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Ork-Demokratie

2. Mai 2016

Indonesien

Schariapolizei

Bei „FAZ.NET“ durfte Rainer Hermann einmal mehr ein ausführliches Hohelied auf den Nazislahm ausbringen, das nach der Behauptung, die meisten „islamistischen Parteien“ seien für die Demokratie, mit den folgenden sybillinischen Zeilen endete (1):

„In der arabischen Welt gibt es, von Tunesien und dem Sonderfall des Libanons abgesehen, keine liberale Demokratie. Die Mehrheit der Muslime lebt aber in Demokratien, ob in der Türkei oder Malaysia, in Indien oder Indonesien, in Bosnien-Hercegovina oder Senegal, in Amerika oder Europa. Und die meisten Muslime sind so demokratisch wie die Länder, in denen sie leben.“

Also in Wirklichkeit doch keine Demokratie, jedenfalls keine „liberale“, was immer damit gemeint sein soll.

Schauen wir mal mit Till Fähnders nach Indonesien, diesem „demokratischen“ Musterland der Orks (2).

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Scharia-Polizei in Indonesien

Erst Berührung, dann Bestrafung

Mit der Moralpolizei auf Streife: Seit dem vergangenen Jahr wird die Scharia in der indonesischen Region Aceh schärfer ausgelegt. Wie kommt die Bevölkerung damit zurecht?

Im Scheinwerferlicht taucht das Gesicht einer jungen Frau auf. Wie ein scheues Reh schaut sie in Richtung des Pick-up-Trucks. Ihr Haar ist mit einem senffarbenen Kopftuch verhüllt. Neben ihr sitzt ein junger Mann auf einem kleinen Motorrad. Er guckt ebenso erschrocken in Richtung des Autos, auf dem sechs Männer mit Springerstiefeln, dunkelgrünen Uniformen und Schirmmützen sitzen.

Die Mützen der Männer tragen den Aufdruck „POL WH“, die Abkürzung für „Polisi Wilayatul Hisbah“. Es ist der Name der Religionspolizei in Aceh, der einzigen Region in Indonesien, in der die Scharia, die islamische Rechtsprechung, ebenso gilt wie das nationale Gesetzbuch.

Eingeführt wurde die Scharia in dem Gebiet am nördlichen Zipfel Sumatras schon im Jahr 2001. Nachdem der Tsunami das Ende des langjährigen Bürgerkriegs beschleunigt hatte, gewährte die Zentralregierung der Region im Jahr 2005 autonome Sonderrechte, darunter die Erlaubnis, an der Scharia festzuhalten. Im liberal-muslimischen Indonesien, dem Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt, ist Aceh seither die Ausnahme.

Nach der Entdeckung des jungen Paars liegt nun Ärger in der Luft. Sofort sind einige der Polizisten aus dem Auto gesprungen. Sie nähern sich dem Paar mit drohender Haltung. Die beiden Studenten sind unverheiratet, jung und stehen allein in einer dunklen Ecke auf dem Campus ihrer Universität. Nach dem „Qanun Jinayat“, dem islamischen Regelwerk für die Region, ist das ein Problem.

„Khalwat“ nennt sich das Vergehen, wenn unverheiratete Paare allein miteinander sind und ihre Körper zu nah aneinander sind. Die beiden Studenten reagieren nervös. „Seht, ich bin gar nicht nah an ihr dran“, sagt der Junge auf dem Motorrad.

Tatsächlich stehen die beiden mindestens einen Meter voneinander entfernt. Die Polizisten scheint das zu besänftigen. Einer von ihnen macht eine ruckartige Bewegung. „Verschwindet hier“, ruft er. Eilig fahren die beiden mit dem Motorrad in der Dunkelheit davon. Doch nicht immer geht es so glimpflich ab, wenn unverheiratete Paare allein erwischt werden. Seit dem Oktober des vergangenen Jahres gilt eine verschärfte Version des „Qanun Jinayat“. So drohen für Ehebruch, homosexuelle Handlungen und die öffentliche Zurschaustellung von Zuneigung bei unverheirateten Paaren bis zu hundert Schläge mit dem Stock.

Am vergangenen Dienstag wurden in dem Ort Takengon in Zentralaceh ein junger Mann und eine junge Frau geprügelt, weil sie zu nah aneinander gestanden hatten. Sie bekamen jeweils drei Schläge. Zum ersten Mal seit Änderung des Gesetzes wurde dort unter den Blicken von mehr als Tausend Zuschauern auch die Höchststrafe verabreicht. Ein Mann und eine Frau, die des Ehebruchs beschuldigt waren, bekamen die hundert Schläge von jeweils zehn Beamten abwechselnd verabreicht.

Keine kurzen Hosen

Ebenfalls ein Novum war die erste Auspeitschung einer Nichtmuslimin. Eine sechzig Jahre alte Christin wurde 28 Mal geprügelt, weil sie Alkohol verkauft haben soll. Beinahe hätte auch eine deutsche Touristin den Arm der Islam-Gesetzgebung zu spüren bekommen. Die Frau soll im Bikini am Strand gelegen haben, hatte sich aber schon wieder angezogen, als die Scharia-Polizei eintraf.

Die Polizisten sollen dafür sorgen, dass die islamischen Gesetze eingehalten werden. Alkohol und Glücksspiel sind laut „Qanun Jinayat“, streng untersagt. Musliminnen müssen ein Kopftuch tragen. Nach 23 Uhr dürfen Frauen nur noch in Begleitung eines männlichen Verwandten auf die Straße. Auch auf die Kleidung der Frauen achten die Polizisten: Sie sollte nicht zu enganliegend sein. Männer dürfen keine kurzen Hosen tragen, die über dem Knie enden.

Zwei Schichten gibt es am Abend. Die erste beginnt um 17 Uhr am Hauptquartier der Polizei in der Innenstadt von Banda Aceh. Sechs Polizisten besteigen das Gefährt, auf dessen Ladefläche zwei Metallbänke montiert sind, vier hinten, zwei in der Fahrerkabine. Es sind überwiegend junge Männer im Alter zwischen 25 und dreißig. Grünschnäbel, die sich nur mit Vornamen anreden.

„Bitte gehen Sie nach Hause“

Der 25 Jahre alte Muhaddis sagt, sie würden vor allem Studenten bei Regelverstößen erwischen. Banda Aceh ist eine Universitätsstadt, die auch junge Leute aus anderen Regionen anzieht. Doch zunächst fährt die Patrouille an diesem Abend in das Gebiet von Ulee Leu, einem Ort, der von dem Tsunami am zweiten Weihnachtstag 2004 besonders schwer getroffen worden war. Dort verbringen viele Bewohner von Banda Aceh heute gerne ihre freien Stunden.

Familien, kleinere und größere Jugendgruppen sitzen auf einem kleinen Steindamm, der den Strand von der Straße trennt. Sie schauen der Sonne beim Untergehen zu, angeln, picknicken, plaudern. Am Rand stehen die Autos, Mopeds und Motorräder der Ausflügler. Im Schritttempo fährt der Pick-up die Straße entlang.

Der Kommandeur der Patrouille spricht in ein Handmikrofon. Durch einen knarzenden Lautsprecher dröhnt seine Stimme. „Wir fordern alle Besucher auf, den Strand zu verlassen. Er wird um 18 Uhr 30 geschlossen. Bald wird zum Gebet gerufen. Bitte gehen Sie nach Hause und bereiten sich auf das Gebet vor!“, ruft der Kommandeur.

„Das sind keine guten Mädchen“

Die Menschen auf dem Damm drehen sich um und schauen herüber. Manche springen sofort auf. Andere nähern sich nur zögerlich ihren Zweirädern. Nach kurzer Zeit herrscht Stau auf der Küstenstraße. Dann entdeckt die Patrouille ein paar Frauen und Männer, die sich demonstrativ Zeit lassen. Sie stehen auf dem Steindamm und fotografieren sich weiter mit ihren Handys. Noch dazu tragen die Frauen Hosen, die am Bein eng geschnitten sind. „Dies sind keine guten Mädchen“, sagt Muhaddis. Der Kommandeur lässt den Pick-up stoppen. Die Polizisten steigen vom Auto und nähern sich den jungen Leuten. Fünf grün uniformierte Männer stehen auf der anderen Straßenseite und schauen herüber, während der Kommandeur weiter seine Durchsage macht.

Doch auch diesen jungen Leuten gegenüber zeigt sich die Scharia-Polizei an diesem Abend nachgiebig. Sie dürfen auf ihren Rollern und Motorrädern in die Abendsonne düsen. Auch die anderen Leute knattern mit ihren Mopeds zurück in die Stadt. Von dort schallt schon der Ruf der Muezzine herüber. Die Scharia-Polizisten fahren ebenfalls zu einer der Moscheen. Am Eingang streifen sie ihre schweren Stiefel und ihre Socken ab. Dann gesellen sie sich zu den anderen Gläubigen, die schon im Gebetsraum versammelt sind. Die Frauen sind durch einen Vorhang im hinteren Viertel der Moschee abgetrennt.

Die vielen Pausen während der Streife geben Zeit, die Anwohner ein wenig nach ihrer Meinung zu fragen. „Ich finde sie gut, weil sie mich davon abhalten, schlechte Dinge zu tun“, sagt der 18 Jahre alte Dedi Rolia. Er sitzt in einem der Cafés von Banda Aceh und unterhält sich mit seiner ebenfalls 18 Jahre alten Freundin. Das Paar ist seit zwei Jahren zusammen. Es achte peinlich darauf, nichts Verbotenes zu tun, sagt Dedi Rolia. „Wir gehen nur an öffentlichen Plätzen zusammen aus“, sagt er. Die Gelegenheiten dazu seien selten, da die Freundin ohnehin ihr Wohnheim an der Universität nach 18 Uhr nicht mehr verlassen dürfe.

Bei Zugezogenen verhasst

Die Gesetzgebung passe zu den örtlichen Gepflogenheiten, sagt auch der 27 Jahre alte Riansyah, der mit seiner Verlobten ebenfalls in dem Café sitzt. Für eine flächendeckende Einführung ist der Mann aber nicht. „Es gibt so viele Ethnien und Religionen, das würde nur zu Konflikten führen“, sagt er. Eine Sache störe ihn außerdem. Die Scharia-Polizei fange meist nur die kleinen Fische. „Sie wagen nicht, die Mächtigen zu schnappen“, sagt er.

Gerade bei Zugezogenen sei die Scharia-Polizei sehr verhasst, sagt auch der 63 Jahre alte Tamtawi Alba. Der Mann arbeitet als Chauffeur und kennt sich damit aus, wie man die Dinge, die eigentlich verboten sein sollen, dennoch bekommen kann: Alkohol, Prostituierte, Glücksspiel. Man braucht nur ein bisschen Geld und Verbindungen, sagt Tamtawi Alba. Etwa im Luxushotel „Hermes Palace“ wo manchmal Zimmer angemietet würden, um illegale Kartenspiele zu organisieren.

Wie einer der Scharia-Polizisten später berichtet, gab es im vergangenen Jahr allerdings auch im „Hermes Palace“ eine Razzia. Dabei wurden mehrere Muslime beim Spielen und Alkoholtrinken erwischt. Die Strafe: vierzig Schläge mit dem Rohrstock. Auch für Nichtmuslime sind solche Aktivitäten nicht mehr ganz ungefährlich, nachdem seit dem vergangenen Jahr das neue Gesetz gilt. Bei normalen Vergehen können sie sich aussuchen, ob sie vor ein Scharia-Gericht wollen oder vor ein weltliches. Bei Verstößen, die nur im „Qanun Jinayat“ stehen, werden aber auch sie in jedem Fall den islamischen Regeln nach verurteilt.

„Frauen haben hier keine Rechte“

Menschenrechtler kritisieren, dass das Vorgehen gegen die Verfassung verstoße und die Menschenrechte verletze. Die Leidtragenden seien vor allem Frauen, sagt Ratna Saris. „Frauen haben hier keine Rechte“, sagt die Muslimin, die für eine örtliche Nichtregierungsorganisation für Frauenrechte arbeitet. Im Falle einer Vergewaltigung müssten sie vier Zeugen benennen können, damit es überhaupt zu einem Verfahren komme. Zudem würden sie häufig doppelt bestraft. Denn nachdem sie verurteilt wurden, würden die Frauen von der Familie verbannt und von Nachbarn und Freunden geächtet.

Zudem lasse das Gesetz viele Graubereiche offen. So biete es Gelegenheit zum Missbrauch, sagt die Frauenrechtlerin. Zum Beispiel habe es im vergangenen Jahr einen Fall gegeben, in dem eine Frau nach einer Vergewaltigung abermals und mehrfach vergewaltigt worden sei – von Scharia-Polizisten. Nur ein Teil der Übeltäter sei dafür belangt worden. „Sie können ungestraft machen was sie wollen“, sagt Ratna Saris. Auch der Anteil der Frauen unter denen, die mit Peitschenhieben bestraft werden, sei deutlich höher als die der Männer, sagt Ratna Saris.

Die Scharia-Polizisten in Banda Aceh finden allerdings nicht, dass Mitleid angebracht ist. Die Strafen seien zwar hart, aber die Menschen wüssten ja, worauf sie sich einließen, sagt ein junger Polizist mit dem Namen Iqbal. Zudem seien die Schläge weniger dazu da, um Schmerzen zu bereiten. Wichtiger sei der Schameffekt, da die Prügelstrafe in der Regel öffentlich vollstreckt werde, sagt der junge Mann.

Öffentliche Auspeitschungen

Da die öffentlichen Auspeitschungen in der Regel nicht angekündigt werden, ist es schwer, sich selbst ein Bild davon zu machen. Aber es gibt Videoaufnahmen. Sie zeigen etwa den Fall einer Frau, die gegen die Bekleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die für die Bestrafung in ein weites, weißes Gewand gekleidete Frau wird unter dem Jubel der Schaulustigen auf ein Podest geführt. Ihr Kopf ist von einem Tuch umhüllt. Mit gesenktem Haupt muss sie auf dem Boden niederknien.

Der Vollstrecker trägt ein dunkles Gewand am Körper und eine Maske über dem Kopf. Er lässt dreimal einen dünnen Rohrstock auf den Rücken der Frau niedersausen. Das peitschende Geräusch des Stocks, der auf dem Fleisch landet, geht einem durch Mark und Bein.

Nach dem Gebet in der Moschee gehen die Religionspolizisten in ein Restaurant zum Essen. Dann geht es noch einmal in eine andere Moschee; es ist das letzte Gebet für diesen Tag. Erst zum Schluss beginnen die Polizisten ihre Streife durch das Universitätsviertel. Jede Person, die im Dunkeln am Straßenrand sitzt, wird genau inspiziert.

„Wenn es nur Männer sind, ist es o.k.“, sagt Muhaddis. Doch außer dem jungen Paar, das sich auf dem Motorrad davon macht, finden sie an diesem Abend sonst keine Verdächtigen. Erschöpft fahren die Polizisten danach in ihr Hauptquartier zurück. Eine zweite Streife ist noch etwa eine Stunde länger unterwegs. Sie prüft, dass auch nach der Ausgangssperre keine unbegleiteten Frauen mehr auf der Straße sind.
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Time am 2. Mai 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ist-der-islam-mit-demokratie-dem-grundgesetz-vereinbar-14202942.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/auf-streife-mit-der-scharia-polizei-in-aceh-indonesien-14183815.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Ist er dement?

11. Dezember 2015

Salman

Auf „FAZ.NET“ wagt Rainer Hermann einen Blick in das Reich des Bösen (1).

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Die Last des Herrschers

Vor dem saudischen König Salman türmen sich die Probleme: Kriege im Norden und Süden des Königreichs, in Syrien und im Jemen; die Gefahr des IS und der niedrige Ölpreis. Aber ist der 80 Jahre alte König noch handlungsfähig? Oder längst dement?

Saudische Könige sind alt, wenn sie ihr Amt antreten. Abdullah Bin Abdalaziz Al Saud war 79 Jahre alt, als er den Thron bestieg. Sein Nachfolger und Halbbruder Salman Bin Abdalaziz Al Saud hatte das gleiche Alter erreicht, als er im Januar König wurde. In Zeiten, in denen sich die Welt weniger schnell verändert hat, war die Seniorität absolut herrschender Monarchen wenig ins Gewicht gefallen. Heute aber sieht sich Saudi-Arabien im Inneren wie im Äußeren Herausforderungen ausgesetzt, die sich zu einer existentiellen Bedrohung entwickeln könnten, wird nicht rechtzeitig gegengesteuert.

Kriege im Norden und Süden des Königreichs, in Syrien und im Jemen; im Osten das sich hegemonial gebärdende Iran; im Äußern wie im Inneren die Gefahr des islamistischen Terrors; das Königreich selbst ist ein Wohlfahrtsstaat, der kaum mehr zu finanzieren ist; und zu allem Überdruss liegt der Ölpreis bei weniger als der Hälfte dessen, was nötig wäre, um den Staatshaushalt zu finanzieren, der sich fast ausschließlich aus den Öleinnahmen speist. Dass der Ölpreis so tief gefallen ist, war eine Entscheidung des Königreichs Saudi-Arabien, das darunter aber weniger leidet als jene, gegen die es seine Ölwaffe einsetzt.

Heute ist Salman alt und krank. Zumindest einen Schlaganfall hat er hinter sich. Gerüchte halten sich, dass erste Anzeichen von Demenz zu erkennen seien. In Gesprächen sei er zu Beginn noch aufmerksam, dann lasse die Konzentration aber nach. Dabei war Salman einer der wirkungsvollsten Macher im Haus Saud. 1955, er war damals 20 Jahre alt, wurde er Gouverneur seiner Geburtsstadt Riad, und er blieb es – mit kurzen Unterbrechungen – bis 2011, als er, der mit der Armee nie viel zu tun hatte, anstelle seines verstorbenen Vollbruders Sultan Bin Abdalaziz Al Saud Verteidigungsminister wurde und, wie Sultan, zweiter Kronprinz. Also der dritte Mann im Königreich.

Als Salman 1955 den wichtigsten Posten Riads übernahm, lebten in der Hauptstadt gerade einmal 100.000 Einwohner, und Riad war eher eine kleine, staubige Oase in der Mitte der Wüste. Als er den Posten 2011 abgab, war die Zahl der Einwohner auf mehr als 5 Millionen gewachsen, und Riad war eine moderne Metropole der arabischen Welt geworden. Die Petrodollars halfen, die der Ölpreisanstieg von 1973 an in die Staatskasse spülte.

Doch Salman, der keine allzu große formale Schulausbildung genoss, tat, wie auch sein Vater Abdalaziz Al Saud, der Gründer des Königreichs, häufig mit einem beduinischen Instinkt das Richtige. Großzügig und schachbrettartig ließ er die schnell wachsende Stadt anlegen, mit Schnellstraßen und einem dichten Straßennetz, mit Schulen und Krankenhäusern. Als Hauptstadt des größten Ölexporteurs zog sie immer mehr wirtschaftliche Unternehmen an.

Salmans Riad ist keine klassische arabische Stadt geworden. Riad gleicht eher einer modernen amerikanischen Großstadt als Kairo oder Bagdad. Die Hauptstadt Saudi-Arabiens wurde für Autos geplant und nicht für Fußgänger, sie sieht keine öffentlichen Plätze vor, sondern klimatisierte Shopping Malls, in denen sich das öffentliche Leben abspielt.

Die Verdienste des Gouverneurs gingen weit über die Stadtplanung hinaus. Wann immer – meist berechtigte – Kritik an den vielen Prinzen des Hauses Saud geübt wurde: Salman war davon ausgenommen. Er stand für eine gute Regierungsführung und eine nicht korrupte Verwaltung. Die Untertanen attestierten ihm einen Gerechtigkeitssinn, den sie anderen Mitgliedern des Hauses Saud absprachen. Wohl wegen dieser Fähigkeiten wurde er im Jahr 2000, als der damalige Kronprinz Abdullah zur Beilegung offener Fragen der Al Sauds einen Familienrat einrichtete, an dessen Spitze berufen. Salman wurde damit der wichtigste Mann bei der Schlichtung von Interessenkonflikten im Haus Saud mit seinen vielen tausend Prinzen.

Als ein Reformer wie sein Vorgänger im Amt, Abdullah, galt Salman aber nie. Eher als ein pragmatischer, unideologischer Macher. Auch für ihn gilt, wie für die meisten Mitglieder des Hauses Saud, dass er „fortschrittlicher“ ist als die Mehrheit der Untertanen, die weiter dem Glauben huldigen, dass das Leben im Königreich und darüber hinaus den Regeln ihres intoleranten wahhabitischen Islams zu unterwerfen sei. Er befürwortet zwar gesellschaftliche Veränderungen, forderte aber 2007, dass der Reformprozess nicht zu schnell und zu tief verlaufen dürfe, weil sonst ein Aufstand der – reaktionären – Geistlichkeit drohe, die um ihre Macht fürchtet.

Als er im Januar 2015 vom Kronprinzen zum König aufstieg, trug er seinem hohen Alter Rechnung und leitete den Übergang in die Generation der Enkel des 1953 verstorbenen Gründers des Königreichs, Abdalaziz Al Saud, ein. Erster Kronprinz wurde der 1959 geborene Innenminister Muhammad Bin Nayef Al Saud, zweiter Kronprinz sein 1985 geborener Lieblingssohn Muhammad Bin Salman Al Saud. Während der Erste für die innere Sicherheit verantwortlich ist, übertrug Salman seinem Sohn weitreichende Vollmachten in der Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik.

Denn als neuer Verteidigungsminister führt dieser die saudische Armee, als Präsident des neu eingerichteten Hohen Wirtschaftsrats bestimmt er die Linien der Wirtschaftspolitik, als Aufsichtsratsvorsitzender des Ölkonzerns Aramco formuliert er die Ölpolitik mit, als Chef des königlichen Hofs entscheidet er, wer Zugang zu seinem Vater, dem König, bekommt – und wer nicht. Auf den als unbeherrscht geltenden Muhammad Bin Salman war die Aussage des Bundesnachrichtendienstes gemünzt, die lange berechenbare saudische Politik sei „impulsiv“ geworden und damit eine Gefahr für die Stabilität.

Während König Abdullah eine panarabische Agenda verfolgte, stehen für Salman und seinen Sohn Muhammad allein saudische Machtinteressen auf dem Spiel. Die Kriege im Jemen und in Syrien gelten dem Zurückdrängen des iranischen Einflusses. Die aggressive Ölpolitik, also die Weigerung, die Ölproduktion trotz des Überangebots an Öl auf dem Weltmarkt zu drosseln, soll unbotmäßige Länder wie Iran und Russland in die Knie zwingen und den amerikanischen Frackern zeigen, dass die Saudis am längeren Hebel sitzen.

Diese Politik hat ihren Preis: Die Reserven schmelzen rasch dahin. Allein der Krieg im Jemen soll bereits mehr als 70 Milliarden Dollar gekostet haben, ein Zehntel der offiziell angegebenen Reserven. Im November reiste des IWF-Chefin Christine Lagarde nach Riad und mahnte rasche Reformen an. Nichts deutet darauf hin, dass der alt gewordene König Salman die Mahnung verstanden haben könnte.

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Time am 11. Dezember 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/die-last-des-saudischen-herrschers-salman-in-riad-13959405.html

Steine sind stumm

5. September 2015

Palmyra

Warum eigentlich ereifern sich unsere MSM so über die Abtragung von ein paar Steinen, die vor ein paar hundert Jahren übereinandergeschichtet wurden?

Jeden Tag werden weltweit an die 300 Christen wegen ihres Glaubens ermordet (1), die meisten von ihnen von Mohammedanisten. Dennoch herrscht bei uns unter der Mehrheit der Bürger der Konsens, dass sie nicht besonders schutzbedürftig seien, beim Asyl nicht bevorzugt werden sollten, und dass statt ihrer vielmehr eine Million mohammedanistischer, jungmännlicher Wirtschaftsflüchtlinge und Jihadisten ohne Wenn und Aber bei uns aufgenommen werden sollen. Das Leben von mehr als Hunderttausend jährlich ermordeter anständiger Menschen ist völlig egal, aber ein paar umgestoßene Steine eines längst vergangenen heidnischen Kultes in einem syrischen Kaff namens Palmyra rühren zu Tränen?

Die Innenstadt von Würzburg ist im Krieg gegen den deutschen Nationalsozialismus zu 95% zerstört worden. Heute aber sieht sie schmuck aus wie eh und je. Es wäre kein Problem, all die Steine wieder kunstvoll übereinanderzuschichten, wenn der IS-IS zerschmettert würde. Da braucht es auch gar keine Science-Fiction-Lösung wie die von Lena Bopp von der „FAZ“, die „Mit 3-D-Druckern gegen das Vergessen“ kämpfen will (2). Das geht schon jetzt und ist nicht schwer, nur eben muss der IS-IS vernichtet werden – aber nicht unbegründeterweise vertritt z.B. der arabische Dichter und Counterjihadi Adonis die Ansicht, dass dieses widerwärtige Terrorregime vom Westen gewollt ist (3).

In der FAZ faselt Rainer Hermann ausgehend von den Zertörungen in Palmyra von der Inspiration der Moderne für den IS-IS. Nach 1.400 Jahren ununterbrochener mohammedanistischer Eroberungs- und Vernichtungskriege hat er die Borniertheit zu formulieren (4): „Der ,Islamische Staat‘ setzt in Palmyra sein Zerstörungswerk fort. Mit der Tradition des Islam hat das nichts zu tun. Es ist ein Produkt der Moderne.“

Tja, wenn man es sich auf einem Berg von 400 Millionen durch Mohammedanisten Ermordeter bequem gemacht hat, kann man leicht die Ausrottung der Christen und Juden in Arabien durch Mohammed, die Zerstörung der Weltbibliothek von Alexandria oder die Vernichtung der indischen Nation Sind (5) aus dem Blick verlieren.

„Sie haben da was missverstanden, Herr Hermann“, meint denn auch FAZ-Leser Albert Schultheis und schreibt:

„,Der ,Islamische Staat‘ setzt in Palmyra sein Zerstörungswerk fort. Mit der Tradition des Islam hat das nichts zu tun. Es ist ein Produkt der Moderne.‘ – Nein, die Moderne steht für ein Aufblühen der Kunst, der Literatur, der Freiheit des Geistes und des Körpers und sie stellt sich damit in die Tradition der Renaissance und der Aufklärung. Nichts könnte abwegiger sein, als die Halsabschneider der vormittelalterlichen Allah-Krieger in die Tradition der Moderne zu stellen, denn diese war zuallererst das Aufbegehren gegen die jahrhundertealte Abhängigkeit der Menschen von religiösen Dogmen und überlieferten Traditionen – übrigens egal ob christliche, jüdische oder islamische. Aber gerade auf diese Moderne haben die Allah-Krieger des IS ihre Zerstörungswut gerichtet, weil die Moderne und der säkulare Staat, der aus ihr hervorging, ihren primitiven Glaubensgrundsätzen diametral und unvereinbar gegenüberstehen. Das hindert sie freilich nicht, all die ,geilen‘ Produkte der Moderne zu nutzen.“

Was also soll das Gejammer um die Zerstörung der alten römisch-griechisch-syrischen Tempel?

Ich habe das Gefühl, dass hier Kritik am Mohammedanismus bequem und wohlfeil ist. Wie viele andere fanatische oder gekaufte Lakaien in den MSM ist Herr Hermann der Ansicht, dass es eine gute Sache ist, wenn der Nazislahm zur herrschenden Ordnung in Europa wird, aber ganz so deutlich traut man sich denn doch noch nicht zu sprechen.

Da macht es sich gut, wenn man zur Tarnung der eigentlichen Agenda auch mal ein bißchen auf Extremformen des Mohammedanismus schimpfen kann und dicke Krokodilstränen über den Rückbau antiker Gebäude vergießt.

Das wirkt objektiv, tut niemand weh und weckt keinen Widerstand, denn:

Steine sind stumm.

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Palmyra

Der Kulturvandalismus der Islamisten

Der „Islamische Staat“ setzt in Palmyra sein Zerstörungswerk fort. Mit der Tradition des Islam hat das nichts zu tun. Es ist ein Produkt der Moderne.

Die Liste der vom „Islamischen Staat“ begangenen Zerstörungen wird immer länger: Sie beginnt im Irak mit dem Museum und der Stadtmauer von Mossul, setzt sich in Nimrud und Hatra fort und hat nun im syrischen Palmyra einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Neben vorislamischen antiken Stätten machen die Barbaren des 21. Jahrhunderts Moscheen und Grabmäler dem Erdboden gleich, Kirchen und Klöster. Mit diesem Kulturvandalismus und der Orgie der Gewalt will uns der IS provozieren, uns unsere Ohnmacht vor Augen führen und zeigen, wer in der Levante das Schwert führt.

Doch der Terror hat mit dem primitiven dualistischen Weltbild des IS auch eine theologische Dimension. Die Ideologen des IS verherrlichen einen idealisierten frühen Islam, und sie negieren damit die 1400 Jahre lange Geschichte ihrer Religion mit all den Traditionen, in denen sie sich manifestiert hat: den mystischen Islam ebenso wie den schiitischen, die Volksfrömmigkeit ebenso wie die Vielfalt der theologischen Lehrmeinungen. Der IS-Terror löscht diese Manifestationen des historischen Islams aus und liquidiert diejenigen, die diese Ausprägungen leben.

Zeitalter der Unwissenheit

Opfer des IS-Terrors sind daneben jene, die ihr Weltbild nicht (allein) mit dem Islam begründen. Denn der IS kennt nur zwei Zustände der Welt: das Ideal des frühen Islams und die sogenannte „Welt der Unwissenheit“. Die Muslime bezeichnen gewöhnlich die Zeit vor dem Islam als das „Zeitalter der Unwissenheit“. In der Moderne aber hat sich der Blick auf die Zeit vor dem Islam verändert. So führte gerade die vorislamische arabische Dichtung, die Tugenden wie Ehre, Tapferkeit und Milde gegenüber dem Feinde pries, zur Herausbildung eines nichtreligiösen arabischen Nationalstolzes – was nicht im Sinne des IS ist.

Kategorisch verwirft der IS auch die nationalen Identitäten der wenigen nahöstlichen Staaten mit stabilen Grenzen, die in vorislamischen Kulturen gründen: Das moderne Ägypten leitet seine Identität von der pharaonischen Kultur ab, das moderne Tunesien von Karthago, der Libanon von den Phöniziern, Iran von den Achämeniden in Persepolis. In diesen Ländern entwickelte sich ein Nationalbewusstsein, das nicht des Islams bedarf. Die Verherrlichung der vorislamischen Geschichte ist somit stets Merkmal eines säkular orientierten Nationalismus.

Nationalstolz jenseits der Religionen

Gerade die Oasenstadt Palmyra hat zur Entstehung eines arabischen Nationalstolzes jenseits der Religionen beigetragen. So hatte Zenobia, die legendäre arabische Herrscherin Palmyras, Rom herausgefordert und vorübergehend die Araber mächtig werden lassen. In ihrem Jahrhundert, dem dritten nach Christus, wurde in Rom ein Araber Kaiser, Palmyra war eine bedeutende arabische Handelsstadt – alles vor dem Islam. Erst Palmyras Niedergang leitete Mekkas Aufstieg ein und damit die Entstehung des Islams.

Die Islamisten, die als Identität nur die Gemeinschaft der Muslime akzeptieren, lehnen nationale und ethnische Referenzen kategorisch ab. Sie lassen keine andere Identität als ihre islamische zu. So haben die Saudis beim Export ihres puritanischen Islams stets alte Moscheen abgerissen, um damit lokale Traditionen zu zerstören. An ihrer Stelle bauten sie gleichförmige, angeblich moderne Moscheen, über die sie dann ihren extremistischen Islam verbreiten.

In vielen Ländern haben die lokalen Islamisten jedoch die historischen Kontinuitäten, die in vorislamische Zeiten zurückreichen, längst akzeptiert. In Ägypten stellt niemand die Pyramiden in Frage, in Tunesien niemand Karthago, in Iran niemand mehr die Residenzstadt Persepolis, nachdem zu Beginn der Revolution von 1979 die dortige Bevölkerung einige Bilderstürmer daran gehindert hatte, das Weltkulturerbe Persepolis einzuebnen. In Ländern, die sich über den Islam legitimieren, hat Archäologie aber stets einen schweren Stand. Denn sie zeigt ja, dass die Welt nicht erst mit dem Islam begonnen hat.

In der Tradition des Islams kann das radikale dualistische Weltbild des IS kaum an Vorbilder anknüpfen; es ist ein Produkt der Moderne. Erst der ägyptische Denker Sayyid Qutb, der 1966 hingerichtet wurde, machte die radikale Trennung von Islam und „Unwissenheit“ populär. Er erhob zur „islamischen Pflicht“, Krieg gegen alle zu führen, die, wie die Herrscher Ägyptens, in „Unwissenheit“ verharrten. Qutb hielt die Rückkehr der „Unwissenheit“ – darunter fiel bei ihm auch der säkulare NationaIismus – für das größte Problem des zeitgenössischen Islams. Dafür hatte er nur eine Lösung: Die Herrschaft des Islams müsse überall auf der Welt durchgesetzt werden, und sei es mit Gewalt.

Islamistische Eiferer lehnen selbst islamische Altertümer ab. So hatte Ibn Baz, der dem saudischen König Fahd als Religionsminister und Großmufti diente, die Restaurierung von Altertümern in Mekka und Medina mit dem Argument abgelehnt, sie führe nur dazu, dass die Muslime diese Bauten verehrten, was ein Zeichen von Götzendienst sei, und lenke von der Unterwerfung unter den Einen Gott ab. Ibn Baz predigte in seinem Kampf gegen die „Unwissenheit“ auch, dass sich die Sonne um die Erde drehe. Wenn der IS in einer Tradition steht, dann in dieser.

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Time am 5. September 2015

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1) http://www.katholisches.info/2011/06/09/alle-5-minuten-wird-ein-christ-ermordet-osze-vertreter-legt-zahlen-zur-christenverfolgung-vor/
2) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/mit-3d-ausdruck-gegen-die-zerstoerung-der-is-13782242.html
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/12/29/im-interview-nochmal-adonis/
4) http://www.faz.net/aktuell/politik/islamischer-staat-will-mit-palmyra-zerstoerung-provozieren-13778591.html
5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/09/15/naipaul-zur-vernichtung-von-sind/

Dreht Ratze durch?

26. Juli 2015

Ratze

In der FAZ beleuchtete Rainer Hermann gestern die Situation in der Torkei (1). Nach seiner Einschätzung unterlag der IS-IS einer Fehleinschätzung:

„Ein zweites Kalkül geht indes nicht auf: Die neue Auseinandersetzung zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen PKK lenkt nicht vom IS ab, und sie erweitert nicht den Spielraum des IS. Im Gegenteil: Ankara erklärt dem IS den Krieg.“

Ob Herr Hermann hier richtig liegt, wird die Zukunft zeigen. Ist nicht vielleicht das angebliche Engagement gegen den IS-IS eher vorgeschoben, während es in Wirklichkeit gegen die Kurden und somit indirekt für den IS-IS geht? Jedenfalls erfolgten die Luftschläge gegen die Kurden zeitgleich mit den Aktionen gegen den IS-IS. Ideolologisch liegt man auch auf gleicher Linie, es geht daher vermutlich nur um die Frage, wer der größte Führer des neuen mohammedanistischen Großreiches wird. Gemessen an seinem Wahnsinn müsste dies Ratze Fuhrergan werden.

Der Führer der Torks, der derzeit alle Voraussetzungen schafft, um sein Land als Diktator beherrschen zu können, was Hermann mit dem Terminus „vorgezogene Neuwahl“ umschreibt, hatte im letzten Jahr durch die Behauptung Aufmerksamkeit erregt, es seien die Türken gewesen, die Amerika entdeckt hätten (2).

Anfang Juli dieses Jahres erfuhr die staunende Weltöffentlichkeit nunmehr vom osmanischen Weltraumprogramm, das den Tork Lagâri Hasan Çelebi 1635 auf dem Mond landen ließ (3).

Wer jetzt glaubt, Ratze sei vollkommen verrückt geworden, liegt vielleicht gar nicht so falsch, aber doch daneben. Zumindest, wenn einer glaubt, Wahnsinn würde die Chancen auf Herrschaft vermindern. Mit dem Wahnsinn bei Orks ist es wie mit ihren evidenten Lügen. Jeder durchschaut sie, jeder sieht die Krankheit, aber alle machen mit, um die Zugehörigkeit zum Schwarm zu demonstrieren. Noch der allergrößte und gefährlichste Schwachsinn wird heilig gesprochen, und dafür sind die mohammedanistischen Grundlagentexte Kloran, Sira und Hadithe der beste Beleg. Ob Urin trinken, mit Tieren Sex haben oder Mäuse aus der Butter fischen, die „heiligen“ Schriften der Mohammedanisten lassen keine Perversion aus.

Ob der Mohammedanismus deshalb zu Deutschland gehört und die Torkei zu Europa?

Ja warum eigentlich nicht, gehören zu Deutschland doch auch ganz offensichtlich Millionen Syrer, Torks, Libyer, Albaner und andere Orks aus aller Welt (4).

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„Islamischer Staat“ und PKK

Der Terror erfasst die Türkei

Nach einem Jahrzehnt weitgehender Ruhe kehrt der Terror gleich an zwei Flanken in die Türkei zurück. Es hätte nicht so weit kommen müssen.

Ein Jahrzehnt war die Türkei weitgehend von Terror verschont. Jetzt kehrt er zurück, gleich an zwei Flanken: Zu Wochenbeginn verübte der „Islamische Staat“ in der Grenzstadt Suruç seinen ersten Anschlag in der Türkei. Bis dahin hatte der IS das Land von seinem Terror verschont. Und am Samstag kündigte die kurdische PKK den Waffenstillstand mit dem türkischen Staat auf; zuvor hatten türkische Jets ihre Stellungen im Nordirak bombardiert. Damit ist der Friedensprozess zwischen Ankara und den Kurden gescheitert; er war sehr weit gediehen.

Es hätte nicht so weit kommen müssen. Die Türkei schien aus ihrer blutigen Geschichte gelernt zu haben. Eine Lektion der neunziger Jahre war, dass der Konflikt mit den Kurden nur politisch und nicht militärisch beigelegt werden kann. Eine zweite Lektion war, dass es gefährlich ist, Islamisten als Waffe gegen die Kurden zu akzeptieren. Der türkische Staat hatte im kurdischen Südosten eine türkisch-kurdische Hizbullah gefördert, um die PKK in die Zange zu nehmen. Dann ging die Hizbullah eigene Wege und terrorisierte auch ihre Schöpfer.

Heute sind Frieden und Wohlstand wieder gefährdet. Eine Terrorzange bedroht die Türkei. Auf der einen Seite steht wieder der Kampf zwischen türkischem Staat und kurdischer Bewegung. Dafür mitverantwortlich ist die PKK, die ihre Racheakte für den Anschlag von Suruç nicht gegen den IS verübt, sondern gegen Vertreter des türkischen Staats, dem sie Kollaboration mit dem IS vorwirft. Es kommt der PKK entgegen, dass sie mit dem Wechsel an der Spitze des türkischen Generalstabs im August wieder einen Armeechef als Gegenspieler haben wird, der den Konflikt mit den Kurden als einen militärischen sieht.

Gefährlicher ist jedoch die andere Seite der Terrorzange. Das Kalkül des IS geht auf, dass der Einsatz eines kurdischen Selbstmordattentäters in Suruç die türkische Gesellschaft aus Türken und Kurden spaltet. Ein zweites Kalkül geht indes nicht auf: Die neue Auseinandersetzung zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen PKK lenkt nicht vom IS ab, und sie erweitert nicht den Spielraum des IS. Im Gegenteil: Ankara erklärt dem IS den Krieg.

Vorausgegangen war, dass der IS wichtige Grenzübergänge zur Türkei an die syrischen Kurden verloren hat – also an die erfolgreichsten Bodentruppen, die gegen den IS kämpfen. Damit büßte die Türkei für den IS Bedeutung ein; parallel ging Ankara stärker gegen IS-Kämpfer in der Türkei vor. Das alarmierte die schlafenden IS-Zellen in der Türkei. In ihnen sollen sich 7000 Sympathisanten zusammenfinden. Lange galten sie dem türkischen Staat als nützliche Idioten, da sie ja – wie auch Erdogan – den Sturz des Regimes von Baschar al Assad wollen. Ankara ließ sie in Ruhe.

Die IS-Zellen sind auch die Fortsetzung der nie ganz ausgerotteten Hizbullah, die sich ideologisch wenig vom heutigen IS unterschied. Die Hizbullah ist der dschihadistische Geist, der aus der Flasche ist und nicht zurück will. Akut ist heute die Gefahr, dass sie als Vergeltung für die türkischen Luftschläge Anschläge vorbereitet. Eine wiedergeborene Hizbullah könnte sich gegen den türkischen Staat erheben, sie könnte einen türkischen Ableger des IS bilden und mit Selbstmordanschlägen – auch in türkischen Städten – Chaos erzeugen. Früher hatte sich der Terror der PKK gegen Einrichtungen des türkischen Staats gerichtet, heute richtet sich der Terror des IS gegen die Zivilbevölkerung.

Die Türkei wird in den syrischen Bürgerkrieg hineingezogen. Das allein ist schlimm genug. Aber es geschieht auch noch auf türkischem Boden. Der Krieg greift auf die Türkei über. Der politische Gewinner könnte Staatspräsident Erdogan sein. Bei der Parlamentswahl vom 7. Juni hatte seine AKP die absolute Mehrheit verpasst. Immer deutlicher sind am Horizont die Zeichen einer vorgezogenen Neuwahl zu sehen, die dieses Missgeschick korrigieren soll. Erdogan wird argumentieren, nur eine starke Regierung könne das Chaos in Griff bekommen. Damit die AKP die absolute Mehrheit zu bekommen kann, muss die kurdische HDP diesmal an der Sperrklausel von zehn Prozent scheitern. Sollte Ankara es erreichen, dass die HDP den Ruf einer friedlichen Partei verliert, könnte das Spiel aufgehen. Der Verlierer einer solchen Politik wäre die Türkei.

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Time am 26. Juli 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/tuerkei/islamischer-staat-und-pkk-der-terror-erfasst-die-tuerkei-13720142.html
2) http://armenianweekly.com/2015/07/21/erdogans-dangerous-actions/
3) http://worldnewsdailyreport.com/ottomans-were-the-first-to-reach-the-moon-says-turkish-president/
4) http://www.pi-news.net/2015/07/flutung-mit-invasoren-ist-ein-elitenprojekt/#more-472399

Flüchtlinge? Invasoren!

21. April 2015

Orkarsch

Auf „FAZ.NET“ verfolgt Volker Zastrow heute das Thema „IS-IS“ weiter (1).

Sein sehr lesenswerter Kommentar krankt an der üblichen Stelle: Er weigert sich, die mohammedanistischen Grundlagentexte verantwortlich zu machen. Weil Zastrow selbst unideologisch denkt und auch nicht religiös ist, kann er die Macht einer ausgefeilten Lehre nicht begreifen und spüren. Marxistisch geprägt setzt er voraus, dass „das Sein das Bewusstsein“ bestimmt, dass die einsickernden Orks durch die Segnungen des Kapitalismus und der offenen Gesellschaft „schon irgendwie integriert“ werden. Ein Blick auf die zutiefst ideologisch geprägte mohammedanistische Sphäre lässt aber diese Hoffnung unwahrscheinlich wirken.

Im Interesse des Appeasements gegenüber 1,5 Milliarden Wahnsinnigen würde er die Grundlagentexte weiterhin auch dann nicht verwerfen, wenn er ihre Niedrigkeit, Bosheit und ungeheure Wirkungsmacht erkannt hätte. Der Erfolg des IS-IS beruht aber nicht vor allem auf einer intelligenten Führung, sondern auf einer Führung, die die mohammedanistische Lehre für jedes Ork ganz offensichtlich korrekt im Sinne ihres Begründers interpretiert. Die SA-lafisten und Jihadisten können jedes Streitgespräch für sich entscheiden. Sie haben, aus Richtung des Mohammedanismus gesehen, schlicht recht.

Insofern die mohammedanistische Religion die mohammedanistische Kultur formt, also die Lebensart von der Kleidung über die Ernährung zur Erziehung der Kinder, wird der Einfluss der Jihadisten total. Das macht sie unglaublich stark und erschließt ihnen alle Ressourcen der mohammedanistischen Sphäre.

Das mangelnde Verständnis für die Religion verschließt Herrn Zastrow leider auch das Erkennen der eigentlichen Gefahr: Das massenhafte Eindringen von sogenannten „Flüchtlingen, die bei uns eine Zuflucht vor dem Horror suchen“ in Europa ist tatsächlich die Invasion durch Scharen von Jihadisten, welche unsere Territorien in den Geltungsbereich der Scharia überführen wollen.

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„Islamischer Staat“

Ein Krieg der Intelligenz

Warum blieben die Terroristen des „Islamischen Staats“ so lange im Verborgenen? Weil er höchst professionell im Verborgenen operierte und erst zuschlug, als er stark genug war. Die Fäden zogen Geheimdienstler.

In den letzten Monaten sind mehr und mehr Analysen und Deutungen des „Islamischen Staats“ erschienen, die dieses Phänomen verständlicher gemacht haben. Das war um so wichtiger, als der IS praktisch aus dem Nichts aufgesprungen ist. Inzwischen ist er kenntlicher. Und er hat Niederlagen hinnehmen müssen. Es bleibt aber erklärungsbedürftig, warum diese Gefahr so spät auf den Bildschirmen politischer Wahrnehmung auftauchte. Und das nicht nur im Westen – in der Wissenschaft und Politik, bei Geheimdiensten und Medien -, sondern auch an den Orten des Geschehens. Gerade darin liegt ja das Geheimnis der IS-Erfolge. Niemand war vorbereitet. Es gab anfangs kaum nennenswerten Widerstand.

Rainer Hermann, unser langjähriger Korrespondent, hat in zahlreichen Artikeln und nun auch in einem Buch („Endstation Islamischer Staat?“) das apokalyptische Programm des IS in den Zusammenhang eines Religionskriegs zwischen Sunniten und Schiiten gestellt; er hat die These auch in dieser Zeitung vorgestellt. Der welterfahrene Journalist Eugen Sorg (2) wiederum beschreibt das propagandistische Konzept des IS: ein „Management der Barbarei“, das auf den ehemaligen Chefdenker von Al Qaida zurückgeht, einen gebildeten Intellektuellen. Die planerische Absicht, die konzeptionelle Intelligenz, das durchdachte Kalkül: All das ist hinter dem schreckenstiftenden Furor dieser Verbrecher immer deutlicher geworden. Ebenso wie die offen erklärte Absicht, einen Staat zu errichten, der keine Grenzen anerkennt.

Nun fügt der kenntnisreiche Christoph Reuter in einem Buch („Die schwarze Macht“) und einem „Spiegel“-Artikel (3) einen Eckstein der Analyse hinzu. Der Reporter belegt mit Dokumenten und Zeugenaussagen, dass der IS unter seiner schwarz spiegelnden Dschihad-Oberfläche einen kalten politischen Kern besitzt, nämlich einen mächtigen, infiltrativen Geheimdienst. Reuter nennt daher den IS verdeutlichend ein „Stasi-Kalifat“.

Dazu kam es nicht von ungefähr. Denn der Architekt dieser Struktur war ein Geheimdienst-Mann mit dem Tarnnamen Haji Bakr. Sein Handwerk hatte er im Spitzel- und Unterdrückungsapparat Saddam Husseins gelernt. Die Strukturen des IS und seine Strategie entstanden mithin nicht naturwüchsig, etwa aus einer sozialpolitischen „Bewegung“, sondern aus der Anwendung der alten Methoden im Umfeld einer zerfallenden Ordnung.

Es begann mit der Infiltration syrischer Ortschaften über scheinbar unverdächtige islamische Missionszentren – Tarneinheiten des IS. Sie sickerten in die örtliche Gesellschaft ein und erhoben nach detailliertem Plan Informationen über die dort lebenden Personen, Familien und Gruppen. So wurden die Voraussetzungen geschaffen, durch Erpressung oder Gewalt, Zug oder Druck, zu gegebener Zeit in örtlichen Zentren die Macht zu ergreifen. Häufig genügten dafür ein paar gezielte Morde, zu offenen Schlachten kam es erst gar nicht. Weil der IS planvoll und synchron zuschlug, konnte er nach dieser Vorbereitung so schnell große Erfolge erzielen.

Eine straff organisierte Kadertruppe

Reuter beschreibt, dass Dschihad und Scharia sowie die verordnete Frömmelei im IS nur vorgeschoben sind und einem einzigen Ziel dienen: Überwachung und Herrschaft zu etablieren. Haji Bakr wurde Anfang des vergangenen Jahres erschossen, in seinen Räumen fand sich kein Koran. Auch sein Begriff für Bekehrung, „takwin“, sei nicht religiös, sondern aus dem Bauwesen. Der IS wird also, folgt man Reuter, nicht von religiösen Fanatikern beherrscht – übrigens auch nicht vom „Kalifen“ al Bagdadi -, sondern von einer „straff organisierten Kadertruppe“. An deren Spitze steht ein Geheimzirkel, die „Männer des Lösens und Bindens“. Der sogenannte Schura-Rat als nominell höchstes Gremium trifft in Wirklichkeit nicht die wesentlichen Entscheidungen. So wird die gesamte Organisation des IS von einer parallelen Befehlsstruktur kontrolliert.

Was Reuter hier nachzeichnet, ist der Doppelstaat, ein Kadersystem, wie man es von allen totalitären Formen der Herrschaft kennt. Angst und Schrecken nutzt sie nur als Instrumente. Ihr eigentliches Wesen ist die planvolle Durchdringung der gesamten Gesellschaft zwecks verdeckter Machtausübung. Das Herz einer solchen Struktur ist immer eine Mördergrube: ein Geheimdienst. Und das erklärt – bei Reuter genau nachzulesen – endlich überzeugend, warum der IS uns so lange verborgen blieb. Weil er eben höchst professionell im Verborgenen operierte und erst zuschlug, als er stark genug war. Noch ist er keineswegs besiegt, trotz aller Niederlagen, die er in letzter Zeit einzustecken hatte. Reuter fürchtet, der IS könne durch den heraufziehenden Krieg zwischen Sunniten und Schiiten schließlich sogar zur zentralen Macht im Nahen Osten aufsteigen.

All das geht uns entschieden an. Die Welt ist verknüpft – unmittelbar verkörpert durch die Flüchtlinge, die bei uns eine Zuflucht vor dem Horror suchen. Es ist eine ganz eigene Gefahr, dass sich währenddessen in Europa selbst unter den Gebildeten eine Liebe zu einfachen Lösungen auszubreiten scheint. Denn der Krieg, der schon stattfindet, ist ein Krieg der Intelligenz.

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Time am 21. April 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/warum-blieb-der-islamische-staat-so-lange-im-verborgenen-13546063.html
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/handbuch-des-dschihadismus-kein-unglaeubiger-soll-sich-mehr-sicher-fuehlen-13546097.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
3) http://www.spiegel.de/politik/ausland/haji-bakr-der-terror-planer-des-islamischen-staats-is-a-1029289.html

Krebsgeschwür Mohammedanismus

21. März 2015

Flucht

Allmählich dämmert es den aberwitzigsten Islamverstehern, dass da etwas sehr Grausames und Gefährliches Meter für Meter an Boden gewinnt.

Die Erkenntnis, dass der Terror nicht in Tunesien haltmachen wird sondern die Menschheitsvernichtung vollenden will, und die Erkenntnis, dass das Problem nicht nur die Avantgarde des Nazislahm sondern die gesamte verfluchte Religion des Nihilismus ist, bleiben einstweilen leider immer noch Alleinstellungsmerkmale des Counterjihad.

Lesen Sie einen Artikel von Rainer Hermann aus der gestrigen „FAZ“ (1).

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Anschlag von Tunis

Das Krebsgeschwür Terror

Der islamistische Terror hat Tunis erreicht, die Hauptstadt der einzigen funktionierenden Demokratie in der arabischen Welt. Die ganze Region steht vor einer gewaltigen Herausforderung.

Was lange nur befürchtet wurde, wird Wirklichkeit: Der islamistische Terror schwappt von Syrien und vom Irak auf andere Länder über. In Europa war Anfang Januar Paris das Ziel, in Nordafrika war es jetzt Tunis, die Hauptstadt der einzigen funktionierenden Demokratie in der arabischen Welt. Auch dieses Mal haben sich die Terroristen ihre Ziele mit Bedacht ausgesucht: Erst stürmten sie das Parlament und somit die Kerninstitution der Demokratie, die ihnen verhasst ist; dann gingen sie gegen das Nationalmuseum vor, das zu den schönsten seiner Art um das Mittelmeer zählt, und zeigten damit abermals ihre Verachtung für Geschichte und Kultur – wie zuletzt in Ninive, Mossul und anderen Orten des Iraks.

Offenbar wird, dass diese mordenden Extremisten vor allem eines anstreben: Sie wollen die Zivilisation zerstören. So drohte einer ihrer Führer, Tunesien werde erst zur Ruhe kommen, wenn der Islam – womit er natürlich „seine“ Version des Islams meint – über das Land herrsche.

Diesem Terror hat der tunesische Präsident Essebsi in klaren Worten den Krieg erklärt, und er weiß die Welt an seiner Seite. Eigentlich wollte Essebsi vor allem Arbeitsplätze schaffen und die neuen Freiheiten sichern. Nun haben sich die Prioritäten verschoben, und es ist zu wünschen, dass die politische Klasse das nicht als Aufforderung versteht, einen Rückfall in autoritäre Verhaltensweisen einzuleiten. Es stimmt hoffnungsvoll, dass die tunesische Gesellschaft zuletzt Reife gezeigt und jedweden Extremismus zurückgewiesen hat.

Nicht allein Tunesien, die ganze Region steht vor der gewaltigen Herausforderung, den Terror zu bekämpfen und zu besiegen, der vom „Islamischen Staat“ (IS) befeuert wird. Bereits fest im Griff hat dieser Terror das Nachbarland Libyen, das immer mehr zerfällt. Von dort greift er nach Ägypten, wo Terroristen, die sich zum IS bekennen, Polizisten und Soldaten angreifen. In Tunesien haben sie sich sicher genug gefühlt, aus den Bergen hinabzusteigen, wo sie sich Gefechte mit der Armee geliefert hatten, um mitten in der Hauptstadt zuzuschlagen. Zum Anschlag hat sich der IS bekannt, die Identität der Attentäter ist aber nicht von Belang. Denn die Terroristen des IS und der Al Qaida konkurrieren immer weniger miteinander, sondern verschmelzen, zumindest in Nordafrika – was die Gefahr, die von ihnen ausgeht, nur weiter erhöht.

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Time am 21. März 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/anschlag-von-tunis-das-krebsgeschwuer-terror-13494051.html

Das hat doch keinen Sinn

8. März 2015

IS-IS

Rainer Hermanns Auffassung vom Mohammedanismus hat einen großen Sprung nach vorne getan. In einem aktuellen Artikel auf „FAZ.NET“ weist er die Propagandalügen zurück, der „IS-IS“ sei per se „unislamisch“, habe „nichts mit dem Islam zu tun“ und sei auch gar kein Staat (1). Solche Behauptungen seien „Augenwischerei“.

Doch dann begeht er einmal mehr einen entscheidenden Fehler, indem er schreibt:

„Den Aufrufen zu kämpfen stehen im Koran aber mehr Aufrufe gegenüber, Frieden zu schließen; auch gibt es im Koran mehr Stellen, die von Vergebung handeln als von Vergeltung. Für heutige Leser ist der Koran, der im Verlauf von 22 Jahren entstand, ein Buch der Widersprüche, so wie andere vormoderne Texte auch. Seine Auslegung wird dadurch erschwert, dass er sich meist kurzfasst. Mohammeds Zeitgenossen wussten ja noch, auf welche Ereignisse sich eine Sure bezieht. Spätere Generationen wussten das nicht mehr.“

Es hat keinen Sinn, den Orks die Hand reichen zu wollen, indem man sagt, der Kloran müsse im Kontext seiner Zeit gelesen werden. Die Orks wollen diese Hand nicht. Für sie ist der Kloran das klar verständliche, originale und für alle Zeiten gültige Wort des Wesens, welches das gesamte Universum geschaffen hat. Dieses Wort ist für sie zu allen Zeiten gleich und unveränderbar. Es bedeutet für sie dasselbe wie für ihre Glaubensgenossen vor 1.400 Jahren. Es steht außerhalb jeden Kontextes. Diese Auffassung teilen ALLE Mohammedanisten mit Ausnahme von möglicherweise Dr. Mouhanad Khorchide. Die Behauptung der Zeitgebundenheit widerspricht der Auffassung von der Absolutheit des Wortes, und die hat für die Orks absolute Priorität. Sie wissen, dass die Anwendung der historisch-kritischen Methode zweifellos zur totalen Dekonstruktion des Nazislahm führen wird, und sie lehnen sie daher ab.

Es hat auch keinen Sinn, die Perversionen und Verbrechen Klo H. Metzels mit dem Verweis darauf, dass sie vor 1.400 Jahren ausgeübt wurden, schönzureden. Zu allen Zeiten gab es Menschen, die zu Gewalt neigten und Menschen, die lieber eine konsensuale Lösung anstrebten. Auch zu Klo H. Metzels Zeiten gab es mit Sicherheit absolut freundliche und friedliche Menschen, Dattelbauern, Handwerker, Intellektuelle usw. Klo H. Metzel gehörte, wie wir aus den mohammedanistischen Grundlagentexten wissen, zu den bösartigen und grausamen, den extrem kleinkarierten und rachsüchtigen. Die Behauptung, dass es im Kloran mehr Texte gäbe, die zum Frieden aufrufen, als Texte, die zum Kampf aufrufen, ist dahingesagt und unbelegt. Hierbei geht es zudem auch nicht nur um ein quantitatives sondern vor allem um ein qualitatives Verhältnis. Wenn es zehn laue und ambivalente Stellen geben mag, in denen das Wort „Frieden“ vorkommt, dann haben diese kein Gewicht gegen eine Passage von extremer Klarheit und Wucht wie z.B. 2/187, Recl. S. 49:

„Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt… denn Verführung ist schlimmer als Totschlag.“

Dennoch, Rainer Hermann ist auf dem richtigen Weg, und ich wünsche ihm – und uns – alles Gute!

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Islamischer Staat

Nach der Methode des Propheten

Am „Islamischen Staat“ ist vieles islamisch, denn er basiert auf einer engen Auslegung der Quellen. So sieht er sich als Teil des Countdown der Apokalypse, was junge Extremisten gerade aus Europa besonders anzieht.

Es ist Augenwischerei, zu behaupten, der „Islamische Staat“ habe nichts mit dem Islam zu tun und er sei auch kein Staat. Denn der „Islamische Staat“ basiert auf nichts anderem als einer – zugegebenermaßen engen und von der großen Mehrheit der Muslime abgelehnten – Auslegung der Quellen des Islams. Zudem ist der „Islamische Staat“ auch mehr als eine Terrormiliz, als die ihn viele bezeichnen und damit unterschätzen: Er ist ein Staat. Auch das gehört zum Selbstverständnis des Islams. Denn den Muslimen ist seit dem frühen Islam aufgetragen, in einem Staat zu leben. So hat der „Islamische Staat“ viele Institutionen, die einen Staat ausmachen. Nur in einem unterscheidet er sich von allen anderen, klassischen Staaten: Er lehnt Grenzen ab und kennt als einzigen Bezug zur Außenwelt nur den offensiven Dschihad.

Damit knüpfen die Ideologen des „Islamischen Staats“ nahtlos an den Koran an. Wenn im Koran vom Dschihad als dem „Kämpfen auf dem Weg Gottes“ die Rede ist, dann ausnahmslos im Kontext von Kriegen, die mal defensiv, mal offensiv waren. Auf diese Stellen beruft sich der „Islamische Staat“. Den Aufrufen zu kämpfen stehen im Koran aber mehr Aufrufe gegenüber, Frieden zu schließen; auch gibt es im Koran mehr Stellen, die von Vergebung handeln als von Vergeltung. Für heutige Leser ist der Koran, der im Verlauf von 22 Jahren entstand, ein Buch der Widersprüche, so wie andere vormoderne Texte auch.

Wo steht der Islam im 21. Jahrhundert?

Seine Auslegung wird dadurch erschwert, dass er sich meist kurzfasst. Mohammeds Zeitgenossen wussten ja noch, auf welche Ereignisse sich eine Sure bezieht. Spätere Generationen wussten das nicht mehr. Deshalb entwickelte sich eine Tradition der Auslegung, welche diese Geschichtskenntnis weitertrug. Die Theologen des „Islamischen Staats“ lehnen diese Tradition der Exegese ab, sie legen den Koran buchstabengetreu aus, Wort für Wort. Sie rechtfertigen damit die Sklaverei (auch wenn die islamische Theologie diese längst verworfen hat), und so begründen sie auch die Kreuzigung ihrer Gegner.

Über Jahrhunderte war im Alltag der Muslime eine Praxis entstanden, die eine buchstabengetreue Lesart vieler Suren nicht mehr für relevant hielt. Nun zwingt sie die Auseinandersetzung mit dem „Islamischen Staat“ zu einer Standortbestimmung, wo der Islam zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht. Das schließt neben der Exegese des Korans die Überlieferungen des Propheten Mohammed ein. Denn zu den Standardformulierungen zur Rechtfertigung vieler Einzelheiten im „Islamischen Staat“ gehört, dass man der „Methode des Propheten“ folge. So berufen sich jene, die archäologische Kulturschätze erst in Mossul und nun in Nimrud zerstört haben, auf das Vorbild des Propheten, der in der Kaaba von Mekka die Darstellungen vorislamischer Götter zerstört hatte.

Es ist die Endzeiterwartung im „Islamischen Staat“, die auf potentielle Rekruten eine magnetische Anziehungskraft ausübt. Auch sie ist im Koran angelegt, geriet aber in Vergessenheit. Die frühen Suren sind noch voller Warnungen vor dem unmittelbar bevorstehenden Jüngsten Gericht. Spätere Suren regeln indes detailreich das Erbrecht; das tut nicht, wer von der Idee des Zeitenendes besessen ist. Der „Islamische Staat“ behauptet hingegen, er beschleunige das Kommen des nahenden Jüngsten Gerichts.

Countdown der Apokalypse

Auch dabei beruft er sich auf einen Ausspruch Mohammeds. Der soll gesagt haben, im Norden Syriens werde die „Armee des Westens“ nahe der Stadt Dabiq die „Muslime“ angreifen: Die Muslime schlügen sie vernichtend und eroberten (Ost-)Rom; ein falscher Messias verführe danach kurz die Menschheit, bevor der Messias von Damaskus aus die Menschheit zum Jüngsten Gericht führe.

Der „Islamische Staat“ sieht sich als Teil des Countdown der Apokalypse. Dazu, so lautet sein Selbstverständnis, bedürfe es eines Kalifats. Dessen Aufgabe sei es, den letzten Kampf gegen das „Böse“ einzuleiten und die Welt von allem zu reinigen, was vom „wahren Islam“ abweiche. Groß ist der Abscheu vor dem sadistischen Horror im „Islamischen Staat“ auch unter den Muslimen. Die Barbarei hat auch den Zweck, eine Intervention des Westens zu provozieren, damit die Endschlacht endlich beginnen könne.

Dieser apokalyptische Islam zieht offenkundig junge Extremisten gerade aus Europa besonders an, solche, die dort am Rande der Gesellschaft leben und in ihrem Dasein keinen Sinn sehen. Im „Endkampf gegen das Böse“ unter einem charismatischen Führer glauben diese Jugendlichen, einem „göttlichen Auftrag“ zu folgen. Diese Verheißung dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass der „Islamische Staat“ in kurzer Zeit mehr fremde Kämpfer mobilisiert hat als jede andere Terrorbewegung vor ihm.

Leicht wird es der vom Westen geführten Allianz gegen den „Islamischen Staat“ nicht fallen, diesen militärisch in die Knie zu zwingen; denn er ist gut bewaffnet, wird von erfahrenen Offizieren geführt und greift auf eine steigende Zahl von Rekruten aus aller Welt zurück. Um den islamischen Terror dauerhaft zu besiegen, müssen in erster Linie dessen theologische Grundlagen neutralisiert werden. Das aber können nur die Muslime tun.

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Time am 8. März 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/islamischer-staat-nach-der-methode-des-propheten-13468412.html

Gegenmittel? Totale Quarantäne!

22. Januar 2015

Galgenbaum

„Der Galgenbaum“ von Jacques Callot

Ein ungewöhnlich pessimistisches Bild der Zukunft des europäischen freien Westen zeichnete Rainer Hermann gestern auf „FAZ.NET“ (1).

Welche Konsequenzen mag er sehen? Noch ein paar Zigmillionen Orks in unsere Sozialsysteme einwandern zu lassen? Noch mehr Sonderrechte für die Mohammedanisten zu ermöglichen? Noch härter gegen den Counterjihad vorzugehen?

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Arabische Abgründe

Der „Dreißigjährige Krieg der Araber“ hat erst begonnen.
Wo sind die Gegenmittel?

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte für die gewaltigen Verwerfungen im Nahen Osten, dann liefern ihn die Flüchtlingszahlen. Scheinbar unaufhaltsam erreichen sie immer neue Rekordwerte: Jeder zweite der fünfzig Millionen Menschen, die weltweit in ein anderes Land geflohen sind, kommt aus Arabien; erstmals stellen die Syrer die größte Gruppe, und erstmals ist nicht mehr Asien die größte unmittelbare Aufnahmeregion, sondern der Nahe Osten einschließlich Nordafrika. Die meisten Flüchtlinge können nicht in ihre Heimatländer zurückkehren – und sie wollen das auch nicht.

Eine Umkehr des Trends ist nicht abzusehen. Denn der Staatszerfall in Syrien und im Irak, in Libyen und im Jemen treibt immer mehr Menschen in die Flucht. Die Massen, die sich absetzen, gefährden die Stabilität der Länder, die ihnen (noch) Zuflucht gewähren. Im Libanon ist bereits mindestens jeder vierte Einwohner ein Flüchtling. So besteht die Gefahr, dass der Zerfall von Staaten zum Kollaps anderer Staaten führen wird; dass (noch) funktionierende Staaten mit in den Abgrund gerissen werden.

Erst ein kleiner Teil dieser Flüchtlinge hat bisher Europa erreicht. Das allein hat bereits genügt, den Kontinent in Unruhe zu versetzen. Instrumente, den Staatszerfall in der arabischen Welt zu stoppen und umzukehren, gibt es indes nicht. Alles, was die Staatengemeinschaft kurzfristig tun kann, ist zu versuchen, das Übergreifen der zerstörerischen Konflikte auf andere Länder zu verhindern. Dabei hat die Bekämpfung des Terrors Vorrang – mit der Folge, dass mit Regimen zusammengearbeitet werden muss, deren Repression selbst neuen Terror ausbrütet, so lange jedenfalls, wie es dem Westen nicht gelingt, diese Regime von der Notwendigkeit von Reformen zu überzeugen.

Es wird Jahrzehnte dauern, bis im Nahen Osten eine neue Ordnung entsteht, in der sich die Menschen mit neuen, stabilen Staaten identifizieren werden. Der aktuelle Staatszerfall hat einen Punkt erreicht, an dem es keine Umkehr mehr gibt: Zu viele Menschen halten nichts von Staaten, die nur Werkzeuge parasitärer Eliten waren und sind; sie wollen diese Staaten einfach nicht mehr.

Anfang 2015 gibt es einen zweiten Grund zur Sorge: Der Zerfall gleich mehrerer Staaten schafft den Nährboden für eine weitere Eskalationsstufe des islamistischen Terrors. So wächst in Syrien und im Irak eine neue Generation von Terroristen heran. Sie tragen den Terror in den Westen. In der Vergangenheit hatte ein Zehntel der Dschihadisten nach der Rückkehr Terroranschläge in den westlichen Heimatländern verübt; heute kämpfen im Namen des Dschihads allein in Syrien 3000 Westeuropäer – und die meisten werden zurückkehren, sie wollen das jedenfalls.

Die Terrorgruppe, die sich „Islamischer Staat“ (IS) nennt, ist eine weitere Eskalationsstufe des islamistischen Terrors, und sie muss nicht die letzte sein. Schon lange werden Terrorgruppen bekämpft; jedes Mal musste man erkennen, dass sie nur scheinbar zerstört wurden, dass die jeweiligen Nachfolger eine noch größere Gefahr darstellten. Jede Etappe bereitete die nächste vor, stets wuchs das Ausmaß des Terrors. Die Ungeheuer wuchsen im Rhythmus von einem Jahrzehnt heran.

1979 hatte eine puritanisch-fanatische Gruppe um den Saudi Dschuhaiman al Utaibi die Große Moschee von Mekka besetzt. Sie hatte jegliche Verwestlichung abgelehnt, sie rief zum Sturz der „dekadenten“ saudischen Königsfamilie auf und rief den Mahdi, den Messias, aus. Die Al Saud reagierten auf den islamisch motivierten Aufstand mit „mehr Islam“, den sie nun auch exportierten. Auf dieser Welle gelangte Bin Ladin nach Afghanistan. Dort koordinierte er die Rekrutierung von Arabern für den Dschihad gegen die Rote Armee, dort gründete er 1988 Al Qaida, bevor er sich schließlich gegen den Westen wandte. Zielscheibe waren nicht mehr die saudischen Prinzen, sondern jene, die Bin Ladin „Kreuzzügler und Zionisten“ nannte. Er schwor den Taliban Treue und sanktionierte deren „Islamisches Emirat“ in Afghanistan.

Bin Ladin führte Krieg gegen die „Kreuzzügler“, Bagdadi, der Führer des IS, führt Krieg gegen alle „Feinde Allahs“. Bin Ladin billigte ein „Islamisches Emirat“, Bagdadi errichtet ein totalitäres Reich, das sich schon über eine Fläche erstreckt, die so groß ist wie Großbritannien; als „Kalif“ fordert er die Loyalität aller Muslime.

Nicht viel Phantasie gehört dazu, sich vorzustellen, dass es nach dem IS noch schlimmer kommt; wenn etwa ein Nachfolger des IS versuchen wird, seine Herrschaft über die Levante hinaus auszudehnen und dem Rest der Welt den Krieg erklärt. Es wird nicht reichen, den IS allein militärisch zu besiegen. Dazu ist die Ideologie des Dschihads zu weit entwickelt und verbreitet, dazu gibt es bereits zu viele „Krieger“. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war die Zahl der Dschihadisten auf achthundert geschätzt worden. Heute kämpfen allein für den IS 50.000 Krieger. Diesen Krieg gegen den IS kann der Westen nicht allein gewinnen. Wie er sind auch die gemäßigten Muslime bedroht. Der „Dreißigjährige Krieg der Araber“ hat erst begonnen. Und er wird begleitet sein von weiteren Flüchtlingsströmen.

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Time am 22. Januar 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kommentar-arabische-abgruende-13383626.html

Wer kann das glauben?

1. November 2014

A*schdadi

A*schl*ch al A*rschdadi zeigt sein bestes Stück

In seinem gestrigen Leitartikel zeigt FAZ-Korrespondent Rainer Hermann die späte Erkenntnis, dass der IS-IS-Terror, der synonym zum Boko-Haram-usw-usf-Terror gesehen werden kann, und den er „Anarchie“ nennt, schlimmere Auswirkungen habe als die säkularen Despotien des Orients (1).

Wie von der Dimmi-Presse gewohnt tauchen in seiner ansonsten detailreichen Analyse weder Klo H. Metzel, noch der Kloran noch ein anderer Grundlagentext des Mohammedanismus als mögliche Ursachen des Massenmordens auf. Dimmi Hermann will seinen Lesern weismachen, dass die mohammedanistische Ideologie mit dem Elend nicht das Geringste zu tun hat.

Man muss sich aber fragen, wozu der Mohammedanismus überhaupt gut ist, wenn er mit allem nichts zu tun hat und derartig wirkungsschwach ist.

Man muss auch fragen, warum sich die Ork-Schlächter des IS-IS bei ihrem Treiben ausgerechnet auf den Kloran berufen, der doch angeblich dafür als Grundlage nicht taugen soll, da er angeblich total friedlich ist. Warum berufen sie sich nicht auf de Sade oder das örtliche Telefonbuch? Mazyek würde jetzt antworten: „Weil die IS-IS-Mörder israelische Agenten sind, die zur Vernichtung des Mohammedanismus angetreten sind.“

Herr Hermann: „Dennoch soll nicht angenommen werden, dass die alten und neuen arabischen Diktaturen den Terror im Griff haben. Das Gegenteil ist der Fall. Vielfach erzeugen sie diesen durch ihre Unterdrückung erst, wenn sie etwa jede politisch dissidente Meinungsäußerung als ,Terror’ verfolgen, wie es in Ägypten geschieht und in den Golfmonarchien.“

Hat es in der mohammedanistischen Geschichte denn jemals etwas anderes gegeben als Terror und Unterdrückung? Politische Unterdrückung als Ursache von Massenmord und Sklaverei? Also, wenn die IS-IS-Schlächter politisch frei wären, würden sie nicht schlachten und vergewaltigen?

Wer kann das glauben?

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Anarchie oder Diktatur

Der „Arabische Frühling“ ist gescheitert. Der Nahe Osten ist entgegen aller Hoffnung weder demokratisch noch stabil. Die Möglichkeiten lauten nun Anarchie oder Diktatur.

In der arabischen Welt ist es noch schlimmer gekommen, als es im Jahr 2005 die damalige amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice in Kairo befürchtet hat. Rice sagte damals, Amerika habe im Nahen Osten versucht, Stabilität auf Kosten der Demokratie herzustellen, habe dabei weder das eine noch das andere erreicht. Auch neun Jahre später und drei Jahre nach dem Ausbruch der Massenproteste ist die arabische Welt weder demokratisch noch stabil. Das, was viele in Verkennung der dramatischen Umbrüche zu einem „Arabischen Frühling“ verklärt hatten, ist gescheitert. Anders als noch vor einem Jahrzehnt lautet die Alternative nicht mehr Stabilität oder Demokratie. Sie lautet vielmehr Anarchie oder Diktatur.

Denn der „Arabische Frühling“ ist mitnichten ein beschwingter Spaziergang in eine moderne Bürgergesellschaft. Die Massenproteste haben vielmehr einen schmerzhaften und überfälligen Prozess angestoßen, der die verkrusteten Strukturen in der arabischen Welt aufbricht, der Nationen schaffen und aus ihnen heraus neue Staaten hervorbringen soll. Dieser Prozess ist der Preis für eine Geschichte der Fehlentwicklungen. So hatte die arabische Welt in den Jahrhunderten unter osmanischer Herrschaft die Bildung von Nationen und Staaten verpasst, die Europa voranbringen sollte. Dann zogen die Kolonialmächte die Grenzen so, wie es ihren Interessen diente.

In diesen Grenzen errichteten die neuen Eliten, die um das Militär entstanden, schließlich politische Ordnungen, die zwar die Fassade von Staaten hatten, aber ohne Legitimation blieben. Die Eliten brauchten wohl den Staat, um unter sich dessen Ressourcen zu verteilen, meist Renteneinkommen; sie brauchten die Gesellschaft aber nicht und ließen daher keine Teilhabe zu. Die Menschen dieser Staaten waren nie Staatsbürger, und sie sahen in den Staaten keinen Vorteil. Denn die hatten keine Mechanismen für soziale Sicherheit, sie waren auch nicht an einem gesellschaftlichen Ausgleich interessiert.

Die Proteste des Jahres 2011 waren in erster Linie ein Aufbegehren gegen dieses Staatsversagen, und das geht nun in einen Staatszerfall über. Denn die Menschen fragen sich zu Recht, weshalb sie an einem Staat festhalten sollen, der ihnen keinen Nutzen bringt. Das hat zur Folge, dass auf der einen Seite eine neue Anarchie Gesellschaften in einen Strudel nach unten und ins Verderben zieht – zu besichtigen in Syrien und im Irak, in Libyen und im Jemen. Auf der anderen ziehen starke Männer, also Diktatoren, wie der ägyptische Präsident Sisi und die Monarchen am Golf, die Daumenschrauben an. Damit halten sie wenigstens ihre Länder zusammen.

Auch Diktaturen haben den Terror nicht im Griff

Wo Anarchie herrscht, machen sich nichtstaatliche Akteure breit. Heute übernehmen Milizen staatliche Aufgaben, Bandenchefs bilden für ihre kriminellen Aktivitäten ständig neue Allianzen. Der Flickenteppich auf der Landkarte, auf der Grenzen irrelevant werden, verändert sich nahezu täglich.

Der gefährlichste nichtstaatliche Akteur, der sich das Vakuum des Staatszerfalls zunutze macht, ist indes der „Islamische Staat“. Seine Expansion gefährdet fünf Nachbarstaaten unmittelbar und die ganze Welt mittelbar. Die neue Gefahr lässt alte Gewissheiten Makulatur werden. Die Erzfeinde Saudi-Arabien und Iran fühlen sich bedroht; zusammen mit Amerika bilden sie eine – vorerst informelle – Achse gegen den „Islamischen Staat“. Dieser kontrolliert große Gebiete und lebt davon, dass er vielen Muslimen eine sunnitische Identität verspricht. Wie andere totalitäre Regime überlebt auch er nur mittels roher Gewalt.

Der „Islamische Staat“ ist heute eine größere Gefahr für den Weltfrieden als das Regime in Damaskus. Das macht den syrischen Präsidenten Assad zwar nicht hoffähig, lässt aber die Forderung nach seinem Sturz leiser werden – was der Entscheidung gleichkommt, eine Diktatur der Anarchie vorzuziehen. Erste Gespräche zwischen Washington und dem Regime in Damaskus haben stattgefunden.

Dennoch soll nicht angenommen werden, dass die alten und neuen arabischen Diktaturen den Terror im Griff haben. Das Gegenteil ist der Fall. Vielfach erzeugen sie diesen durch ihre Unterdrückung erst, wenn sie etwa jede politisch dissidente Meinungsäußerung als „Terror“ verfolgen, wie es in Ägypten geschieht und in den Golfmonarchien. Der Westen darf sich auf dieses Spiel nicht einlassen, auch wenn er kaum über Mittel verfügte, diese Regime zu einem Umdenken zu veranlassen. So gefährlich der durch Anarchie erzeugte Terror kurzfristig ist, so gefährlich ist langfristig die Diktatur, die jede politische Aktion als „Terror“ kriminalisiert. Zudem haben viele dieser Regime in Syrien den Terror ja in der Hoffnung unterstützt, in Damaskus einen Regimewandel herbeizubomben.

Im Nahen Osten sind wenige Staaten aus historisch gewachsenen Nationen hervorgegangen; Ägypten, Tunesien und Iran gehören dazu. Bis es darüber hinaus wieder eine funktionierende Staatenordnung gibt, wird Zeit vergehen. Der Prozess wird lange dauern und mit viel Anarchie verbunden sein. Das Einzige, was der Westen tun kann, ist, legitime Staatlichkeit zu erhalten oder zu helfen, sie neu zu schaffen.

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Time am 1. November 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/kommentar-anarchie-oder-diktatur-13239672.html

Wegschauen geht nicht mehr

7. August 2014

Helnwein

Rainer Hermann hat heute auf „FAZ.net“ einen Kommentar zu den Auseinandersetzungen zwischen Yeziden und „Islamisten“ in Herford vorgelegt (1), dem in weiten Teilen zuzustimmen ist, der aber auch zeigt, dass Herr Hermann bei aller Detailkenntnis m.E. das Problem nicht wirklich verstanden hat (2).

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Krawalle zwischen Yeziden und Islamisten

Wegschauen geht nicht mehr

Die Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und Yeziden in Herford zeigen, dass die Kämpfe in Syrien und im Nordirak auch uns betreffen. Die Gefahr durch islamistische Extremisten kann nicht mehr kleingeredet werden.

Wer geglaubt hatte, dass uns weder der Bürgerkrieg in Syrien etwas angehe noch die Barbarei des „Islamischen Staats“ im Irak, wird jetzt eines Besseren belehrt. Wie weit entfernt Karakosch, das bis Mitte der Woche das Zentrum der irakischen Christen war, und Sindschar, der Berg der Yeziden, auch liegen mögen: Was dort geschieht, wirkt sich auch in Deutschland aus. Seit Sympathisanten des „Islamischen Staats“ in Herford auf offener Straße Yeziden angegriffen haben, sind Karakosch, Sindschar und Herford nicht mehr zu trennen.

Viel zu lange haben hierzulande die Politik und die Verbände, vor allem die muslimischen, der Ausbreitung der salafistisch-dschihadistischen Hasskultur tatenlos zugesehen in der irrigen Annahme, dass daraus schon keine Gefahr erwachsen werde. Es war hanebüchen, wie Lokalpolitiker diese Gefahr kleingeredet haben, mit der die Sicherheitsbehörden zunehmend überfordert sind. Wegschauen hat sie nicht kleiner gemacht.

Auch die muslimischen Verbände haben sich nicht mit Ruhm bekleckert. Anstatt klar zu sagen, dass die Barbaren im Nordirak keine Muslime seien, flöten sie weiter, dass der Islam nur Frieden sei. Das wird in der Zukunft nicht reichen, wollen die Muslime, die auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, verhindern, dass auch sie für das Morden zur Verantwortung gezogen werden.

Die Propaganda wird den Propagandisten überleben

Der „Islamische Staat“ unter seinem Anführer Bagdadi wird nicht lange bestehen; dessen Propaganda vom Dschihad aber wird ihn überleben. Denn die Saat, die der „Kalif“ Bagdadi gesät hat, ist giftiger als jene von Bin Ladin. Auf Jugendliche, die aus der Bahn geraten sind, übt sie nicht nur in Herford große Anziehungskraft aus.

Gefordert ist die Innenpolitik, gefordert ist auch die Außenpolitik. Es reicht nicht, den vertriebenen Christen Asyl anzubieten. Je länger die Staatengemeinschaft untätig bleibt, desto weiter greift der Flächenbrand im Nahen Osten um sich. Die irakische Armee kann den „Islamischen Staat“, der durch erbeutete Waffen immer stärker wird, nicht aufhalten, die kurdischen Peschmerga können es auch nicht.

Mit Terroristen wie Bagdadi zu verhandeln ist keine Option. Jene Staaten sollten zur Rechenschaft gezogen werden, die frühe Paten des „Islamischen Staats“ in der Absicht waren, so das syrische Regime zu stürzen. Das Ergebnis dieser Fehleinschätzung ist heute zu besichtigen – in Karakosch, auch in Herford.

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„Anstatt klar zu sagen, dass die Barbaren im Nordirak keine Muslime seien, flöten sie weiter, dass der Islam nur Frieden sei.“, wirft Hermann den deutschen Mohammedanismusverbänden vor. Moooment mal, die Sadisten vom IS(IS) tun genau das, was ihr Religionsstifter ihnen befohlen hat zu tun und auch selbst getan hat. Es ist daher absurd, von den Orkverbänden zu verlangen, den IS(IS) als „unnazislahmisch“ oder „nichtnazislahmisch“ zu verurteilen.

Die abscheulichen Verbrechen des monströsen Klo H. Metzel sind jedem Mohammedanisten wohlbekannt. Sie werden nur eben nicht als Verbrechen sondern moralische Großtaten gewertet, weil sie sich gegen Gegner des Nazislahm oder Klo H. Metzels richteten.

„Der ,Islamische Staat’ unter seinem Anführer Bagdadi wird nicht lange bestehen; dessen Propaganda vom Dschihad aber wird ihn überleben.“, stellt Hermann zu Recht fest. Warum aber ist das so?

Das ist so, weil sich die mohammedanistische Welt, die sich in unzähligen Aspekten grundsätzlich und antagonistisch vom Rest der Menschheit unterscheidet, zu ihrem letzten Überlebenskampf sammelt. Der evident bösartige und perverse Humbug, der sich in den mohammedanistischen Grundlagentexten offenbart, lässt sich an keiner Stelle mehr mit einer global organisierten, aufgeklärten, kooperativen und der Zukunft zugewandten Menschheit vereinbaren. Unterdrückung der Frauen und Kinder, institutionalisierte Ausrottung von Minderheiten, Substitution eines befriedigenden Sexuallebens durch Gewalt und Mord, das Primat der Riten vor dem eigenen Verantwortungsbewusstsein – derlei „Säulen“ dieser Ideologie sind einfach nicht mehr akzeptabel – weder bei uns noch in der mohammedanistischen Sphäre selbst. Auch einen Tumor können wir ja nicht in unserem Körper akzeptieren.

Daher ist es unsinnig, die Unterscheidung zwischen „Islam“ und „Islamismus“ aus Angst vor Konflikten gegen jede Empirie weiter zu behaupten. Ebensowenig wie eine Frau „ein bisschen schwanger“ sein kann, und es einen Kreis mit Ecken gibt, gibt es einen Mohammedanismus ohne Jihad. Es geht nicht um die vollständige Dekonstruktion eines eingebildeten „Nazislahmismus“ sondern um die vollständige Dekonstruktion des real existierenden Nazislahm.

Es ist notwendig, in die mohammedanistischen Grundlagentexte zu schauen.

Wegschauen geht nicht mehr.

Das gilt auch für Rainer Hermann.

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Time am 7. August 2014

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1) http://www.pi-news.net/2014/08/islamischer-machetenangriff-auf-jesiden-polizeigrossaufgebot-bei-tumulten-in-herford/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/krawalle-zwischen-yeziden-und-islamisten-wegschauen-geht-nicht-mehr-13086739.html


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