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Jihad gegen sich selbst

8. September 2010

Als der Jihad baden ging…

Viele Pakistaner sind der Ansicht, der Westen sei – Stichwort Klimakatastrophe – an der verheerenden Flut schuld. Andere sagen, sie sei eine Strafe Allas. Beides ist natürlich Humbug, der Westen wird ja einerseits für alles verantwortlich gemacht, was den Orks misslingt (und das ist nicht eben wenig), Alla hingegen, den Gott, der die Mohammedanisten hasst, gibt es gar nicht. In der gestrigen FAZ machte Leserin Maria Arenz auf einen interessanten Aspekt der Katastrophe aufmerksam.

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Bevölkerungsexplosion

Die im Leitartikel „Pakistan über Wasser halten“ (1) aufgezählten Voraussetzungen und Begleitumstände der Katastrophe sind zweifellos korrekt beschrieben. Es fehlt jedoch eine wesentliche Ursache, die allein schon das unvorstellbare Ausmaß der Folgen erklärt: es ist die ungeheure Überbevölkerung des bewohnbaren Teils von Pakistan. Das Land hat allein in den letzten fünfzig Jahren seine Bevölkerung mehr als vervierfacht, und da praktisch die Hälfte der Landesfläche wegen extremer Trockenheit nicht bewohnbar ist, sind die Flussebenen über weite Strecken auch dort besiedelt worden, wo Erfahrung und gesunder Menschenverstand frühere Generationen davon abgehalten haben, sich niederzulassen.

Die Gewinnung ausreichend sicheren Siedlungslandes wenigstens in Teilen dieser Flussniederung wäre grundsätzlich sicher möglich. Dazu brauchte es aber eine aufgeklärte, disziplinierte und für Technik und ihre Voraussetzungen aufgeschlossene Bevölkerung wie die Niederländer, die dem Meer mit ausgeklügelten Deich- und Entwässerungssystemen einen großen Teil ihres Staatsgebiets abgerungen haben. Ein Volk jedoch, das auch sechzig Jahre nach seiner Unabhängigkeit noch in derart hoffnungsloser Rückständigkeit verharrt, weil es von reaktionären Feudalherren, korrupten Politikern, islamistischen Fanatikern und einem übermächtigen Militär beherrscht wird, das nach wie vor den weitaus größten Brocken des Bruttosozialproduktes für sich beansprucht, wird auch mit noch so viel Geld von außen keine Voraussetzungen dafür schaffen können, dass dieses Geld in die richtigen Zukunftsinvestitionen fließt.

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Hier sieht man anschaulich, dass die Orks den Jihad in erster Linie gegen sich selbst führen – und zwar auch den demografischen.

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Time am 8. September 2010

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1) http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E917299AB583D40E998AB73A4313984C8~ATpl~Ecommon~Scontent.html

EDLE Paschtunen

6. Mai 2009

Lesen Sie zunächst einen Artikel von Daniel Gerlach aus der FAZ vom 28.04.2009, in dem wir Churchill (vor dem „River War“, 1) in Afghanistan begegnen:

Der verrückte Fakir und die Taliban

Winston Churchill scheute keinerlei Herausforderungen, es sei denn, sie waren sportlicher Natur. Doch zwei Monate vor seinem 24. Geburtstag lernte Churchill, die Beine in die Hand zu nehmen, wenn ein ehrenvoller Zweikampf keinen Aussicht auf Erfolg versprach.

An einem heißen Tag im September 1897 stand Churchill auf einer Anhöhe in der Provinz Malakand im Nordwesten des heutigen Pakistan und sah einen paschtunischen Stammeskrieger mit gezogenem Dolch auf sich zumarschieren. Churchill zog die Pistole, schoss zweimal daneben und gab Fersengeld, bis er eine versprengte Truppe britischer Infanteristen erreichte, die ihm das Leben rettete.

Ohne diesen Spurt hätte die Geschichte Großbritanniens womöglich einen anderen Verlauf genommen. Damals war Churchill Frontberichterstatter für britische Zeitungen und „eingebettet“ in die Malakand Field Force – ein britisches Expeditionskorps, das ausrückte, um die aufständischen Stämme in der Nordwestprovinz des Kronkolonie Indien zur Räson zu bringen.

Dieser Kolonialkrieg trug sich in etwa dort zu, wo heute die pakistanische Armee gegen die Taliban und mit ihnen verbündete Clan-Milizen kämpft: Buner, Malakand, das Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan und das – bei Wanderurlaubern einst sehr beliebte – Swat-Tal.

Dieses unwegsame Gebiet ist durchzogen von Gebirgsketten, deren Topografie sich bestenfalls mit Hilfe eines Helikopters erschließen lässt. Um die Mentalität ihrer Bewohner zu begreifen, ist diese Perspektive allerdings nicht hilfreich.

In Pakistans Nordwesten franst staatliche Herrschaftsgewalt aus. Lange vor der bedrohlichen Offensive der Taliban haben sich die Bewohner dieses Gebiets staatlicher Kontrolle erfolgreich widersetzt. Das aus einem Notstand geborene Misch-System der „föderal verwalteten Stammesgebiete“ stärkte das Selbstbewusstsein der dortigen Paschtunen.

Pakistanische Machthaber jeglicher Couleur, ob Militärdiktator Zia ul-Haq oder Premierministerin Benazir Bhutto, förderten den paschtunischen Nationalismus im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet, denn auf diese Weise hofften sie, ihren Einfluss im benachbarten Afghanistan zu vergrößern. Inzwischen haben die Strategen in Islamabad eingesehen, dass sich die „paschtunische Karte“ gegen sie gewendet hat.

Was westliche Beobachter befremden mag, ist nicht die sprichwörtliche Sturköpfigkeit der Paschtunen, sondern der bemerkenswerte Erfolg der radikalen, islamistischen Fanatiker in ihrem Gebiet. Selbst alteingesessene, mächtige Clanführer, die den Taliban lange kritisch bis feindselig gegenüber standen, mussten sich den Extremisten beugen.

Tatsächlich ist der mittelalterlich anmutende Islam der Taliban und ihrer Verbündeten in der Nordwestprovinz kein neues Phänomen, geschweige denn auf Usama bin Ladens Präsenz zurückzuführen. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts brachten Prediger den Wahhabismus nach Britisch-Indien und verbreitet damit das Gedankengut einer radikalen Sekte, die allein den wörtlichen Koran als Grundlage politischen Handelns anerkannte und durch eine überaus aggressive Dschihad-Rhetorik von sich reden machte.

Der Hass der Wahhabiten richtete sich zwar auch gegen die imperialistischen Europäer, vor allem aber gegen die muslimische Mehrheit, die einen zum Teil sehr farbenfrohen, von anderen Kulturen beeinflussten Islam lebte. Insofern hatten und haben die Wahhabiten keine moralische Not damit, andere Muslime umzubringen.

Es konnte damals niemanden verwundern, dass sich der Wahhabismus in der multikulturellen Welt des indischen Subkontinents nicht durchsetzte, außer bei den Paschtunen-Stämmen im Nordwesten. Denn in ihrer Lebensweise besaßen sie bereits viele Gemeinsamkeiten mit den Beduinen der Arabischen Halbinsel.

Einige Mullahs reisten, mithilfe europäischer Dampfschifflinien, zum Koranstudium nach Arabien und kamen dort mit dem Wahhabismus in Berührung. Diese Ideologe schien wie zugeschnitten auf Muslime, die keinen Zugang zu Bildung hatten und dem aus ihrer Sicht dekadenten, städtischen Leben Geringschätzung entgegen brachten.

Ironischerweise waren die wenigsten Paschtunen imstande, den Koran, dessen wörtliche Auslegung ihnen die Prediger ans Herz legten, überhaupt zu lesen.

Nach dem so genannten Sepoy-Aufstand gegen die Briten in Indien im Jahr 1857 fanden militante Muslime aus anderen Teilen Indiens in den Stammesgebieten Zuflucht und genossen das Gastrecht der Paschtunen in etwa so, wie viele Jahrzehnte später Bin Ladens arabische Kämpfer. Der Wahhabismus vermengte sich mit dem so genannten Paschtunwali, dem Ehrenkodex der Paschtunen. Hinzu kam, dass die Briten Ende des 19. Jahrhunderts mehrmals versuchten, ihre Macht auf Afghanistan auszudehnen – nicht allein, um ihre Nordwestgrenze zu stabilisieren, sondern weil sie fürchteten, dass die Russen ihnen dabei zuvorkommen könnten.

Zu Recht (?, T.) empfand der Afghanen-Emir Abdurrahman dies als Bedrohung und stachelte die Paschtunen tatkräftig gegen die Briten auf. Die radikalen Mullahs, die in dieser Zeit immer wieder in der Nordwestprovinz auftauchten, passten ihm bestens ins Konzept. Ein gewisser Mullah Sadullah, den die Briten den „verrückten Fakir“ nannten, verkündete den bevorstehenden Untergang des Empires und setzte sich an die Spitze eines Aufstands. Der Fakir renommierte mit seiner angeblichen Unverwundbarkeit und der britische Generalstab sandte nun 40.000 Mann, um die Paschtunen vom Gegenteil zu überzeugen.

Den Gurkhas, Sikhs und Highlanders im roten Rock machte niemand etwas vor, wenn auf gebirgigem Terrain gefochten wurde. Doch Kriegskorrespondent Churchill beobachtete, wie schwer sich die hochgerüstete Armee mit der asymmetrischen Kriegführung der Paschtunen tat. Angesichts der vielen Soldaten, die in der Septemberhitze bluteten und schwitzen, sah sich Churchill mit der erbärmlichen Kehrseite des Imperiums konfrontiert: „Was sind wir doch selbst für Schatten und was für Schatten rennen wir nach“, schrieb er mit den Worten des Dichters Edmund Burke.

Grimmig entschlossen marschierten die Briten in die Berge. Das Bild des Pfeifers George Findlater, der mit einer Kugel in der Schulter und einem durchschossenen Knöchel begeistert in seinen Dudelsack blies, um die Highlanders zur Attacke anzufeuern, mochte die Paschtunenkrieger befremden – ebenso wie Churchill der Anblick jenes „Wilden“, der ihm, nur mit einem Dolch bewaffnet, geradewegs vor den Lauf seiner Pistole rannte.

Damals wie heute existierte ein Widerspruch zwischen der endzeitlichen Dschihad-Rhetorik der Mullahs und den Interessen der Stämme, die sich ihnen angeschlossen hatten: Letzteren ging es nicht darum, die Ungläubigen aus ganz Indien zu vertreiben. Im Gebirge besaßen sie gute Chancen, eine Übermacht so sehr zu frustrieren, dass sie sich zurückzog.

Im offenen Feld, etwa in den Ebenen des Punjab oder dort, wo heute die pakistanische Hauptstadt Islamabad liegt, wären sie chancenlos gewesen. Und obwohl die Situation heute eine andere ist als vor rund 112 Jahren, so ähnelt das militärische Kräfteverhältnis zwischen der pakistanischen Armee und der Stammesallianz der Taliban doch den damaligen Zuständen.

Die Clan-Chefs in Swat, Buner und Mohand sind auch heute in der verzwickten Lage, zwischen den radikalen Kräften auf der einen Seite und einer bedrohlichen Staatsmacht auf der anderen Stellung zu beziehen. Einige sind mit den Taliban verschwägert, aber nicht alle heißen sie willkommen, ebenso wie damals viele Patriarchen den Fanatismus der Wahhabiten als Anmaßung empfanden. Denn deren Bewegung verhinderte nicht nur eine pragmatische Politik, sondern schwächte unter Umständen, wie heute die Taliban, die traditionellen Autoritäten.

Im Herbst 1897 stand den Briten nicht der Sinn nach Kompromissen, und die von Churchill informierte öffentliche Meinung schien sie darin zu bestärken. Nach wochenlangen Kämpfen brachen sie den Widerstand der Paschtunen. Der verrückte Fakir hatte sich aus dem Staub gemacht und viele Stammesführer suchten den Glimpf mit Großbritannien. Es sollte jedoch das (bisher, T.) einzige Mal bleiben, dass eine fremde Armee die Paschtunen auf ihrem eigenem Terrain besiegte.

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An der FAZ schätze ich auch besonders das Engagement und die Informiertheit ihrer Leserbriefschreiber, zu denen häufig Größen aus Politik und Wirtschaft gehören, wie zB. Otto Graf Lambsdorff, Theo Waigel uvam. Lesen Sie einen Kommentar zum vorstehenden Aufsatz von Jan Caspers aus der FAZ vom 6. Mai:

Die anderen Paschtunen

Daniel Gerlach ist für den Versuch, in seinem Artikel „Der verrückte Fakir und die Taliban“ die Mentalität der Paschtunen über die Hubschrauberperspektive hinaus historisch zu verstehen, grundsätzlich zu loben. In zwei Punkten wäre allerdings ein Nachtrag angebracht.

Zum einen war schon in der britischen Kolonialverwaltung umstritten, ob beziehungsweise inwieweit der afghanische Emir Abdur Rahman Khan, außenpolitisches Mündel der Briten und Träger der höchsten britischen Auszeichnung in Indien, den Aufstand von 1897/98 unterstützt hat. Auf jeden Fall war er, obgleich selbst Paschtune, aktiv an der Aushandlung der Durand-Linie beteiligt, die bis heute die paschtunischen Stammesgebiete zwischen Pakistan und Afghanistan zerteilt. Vor dem Hintergrund der damaligen imperialistischen Interessen (sowie aktueller politischer Allianzen) muss die scheinbare und tatsächliche Unabhängigkeit eines lokalen Herrschers immer genauer hinterfragt werden.

Zum anderen versäumt Gerlach, dem Stereotyp des ewigen Kriegervolkes, das sich für unbesiegbar hält und aufgrund seiner Weltfremdheit schon im neunzehnten Jahrhundert dem Wahhabismus anheimfiel, ein Gegenbeispiel entgegenzusetzen: 1929 gründete Khan Abdul Ghaffar Khan, paschtunischer Adliger und Mitstreiter Gandhis, mit den Khudai Khidmatgar oder „Dienern Gottes“ eine waffenlose Armee von zeitweise mehr als 100.000 paschtunischen Männern und Frauen, die auf der Grundlage des Korans und des Paschtunwali-Ehrenkodex – von Gerlach in dieser Kombination nur als Nährboden für Extremismus erwähnt – den britischen Kolonialherren über zehn Jahre gewaltfreien Widerstand leisteten und für die Unabhängigkeit Indiens kämpften. Die Rothemden, wie sie nach ihrer Uniform genannt wurden (Fraueneinheiten trugen schwarze Uniformen), schworen einen Eid der Gewaltlosigkeit und Gemeinnutz, gründeten ein weitverzweigtes Netz von Schulen und stellten sich, selbst unbewaffnet, bewaffneten Einheiten der Briten entgegen. Die Kolonialverwaltung reagierte mit Massenverhaftungen, Folter und Luftangriffen auf paschtunische Dörfer, nach Beginn des Zweiten Weltkrieges vor allem auch mit schwarzer Propaganda, die eine Kollaboration mit Gandhis hinduistischer Unabhängigkeitsbewegung als unislamisch anprangerte. Nach der Staatsgründung von Pakistan wurden die Khudai Khitmatgar von der neuen Obrigkeit verboten; Ghaffar Khan, der insgesamt 33 Jahre in britischen und pakistanischen Gefängnissen verbrachte, starb 1988 in Peschawar, noch immer unter Hausarrest.

Vor dem Hintergrund einer bewaffneten Intervention, die erklärtermaßen eine gesellschaftliche Erneuerung Afghanistans zum Ziel hat, ist es unbedingt anzuraten, sich nicht allein britischer Quellen zu bedienen, in denen von paschtunischen Stammeskriegern mit gezogenem Dolch und reicher Ernte an Hass und Rache geredet wird, sondern auch dieses Beispiel von Paschtunen zu nennen, die friedlich und unter großen Opfern für ihre berechtigten Interessen stritten.

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… die auf der GRUNDLAGE des KORANS… den britischen Kolonialherren über zehn Jahre GEWALTFREIEN Widerstand leisteten…“, hier geriet ich ins Stocken. Ich bin zwar begeistert über den gewaltfreien Widerstand, den ich dort nicht für möglich gehalten hätte, aber dieser auf der Grundlage des KORANS? Unglaublich! Der KORAN und GEWALTFREI? Albrecht… DÜRERfrei, Rock ohne ROLL, Heavy ohne METAL? Mag sein, dass es das GIBT, die Welt ist groß, und nicht jeder Afghane ist ein Windhund, jedoch scheint mir ein BEWEIS dafür – wie zB. eine SAMMLUNG DER WEISSEN STELLEN DES KLORANS – noch auszustehen! Ich, der ich bereits viermal den Kloran komplett gelesen habe, fürchte, es GIBT keine „weissen“ Stellen (habe aber bisher zugegebener Maßen auch nicht DAHINgehend gelesen). Der Koran scheint mir schwarz und böse durch und durch. Maximal ist es mal „nicht-GANZ-so-schlimm“. Aber FREUNDLICHKEIT, VERGEBUNG, VERZEIHEN uä., das habe ich bisher dort nicht gefunden. Dass die Paschtunen ihre Flower-Power-Armee aufgestellt haben, damals, ist für MICH also ein Zeichen dafür, dass JESUS auch den finstersten Kerker der Welt ERLEUCHTEN und aufbrechen kann.

Time am 7. Mai 2009

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(1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/27/churchill-1-the-river-war/

Die Orks sind schwul

24. April 2009

Die Essayistin Susan Brogger, die Ende der 70er Jahre eine Busreise durch Pakistan machte, berichtete, wie selbstverständlich ein kleiner Junge von seinen Eltern für die gesamte Reise an einen Kaufmann vermietet und hinten im Bus mißbraucht wurde.

Hier ein Fragment (habe ich glaub ich von Kewil): „… Was in Pakistan ebenfalls jeder weiß, worüber aber nur selten geschrieben wird, ist, daß die kleinen Jungen, die in den fröhlich bemalten pakistanischen Lastwagen mitfahren, de facto die «Konkubinen» der Fahrer sind. Die Jungen sind dazu da, beim Ausladen zu helfen, den Lastwagen sauberzumachen, Tee und Essen für den Fahrer zu holen und den Beruf des Lastwagenfahrers zu erlernen. Aber wozu sie vor allem dienen, ist Sex. Ich sprach mit einem Arzt von der Aidsbekämpfung auf dem größten Truckerparkplatz in Karachi. Von dort fahren täglich rund zehntausend Sattelschlepper in alle Teile des Landes. Und auch dieser Knabensex, erzählte er mir, ist eine Folge der «sexuellen Apartheid», der Purdah. Die Fahrer sind monatelang von ihren Familien und von ihren Ehefrauen getrennt und müssen trotzdem sexuell zum Zug kommen. Sie gehen lieber nicht zu den Huren, da diese Geld kosten und Geschlechtskrankheiten verbreiten. Die kleinen Jungen sind gratis. Sie kosten nicht mehr als ein bißchen Tee und Brot und bekommen überdies eine Ausbildung zum Lastwagenfahrer. Alle Trucker in Pakistan haben auf diese Weise angefangen“ – von Betsy Udink

Oder hier aus einem Aufsatz des iranischen Apostaten Emir Reza:

„What’s more, I expected great comradeship among those ordinary young fundamentalist Muslims. What I discovered however was something bordering on homosexuality. At the time not having the remotest idea what homosexuality is and how a homosexual behaves, I mistook these overtures for a very special friendship in which you are supposed to stand very close to your friends all the time and stare at them in a very intense sort of way. This was doubtless the true spirit of Islamic brotherhood. Later however I found out that homosexuality is widely practiced in Islamic Madrasahs.“ Nur die Beschneidung der Orks verhindert offenbar ihre Auslöschung (1+2), da sie ohne diese alle an AIDS sterben würden.

Ich denke, dass die kulturell (Gegensatz: genetisch) bedingte Homosexualität, wie man sie bei den Mohammedanisten, den Nazis, aber auch im antiken Griechenland und Rom findet, vor allem auf die dort herrschenden Gewalt- bzw Unfreiheits- bzw. Unterdrückungsideologien zurückzuführen ist (Sklaverei etc.), auf eine negativ orientierte und geistfeindliche Gesellschaft. In dieser sind sich alle Feinde, aber jedes (Gang-) Mitglied (Frauen und Kinder und Sklaven sind natürlich keine Mitglieder) ist sich auch sicher, dass unter ihm letztlich noch einer ist, der noch ELENDER als man selbst ist: die zwangsverheiratete Frau, die Kinder – an denen der „Leistungsträger“ (Mohammedanermann, Nazimann…) sich seiner Potenz vergewissern kann (indem er sie erniedrigt). Dem Anderen (Frauen und Kindern) wird die Existenz als geistiges Wesen abgesprochen, sie werden zu Dingen gemacht, und anstelle mit einem „Ding“ (… des Teufels = Frau) verkehrt man doch schon lieber mit einem Kamelhengst (sogar lieber mit einer KAMELstute) als mit seiner anverheirateten MENSCHENfrau (ihr Geist könnte zutage treten und die wackelige Position stürzen) – Kamele haben im Orkismus eine Seele, Menschenfrauen nicht (by the way, was ist denn für die Orks eigentlich wertvoller, eine KAMELstute oder eine MenschenFRAU?)! Was für ein UNGLAUBLICHER VERRAT dieser Wüstenräuber an dem, was MENSCH ist, was WIR sind!

Time am 13. März 2008

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(1) http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/artikel/922/94828/
(2) http://www.pi-news.net/2008/01/unterm-mullahgewand-pulsiert-das-leben
auch: https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/23/hadithe-2-ahem-sex/

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PS1.: Bei der GEGENSTIMME gibt es unter http://www.gegenstimme.net/2008/03/16/war-mohammed-schwul/#more-156 einen m.E. fulminanten Artikel mit dem Titel: „WAR MOHAMMED SCHWUL?“ Er ist zwar unter „Satire“ abgelegt, aber ich finde ihn sehr gut geschrieben und ganz im Ernst überdenkenswert. In diesem Zusammenhang möchte ich an die Kontroverse 2001 um die These des Bremer Historikers Lothar Machtan erinnern, Hitler sei schwul gewesen (was für mich persönlich gut möglich ist, wenn ich seine verdreht-affektierten Auftritte betrachte: http://www.perlentaucher.de/buch/7721.html ).

Ergänzung: In der FAZ vom 14. Mai 2008 wurde über den marokkanischen Erfolgs-Schriftsteller Abdellah Taia berichtet. “Insbesondere die Beziehungen zwischen den Geschlechtern sind streng geregelt. Ab einem bestimmten Alter werden die Jungen und Mädchen sorgsam voneinander getrennt. Das, berichtet Taia, lasse die Homosexualität zu einer recht verbreiteten Praxis werden”, liest man in der FAZ.

Ergänzung, 2. Oktober ’09: Der Körper des toten Top-Terroristen Top weist Spuren regelmäßigen Analverkehrs auf:
http://www.vexnews.com/news/6538/top-or-bottom-supposedly-devout-muslim-fundamentalist-terrorist-enjoyed-being-sodomised-between-mass-murder-missions/

Ergänzung, 20. Februar: Islamizationwatch berichtet über Paki-Trucker, von denen 95% Jungen als Sexgespielen mit sich führen:
http://islamizationwatch.blogspot.com/2010/02/95-percent-of-pak-truckers-indulge-in.html

270210, Kybeline (von ihr habe ich auch das Bild): http://www.kybeline.com/2010/02/27/der-schwule-und-der-schwulenfeindlichen-imam-der-aids-und-andere-schwulen-sachen/

040510, Parisi1: http://twitwall.com/view/?what=0501010F04

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220710, Tangsir:

Mohammeds Liebe zu Imam Hussein

Dass der islamische Prophet sich schon immer für Kinder interessierte, wurde hier schon behandelt. Dass er aber auch eine ganz innige Beziehung zu Imam Hussein pflegte, den viele Schiiten verehren, wissen die wenigsten. Auch wird über sein intimes Verhältnis zu Männern berichtet.

In nicht weniger als in 20 islamischen Quellen und Hadhiten, wie die von Ahmad Ibn Hanbal und Abu Hurairah, steht dass der islamische Prophet an den Zungen von Alis Kindern, Hussein und Hassan saugte. Auch Buchari erzählt davon wie der islamische Prophet an Kinderzungen lutschte. Bei Ibn_Zubayr, Ibn Hajar, Al Nawawi, At-Tabari und  Abdullah Ibn Adiy, wird davon berichtet wie Muhammed das Hemd von Alis beiden Kindern Hassan und Hussein hochhebte und ihre kindlichen Penise küsste. Weiter wird berichtet, wie er (der islamische Prophet Mohammed) die Beine Husseins spreizte  und seinen Penis küsste.

Dass Mohammed Geschlechtsverkehr mit Männern hatte, wird in 40 islamischen Quellen und Hadhiten vermerkt. Ahmad Bin Hanbal erzählt wie der islamische Prophet bei einem zwei bis drei jähriges Mädchen auf den Gedanken kommt sie  zu heiraten. Ein ähnliches Video dass zuvor bei youtube gepostet war, wurde dort gelöscht. Zum Glück gibt es die Site Mahomettube, auf dem diese und andere Themen die mit dem Islam und Mohammed zu tun haben, veröffentlicht werden. Ob Imam Ali wohl wusste was sein größerer Cousin mit seinen Kindern anstellte?

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Ergänzung, 110511: exzellenter Artikel von N. Sennels über Homosexualität wegen Misogynie unter
http://europenews.dk/de/node/43162 
Ergänzung, 101214:
http://themuslimissue.wordpress.com/2014/12/09/captured-isis-fighter-islamic-state-daash-leader-recruits-men-and-sodomizes-them-its-halal/

Entweder Islam oder die Bombe

23. April 2009

Von der Website des linksradikalen Meckerblattes „Konkret“ folgender mE. lesenswerter Aufsatz von Detlef zum Winkel:

Am 3. Dezember 2007 veröffentlichten die 16 Geheimdienste der USA einen gemeinsamen Bericht, nach dem der Iran bereits 2003 sein Atomwaffenprogramm eingestellt habe. Dem Land fehlten mindestens bis zum Jahr 2015 die technischen Möglichkeiten für den Bau einer Atombombe. Die Fähigkeit des Irans zum Bombenbau bezweifelte Detlef zum Winkel bereits in KONKRET 3/06

Der Iran will Kernwaffen. So schnell wie möglich und so viele wie möglich. Das ist die schlechte Nachricht. Eine Atombombe in der Verfügung eines islamischen Gottesstaats, in der Hand einer Regierung, deren Präsident den Holocaust leugnet und den Staat Israel von der Landkarte tilgen will – ja, das könnte den Lauf der Geschichte ändern, aber nicht zum Besseren. Neben Ahmadinejad sieht Saddam Hussein vergleichsweise harmlos aus. Immer gut für Schocks, wenn der iranische Präsident vor die Fernsehkameras tritt, vorzugsweise während des Freitagsgebets. Denn seine Politik bedeutet Krieg. Wird er den Westen zum dritten Golfkrieg provozieren, der dann der vierte wäre? Oder wird er über europäisches Appeasement und amerikanische Kriegsmüdigkeit triumphieren, um dann selbst zu wählen, gegen wen er seine Raketen einsetzt?

Obwohl ein Krieg gegen den Iran als letztes Mittel bezeichnet wird, werden vorletzte und drittletzte Mittel kaum erörtert. Unsere Medien gutachtern bereits, wie der Krieg am zweckmäßigsten zu führen wäre. Als Intervention der USA? Oder der Europäer? Oder als chirurgische Operation Israels gegen iranische Atomanlagen wie 1981 gegen den irakischen Atomreaktor Osiris durchgeführt? Bis wann haben wir noch Zeit? Wann wird der Iran die Bombe gebaut haben? Wann wird der point of no return im Fortgang des iranischen Nuklearprogramms erreicht sein? Die Schätzungen der Experten bewegen sich zwischen einem und zehn Jahren. Das ist eine sehr kurze Zeit, ja, es wäre sensationell, wenn der Iran in einer so kurzen Frist diese technische Leistung vollbringen könnte.

Das Abendland hat deutlich länger dafür gebraucht: ein halbes Jahrzehnt, seit die Kernspaltung entdeckt worden war, ein halbes Jahrhundert, seit die experimentellen und theoretischen Grundlagen der Atomphysik gefunden worden waren, ein halbes Jahrtausend, seit die Anfänge des naturwissenschaftlichen Denkens, das letzten Endes zur Atombombe geführt hat, gemacht worden waren. Es fing damit an, daß der Italiener Galilei ein holländisches Fernrohr auf den Planeten Jupiter richtete, wo er einige Flecken wahrnahm, die mit der Zeit offensichtlich ihre Lage veränderten. Er deutete sie als Schatten der Jupitermonde, und als er länger darüber nachdachte, kam er zu Erkenntnissen über das Sonnensystem und die Position der Erde in demselben, welche ihm prompt eine Fatwa des Papstes und eine ernste Drohung gegen seine körperliche Unversehrtheit einbrachten.

Ungefähr auf diesem historischen Niveau befindet sich das Land, das nun in wenigen Jahren Atombomben herstellen will, also der Iran des 21. Jahrhunderts. Entschuldigung, ein Sprecher der deutschen Muslime belehrt mich, daß wir so nicht auftreten dürften. Der Iran befindet sich selbstverständlich nicht auf dem Niveau der italienischen Renaissance – Herrgott, schon wieder ein mißverständlicher Satz; es ist aber auch wirklich schwer. Hier geht es nicht um Kultur, nicht um Sitten, Gebräuche, Gesellschaft und Ökonomie. Hier geht es ausschließlich um Physik, um jenes Fach also, das immerhin so global ist, daß die Schüler der ganzen Welt es hassen. Und es ist natürlich auch nicht das iranische Volk gemeint, von dem wir allzuwenig wissen, sondern gemeint ist das Niveau jener Theokratie, welche das iranische Volk immer noch zu dulden bereit ist.

Was lehrt uns Galilei? Zuvorderst dieses: Physik ist mit Religion unvereinbar. Mit der christlichen ebenso wie mit der jüdischen oder der islamischen. Die Geschichte der Physik liest sich wie eine Emanzipation von der Gottesfurcht. Die Galilei nachfolgenden Kopernikus, Kepler, Newton, Maxwell, Planck, Rutherford, Curie, Einstein, Fermi und schließlich Oppenheimer haben das, was sie persönlich über den lieben Gott gedacht haben, als ihre Privatsache behandelt. Beruflich allerdings haben sie den Herrn restlos aus ihrem Weltbild vertrieben. Anders hätten sie nicht erfolgreich arbeiten können. Restlos! Will das der Iran? Läßt er das zu?

Muß man überhaupt so weit zurückgehen? Muß ein reiches und mächtiges Land wie der heutige Iran den ganzen Weg, der zur Atombombe geführt hat, nachvollziehen? Es sollte doch reichen, das vorhandene und relativ bekannte Know-how über die Funktionsweise der Bombe anzuwenden, angereichertes Uran zu produzieren oder Plutonium zu beschaffen und so lange zu tüfteln, bis die Waffe scharf ist. Schließlich haben es auch andere geschafft, Pakistan zum Beispiel. Ja, Pakistan hat es geschafft. Das ist der springende Punkt. Eine Beurteilung der Möglichkeit, des Risikos, des Drohpotentials einer iranischen Bombe setzt voraus, daß man sich mit der pakistanischen Bombe beschäftigt.

Aus Kriegsgeschrei, also überbordender Desinformation, schlau werden zu wollen, ist immer schwer. Es empfiehlt sich daher, auf den Krieg zu schauen, der bereits einige Zeit zurückliegt, so daß sich Geschützlärm und Pulverschwaden schon etwas verzogen haben. Es lohnt sich, auf das Vorgängermodell einer iranischen Atombombe zu schauen. Was weiß man überhaupt darüber?

1998 gab es einen sogenannten erfolgreichen Atomtest Pakistans. Soviel ist sicher. Wie es dazu kommen konnte, bleibt rätselhaft. 15 bis 20 Jahre lang hatte es die verschiedensten pakistanischen Versuche gegeben, aus den Niederlanden, England und vor allem aus Deutschland Nukleartechnik zu importieren. Am bekanntesten wurde der Diebstahl von Konstruktionsplänen aus der Uranfabrik Almelo durch einen dort beschäftigten Techniker, Abdul Qader Khan. Er gilt heute als Vater der pakistanischen Atombombe. Am spektakulärsten, das wissen viele nicht mehr, war der Import hochwertigen Stahls von dem Unternehmen Arbed Saarstahl und der engagierte Einsatz des damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine für das Zustandekommen dieses Geschäfts. Wenn es stimmt, daß Pakistan eine alte Urananreicherungsanlage an den Iran verkauft hat, dann würde ich wissen wollen, ob jene Zentrifugen, die der Iran der Kontrolle der Internationalen Atomaufsicht entzogen hat, um dort möglicherweise Kernsprengstoff zu produzieren, aus saarländischem Edelstahl gefertigt sind. Welchen Sinn sollte es zudem für Pakistan gehabt haben, eine funktionsfähige Urananreicherungsanlage aus der Hand zu geben?

Aber immer wenn es kritisch wurde und wenn Pakistan kurz davor stand, wichtige nukleartechnische Komponenten über ein undurchschaubares Geflecht von Agenturen und Scheinfirmen zu beziehen, gab es amerikanische Presseenthüllungen, und die kunstvoll eingefädelten Deals scheiterten. Unschwer war hinter der Lancierung dieser Nachrichten die CIA zu erkennen. Und dann war es 1998 überraschend doch soweit. Niemand hatte rechtzeitig Alarm geschlagen. Und niemand regte sich wirklich auf, wenn auch Clinton Sanktionen gegen Indien und Pakistan verhängte. Das war seltsam. Waren die klandestinen Transfers über Firmen in Hanau, Bonn, London, Liechtenstein, der Schweiz und komischerweise auch in Wildbad (Schwarzwald) am Ende doch erfolgreich? So wird es im allgemeinen dargestellt. Qader Khan habe mit artistischem Geschick in der Grauzone verdeckter, getarnter und falsch deklarierter Geschäfte agiert. Auf der anderen Seite muß der Mann, der in seiner Heimat ein Nationalheld ist, hervorragende naturwissenschaftliche Fähigkeiten besitzen, Durchsetzungsvermögen, Organisationstalent und politisches Geschick. Denn er muß einen Job gemacht haben, den sich in Los Alamos ungefähr ein halbes Dutzend von Projektleitern geteilt haben.

Die andere Hypothese lautet, daß die CIA es nicht deswegen versäumt hat, rechtzeitig Alarm zu schlagen und die Bremse zu ziehen, weil ihr die Fortschritte entgangen wären, die in Pakistan in den neunziger Jahren gemacht wurden. Sondern weil die US-Regierung es aus übergeordneten Erwägungen durchgehen ließ. Als Belohnung für das Bündnis im Afghanistankrieg gegen die Sowjetunion und ihre Verbündeten. Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als daß Pakistan die Bombe von den USA bekommen hat, ähnlich wie Frankreich, Südafrika oder Israel ihre atomare Aufrüstung nur im wohlwollenden Einverständnis mit den USA betreiben konnten.

Diese Überlegungen sind nicht neu. Man konnte sie ebensogut schon vor acht Jahren anstellen. Etwas aktueller sind Informationen, wonach Qader Khan seinerseits Nuklearexporte nach Libyen, Iran und Nordkorea eingefädelt habe. Auch das war seltsam. Wie konnte Pakistan als Verbündeter der USA ausgerechnet diejenigen Länder unterstützen, welche die Bush-Regierung ausdrücklich als Schurkenstaaten deklariert hat? Und das auch noch mit Atomtechnik! Doch der Vorgang wird von Libyen bezeugt. Im Zuge seiner Aussöhnung mit dem Westen gab Gaddafi preis, was er von Pakistan erhalten hatte, und das scheint nicht sehr viel gewesen zu sein. Jedenfalls hat niemand ernstlich behauptet, Libyen sei auf dem Weg zur Atombombe gewesen. Auch die anderen Kunden scheinen mit den pakistanischen Lieferungen nicht sehr zufrieden gewesen zu sein. In Pakistan legte Qader Khan ein oberflächliches Geständnis ab, wonach er auf eigene Faust und nicht im Regierungsauftrag gehandelt habe. Dafür erhielt er eine milde Strafe, so etwas wie Hausarrest.

Aktuell ist allerdings ein Buch, das zwar schon vor drei Jahren erschienen ist, aber vor dem Hintergrund der heutigen Auseinandersetzung offene Fragen zuspitzt und Widersprüche provoziert. Sagen wir so: Das Buch enthält beiläufig einen Denkfehler, aber einen, an den wir uns alle gewöhnt haben, und so kann es uns helfen, diesen Fehler zu erkennen.

Anfang 2002 befand sich Bernard Henri Lévy, früher bekannt als neuer Philosoph der Pariser Intellektuellenszene, im Auftrag der französischen Regierung in Kabul. Nach dem Sturz des Talibanregimes sollte er Möglichkeiten erkunden, wie sich Frankreich am Wiederaufbau Afghanistans beteiligen könne. Dort erfuhr er von der Entführung und Ermordung eines Journalisten des „Wall Street Journal“ in Pakistan. Die Tat war von extremer Grausamkeit; sie wurde von den Tätern gefilmt und ins Internet gestellt. Lévy entschloß sich spontan zu einer Recherche, die ihn – auf den Spuren des Opfers und seiner Täter – ein Jahr lang nach Pakistan, Indien, Afghanistan, Israel und in die USA führte. Daraus entstand sein Tatsachenroman Wer hat Daniel Pearl ermordet?

Bevor ich die Ergebnisse von Lévys Nachforschungen referiere, muß sein Verdienst gewürdigt werden, der Öffentlichkeit die Person Daniel Pearls nähergebracht und die Erinnerung an ihn ermöglicht zu haben. Schon deshalb ist die Lektüre empfehlenswert. In dem Kontext, der hier behandelt wird, kommt der Autor zu folgenden Ergebnissen:

· die Mörder Pearls gehörten zum Netzwerk von Al-Qaida;

· unter ihnen waren auch Agenten des pakistanischen Geheimdienstes ISI, wie es überhaupt zahlreiche Verstrickungen zwischen jenem ISI und den Djihadisten gibt;

· Pearl wurde getötet, weil er möglicherweise Informationen hatte, wonach pakistanische Atomwissenschaftler mit Unterstützung von Geheimdienstkreisen entschlossen waren, ihr Bomben-Know-how an Osama Bin Laden weiterzureichen.

Die ersten beiden Behauptungen sind gut begründet und plausibel dargestellt, obwohl ihnen in Rezensionen großer US-Medien scharf widersprochen wird. Die dritte Behauptung steht auf wackeligen Beinen. Sie eignet sich für grundlegende Mißverständnisse. Pearl hatte in seinem letzten Artikel Ende 2001 über einen angeblichen Besuch pakistanischer Atomphysiker bei Al-Qaida berichtet. Lévy extrapoliert: Vielleicht hatte er noch mehr darüber erfahren und wurde deswegen umgebracht.

Diesen Punkt muß man konsequent zu Ende denken. Welchen Grund gibt es eigentlich, einen Journalisten umzubringen, weil er vielleicht Beweise dafür besitzt, daß nukleares Know-how von Pakistan an Al-Qaida weitergegeben wird? Gar keinen! Welche Bombenbauer hat es je gestört, daß man ihnen diese Ambitionen und Bemühungen nachgesagt hat? Keine! Es ist ihnen immer sehr recht gewesen. Das gilt für Südafrika, für Israel, Brasilien, Argentinien, Pakistan, Nordkorea, Taiwan … und nicht zuletzt auch für die BRD. Natürlich auch für den Iran. Wir nützen ihnen mit diesen Behauptungen. Sie genießen diese Anklagen.

Warum sollte es sich bei terroristischen Gruppen anders verhalten? Dies wäre also, wenn überhaupt, ein triftiger Grund gewesen, Pearl laufen- und ihn seine Artikel schreiben zu lassen. Allerdings haben hohe pakistanische Stellen Lévy gegenüber erklärt, Pearl habe zuviel gewußt und seine Nase zu tief in Dinge gesteckt, die ihn nichts angingen. Wenn wir beim Nuklearthema bleiben, dann wäre ein Motiv für diesen Mord eher gewesen, daß Pearl das Gegenteil von Lévys Vermutung herausgefunden haben könnte. Daß von Al-Qaida keine Gefahr eines Nuklearterrorismus ausgeht. Daß die in dieser Beziehung völlig unfähig sind.

Denn so war es ja in Wirklichkeit. Was hat man in den afghanischen Al-Qaida-Quartieren gefunden? Eine schlechte Kopie von einfachen Darstellungen der Technik der Atombombe – offenbar schlechter als das, was auf Websites zum Download angeboten wird. Und wie hätte man in solchen Quartieren auch Atombomben bauen sollen? Gab es dort fließendes Wasser? Heizungen? Waschmaschinen, Klimaanlagen, elektrische Zahnbürsten? Augenscheinlich nicht. Von allem anderen rede ich dann gar nicht erst. Sieht es vielleicht in den Berghöhlen zwischen Afghanistan und Pakistan, jenen angeblich unauffindbaren Verstecken von Al-Qaida, besser aus? Vielleicht sind diese Kämpfer dazu in der Lage, eine konventionelle Sprengladung mit radioaktiven Stoffen zu kombinieren, eine sogenannte schmutzige Bombe zu bauen. Schrecklich genug, aber für eine Atombombe fehlen ihnen die elementarsten Voraussetzungen.

Wer das akzeptiert, der wird bei dieser Erkenntnis kaum stehenbleiben wollen. Wie nun, wenn es sich mit der pakistanischen Bombe nicht viel anders verhält? Jene Urananreicherungsanlage, für die Qader Khan Konstruktionspläne aus Almelo entwendete – funktioniert sie überhaupt? An wieviel Tagen im Jahr? Die berüchtigten Khan-Laboratorien – was wird dort gemacht, wer arbeitet dort? Der angebliche Reaktor – an wieviel Tagen im Jahr ist er in Betrieb? Wo sind die Kollateralschäden, die in der Umgebung solcher Anlagen unvermeidlich auftreten, die Störfälle, die Krebserkrankungen?

Reden wir nicht davon, daß man für den Bau der ersten Atombomben eine historisch einmalige Versammlung von Nobelpreisträgern sowie ca. 200.000 bis 300.000 Menschen benötigte, die heimlich in diversen Industrieanlagen der USA arbeiteten, ohne zu wissen wofür. Nehmen wir das deutsche Beispiel: Die Atomforscher Heisenberg, von Weizsäcker, Hahn, um nur drei Koryphäen zu nennen, haben es nicht geschafft. Als Antideutscher ist man versucht zu sagen, na ja, Nazis halt. Dennoch … Wer ist dagegen Abdul Qader Khan? Hat er die Quantenmechanik mitbegründet? Kann er Differentialgleichungen lösen? Wirkungskoeffizienten und Zündzeitpunkte mit größter Genauigkeit berechnen? Was über Pakistans physikalische Leistungen und Traditionen nachgelesen werden kann, ist, daß Max Planck sich einige Zeit dort aufgehalten haben soll. Das reicht nicht.

Ist es nicht plausibler anzunehmen, daß Pakistan auf Vermittlung der USA eine begrenzte Menge an Kernsprengstoff erhalten hat und von China, wie es in einer Meldung hieß – aber vielleicht ist Taiwan gemeint? – , eine „fertige Bombe“, die nur noch befüllt werden mußte? Dann wären die pakistanischen Nuklearanlagen nur insofern von Nutzen, als sie den Eindruck erwecken, es handele sich um eine pakistanische Eigenleistung.

Pakistan ist vielleicht gar keine Atommacht. Pakistan hat einen Sprengsatz geliefert bekommen, vielleicht auch zwei oder drei, deren Qualität aufgrund des radioaktiven Zerfalls schon deutlich abgenommen haben dürfte. Sollte Daniel Pearl eventuell Erkenntnisse dieser Art gehabt haben, dann hätte es tatsächlich einen triftigen Grund gegeben, ihn aus dem Weg zu räumen. Nicht nur für seine unmittelbaren Entführer. Freilich sind andere Motive der Mörder viel wahrscheinlicher. Pearl war Jude, Amerikaner, Journalist und „für die Wallstreet tätig“. Für seine Entführer kam er direkt aus der Hölle. Ausgeburt des Bösen. Das war Grund genug. So funktionieren Djihadisten.

Mit diesem Denken sind sie allerdings Jahrhunderte von der Fähigkeit entfernt, das moderne Böse, das echte Höllenfeuer, nämlich eine Atombombe zu produzieren. Ähnlich weit entfernt davon ist Chomeinis Iran. Ist es nicht absurd, Coca Cola, McDonald’s, Rock ’n‘ Roll, Bikinis und Pressefreiheit und die Wall Street als Ausgeburten des Unglaubens und der Gottlosigkeit zu verdammen, aber die Atombombe – die die Verdorbenheit des Westens nun wirklich auf den Gipfel treibt – haben zu wollen? Nichts ändert daran die einfallsreiche Bezeichnung „islamische Atombombe“. Das gibt es nicht. Es gibt eine Bombe von Oppenheimer, eine von Teller und ein paar unbedeutende Modifikationen, das ist alles. Es gibt also nur die Bombe des Satans. Wer sie haben will, lädt den Teufel zu sich ein. So einfach ist das. Trotzdem paßt es in schlichten Gemütern zusammen mit dem Kampf gegen das westliche Böse. Noch besser zusammen paßt es in Gemütern, denen es um Macht und Geld und sonst gar nichts geht.

Das ist nicht ihr Problem. Und doch holt sie dieses Problem ein. Sie werden sich entscheiden müssen, was sie wollen. Mit „sie“ ist die staatstragende derzeitige Elite des Irans gemeint. Wenn wir nicht alles völlig falsch verstehen, wollen sie „westliche Spione“ wie Pearl mit einem fachgerechten Schnitt durch die Kehle bestrafen. Wenn wir nicht alles völlig falsch verstehen, wollen sie 18jährige Mädchen, Vergewaltigungsopfer, hinrichten, weil deren Anklage die Ehre der Vergewaltiger beleidigt. Wenn wir nicht alles völlig falsch verstehen, wollen sie jugendliche Schwule aufhängen. Ehebrecherinnen steinigen. Alkoholiker dito. Wenn wir nicht alles völlig falsch verstehen, wollen sie und ihre religiösen Anhänger dabei nicht gestört werden.

Der nukleare Massenmord funktioniert freilich nach ganz anderen Gesetzen. Diese altmodischen Rituale sind ihm zuwider. Schlachten, aufhängen, steinigen? Nicht doch. Wir fackeln Städte ab. Unsere Physiker hätten das nie geschafft, wenn sie täglich fünfmal ihren Gebetsteppich ausgerollt hätten. Naturwissenschaft, wenigstens diejenige, die für die Atombombe verantwortlich ist, setzt Gottlosigkeit voraus, anders ausgedrückt, die komplette Abwesenheit von Religion. Wie eingangs erwähnt: Es fing nicht zufällig mit einer Fatwa an. Allerdings sollte man nicht vergessen: In dem halben Jahrtausend vor dem Auftritt Galileis waren die Naturwissenschaften, Mathematik, Medizin, Astronomie fast ausschließlich in der arabischen Welt beheimatet. Was die alten wissenschaftlichen Traditionen betrifft, muß die islamische Welt zu niemandem aufblicken und niemanden beneiden.

Wem das marxistische Vokabular noch vertraut ist, der kann das auch wesentlich prägnanter sagen: Die Produktivkräfte sind im Iran nicht weit genug entwickelt, um die nukleare Destruktivkraft hervorzubringen. Die iranischen Produktionsverhältnisse lassen eine solche Entwicklung der Produktivkräfte und dann der Destruktivkräfte gar nicht zu. Die Gefahr, die Israel droht und die auch uns droht, ist, daß eine bestehende Atommacht das Land ähnlich befähigt, wie die USA Pakistan befähigt haben.

Diese Thesen können falsch sein. Ein solcher Irrtum wäre fatal. Wer sich allerdings bisher geirrt hat, waren diejenigen, die im Irak und in Afghanistan Massenvernichtungswaffen und deren Produktionsstätten vermutet haben. Gefunden haben sie nichts. Und warum konnten sie auch nichts finden? Aus den oben genannten Gründen.

Time am 21. Dezember 2007