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Macht Bulgarien dicht!

22. Dezember 2013

Bulgarien

Auch Ork-Kinder können niedliche Kinder sein

Ann-Dorit Boy ist schon durch ihre undifferenzierte Berichterstattung zum russischen Nazislahmproblem aufgefallen (1). Heute bringt „FAZ.net“ einen Artikel von ihr über das bulgarische Nazislahmproblem, und einmal mehr nimmt man Frau Boys Parteilichkeit für die mohammedanistischen Invasoren wahr (2).

Die Abneigung der Einheimischen, die 500 Jahre lang unter der torkischen Knute leben mussten und vor erst 137 Jahren den letzten Genozid durch die Torks mit 15.000 bis 60.000 Toten und Hunderttausenden von Versklavten erleben mussten (3), wird als „Rassismus“ verunglimpft, und das ist exakt der Sprachgebrauch der deutschen Ork-Kommissare.

Dass ein algerischer Asylant eine Bulgarin abstechen wollte, ist für sie kein Problem, sondern dass daraufhin Bürgerwehren gebildet wurden.

Es ist für sie auch ein Problem, dass die Orks in einer „zugigen“ Schule untergebracht wurden und sich mit 140 anderen Orks eine Toilette teilen müssen – so wie die bulgarischen Schülerinnen und Schüler, die hier vor einigen Jahren noch unterrichtet wurden.

Es ist für sie kein Problem, dass den Barbaren erst beigebracht werden musste, dass man seinen Müll nicht einfach irgendwo hinschmeißt, aber es ist für sie ein Problem, dass Bulgarien Studiengebüren erhebt.

Die exzellente Arbeit unserer bulgarischen Freunde, die ja wirklich derzeit nicht auf der Sonnenseite der Welt leben, wertet sie als unzureichend ab. Warum die Orks nicht in der Torkei bleiben, wo es doch angeblich so rasant bergauf geht, und wo sie unter Gleichgesinnten wären, fragt Frau Boy nicht.

Sie möchte ganz sicher gaaanzgaaanz vieeelevieeele Orks in Deutschland wissen.

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Syrische Flüchtlinge in Bulgarien

Unerwünschte Gäste im Armenhaus

Der Ansturm Tausender syrischer Flüchtlinge hat Bulgarien unvorbereitet getroffen. Das Land braucht die Hilfe der EU und muss gegen Rassismus kämpfen.

Gewünscht hat sich das alles niemand. Azab Zwareey, die syrische junge Mutter, wollte nicht mit ihren fünf Kindern und dem halbwüchsigen Neffen in einem ehemaligen Schulgebäude am Rand der bulgarischen Hauptstadt Sofia stranden. Ganz sicher wollte sie nicht von sieben Euro am Tag die ganze Sippschaft ernähren müssen und sich die Etagentoilette mit 140 anderen Flüchtlingen teilen. Sie hat nicht gewollt, dass ihre Kinder gelangweilt herumsitzen, anstatt zur Schule und zur Universität zu gehen.

Die bulgarischen Behörden haben nicht gewollt, dass Tausende Syrer aus dem türkischen Wald in ihr Land strömen. Sie wollten keine Notunterkünfte aus dem Boden stampfen und den eigenen armen Leuten erklären müssen, warum sie Geld für Fremde ausgeben. Die meisten Bulgaren möchten ohnehin keine Ausländer aufnehmen. Das steht in Umfragen. Azab Zwareey hat es zu spüren bekommen, als vor ein paar Wochen nachts ein Stein durch das Fenster flog, vor dem die Betten ihrer Familie stehen. Der Brocken verfehlte den Kopf ihrer ältesten Tochter nur knapp. Doch Zwareey hatte keine Wahl.

Angst vor dem Bleiben wächst

Als im Juni dieses Jahres Truppen des syrischen Präsidenten Assad und Rebellen begannen, sich um ihre Heimatstadt Homs eine Schlacht zu liefern, wog die Angst vor dem Bleiben plötzlich schwerer als die Angst vor der Flucht. „Ich wollte meine Kinder in Sicherheit bringen“, sagt die lebhafte, kleine Frau mit dem grauen Kopftuch. Zwareey ist 32 Jahre alt, spricht genug Englisch, um sich verständlich machen zu können, und gestikuliert dazu wild. Sie brachen auf, der Mann nach Libyen, die anderen in Richtung Europa. Drei Monate dauerte die Reise. Im September, sagt Zwareey, habe sie mit den weinenden Kindern im Wald an der bulgarischen Grenze gesessen. Wie viel sie Schleppern bezahlen musste, verrät sie nicht. Irgendwann fassten sie Mut und liefen los.

Familie Zwareey ist Teil jener Welle von Flüchtlingen, die Bulgarien in diesem Spätsommer und Herbst überrollt hat. In den vergangenen Jahren kamen im Schnitt tausend Personen über die kaum gesicherte Landesgrenze. Doch in diesem Jahr waren die 1200 Aufnahmeplätze in den drei Asylbewerberzentren des Landes schon nach wenigen Monaten voll. Bis zum Sommer kamen monatlich Hunderte, im August plötzlich mehr als 1000, im September 2300 und im Oktober allein gar 3600 Flüchtlinge, drei Viertel davon aus Syrien. Dann brach endgültig Chaos aus.

Die Staatliche Agentur für Flüchtlinge wusste sich nicht mehr zu helfen. Man steckte Hunderte Familien in Busse und fuhr sie zu leerstehenden Militärgebäuden und Schulen in Grenznähe und in der Hauptstadt. Binnen Wochen entstanden vier neue Zentren. Das zugige Schulhaus an der autobahnartigen Ausfallstraße in Sofias Stadtteil Wraschdebna, zu dem die Zwareeys gebracht wurden und in dem sie bis heute leben, war sechs Jahre lang nicht mehr genutzt worden. Es gab keinen Strom, keine Heizung, kein fließendes Wasser, keine Türen vor den Toiletten, keinen Ansprechpartner – und vor allem kein Essen. Nach einigen Tagen ließen die Behörden zumindest Helfer des Roten Kreuzes hinein, die Notrationen und Kleider verteilten.

Das EU-Mitglied Bulgarien ist verpflichtet, Flüchtlinge zu versorgen. Aber Essen gibt die Regierung nicht aus. Stattdessen zahlt sie jedem, sobald er registriert ist, 65 Lewa (umgerechnet 33 Euro) im Monat. Weil es aber zu wenige Beamte und noch weniger Dolmetscher gibt, zieht sich die Registrierung der Flüchtlinge tage- und wochenlang hin. Noch immer warten Hunderte der insgesamt 8800 Flüchtlinge, die sich zurzeit in Bulgarien aufhalten, auf ihre Registrierung – und damit auf ihr Essensgeld und Zugang zu medizinischer Behandlung. Gut 4000 Asylbewerber leben in den Aufnahmezentren, 4600 haben sich unter privaten Adressen angemeldet, die ihnen teilweise von windigen Geschäftemachern verkauft werden.

Bulgarien war unvorbereitet

Eigentlich hätte Bulgarien mit dem Ansturm rechnen müssen. Seit dem Jahr 2007 liegt das Land an der Außengrenze der EU. Und seit im vergangenen Jahr ein Zaun entlang der griechisch-türkischen Grenze errichtet wurde, ist Bulgarien die billigste und praktikabelste Eintrittspforte für Flüchtlinge, die Europa vom Nahen Osten aus auf dem Landweg erreichen wollen. Die Preise der Schlepper schwanken. Auf dem Tiefpunkt konnte man für ein paar hundert Euro je Kopf nach Bulgarien gelangen. Trotzdem war Bulgarien unvorbereitet. Anfang Oktober entließ der Innenminister den Leiter der Flüchtlingsagentur, weil er „die Kontrolle verloren“ habe. Jener beteuert allerdings, er habe lange vor dem gewarnt, was jetzt eingetreten sei.

Der neue Chef der Agentur, Nikolai Tschirpanlijew, ist ein ehemaliger Oberst der bulgarischen Armee. Er hat in allen Aufnahmezentren ehemalige Kameraden als „Kommandanten“ eingesetzt. Sie sollten durchgreifen und Ordnung schaffen. Im Sofioter Quartier seiner Agentur wirkt Tschirpanlijew recht zufrieden mit seinem Erfolg. Die Flüchtlinge räumten jetzt ihren Müll selbst weg, sagt er. Und alle hätten inzwischen ein Dach über dem Kopf und eine Heizung. Sicher, sagt er, 65 Lewa seien zum Leben zu wenig. Aber dies sei nun einmal der Satz, den hilfsbedürftige bulgarische Bürger bekämen. „Wenn wir den Flüchtlingen mehr geben als den eigenen Leuten, das wäre doch Diskriminierung!“

Am schwierigsten ist die Situation im Großlager Harmanli, einem ehemaligen Militärstützpunkt 50 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Dort leben 1400 Flüchtlinge, einige noch bis vor kurzem in Zelten. Da Harmanli ein geschlossenes Lager ist, sind die Bewohner auch nach der Registrierung auf Essen angewiesen. Das Rote Kreuz half aus, aber die Wochenrationen reichten anfangs kaum. Im November besuchte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, das Lager. Seitdem liefert die UN-Organisation ein warmes Essen pro Tag. Guterres rief die EU auf, Bulgarien zu unterstützen. Nun hat Brüssel 5,6 Millionen Euro bereitgestellt. Mehrere europäische Länder spendeten, der deutsche Botschafter brachte eine Fuhre Hilfsgüter nach Harmanli.

Nur eine Transitstation

Im Zentrum von Wraschdebna, wo die Zwareeys leben, hat sich inzwischen manches verbessert. Die Zentralheizung funktioniert, vor den Toiletten wurden Kunststofftüren angebracht, der Strom fällt nur noch selten aus. Die Familien haben sich in den ehemaligen Klassenzimmern durch Vorhänge aus Laken kleine Kuben von Privatheit geschaffen. Drei Viertel der 407 Flüchtlinge in der alten Schule sind Syrer, die anderen stammen überwiegend aus Palästina und Afghanistan. Durch das Treppenhaus toben ständig kleine Kinder. Seit einer Woche ist ein älterer Arzt da. Bald soll es auch ein Spielzimmer, Sportgeräte und Fernseher geben.

Doch das alles mache es nicht zu einem Leben, sagte Majdouleen, Azab Zwareeys älteste Tochter. Tag für Tag sitzt die Achtzehnjährige mit den Geschwistern in dem Zimmer am Ende von Sofia. In Syrien hat sie an einer Technischen Universität studiert, wollte Ingenieurin werden. „Hier will die Universität 5000 Euro von uns haben, damit meine Tochter überhaupt studieren kann“, wirft ihre Mutter klagend ein. Ob es in Deutschland auch Studiengebühren gebe, will Majdouleen wissen. Und ob dort auch ihre Geschwister zur Schule gehen dürften?

Die bulgarischen Behörden machen sich keine Illusionen darüber, dass ihr Land – zumindest in der Wunschvorstellung vieler Flüchtlinge – nur eine Transitstation ist. „80 Prozent von denen glauben, dass man sie nun nach Deutschland einlädt“, sagt der ehemalige Oberst Tschirpanlijew. Die Syrer wüssten gar nicht, dass sie – solange sie in der EU sind – alle drei Monate in Bulgarien vorstellig werden müssten. Die Dependance des UN-Flüchtlingskommissariats in Sofia moniert den Mangel an Bemühungen um die Integration der Ankömmlinge. Hilfe bei der Arbeitssuche und Sprachunterricht würden benötigt. Das bisher existierende Integrationsprogramm war für weniger als hundert Flüchtlinge im Jahr ausgelegt.

1400 bulgarische Grenzschützer

Die Regierung hat es indes zum obersten Ziel erklärt, den Zufluss zu stoppen. Wasil Marinow, stellvertretender Innenminister, spricht von einem „Notfallplan“, mit dessen Hilfe vorerst nur noch maximal tausend illegale Grenzübertritte im Monat zugelassen werden sollen. An einem 33 Kilometer langen Abschnitt der 274 Kilometer langen Grenze zur Türkei wird gerade ein Zaun gebaut. Anderswo überwachen Wärmekameras das Gelände. Wenn sich Flüchtlinge nähern, rufen die Bulgaren die türkischen Grenzschützer an. Die haben die Pflicht, sie zurückzuhalten, waren aber am Wochenende oft nachlässig. Bulgarien hat inzwischen 1400 eigene Grenzschützer abgestellt. Seitdem ist die Zahl der Flüchtlinge gesunken; im Dezember kamen bisher gut 300. Das könnte auch an der Kälte liegen oder daran, dass die Flüchtlinge, die in den bulgarischen Notunterkünften leben, Freunde und Verwandte warnen.

Im Innenministerium in Sofia macht man sich Gedanken darüber, wie es weitergehen soll, wenn die Nato Afghanistan verlässt. „Es ist sehr gut möglich, dass wir auch noch von dort Druck bekommen“, sagt Marinow. Er meint soziale Nöte durch die Flüchtlinge, verhehlt aber auch nicht die Gefahr, dass sich Terroristen auf den Weg nach Westen machen könnten. Selbstverständlich nehme man gemäß der Dublin-III-Verordnung die Fingerabdrücke der Asylsuchenden und speichere sie in das System Eurodac. „Wir erfüllen unsere Pflicht und haben uns damit selbst in Bedrängnis gebracht,“ sagt Marinow. Das Beste für Bulgarien wäre es, wenn sich die EU auf ein System einigen könnte, das die Lasten – nicht nur finanziell – besser verteilt. Innenminister Zwetlin Jowtschew hat auch schon wissen lassen, wie ungerecht er es findet, dass Bulgarien den Grenzpolizisten der Gemeinschaft spielen müsse und selbst nicht einmal zum Schengen-Raum gehören dürfe.

Die EU will künftig mehr irreguläre Einwanderer in die Türkei zurückschicken und hat dafür gerade ein Rückübernahmeabkommen mit Ankara geschlossen. Es soll Migranten betreffen, die keinen Anspruch auf Asyl haben oder die keines suchen. Die EU trägt die Kosten, auch für den Bau von Auffanglagern in der Türkei. Flüchtlingsorganisationen kritisieren die Rücksendung, weil die Flüchtlinge in der Türkei keinen Anspruch auf Asyl im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention haben. Das bulgarische Parlament beschäftigt sich unterdessen mit einer Gesetzesnovelle, die Flüchtlinge in ihrer Bewegungsfreiheit weiter einschränken könnte, was das UN-Flüchtlingskommissariat scharf kritisiert. Noch darf Azab Zwareey mit ihren Kinder zwischen 6 und 22 Uhr durch die bulgarische Hauptstadt spazieren. Sie tun es aber nie – aus Angst.

„Die hassen Araber hier“, sagt Zwareey. In den vergangenen Wochen gab es mehrere brutale Überfälle auf Ausländer. Als Anfang November ein algerischer Asylbewerber eine junge Verkäuferin mit einem Messer schwer verletzte, wuchs die Wut auf die Fremden noch mehr. Die Medien berichteten ausführlich über die ausländische Gefahr. Kurzzeitig patrouillierten Bürgerwehren, denen die Polizei Einhalt gebot. Dann griffen 20 Jugendliche mit Messern und Ketten drei Asylbewerber an und richteten sie übel zu; zwei von ihnen waren Syrer. Die Sicherheitskräfte drücken bei solchen Straftaten ein Auge zu, erzählen viele Beobachter in Sofia. Und die rechtsradikale Ataka-Partei, die im Parlament die Regierung toleriert und deshalb an Zuspruch verloren hatte, meldet in diesen Tagen wieder gewaltigen Zulauf.

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Time am 22. Dezember 2013

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/10/14/ware-es-nicht-besser-wenn/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/syrische-fluechtlinge-in-bulgarien-unerwuenschte-gaeste-im-armenhaus-12719354.html
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Bulgarischer_Aprilaufstand_1876