“

Jetzt wissen wir, was Angela Merkel macht: Revolution!

Mit den Flüchtlingen kommt der Islam nach Deutschland. Doch wer verändert wen: die plurale Gesellschaft die Religion oder umgekehrt? Folgen wir „Hart aber fair“, setzt die Bundeskanzlerin das Land gerade einem Test aus.

Frank Plasberg traut der Bundeskanzlerin ganz schön was zu. Was wäre, fragt der Moderator gegen Ende seiner Talkshow „Hart aber fair“ an diesem Montag, wenn Angela Merkel die Tür für die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten auch deshalb so weit geöffnet hätte, damit wir endlich „klare Kante“ zeigen und über so etwas wie „Leitkultur“ oder besser „demokratische Grundwerte“ sprechen können, ohne in irgendwelche Political-Correctness-Debatten zu verfallen? Tja, was wäre dann?

Dann hätte Angela Merkel ein zweites Mal alle überrascht und jene Lügen gestraft, die ihr nachsagen, sie handele erst lange gar nicht und dann überhastet und immer populistisch, nie aus Prinzip.

Es wäre der zweite Realitätsschock, den die gelernte Physikerin dem Land verpasst. Der erste war der Atomausstieg. Der zweite ist die Einwanderung. Beides wollen wir an dieser Stelle mit der Bundeskanzlerin einmal „alternativlos“ nennen. Weil in Jahrmillionen herum strahlendem Atommüll nicht die Zukunft der Energiegewinnung liegt und weil die Flüchtlinge kommen, ob irgendjemand das will oder nicht.

Union und Grüne bilden keine Fronten mehr

Und weil man zu guten Lösungen nur kommt, wenn man das Problem erkannt hat und – nur als Beispiel – nach fünfzig Jahren Zuwanderung nicht immer noch der Fiktion nachhängt, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Das aber sagt heute sogar in der CSU kaum noch jemand laut, schon gar nicht in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs. Und worüber reden SPD und Grüne fortwährend? Vom Grundgesetz, das alle zu respektieren haben, von den Pflichten der Zuwanderer und davon, dass nicht alle bleiben können. So schnell haben sich die Fronten verkehrt, so gut funktioniert die Dialektik der Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin macht Revolution von oben und (fast) keiner merkt es.

Was diese Revolution angeht: Willkommen heißen wollen die Flüchtlinge in diesem Land die meisten, und das ist auch gut so. Nur ist es damit selbstverständlich nicht getan, wie sich nach den ersten Tagen des Ansturms schnell zeigt. Die Aufgabe ist gewaltig, reagieren Politik und Bürokratie mit dem üblichen Tempo, könnte nicht nur die Stimmung kippen, sondern die Gesellschaft einer Zerreißprobe ausgesetzt sein. Diese könnte – neben der logistischen Herausforderung – mit dem Thema zu tun haben, das sich Frank Plasberg ausgesucht hatte: „Merkel bejubeln, an Mohammed glauben: Wie viel Islam gehört zu Deutschland?“

Kein Handschlag für den Imam

Dass immer mehr Islam zu Deutschland gehört, braucht man angesichts der Flüchtlingszahlen aus dem Nahen Osten niemandem zu erklären. Dass die Aufgabe wächst, diese Religion auf den im Grundgesetz formulierten Wertekanon zu verpflichten, versteht sich auch von selbst. Und es sollte sich zudem verstehen, dass die islamischen Verbände in diesem Land langsam konsequent entsprechend auftreten und handeln.

Mit dem ewigen Salbadern und dem Herumeiern sollte es vorbei sein. „Klare Kante“ ist angesagt, nicht nur, wenn es darum geht, zu beteuern: Der IS hat nichts mit dem Islam zu tun. Sondern auch, wenn das Verhalten eines Imams zu beurteilen ist, der in Rheinland-Pfalz bei der Aufnahme von Flüchtlingen mitwirkt, der CDU-Politikerin Julia Klöckner aber nicht die Hand geben will.

Leider fällt der Beitrag von Zekeriya Altug von Vorstand der DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) in NRW genau an dieser Stelle so windelweich aus, wie man das kennt. Da ist von „Umgangsformen“ die Rede, die man abgleichen und von neuen, die man bilden solle, ganz so, als läge die Sache nicht auf der Hand. Was der konservative Imam als Höflichkeit gegenüber einer Frau versteht, ist in diesem Land ein Zeichen der Herabwürdigung. Und in den Gesten drückt sich eine Werthaltung aus. Das zu erkennen, darauf legt bei Plasberg auch Dietmar Ossenberg Wert, der als langjähriger Nahost-Korrespondent des ZDF die Usancen in arabischen Ländern kennen- und vieles dort schätzen gelernt hat: Es müssen die Werte gelten, die wir haben.

Ideologische Scheuklappen fallen

Kein Widerspruch in der Runde, selbstverständlich nicht bei Jens Spahn von der CDU, nicht bei dem Islamkritiker Hamed Abdel-Samad (der auch an diesem Abend das Problem hat, andere nicht ausreden zu lassen, selbst aber nicht zum Ende zu kommen), aber auch nicht bei der stellvertretenden NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann von den Grünen, die zwar dem Habitus nach das ewig Beschwichtigende einer Margot Käßmann ausstrahlt, aber auf Plasbergs Frage nach der Merkelschen Dialektik immerhin in einem Nebensatz wegnuschelt, dass man es sich mit der Integrationspolitik bislang vielleicht etwas zu leicht gemacht hat. So schnell können ideologische Scheuklappen fallen.

Bis die anderen Scheuklappen fallen, das wird noch dauern, hört man jemandem wie Zekeriya Altug zu, der seine Sache bei Plasberg ansonsten gut macht und sich von dem energischen Hamed Abdel-Samad nicht aus der Reserve locken lässt, als der darauf hinweist, dass der Prophet Mohammed ob seines Lebenswandels als Gewaltherrscher ein Vorbild abgebe, dem die Kämpfer des IS vollkommen zu entsprechen glauben, das es aber zu dekonstruieren gelte. Man müsse auch die „Werte der Muslime“ respektieren, sagt Zekeriya Altug an einer Stelle, an der die Diskussion wieder von vorne hätte beginnen können, weil offenbar wurde, dass der Grundkonsens eben noch nicht hergestellt ist, den ein Zuschauer der Plasberg-Sendung in den Satz fasst: Religion soll das Leben bereichern, aber nicht bestimmen. Und das Leben in einer offenen, demokratischen, pluralen Gesellschaft schon gar nicht. Mal sehen, mit welcher dialektischen Volte Angela Merkel auf diese Herausforderung reagiert.

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Time am 1. Oktober 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-hart-aber-fair-jetzt-wissen-wir-was-angela-merkel-macht-revolution-13829178.html

Seit 1.400 Jahren das Gleiche

18. September 2012

Klo H. Metzel und seine Spießgesellen
beim Überfall auf eine Karawane

Wem nutzen die Pogrome rings um das nazislahmkritische Video „Die Unschauld der Muslime“? Meryemdiehäretikerin meinte (1): „Nicht den wahren Mohammedanisten“, aber sie blieb eine detaillierte Antwort schuldig.

Nicht so „islam.de“ und der Chef des ZMD, Aiman Mazyek (2):

„Das Schmähvideo wird instrumentalisiert von Extremisten hüben wie drüben. Das Ziel ist die jungen Demokratie kaputt zu machen und ein Angriff auf Freiheit und Menschenrechte. ‚Diese Anschläge nutzen den alten Diktatoren, die die jungen Demokratien destabilisieren wollen. Auch Terrorgruppen versuchen einen Zustand von Unsicherheit und Hass zurück zu bomben. Denn Verängstigung ist der beste Nährboden für extreme Positionen’, so Mazyek weiter.“

Dass Mazyek PI und den Internet-Counterjihad für extrem hält, hat er bereits häufig dargelegt, und auf diese Weise möchte er die gewaltlose Mohammedanismuskritik mit dem mohammedanistischen Terrorismus gleichsetzen und ihr eine Sympathie für orientalische Diktaturen unterstellen. Skurril:

„’Der Film hat offensichtlich eine reine Provokation und Eskalation zum Ziel“, sagte Mazyek in Köln. ‚Aber der Versuch ist so schlecht gemacht, dass ich persönlich niemals den geehrten Propheten Muhammad wiedererkenne.’“

Soll das heißen, dass er Klo H. Metzel wiedererkennen würde, wenn der Film besser gemacht wäre? Heißt das, dass er von der schlechten Machart abgesehen dem Film inhaltlich zustimmt? Dass er zustimmt, dass Klo H. Metzel ein Kriegsverbrecher, Menschenschlächter und Vergewaltiger war? Bravo, Herr Mazyek, ich glaube, allmählich kommen wir ins Gespräch. Wie Meryem vertritt olle Aiman natürlich häretische Positionen, und man fragt sich, was ihn überhaupt bei diesem wahnsinnigen Irrglauben hält.

Mazyek bekräftigt:

„Der Zentralrat der Muslime gab zudem zu bedenken: ‚Wem nutzen dieser gezielte Anschlag auf den amerikanischen Botschafter oder die Unruhen in Kairo – doch nur den übrig gebliebenen Diktatoren, die sagen: ‚Seht her, was passiert, wenn wir weg sind’.“

Die Unruhen in den Ländern, in denen die Diktatoren gestürzt wurden, sind also nach Mazyeks Auffassung von den verbliebenen Diktatoren inszeniert worden.

Manfred  vom Blog „Kokettheiten“ liefert meist Gleichungen, die so aussehen: Da haben wir auf der einen Seite den Mohammedanismus plus x, und rechts vom Gleichheitszeichen steht: Verrat unserer Eliten, Dekadenz, Vernichtung des deutschen Volkes durch EU-Kraten o.ä.. Das Ergebnis steht fest, Mohammedanismus wird bloß mit wechselnden Summanden kombiniert.

So kommt der „werteste“ (so pflegen sich seine Anhänger auf seinem Blog zu begrüßen, um auszudrücken, dass sie wahre Konservative sind 🙂 ) Herr Kleine-Hartlage zunächst auf die Idee, der Film sei eine Produktion der SA-lafisten, die er als „linke“ Opposition der Muslimbrüder bezeichnet und zärtlich „unsere Freunde“ nennt (3) . Diese trieben die Muslimbrüder (die wie die deutschen Orkverbände nunmehr als quasi ehrenwerter Mainstream erscheinen), mit seiner Hilfe vor sich her. Aber das machte den rechten Teil der Gleichung („unsere Eliten wollen uns alle zu Wiener Schnitzeln verarbeiten“) noch nicht gleich mit dem linken. Hier bringt er deshalb den überaus bedeutsamen „Gangsta-Rapper“ Dennis ins Spiel, der gesagt hat: „Ihr führt Dschihad in unseren Ländern, und wir werden den Dschihad in eure Länder bringen!” und sich solchermaßen verplappernd nahelegen soll, dass er, uiuiui, ein Agent des BND, VS oder MAD, mithin ein Instrument unserer verräterischen Eliten und EU-rokraten usw. usf. ist. Ergo: Die Unruhen sind vom BND und MAD und VS gesteuert, und sie dienen dem Zweck, das deutsche Blut weiter auszudünnen (Flüchtlingsströme).

Na also, die Gleichung stimmt, der seit seiner Jugend auf Revolution konditionierte Mannie hat den Hauptfeind mal wieder eindeutig umrissen (DIE Regierung, DAS System), welcher nur durch eine gewaltsame, nationale Revolution GESTÜRZT werden kann. Bei Mannie sitzen Sie in der ersten Reihe – aber die Show ist immer dieselbe. Im Vertrauen, ich bin alt, ich habe diese ewigen „Revolutionen“ satt!

Werfen wir einen Blick in meine Lieblingszeitung, die FAZ. Michael Hanfeld schrieb gestern:

„Doch schauen wir hinter die brennenden Fassaden, zeigt sich einmal mehr, dass wir Zeugen eines Gewalttheaters werden, dessen Regisseure darauf angewiesen sind, dass wir die ganze Welt für so verrückt halten, wie sie in ihrem Stück erscheint. Dabei ist die Religion zwar die Textgrundlage, der Regie aber geht es um etwas anderes – um nichts als Macht. Der sudanesische Islamist Omar al Bashir, ein Diktator und Christenverfolger reinsten Wassers, braucht ein Ventil, um die noch radikaleren Gruppen in seinem Land zu besänftigen. Also orchestriert sein Regime den Aufruhr vor der deutschen Botschaft, damit sich dieser nicht gegen ihn selbst richtet. In Ägypten sind die Salafisten erstarkt, aber längst nicht so weit gekommen, wie sie wollten. Ihr Bestreben ist es, den mit der Hoffnung auf Demokratie verbundenen ‚Arabischen Frühling’ in sein Gegenteil zu verkehren, also müssen sie den neuen Präsidenten Mursi und dessen Muslimbrüder unter Druck setzen. In Libyen toben sich Kampfgruppen der Al Qaida aus, welche die Schwäche der Regierung nutzen und Terrain besetzen. Das Terrornetzwerk verlagert seinen Schwerpunkt seit einiger Zeit nach Afrika und zeigt bei dieser Gelegenheit eine Macht, die in den letzten Monaten schon vergangen schien. Die Liste lässt sich fortsetzen mit Iran, mit Afghanistan, mit Syrien. Überall taugt die Religion als einigendes Band und dazu, von herrschenden Problemen abzulenken und Machtkämpfe zu bemänteln. Es braucht nur einen Anlass, eine Aussage, ein Dokument, einen Film.“

Ich sehe das so wie Herr Hanfeld. Es gibt da lokale Partikularinteressen, aber im Großen und Ganzen ist die mohammedanistische Unkultur ein einigendes Band. Auch ich wiederhole meist dieselben „Gleichungen“. Eine von ihnen lautet: Mohammedanismus = Faschismus (4). Welche Partikularinteressen die verschiedenen Orkführer auch immer verfolgen mögen, sie laufen ideologisch bedingt letztlich auf die Errichtung eines faschistischen Systems hinaus und werden mit Nazimethoden verfolgt. Sehr bezeichnend ist der randalierende Mob, der nach der Machtergreifung zu einer militärische Expansion umgeformt wird. Wesentlich ist die permanente „Revolution“, die beständige Unruhe, in der der Feind klar als solcher erscheint, und in der ruhiges Nachdenken unmöglich gemacht wird.

Der Anlass ist völlig beliebig, und die Orks sind ja bisher die Antwort auf die Frage schuldig geblieben, was sie denn nun  an dem Film so stört, da er nichts anderes behauptet als auch die mohammedanistischen Grundlagentexte und der Hass-Imam von der kleinen Moschee an der Ecke. Dies ist keine Erscheinung der Moderne, dies ist seit 1.400 Jahren so. Die Mohammedanisten bauen nichts auf, sie fressen sich lediglich physisch und psychisch territorial vorwärts. Solange sie in der Minderheit sind, versuchen sie, innerhalb der Mehrheit lokale Mehrheiten zu bilden (Neukölln). Sie versuchen, ihre Denkweise, ihre Gesetze, ihre Schrift Stück für Stück zu implantieren. Mit der großen Masse der Orks in Ländern der Orksphäre im Rücken versuchen sie, ihre Sichtweise zur einzig möglichen zu erklären. Kaum wird Angela Merkel aus dem Sudan Gewalt angedroht, entdeckt sie die Grenzen der Meinungsfreiheit (5). Der ZMD indessen plädiert für ein Aufführungsverbot des Films und droht andernfalls mit Straßenschlachten. Die Welt (6):

„Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hat vor Straßenschlachten infolge einer öffentlichen Inszenierung des umstrittenen islamfeindlichen Videos gewarnt.“

Für mich ist die Sache glasklar: Die Pogrome rund um den Film sind nach innen eine klassische und seit Jahrhunderten bewährte Nazi-Methode der Machtergreifung oder Machtstabilisierung, und sie werden von den hiesigen Orks, die die nach außen strebende Avantgarde des Hauptschwarms sind, genutzt, um im Interesse der mohamedanistischen Weltherrschaft den Spielraum für Orks im Westen zu vergrößern, den ihrer Gegner zu verkleinern und das westliche System immer weiter mit den nazislahmischen Vorstellungen in Einklang und mithin die territoriale Expansion voran zu bringen.

Kein einziger Ork, auch der westlich Gesinnteste nicht, ist bereit, das Bild, das von Klo H. Metzel in Hadithen und Sira gezeichnet wird, zu verwerfen. Und so machen sie letztendlich irgendwie alle mit bei diesen stetigen und permanenten Gewaltausbrüchen, die für die regelmäßige Triebabfuhr der debilen, geilen, ungef*ckten jungen Orkmännchen so ungeheuer wichtig sind, zumal Musik verboten ist, Bilder verboten sind, Alkohol verboten ist, Denken verboten ist undundundundundundundundundundundundundund

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Time am 18. September 2012

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/09/16/meryemdieharetikerin/
2) http://www.islam.de/21087
3) http://korrektheiten.com/2012/09/15/innocence-of-muslims-anti-mohammed-film-salafistenkrawalle/
4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/01/16/doch-sie-sind-nazis/
5) http://vitzliputzlisresterampe.wordpress.com/2012/09/18/fur-die-kanzlerin-hat-die-westliche-meinungsfreiheit-hinter-die-islamfreiheit-zuruckzutreten/
6) http://www.welt.de/politik/deutschland/article109289736/Muslime-warnen-vor-Strassenschlachten.html