Posts Tagged ‘Necla Kelek’

Wir erkennen ihre Absicht

25. Januar 2015

Nichtsvergeben_Torkei

Noch ekliger als das Zorngeschrei der Mohammedanisten ist ihr Gewinsel und der Versuch, sich stets als das eigentliche Opfer darzustellen, wenn die Glaubensbrüder bei einer der regelmäßigen Razzien mal wieder eine Reihe Nichtorks abgeschlachtet haben.

Die Zeichnung oben stammt aus einer torkischen Zeitung (1). „Nein! Nichts ist vergeben!“ heißt es. Elf anklagend blickende Mohammedanisten stehen vor dem Betrachter, und sieben von ihnen tragen Schilder mit Ländernamen, in denen offensichtlich etwas geschehen sein soll, das sich gegen den Mohammedanismus richtete. Gaza und China kann man ja noch verstehen: Dort haben die IDF und die chinesischen Sicherheitskräfte eine Menge Terroristen und leider auch einige Unschuldige terminiert. In den anderen Ländern aber verhält es sich so, dass dort Mohammedanisten Mohammedanisten abschlachten. Auch dafür, so die Orks, ist der freie Westen verantwortlich. Daran trägt er eine Schuld, die nicht verziehen werden kann: Die Orks sind in der Tat die unverantwortlichsten Wesen auf unserem Planeten.

Qantara

Demselben Muster folgt auch das staatlich finanzierte Dimmi-Magazin „Qantara“ wieder und wieder. Birgit Kasper warnt davor, dass „am Ende doch wieder die Muslime zum Sündenbock gemacht werden.“ (2). Bitteschön, WIEDER? WO denn? Wo werden denn DIE Muslime jemals „zum Sündenbock“ gemacht? 17 Unschuldige wurden von drei Orks in Paris ermordet, denn sie hatten AllaHundseingesandter beleidigt. Die Mörder taten nichts anderes, als was AllaHundseingesandter tat und was in Sira und Hadithen steht. Darüber muss man reden dürfen. Nein, darüber darf man nicht reden, meinen die Orks und ihre Dimmi-Lakaien. Die nichtorkischen Untermenschen haben die Unterdrückung und Ermordung geräuschlos, ohne Schmerzensschreie und ohne Protest zu ertragen.

Orkknecht Ruprecht hat sich da etwas ganz Besonderes einfallen lassen, was er den „3-D-Test gegen Islamfeindlichkeit“ nennt. Wie die gülennahe Seite „Die Integrationsblogger“ berichtete, schrieb der CDU-Politiker auf „Facebook“ (3):

„Dämonisierung, Doppelte Moral, Delegitimierung – ich schlage diesen 3-D-Test vor, um legitime Kritik am Islam von Islamfeindlichkeit zu unterscheiden:

Dämonisierung: Darstellung des Islam als das schlechthin Böse, zB durch die Aneinanderreihung von Negativ-Beispielen. Politically Incorrect und andere Hass-Blogs durchforsten täglich das weltweite Internet-Angebot nach Verbrechen, Vergehen und Verfehlungen von Muslimen und vermeintlichen Muslimen. Die gefundenen Beispiele werden in skandalisierenden und verallgemeinernden Beiträgen aufbereitet und zum Kommentieren freigegeben. So entsteht ein völlig unrealistisches und diskriminierendes Bild einer Gruppe von Menschen. In gedruckter Form finden sich ähnlich perfide Auflistungen von Negativbeispielen bei Henryk Broder, Udo Ulfkotte oder Necla Kelek.“

Was soll das? Natürlich sammelt ein Blogger die Texte und Bilder aus den Massenmedien, die seinem Thema entsprechen – wenn man von Pansen&Pansen mal absieht, die munter Kochrezepte zwischen Berichten von Hinrichtungen im Naziran einstreuen (4). Natürlicherweise entsteht dadurch eine Reihung thematisch ähnlicher Texte. Für die von Mohammedanisten begangenen Untaten ist aber niemand als die Täter verantwortlich sowie die drei bösen mohammedanistischen Grundlagen-Schriften, in denen zu den Untaten aufgerufen wird. Dämonisch sind für den Dimmi-Deppen jedoch nicht die Morde, sondern die Kritik daran. Polenz weiter:

„Doppelte Moral: Wird Kritik am Islam oder an Muslimen selektiv angewandt, oder erzeugen ähnliche Probleme anderer Religionen oder Verhaltensweisen ihrer Gläubigen dieselbe Kritik? Zwangsheiraten gibt es beispielsweise auch in hinduistischen Gesellschaften oder bei den Jesiden.“

Ja, schon gut, es wird noch den einen oder anderen Jesiden geben, der die Massaker des sunnitischen IS-IS überlebt hat und seine Tochter zwangsverheiraten will, und der dann natürlich auch vor Gericht gehört. Die Fleißarbeit, die die vielen counterjihadischen Blogs jedoch Tag für Tag leisten, indem sie die Informationen nicht zerstäuben sondern ZUSAMMENTRAGEN, ist für die Orks und ihre Stiefellecker jedoch ein eminentes Problem, da grade dadurch ein immer schärferes Bild der Religion Satans entsteht. Wir erkennen, dass die mohammedanistischen Schriften zur massenhaften, ja globalen Bösartigkeit führen!

Doppelte Moral liegt aber nicht vor, wenn eine Handvoll Orkterroristen 3000 Unschuldige abschlachtet, wenn daraufhin ein paar französische Brillenschlangen ein paar harmlose Krakeleien anfertigen, wenn sie daraufhin ermordet werden, und wenn daraufhin Menschen mit counterjihadischer Gesinnung dies schließlich kritisieren. Meine Kritik am deutschen Nationalsozialismus ist nicht erst ab dem Moment zulässig, in dem ich Benjamin Netanjahu beschuldige, arabische Babies zu fressen. Es gibt eine Seite, die zutiefst böse ist – das ist die Jihadfront, die Klo H. Metzel folgt.

„Delegitimierung des Islam als Religion – beispielsweise durch Gleichsetzungen des Islam mit dem Faschismus, wie sie von Hamed Abdel-Samad immer wieder vorgenommen werden. (…)“

Die Delegitimierung des Nazislahm als Religion war vor acht oder neun Jahren innerhalb des Counterjihad noch ein Diskussionsthema, ist es aber seit langem nicht mehr. Es führt ja zu nichts, wenn man einer Ideologie, die ein höchstes Wesen und dessen Verkünder kennt, die ein Leben nach dem Tod behauptet sowie ein jüngstes Gericht, die Eigenschaft, eine Religion zu sein, abspricht. Diese Entscheidung treffen besser die Glaubenden. 

Es geht um etwas ganz anderes: Es geht darum, dass diese Religion bösartig und gewalttätig ist. Dass sie eine Apartheidsgesellschaft anstrebt. Dass sie eine kollektivistische Ordnung will, in der den Männern in pyramidalem Aufbau schrankenlose Macht über Frauen und Kinder gegeben wird. Es geht nicht um die Frage, ob der Mohammedanismus eine Religion ist, sondern WAS er für eine Religion ist? WIE ist er? WIE wirkt er?

Insofern der Counterjihad diese Frage schon vor Jahren geklärt hat, ist auch das dritte „D“ in Orkknecht Ruprechts „Test“ pure Propaganda und Vernebelung, die wie das davor analysierte Gewinsel letztlich nur ein Ziel hat:

Jegliche Kritik am Mohammedanismus soll erstickt werden!

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Time am 25. Januar 2015

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1) http://de.qantara.de/inhalt/islamisches-comic-magazin-cafcaf-aus-istanbul-nein-nichts-ist-vergeben
2) http://de.qantara.de/inhalt/frankreich-nach-dem-anschlag-auf-charlie-hebdo-es-geht-um-mehr-als-die-pressefreiheit
3) http://i-blogger.de/3-d-test-um-islamfeindlichkeit-zu-erkennen/
4) https://parseundparse.wordpress.com/

Linke Schreckschraube liegt richtig

16. Januar 2015

Quistorp

Eva Quistorp ist eine der Mitbegründerinnen der Grünen. Sie war sehr aktiv in der bolschewistisch gesteuerten „Friedensbewegung“, war Ende der neunziger Jahre Mitglied des Bundesvorstands der Grünen und wurde 1989 ins Europaparlament gewählt. „Perlentaucher“ hat am 14. Januar einen Aufsatz von ihr veröffentlicht (1).

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Die Schule der Kritik

Ich bin immer noch bewegt von den republikanischen Demos in Paris und anderen Städten und sogar vielen Dörfern in Frankreich. Am 11. Januar 2015, einem historischen Tag in Europa, habe ich einige Tränen vor dem Fernseher verloren – vor Rührung und weil ich die Hoffnung von Millionen teile, die riefen oder schrieben „Je suis Charlie, je suis juif, je suis flic, je suis Ahmed, je suis Citoyen“. Sogar viele kleine Kinder darunter, die enorm klug und artikuliert waren mit ihren Bleistiften und der Marseillaise rund um die République.

Es war die weltweite und millionenfache Welle der Hoffnung auf ein Ende des Terrors, ein Ende des Hasses, auf ein friedliches weltweites Zusammenleben, auf ein Europa der Presse- und Satirefreiheit als Grundlage der Demokratien. Doch die wenigen Überlebenden des Massakers gegen die Charlie Hebdo-Journalisten – eine ganze Zeitungsredaktion ist ermordet worden! – erinnerten bei kurzen Interviews daran, dass es nicht um Pressefreiheit allgemein geht, sondern um die Verteidigung der Laizität, um das Recht auf Islamkritik und Religionskritik.

Das hören nicht alle Experten der Integrationsforschung, nicht alle Politiker gern. Das wurde auch von Moderatoren schnell weggeklickt und sofort beantwortet mit „bloß kein Amalgam, keine Vermischung von Kritik an islamistischem Terror und Kritik am Islam“. Diese Sprüche dienen wie die seit Jahren in Deutschland kursierende Sprechformel „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“ als Beruhigungsmittel für die muslimischen Wähler und Vereine, aber auch für die Mehrheit der Bevölkerung.

Aber auch der Islam darf nicht mit „Respekt“ eingemauert werden: Wieso sollen in Europa und in Deutschland für den Islam andere Standards gelten als für die katholische oder protestantische Kirche? Der Islam in seiner heutigen vorherrschenden Verfassung, seine Vereinsvertreter, sein Religionsunterricht, seine Jugendsozialarbeit, seine Geschlechter- und Bildungspolitik haben ebenso demokratische Kritik verdient wie die christlichen Kirchen. Diese Kritik darf ebenso sein wie die Kritik von Pussy Riot an der russisch-orthodoxen Kirche, wie die von Titanic am Papst, wie die der Feministinnen an einer patriarchalen Theologie und Bibelinterpretation. Dieses Recht wurde seit 1848 und seit der Französischen Revolution erkämpft, nicht zuletzt von Vordenkerinnen in Frankreich.

Seitdem dürfen wir sagen, dass das Christentum etwas mit Dummheit, Unbildung, Vorurteilen, Antisemitismus, mit Missionierung und und Kolonisierung, mit Hexenverfolgungen,mit Inquisition zu tun hatte. So wie die „Deutschen Christen“ etwas mit dem Christentum zu tun hatten, die Bekennende Kirche und die christlichen Märtyrer gegen den Naziterror aber auch.

Warum hat es ausgerechnet in der linken und linksliberalen Szene und bei den Grünen so viele Feigheit und Ignoranz gegenüber dem Islam und dem Islamismus gegeben, obwohl Journalisten, Experten, Professoren, Schriftsteller oder grüne Politikerinnen doch durch die Schule der Kritik am Christentum und der katholischen Kirche aber auch an der Rolle von Frauen und Sexualität in der protestantischen Kirche gegangen sind?

Die jüngere Generation musste bei diesen Themen ja nicht mehr kämpfen und argumentieren lernen, da sie in den Theorien der multikulturellen Identitätsdebatten, in den Siegen der Frauen und Schwulenbewegung schon aufgewachsen ist und nun gelernt hat, das Fremde zu hofieren, statt es genauso zu hinterfragen wie es die 68er mit der eigenen Kultur und Geschichte getan haben.

Wer hat denn in der Politik, der Kulturszene, der Integrationsforschung und den Medien in den letzten Jahren gefordert, dass die Fatwa gegen Salman Rushdie und die Taslima Nasrin aufgehoben wird? Wer hat denn an den islamistischen Mord an Theo van Gogh erinnert und ihn als Satiriker gewürdigt? Wer hat die Mohammedkarikaturen von Westergaard und von Charlie Hebdo alles nicht nachgedruckt in den letzten Jahren? Was hat die Formel von der Schuld der Mehrheitsgesellschaft und des Westens dazu beigetragen, dass eine Opfermentalität unter Muslimen in Europa entstanden ist und sich sofort nach dem grauenhaften Massaker an der Charlie Hebdo-Redaktion in den Medien und muslimischen Vereinssprechern wieder äußerte?

Selbst Lamya Kaddor, die fröhlich ohne Kopftuch demonstriert, dass Koran und Islam als solcher nicht das Kopftuch verlangen, sagt, sie habe vor allem Angst, dass sie sich nun wieder distanzieren müsse und es einen Generalverdacht gegen Muslime gebe. Insgesamt scheinen Moscheevereine, Journalisten und Politiker in Deutschland mehr Angst vor Pegida-Demos in Dresden zu haben als vor Schläfern wie in Hamburg und dem Hass, der auch von Rappern als Lebenshaltung für junge Männer global verbreitet wird.

Es gibt mehr Kritikerinnen des Islam, die in die Tradition der Aufklärung und der Frauenrechtsbewegung gehören, als in Deutschland oder Europa bekannt sind. Sie werden kaum auf Podien eingeladen. Das hängt mit einem Mangel an Wissen um Islamkritik bei Medien und in der Politik zusammen, aber auch mit platter Wahltaktik. Im Jahr der Reformationsfeiern sollte Deutschland nicht hinter der Demo für die Republik zurückstehen und Reformatoren und Islamkritikerinnen aus dem Islam auf Podien und in Unis und Medien einladen. Abu Zaid durfte ich einmal im Exil begegnen, als er noch lebte: Die von vielen so gelobte al-Azhar-Universität hatte ihn zwangsweise von seiner Frau geschieden und zum Ketzer erklärt, obwohl er in der Moderne die historisch-kritische Koran-Forschung entwickelt hat, die die Grundlage für einen fairen Dialog zwischen den Religionen sein muss und ohne die der Respekt gegenüber den Religionen wie die Kritik an ihnen in Demokratien nicht bestehen können.

Es ist ja schon beschämend genug, dass die Grünen nicht einmal Necla Kelek oder Seyran Ates zu einer Debatte zur Islamkritik und zum Machismo in der muslimsichen Migrantencommunity eingeladen haben. Sie sind es, die schon länger über die psychologischen und soziologischen Grundlagen des muslimischen Fanatismus und die islamistisch begründete Männergewalt arbeiten.

Warum gab es von all unseren Intellektuellen – von Klaus Staeck über Cem Özdemir bis zur Integrationsbeauftragten der Regierung – keine Kampagne für Professor Mouhanad Khorchide, der von der Ditib, dem Erdogan-nahen Verein, und anderen Muslimverbänden bedrängt wird, weil er ihrem konservativen bis rechten Islam nicht entspricht? Wo war die Kampagne für Dieter Nuhr, der als islamophob beschimpft wurde und Todesdrohungen erhalten hat? Ich weiß, was Todesdrohungen sind, da ich sie selbst in meinem Engagement für die bosnischen Muslime im Europaparlament erhielt und ziemlich allein damit war. Auch Charlie Hebdo war in den letzten Jahren allein und wurde sogar von Dany Cohn-Bendit und anderen Grünen als angeblich zu islamkritisch kritisiert, denn man will ja so tolerant erscheinen und Konflikte mit Fanatikern im netten Dialog lösen

Wer bestimmt denn, was im islamischen Religionsunterricht gelehrt wird? Wird da der demokratische Wettbewerb mit dem evangelischen und katholischen und jüdischen Religionsunterricht und dem der Humanisten gefördert oder wird abgegrenzt gegen den dekadenten Westen und gegen Frauen mit offenem Haar? Ich kann hier nicht eingehen auf die Geschichte und das Ölgeld und die Geostrategien und Terrorkriegführung, an der Saudi Arabien und Katar und teils auch die Türkei, Pakistan und Iran in den letzten Jahren beteiligt waren. Recherchen hierüber sind wichtiger als Recherchen über Pegida-Webseiten, denn diese Staaten sind gefährlicher und haben Hunderttausende zur Flucht aus Irak und Syrien getrieben. Vom Terrorismus der Boko Haram und islamistischer Gewalt in Afrika abgesehen.

Wer meint, der Islamismus hätte nichts mit dem Islam in Saudi Arabien oder Pakistan zu tun, irrt gewaltig. Wer meint, der Islamismus habe nichts mit dem zu tun, was im Internet als Islam-Propaganda vertreten wird, irrt: Daher stimme ich Heiner Geißlers Vorschlägen für mehr Sicherheit im Netz und Alice Schwarzers Vorschlag für ein Burka-Verbot zu. Nicht weil ich schwarz grüne Interessen hätte, sondern weil ich mir das logische Denken als Theologin und Feministin nicht verbieten lassen will von einem faulen Toleranzgerede.

Sowohl Pegida als auch der Islamismus nehmen mit ihrer Internetpropaganda Einfluss auf die analoge Welt. Also muss sich wohl dringend auch etwas im Internet ändern, wenn wir die Demokratien und das Zusammenleben von zivilisierten Religionen schützen wollen. Charlie Hebdo war gegen den Irakkrieg, wie gegen den Fundamentalismus und Dummheit in allen Religionen. Daran sollten wir uns messen, auch wenn einige Karikaturen nicht unserem Geschmack und unseren Gefühlen entsprechen. Doch ohne solche Künstlerinnen und Journalisten und ohne eine geistreiche, gebildete, scharfe Religionskritik werden wir im Krieg, der gegen uns von IS und AL Qaida geführt wird, weder im Internet noch in der analogen Welt bestehen können.

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Time am 16. Januar 2015

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1) http://www.perlentaucher.de/essay/die-schule-der-kritik.html

Eine halbe Stunde muss sein

30. März 2014

Abdel-Samad

Der großartige Hamed Abdel-Samad schreibt richtig und pointiert über den Mohammedanismus, den er eine faschistische Ideologie nennt (1). Wie viele orientalische Mohammedanismuskritiker und Ex-Orks verfällt er jedoch dem Irrtum, er müsse mit dem Mohammedanismus Religion insgesamt ablehnen, Statements über andere Religionen abgeben oder den Mohammedanismus an einigen Stellen relativieren bzw. seine Zugehörigkeit zu ihm postulieren. Manchmal kommt das alles zusammen, und dann wird es ziemlich konfus, so wie man es z.B. auch von der ansonsten exzellenten Necla Kelek kennt. Hannah Lühmann bei „FAZ.net“ (2):

„Leider werden die zwei Begrifflichkeiten, aus denen sich der Titel von Abdel-Samads Buch zusammensetzt, nicht klar. Weder versteht man, wie genau er Faschismus definiert – Augsteins Frage, ob er nicht eher so etwas wie ,Totalitarismus’ meine, fegt Abdel-Samad beiseite –, noch wird klar, was ,der Islam’ für ihn eigentlich ist. Meint er die islamische Theologie? Den Koran? Einen Gesamtgeisteszustand? Die Muslime jedenfalls meint er nicht, er habe auch nichts gegen Moscheebauten und freiwillig getragene Kopftücher.“

Ich meine, dass seine Definition von Faschismus klar und zutreffend ist, und es ist auch klar, dass er sowohl die islamische Theologie, den Kloran als auch einen Gesamtgeisteszustand meint, was Dimmi Lühmann ins Lächerliche ziehen möchte.

Es ist aber für mich nicht akzeptabel, die Insignien einer menschenverachtenden und volksverhetzenden Ideologie provokant öffentlich zu zeigen. Und es ist auch nicht akzeptabel, die Okkupation unseres öffentlichen Raums durch den Bau von repräsentativen Versammlungs-, Lager- und Geschäftszentren (Moscheen), in denen die faschistische Ideologie praktiziert wird, zuzulassen. Es fehlt sein Bekenntnis, dass Herr Abdel-Samad mit der faschistischen Ideologie gebrochen hat, dass er KEIN mehr Ork ist, dass er ein EX-Ork ist.

Ex-Ork zu sein macht niemanden zu einem Fachmann für andere Religionen und Ideologien. Daher muss jeder Christ folgenden Satz Abdel-Samads als strunzdumm und ob seiner Ignoranz auch als recht beleidigend empfinden:

„Abdel-Samad antwortet, anders als im Christentum sei das Streben nach politischer Macht im Islam selbst angelegt. Das liege auch daran, dass das Wirken Jesu Christi auf Erden zeitlich sehr begrenzt gewesen sei, weswegen er keine wirtschaftlichen oder juristischen Aufgaben habe übernehmen können. Der Prophet hingegen habe Zeit gehabt, zum Feldherrn zu werden.“

Die ganze Ausrichtung des Neuen Testaments aber ist spirituell, individuell und vor allem friedlich. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Jahwe es empfehlenswert findet, nach Reichtum oder Macht zu streben. Das Christentum ist von der Idee der Liebe getragen. Empathie, Rücksichtnahme und Barmherzigkeit werden als die wesentlichen Werte, die das Zusammenleben der Menschen konstruktiv und lebenswert machen, angesehen. Um die radikale Ablehnung weltlicher Macht zu beweisen, ließ sich Jesus schließlich sogar lieber töten, als auch nur die leiseste Gewalt anzuwenden. Deshalb ist Herrn Abdel-Samads Vorstellung, Jesus wäre zum Feldherrn geworden, wenn er nur lange genug gelebt hätte, seine totale Bankrotterklärung vor der Philosophie des Christentums. Die Äußerung ist einfach nur unwissend und peinlich, quasi eine Projektion aus seiner eigenen nazislahmischen Vergangenheit.

Es scheint schwer zu sein zu akzeptieren, dass es Zaubersprüche gibt. Es gibt sie. Zaubersprüche sind Literatur. Es sind Sätze, die die Welt verändern, wenn sie gelesen oder ausgesprochen werden. Wenn sie falsch gesprochen werden oder zum falschen Zeitpunkt, dann wirken sie nicht oder anders als beabsichtigt. Jeder Zauber hat seinen Spruch, und man kann nicht mit einem Spruch alles zaubern.

Die Bibel ist ein Text, der eine ganz bestimmte Wirkung hervorrufen will. Der Kloran will auch eine ganz bestimmte Wirkung hervorrufen. Die Worte beider sind grundverschieden, weil die intendierte Wirkung grundverschieden ist. Im Fall der Bibel geht es (u.a.) um die kooperative und egalitäre Organisierung einer sesshaften, friedfertigen und produktiven Bürgergesellschaft. Im Fall des Kloran geht es (u.a.) um die hierarchische Organisierung einer gewalttätigen nomadischen Kriegergesellschaft. Das alles wird innerhalb einer Lektüre von einer halben Stunde pro Text evident. Abdel-Samad wirft Jakob Augstein vor, er habe nicht den Kloran gelesen, aber er selbst hat nicht mal eine halbe Stunde für das Neue Testament aufgebracht. Er sollte dies dringend nachholen (Es lohnt sich 🙂 ).

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Time am 30. März 2014

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1) http://www.welt.de/politik/ausland/article126302616/Vor-einer-Schlacht-mit-apokalyptischer-Dimension.html
2) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/abdel-samads-buchpremiere-einmal-islam-aber-bitte-ohne-scharf-12865157.html

Wer uns hasst soll gehen

11. März 2014

Pankaj Mishra

Beißt die fütternde Hand:
Pankaj Mishra, der Hinterlistige.
Er soll gehen!

Im „Tagesspiegel“ wird ein Text von Pankaj Mishra mit dem Titel „Aus den Ruinen des Empires. Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens“ von dem in der FAZ eigentlich stets konstruktiv schreibenden Thomas Speckmann hoch gelobt (1).

Für seinen westfeindlichen Text hat Herr Mishra vom Westen einen Preis bekommen.

Dagegen wiederum hat heute die große Freundin des Counterjihad und der offenen Gesellschaft – Necla Kelek – in der „Welt“ Position bezogen (2).

Lesen Sie jetzt ihren Aufsatz.

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Buchpreis für Mishra ist eine Fehlentscheidung

Pankaj Mishra erhält am 12. März den „Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung“. Eine falsche Entscheidung. Der indische Autor ist ein Anti-Europäer, er hält nichts von den Menschenrechten.

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ist eine ehrenwerte Angelegenheit. Mit seiner Verleihung im Gewandhaus der Auszeichnung wird traditionell die Leipziger Buchmesse eröffnet. Die Liste der Preisträger führt – von Imre Kertesz über Slavenka Draculic, Karl Schlögel bis zu Ian Kershaw – die erste Garde Intellektueller auf, die für ihren Diskurs, die europäische Verständigung – vor allem mit den Ländern Mittel- und Osteuropas – geprägt zu haben, geehrt wurden.

Wenn man das Gemeinsame der ausgezeichneten Bücher und Autoren benennen müßte, wäre es, was der Historiker Michael Wolffsohn in Anlehnung an Nelson Mandela als „Versöhnung durch Wahrheit“ bezeichnet hat. Ein hohes Gut, das es zu verteidigen gilt.

In diesem Jahr erhält den Preis der in London lebende indische Schriftsteller Pankaj Mishra für seinen Großessay „Aus den Ruinen des Empires. Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens“. Die Jury begründet ihr Urteil so: „Es ist der nicht-europäische Blick auf den Westen, der Pankraj Mishras aufklärendes Werk über die eigene Rolle in der heutigen Welt unentbehrlich macht.“ Es ist erfreulich, dass ein Nicht-Europäer geehrt wird. So geht der Blick über Europas Grenzen hinaus. Die Frage stellt sich deshalb, welche Wahrheit er uns bringt.

Die Gräuel der Kolonialmächte

Mishras Anliegen ist es darzustellen, „wie einige der intelligentesten und sensibelsten Völker des Ostens mit den Übergriffen des Westens“ umgingen. Der „nicht-europäische“ Blick des Autors ist darauf gerichtet, was der Westen Asien durch den Kolonialismus angetan hat und wer und wie sich der Widerstand dagegen entwickelt hat.

Dazu stellt er ausführlich und anschaulich die Gräuel der Kolonialmächte dar und rückt drei Gelehrte und Schriftsteller in den Fokus. Sie haben seiner Meinung nach zum neuen antikolonialen Selbstverständnis Asiens im 19. und 20. Jahrhundert entscheidend beigetragen. Mishra porträtiert die Weltsicht und die vergeblichen Versuche des Literaturnobelpreisträgers aus Bengalen, Rabindranath Tagore (1861-1941), Asien im Mißtrauen gegen die „Zivilisation“ des Westen zu vereinen. Und stellt die Bemühungen des chinesischen Reformers Liang Qichao (1873-1929) im rückständigen China vor, Reformen und so etwas wie einen chinesischen Nationalismus zu etablieren.

Kern und Ausgangspunkt der Beschreibung aber ist das Leben und Werk des Iraners Dschamal al Afghani (1838-1897), der als reisender Aktivist und Theoretiker den Islam zunächst reformieren wollte, ihn aber dann als antikoloniale Ideologie, als politischen Islam etablierte. Mishra sieht al-Afghani mit seiner Theorie „der Islam“ versus „den Westen“ als Wegbereiter eines neuen antikolonialen Selbstverständnisses. Dass al-Afghani damit den Fundamentalismus der Salafisten, der Muslimbrüder, der Mullahs im Iran und auch die religiöse Rechtfertigung eines Bin Laden lieferte, ist für den Autor wohl zwangsläufig. Mishra vergleicht al-Afghanis Einfluß auf den Orient und auf den Gang der Geschichte mit dem von Karl Marx.

Die Verbreitung westlicher Bildung ist hinterhältig

Der Autor stellt die anti-westlichen Positionen in Asien ausführlich, aber nicht kritisch reflektierend dar. Ihm ist die klammheimliche Freude anzumerken, mit der er immer wieder seine Stichwortgeber – „den Westen“, „die Zivilisation“ oder „Europa“ – für alles verantwortlich machen lässt, was zum Untergang der asiatischen Reiche beigetragen haben soll.

Es ist richtig, dass er den Briten das brutale und zynische Vorgehen in Indien und China mit drastischen Worten vorhält, kann man aber Mao ausschließlich als Befreiungskämpfer darstellen und die Millionen Toten der kommunistischen Politik unerwähnt lassen?

Wird man dem Westen gerecht, ohne zu erwähnen, was in den letzten zweihundert Jahren in Europa und Amerika an Diskursen und Kämpfen für Menschenrechte, gegen Sklaverei und Kolonialismus stattgefunden hat? Zum Beispiel, dass England die Sklaverei bereits 1834 verboten und mehr Geld im Kampf gegen Sklaverei ausgegeben hat, als es je damit eingenommen hat? Mishra hätte dann eingestehen müssen, dass auch westliche Gesellschaften lernfähig sind.

Er hätte einräumen können, dass – obwohl vom Kolonialismus befreit – in vielen Ländern Asiens auch heute keine demokratischen Verhältnisse herrschen. Solche Argumente würde der Autor wohl als westlichen Maßstab abtun, so, wie er etwa einen Weggefährten Al Afghanis zitiert, der meinte, „Bildung nach westlichem Vorbild (sei) eine besonders hinterhältige Form von Kolonialismus“.

Einseitige und fragwürdige Darstellung

Bezeichnend dabei ist, dass es Mishras asiatische Helden mit Ausnahme von Mahatma Ghandi – nicht geschafft haben, eine eigenständige Position umzusetzen, sondern ausschließlich den Einfluß und die zerstörerische Kraft des bösen Westens beklagen.

An vielen Stellen kippt der aufklärerische Anspruch des Autors so ins Ideologische, wird die Darstellung einseitig und fragwürdig. Seine Darstellung der Gesellschaften Asiens ist selektiv. Mishra schreibt weder von der Tyrannei der Osmanen, der Despotie indischer Mogule oder dem Rigorismus chinesischer Kaiser. Reiche, die allesamt untergingen, weil sie gegen ihre Völker herrschten und sich gegen Veränderungen sperrten, während Europa begann, seine damals wissenschaftlichen, technischen und organisatorischen Innovationen und Machtanspruch in Eroberung und Fremdherrschaft umzusetzen.

Es wäre spannend gewesen, von einem Insider zu erfahren, woran – außer den Europäern mit ihrer entsetzlichen „Gier“ und fehlender „Moral“ – diese Imperien noch gescheitert sind. Warum fielen die Reiche Asiens dem Westen ohne nennenswerten Widerstand in den Schoß? Hier hätte vielleicht ein Blick in „westliche“ Bücher wie Jürgen Ossterhammels „Die Verwandlung der Welt“ oder David Landes „Wohlstand und Armut der Nationen“ geholfen.

Die Schmach, von den Besatzern befreit zu werden

Mishras Beschreibung des Orients vor dem Kolonialismus läßt den Islam als „eine sich selbst genügende Welt“ erscheinen und als ein Hort „einer Gemeinschaft gleichgesinnter Verteidiger der moralischen und sozialen Ordnung.“ Die Millionen Sklaven, die die Osmanen in ihren Kriegen verheizten und für sich arbeiten ließen, bleiben unerwähnt.

Die westliche Politik brach in diese „heile Welt“ erst mit der Unterjochung Ägyptens im Jahr 1798 durch Napoleon ein. Erst seine Anerkennung der islamischen Führer, der Ulema, als politische Kraft führte angeblich, wie Mishra schreibt, zu einer „politischen Ermächtigung des Islam“. Folgt man diesem Gedanken, wäre selbst Al-Afghani kein origineller Denker, sondern auch nur auf einen westlichen Trick hereingefallen.

Das ist das Enttäuschende an diesem Buch. Mishra – selbst kein Muslim – kommt nicht darüber hinaus, was der islamische Gelehrte Abdelwahab Meddeb als „Die Krankheit des Islam“ bezeichnet. „Es ist das Ressentiment desjenigen, der nur noch auf die Stunde der Vergeltung wartet.“ Die tunesische Soziologin Fatima Mernissi, die sich auch mit den Auswirkungen des Kolonialismus auf den Orient beschäftigt, zieht eine andere Bilanz, als Mishra. Für sie gibt es bis heute keine Einsicht der arabischen Völker, dass Sklaverei ein Unrecht ist und dass erst die französischen Kolonialherren in den Dreißigerjahren in Marokko die Sklaverei abgeschafft haben. Die doppelte Schmach, von den Besatzern befreit zu werden, quälte sie am meisten.

Selbstzweifel sind Mishra fremd

Mishra sind solche Selbstzweifel fremd. Reflektion über den eigenen Anteil an der Geschichte fehlen. Und damit fehlt für mich der Wille zu Wahrheit und Versöhnung.

Aufschlußreich ist die subtile Art, mit der der Autor seine Weltsicht sprachlich zu vermitteln sucht. Er schreibt sehr gut und verständlich, sagt seine Meinung aber nicht direkt, sondern läßt mit sorgfältig ausgesuchten Zitaten andere für sich sprechen. Da er sie oft nicht kommentierend einbindet, stehen sie da, suggerieren eine Meinung, von der sich der Autor im Zweifelsfall distanzieren kann. Man kann das an einigen Beispielen gut belegen. Mishra schreibt über den türkishen Genozid an den Armeniern nur einen Satz: „Zermürbt von armenischen Nationalisten im Osten Anatoliens, deportierten die Türken 1915 gnadenlos Hundertausende von Armeniern – ein Vorgehen, das ihnen später den Vorwurf des Völkermords einbrachte.“

Der Autor legt uns – so lese ich das – mit dieser Formulierung nahe, dass die Armenier ihre Deportation provoziert haben müssen und die Türken gar nicht anders konnten. Und natürlich ist alles nur ein „Vorwurf“, was heißt, es ist noch lange nicht bewiesen. So würde Erdogan es auch sagen. Und an anderer Stelle schreibt Mishra über Atatürk: Er „hegte die naive Hoffnung, die Wissenschaft würde die Religion am Ende überwinden, und der Nationalismus könne den türkischen Muslimen eine neue Identität verleihen“.

Mishra redet dem religiösen Backlash das Wort

Muslime haben, so der Subtext des Autors, selbstverständlich nur eine Identität, den Islam. Die Inder ihren Hinduismus und die Chinesen ihren Konfuzius. Religion scheint für ihn die wahre Identität der Völker zu sein. Säkularität ist ein Irrtum des Westens. Kurios wird es zudem, wenn er über den EU-Beitritt der Türkei ganz nebenbei anmerkt: „Aber am Ende scheint die Türkei … auf eine explizit rassisch motivierte Abneigung des Westens gestoßen zu sein, die ihr die volle Mitgliedschaft im Club verweigert.“ Der EU Rassismus bei den Beitrittsverhandlungen vorzuwerfen, ist eigentlich ein „show-stopper“.

Die Weltsicht des Autors Pankaj Mishra ist nicht, wie von der Jury gelobt, „nicht-europäisch“, sondern explizit anti-europäisch. Mishra redet dem religiösen Backlash das Wort: „In der Zukunft werden weitaus mehr politisierte Muslime sich rechenschaftspflichtige Regierungen wünschen, die Bürgerrechte und ein gewisses Maß an Gleichheit garantieren – und sie werden ihre Ziele weniger über säkulare westliche Ideologien zum Ausdruck bringen als über das alte Ideal einer moralischen Gemeinschaft der Gläubigen.“

Dieses Statement kann man nach Lektüre des Buches nur in einem Sinne verstehen, nämlich dass Mishra meint: Es lebe die Umma, zurück zur Scharia, Religion an die Macht. Menschenrechte, Rechtstaatlichkeit, individuelle Freiheit – die Werte, auf die sich die UNO oder wohl nur „der Westen“ verständigt haben – kommen in seinen Argumentationen und Vorstellungen gar nicht mehr vor. Stattdessen beschwört er das Ende Europas: „Und zweifellos erscheint die Vorherrschaft des Westens bereits jetzt nur als eine weitere, überraschend kurzlebige Phase in der langen Geschichte der Imperien und Zivilisationen.“

Er teilt die Welt in Gut und Böse

Ich habe mich gefragt, warum dieses Buch ausgerechnet mit einem Preis für „Europäische Verständigung“ ausgezeichnet wird, denn auf Verständigung, gar Versöhnung scheint es der Autor nicht anzulegen. Im Gegenteil, er teilt die Welt in Gut und Böse. Die Juryentscheidung kann ich mir nur aus dem Überdruss der europäischen Intellektuellen an der eigenen Gesellschaft und der eigenen Geschichte erklären.

Mishra liefert nachträglich die intellektuelle Rehabilitierung der gescheiterten Politik der anti-imperialistischen Linken, die jetzt in Universitäten und Medien über postkoloniale Politik referieren. Das mag bei dem einen oder anderen Jurymitglied biografische Erinnerungen geweckt haben. Der beredte Versuch, den politischen Islam und den organisierten Islamismus als nicht-europäische Idee, als antikoloniale und damit moralisch akzeptable Kraft darzustellen, halte ich nicht nur politisch für falsch. Die hundertfache Denunzierung europäischer und universeller Menschenrechte durch unkommentierte Zitate und den beschriebenen Subtext, ist für mich zudem eine besondere Form der Ignoranz. Aber dass dieses Buch nur ein Zerrbild liefert, scheinen weder die Jury noch die bisherigen Rezensenten so zu sehen.

Die Streitschrift hat als anti-europäische Position ihren Platz im Diskurs über Euro-Zentrismus und Post-Kolonialismus. Ein Beitrag zur „europäischen Verständigung“ ist sie nicht.

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Time am 11. März 2014

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1) http://www.tagesspiegel.de/kultur/pankaj-mishra-erwachen-aus-ruinen/9602220.html
2) http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article125645485/Buchpreis-fuer-Mishra-ist-eine-Fehlentscheidung.html

Thanx again, Necla!

30. Mai 2013

NeclaKelek

Auf  „FAZ.NET“ findet sich eine aktuelle Kritik von Regina Mönch zur Talkshow von Anne Will (1) mit dem Thema Jihad, die der sehr lesenswerten von PI schon recht nahe kommt (2).

Dies liegt in der Natur der Sache. Wenn man – anders als Dimmi-Leo – davon mal absieht, dass 1,5 Mrd. Menschen diesem Schwachsinn anhängen, und dass das Problem also alles andere als klein ist, und wenn man sich mit den mohammedanistischen Grundlagentexten auseinandersetzt, und also zum Kern vordringt, so wird man feststellen, dass sie die perfekte Vorlage für die Jihad-Mörder sind. Peter von PI:

„Grotesk wurde es dank Illi (Ork-Kommissarin, T.) gleich mehrfach, aber der Höhepunkt ihrer skurrilen Aussagen bestand darin, dass es doch gerade der Islam sei, der festlege, dass man keine andere Menschen ohne Erlaubnis einer anerkannten Institution töten dürfe. Niemand in der Runde kam auf die Idee, sie darauf hinzuweisen, dass sich islamische Attentäter üblicherweise auf den Propheten Mohammed berufen und dieser im Islam nicht nur irgendeine anerkannte Institution darstellt – sondern die höchste.“

Bei aller hier in der MoT geäußerten Kritik an Frau Kelek, die in der Runde mitdebattierte, wurde offenbar wieder einmal deutlich, dass sie einer der bedeutendsten Denker des gegenwärtigen Counterjihad in Deutschland ist. Auch wenn sie die Debatte nicht in die richtige Richtung lenken konnte, wurde dies von Deutschlands bester Zeitung zumindest registriert.

Danke, Necla!

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Verschleierte Toleranz

Regina MönchWie verhindert man, dass noch mehr junge Muslime radikalisiert werden? Bei Anne Will war sich nur eine vollverschleierte Schweizerin ganz sicher, dass der Mangel an Toleranz an allem schuld ist. In der Politik hingegen scheint vor allem große Ratlosigkeit zu herrschen.

Anne Will hatte die Soziologin Necla Kelek, den Politologen und Dokumentarfilmer Asiem El Defraoui, den bayrischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU), den Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann und die Schweizerin Nora Illi eingeladen. Frau Illi, die einmal Punkerin war, ist heute die Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrates der Schweiz. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass die fehlende Akzeptanz der Vollverschleierung der muslimischen Frau ein  ernsthaftes Hindernis für diese ist, sich toleriert und angenommen zu fühlen. Sie selbst ist vollverschleiert, nach eigener Aussage das Ergebnis einer „intensiven“ Auseinandersetzung, auch mit der Rolle der Frau: „Dann gab es für mich nur noch diese Option“. Obwohl im Laufe des Abends noch viel von Frau Illis verqueren Ansichten zu Toleranz und Ausgrenzung (immer werden natürlich Muslime ausgegrenzt) zu hören war, ging es doch eigentlich um etwas anderes: Wie kann es gelingen, die Radikalisierung junger Muslime zu stoppen und müssten auch darum Hassprediger konsequenter ausgewiesen werden?

Da in wenigen Monaten Bundestagswahl ist, musste Herr Oppermann, bevor er etwas zur Sache sagte, erst einmal einen wahlkämpferischen Schlagabtausch mit dem Innenminister von der Gegenseite inszenieren. Warum, fragte also Oppermann, legt der Bundesinnenminister denn jetzt, kurz vor der Wahl, einen Gesetzentwurf zur Ausweisung von Hasspredigern vor und nicht schon früher? Wie erwartet machte Joachim Herrmann die SPD-Landesminister als daran schuldig aus. Wenig hilfreich also. Zumal, das wussten alle, viele radikale Islamideologen keine „Gäste“ in diesem Land sind, sondern Deutsche. Der Einwurf, solche Leute müsste man hier einsperren, erhielt zwar Beifall, doch wie schwierig und fragwürdig es ist, jemanden für seine Gesinnung zu verurteilen, es sei denn, er riefe tatsächlich zu Mord und Krieg auf, erfuhr keine Vertiefung.

Asiem El Defraoul, der in radikalen Moscheevereinen recherchierte, glaubt, nur koordinierte Prävention könne verhindern, dass diese „Rattenfänger“ noch mehr Zulauf bekommen. Auch verstärke die Polarisierung das Gefühl der Ausgrenzung. Aber wie man sich das vorstellen darf, ließ er leider offen. Zu oft werde über Muslime nur im Zusammenhang mit Terror gesprochen, beklagte Thomas Oppermann, das verweise sie an den Rand. Also drängt die Mehrheitsgesellschaft junge Muslime in die Radikalität? Und allen Ernstes empfiehlt der SPD-Politiker mehr Aufklärung, es müsse viel mehr über den Islam geredet werden. Sieht er nie Talkshows, liest er keine Zeitung, hat er all die Debatten und Konferenzen darüber verpasst?

Necla Kelek versuchte vergeblich, die Diskussion auf die Ideologie zu lenken, die hinter diesen Gewaltausbrüchen steht, das andere Menschenbild, die Verachtung der offenen Gesellschaft des Westens und die Missachtung der Frau. Man könne diese Gefahr nicht herunterrechnen auf ein paar tausend Salafisten. „Und warum gehen die Islamverbände nicht auf die Straße, wenn so etwas Furchtbares wie in London geschieht?“

Frau Illi, darauf angesprochen, dass auf ihrer Website zwar allerlei Ratschläge für Muslime zu lesen sind, wie sie sich vor eventuellen Übergriffen empörter Mitbürger nach dem brutalen Mord in London schützen könnten, jedoch kein Wort der Trauer, weiß auch darauf eine Antwort: „Wir haben eine klare Haltung zu Gewalt“. Erst als sie routiniert abspult, was alles verboten ist im Islam und dass eigentlich die Muslime die Opfer seien, fällt ihr Asiem El Defraoui ins Wort. Das sei nun tatsächlich die dschihadistische Standardrhetorik. Es gelingt Anne Will auch an diesem Abend nicht, Nora Illi aus der Reserve zu locken, ob es zur Sexualaufklärung oder zur Homosexualität ist, die Frau hinter dem Schamtuch hat die immergleiche Antwort: Das würde sie halt tolerieren, aber vor allem müsse man endlich sie tolerieren. Der zaghafte Einwand von Joachim Herrmann, ums Tolerieren ginge es nun mal nicht nur, verhallt. Die fromme Muslimin stellt sich unser Zusammenleben offenbar als trautes Nebeneinander vor, zu dem dann wohl auch gehören würde, eine Lehrerin oder eine Beamtin ohne Gesicht zu ertragen.

Zum Schluss geht es um Deutschland und seine Toleranz gegenüber dem Islam. Was bedeutet es, wenn auf eine Bertelsmann-Umfrage nach dem Islam als Bereicherung die Hälfte aller Befragten mit Nein antwortet? Der Politologe sieht die Ursache in allgemeiner Unkenntnis, was wohlfeil und eine schwammige Unterstellung ist. Auch die Kämpfe zwischen Populisten und Islamisten, die er anführte, haben ja vor allem auf einer Seite, nämlich jener der Islamisten zu gefährlichen Übergriffen geführt. Thomas Oppermann wartet auf muslimische Richter und Polizisten, auf die Aufsteiger aus dem Migrantenmilieu, so wie in den Vereinigten Staaten, als könnten sie Extremismus und Terror verhindern. Einzig Necla Kelek versuchte, die andere Perspektive einzunehmen: Warum empfinden so viele Deutsche den Islam und viele Muslime als fremd? Weil sie Parallelgesellschaften erleben, deren Wertvorstellungen und Frauenbild uns tatsächlich sehr fremd geworden sind, so Kelek. Und weil es den säkularen, liberalen Muslimen nicht gelungen sei, den orthodoxen Islamverbänden die Deutungshoheit über muslimisches Leben hierzulande zu entreißen. Warum das so ist und welche Rolle Politiker dabei spielen, die ihre „Ansprechpartner“ immer nur bei den Orthodoxen suchen, wäre eine eigene Talkshow wert.

Eine fruchtlose Diskussion, wieder einmal. Sie mündete schließlich in artige, ja fromme Wünsche. Der Sozialdemokrat Oppermann rief nicht etwa dazu auf, diesen verführten Jungen, deren Verführtwerden auch an diesem Abend weitgehend im Dunkeln bleiben sollte, die Freiheit des Westens näher zu bringen. Er empfiehlt Religionsunterricht und bessere Imame. Na denn. Warten wir auf die nächste Bertelsmann-Umfrage.

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Time am 30. Mai 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/faz-net-fruehkritik/faz-net-fruehkritik-verschleierte-toleranz-12201076.html
2) http://www.pi-news.net/2013/05/tv-kritik-anne-will-muslime-in-der-opferrolle/

Abschwören

18. Mai 2013

LeavingNazislam

Necla Kelek ist zweifellos eine verdiente Streiterin des Counterjihad. Sie befindet sich jedoch in dem Dilemma, einerseits den Counterjihad zu vertreten, andererseits als Mohammedanistin angesehen werden zu wollen. So schreibt sie z.B. in einem aktuellen Aufsatz in der „Welt“ (1):

„Das Kopftuch ist nicht islamisch Es gibt keine religiöse Verpflichtung, ein Kopftuch zu tragen. Ich kann mich dabei auf den Koran und die Überlieferungen berufen. Man(n) kann so tun, als sei das Kopftuch im Islam religiös geboten, aber der Koran lässt auch andere Interpretationen zu.“

Dazu bemerkte (der mutmaßliche Konvertit) Lynx im „Lügazin“ in fehlerhaftem Deutsch (2):

„Frau Kelek ist allein schon auf ihrer mangelnden Kenntnis der arabischen Sprache inkompetent zu beurteilen, ob etwas vom ‚Kopftuch’ im Koran steht oder nicht. In Sure 24, 31 heißt es: ‚Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen… ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen.’ Das arabische Wort ‚khimār’, das hier in der Mehrzahl ‚khumur’ steht, bedeutet ein Tuch, das den Kopf bedeckt. In der Variante einer prophetischen Überlieferung, in der davon die Rede ist, daß der Prophet bei der rituellen Teilwaschung nach Überstreichen des vorderen Teiles des Kopfes dieses über den Turban fortsetzte, steht anstelle des gewöhnlichen ´imāma’ das Wort ‚khimār’ für den Turban, das Kopftuch des Mannes (dessen Tragen im Islam für diesen jedoch nicht Pflicht ist). Der koranische Wortlaut ‚sie sollen… ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen’ impliziert, daß die muslimischen Frauen bereits solche tragen, bzw. wird dies als selbstverständlich vorausgesetzt. (…)“

Ich habe durch vergleichende Quellenstudien (Grigull, Henning) den Eindruck gewonnen, dass Klo die Vorschrift erlassen hat, Frauen sollten ihre Brüste und den Intimbereich verdecken, dass das Kopftuch bzw. der Schleier jedoch noch nicht als minderwertigkeitsmarkierendes Kleidungsstück vorgeschrieben waren (3). Insbesondere die Hadithe von Buhari machen ja deutlich, wie unglaublich primitiv die damalige arabische Gesellschaft war. Wie auch immer, die Frage des Kopftuchs ist aber angesichts der Fülle der Grausamkeiten, Niedrigkeiten und Gemeinheiten, die der Kloran androht oder anordnet, absolut nebensächlich.

Vor vier Jahren hatte ich zunächst Frau Kelek kritisiert (4), dass sie den Spagat zwischen Counterjihad und Mohammedanismus versuche. Dann versuchte ich, ihr Verhalten als Counter-Takija zu interpretieren (5), nach dem Motto „meine counterjihadischen Thesen werden nur gehört, wenn ich mich weiterhin als Mohammedanistin behaupte“.

Ich bin aber nunmehr zu der Meinung gekommen, dass Frau Kelek die Schutzbehauptung, sie sei nach wie vor Orka, nach den vielen Jahren nun endlich aufgeben sollte. Klo H. Metzel war nach allem, was wir wissen, ein grausamer Perverser, und die mohammedanistischen Grundlagentexte sind in ihrer Boshaftigkeit und Niedrigkeit einmalig unter den religiösen Texten der Menschheit. Sie verdienen nichts als Verachtung. Frau Keleks Texte aber sind in jedem Fall erhellend, und deshalb sollte sie jetzt den Schritt wagen, aus dem Mohammedanismus auszutreten.

Indem Frau Kelek die Kopftuchfrage im Kloran hervorhebt, lenkt sie den Blick von dem satanischen Rest des Konvoluts ab. Indem sie den „Islam“ vom „Scharia-Islam“ unterscheidet, macht sie glauben, es könne einen positiven Mohammedanismus geben. Aber das ist fast schon eine jihadische Lüge. Es gibt keinen positiven Kommunismus, keinen positiven Nationalsozialismus und keinen positiven Nazislahm, und es wird sie auch nie geben.

Nochmals Lynx:

„Frau Keleks Äußerung: ‚In Deutschland gehört er damit zu der Minderheit von Muslimen, die diese Religion nicht spirituell, sondern als Gesetz begreifen und einen ‚Scharia-Islam‘ vertreten’ ist ein weiteres Zeugnis für ihre Ingoranz und Inkompetenz in Sachen Islam. Die islamische Scharī´a ist das umfassende Gebäude von Regelungen für die gottesdienstlichen Handlungen, zwischenmenschlichen Beziehungen u. a. Bereiche des menschlichen Lebens, auch wenn manche Regelungen, wie bspw. solche des Strafrechts, nicht überall und zu jeder Zeit angewandt werden können. Aus der Selbstdefinition der islamischen Religion geht unmißverständlich hervor, daß es keinen ‚Islam ohne Scharī´a’ gibt noch geben kann. (…)“

Für einen Mensch mit Bildung und Anstand gibt es daher m.E. nur eine Konsequenz: Abschwören!

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Time am 18. Mai 2013

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1) http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article116111788/Legt-das-Kopftuch-ab.html
2) http://www.migazin.de/2013/05/17/und-taeglich-gruesst-frau-kelek/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/04/18/no-sports-no-no-sharia-sports/
4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/13/die-nadel-rausziehen/
5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/09/14/ware-lugen/

Steter Tropfen höhlt den Stein

30. Juli 2012
 

Der Counterjihad versucht zu überzeugen. Er lässt die Fakten sprechen. Rumrennen und Parolen brüllen ist die Sache des Gegners. Aber in der Sache sind Stetigkeit und Festigkeit unsere ersten Gebote. Langfristig werden wir auf diese Weise erfolgreich sein. Oft wird gesagt: „Der Mohammedanismus existiert schon seit 1.400 Jahren“, um seine Stärke und wie eine Ewigkeit dauernde Länge seiner Existenz auszudrücken. Aber alle anderen großen Religionen z.B. sind doch viele Jahrhunderte oder Jahrtausende älter. Es gibt keinen Grund, etwas nicht abzuschaffen, das schlecht für die Menschen ist, nur weil es sich seit langem etabliert hat.

Der Orientexperte der FAZ z.B., Wolfgang Günter Lerch: Ich habe ihn jahrelang wegen seiner positiven Einstellung zum Mohammedanismus kritisiert. In der letzten Zeit aber liefert er einen brauchbaren, nachdenklichen Artikel nach dem anderen ab. Er hat seine Auffassungen ganz offensichtlich geändert. Hier ist die Besprechung eines Buchs von Necla Kelek („Chaos der Kulturen. Die Debatte um Islam und Integration.“ Kiepenheuer & Witsch, Köln 2012. 254 S., 9,99 €) von ihm aus der heutigen FAZ.
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Klare Linie

Kritik der Islam-Kritik

Sogenannte Apologeten des Islams vergleichen immer die guten Seiten dieser Religion/Kultur mit negativen Aspekten des „Westens“ – identifiziere man diesen nun mit dem Christentum oder stärker mit der Aufklärung, die, nebenbei gesagt, auch ein Gutteil Christliches enthielt. Umgekehrt entfalten Islam-Kritiker ihre Argumente vor dem Hintergrund der westlichen Aufklärung, der sie einen größtenteils obskuranten Islam entgegensetzen. Der Streit wogt, gerade auch in Deutschland, hin und her. Naive „Verharmlosung“ wirft das eine Lager dem anderen vor, unverantwortliche „Panikmache“ das andere dem einen. Von Islamophilie und Islamophobie ist oft die Rede – problematische Begriffe, die (auch) als Waffe der Denunziation eingesetzt werden können.

Necla Kelek, vielfach preisgekrönt, gehört der zweiten Gruppe an: den Islam-Kritikern. Ihr Zugang zur eigenen Religion/Kultur ist ein primär soziologischer. In ihren Büchern, in vielen Reden und Artikeln – auch in dieser Zeitung – hat sie zu Fragen des Zusammenpralls zwischen islamischen Gesellschaften und der Moderne, zur Migration und auch zur Integration Stellung genommen. Der Islam, in dessen gesellschaftlichem und theologischem Rahmen sie selbst sozialisiert wurde, erweist sich in ihrer Sicht als eine Religion und Kultur mit schweren Defiziten in Bezug auf die Menschenrechte, deren Konzept freilich in der säkular-christlichen Kultur entstanden ist. Arrangierte Ehen, Zwangsheiraten, verheimlichte Polygamie, Sexismus, Beschneidung (nach dem jüngsten Urteil wieder ein Reizthema), Fremdbestimmung der Frau, autoritäres Gebaren gegenüber den Kindern, Gewalt in der Familie – bis hin zu den berüchtigten Ehrenmorden aus „verlorener Ehre“ –, dies ist der immer wiederkehrende Grundton ihrer Kritik an der eigenen, vornehmlich türkischen Kultur, an der die philosophischen Konzepte von Selbstbestimmung und individueller Freiheit, die Anthropozentrik der Moderne, vorbeigegangen sind. Der Band „Chaos der Kulturen. Die Debatte um Islam und Integration“ versammelt Artikel, Aufsätze, Vorträge, ja auch kleine Glossen und Kommentare aus den Jahren 2005 bis 2011. Islam-Kritik wird hier sehr klar dargestellt, auch als jeweilige Replik auf die – durchaus notwendige – Kritik der Islam-Kritik. Vehement wendet sich die Verfasserin gegen das Konzept „vieler Wahrheiten“, das Beliebigkeit bedeute, nicht jene Eindeutigkeit, die allein Freiheit und Menschenrechte sichern könne. Sie selbst scheint „religiös unmusikalisch“ zu sein.

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Time am 30. Juli 2012

Tote, zu tief begraben

9. November 2011

Michelangelo: Auferstehung der Toten

Einen wie stets exzellenten Beitrag lieferte Regina Mönch für die FAZ vom 7. November. Thema: Der Völkermord der Torks an den Armeniern und der Umgang der Orkeliten damit. Einmal mehr wird darin u.a. die überaus verdiente Rolle von Frau Necla Kelek für den Counterjihad deutlich. Und es wird deutlich, dass es sehr wohl sehr viele vernünftige und freundliche Menschen in der Türkei gibt, dass jedoch ihr Einfluss schwindet.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das ganz sicher als negativ bewerten kann. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das offensichtliche Umschlagen der „Arabellion“ in Schariaismus ganz sicher als negativ bewerten kann.

Einmal mehr teilt sich die Menschheit in zwei Lager – wieder wird es zu einer finalen Auseinandersetzung kommen und zu einem überlegenen und überlebendem Sieger. Glaubt jemand im Ernst, das könnte das verlumpte mohammedanistische Lager sein, welches sich den Rest der Welt unterwürfe?

Nein, dumm wie die Orks durch ihre geisteskranke Ideologie sind, haben sie dem Westen und dem Rest der Welt den Fehdehandschuh hingeworfen, und wir nehmen ihn auf unsere Weise an, setzen Zug um Zug, auch mal einen vor und zwei zurück, kein Problem, am Ende wird der Mohammedanismus gehen, mit ein paar Knällchen und dem ihm eigenen Winseln des Wüstenschakals.

Die 270 Millionen Opfer der mohammedanistischen Mörder steigen aus den Gräbern, treiben die Orks in den Wahnsinn und bringen sie dazu, sich gegenseitig selbst zu erwürgen, wie dies täglich in der Orksphäre beobachtet werden kann.

Das Wort hat Regina Mönch:

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Schwarze Löcher der Türkei

Von armenischen Großmüttern und brutaler Assimilation

Sie hätten sich treffen können in Deutschland, der türkische Verleger Ragip Zarakolu und sein Ministerpräsident Recep Erdogan. Beide waren eingeladen, wenn auch zu absolut unterschiedlichen Veranstaltungen. Doch der hochangesehene Intellektuelle aus Istanbul, dessen Bücher Erdogans Zensurbehörde immer mal wieder verbieten lässt, erreichte sein Flugzeug nicht. Er wurde verhaftet. Zarakolu sollte in Berlin und am Potsdamer Lepsiushaus Vorträge halten über die türkische Zivilgesellschaft und ihre Haltung zum Völkermord an den osmanischen Armeniern 1915. Anders als früher werden Aktivisten wie Zarakolu nicht mehr wegen Beleidigung des Türkentums verfolgt, sondern nach den diffusen Bestimmungen der Anti-Terror-Gesetze. Die Polizei beschlagnahmte in seiner Wohnung Bücher und Manuskripte zum Armeniermord und zur Christenverfolgung im Osmanischen Reich. In einem Brief an die Potsdamer Konferenz erklärt Zarakolu, seine Verhaftung sei Teil einer Einschüchterungskampagne gegen Intellektuelle und Demokraten in der Türkei.

Mit dem Verleger wurden achtundvierzig kritische Intellektuelle verhaftet, darunter auch die Verfassungsrechtlerin Büsra Ersanli (Marmara-Universität) und zuvor sein Sohn Deniz, Geschäftsführer des Belge Verlages. Seine Festnahme, schreibt Zarakolu, sei Teil der türkischen Verleugnungspolitik, die als „Maßnahme gegen die Bedrohung der eigenen Sicherheit betrachtet“ werde. Er habe in Potsdam über eine „Industrie der Völkermordverleugnung“ berichten wollen und pseudowissenschaftliche Studien, von der Regierung und ihrem „Koordinationsrat gegen die haltlosen Genozidanschuldigungen“ in Auftrag gegeben. Ob ein anderer Wissenschaftler seine Teilnahme an der Konferenz kurzfristig absagte, weil die Einschüchterung wirkt, bleibt Spekulation. Gewiss ist nur: Wer sich diesem Thema in der Türkei stellt, riskiert immer noch viel.

Für Zarakolu sprang kurzfristig die Berliner Osmanistin Elke Hartmann ein, die verschiedene Phasen der Verleugnung referierte, von der Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg bis heute. Immer wieder sei jedoch das verordnete Schweigen durchbrochen worden, etwa nach Erscheinen von Franz Werfels „Musa Dagh“ oder 1965, als überall auf der Welt Armenier auf die Straße gingen. Doch kamen die Proteste auch immer wieder zum Stillstand. Als vor einigen Jahren jedoch Fethiye Cetins Roman „Meine Großmutter“ erschien, begann das betonierte Vergessen empfindliche Risse zu bekommen. Tote, die man zu tief begräbt, sagt ein Sprichwort, kommen als Gespenster wieder. Die Türkin Cetin hatte entdeckt, dass ihre Großmutter Armenierin war. Ihr Buch wurde ein Bestseller; die Politik reagierte mit Propagandakampagnen und Geschichtsmythen. Doch die Wahrheit, so Hartmann, entfalte eigene Kräfte. Plötzlich tauchten überall in der Türkei diese „armenischen Großmütter“ auf und bevölkerten die schwarzen Löcher der Erinnerung.

Die Historikerin Ayse Gül Altinay (Sabanci-Universität Istanbul) forscht seit Jahren zu den überlebenden Frauen des Völkermords von 1915. Deren Enkel brechen wie Cetin das Schweigen und holen diese vergessene Gruppe ans Licht: Viele Frauen und Kinder wurden nach dem Morden und den Deportationen vergewaltigt, als Lust- oder Zweitfrauen in muslimische Familien oder Waisenhäuser gesteckt und dort zu wahren Türken umerzogen. Die erzwungene „Assimilation“ ging einher mit Zwangsislamisierung, Zwangsverheiratung – Auslöschung durch Konversion nennt Altinay diese Tragödie. Ein noch kaum erforschtes Kapitel des Völkermordes und des türkischen Nationalismus, das aber ahnen lässt, warum, bewusst oder unterbewusst, „Assimilation“ für türkische Politiker und deutschtürkische Großfunktionäre ein Kampfbegriff ist.

Die Soziologin Necla Kelek appellierte in Potsdam an die deutschen Türken, sich hier, ungefährdet und sicher, der Erinnerung an den grausamen Massenmord zu stellen. Wer seine Vergangenheit verliere, sagte sie, György Konrád zitierend, verliere sich selbst. Der deutsche Umgang mit der eigenen Vergangenheit sei ein Vorbild dafür. Auch Kelek konnte von einer Großmutter berichten, die zwar keine Armenierin, aber Augenzeugin der entsetzlichen Gewalt war. Augenzeugen, von denen es viele gebe, die auch zu berichten wüssten, wie sie einst unverhofft und sehr rasch zu Wohlstand gekommen waren: Sie durften den Besitz der ermordeten oder vertriebenen Armenier übernehmen.

Rober Koptas, der junge Chefredakteur der armenisch-türkischen Zeitschrift „Agos“, erinnerte an Hrant Dink, den Gründer seiner Zeitung. Viele hätten begonnen nachzudenken und die eigene Herkunft etwas genauer zu erforschen, seit Hrant Dink ermordet worden sei, weil er an 1915 erinnern wollte. Die Türkei, sagte Koptas, brauche jetzt einen Willy Brandt, um mit sich endlich ins Reine zu kommen.
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Time am 9. November 2011

Freie Unfreiheit vs. unfreie Freiheit

29. August 2011

1001 Nacht: So schön kann Sklaverei sein

Wenn ein Mensch etwas tut oder denkt oder anzieht, das völlig anders ist als das, was die anderen tun, denken oder anziehen, dann finden diese das extrem. Und jemanden, der so was macht, den nennen sie Extremisten. Die Mohammedanisten nun möchten sich gerne in vieler Hinsicht so verhalten, dass sie bei uns als extrem empfunden werden. Sie möchten aber nicht Extremisten genannt werden. Sie tun so, als ob ihr extremes Verhalten das Normalste auf der Welt wäre. Das ist eine ihrer bevorzugten Gehirnwaschmethoden.

Nein Rubina, du bist völlig normal, die Erde ist eine Scheibe und Mohammedanismus bedeutet Frieden (1).

In der heutigen FAZ gab es eine Filmkritik von Melanie Mühl zu einem Film über „das Kopftuch“, welcher gleich  um 22.35 auf Arte läuft. Der Artikel von Frau Mühl ist Orkpropaganda erster Güte, in welcher nicht nur die angeblichen „Verheißungen aus Tausendundeiner Nacht“ bemüht und die tragische Figur der unterdrückten Scheherazade ins Positive gewendet wird, nein, am Ende soll gar Hannah Arendt, die große Philosophin gegen den Totalitarismus, bezeugen, warum es ein Akt der Freiheit sei, in einem Stoffgefängnis herumzulaufen (Hannah Arendt schreibt man by the way mit einem „t“ am Ende).

Das ist ebenso absurd wie demagogisch, eben eine typische Verdrehung der Orks: Zwar ist es ein Zeichen für die Freiheit unserer Gesellschaft, dass die Mohammedanisten ihre Frauen mit den Kennzeichen ihrer totalitären Ideologie ausstaffieren und sie im öffentlichen Raum also permanent für diese demonstrieren lassen dürfen, der Akt als solcher aber ist natürlich ebenso unfrei, wie er auch gegen unsere Freiheit gerichtet ist.

Was hier bei uns an unterwürfigen oder unterdrückerischen Bedürfnissen frei ausgelebt werden kann, ist in allen Ländern der Orks mehr oder weniger unbedingte Pflicht, also alternativlos und Zwang. Anstatt sich über die Freiheit zu freuen, die wir erreicht haben, und diese durch Kooperation und Maßhalten zu ehren, bekämpfen die Mohammedanisten sie, indem sie stets auf der vollständigen Durchsetzung ihrer Interessen beharren und ihre totalitäre Gesinnung durch die ständige Präsenz ihrer Symbole offensiv zur Schau stellen. Man kann sicher sein, dass es nicht beim Kopftuch bleiben wird, das ist erst der Anfang.

Noch ein Wort zu Scheherazade (2): Diese bot sich einem bestialischen, frauenmörderischen Sultan als Opfer an, um einem mörderischen Wahnsinn ein Ende zu setzen. Das Monster hatte sich drei Jahre lang täglich mit einer neuen Frau verheiratet, die er jeweils am nächsten Morgen ermorden ließ. Es gibt in der europäischen Märchenerzählung m.W. keine Untat von dieser Dimension. Und anders als in unseren Erzählungen wird dieser abartige Massenmord auch keineswegs gesühnt: Scheherazade fesselt diesen wahren Erben von Klo H. Metzel, indem sie fast drei Jahre lang an jedem Abend spannende Geschichten erzählt, ihm aber in dieser Zeit auch drei Knaben gebärt. Dies ist der Grund, warum er sie leben lässt. Sie wirft sich ihm dankbar zu Füßen – von einer kritischen Betrachtung des grauenhaften Scheusals keine Spur, sein Verhalten wird gerechtfertigt und gilt als eines Königs würdig. Scheherazades Qualität hingegen, ihre Tugend, besteht in ihrer vollkommenen Unterwerfung.

Dies sollte man wissen, bevor man leichtfertig einen Begriff wie „Les nouvelles Shéhérazades“ in die Debatte wirft, der für Selbstbestimmtheit stehen soll. Wenn dann jedoch die Freiheit jeder Frau, sich so anzukleiden, wie sie es persönlich für richtig hält (ohne dass sie mit Vergewaltigung oder Versklavung rechnen muss), und also der Schutz der Autonomie jeder Frau über ihren eigenen Körper durch die Gesellschaft als „zügelloser Exhibitionismus“ gegeißelt wird, mag man nicht mehr an Leichtfertigkeit glauben. Die kleine Melanie kann es wohl kaum mehr erwarten, dass sie endlich selbst auf dem Sklavenmarkt feilgeboten wird. Dies würden sie und andere Dimmies dann als eine besonders edle Form von Freiheit verklären, getreu dem Motto von J. Goebbels, der über die mörderische Nazidiktatur 1934 Folgendes zum Besten gab: “Trotzdem können wir erklären, dass unsere Regierung den Gesetzen einer veredelten Demokratie entspricht.”

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Warum taugt das Kopftuch zum Kulturkampf?

Hilka Sinning öffnet uns mit ihrem
eindrucksvollen Film „Schleierhaft“ die Augen

Eine verschleierte Frau reitet auf einem überdimensionierten Schwan. Der Schwan ist weiß und das Symboltier des christlichen Abendlandes, der Schleier ist schwarz und das umstrittenste Kleidungsstück Europas. Es ist ein geniales Bild, weil es auf scheinbar idyllische Weise zeigt, woran sich erbitterte Kämpfe entzünden: an der Angst vor Überfremdung. Das Bild stammt aus Hilka Sinnings Dokumentarfilm „Schleierhaft“ – ein doppeldeutiger Titel, der zugleich ein Versprechen in sich trägt: das Versprechen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Dafür braucht es Mut, die Kopftuchfrage ist vermintes Terrain. Jeder hat eine klare Meinung dazu, die oft viel mit sturer Überzeugung und wenig mit Reflexion zu tun hat. Diese Festlegungswut offenbart unsere Angst, wir könnten dem Fremden am Ende ausgeliefert sein. Hilka Sinning ist nicht in die Ideologiefalle getappt. Sie nähert sich ihrem Gegenstand ohne Vorbehalte, getrieben vom Erkenntnisinteresse und mit einer Neugier, wie sie sonst Kindern zu eigen ist – es gibt keinen besseren Weg für ein derart heikles Thema.

Die Verhüllung hat Tradition. Frauen bedecken ihr Haar seit jeher, so verhielt es sich bereits im antiken Griechenland. Nonnen, die Bräute Gottes, tragen das Kopftuch ein Leben lang, als Zeichen ihrer Keuschheit. In mancher männlichen Vorstellung ist der Schleier eine Verheißung aus Tausendundeiner Nacht, hinter dem sich die Scheherazade-Welt verbirgt. Die einen sehen in ihm nur ein Glaubensbekenntnis, von dem nicht automatisch eine Gefahr ausgeht, die anderen ein mächtiges Werkzeug islamischer Ideologen, eine Trennwand aus Stoff zwischen Christentum und Islam. Die Frau, die ihn trägt, ist ein gedemütigtes Wesen. Ist sie das tatsächlich? Leugnet womöglich, wer sich verschleiert, die Existenz des Anderen und lehnt ein Zusammenleben mit ihm ab? Oder sollten wir, wie Claudius Seidl, Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, es tut, das Kopftuch auf die Funktion eines Kleidungsstückes beschränken?

Hilka Sinning hat Kopftuchgegner und Kopftuchbefürworter interviewt, Beobachter, Skeptiker aus Deutschland und Frankreich, wo der Kopftuchstreit besonders heftig tobt. Im vergangenen Jahr wurde in Frankreich ein Verbot der Burka erlassen und die Ganzkörperverschleierung aus dem öffentlichen Raum verbannt. Eine Entscheidung ganz im Sinne der Soziologin und Islamkritikerin Necla Kelek, für die der Schleier ein Sinnbild für die Unterdrückung der Frau ist, dessen klare Botschaft lautet: „Der Mann hat Macht über mich.“ Dort, wo Necla Kelek von Unfreiheit, von Zwang spricht, spricht die Islamforscherin Leïla Babès von Freiwilligkeit. Kein Gesetz, sagt sie, schreibe den Frauen in Europa eine Verschleierung vor. „Das freiwillige Kopftuchtragen ist mir ein Rätsel.“

Dieses Rätsel begegnet uns auf den Straßen europäischer Städte immer häufiger, besonders junge Frauen tragen das Kopftuch mit Stolz und Gespür für Mode. Als „Les nouvelles Shéhérazades“, die neuen Scheherazaden, bezeichnet die Soziologin Nilüfer Göle die jüngste Generation von Migrantinnen. Ihre Heimat ist Europa, sie sind angekommen in der Moderne und trotzdem ist das Kopftuch Teil ihrer Identität. Genau aus diesem Grund will die zwanzigjährige Sura Al-Shawk es nicht einfach ablegen, als wäre es nur ein Stück Stoff. Dass sie deshalb nicht mehr in ihrer Basketballmannschaft spielen darf, nimmt sie in Kauf. Hannah Arend sagte einmal: „Man wird zum Staatsbürger, wenn man den Mut hat, die Unterschiede in der Öffentlichkeit zu zeigen, sichtbar zu werden.“

Hilka Sinning lässt auch Künstler zu Wort kommen wie die Exil-Iranerin Shirin Neshat, deren Foto- und Videokunst sie berühmt gemacht hat. Dem Tschador setzt sie in ihren Filmen ein visuelles Denkmal. Ihre schwarzen Silhouetten sind mittlerweile Kunst-Ikonen.

Wie sehr der weibliche Körper in der westlichen Welt in den vergangenen hundert Jahren entschleiert, geradezu entkleidet worden ist, daran erinnert die Kulturhistorikerin Christina von Braun. Die H&M-Bikini-Plakate, die die Kamera einfängt, sind deshalb so gute Beispiele, weil sie allein schon wegen ihre gigantischen Größe irritieren – ganz abgesehen von der makellosen, porenfreien Haut, die sie zeigen. Der Schleier wäre in diesem Sinne ein Gegengewicht zum zügellosen Exhibitionismus. Man muss Christina von Braun gar nicht in allem zustimmen, aber ihre Gedanken geben einen wichtigen Anstoß, noch einmal über die Frage nachzudenken, wo Freiheit beginnt und wo sie aufhört. Hilka Sinning hat einen eindrucksvollen Dokumentarfilm gedreht. Er nimmt Abschied von einer Eindeutigkeit, die es in Wahrheit nie gegeben hat.

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Time am 29. August 2011

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1) http://www.aggromigrant.com/2011/08/26/rubina-ich-bin-nicht-extremistisch/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/29/1001-nacht/

Leserbrief-Counterjihad (#17)

25. August 2011


Der folgende Leserbrief aus der FAZ vom 15. August von Dr. med. Hedwig Roggendorf referiert auf den Balci-Skandal (1), der wiederum eng mit Dr. Thilo Sarrazins Buch verbunden ist. Für Counterjihadis enthält er keine überraschenden Neuigkeiten, aber es ist doch sehr schön zu sehen, wie Thesen des Counterjihad inzwischen von Fachkompetenzen aufgenommen, bestätigt und in die Gesellschaft zurückgegeben werden.

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Thilo Sarrazin spricht für Lehrer und Ärzte

So ungeheuerlich die Vorgänge um die Journalistin Güner Balci sind, die Frank Schirrmacher („Eine Falle namens Thilo Sarrazin“, s.1) beschreibt, so wenig hilfreich sind seine Schlüsse und Schuldzuweisungen daraus. Die Falle heißt nämlich nicht Thilo Sarrazin. Nein, die Falle ist der weiterhin praktizierte Kuschelkurs bei fehlendem Integrationswillen, den auch Ihr Feuilletonchef Patrick Bahners in seinem Buch „Die Panikmacher“ einfordert. Hier wie dort findet die Integrationsdebatte aus der sicheren Position des Zuschauers und aufgrund positiver Erfahrungen mit gut integrierten Migranten aus Asien, Iran und dem türkischen Anwalt statt. Sarrazin hat sein Buch stellvertretend für alle geschrieben, die sich an der Basis um die Integration ihrer Mitbürger bemühen: Erzieherinnen, Lehrer, Ärzte und Richter, welche nicht die Zeit haben, ihre täglichen Erfahrungen zu beschreiben. Kein Wunder also, dass dieses Buch ähnlich wie die Bücher von Necla Kelek und Kirsten Heisig die Wahrnehmung des Integrationsproblems in diesen Berufsgruppen widerspiegelt.

Möglicherweise hat Sarrazins Buch einige Unschärfen im Bereich der Vererbung der Intelligenz, dies kann jedoch keinesfalls die Ablehnung des gesamten Buches in Bausch und Bogen rechtfertigen. In Deutschland ist es üblich und allgemein bekannt, dass unter Verwandten keine Ehen geschlossen werden. Hintergrund ist, dass bei Vorliegen einer genetisch bedingten Krankheit ein sehr hohes Risiko besteht, dass sich diese bei den Kindern auch manifestiert. In vielen muslimischen Ländern ist es jedoch Usus, dass Cousin und Cousine ersten Grades heiraten. Dies findet nun auch in Deutschland häufig statt. Das Ergebnis ist eine überdurchschnittlich hohe Rate an mehrfach behinderten Kindern, welche im günstigsten Fall nur mit einer Lernbehinderung zu kämpfen haben. Davon legen die Archive der humangenetischen Ambulanzen und der Gesundheitsämter ein beredtes Zeugnis ab. Dieses Faktum wird von Kulturidentitätsromantikern jedoch gerne ausgeblendet. Abgesehen vom persönlichen Leid der Kinder und deren Familien, tragen diese Eheschließungen nicht dazu bei, dass der Intelligenzpool in Deutschland größer wird. Hier wäre eine sachliche Aufklärung bereits in der Schule beziehungsweise Koranschule oder in islamischen Zentren angezeigt.

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Time am 25. August 2011

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1) http://www.faz.net/artikel/C30673/die-affaere-guener-balci-eine-falle-namens-thilo-sarrazin-30474476.html