Posts Tagged ‘Mosab Hassan Yousef’

Helden des Counterjihad (#2)

29. September 2017

Eine furiose Rede vor dem U-NO-Menschenrechtsrat hielt Mosab Hassan Yousef, wie „Audiatur“ berichtete (1).

Er ist ein Held.

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Sohn eines Hamas-Gründers spricht vor dem UN-Menschenrechtsrat

Mosab Hassan Yousef, der Sohn des Hamas-Gründers Sheikh Hassan Yousef, schockierte die palästinensische Delegation beim UN-Menschenrechtsrat, als er die Menschenrechtsverletzungen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) an ihren eigenen Leuten vortrug (…):

„Danke, Herr Präsident.

Ich ergreife das Wort im Auftrag von UN-Watch.

Mein Name ist Mosab Hassan Yousef. Ich bin in Ramallah als Mitglied der Hamas aufgewachsen.

Ich richte meine Worte an die Palästinensische Autonomiebehörde, die behauptet, der „alleinige legitime Vertreter“ des palästinensischen Volkes zu sein.

Ich frage Sie: Woher kommt Ihre Legitimität?

Das palästinensische Volk hat euch nicht gewählt, und sie haben euch nicht beauftragt, sie zu vertreten.

Ihr habt euch selbst ernannt.

Eure Verantwortlichkeit richtet sich nicht an eure eigenen Leute. Dies wird durch eure totale Verletzung ihrer Menschenrechte belegt.

Tatsächlich ist das palästinensische Individuum und seine Entwicklung als Mensch das geringste eurer Anliegen.

Ihr entführt palästinensische Studenten vom Campus und foltert sie in euren Gefängnissen. Ihr foltert eure politischen Gegner. Das Leiden des palästinensischen Volkes ist das Ergebnis eurer egoistischen politischen Interessen. Ihr seid der größte Feind des palästinensischen Volkes.

Wenn Israel nicht existieren würde, gäbe es niemanden, dem ihr die Schuld geben könntet. Übernehmt Verantwortung für das Ergebnis eurer eigenen Handlungen.

Ihr facht die Flammen des Konflikts an, um eure missbräuchliche Macht zu erhalten.

Schlussendlich benutzt ihr diese Plattform, um die internationale Gemeinschaft und die palästinensische Gesellschaft zu täuschen, damit sie glauben, dass Israel für die Probleme verantwortlich ist, die ihr verursacht.

Vielen Dank.“

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Time am 29. September 2017

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1) http://www.audiatur-online.ch/2017/09/28/sohn-eines-hamas-gruenders-spricht-vor-dem-un-menschenrechtsrat/

 

Im Interview: Mosab Hassan Yousef

2. Januar 2011

Im März letzten Jahres hatte ich Ihnen den zahnlosen Verriss (1) Joseph Croitorus des Buches „Sohn der Hamas“ (2) von Mosab Hassan Yousef vorgestellt. Die heutige FAZ nun brachte ein Interview mit dem Autoren, welches Dr. Gil Yaron (3) mit ihm führte.

Dabei gibt es eine m.E. besonders interessante Passage. Yaron: „In Ihrem Buch beschreiben Sie eine tiefe Freundschaft zu Ihren Kollegen im israelischen Geheimdienst, sprechen sogar mit Liebe vom Staat Israel. (…)“. Yousef: „Als ich dann 18 war, wurde ich für 15 Monate verhaftet, gefoltert. In meiner Zeit im Gefängnis musste ich erleben, wie die Hamas ihre eigenen Leute folterte, weil sie sie der Kollaboration mit Israel verdächtigte. Heute tun sie genau dasselbe, nur in größerem Umfang.“ Hieraus lese ich, dass Yousef von der Hamas gefoltert wurde.

Bei Croitoru kam das so daher: „… hielt ihn später nicht davon ab, sich in jugendlichem Leichtsinn an der Beschaffung von Waffen zu beteiligen, was ihm Inhaftierung und Folter durch die ISRAELIS einbrachte. Einer langjährigen Haft konnte er nur entgehen, weil er dem Druck seiner israelischen Vernehmer nachgab und sich bereit erklärte, mit dem Schabak zusammenzuarbeiten.“ Ich habe Croitorus Aussage seinerzeit bezweifelt und finde mich durch das aktuelle Interview bestätigt.

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Ich sah mehr Blut als die meisten aus meinem Volk

Sein Vater gründete die Hamas, er arbeitete für die Israelis: Ein Gespräch mit Mosab Hassan Yousef über sein Buch „Sohn der Hamas“

FRAGE: Herr Yousef, Sie sind der Sohn eines der Gründerväter der Hamas, aber Sie haben sich vom Islam abgewendet und mit dem israelischen Geheimdienst zusammengearbeitet. Was ist an Ihnen so besonders, dass dieser Wandel sich ausgerechnet bei Ihnen vollzog?

ANTWORT: Ich bin kein besonderer Mensch. Aber meine Erfahrungen waren einzigartig. Ich wurde in jungen Jahren verhaftet und musste Folter durchstehen. Ich bin der Sohn einer der wichtigsten nationalen islamischen Führungspersönlichkeiten und hatte eine besondere Beziehung zu meinem Vater. Meine Familie war arm, mein Vater oft weg, verhaftet, als ich noch sehr jung war. So wurde ich zu Hause zur Autoritätsperson. Ich habe als Kind auf dem Friedhof gespielt, auf dem die Opfer der Intifada begraben wurden. Ich habe mehr Blut gesehen als die meisten anderen Menschen in meinem Volk. Das viele Leid, das ich sah – mein persönliches Leid und das meines Volkes – zwangen mich dazu, schwere Entscheidungen zu fällen und immer weiter zu suchen. Und das führte auch dazu, dass ich, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen hier, bereit war, die schweren Konsequenzen meiner Entscheidungen zu tragen.

FRAGE: In Ihrem Buch beschreiben Sie eine tiefe Freundschaft zu Ihren Kollegen im israelischen Geheimdienst, sprechen sogar mit Liebe vom Staat Israel. Fühlten Sie das bereits als Kind?

ANTWORT: Nein, natürlich nicht. Als Kind habe ich Israelis gehasst, wie alle.

FRAGE: Wann trafen Sie erstmals einen Israeli?

ANTWORT: Als ich von der Armee verhaftet wurde. Als ich zehn Jahre alt war, wurde ich zum ersten Mal verhaftet, dann noch mal mit 16. Die ersten zwei Male war ich nur kurz in Haft. Als ich dann 18 war, wurde ich für 15 Monate verhaftet, gefoltert. In meiner Zeit im Gefängnis musste ich erleben, wie die Hamas ihre eigenen Leute folterte, weil sie sie der Kollaboration mit Israel verdächtigte. Heute tun sie genau dasselbe, nur in größerem Umfang. Anderthalb Millionen Palästinenser im Gazastreifen leben heute jeden Tag in Angst. Langfristig zerstört das unsere Gesellschaft, und es wird Jahrzehnte dauern, bis wir das wieder richten.

FRAGE: Wann hörten Sie auf, Israelis zu hassen?

ANTWORT: Es war kein einzelner, entscheidender Augenblick, in dem dieser Wandel stattgefunden hat, sondern ein langwieriger Prozess, in dem ich mir die Frage stellte, ob ich wirklich hassen und kämpfen soll. Erst nach vielen Jahren kam ich zu der Erkenntnis, dass meine Feinde auch Menschen sind.

FRAGE: Sie wuchsen aber in einer ganz anderen Welt auf, Ihre ganze Umgebung dachte anders als Sie. Gab es da keine Zweifel?

ANTWORT: Es ging nicht um Zweifel, sondern darum, was in meinen Augen die Realität war und was uns einfach nur vorgegaukelt wurde. Ich habe sehr lange falschen Ideen angehangen. Es dauerte, bis ich erkannte, dass meine Welt nicht auf soliden Tatsachen beruht. Das Problem für mich war, die Wirklichkeit anzuerkennen. Als ich herausfand, dass alles, was ich bisher gedacht hatte, falsch war, war das für mich eine Katastrophe. Ich sah mich plötzlich im Konflikt mit einer ganzen Kultur, einer Religion. Ich musste ganz allein gegen etwas angehen, an das ich einmal glaubte. Danach habe ich an meinem Weg aber niemals gezweifelt.

FRAGE: Haben Sie in dieser Zeit jemals mit Ihrer Familie oder jemand aus Ihrem Freundeskreis gesprochen und gesagt: „Schaut mal, was wir hier machen, ist falsch!“?

ANTWORT: Ja, ich habe es versucht, aber niemand verstand mich. Ich dachte ganz anders als die Menschen um mich herum.

FRAGE: Eine Ihrer Entscheidungen war, mit dem israelischen Geheimdienst eng zusammenzuarbeiten. Erinnern Sie sich noch, wie Sie sich fühlten, als zum ersten Mal ein Palästinenser aufgrund eines Hinweises verhaftet wurde, den Sie gegeben hatten?

ANTWORT: Die ersten zwei oder drei Jahre meiner Arbeit beim Geheimdienst hatte ich mit solchen Dingen nichts zu tun. Später, als wir anfingen, ernsthaft zu arbeiten und Leute hinter Gitter zu stecken, war es schon eine sehr problematische Zeit. Sie wissen, die zweite Intifada, in der viel Blut vergossen wurde. Wenn wir so einen Mörder fassten, fühlte ich mich weder schlecht noch schuldig dabei. Im Gegenteil, ich wusste, dass ich damit sein Leben und das Leben anderer Menschen rettete. Ich habe mich nie dafür geschämt.

FRAGE: Hatten Sie nicht Angst davor, dass jemand aus Ihrer engsten Umgebung, Ihrer Familie oder Ihren Freunden, Ihre Doppelrolle aufdecken und Sie töten könnte?

ANTWORT: Nein, darüber habe ich niemals nachgedacht. Ich weiß, dass meine Familie mich liebt, auch heute noch. Ich vertraue ihnen. Sie würden mir nie Schaden zufügen. Ich hatte keine Angst, entdeckt zu werden, weil ich mich ganz natürlich verhielt. Sie haben mich nie etwas gefragt. Auch meine Freunde nicht. Ich musste nie lügen. Wenn sie mich fragten, wo ich gewesen war, musste ich ihnen noch nicht mal antworten, wenn ich nicht wollte. Ich war immer ehrlich zu ihnen. Ich liebe meinen Vater und tat vieles, um ihn durch meine Kontakte zum Geheimdienst zu schützen. Ich liebe sie alle genug, um sie nicht zu fürchten, auch wenn es heute Menschen in meinem Volk gibt, die mich gern töten würden.

FRAGE: Sie haben das Buch Ihrem Vater gewidmet, er spielt darin eine zentrale Rolle, nicht nur für Ihr Leben, sondern für das Schicksal Ihres Volkes. Er ist einer der wichtigsten Führer der Hamas, die für den Islam und den Kampf gegen Israel steht. Wie reagierte er, als Sie ihm sagten, dass Sie dem Islam den Rücken gekehrt und mit Israel kollaboriert hatten?

ANTWORT: Er war schockiert. Ich glaube, er ist es immer noch. Es ist nicht leicht für ihn. Aber ich glaube, er wird mich eines Tages verstehen.

FRAGE: Haben Sie seither mit ihm gesprochen?

ANTWORT: Nein. Ich hoffe, dass wir eines Tages wieder miteinander sprechen können.

FRAGE: Was würden Sie ihm sagen?

ANTWORT: Ich würde ihn bitten, die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen, diese Ideologie des Islams zu verlassen, um sich für die Menschheit, für die Wahrheit einzusetzen. Ich möchte, dass er nicht mehr für die Hamas arbeitet, sondern für die Menschen, damit er Frieden bringen kann, anstatt weiterhin Opfer einer verrückten Organisation oder Religion zu sein.

FRAGE: Haben Sie in Ihrer Zeit im Geheimdienst nicht um Ihr Leben gefürchtet?

ANTWORT: Manchmal kam ich natürlich in gefährliche Situationen, zum Beispiel, als ich Treffen mit Agenten in der Nähe des Grenzzauns ausmachte. Ich war ein Teil von ihnen, aber die Soldaten wussten das natürlich nicht. Sie hätten mich erschießen können. Aber das wäre ein Unfall gewesen. Es gab manche Augenblicke, in denen mein Leben in Gefahr war, aber das war kein Dauerzustand. Ich musste nicht ständig um mein Leben fürchten.

FRAGE: In Ihrem Buch gibt es viele Abenteuer. Manchmal liest es sich wie die Geschichte von einem kleinen Jungen, der langsam zu einem James Bond wird. Vermissen Sie den Nervenkitzel und das Gefühl, mit Ihren Taten Geschichte mitzuschreiben?

ANTWORT: Ja, natürlich! Es macht süchtig. Jeder, der im Geheimdienst arbeitet, wird Ihnen bestätigen, dass es stärker süchtig macht als Politik oder Drogen. Ich vermisse das Gefühl, mehr zu wissen als die anderen, zu wissen, was hinter den Kulissen abläuft. Man denkt anders, das ganze Leben ändert sich: Geheimdienstarbeit wird zu einem Teil des Alltags. Das vermisse ich sehr.

FRAGE: Wie sieht Ihr Leben heute aus? Wie müssen wir uns das vorstellen? Sie sind untergetaucht. Schauen Sie ständig in den Spiegel aus Angst, dass Ihnen jemand auflauern könnte?

ANTWORT: Ich bin nicht untergetaucht. Zugegeben: Ich halte meinen Aufenthaltsort geheim. Manche Leute erkennen mich auf der Straße, aber die meisten wissen nicht, wo ich bin. Ich halte mich an Sicherheitsvorkehrungen, damit ich nachts ruhig schlafen kann. Ich werde manchmal von Leibwächtern begleitet, aber nur wenn ich öffentlich auftrete. Ich versuche, ein normales Leben zu führen: Ich gehe ins Kino, ich fahre Fahrrad, habe einen Sportwagen, gehe tauchen. Ich habe Freunde, mit denen ich über alles sprechen kann.

FRAGE: Bereuen Sie irgendetwas, was Sie getan haben?

ANTWORT: Nein, ich bereue nichts. Ich glaube an das, was ich tat. Mit tut es leid, meiner Familie so viel Schmerz zugefügt zu haben. Sie stecken da so tief drin, das ist mein einziger Grund zur Trauer. Aber es ist höchste Zeit, dass die Menschen aufwachen und anfangen, für sich selbst zu denken.

FRAGE: In Ihrem Buch beschreiben Sie eine große Razzia, die die israelische Armee ausführt, um Sie zu fassen, während der Geheimdienst Sie versteckt. Alles nur, um Ihre Tarnung aufrechzuerhalten. Selbst die Soldaten wussten nicht, dass sie Sie eigentlich gar nicht finden sollten. Wie viel von dem Konflikt, den wir täglich in den Nachrichten sehen, ist so eine Täuschung? Wird mit der Öffentlichkeit gespielt?

ANTWORT: (Lacht) Eine hervorragende Frage. Ich kann Ihnen nur raten: Glauben Sie nicht alles, was Sie in den Nachrichten sehen. Ich habe oft gesehen, wie weit selbst die besten Journalisten von der Realität entfernt sind. Der Journalismus wird oft zum Opfer der Geheimdienste. Man braucht viel Erfahrung, um zu wissen, was wirklich stimmt und was falsch ist. Die Medien werden benutzt, um Botschaften zu übermitteln. Die Journalisten haben oft keine Ahnung davon, dass sie im Dienst der Geheimdienste agieren. Täuschung ist Teil unserer Wirklichkeit.

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Time am 2. Januar 2011

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/03/26/anstatt-sich-zu-freuen/
2) http://www.amazon.de/Sohn-Hamas-Mein-Leben-Terrorist/dp/3775152237/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=books&qid=1293995307&sr=8-3
3) http://www.info-middle-east.com/

Anstatt sich zu freuen

26. März 2010

Zur Zeit macht das Buch des Palarabers Mosab Hassan Yousef Furore. Dieser älteste Sohn des Hamas-Mitbegründers Scheich Hassan Yusef wechselte in israelischer Haft aus Ekel vor den Methoden seiner Hamas-Genossen die Seite, wurde ein exzellenter Agent Israels und konvertierte zum Christentum. Für Dimmi Joseph Croitoru ist das alles ein wenig zuviel, Agent ginge ja noch, schade zwar, aber dann noch Konversion zum Christentum? Und das Buch von evangelikalen Verlagen herausgegeben? Unmöglich! Und anstatt sich über die grandiose Selbstbefreiung eines gehirngewaschenen Orks aus den Fesseln seiner mörderischen Ideologie zu freuen, grantelt Croitoru zahnlos herum, was tief in seine Seele blicken lässt.

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Der Grüne Prinz war ein Spion

Vom Islamisten zum christlichen Missionar: „Sohn der Hamas“ heißt das autobiographische Buch von Mosab Hassan Yousef, das in diesen Tagen  auf Deutsch erscheint.

In fundamentalistischen Bewegungen sind Dissidenten die Ausnahme. Dies gilt auch für die palästinensisch-islamistische Hamas. Obgleich der zweiunddreißigjährige Palästinenser Mosab Hassan Yousef offiziell nie zu ihren Mitgliedern gehörte, war sein persönliches Schicksal auf besondere Weise mit der Organisation verknüpft, was ihn am Ende zu einem ihrer erbittertsten und auch bislang SCHRILLSTEN Gegner werden ließ. Denn als ältester Sohn und zeitweiliger Assistent des Hamas-Mitbegründers Scheich Hassan Yousef NUTZTE er seine Position, um als Informant für den israelischen Inlandsgeheimdienst Schabak (Schin Beth) palästinensische Terroristen in der Westbank auszuforschen.

Seit drei Jahren lebt er in den Vereinigten Staaten. Dort erschien Anfang März seine von viel MEDIENRUMMEL begleitete Autobiographie „Sohn der Hamas“; in diesen Tagen kommt sie in Deutschland auf den Markt. Wie die amerikanische Originalversion (bei Tyndale House Publishers) erscheint auch die deutsche Übersetzung in einem KONFESSIONELLEN Verlag (SCM Hänssler, Holzgerlingen) – beide Häuser werden zum EVANGELIKALEN Verlagsspektrum gezählt. Diese Wahl ist alles andere als ZUFÄLLIG. Denn das Buch enthält nicht nur die Bekenntnisse eines für die Israelis tätigen palästinensischen Spions. Es ist auch die Geschichte seiner BEKEHRUNG zum Christentum (= evangelikal, T.).

Als EIFRIGER Christ zieht Mosab Yousef jetzt öffentlich gegen den GOTT der Muslime zu Felde und SCHIMPFT Allah einen „Terroristen“. Gleichzeitig beruft er sich auf das Gebot der Feindesliebe, das auch seine einstigen Informantendienste RECHTFERTIGEN soll.

Von seinen MISSIONARISCHEN Förderern wird Yousef in das KORSETT einer fast TYPOLOGISCHEN (d.h. unindividuellen, unpersönlichen, T.) Figur des erfolgreich bekehrten militanten Muslims GEZWÄNGT, gut INSTRUMENTALISIERBAR gerade in Zeiten, in denen Konvertiten in umgekehrter Richtung immer wieder als Al-Qaida-Terroristen von sich reden machen. Wohl deshalb hat der deutsche Verlag das Werk mit dem im englischen Original fehlenden Untertitel „Mein Leben als Terrorist“ versehen, der das im Kern humane Motiv der Agentendienste Mosabs fast schon VERFÄLSCHT: Es sei ihm bei seiner Geheimdiensttätigkeit, durch die zahlreiche Anschläge auf Israel verhindert werden konnten, darum gegangen, unschuldige Menschenleben zu retten – und, wo es ging, auch die Attentäter selbst vor dem sicheren Tod zu bewahren. Er selber, auch das gibt er immer wieder zu Protokoll, sei kein Terrorist – ebenso wenig sein Vater, der noch nicht einmal einer Fliege etwas zuleide tun könne und der die Selbstmordattentate der Hamas nur auf ihren Druck hin bejaht haben soll. Auf dem Pamphlet liegt der Schatten des Vaters, dessen Menschenliebe Mosab als verlorener Sohn nach wie vor rühmt. So wird es auch zu einer Verteidigungsschrift gegenüber Vater und Familie, denen sich der Autor immer noch liebevoll verbunden fühlt, obgleich sie ihn mittlerweile zum Verräter erklärt und verstoßen haben.

Das starke familiäre Band zu zerreißen war, so liest man nicht nur zwischen den Zeilen, für den Konvertiten, der ursprünglich – wie schon sein Großvater und Vater vor ihm – eigentlich Imam werden sollte, das Schmerzlichste. Dieses Bekenntnis SOLL die AUTHENZITÄT seiner Bekehrungsgeschichte steigern. Diese Konversion BEDARF des OBLIGATEN Schlüsselerlebnisses. Hier ist es die Begegnung des Verfassers mit den Schergen der Hamas in einem israelischen Gefängnis. Dass der bei Ramallah aufgewachsene Junge Mosab als steinewerfendes Intifada-KIND schon einmal eine ENTFÜHRUNG durch ISRAELISCHE Siedler GLIMFLICH überstanden hatte, hielt ihn später nicht davon ab, sich in JUGENDLICHEM LEICHTSINN (was nichts mit Jihad zu tun hat, will C. sagen, T.) an der Beschaffung von Waffen zu beteiligen, was ihm Inhaftierung und FOLTER (?, T.) durch die Israelis einbrachte. Einer langjährigen Haft konnte er nur entgehen, weil er dem DRUCK seiner israelischen Vernehmer nachgab (der Folter, will C. sagen, T.) und sich bereit erklärte, mit dem Schabak zusammenzuarbeiten.

Dies geschah ANGEBLICH zunächst in der Absicht, den israelischen Dienst als Doppelagent von innen zu bekämpfen. Mehrere Monate im israelischen Megiddo-Gefängnis musste er dennoch verbringen, die ihm die Augen öffneten. Dem Sektor der Hamas-Häftlinge zugeteilt, erlebte er nämlich dort, wie die Islamisten Mithäftlinge folterten, die sie – MEIST unbegründet – der Kollaboration verdächtigten. Das Bild jener Güte und Menschenfreundlichkeit, mit dem der damals achtzehnjährige Mosab die Organisation des vergötterten Vaters verband, zerbrach. Dass die Israelis auf eine solche Reaktion SPEKULIERT haben könnten, kommt dem Autor indes nicht in den SINN (Sie ist ja auch tatsächlich UNsinnig, wie die extreme Verbundenheit z.B. der meisten Guantanamo-Gefangenen mit dem Jihad zeigt, T.). Er GLAUBT auch heute LIEBER der Version seines israelischen FÜHRUNGSOFFIZIERS Loai, die monatelange Haftzeit sei nötig gewesen, um sich nicht als Spion verdächtig zu machen.

Wieder in Freiheit, lieferte Mosab Yousef seinen Auftraggebern, die ihm den Decknamen Grüner Prinz gaben und ihm ein GEHALT zahlten, regelmäßig wertvolle Informationen, die längst nicht nur die Aktivitäten der Hamas betrafen. So gelang es ihm, die Mitbegründer der zunächst undurchschaubaren Terrororganisation „Al-Aqsa-Brigaden“ als Mitglieder von Jassir Arafats Leibgarde „Force 17“ zu entlarven. Und in zahlreichen anderen Fällen war es (nach seinen EIGENEN Angaben) ihm zu verdanken, dass geplante Selbstmordanschläge vereitelt und Bombenbauer ausfindig gemacht werden konnten. Ohne die Identität der Zielpersonen gekannt zu haben, verhinderte der Grüne Prinz zudem Attentate auf Schimon Peres und den früheren orientalischen Oberrabbiner Ovadja Josef (Na, wenn das nicht erstklassige Arbeit war! Das kann Herr Croitoru nun aber nicht so stehenlassen… T.). Einen Einblick in die internen Abläufe auf der Führungsebene der Islamistenorganisation konnte er allerdings nicht WIRKLICH gewinnen. So erfuhr er von der Kooperation der Hamas mit der Fatah bei der Inszenierung der Al-Aqsa-Intifada eher ZUFÄLLIG, als er seinen Vater zu Treffen mit dem damaligen Palästinenserpräsidenten Arafat begleitete. Und zu einem weiteren Erkenntnisgewinn über die Funktionsweise der Organisation tragen auch jene vom Autor erwähnten Telefonate NICHT bei, die er stellvertretend für den immer wieder inhaftierten Vater mehrmals mit Khalid Meschal, dem Chef des Hamas-Politbüros in Damaskus, geführt haben WILL.

Selbst der Hamas-Anführer Hassan Yousef soll über die terroristische Infrastruktur der Organisation nur schlecht informiert gewesen sein – dies glaubt jedenfalls sein Sohn, der auch Exklusives über die Untergrundaktivitäten der Islamisten in der Westbank entdeckt zu haben meint: die Tarnung mehrerer Aktivisten als Bürokräfte eines Zentrums für islamische Studien in Ramallah, die ihre Unauffälligkeit nutzten, um Gelder an den militärischen Arm der Hamas zu transferieren. Dem israelischen Geheimdienst ebenso wie der Autonomiebehörde Arafats allerdings dürfte dies längst bekannt gewesen sein. Indirekt zeugt die Darstellung des Autors, dem kürzlich sein ehemaliger Führungsoffizier gegenüber der Zeitung „Haaretz“ ein ungewöhnliches Spionagetalent bescheinigte, eher davon, dass Yousef seine Verdienste als Informant doch ETWAS überschätzt – dieser Ansicht ist übrigens auch der „Haaretz“-Geheimdienstexperte Yossi Melman.

Zu DENKEN gibt auch, dass Mosab Yousef, mit CHRISTLICH-MISSIONARISCHEM Ziel, aber nicht wirklichkeitsfremd, zwar scharf vor der Gefahr der Hamas warnt, an deren Feindbild von der FATAH indes festhält. Der Verfasser kann seine Abscheu vor der säkularen Gegnerin kaum verbergen und zeigt sich so auch heute noch als wahrer „Sohn der Hamas“. Entsprechend sieht die Fatah-nahe palästinensische Presse Yousefs Enthüllungsbuch lediglich als einen weiteren Versuch der Israelis, Mahmud Abbas‘ Organisation als korrupt und als im Volk verhasst zu DISKREDITIEREN. Die Hamas ihrerseits bestreitet, dass Yousef junior je Einblick in ihre Entscheidungsprozesse gehabt haben könnte – und dürfte dabei NICHT GANZ UNRECHT haben. Übersetzungen ins Arabische und Hebräische sind, wie der amerikanische Verlag auf Anfrage mitteilte, bereits in Vorbereitung.

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Nun ist Herr Croitoru (1) als 1960 in Haifa Geborener zwar kein „echter“ 68er, aber sein Text macht z.B. aus seiner christenfeindlichen Grundhaltung („Missionare“) m.E. kein Hehl. Israel scheint der dort Aufgewachsene auch distanziert bzw. negativ gegenüberzustehen. Political corrupt gehören für ihn „zum Streit immer zwei“, eigentlich hat „jeder Recht“ und mutmaßlich viermal im Jahr ist er in der Hopi-Schwitzhütte anzutreffen. Er hat es sich behaglich in seinem Elfenbeinturm eingerichtet. Er möchte nicht in seinem Marihuanarausch und dem Traumbild einer säkularen und rationalen Palaraberorganisation namens Fatah gestört werden. Wie die Faust auf’s Auge passt hierzu eine von „Heplev“ am 22. März übersetzte Notiz von „Elder of Zion“ (2):

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Fatah rügt Hamas, sie sei nicht genügend pro Terror

Gestern sagte Hamas-Führer Mahmud Zahar, das jüngste tödliche Raketenfeuer aus dem Gazastreifen solle die Autorität der Hamas untergraben und spiele Israel in die Hände. Es fehlte nur noch, dass er sagte, diejenigen hinter den Angriffen seien Kollaborateure Israels. Heute wird er für seine öffentlichen Äußerungen gegen das Raketenfeuer von der üblichen Sammlung Terrorgruppen kritisiert: vom Islamischen Jihad, der Volksfront für die Befreiung Palästinas – und von der Fatah, Israels angeblich moderatem Friedenspartner.

Fatah-Sprecher Fayed Abu Eita beschuldigte die Hamas, sie gebe den Terror („Widerstand“) auf, um ihre Macht zu erhalten. Er sagte, das Volk habe die Hamas gewählt es zu führen, weil sie Raketen nach Israel schossen, aber unglücklicherweise habe die verräterische Hamas eine Kehrtwende gemacht und agitiere gegen die Raketen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Fatah die Hamas kritisierte, sie sei nicht gewalttätig genug. Doch die westlichen Medien erwähnen diese Kleinigkeiten nie, weil sie einen festen Glauben haben: „Hamas = Terroristen, Fatah = Friedenspartner“. Und sie können es sich nicht leisten die Leute wissen zu lassen, dass ihre Weisheit irgendwo ein Defizit hat.

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Time am 26. März 2010

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1) http://www.litrix.de/autoren/autor/josephcroitoru/deindex.htm
2) http://heplev.wordpress.com/2010/03/22/fatah-rugt-hamas-sie-sei-nicht-genugend-pro-terror/