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Ein Ork kennt keinen Scherz

19. Juni 2009

Heute gibt es einen Aufsatz (1) des iranischen Schriftstellers Amir Hassan Cheheltan in der FAZ (übersetzt aus dem Persischen von Susanne Baghestani), in dem er erklärt, warum er trotz tiefster Resignation seit der Machtergreifung der Mullahs im Iran dennoch dieses Mal zur Wahl gegangen ist. Hier ein paar Ausschnitte:

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Ahmadineschad, der Wissenschaft, Literatur und Kunst für lästigen Luxus hält und der keine Bedenken zeigte, sie auszumerzen, bringt für Urbanität und deren kulturelle Bedeutung keinerlei Verständnis auf… (Moooment, das stimmt zwar im Kern, aber nach außen schmückt sich Pfauenstange gerne mit dem Dr.-Titel. Er geriert sich als „Wissenschaftler“. Was von seiner Wissenschaftlichkeit indes zu halten ist, versteht man, wenn man sich erinnert, was er unter „Kunst“ versteht: Nämlich die Tatsache, dass Tausende Kinder vom Mulla-Regime mit Plastikschlüsseln (für die Paradiestür) „made in Taiwan“ um den Hals in die irakischen Minenfelder getrieben werden konnten. „Kunst“ als Sterben für den Willen des Führers (2), „DIE KUNST“ wird zur Zurichtung von Kindern zu Kanonenfutter zugerichtet. T.).

Ahmadineschad ist ein neuartiges Phänomen, er spricht die Sprache der einfachen Leute oder sogar die der Gosse. Durch seine Umgangsformen und Bekleidung hat er sich für arme Bevölkerungsschichten und die Bewohner der Stadtränder und Dörfer in eine verständliche Persönlichkeit verwandelt; seine vierjährige Präsidentschaft genügte jedoch, dass ein beträchtlicher Anteil dieser Schichten ihm den Rücken kehrte. Sein Regierungsstil kam in diesen vier Jahren den Städtern und insbesondere der jungen Generation, die den Hauptanteil der iranischen Bevölkerung bildet, einer Warnung gleich. Viele Iraner betrachteten ihn in seiner Funktion als Präsident der Islamischen Republik als große Blamage im Hinblick auf die Weltöffentlichkeit…

Ich habe noch nie an einer Wahl in Iran teilgenommen, weil ich stets daran gezweifelt habe, dass die Obrigkeit die Wahlstimmen tatsächlich auszählen lässt. Auch diesmal hatte ich es nicht vor. Dann geschah jedoch etwas, das mich diesen Entschluss überdenken ließ. Ausschlaggebend war das Fernsehduell zwischen dem amtierenden Präsidenten und seinem wichtigsten Herausforderer Mussawi. Bei diesem Streitgespräch hob Ahmadineschad plötzlich einen Aktenordner vom Tisch, an den das Foto einer Frau geheftet war, und fragte Mussawi mit einem verschwörerischen Lächeln mehrmals: „Soll ich es sagen?“

Mussawi nickte und erwiderte gleichmütig: „Nur zu!“ Ahmadineschad fuhr fort: „Das ist die Akte einer Frau, die Sie gut kennen und die in Ihrer Wahlkampagne stets an Ihrer Seite ist. Es ist Ihre Ehefrau.“

Daraufhin führte er kurz aus, weshalb diese Frau ihre akademischen Grade und ihre gegenwärtige Position nicht verdient habe.

Ich zuckte heftig zusammen und fragte mich, ob dieses Thema unter solchen Umständen Gegenstand einer Fernsehdebatte zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten sein dürfe? Das war es jedoch nicht, was mich ängstigte, sondern die Tatsache, dass Ahmadineschad in diesem Augenblick jede Duldsamkeit vermissen ließ. Sein Blick glich dem eines Verhörbeamten, der bei einer Befragung dem Feind gegenübersitzt, nicht einem Konkurrenten. Und das im Rahmen einer Konkurrenz in einem politischen Ordnungssystem, aus dem beide hervorgegangen und dem beide treu ergeben sind, einer Ordnung, in der beide akzeptiert sind und der beide dienen sollten. Dieser Blick erschreckte mich zutiefst. Wie würde er sich dann erst, lautete meine Frage insgeheim, mir gegenüber als säkularem Romanschreiber verhalten?

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Ich sehe in der geschilderten Szene den Willen und dessen Demonstration, um jeden Preis zu herrschen, sei es um die Absage an jede Konvention, Würde, jeden Respekt vor irgend etwas. Das erinnert an die deutschen Provinz-Fußballligen, in denen in den letzten Jahren häufig einzig noch der erste Platz besetzt ist – von einem mohammedanistischen Verein. Die „normalen“ Vereine machen nicht mehr mit, weil die Orks stets ihre Gegenspieler zusammenschlagen, wenn sie verloren haben. Siegen um jeden Preis, den Orks geht nicht nur jeder Sinn für Fairness, sondern auch für das Spielerische ab. In ihren Kinderferienlagern wird von Zehnjährigen der Umgang mit Panzerfäusten und Sprenggürteln geübt. Fehler fatal!

Lange her ist die Zeit, als in Persien das vermutlich aus dem nordindisch-chinesischen Raum stammende Schachspiel kultiviert wurde (das komplexeste Spiel der Menschheit), bevor es die Orks nach Europa brachten.

Wiki (3): „Seit dem 6. Jahrhundert ist das Schachspiel in Persien belegt. Es verbreitete sich im 7. Jahrhundert im Zuge der islamischen Expansion im Nahen Osten und in Nordafrika. Über das maurische Spanien, Italien, das byzantinische Reich und Russland gelangte das Spiel zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert ins abendländische Europa, wo es im Hochmittelalter einerseits zu den sieben ritterlichen Tugenden gehörte, andererseits kirchliche Missbilligung erfuhr. Im 15. Jahrhundert veränderten sich (in Europa, T.) die Spielregeln einschneidend, so dass seither vom modernen Schach, wie es heute gespielt wird, gesprochen werden kann.“

Wiki (4): „In den folgenden Jahrhunderten trugen vor allem europäische Schachmeister zur Erforschung des Spiels bei.“

Eigentlich geht es beim Spiel (nicht jedoch beim Geldspiel) darum, in hohem Maße die eigenen Kräfte und den Siegeswillen zu mobilisieren, ohne dem Kontrahenten physisches (und möglichst natürlich auch kein psychisches Leid – Fairnis) zuzufügen. Aber diese Idee ist den Vogelscheichs verloren gegangen. Mit ihrem totalen Jihad haben sie jede Relativität, jeden Sinn für Grautöne verloren. Für sie gibt es nur noch Sieg (durch den Tod des Gegners) oder Sieg (durch den eigenen Tod während eines Kriegsgeschehens).

Diese völlige Humorlosigkeit, diese bornierte und brutale Grobschlächtigkeit, dieser totale Gegenentwurf zum europäischen galanten Rittertum, ist kein Produkt der Zeit, sie ist ein Produkt von Kloran und Hadithen (5). Diese bilden das Klima ab, welches in der Clique des bösartigen und größenwahnsinnigen Psychopathen Klohamett herrschte (6). Anders als in den Evangelien wird das Thema Humor von Klo benannt (wie auch „das Spiel“), es wird verdammt oder aber mit neuem Inhalt gefüllt und so entwertet (Humor ist hier zB., wenn der Herrscher über Leben und Tod für die Bauernschläue eines Subalternen mal NICHT den Kreuzigungstod verhängt). Pointen oder treffende Bilder, wie sie der Tanach oder die Evangelien überreich bieten, wird man bei Klo nur selten und in unbeabsichtigter und grotesker Form finden. Es gibt keine Überraschung, keine Erlösung, keine plötzliche Wendung, keine andere Sicht der Dinge. Wundert es, dass auch Bilder verboten sind (außer Schlachtvideos von Mitarbeitern westlicher Hilsorganisationen), und dass in Orkistan praktisch jede Woche Morde an Musikern verübt werden? Die Masse der Worte in Kloran, Hadithen und Scharia sollte nicht zu dem Irrtum verleiten, der Orkismus wäre vielgestaltig oder differenziert. All die vielen Worte sagen mE. allesamt das Gleiche.

Es gibt nur Macht, Gehorsam, Bestrafung – Einöde!

In der Wüste sind die Orks wirklich gut aufgehoben. In der Wüste… auf dem Mond! Nach welchem sie ihren Kalender ausrichten! Bei ihrem Mann im Mond! Bei ihrem Mondgott Alla! Ach, schert euch doch zum Mond, schert euch zu Alla, was schert ihr mich? Haut ab! Hau… t ab! HAU!

Time hat gesprrrochen am

19. Juni 2009

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(1) http://www.faz.net/s/Rub868F8FFABF0341D8AFA05047D112D93F/Doc~E1451558499684E23B6D919162F3C4666~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(2) http://www.matthiaskuentzel.de/contents/sind-500000-plastikschluessel-genug
(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Schachspiels
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Schach
(5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/hadithe-4-da-wiehert-das-ork/
(6) http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/foltervideo-prinz-schlickenried-250664.html