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Helden des Counterjihad (#7)

22. September 2018

Chaim Noll schrieb für die „Jüdische Rundschau“ einen Artikel über Ralph Giordano (1).

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Der späte Ralph Giordano war einer der ersten Mahner
vor
den Gefahren der Islamisierung

Der Holocaust-Überlebende hielt den Koran
für eines der judenfeindlichsten Bücher

Vor etlichen Jahren rief ein alter Freund aus Deutschland in unserem Haus in der Wüste an, wie er es manchmal tat. Er kannte unseren kleinen Ort, hatte ihn einst besucht, war überhaupt gern nach Israel gekommen, als die Autofähre von Piräus nach Haifa noch verkehrte. Denn unser Freund litt unter Flugangst, unter Klaustrophobie, seit er als junger Mann im engen Kellerraum einer Hamburger Gartenlaube im Versteck gelebt hatte, viele Monate lang, weil er Jude war. Er hat darüber geschrieben, viele werden sich an ihn erinnern: Ralph Giordano.

Als die Intifada ausbrach, fast täglich ein Bus in die Luft flog, der Fährbetrieb von Europa eingestellt wurde und man Israel nur noch per Flugzeug erreichen konnte, versuchte sich Ralph durch Anrufe bei israelischen Freunden ein Bild von der Lage zu machen. Ich erinnere mich an ein Gespräch kurz nach der alljährlichen Al-Quds-Demonstration in Berlin, er wirkte aufgeregt, seine sonst ruhige Stimme klang entsetzt. Auf der Demonstration war erstmals ein palästinensisches Kleinkind mit umgeschnallter Bombengürtel-Attrappe vorgeführt worden, auf Vaters Schultern, als Versprechen für eine grandiose Zukunft. „Was ist das für ein Vater?“ fragte Ralph. „Mir wird langsam klar, mit was für Leuten ihr es da zu tun habt… Fängt das jetzt womöglich auch bei uns an?“

Bis dahin hatte Ralph, wie es sich für einen deutschen Intellektuellen gehört, den Konflikt zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn eher distanziert gesehen, ohne Partei zu nehmen, kritisch gegenüber der israelischen Politik. Er äußerte bei jeder Gelegenheit Mitgefühl mit den „Palästinensern“, betonte ihre Leiden unter der israelischen Besatzung. Das Vorgehen der israelischen Armee sei brutal, die radikalen Siedler hätten zu viel Einfluss auf die israelische Politik. Nur so sei der Hass zu erklären, der dem Judenstaat entgegenschlug.

„Lies den Koran!“, sagte ich

In dem Telefongespräch, an das ich mich erinnere, traten diese Gewissheiten plötzlich in den Hintergrund. Stattdessen stellte er Fragen. Ihn interessierte, sagte er, „die Mentalität“ von Menschen, die Säuglingen eine Bombenattrappe umbanden und sie so auf der Straße zeigten. Wie eine solche „Verachtung des Lebens“ zu erklären sei. Ob es womöglich Ursachen für den Hass gäbe, die wir nicht beeinflussen könnten, wo unser Entgegenkommen ins Leere ginge, weil ältere Prägungen alles Bemühen um Vernunft, Kompromiss und Frieden sabotierten.

„Lies den Koran“, sagte ich, nachdem er alle diese Fragen gestellt hatte. „Vielleicht findest du dort eine Antwort.“ Ich hatte den Koran selbst gerade gelesen, weil wir uns an der Universität in Beer Schewa mit dem Verschriftlichen und Archivieren bisher mündlich überlieferter Beduinen-Poesie beschäftigten und mich – nicht anders als Ralph – Fragen plagten, wie ich mir traditionelles arabisches Leben vorzustellen hätte, mit für unser Empfinden seltsamen Sitten wie dem Verkaufen von Frauen, Blutrache über Generationen und einem Stammesdünkel, der offen rassistisch ist.

Von Seiten muslimischer Theologen wird davor gewarnt, als Unberufener den Heiligen Koran zu lesen. Denn wir würden ihn missverstehen, falsche Schlüsse ziehen und dadurch Frevel begehen. Das Verdikt betrifft „Ungläubige“ wie mich, aber auch theologisch ungebildete Muslime. Ohnehin dürfe man das einzigartige Werk nur im arabischen Original studieren, jede Übersetzung sei Entstellung, was de facto bedeuten würde, dass hunderte Millionen Muslime, Türken, Perser, Afrikaner, die nicht arabisch lesen können, kein zutreffendes Bild von ihrer Religion hätten. Kritisches Nachdenken über den Heiligen Text ist ohnehin verboten und macht den, der es dennoch wagt, zum „Ungläubigen“, zum Feind, den Allahs grausame Strafen treffen sollen, auch gewaltsame Maßnahmen der „Gläubigen“, wie sie an vielen Stellen im Heiligen Koran aufgelistet sind.

Tatsächlich scheinen viele Menschen, die wir Muslime nennen, den Koran gar nicht zu kennen. Ich war überrascht, wie oft ich im Gespräch mit Türken, Arabern, Iranern an den Punkt gekommen bin, dass sie eingestanden, sie hätten keine oder nur sehr geringe Kenntnis von diesem Text. Entweder, weil er sie nicht interessiere oder weil sie sich mit dem begnügten, was ihnen Imame und andere Korankundige darüber mitteilten.

Verbotenes hat ihn immer interessiert

Als ich meinen textkritischen Essay „Bibel und Koran“ veröffentlichte, bat der Herausgeber einer Zeitschrift, der sich nach einigem Zittern und Zagen zur Veröffentlichung entschloss, einen bekannten Hamburger Schriftsteller, der Jahre zuvor zum Islam konvertiert war, um eine Gegen-Stellungnahme. Doch der neue Muslim kannte den Koran-Text eher vom Hörensagen als von eigener Lektüre. „Er wusste kaum, wovon die Rede ist“, erzählte mir der Herausgeber am Telefon, irritiert wie ich, dass hier offenbar jemand zu einer Religion übergetreten war, die er nicht genau kannte. Der Hamburger Schriftsteller trat dann in seiner Stellungnahme weniger meinen Argumenten entgegen, als dass er mich warnte, ich würde mich mit meinen unbefugten Text-Analysen auf „vermintes Gebiet“ vorwagen.

Das alles erzählte ich Ralph Giordano am Telefon. Ich verschwieg ihm nicht, dass die Lektüre des Heiligen Textes durch Unbefugte als Frevel gilt, erst recht das Äußern unberufener Meinungen, und dass viele Menschen deshalb davor zurückschrecken, ihn zu lesen. Auf Ralph machte das wenig Eindruck, Verbotenes hat ihn immer interessiert, das Äußern seiner Meinung – notfalls unerwünscht – hielt er nicht nur für sein Recht, sondern für seine Pflicht als denkender Bürger eines demokratischen Staates. Wir besprachen noch die Frage, welche der vielen deutschen Übersetzungen des Heiligen Koran zu empfehlen sei, dann hörte ich erst wieder von ihm, nachdem er sich durch die 114 Suren hindurchgearbeitet hatte.

Denn das war mein Vorschlag: Er solle den gesamten Text lesen. Vom ersten bis zum letzten Vers. Ich habe bisher nur wenige Menschen getroffen, die den Koran wirklich von Anfang bis Ende kennen. Die meisten lesen – falls überhaupt – darin herum, Ausschnitte, einzelne Passagen, vielleicht mal eine ganze Sure. Aber nur das Lesen des gesamten Textes von Anfang bis Ende kann die emotionale Wucht nachfühlen lassen, die jene Gesänge zum Auslöser eines einzigartigen militärischen Siegeszuges machten, der im siebenten Jahrhundert die antike Welt buchstäblich überrannte und die muslimischen Eroberer bis nach Südfrankreich schwemmte.

„Ich habe es mir angetan“

Wie die Koran-Lektüre auf Ralph Giordano gewirkt hat, ist allgemein bekannt. Er wurde im letzten Jahrzehnt seines Lebens, mit über 80 Jahren, einer der schärfsten Islam-Kritiker Deutschlands. Mit den zu erwartenden Folgen: öffentlichen Angriffen, Droh-Anrufen, anonymen Briefen. Er erzählte mir davon am Telefon, seine Stimme klang animiert, fast schien es ihn zu freuen, dass er als alter Mann nochmals seine Zivilcourage unter Beweis stellen konnte. Das Lesen des Korans, sagte er, hätte ihn in Bewegung gebracht. Er verstand manches besser als vorher. Er verstand, dass die geplante Monster-Moschee in Köln-Ehrenfeld nicht nur als harmloses Gotteshaus gedacht war, sondern als militanter städtebaulicher Akzent. Er nannte sie „eine Kriegserklärung, eine Landnahme auf fremdem Territorium.“

In einem Interview, das ich wenige Jahre vor seinem Tod für eine jüdische Zeitung mit ihm führte, traf er eine Reihe von Aussagen, die sich als zutreffend erwiesen und an die ich heute immer wieder denken muss. Etwa diese: „Die Schicksalsfrage, vor der Deutschland steht im 21. Jahrhundert, ist daher: Wird die türkisch dominierte muslimische Minderheit in Deutschland kollektiv integrierbar sein oder nicht. Und ich glaube, dass diese türkisch dominierte muslimische Minderheit in Deutschland nicht kollektiv integrierbar ist.“

Und er kam öfters darauf zurück, dass es die Lektüre des Koran gewesen sei, die ihm die Augen geöffnet hätte über das Problem Islam: „Ich habe es mir angetan und habe den Koran gelesen. Von der ersten bis zur letzten, bis zur 114. Sure. Es ist eine Lektüre des Schreckens und des Wahnsinns. Es wird fortwährend dazu aufgerufen, die Ungläubigen zu töten, vor allem aber die Juden, die Juden, die Juden (…) Ich sage euch, nachdem ich den Koran gelesen habe: der Koran ist das judenfeindlichste Buch, das mir in meinem langen Leben jemals vor die Augen gekommen ist.“

Und ihn beunruhigte der Demokratieverlust, den eine schleichende Islamisierung unweigerlich mit sich brächte: „Als ich den Bau der Großmoschee in Köln-Ehrenfeld kritisierte (…), bekam ich Hunderte Briefe, die alle denselben Tenor hatten, nämlich, Giordano, wir fürchten wie Sie eine schleichende Islamisierung, wagen es aber nicht, öffentlich zu bekunden, weil wir dann in die rechte, neonazistische, rassistische Ecke gestellt werden. (…) Das heißt, wir haben es mit einem Status quo zu tun, wo die Leute, Millionen in Deutschland, nicht wagen, ihre Meinung, ihre Beunruhigung zu äußern, weil sie dann in die falsche Ecke gestellt werden. Was – um Himmels willen – ist in diesem Land los?“

P.S. Die vom Staat bezahlte Expertin und Leiterin des Berliner Instituts für Antisemitismus-Forschung, Juliane Wetzel, äußerte dieser Tage die Ansicht, es gäbe „keinen muslimischen Antisemitismus“. Ich bin sicher, sie hat den Koran nie gelesen.

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Time am 22. September 2018

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1) http://juedischerundschau.de/der-spaete-ralph-giordano-war-einer-der-ersten-mahner-vor-den-gefahren-der-islamisierung-135912031/

Linker oder rechter Counterjihad?

6. August 2011

Die Mohammedanisten und ihre links-grünen Helfer wollen nicht die Wahrheit über die Welt herausfinden, sondern diese nach den Vorgaben des perversen und bösartigen Massenmörders Klo H. Metzel gestalten. Sie reden und schreiben auch nicht um zu argumentieren, sondern ihre Worte sind symbolische Standarten in einem virtuellen Krieg, die zeigen sollen, wie weit sich das eroberte Territorium erstreckt, was gedacht werden darf und was nicht.

Die entsetzlichen Morde des wahnsinnigen Monsters A. Breivik liefern den Freunden des Jihad vermeintlich viel Inspiration für neue Parolen.

Besonders unangenehm tut sich dabei einmal mehr der stets übellaunige Mustafa Celebi aka „Muhabbetci“ hervor. Er schreibt wieder besseres Wissen in seinem Blog, den er bei der linken Wochenzeitung „Freitag“ unterhält (1):

„Er war ohne Zweifel ein Christ. 
Die Super-Manipulierer dieses Landes, die Supersender und ihre Experten spekulierten plötzlich, ob er denn ein Nazi wäre, ein Rechtsradikaler. Denn man wollte es nicht wahrhaben, ein christlicher Fundamentalist?“

Eine interessante Variation entgegen den Verlautbarungen der MSM: Breivik wird von Celebi vollständig vom Neonazismus, von der „Rechten“ getrennt und vollständig dem Christentum zugeordnet, und auch Wahnsinn oder Computerspiele lässt er nicht als Einfluss gelten.

„Das passt ja so gar nicht in das aufgeklärte Europa. Fundamentalismus gibt es nur bei den Moslems, ein Christ macht so etwas nicht. 
Andere waren der Meinung, dass es an den Computerspielen liegen könnte, man suchte verzweifelt nach einer Entschuldigung. Fakt ist, dass dieser Mann ein christlicher Fundamentalist war, der sich als Kreuzritter verstand und die Meinung vertrat, das Muslime eine Krankheit wären. 
76 Unschuldige Menschen hat er kaltblütig ermordet im Namen seiner Religion.“

Nun wird es aber Zeit für Herrn Celebi, auf seine eigentlichen Feinde zu sprechen zu kommen:

„Er war ein Fan von Geerd Wilders, und zitierte in seinem 1500 seitigem Manifest 
Sarrazin, Necla Kelek, Broder und all die anderen selbsternannten Islamkritiker.
Und vergessen wir bitte nicht das er eine ‚schleichende Islamisierung Europas’ als Grund für seine Tat angab. Seine nähe zu der Website ‚Politically Incorrect’ sollte hier auch noch einmal erwähnt werden.“

Ich bin nicht genau im Bilde, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Breivik regelmäßiger Leser einer deutschen Webseite war. Um Logik aber geht es Celebi ja auch gar nicht, er will vielmehr einem politisch gegnerischen Medium eine verabscheuenswürdige Tat anhängen, um es zum Schweigen zu bringen. Dies zeigt auch seine Formulierung „selbsternannte“ Islamkritiker, die ausdrückt, dass letztlich niemand sich das Recht geben darf, den Mohammedanismus zu kritisieren.

„Nun nennt man ihn einen Psychopath. Warum eigentlich? Warum nennt man die Tat nicht beim Namen. Er ist ein christlicher Fundamentalist und seine Lehrmeister sind genau jene die ihn mit diesem Hass gefüttert haben. Die Islamkritiker dieses Landes. Sarrazin und co lässt grüßen. Ich habe mehrmals davor gewarnt das genau so etwas eines Tages passieren könnte. Sarrazin, Necla Kelek, Giordino, Geerd Wilders und all die anderen sind Hassprediger!“

Sarrazin, Kelek und Giordino (who’s that?) als Hassprediger christlichen Fundamentalismus? Hier geht einiges durcheinander, und Celebi verhält sich wie die bösen Jungs auf dem Schulhof, die Steine in ihre Schneebälle einbacken.

Breivik selbst hatte geschrieben (2):

„A majority of so called agnostics and atheists in Europe are cultural conservative Christians without even knowing it. So what is the difference between cultural Christians and religious Christians? If you have a personal relationship with Jesus Christ and God then you are a religious Christian. Myself and many more like me do not necessarily have a personal relationship with Jesus Christ and God. We do however believe in Christianity as a cultural, social, identity and moral platform. This makes us Christian.“

„Christ“ wird von Breivik als Synonym für anti-bolschewistisch, anti-mohammedanistisch bzw. schlichtweg „gut“ gebraucht, aber das Wort hat eine inhaltliche Bedeutung, die durch eine 2000-jährige Geistesgeschichte sehr genau festgelegt ist (u.a. Liebe und Gnade), und die zu seinen abscheulichen Untaten vollständig konträr steht.

Breivik will OHNE Christus und die Bibel Christ sein, und das ist so, als ob man ohne Marx Marxist sein will oder ohne Klo H. Metzel ein Mohammedanist oder ohne Rollen ein Rocker. Nur indem ich sage: „Ich bin eine Waschmaschine“, bin ich noch keine. Die Mohammedanisten sind aber an die Person des Sklavenjägers Klo H. Metzel und an seine Untaten gebunden, die er im Kloran gerechtfertigt hat, sie können entweder abschwören oder einen bösen Menschen als Heiligen verehren, das ist ihr Problem. Christus aber, an den die Christen gebunden sind, hat keiner Fliege ein Haar gekrümmt, und in der ganzen Bibel gibt es in beiden Teilen keine noch so kleine Rechtfertigung für Breiviks Untaten.

Deshalb lügt sowohl Breivik, als dass auch (in völligem Bewusstsein seiner Lüge) Herr Celebi lügt, wenn er Breivik als „Christen“ beschreibt. Er benutzt voller Gier Breivik, um etwas Böses über die Christen und über Jesus zu sagen bzw. eine „Standarte“ zu setzen. Er gestaltet sodann seine Machtfantasien aus:

„Vielleicht sollten die Muslime nun die Meinung vertreten, das man alle gläubigen Christen schärfer kontrollieren müsste, da sie ja alle potenzielle Terroristen sein könnten. Wie finden sie eigentlich den Gedanken? 
Ich finde die Idee phänomenal!“

Ja, das ist eine phänomenale Idee angesichts der Schreckenstat EINES Menschen mit westlicher Prägung, der mit dem Christentum in keinster Weise etwas zu tun hat, gegenüber SIEBZEHNTAUSENDFÜNFHUNDERT tödlichen Anschlägen im gleichen Zeitraum im Namen Allas, die durch sämtliche mohammedanistische Grundlagentexte zur religiösen PFLICHT erklärt werden – eine tolle Idee in EUROPA, einem Kontinent mit 2000-jähriger christlicher Vergangenheit. Celebi empfindet uns Christen in Europa eindeutig als Fremdkörper. Er hetzt weiter:

„Und wie fühlen sie sich jetzt? Immerhin ist es ein christlicher Fundamentalist gewesen der diesen Terroranschlag verübt hat. Wie fühlen sie sich wenn ein Moslem sie darauf anspricht? Sind sie beschämt? Würden sie sich am liebsten in ein Loch verkriechen? Schimpfen sie innerlich das dieser Norweger ihre Religion für seine abscheulichen Taten missbraucht hat?“

Celebi ist vollständig reflexgesteuert und konditioniert und er schließt – zu jeglicher Empathie unfähig – vollständig von sich auf andere: Christus aber kann man nicht missbrauchen, denn er ist ein Aspekt Gottes. Man kann sowas versuchen, wie Breivik das versucht hat, aber Jesu Worte sind klar und deutlich und seit den Zeiten Dr. Martin Luthers auch für jedermann zugänglich. In der Bibel gibt es keine Mordaufrufe, im Kloran sehr, sehr viele. Jesus hat sich lieber foltern und abschlachten lassen, als irgendeinem Menschen weh zu tun, Klo H. Metzel hingegen hat milde Spötter (3) ebenso wie ganze Stämme (4) eliminieren lassen, meist auf sadistische Art, wie die MOHAMMEDANISTISCHEN „heiligen“ Schriften berichten.

Celebi folgt übrigens seinem Herrchen, dem Kalifen Recep I. Über diesen berichtete der „Tagesspiegel“ (5):

„Nach dem Massaker von Norwegen vermisst Erdogan nun in Europa eine Diskussion über den ‚christlichen Terror’ – die Europäer wichen dieser Debatte aus, sagt er. Dabei sei der Täter von Oslo doch ein ‚guter Christ und Tempelritter und gleichzeitig ein Terrorist’.“

Das ist Wortjihad. Celebi ist auch Autor bei „Aggromigrant“ (6), einem mohammedanistischen Hetzblog, das besser „Aggressivermohammedanist“ heißen sollte, denn es geht hier im Kern einzig um die Verbreiterung der Machtbasis für Mohammedanisten in Deutschland.

Ein Freund von „AM“ wiederum ist Leo Brux, der Orks in deutscher Sprache unterrichtet und also seine Existenz auf sie gründet. Leo – der konsequent eine Auseinandersetzung mit den mohammedanistischen Grundlagentexten verweigert (7) – benutzte die Breivik-Katastrophe ebenfalls dazu, die Islamkritik zu denunzieren (8). Zu diesem Zweck setzte er diese mit der „radikalen neuen Rechten“ in eins, als deren Ziele er ein Europa der klassischen „Vaterländer“, die Beseitigung aller „Minderheiten“ (Deportation), der EU, sowie, ja, der kam dann auch vor, des Mohammedanismus ausgemacht hatte.

Dies sind möglicherweise die Ziele von A. Breivik, vielleicht auch von Irrlichtern wie Manni und seiner Putztruppe (9, vergl. meinen Kommentar dort 2009 unter 10) oder den Nerds von „As der Schwerter“ (11), einem Usurpatorenverein, der sich aus der angeblich drohenden Vernichtung der „weißen Rasse“ durch die konzertane Weltverschwörung von Orks und Juden mittels Flucht in den Weltraum retten will und leidenschaftlich die Vorzüge einer Streitaxt gegenüber denen einer Pistole erörtern kann.

Mohammedanismus, Jihad, Scharia, solche Fachbegriffe tauchen bei diesen Spinnern – ebenso wie bei Breivik – aber nur am Rande auf, 99% der Texte richten sich vielmehr gegen Juden, Amerikaner, den real existierenden Kapitalismus, die Gleichberechtigung der Geschlechter, Schwule, Multikulti usw., und Mannis derzeitiges Hauptprojekt z.B. ist es, den Leichenberg von 60 Millionen zu verbergen, den der deutsche Nationalsozialismus hinterlassen hat.

Diese Randgruppen des Counterjihad erklärt Leo in demagogischer Manier zur Islamkritik schlechthin, ebenso wie Celebi Breivik zum Christen schlechthin macht, um die Kritik am totalitären und menschenfeindlichen System Mohammedanismus generell zu unterbinden.

Perfide ist Leos Vorwurf der strukturellen Gewaltlosigkeit des Counterjihad. Dessen ruhig vorgetragenen Argumente sind für ihn reine Tarnung:

„Diese Strategie funktioniert nur, wenn man strikt darauf achtet, die gesetzlichen und demokratischen Regeln einzuhalten und die Bürger nicht mit zuviel Radikalismus schreckt. Es muss also vermieden werden, dass das brutale Endziel zu schnell deutlich wird.“

Wenn aber nicht mal ruhig über eine Sache debattiert werden darf, liegt es auf der Hand, dass man darüber zu schweigen hat. Dies äußerte ganz offen Ork-Chef Mazyek, wie „Welt-online“ berichtete (12):

„Offenbar wollten die zum Islam übergetretenen Männer einen Terroranschlag vorbereiten – gegen sogenannte Feinde des Islams. Ihre ideologische Schulung hatten sie in einer Solinger Moschee erhalten, in der laut Verfassungsschutz antiwestliche Feindbilder gepflegt werden. Das Islamverständnis der beiden scheint also mitursächlich für ihre Terrorpläne zu sein. Dieser Schlüssel zum Verständnis von Terrorismus soll der Öffentlichkeit fortan entzogen werden. Das fordert Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime (ZMD). Mit Blick auf die Attentate von Norwegen wirbt er dafür, Terroristen nicht mehr als christlich oder islamisch zu bezeichnen, Terror habe ‚keine Religion’ – weder sei der norwegische Terror christlich noch der von al-Qaida muslimisch. Die ‚Ursachen des Terrors’ dürften daher ‚nicht in der Religion gesucht werden’. Soll heißen: Auch bei Terror im Namen des Islams soll künftig niemand mehr wagen, das Islamverständnis der Terroristen als Grund für ihre Taten zu bezeichnen, denn damit schüre man genau die Vorurteile gegenüber Muslimen, die den islamophoben Norweger zu seiner Tat trieben.“

In der Konsequenz heißt das, unter Strafandrohung Beschneidung, Schandmorde und Schariagerichte zu akzeptieren, ehrfürchtig den Blick zu senken und den Bürgersteig freizugeben, wenn ein mohammedanistischer Hosenscheißer entgegenkommt, amüsiert zu lächeln, wenn auf dem Kinderspielplatz Schafen zum Opferfest der Hals durchgeschnitten wird (13), der Verheiratung neunjähriger Mädchen zuzustimmen, das Machwerk Kloran für das Werk eines Schöpfers allen Seins und Sklavenjägerei für einen ehrbaren Beruf zu halten.

Perfide an Leos Ausführungen ist auch sein Versuch, den Counterjihad, der sich als demokratisch, antitotalitär, antikommunistisch und antifaschistisch versteht, mit den Verbrechen der Nazis zu verbinden. Obwohl die meistverfolgte Religionsgruppe der Welt die Christen sind, die in allen mohammedanistischen Ländern grausam unterdrückt oder vertrieben werden (14), fabuliert Leo von einem „brutalen Endziel“, der Deportation aller „Südländer“ aus Europa, und das hört sich nicht zufällig nach „Endlösung“ an.

Darum geht es dem Counterjihad aber grade nicht. Es geht ihm um die Analyse der entsetzlichen mohammedanistischen Grundlagentexte, die Leo und alle Orks verweigern, und um ihre verdiente Verächtlichmachung. An dieser Textanalyse und dem Aufzeigen der praktischen Wirkung kann und soll jeder teilnehmen. Tatsächlich sind so dem Counterjihad nicht nur Rechte sondern auch viele linksorientierte Menschen mit ganz anderen gesellschaftlichen Visionen verbunden. Ich erinnere diesbezüglich an den m.E. ausgezeichneten Journalisten Detlef zum Winkel von der linken Monatszeitschrift „konkret“, an die Blogs „Lizas Welt“ (15), „Wadiblog“ (16) u.v.m.

Der Counterjihad ist nicht gegen bestimmte Ethnien, Hautfarben, Weltanschauungen, er ist einzig und allein gegen den Mohammedanismus. Er ist tatsächlich ein Sammelbecken der verschiedensten Weltanschauungen, Herkünfte und Lebensläufe, eine multikulturelle Konvention von Menschen, die nur eines gemeinsam haben, und das ist die tiefe Erkenntnis und daraus resultierenden Ablehnung der mohammedanistischen Grundlagentexte.

Der Counterjihad erkennt die potentielle Macht jeder kunstvollen Ideologie über das individuelle „Ich“ an. Er vergleicht die Texte mit der globalen aktuellen Inszenierung der Ideologie und vertritt in Bezug auf den Mohammedanismus die Ansicht, dass die Performance direkt durch die Ideologie verursacht ist. Er folgt der Formel, dass der Jihad ein immanenter, also wesentlicher und untrennbarer Aspekt des Mohammedanismus ist (M – J = 0). Er ereifert sich allein gegen den Jihad, nicht gegen Schwule, Frauen, Orientalen usw., es sei denn, diese dienen dem Jihad.

Der Counterjihad bekämpft den Jihad, weil dieser bösartig ist und den Menschen nur Leid bringt, weil er seinen Ursprung in der kranken Psyche Klo H. Metzels hat, weil er fortwirkt, weil er sich in den letzten 70 Jahren zu einer tödlichen Bedrohung für die gesamte Menschheit ausgewachsen hat. Der Counterjihad führt eine sachliche Argumentation, und Mord gehört für ihn – im Gegensatz zu den Jihadisten – nicht zu den Mitteln seiner Auseinandersetzung.

Deshalb ist der Counterjihad nicht rechts oder links, er ist rechts UND links.

Er ist Pflicht aller anständigen Menschen dieses Planeten.

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Time am 6. August 2011

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1) http://www.freitag.de/community/blogs/muhabbetci/oslo—schuldig-im-sinne-der-anklage/?searchterm=muhabbetci
2) http://wzlbrmf.wordpress.com/2011/07/26/norwegen-was-fur-ein-christlicher-fundamentalist-ist-breivik/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/01/15/mohammedanismus-ist-lacherlich/
4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/22/sira-1-einfuhrung-und-massenmord/
5) http://www.tagesspiegel.de/politik/erdogan-will-debatte-ueber-christlichen-terror/4446688.html
6) http://www.aggromigrant.com/
7) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/03/28/bald-wird-es-finster-dort/#comment-1257
8- http://initiativgruppe.wordpress.com/2011/08/02/nachdenken-uber-breivik-2-ziel-ist-die-ethnische-sauberung/
9) http://korrektheiten.com/
10) http://korrektheiten.com/2009/09/27/ergebnis-der-bundestagswahl/
11) http://fjordman.wordpress.com/
12) http://www.welt.de/politik/deutschland/article13526186/Verhindert-das-Steigern-von-Aengsten-den-Terror.html
13) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/10/26/mah-lammchen-mah/
14) http://europenews.dk/de/node/45991
15) http://lizaswelt.net/
16) http://www.wadinet.de/blog/

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PS: Leo wäre nicht Leo, wenn er in seinem Geist nicht wieder mal ein klitzekleines Fensterchen zur Vernunft offengelassen hätte. Im dritten Teil seiner Ausführungen über Breivik kam er denn doch noch zu psychopathologischen Betrachtungen, die m.E. der einzige Schlüssel zum Verständnis des Monsters sind:
http://initiativgruppe.wordpress.com/2011/08/05/nachdenken-uber-breivik-3-ist-er-einfach-nur-verruckt/

Das Recht auf schlecht

3. März 2011

„Gehirnwäsche“ von Rüdiger Geisler. Gehirnwäsche beruht u.a. auf der Leugnung des Evidenten oder der Behauptung seines Gegenteils.

Wenn sich Islamkritikgegner treffen, hagelt es Parolen, und man erfährt, wo es lang gehen soll, aber man erfährt wenig Neues. Ich will die Orkagentin Naika Foroutan keineswegs als Wissenschaftlerin adeln – Tangsir hat sie ja bereits mehrfach gekonnt „zerlegt“ (1) -, aber sie  hat immerhin begriffen, dass es so ganz ohne Daten, Fakten und Statistiken im kultivierten, wissbegierigen Westen nicht mehr geht, dass der mündige Bürger keine Weisungen des Politbüros entgegennimmt, sondern eine argumentative Debatte voraussetzt.

In der heutigen FAZ fügt Leser Bünyamin Ak dem gestern vorgestellten Gespensterchor (2) eine weitere Stimme hinzu, die sich leider von den vielen anderen in nichts unterscheidet.

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Islamkritiker sind keine Dialektiker

(Islamkritiker sind auch keine Diabetiker und froh darüber, so what? T.)

Zu „Erdogans Ghostwriter“ (3): Dass Ihre Zeitung Thilo Sarrazin und Necla Kelek tatkräftig unterstützt, ist mir als treuem Leser ja bekannt. Aber nun dieser Beitrag von Sarrazin!

Abgesehen von tendenziösen Schreckensszenarien enthält der ganze Text ausnahmslos Versuche, die Person von Patrick Bahners zu diskreditieren, was in diesem Fall – intellektuell betrachtet – ziemlich eigenartig erscheint.

(Sarrazin will Paddel Pahners nicht diskreditieren, sondern er weist dessen unsachliche und persönliche Anwürfe gegen diverse Kritiker des Mohammedanismus mit einer Vielzahl von Argumenten und Schlüssen aus dem von Panik-Paddel geschriebenen Text zurück. Ziel ist die Rückkehr zu einer faktenbasierten Diskussion, die der Feuilletonchef der FAZ verweigert. T.)

Da Bahners Fehlverhalten in seinem von Sarrazin rezensierten Buch „Die Panikmacher“ ja laut Sarrazin darin besteht, dass er all diejenigen diffamiere, die sein Weltbild nicht teilen, ist es unerfindlich, warum Sarrazin wiederum auf einer ganzen Seite Ihren Redakteur herabwürdigt.

(Das Fehlverhalten Paddels besteht für Thilo Sarrazin nicht im Versuch, Thilos Thesen zu widerlegen, sondern im unwissenschaftlichen, persönlich herabsetzenden und demagogischen Vorgehen des Journalisten. Thilo kritisiert diese Methode Paddels, aber nicht ihn als Menschen, Mitbürger oder Denker. T.)

Für mich sind Bahners‘ Beiträge stets Lichtblicke in den aufgeheizten, unsachlichen „Diskursen“; mit Personen wie Henryk M. Broder, Kelek oder Sarrazin ist es unglaublich schwer, ein Thema zu erörtern. Mit Ersterem, da seine wichtigste argumentative Waffe die Fäkalsprache ist, mit den beiden Letzteren, da sie allwissend sind. Kein Argument ist gut genug für sie, um auch nur einen Deut von der eigenen Meinung abzugehen, ja um wenigstens andere Sichtweisen zu akzeptieren. Jeder Versuch, positive Aspekte zu beleuchten, ist ein Versuch, die Realität zu beschönigen. Entweder man ist „politisch inkorrekt“, wie die selbsternannten Islamkritiker, oder man ist ein Multikulti-Fanatiker, der Schuld am Untergang des Abendlands trägt. Von Dialektik keine Spur.

(Da hat Herr Ak nun quasi festgestellt, dass „Kritiker des Mohammedanismus doof“ sind, aber warum er das findet, bleibt wie gewohnt ohne argumentative Herleitung, bleibt „Pinkelparole“ (4). Broder wird wegen seiner angeblichen Fäkalsprache als erster verworfen, so als ob der gelegentliche Gebrauch deftiger Ausdrücke – für die nicht nur Martin Luther und W.A. Mozart bekannt sind – die inhaltliche Bedeutung von Texten in der kleinsten Weise schmälern könnten. „Kein Argument ist gut genug für sie, um auch nur einen Deut von der eigenen Meinung abzugehen, ja um wenigstens andere Sichtweisen zu akzeptieren. Jeder Versuch, positive Aspekte zu beleuchten, ist ein Versuch, die Realität zu beschönigen.“ Diese Worte Herrn Aks zeigen deutlich, dass er die Bedeutung einer „Debatte“ nicht begriffen hat. Sein Verhaltensmodell ist das Geschacher auf dem Bazar, es geht ihm nicht um Wahrheit und Wissenschaft sondern um eine Art Handel. Herr Ak bietet dabei imaginäre „positive Aspekte“ des Mohammedanismus an, ohne sie jedoch aufzuzeigen und zu benennen. Hierfür verlangt er von Kelek und Sarrazin ein Nachlassen in ihrer Kritik am Mohammedanismus, die allerdings alles andere als fundamental ist. T.)

Ayaan Hirsi Ali, Ralph Giordano oder Broder – sie alle sind Vertreter von sehr radikalen Meinungen. Die übrigens immer populärer werden, so dass es äußerst mutig von Bahners ist, sich argumentativ gegen die inzwischen salonfähige Islamkritik zu stellen, besonders in einem konservativen Umfeld. Ich hoffe, dass der geschätzte Herr Bahners noch zahlreiche Beiträge zur Debatte liefern wird.

(Die Meinungen einiger Kritiker des Mohammedanismus, zu denen ich mich selbst zähle, nicht aber z.B. Frau Kelek (5), scheinen sehr radikal zu sein. Diese Wahrnehmung beruht indessen einzig und allein auf der extremen Radikalität des Mohammedanismus. Die Gegenthese zum deutschen Nazismus wurde unter immensen Opfern an Menschenleben im 2. WK bewiesen. Die Alliierten bekämpften ihn entschlossen, aber er war es, der inhärent radikal war, nicht seine Gegner. Und eben deshalb, wegen seiner Radikalität, hatte er keine Existenzberechtigung auf diesem Planeten, wurde radikal bekämpft und vernichtet. T.)

Noch ein letzter Punkt: Sarrazin, der stets versucht zu betonen, wie gebildet und informiert er sei, hätte vielleicht wissen sollen, dass Erdogan der Ministerpräsident der Türkei ist und nicht etwa ihr Präsident. Schließlich sind die Türken ja sein Hauptanliegen.

(Na, da hat er aber ein tolles Ding gelandet und den Sarrazin überführt, meint er, so als es irgendwen interessieren würde, ob die Orks ihre Chefs „Ajatolla“, „Sultan“, „Kalif“ oder sonstwie nennen. Und übrigens: „Die Türken“ interessieren auch niemanden, unsere Anliegen sind Deutschland und die Zivilisation des Westens. T.)

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Da die Kritik des Mohammedanismus bei Sarrazin und Kelek dessen Existenzberechtigung nicht in Frage stellt, muss sie als nicht-radikale eingeschätzt werden. Schon diese ist für Herrn Ak jedoch als „radikal“ und nazi-affin („immer populärer“, „mutig von Bahners“,  „salonfähig“) abzulehnen, was darauf hindeutet, dass für ihn eigentlich jegliche Kritik am Mohammedanismus abzulehnen ist.

Dies bedeutet nichts anderes, als dass die ganze Gespensterwolke von Herrn Ak über Feridun Zaimoglu bis zu Paddel Pahners auf dem Recht besteht, einen gemeingefährlichen Gangsterboss, Kinderschänder und Kriegsverbrecher (Klo H. Metzel) als vorbildlichsten Menschen aller Zeiten hinzustellen. Sie besteht auch auf dem Recht, das unerträgliche, geistlose und kleinkarierte Gesabbel des Klorans als Originalwort ihres Gottes, der noch dazu als der einzige behauptet wird, anzusehen sowie als größte Poesie aller Zeiten. Sie besteht auf dem Recht, die absurden und lächerlichen Hadithe als Grundlage ihrer Rechtsprechung zu erhalten. Diese Orks bestehen auf dem irrsinnigen Recht, an dem allerläppischsten Murks festhaltend unter uns leben zu dürfen. Im stillen Kämmerlein mag jeder seinen privaten Irrsinn leben, aber den Orks geht es darum, FÜR diesen bösartigen Schwachsinn gesellschaftlich geachtet zu werden. Mehr noch, sie verlangen, dass die ganze Welt ihren Dreck heiligt und verehrt und sich jeglicher Kritik enthält. Mehr noch, in der langfristigen Perspektive erwarten sie, dass wir ihre Überlegenheit weltweit anerkennen und uns unterwerfen, wie das traurige Beispiel der Minderheiten in den Orkländern zeigt (6).

Nicht nur dort übrigens leider, oder wie würden Sie den Fall des Orks interpretieren, der vom Bundesarbeitsgericht Recht bekam, seinen Job, die Regale eines Supermarktes mit Alkohol-Flaschen zu bestücken aus mohammedanistischen Gründen nicht auszuführen aber gleichwohl bezahlt zu bekommen (7)?

Zwei Leserbriefe in der heutigen FAZ beschäftigten sich mit dem Fall. Lesen Sie zunächst den von Timor Kaul, sodann den von Klaus Bunke.

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Ein Beispiel falsch verstandener Toleranz

Zu „Muslim muss Bierflaschen nicht einräumen“ (F.A.Z. vom 25. Februar): Bei dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts handelt es sich um ein Beispiel falsch verstandener Toleranz. Ein Arbeitgeber kann auch von einem strenggläubigen Mitarbeiter verlangen, dass er mit alkoholischen Getränken arbeitet. Zum einen verbietet der Koran lediglich den Genuss von Alkohol. Hier lebenden Muslimen, gleich ob sie fundamentalistisch oder liberal eingestellt sind, muss darüber hinaus die interkulturelle Kompetenz abverlangt werden, die hiesige soziale Praxis anzuerkennen. Ihnen selbst steht es natürlich frei, entsprechend ihrem jeweiligen Verständnis des Islam zu handeln, solange dies innerhalb des gesetzlichen Rahmens geschieht. Bei konsequenter Fortsetzung der Logik des Urteils könnten besonders fromme Muslime übrigens auch nicht in Bereichen arbeiten, wo Schweinefleisch verpackt, transportiert oder verkauft wird oder wo Frauen ohne Schleier zu finden sind.

Dies alles ist aber vor allem keine Frage von Religionsfreiheit, denn die garantiert lediglich das Recht, die eigene Religion zu wählen und frei auszuüben – übrigens nicht nur Muslimen, sondern allen Menschen -, und sie beinhaltet sogar das Recht, gar keiner Religionsgemeinschaft anzugehören. Durch eine Ausweitung der Religionsfreiheit, wie sie in dem aktuellen Urteil geschehen ist, und seine inzwischen beinahe inflationäre Verwendung wird dieses zentrale Grundrecht in seinem Kern sogar geschwächt. Integration ist keine Einbahnstraße, bei der unter Berufung auf die Religionsfreiheit alles gestattet werden muss. Vielmehr ist allen Beteiligten die zumindest formale Anerkennung von Pluralismus abzuverlangen.

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So schaffen wir uns ab

Die Leitglosse „Rücksicht“ von Reinhard Müller (F.A.Z. vom 25. Februar) ist moderat und wohlausgewogen, wie sich das für eine seriöse Zeitung gehört. Dennoch erlaube ich mir, „einen draufzusetzen“: Wenn der Ladengehilfe keine Bierflaschen in die Regale stellen will, möge er sich doch eine andere Arbeit suchen. Er soll das Bier ja nicht trinken. Stattdessen werden Mehrkosten zur Vermeidung von übertriebenen Empfindlichkeiten wieder einmal dem Arbeitgeber aufgehalst. Wenn ich Betreiber einer Bibliothek wäre, würde ich keinen Muslim einstellen, denn ich müsste befürchten, dass nach diesem Urteil ein Richter dekretieren könnte, ein Muslim müsse keine Bücher einräumen, die sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzen. Deutschland schafft sich offensichtlich doch ab.

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Ob Deutschland sich abschafft, ist die eine Frage, ob es erneut von einer totalitären Ideologie unterworfen wird die andere. Man kann jedenfalls sicher sein, dass die „Bescheidenheit“ des mohammedanistischen Klägers, der vorerst nur gegen eine Arbeit mit Alkoholflaschen geklagt hatte, vorläufig ist. Denn eigentlich brauchen sie doch überhaupt nicht zu arbeiten, das tun vielmehr, wie das Beispiel Saudi-Arabien zeigt, nur die „Ungläubigen“.

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Time am 3. März 2011

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1) http://tangsir2569.wordpress.com/2011/01/07/dalghak-foroutan-schlagt-wieder-zu/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/03/02/gespenster-treff/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/19/thilo-vs-panik-paddel/
4) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/18/pinkelparolen/
5) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/12/13/die-nadel-rausziehen/
6) http://der-schwarze-spiegel.blogspot.com/2011/03/der-islam-duldet-keine-blasphemie.html
7) http://www.mopo.de/news/politik—wirtschaft/moslem-muss-keine-bierflaschen-einraeumen/-/5066858/7408310/-/index.html

Territorialverhalten

25. Februar 2011

Leider kein Gesprächspartner:
Islamkritikkritiker markiert das unerlaubte Gebiet

Für einen seiner letzten und sehr lesenswerten Artikel ist mein Bloggerfreund Tangsir auch von seinen Stammlesern heftig kritisiert worden. Zu Recht, wie ich meine, hatte er uns doch mit einem Paddel-Pahners-Superposter geschockt (1). Lieber Tangsir, das hat mit Information und Aufklärung nicht das Geringste mehr zu tun, das ist reinster Splatter-Journalismus!

Paddel Pahners (2) war auch das Thema mehrerer Leserbriefe in der gestrigen FAZ. Da gab es z.B. einen Herrn Thomas Berger, der sich als Panik-Paddel-Groupie outete und ihn indirekt als „Wind der Aufklärung“ bezeichnete.

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Der Wind der Aufklärung

Zur Replik von Thilo Sarrazin auf Patrick Bahners (3): Man steht fassungslos vor dem Versuch Thilo Sarrazins, seine unter dem Deckmäntelchen der Islamkritik verborgene antiaufklärerische Volksverhetzung weißwaschen zu wollen. Hat nicht der maßgeblich von bürgerrechtlichen, demokratischen Forderungen und nicht vom Islamismus getragene Volksaufstand Arabiens ihn und die anderen sogenannten Islamkritiker restlos verstummen lassen? Natürlich kann und darf man den Islam kritisieren, genau so wie das Christentum und jede andere Religion oder weltanschauliche Doktrin. Sarrazin, Kelek, Hirsi Ali, Broder, Giordano und viele andere aber müssen sich sagen lassen, dass auch da der Ton die Musik macht. Deren populistische, grob diffamierende Pauschalurteile, mit denen sie dem europäischen Pöbel alle Muslime bis hin zu den aufgeklärteren und säkularisierten Aleviten zur totalitären Ausgrenzung und zum Entzug elementarer Grundrechte freigegeben haben, ist durch nichts zu entschuldigen.

Sarrazin und den anderen sogenannten Islamkritikern weht derselbe Wind der Aufklärung, der Bürger- und Menschenrechte hart ins Gesicht, der in Arabien schon Ben Ali und Mubarak hinweggefegt hat. Sie haben die zentralen kulturellen Werte Europas verraten.

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Ob das wirklich der Wind der Aufklärung oder Scharia ist, wird die Zeit zeigen. Für Herrn Berger aber haben die arabischen Aufstände die betreffenden Gesellschaften bereits in wesentlichem Maße in westlich-freiheitliche transformiert, was zeigt, dass er den Charakter unser Zivilisation gar nicht begriffen hat. Von Angriffen auf koptische Klöster (4) und ermordeten Geistlichen (5), von antijüdischen Massenkundgebungen hat er natürlich nichts gehört (6), hier ist in bekannter Manier der Wunsch Allavater des Gedankens.

Berger: „Natürlich kann und darf man den Islam kritisieren… ABER…“: Achten Sie bitte auf die „Ja-aber-Methode“ (7)!

Tja, und dann die Gleichsetzung der „sogenannten“ Islamkritiker (d.s.u.a. Ayaan Hirsi Ali, Henryk Broder, Ralph Giordano, Necla Kelek, Thilo Sarrazin, Alice Schwarzer und Peter Sloterdijk, die laut Berger den Islam nicht wirklich kritisieren, sondern nur „sogenannte“ Islamkritiker sind, da Kritik nach seinem Verständnis wohl immer positiv sein muss – zumindest, wenn es um den Mohammedanismus geht) mit mohammedanistischen Diktatoren, das ist schon ein erschütterndes Beispiel des Krankheitsbildes der verheerenden „Aufklärungsphobie“ (Tangsir) im Endstadium. Die Islamkritiker haben „die zentralen kulturellen Werte Europas verraten“ tönt Erzengel Berger, und werden „hinweggefegt“ werden. Kleiner ging es nicht, sachlich-argumentativer Gehalt: 0,00%. Oben ist unten und Nazislam ist Frieden. Ergo: Wir haben es eindeutig mit einem „Pinkelparolen-Pinkler“ zu tun (8), der in der FAZ sein Revier bzw. das seines Ork-Herren markieren will.

Ein weiterer Leserbrief war ebenfalls bemerkenswert… bescheuert. Fasten seatbelts, Dirk Jakobi is coming in:

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Thilo Sarrazin entlarvt sich selbst

Mein großes Lob für die Auseinandersetzung Ihres Feuilletons mit einigen Islamkritikern. Der Abdruck aus dem Buch von Patrick Bahners ist sowohl wohltuend als auch intellektuell ansprechend. Endlich einmal eine fundierte liberale Kritik einiger prominenter Islamkritiker. Dabei wird nämlich deutlich: Es spricht nichts gegen eine fundierte Kritik des Islam aus einer liberalen Grundhaltung. Bahners zeigt jedoch, dass den in den deutschen Medien erfolgreichen Islamkritikern genau das fehlt: eine liberale Grundhaltung und eine profunde Kenntnis des Islam.

Es ist auch zu begrüßen, gleich darauf Thilo Sarrazin die Möglichkeit zur Gegenattacke zu gewähren. Sowohl weil diese Form der Islamkritik in den Medien so erfolgreich ist, als auch, weil sie, wie ich finde, sich selbst entlarvt. So fabriziert Sarrazin genau das, was er Bahners zuschreibt: haltlose Unterstellungen. Sarrazin macht Bahners flugs zum fundamentalistischen Gegner der gleichen Rechte von Frauen. Und das nur, weil Bahners für das liberale Recht der Religionsfreiheit von Schulkindern eintritt, die sich auch im Tragen normaler Kopftücher äußern kann. Das ist offenbarend und erwächst offensichtlich einem Furor, den Sarrazin selbstverständlich nicht sich, sondern Bahners unterstellt.

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Wieder zunächst die „Ja-aber-Methode“, hier getarnt als „Ja-jedoch-Methode“. Und dann eine absurde Unterstellung, eine ungeheure Denkfaulheit und eine bezeichnende Konditionierung. Jakobi: „Sarrazin macht Bahners flugs zum fundamentalistischen Gegner der gleichen Rechte von Frauen.“

Was hatte Thilo geschrieben (s. 3)?

„Im Kampf gegen die Islamkritiker im Allgemeinen und die genannten Personen im Besonderen geraten Bahners die Probleme, welche die Islamkritik anspricht, weitgehend aus den Augen. Es geht ihm nicht um Frauenrechte, nicht um Transferbezug, nicht um Mängel in der Bildungsbeteiligung, nicht um das Heiratsverhalten, nicht um Erscheinungen der Gewalt, nicht um Parallelgesellschaften. Patrick Bahners geht es nur um ein Thema: nämlich darum, dass es aus seiner Sicht falsch und moralisch verwerflich ist, Muslime zur Assimilation an die europäische Kultur anzuhalten. (…)“

Exakt dies ist m.E. der Fall. Paddel interessiert sich nicht für die Lebenswirklichkeit der Orkfrauen. Denn er interessiert sich erstens mal gar nicht nicht für jene unter ihnen, die frei wie die Westlerinnen sein wollen, aber z.B. durch den Druck der Community daran gehindert werden. Er gibt zweitens zwar vor, sich für jene zu interessieren, die ihre Rolle, wie sie durch den Nazislam festgelegt wird, als gegeben hinnehmen. Aber er ist eben nur bei diesen, sofern sie diese (untergeordnete) Rolle akzeptieren. Dies erzwingt m.E. den Schluss, dass ihn im Grunde die Frauen als weibliche Individuen nicht interessieren bzw. dass sie ihn nur interessieren, solange sie (ihre Unterwerfung unter) die Ideologie repräsentieren und diese befördern. Bezeichnend ist es zudem, dass sich Pahners die Positionen zu eigen macht, die von besonders fanatischen Orks stammen, dabei gäbe es durchaus den einen oder anderen Reform-Ork. Thilo:

„Exemplarisch ist seine Behandlung der Kopftuchfrage: Wenn zwölfjährige Mädchen in der Schule kein Kopftuch tragen dürfen, so ist das für ihn vor allem und zunächst eine Verletzung der Religionsfreiheit. Es kommt ihm nicht in den Sinn zu fragen, inwieweit die Freiheitschancen der jungen Mädchen beeinträchtigt werden, wenn sie nicht einmal in der Schule aus den rigorosen islamischen Auffassungen zur Rolle und zum Verhältnis der Geschlechter entlassen werden und dies noch – an der weltlichen Schule geduldet – durch ihre Kleidung zum Ausdruck bringen müssen.

Unterschwellig wird bei Bahners sichtbar, dass ihm die schamhaft und rollengerecht verhüllte islamische Weiblichkeit viel sympathischer ist als das unverhüllte sexuell aufgeladene Chaos abendländischer säkularer Frauenemanzipation. Hier kommt eine heimliche Sehnsucht nach einer verbindlichen Weltordnung jenseits menschlicher Maßstäbe zur Geltung, die das Abendland einfach nicht mehr bieten kann.“

Klar, dass das für die Dimmis, die es gewohnt sind, in Pinkelparolen zu denken, zuviel Text ist, als dass sie es freiwillig lesen würden – geschweige denn zweimal. Aber es ist easy und evident, sofern man bereit ist, die Erkenntnis zuzulassen.

Denn die exklusive Präferenz Paddels für jene Orkfrauen, die den Nazislam in seiner autoritärsten oder ggf. sogar sklavistischen Form bereitwillig leben und nach außen repräsentieren, lässt nur den Schluss zu, dass ihm die Alternative, der Gegensatz, das „Chaos abendländischer säkularer Frauenemanzipation“, zutiefst zuwider ist. Für die Freiheiten dieser Frauen setzt er sich nicht ein, sie sind ihm kein Sterbenswörtchen wert. Pahners offenbart also in der Tat sein Verständnis von Frauen als Dingen, die nur dann gut sind, wenn sie „Religiösität“ (Unterwerfung unter den Nazislam) zeigen, die aber dann irrelevant sind, wenn sie Bürgerinnen sein wollen.

Dass Paddel ein spürbares Problem mit den freiheitsdurstigen und selbstbewussten westlichen Frauen hat, war übrigens auch schon Lesern dieses Blogs aufgefallen, hier Auryce: „Ein schmächtiger, unattraktiver Mann, der in seinem Leben nicht viel geleistet hat, sammelt seine Gedanken in einem Buch… Und was kommt heraus? Beschimpfungen und Diffamierungen, gerichtet gegen starke (Alice Schwarzer), mutige (Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek) und erfolgreiche (Kristina Schröder) Frauen… Mit der Hilfe eines Psychologen ließe sich da sicher einiges aufarbeiten, Herr Bahners!“ (9)

„Sarrazin macht Bahners flugs zum fundamentalistischen Gegner der gleichen Rechte von Frauen“, meint Jakobi. UNSINN, Paddel IST ein fundamentalistischer Gegner der Gleichberechtigung, WEIL sie ein Grundwiderspruch zum Nazislam ist, der wiederum für Paddel höher steht als sonst irgendwas. Dies geht aus seinem Text m.E. zweifellos hervor, und grade jemand, der sich so sicher fühlt wie der FAZ-Feuilletonchef, agiert vorzugsweise unverstellt aus seinem Innersten, welches im Fall Pahners nach Mekka ausgerichtet ist.

Jakobi: „Und das NUR, weil Bahners für das liberale Recht der Religionsfreiheit von Schulkindern eintritt, die sich auch im Tragen normaler Kopftücher äußern kann.“ Dieser Satz ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass Paddel NUR für die Religionsfreiheit der Orks im Westen eintritt, nicht etwa für die der Christen in Orkländern. Falsch ist auch, dass Paddel für die Religionsfreiheit DER Orks im Westen eintritt. Er tritt vielmehr nur für diejenigen Orks ein, die ihrer Hassreligion besonders demonstrativ und offensiv Macht und Geltung verschaffen wollen. Diese Hassreligion KANN sich nicht nur im Tragen von Kopftüchern äußern, sie MUSS sich in der Verhüllung und Markierung der Frau äußern, wobei im Westen das Gesicht sichtbar bleiben darf, in einem Großteil der Orkstaaten aber nicht einmal das. Das Kopftuch ist, wie jeder Counterjihadi weiß und wie natürlich auch Jakobi und Panik-Paddel wissen, ein religiös-politisches Symbol und also alles andere als ein „normales“ Kopftuch, wie Jakobi dümmlich vom Stapel lässt.

Denken wir mal über „das Recht der Religionsfreiheit von Schulkindern“ nach. Wie alt mögen diese „sweet little schoolgirls“ sein, die laut Jakobi von dem bösen Wolf Thilo gehetzt werden? Nun, er nennt sie Kinder, und da sehen wir keine jungen Frauen im Abitur vor uns, sondern vielleicht 10-12-Jährige. Deren Recht auf Religionsfreiheit wollen Pahners und sein Kumpel Jakobi verteidigen. Aber wenn Kinder in diesem Alter eine Religion oder Ideologie derartig kompromisslos und demonstrativ leben, würde man doch normalerweise an Gehirnwäsche und Sekte denken, das Jugendamt verständigen und das Kind ggf. aus der Familie nehmen lassen. Ist eine Religion im Allgemeinen und diese im Besonderen etwas so Einfaches, Bedeutungsloses und Kleines, dass sich ein Kind ohne massive Indoktrination oder Zwang dazu entscheiden oder es überhaupt auch nur ansatzweise begreifen könnte?

Natürlich nicht, aber hier wird einmal mehr eine Grundthese der Orks und ihrer Speichellecker deutlich, und die lautet, dass man als Mohammedanist geboren wird, was keinesfalls hinterfragt werden darf und für das ganze Leben gilt. Bei unserem Haus-Dimmie Rai liest sich das so (10): „… nur weil sie die ‚falsche’ Religionszugehörigkeit haben!“ Als ob die Religionszugehörigkeit ein unabänderliches Schicksal wäre und die Inhalte der Religion völlig egal.

Diese Religion wird also vorwiegend nicht in einem geistigen Prozess erarbeitet und angenommen, sie ist angeboren – eine Art Religionsrassismus. Konversion zu ihr ist möglich, das Recht sie zu verlassen ist Paddel and  Friends jedoch ebenfalls keine Zeile wert.

Sie nennen sich „liberal“, „aufklärerisch“ und „profunde Kenner“ des Mohammedanismus, aber ihre Parolen sind reines Territorialverhalten. Dies hatte auch Dr. Rainer Schimpf in der gestrigen FAZ festgestellt.
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Warum so plakativ, so aggressiv?

Die unglaubliche Hybris, mit der Patrick Bahners im Vorabdruck aus seinem Buch „Die Panikmacher“ die Islamkritiker angeht, ist erschreckend. Ein Artikel mit solcher Wucht ist mir als langjährigem Abonnenten Ihrer Zeitung (fünfzehn Jahre) noch nie aufgestoßen. Warum muss dieser Artikel auch noch mit solch einer plakativen und aggressiven Überschrift mit riesigen schwarzen Buchstaben, die fast eine halbe Seite in „Bild“-Größe einnehmen, veröffentlicht werden? Ich kann mich nicht erinnern, jemals in Ihrem Feuilleton einen Artikel mit einem so martialischen Auftritt gesehen und gelesen zu haben. Ganz offensichtlich will der Autor (und die Redaktion?) unmissverständlich und hart klarmachen, was der Leser von diesen Menschen inmitten unserer Gesellschaft zu halten hat und dass deren Meinungen nicht erwünscht sind. Die Tatsache, dass Sie Ihren Kritikern wie Thilo Sarrazin in Ihrer Zeitung Raum geben, rechtfertigt und entschärft die Präsentation meines Erachtens nicht.

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Die Islamkritiker, die ein wesentlicher Teil des Counterjihad sind, kritisieren den Mohammedanismus. Sie lesen die mohammedanistischen Texte und kritisieren sie, weil sie sie als gegen unsere Gesellschaft gerichtet deuten. Die Kritiker der Islamkritiker lesen weder die mohammedanistischen Texte noch die der Islamkritiker. Sie kritisieren (was eine freundliche Umschreibung für geifernden Rufmord ist) die Islamkritiker, weil diese den Mohammedanismus kritisieren.

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Time am 25. Januar 2011

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1) http://tangsir2569.wordpress.com/2011/02/23/neue-epidemie-breitet-sich-aus-aufklarungsphobie/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/16/panik-paddel/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/19/thilo-vs-panik-paddel/
4) http://www.pi-news.net/2011/02/angriffe-auf-koptische-kloster/
5) http://www.pi-news.net/2011/02/koptischer-priester-erstochen-aufgefunden/
6) http://aro1.com/forderungen-nach-vernichtung-israels-auf-dem-tachrir-platz/
7) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/12/sie-haben-keine-chance/
8- https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/18/pinkelparolen/
9) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/19/thilo-vs-panik-paddel/#comment-1129
10) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/19/thilo-vs-panik-paddel/#comment-1116

Thilo vs. Panik-Paddel

19. Februar 2011

Paddel Pahners exzessive Selbstbeweihräucherung und Buchreklame (1), zu der er Deutschlands beste Zeitung missbraucht, ist einigen Lesern unangenehm aufgefallen, so Peter Christian Hall, wie in der heutigen Ausgabe zu lesen ist:

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Eine stillose Selbstverliebtheit

Eine bildlose Aufmacherseite des Feuilletons mit 18 Zentimeter hoher Überschrift („Die Panikmacher“) und 9 Zentimeter hohen Einzelbuchstaben hat es in Ihrer Zeitung in den rund fünfzig Jahren, die ich sie lese, noch niemals gegeben – Gott sei Dank, überschreitet das doch sogar noch die „Bild“-Zeitung. Und was hatte das geschätzte Blatt am 16. Februar mit dieser sensationellen Aufmachung im Feuilleton, aus der einem das Wort Panik entgegenspringt, denn so Sensationelles mitzuteilen? Man mag es kaum glauben: den Vorabdruck aus einem Buch ihres eigenen Feuilletonchefs. Das ist eine stillose Selbstverliebtheit, die nicht nur in Ihrer Zeitung beispiellos ist.

Aber da dieser Leserbrief die F.A.Z. selbst kritisiert und nicht die Meinung irgendeines anderen Leserbriefschreibers, werden Sie ihn wohl wieder einmal nicht abdrucken, und das wäre nach meiner Erfahrung wahrlich nicht beispiellos.

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Da hat Herr Hall aber die FAZ unterschätzt, denn sie wäre nicht die beste Zeitung Deutschlands, wenn sie nicht die Debatte pflegen würde, zu der gehört, dass unterschiedliche oder gar gegensätzliche Positionen geäußert werden. Und daher habe ich jetzt – nach den Dimmie-Texten der letzten Tage – das große Vergnügen, Ihnen einen exzellenten Aufsatz aus der heutigen FAZ zu präsentieren, in welchem Thilo Sarrazin das Buch von Panik-Paddel Pahners einer gründlichen Betrachtung unterzieht.

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Erdogans Ghostwriter

Warum verfolgt Patrick Bahners all jene mit solchem Ingrimm, die es wagen, bei der Integration von Muslimen auf Probleme hinzuweisen? Wir Islamkritiker sind weder blind für die Wirklichkeit noch Panikmacher. Eine Kritik an einem zornigen Buch

Patrick Bahners hat ein sehr zorniges Buch geschrieben. In „Die Panikmacher“ kommt ein klares Feindbild zum Vorschein, nämlich „die Islamkritik“. Bahners differenziert nur unwillig beziehungsweise gar nicht zwischen unterschiedlichen Strömungen der Islamkritik, das sind für ihn alles Zweige vom selben illegitimen Stamm, allesamt Vertreter einer „Kultur des Ressentiments“ und damit alle moralisch zutiefst fragwürdig. Die Argumentation der Islamkritiker läuft für ihn auf den Aufruf zu einem „Weltbürgerkrieg“, zur Vernichtung der Muslime und des muslimischen Glaubens hinaus. Einzelnen Islamkritikern gesteht er zu, dass sie das vielleicht nicht so meinen oder die Folgen ihres Tuns nicht überschauen. Insgesamt aber hält er das Treiben der Islamkritiker für religionsfeindlich und auch feindlich gegenüber jeder wahren Liberalität, letztlich einem jakobinischen Staatsverständnis entstammend, einem Tugendterror in neuer und schrecklicher Form das Wort redend.

Die historische Parallele zur Islamkritik sieht Bahners im bürgerlichen Antisemitismus des neunzehnten Jahrhunderts. Immer wieder versieht er seine Kritik der Islamkritik mit entsprechenden Konnotationen, und folgerichtig beendet er sein Buch mit einem langen Zitat des Historikers Heinrich Treitschke aus dem Jahre 1879, das mit dem fatalen Satz endete „Die Juden sind unser Unglück“. Bahners führt Treitschke an, um zu unterstellen, dass dessen Forderung an die „israelitischen Mitbürger“, sie sollten „Deutsche werden, sich schlicht und recht als Deutsche fühlen“, letztlich den Weg nach Auschwitz bereitete. Zustimmend zitiert er Micha Brumlik, der mich „einen Treitschke des frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts“ nannte. Bahners bringt nicht zufällig Treitschkes Forderung nach Assimilation und den Weg nach Auschwitz in einen Zusammenhang. Fast könnte man vermuten, er hätte für den türkischen Präsidenten Erdogan die Rede in der Köln-Arena geschrieben, in der dieser sagte: „Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Durch den Bezug auf den Antisemitismus und auf Auschwitz als dessen Folgen greift Bahners zum maximalen Vergeltungsmittel, quasi zur Kernwaffe des deutschen politischen Diskurses. Wer so argumentiert, möchte seine Gegner ein für alle Mal erledigen. Wer Kernwaffen einsetzt, der ist entweder bedenkenlos, oder es mangelt ihm an Mitteln konventioneller Kriegsführung. Bahners äußert auch einige kluge Gedanken, und es hätte seinem Buch besser getan, wenn er argumentativ etwas abgerüstet hätte. So erweckt er den Eindruck, dass ihn Emotionen treiben, die mehr ihn beherrschen, als dass er sie beherrscht.

Im Zentrum seines Buches steht ein objektives Problem. Viele Kritiker des Islam sehen dieses Problem genauso, nur geben sie eine andere Antwort: Der säkulare, freiheitliche Rechtsstaat hat zur Voraussetzung, dass alle Bürger, Rechtssubjekte und gesellschaftlichen Organisationen sich an seine Regeln halten, sie in gewissem Umfang auch verinnerlichen und den Regeln des staatlichen Rechts im Zweifel den Vorrang geben vor abweichenden religiösen Geboten. Für jene, die Bahners „Säkularisten“ oder „Islamkritiker“ nennt, ist klar, dass den Regeln des freiheitlichen Rechtsstaats unter allen Umständen Vorrang gebührt vor abweichenden Glaubensregeln oder den Gewohnheiten von Einwanderern mit einer anderen kulturellen Tradition. Für Bahners ist das gar nicht klar. Er argumentiert, dass für jeden Gläubigen das göttliche Recht über dem von Menschen gemachten Recht stehe und dass es unzumutbar und unmoralisch sei, einen Menschen zum Glaubensverrat zu zwingen, indem man ihm abfordere, den Vorrang des menschlichen Rechts vor den göttlichen Geboten zu beachten und auch zu bekennen.

Damit spricht Bahners ein grundlegendes Problem an, welches weit über den Islam hinausweist: Im Kern jeder religiösen Überzeugung steckt nämlich eine gefühlte Offenbarung, deren Quelle nicht von dieser Welt ist und die sich folglich auch nicht den eher zufälligen, jedenfalls von Menschen gemachten sozialen Lebensregeln beugen kann. Wenn schon, dann muss das menschliche Regelwerk der offenbarten göttlichen Ordnung folgen.

Was heißt das in Deutschland und Europa für die Integration einer Religion wie des Islam, dessen Glaubenssätze und Lebensregeln zu vielen Aspekten der säkularen Moderne eher im Widerspruch stehen? Welche Konflikte ergeben sich daraus, und wie kann man diese produktiv und zukunftsweisend bewältigen?

Das hätte der Gegenstand des Buches sein können. Dafür interessiert sein Autor sich aber nicht. Er verfolgt über dreihundert Seiten alle jene mit seinem Ingrimm, die in der Integration von Muslimen in Europa und weiter steigenden Einwanderungszahlen aus muslimischen Ländern Probleme sehen. Seine Lieblingsfeinde sind dabei, in alphabetischer Reihenfolge: Ayaan Hirsi Ali, Henryk Broder, Ralph Giordano, Necla Kelek, Thilo Sarrazin, Alice Schwarzer, Peter Sloterdijk.

Im Kampf gegen die Islamkritiker im Allgemeinen und die genannten Personen im Besonderen geraten Bahners die Probleme, welche die Islamkritik anspricht, weitgehend aus den Augen. Es geht ihm nicht um Frauenrechte, nicht um Transferbezug, nicht um Mängel in der Bildungsbeteiligung, nicht um das Heiratsverhalten, nicht um Erscheinungen der Gewalt, nicht um Parallelgesellschaften. Patrick Bahners geht es nur um ein Thema: nämlich darum, dass es aus seiner Sicht falsch und moralisch verwerflich ist, Muslime zur Assimilation an die europäische Kultur anzuhalten. Wenn der türkische Präsident Erdogan je einen Ghostwriter brauchte, Patrick Bahners wäre die ideale Besetzung.

Exemplarisch ist seine Behandlung der Kopftuchfrage: Wenn zwölfjährige Mädchen in der Schule kein Kopftuch tragen dürfen, so ist das für ihn vor allem und zunächst eine Verletzung der Religionsfreiheit. Es kommt ihm nicht in den Sinn zu fragen, inwieweit die Freiheitschancen der jungen Mädchen beeinträchtigt werden, wenn sie nicht einmal in der Schule aus den rigorosen islamischen Auffassungen zur Rolle und zum Verhältnis der Geschlechter entlassen werden und dies noch – an der weltlichen Schule geduldet – durch ihre Kleidung zum Ausdruck bringen müssen.

Unterschwellig wird bei Bahners sichtbar, dass ihm die schamhaft und rollengerecht verhüllte islamische Weiblichkeit viel sympathischer ist als das unverhüllte sexuell aufgeladene Chaos abendländischer säkularer Frauenemanzipation. Hier kommt eine heimliche Sehnsucht nach einer verbindlichen Weltordnung jenseits menschlicher Maßstäbe zur Geltung, die das Abendland einfach nicht mehr bieten kann.

Wenn man ein Buch liest oder eine Meinung hört, bei der man den Grundansatz nicht teilt, sollte man gleichwohl für die Argumentationsrichtung des anderen offen bleiben, sonst gibt es keinen Dialog. Das vermisse ich bei Bahners. Exemplarisch dafür ist, wie herabsetzend, ja, entstellend und verfälschend er die Personen und die Argumente der von ihm kritisierten Islamkritiker behandelt. Der Umstand, dass er solche Mittel nötig hat, desavouiert sein Anliegen und stellt seine Motive in Frage.

Ziemlich zu Anfang seines Buches setzt er sich mit meinem Interview in „Lettre International“ vom September 2009 auseinander, und dabei wird seine Methode deutlich. Er zitiert mich zu den Stufen der Integration: „Die erste Vorstufe ist, dass man Deutsch lernt, die zweite, dass man vernünftig durch die Grundschule kommt, die dritte, dass man auf das Gymnasium geht, dort Examen macht und studiert.“ Das ist eigentlich banal. Im Interview ging es um die Erhöhung des Anteils der Migranten im öffentlichen Dienst, und für den Dienst in der Justiz, in der Finanzverwaltung, als Lehrer oder in der Polizei ist heute in der gehobenen oder höhere Laufbahn stets ein Studium erforderlich. Mehr türkische und arabische Migranten in diese Positionen zu bringen bedeutet deshalb zunächst, dass mehr von ihnen Abitur machen und studieren. Bahners dagegen kommentiert zu meinem Zitat „Vollständig integriert ist der Akademiker, der ganze Mensch hat Abitur“ und unterstellt mir damit einen albernen Bildungsdünkel, den ich gar nicht habe.

Er unterstellt mir ferner „das Phantasma einer durch administrative Maßnahmen herbeigeführten ethnischen Sauberkeit“ und „die Ordnungsidee einer durch Umsiedlungsmaßnahmen verbesserten Bildungsstatistik“. Tatsächlich fordere ich eine stärkere Orientierung des Bildungswesens und der Hochschulen am Leistungsgedanken und führe unter anderem aus: „Wenn die Türken sich so integrieren würden, dass sie im Schulsystem einen anderen Gruppen vergleichbaren Erfolg hätten, würde sich das Problem auswachsen. Türkische Anwälte, türkische Ärzte, türkische Ingenieure werden auch deutsch sprechen, und dann wird sich der Rest relativieren.“ So sagte ich im „Lettre“-Interview. Bahners dagegen verdreht meine Aussagen in ihr Gegenteil, um mir das „Phantasma ethnischer Sauberkeit“ durch „administrative Umsiedlungsmaßnahmen“ zu unterstellen. Die Konnotation zum Holocaust ist offenbar gewollt, seine Insinuation ist ungeheuerlich und zudem unanständig.

Für Bahners ist diese Methode, seine Gegner zu zitieren und ihre Aussagen zu verfälschen, leider exemplarisch. Das ganze Buch ist voll davon. Damit bin ich bei der Frage des „Anstandes“. Bahners findet nicht, dass es in Deutschland ein Problem im Spannungsfeld von Meinungsfreiheit und „politicial correctness“ gibt. Er lehnt diesen Begriff ab und führt stattdessen den „Anstand“ als Maßstab menschlicher und damit auch politischer Kommunikation ein. Damit wird aber lediglich der eine Begriff für „Das sagt man nicht“ durch einen anderen ersetzt, zudem durch einen Begriff, der aufgrund seiner Subjektivität Konventionen immer nur reflektieren, nicht aber hinterfragen kann. Unter dem Begriff des Anstandes können unerwünschte Fragen und Meinungen perfekt ausgegrenzt werden, und davon macht Bahners reichlich Gebrauch. Es fehlt nur noch die Volte, auch den jeweiligen Inhalt des Anstandsbegriffes aus einer religiösen Offenbarung abzuleiten, und die erwünschte Abschirmung jedweder Diskussion von den Gefahren politischer Inkorrektheit wäre gelungen. Wohlgemerkt, diese Argumentation ist keine Lizenz, den Anstand aufzugeben; aber man muss sich über die Wirkung von Begriffen klar sein. Durch die Verwendung des Anstandsbegriffs wird das Problem der „political correctness“ nicht gelöst, es wird noch verschärft. Folgerichtig findet denn auch Bahners nicht, dass mein „Lettre“-Interview die Grenzen politischer Korrektheit überschritt, er findet ganz einfach, dass es unanständig war und damit seriöser Auseinandersetzung eigentlich nicht wert.

Typisch für seine verquere Weltsicht ist die Verharmlosung der Vorgänge um die Mohammed-Karikaturen. Nicht der Skandal, dass Menschen starben wegen der Karikaturen, dass Attentate verübt wurden und dass der Karikaturist seit Jahren mit dem Tode bedroht ist, wird von ihm thematisiert, sondern uns wird die ironische Belehrung zuteil, dass sich „die republikanische Weltöffentlichkeit … den Einsatz der ehrwürdigen Mittel der Blasphemie zum Zwecke der Geistesschärfung und Geisterscheidung vorbehalten müsse“. Das heißt, Bahners teilt offenbar die Empörung der islamischen Welt über die Karikaturen, und ebenso teilt er ihre Nicht-Empörung über die Gewalttätigkeiten als Reaktion auf diese Karikaturen.

Seine Emotionen spart Bahners sich für jene auf, die er als Islamkritiker sieht. Bei Henryk Broder zum Beispiel stellt er die moralische Integrität in Frage, indem er dessen Diskussion des Toleranz-Begriffes mit den Worten kommentiert: „Aber soll dadurch die Moral über sich selbst aufgeklärt werden, oder soll sie weichen?“ Necla Kelek gesteht er zwar zu, dass sie eine „intellektuell anregende“ Doktorarbeit geschrieben habe, aber er sät Zweifel an der Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit ihrer in „Die fremde Braut“ erzählten persönlichen Familiengeschichte. Ihn stört ganz offenbar, dass Necla Kelek die allmähliche Islamisierung des typischen türkischen Gastarbeiters in Deutschland, wie sie sie beobachtet hat, nicht mag. Er spricht ihr die wissenschaftliche Seriosität ab: „Die Autorin ist im Hauptberuf heute Akteurin der Medienwelt“, und dann kommt der Blattschuss: „Legt man an die Entwicklung der Autorin einen intellektuellen Maßstab an, muss man von Regression sprechen.“

Das ist Diffamierung, sie stammt aus dem Munde eines Mannes, der in der ausländer- und gewerbefreien Bonner Südstadt im Einfamilienhaus aufwuchs, im fußläufig entfernten Bonner Beethovengymnasium zur Schule ging, sodann in Bonn und Oxford studierte und anschließend, im Alter von 22 Jahren, der Redaktion der F.A.Z. beitrat. Von den Stürmen des Lebens ist Patrick Bahners wahrlich verschont geblieben. Das ist ihm nicht vorzuwerfen, aber es berechtigt ihn nicht (zur zudem inhaltlich völlig unbegründeten) Arroganz gegenüber jenen, die ihr persönlicher Lebenslauf ganz anders gefordert und geprägt hat; vielleicht haben diese auch deshalb mehr mitzuteilen.

Die Diffamierung Keleks geht aber weiter: „Indem sie aussprach, dass sie in der islamischen Welt nicht einmal auf Verbündete im Geiste zu hoffen wagte, hatte sie die Frontlinie eines Weltbürgerkrieges gezogen.“ Dank Patrick Bahners wissen wir endlich: Nicht Al Qaida ist eine Gefahr für den Weltfrieden, Necla Kelek ist es – und mit ihr alle, die ihre Befürchtungen teilen! Der Furor des Patrick Bahners (so wird man wohl seine Einstellung bezeichnen dürfen) wendet sich mit besonderer Schärfe gegen die Grundsätze der französischen laizistischen Politik.

Seine Abneigung zieht auch Familienministerin Kristina Schröder auf sich, weil sie den Zusammenhang von Religion und Gewaltbereitschaft bei muslimischen Jugendlichen thematisiert. Und auch hier kann er es nicht lassen, mit dem Mittel der persönlichen Herabsetzung zu arbeiten. Er kennzeichnet sie als „die Politologin, die der aus dem Fernsehen bekannte Wahlforscher Jürgen Falter mit einer Untersuchung über die Gerechtigkeitsideale der CDU-Bundestagsabgeordneten promoviert“. Mit diesem völlig sachfremden Hinweis will er wohl seine Meinung zum Ausdruck bringen, dass die amtierende Familienministerin eine Dünnbrett-Dissertation geschrieben habe. Was soll das, und was hat dies mit den Argumenten von Kristina Schröder zu tun, außer man will eine Person diffamieren, um das Gewicht ihrer Meinung zu vermindern?

Schließlich zitiert Patrick Bahners die rhetorische Frage von Necla Kelek: „Sind wir keine Deutschen, Türken, sondern zuerst Christen, Juden oder Muslime, keine Bürger, sondern Gläubige oder Ungläubige?“ Er unterschiebt Necla Kelek eine Auffassung, die sie gar nicht hat: „Die Auffassung, dass der Staat das Höchste ist und es für den Frommen nie eine Gewissenspflicht zum Widerstand geben kann, haben in Deutschland zuletzt die Deutschen Christen vertreten.“ Nicht der Staat ist das Höchste, sondern eine rechtsstaatliche Verfassung der Freiheit – diesen Unterschied verwischt Bahners, um Necla Kelek in die Nähe der Deutschen Christen zu rücken, die die NS-Diktatur stützten.

Mit dieser letzten großen Diffamierung unterstellt Bahners Necla Kelek und mit ihr allen Islamkritikern, sie wären der Meinung, es gebe keine Gewissensinstanz und kein sittliches Gebot jenseits des Staates. Diese Unterstellung ist so ungeheuerlich, dass sich die Feder dagegen sträubt, sie niederzuschreiben. Hier hat sich ein Autor – und wohl auch ein Mensch – wirklich verrannt.

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Bleibt mir zu fragen, wie lange Chefredaktion und Herausgeber PPP noch gestatten wollen, das Niveau des Feuilletons von Ausgabe zu Ausgabe weiter abzusenken (2). Hat der Verlag nicht eventuell eine andere Aufgabe für ihn? Er ist doch noch jung (3), könnte man ihm nicht einen neuen Anfang z.B. in Teheran oder Damaskus ermöglichen?

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Time am 19. Februar 2011

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/16/panik-paddel/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/02/17/studi-postille-faz/
3) http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~EFA5EF28DC4474AC883819BB9B623CED3~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Zehn Thesen für Thilo

19. September 2010

Wenn schon keine Parteigründung, dann aber demonstrative informelle oder besser noch formelle Bündnisse im COUNTERJIHAD.

Ich habe bereits zur Kenntnis gegeben, dass ich gemäß den Überlegungen von Karl Popper ein Zweiparteiensystem nach amerikanischem Vorbild präferiere. Demzufolge stehe ich, auch wenn ich selbst Thilo Sarrazin als deutschen Wilders bezeichnete (1) und mir eine Parteineugründung unter seiner Führung als sinnvoll vorstellen könnte (2), dem Thema insgesamt eher skeptisch gegenüber. Lesen Sie dazu eine Glosse von Georg Paul Hefty aus der gestrigen FAZ.

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Zur richtigen Zeit

In gewisser Weise kommt die Nachricht, dass DVU und NPD auf dem Wege zur Vereinigung sind, irgendwie zur richtigen Zeit. Denn damit dürfte jede noch so theoretische Überlegung, rechts von CDU und CSU – wo immer das sein mag – eine neue, vermeintlich konservative Partei zu gründen, auf absehbare Dauer erledigt sein. Nicht, dass Konservative in den Verdacht geraten könnten, sich auf demselben Feld wie eine rechtsradikale oder gar rechtsextreme Partei zu tummeln. Aber jeder Planer einer neuen Partei muss sehen: Eine in eins gegossene NPD/DVU könnte mehr Protestwähler anziehen als die jetzt zersplitterten Radikalen. Eine konservative Neugründung müsste, wollte sie nicht ausschließlich den Wählerstamm der C-Parteien dezimieren, sondern Wahlenthalter reaktivieren und dennoch sicher über die Fünf-Prozent-Hürde kommen – alles andere wäre politischer Unfug -, auch weit rechts auf Stimmenfang gehen. Dort aber verschwimmen allmählich die Grenzen. Das jedoch muss verhindert werden, zwischen Rechten und Rechtsradikalen muss ein tiefer Graben erkennbar bleiben.

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Es gibt auch ein rein praktisches Problem: Wir haben keine Protagonisten mit Geert Wilders Ausstrahlungskraft und Popstarqualitäten, d.h., wir haben von Herrn Sarrazin bis zu Frau Kelek schon etliche, aber alle diese weisen die Gründung einer antimohammedanistischen Bürgerrechtspartei (nicht ohne Grund) zurück. Wenn es also vielleicht unklug ist, eine solche Partei zu gründen (der erste Versuch von Dr. Ulfkotte versank bereits u.a. im ökologisch-religiösen Themensumpf), vor allem deshalb, weil relevante Kräfte stets darauf drängen, dass diese Partei weniger antimohammedanistisch als vielmehr „wahrhaft konservativ“, also in erster Linie eine Anti-CDU-Partei sein müsse, ist evtl. die vorläufige Beschränkung auf formale oder informelle Bündnisse das gegebene Mittel. Der von mir sehr verehrte Ralph Giordano (im Bild mit PI-Gründer Stefan Herre) demonstriert dies m.E. mit seinen „10 Thesen für Thilo“ (3). Herr Giordano behandelt darin nicht seine zweifellos vorhandenen Differenzen mit Herrn Sarrazin, sondern er richtet dessen Arbeit virtuos und punktgenau auf den Kern des Problems: den Mohammedanismus.

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Die Gutmenschen und die dunklen Seiten des Islam

In Deutschland geben Sozialromantiker und
Beschwichtiger den Ton an, sagt Ralph Giordano und
stellt zehn Thesen zur Integrationsdebatte auf.

1. Solange gebildete, berufsintegrierte und akzentfreies Deutsch sprechende Muslima in Talkshows mit wirklichkeitsfernen Sätzen wie „die Frage der Integration stellt sich gar nicht“ so tun, als sei ihr Typ exemplarisch für die muslimische Minderheit in Deutschland und die Gleichstellung muslimischer Frauen eben um die Ecke – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

2. Solange diese Vorzeige-Muslima sich lieber die Zunge abbeißen würden als einzugehen auf das, was kritische Muslima so authentisch wie erschütternd berichtet haben über den Alltag der Unterdrückung, Abschottung und Ausbeutung, der Zwangsehe und Gefangenschaft muslimischer Frauen und Mädchen bis hin zu der unsäglichen Perversion der „Ehrenmorde“ – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

3. Solange widerstandslos hingenommen wird, dass Moscheen in Deutschland nach Eroberern der türkisch-osmanischen Geschichte benannt werden, nach Sultan Selim I. oder, wie im Fall der sogenannten Fatih-Moscheen, nach Mehmet II., dem Eroberer von Konstantinopel – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

4. Solange höchste türkische Verbandsfunktionäre, wie der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mayzek, vor laufender Kamera und Millionen Zuschauern erklären können, Scharia und Grundgesetz seien miteinander vereinbar, ohne sofort des Landes verwiesen zu werden – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

5. Solange rosenkranzartig behauptet wird, der Islam sei eine friedliche Religion, und flapsig hinweggesehen wird über die zahlreichen Aufrufe des Koran, Ungläubige zu töten, besonders aber Juden, Juden, Juden – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

6. Solange die weitverbreitete Furcht vor schleichender Islamisierung in der Bevölkerung als bloßes Luftgebilde abgetan wird und nicht als demoskopische Realität ernst genommen – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

7. Solange von hiesigen Verbandsfunktionären und türkischen Politikern penetrant auf Religionsfreiheit gepocht wird, ohne jede parallele Bemühung um Religionsfreiheit in der Türkei – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

8. Solange nicht offen gesprochen wird über islamische Sitten, Gebräuche und Traditionen, die mit Demokratie, Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Gleichstellung der Geschlechter und Pluralismus nicht vereinbar sind – so lange hat Thilo Sarrazin Recht.

9. Solange die großen Themen der Parallelgesellschaften wie Gewaltkultur, überbordender Nationalismus, offener Fundamentalismus, ausgeprägter Antisemitismus und öffentliches Siegergebaren mit demografischer Drohung nicht zentrale Punkte des nationalen Diskurses sind – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

10. Solange Deutschlands Sozialromantiker, Gutmenschen vom Dienst, Pauschal-Umarmer und Beschwichtigungsapostel weiterhin so tun, als sei das Problem Migration/Integration eine multikulturelle Idylle mit kleinen Schönheitsfehlern, die durch sozialtherapeutische Maßnahmen behoben werden können – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

Postskriptum: Ein integrationsfördernder Vorschlag: Wenn denn das offene Haar der Frau die männliche Begierde weckt, wäre es da nicht besser, den Männern Handschellen anzulegen, als den Frauen das Kopftuch zu verordnen?

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Time am 19. September 2010

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/08/26/unser-geert-heist-thilo/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/08/27/thesen-von-gewicht/
3) http://www.welt.de/debatte/article9722366/Die-Gutmenschen-und-die-dunklen-Seiten-des-Islam.html

Counterjihadisch wählen

6. September 2010

Titelstory der „Süddeutschen Zeitung“
vom 2. September 2010
(1).

Mit welchen Schimpfworten Sarrazin derzeit von Medienknechten und Politikern belegt wird: Ein Provokateur, Grenzverletzer, Nazi, Hofnarr, Demagoge sei er. Kein Problem hat man mit menschenverachtenden Jokies wie dem obenstehenden, in dem ein Mensch „abgeschafft“ wird. Nazis und Demagogen sind eben immer die anderen.

Wie lange meinen die, wird das so weitergehen? Gestern berichtete die FAZ von einer Umfrage, die für eine Sarrazin-Partei (2) 18% der Wählerstimmen prognostizierte (3). Und wenn Necla Kelek, Arzu Toker, Seyran Ates, Alice Schwarzer, Ralph Giordano, Stefan Herre und Henryk Broder da mitmachen würden? Dann würde sie vielleicht auf 25% oder 30 % der Stimmen kommen, nicht aus dem Stand aber mittelfristig in dem Maße, in dem das Verständnis vom abartigen Mohammedanismus zunimmt.

Stefan Dietrich schrieb gestern in der FAZ in einem lesenswerten Artikel u.a. (4):

“ (…) De Maizière, Bundeskanzlerin Angela Merkel und auch der SPD-Vorsitzende Gabriel scheinen sich sehr sicher zu sein, dass die auf bald vierzig Prozent gewachsene Gruppe der notorischen Nichtwähler in diesem Land so bald keine neue politische Heimat finden wird. Es sind jene vierzig Prozent, die beiden Volksparteien verloren gegangen sind, weil sich die Leute von ihnen nicht mehr vertreten fühlen, beziehungsweise, weil sie bewusst mit Missachtung gestraft werden. Aber was, wenn auch bei uns so einer wie Geert Wilders auf der Bühne erscheint – oder eine Bewegung wie die amerikanische „Tea Party“ das Establishment aufmischt? Thilo Sarrazin wird diese Rolle sicher nicht spielen. Doch die Art und Weise, wie er aus der Kaste der Berührbaren ausgeschlossen wurde, könnte einen solchen Funken bald überspringen lassen. Dann wird auf einmal doch wieder etwas möglich sein, das vordem als ganz und gar unschicklich galt.“

Ausgezeichnet in Dietrichs Artikel ist auch, dass er fast schon den Counterjihad beim Namen nennt: „Und so wie der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel gereizt zu Protokoll gibt, er wisse auch nicht, warum Sarrazin noch in der SPD sei, so fragen sich viele Bürger mit wachsender Wut, warum so viele Muslime, die weder mit der Sprache noch mit der Kultur und den Menschen dieses Landes etwas zu tun haben wollen, in Deutschland sind.“

Der aktuelle (#36) Spiegel weiß es natürlich besser und titelt hochnäsig: „Volksheld Sarrazin – Warum so viele Deutsche einem Provokateur verfallen“. Der „Spiegel“ spiegelt nicht mehr die Realität sondern nur noch seine eitle Redakteurshorde. Inzwischen konnte Vitzliputzli (5) eine noch drastischere Emnid-Umfrage im Auftrag von „Bild am Sonntag“ auftreiben (6), laut der von 23.191 abgegebenen Stimmen 87% eine Sarrazin-Partei wählen würden. Ich hoffe sehr, dass unsere Kanzlerin (der ich vertraue, die ich schätze und gegenüber der ich loyal sein möchte), dass ihr Stab und die ganzen anderen Eliteschranzen das Menetekel deuten können, bevor es zu spät ist. Auch ich als gewohnheitsmäßiger CDU-Wähler würde nämlich jetzt eine counterjihadische Partei wählen, wenn sie sich a) ausschließlich oder weit überwiegend counterjihadischen Themen widmen würde, b) Lösungen anbieten würde, die mit meinen demokratischen, freiheitlichen, bürgerlichen und marktwirtschaftlichen Vorstellungen vereinbar wären und c) ein integres und politisch heterogenes Führungspersonal (z.B.s.o.) aufbieten könnte.

Ich lasse einen exzellenten Artikel von Claudius Seidl folgen, den die gestrige FAZ (FAS) gebracht hatte. Seidl wirft sich mit anschaulichen Worten für einige von Thilo Sarrazins Thesen in den Ring.

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Die Katastrophe hat längst begonnen

Wer sagt denn, dass unser Aufstieg immer weitergehen wird? Und wer glaubt, Sarrazins Ächtung helfe?

Demographie ist ein schmutziges Wort – und die Sache, für die es steht, die Wissenschaft vom Wachsen und Schrumpfen der Bevölkerung, scheint die schlimmsten Erinnerungen an Blut und Boden hervorzurufen, an Mutterkreuze, Kanonenfutter und die sogenannte nordische Rasse. Demographie ist ein Tabu: unter jenen Leuten jedenfalls, die sich für links und aufgeklärt halten, für sozial engagiert und im Zweifel auf der Seite der Unterdrückten, der Ausgegrenzten und Entrechteten.

Mir war das nicht ganz klar, als ich in diesem Sommer eingeladen war, auf einem Podium über den Stand der Dinge in der Stadt Berlin zu diskutieren, über Gentrifikation, Verelendung und die Lage der Migranten. Ich bin einfach mal hingegangen, sah, zur Einstimmung, eine Performance von türkischstämmigen Jugendlichen, welche versuchten, mit den Mitteln des Theaters ihrem Lebensgefühl, ihren Sorgen und ihren Hoffnungen eine Form zu geben, was ihnen, ganz charmant und unbefangen, auch gelang.

Die Diskussion begann mit der Frage, was aus diesen Kindern, zwischen fünfzehn und achtzehn waren sie, wohl werden könne, so in zehn bis fünfzehn Jahren – und die Antwort der Leute auf dem Podium hieß: wenig bis nichts. Der Kapitalismus werde ihnen ein Leben in der Arbeitslosigkeit bescheren, und um sie zu schützen vor dem Gefühl, völlig überflüssig zu sein, müsse man ihnen beizeiten beibringen, dass Erwerbsarbeit und Karriere nicht alles seien.

Aber der Kapitalismus braucht diese Kinder doch ganz dringend, sagte ich, als ich endlich drankam: Diese Jahrgänge, das sind doch so wenige, dass es viel mehr Jobs als Bewerber geben wird? Müssen wir nicht alles dafür tun, dass diese Kinder eine gute Ausbildung bekommen: Damit sie ihre Chancen auch nutzen können? Und damit sie demnächst unsere Renten finanzieren?

Die Leute auf dem Podium schwiegen erst, so als ob es schlecht röche und alle wüssten, wer schuld daran sei. Dann sagte einer, dass er die Märchen und frommen Lügen der Demographen nicht mehr hören könne. Und für den Rest der Diskussion war ich der Rechte, der Böse, der Reaktionär.

Wie kam es eigentlich, so fragen Historiker und Ökonomen seit fast zwei Jahrhunderten, dass es, ums Jahr 1800 herum, erst in England, dann auch im übrigen Westeuropa, zu jener industriellen Revolution kam, welche in nur wenigen Jahrzehnten das Leben der Menschen heftiger veränderte, als das in den Jahrtausenden zuvor der Fall gewesen war? Eine der originellsten und schlüssigsten Hypothesen hat neulich der Wirtschaftswissenschaftler Gregory Clark formuliert, in seinem Buch „A Farewell to Alms“, das er im Untertitel ganz bescheiden „A Brief Economical History of the Western World“ nennt. Jahrtausendelang habe das Malthussche Gesetz gegolten, wonach der durchschnittliche Wohlstand nicht steige; den Menschen am Anfang der Geschichte sei es nicht besser gegangen als den Zeitgenossen der Renaissance oder den Bewohnern des 18. Jahrhunderts – was daran liege, dass es zwar Fortschritte gegeben habe, in der Medizin, in der Produktivität: aber die Erträge jeden Fortschritts seien dadurch wieder aufgezehrt worden, dass die Bevölkerung gewachsen sei, so dass sich der materielle Wohlstand auf dem alten Niveau wieder eingepegelt habe. Mit der industriellen Revolution sei aber beides explodiert, der Reichtum und die Bevölkerung.

Clark hat sich durch die Kirchenbücher und Dorfarchive Englands gewühlt und dabei gesehen, was ja eigentlich ganz logisch ist. Die Erfolgreichen brachten zu jeder Zeit mehr Kinder durch als die Erfolglosen – was, solange der allgemeine Wohlstand nicht stieg, nur eine Folge haben konnte. Die Kinder stiegen sozial ab, der Sohn des Kaufmanns wurde Handwerker, der Sohn des Bauern womöglich Knecht, und darauf kommt es Clark eben an. Auf ihrem Weg nach unten hätten diese Kinder nämlich das Arbeitsethos, die Bildungsstandards und den Freiheitswillen der oberen Schichten mit im Gepäck gehabt: Mit dem Ergebnis, dass die Gesellschaft, während sich an ihren materiellen Bedingungen nichts änderte, geistig immer fitter wurde. Und ums Jahr 1800 herum sei sie eben reif gewesen für die industrielle Revolution.

Der Nobelpreisträger Robert M. Solow hat, in einer ausführlichen Rezension, diese Hypothese kritisiert; sie habe, erstens, Lücken und Widersprüche – und zweitens lasse Clark die Möglichkeit durchaus offen, dass jene Tüchtigen, von denen er spricht, auch genetisch überlegen waren. Demographie scheint manchmal eben streng zu riechen – aber die Sache selber, die sogenannte Abwärtsmobilität, hat sich wohl so abgespielt. Und ihre Spuren im kulturellen Gedächtnis hinterlassen: all die Märchen- und Sagenhelden, die eigentlich verschollene Prinzen, verschleppte Königstöchter sind, zeugen davon, und selbst Balzacs Romanheld Lucien Chardon, der sich auf adelige Urahnen beruft und Lucien de Rubempré nennt, scheint die Erinnerung an diesen Abstieg zu verkörpern.

Die große Erzählung der Moderne, der Mythos des amerikanischen Zeitalters, der Plot, aus dem wir unsere Zuversicht noch immer schöpfen, handelt aber vom genauen Gegenteil. Es ist die Geschichte vom Menschen, der von tief unten oder sehr weit außen kommt und hinein will ins Establishment, hinauf auf den Gipfel – und ob ihm das gelingt oder ob er, was ja immer dramatischer ist, dabei scheitert, ist gar nicht so wichtig, wenn nur die Richtung stimmt und die Möglichkeit aufscheint. Es ist, schon wieder, die Geschichte von Lucien de Rubempré, der mit nichts als seinem Talent bewaffnet, ganz Paris herausfordert. Es ist die Geschichte von Napoleon Bonaparte und Abraham Lincoln, die Geschichte von Joe Kennedy und Don Michael Corleone, es ist „Citizen Kane“ und „Slumdog Millionaire“. Und es ist die Geschichte unseres Landes, jenes Nachkriegsdeutschlands, das die korrumpierten Eliten zwar nicht komplett entmachtete. Immerhin mussten die aber sehr viel Platz frei machen für das nach oben strebende Kleinbürgertum, aus dem sich die politische Klasse bis heute rekrutiert.

Wir neigen dazu, die Geschichten vom Aufstieg, weil wir sie so oft miterlebt haben, für ein universales Prinzip zu halten. Da sie aber einen Anfang hatte: Warum sollte sie nicht irgendwann ein Ende finden?

Ein paar von denen, die es geschafft haben, habe ich neulich getroffen, als mein Jahrgang sich traf, um dreißig Jahre Abitur zu feiern. Manche hatten eine akademische Karriere gemacht, und unter denen, die ich mit Frau oder Herr Professor ansprechen durfte, stammten sehr viele vom Land oder waren die Kinder von Handwerkern oder Arbeitern, und eigentlich war das logisch. Sie, denen kein Vater bei den Hausaufgaben half und keine Mutter bei den lateinischen Vokabeln, hatten einfach härter zu lernen gelernt, hatten größere Ambitionen entwickelt als die Kinder aus der Mittelschicht, die aber, weil die Verhältnisse in Bayern so waren, die Mehrheit bildeten, die Standards prägten – und so gewissermaßen die Richtung des Aufstiegs sichtbar machten, das Ziel verkörperten und die Distanz, welche die einen von den anderen trennte, als überwindbar erschienen ließen.

Türken gab es bei uns noch nicht – und ein Freund, zehn Jahre jünger als ich, ein Deutscher, dessen Eltern aus der Türkei gekommen waren und der heute ein sehr erfolgreicher Unternehmer ist, dieser Freund erzählt, dass es zehn Jahre später in Baden-Württemberg nicht viel anders war. Es gab jetzt Türken an den Gymnasien, sie waren aber eine kleine Minderheit. Förderprogramme für Migranten gab es dort, wo der Freund aufwuchs, eigentlich nicht; sein Förderprogramm, sagt er, bestand darin, dass die deutschen Mittelschichtskinder immer noch die Standards setzen. Und dass er, der Junge mit dem Migrationshintergrund, eine sehr gute Sicht hatte auf die Etappenziele seiner Integration und seines Aufstiegs. Er musste so klug sein wie die autochthonen Mitschüler und fleißiger und ehrgeiziger als sie. So ist er schließlich auch erfolgreicher geworden.

Eine Freundin, Oberschichtskind aus einer deutschen Großstadt, hat sich neulich sehr über sich selbst gewundert. Damals, als sie jung war, so erzählte sie, hätten es sich ihre Eltern zum Prinzip gemacht, dass die Kinder nicht nur kurz gehalten wurden mit dem Taschengeld. Sie wurden auch auf die ganz normalen Schulen geschickt, damit sie dort das normale Leben und die normalen Leute kennenlernten: die Schule integrierte damals nicht nur die unteren, sondern auch die oberen Schichten.

Heute hingegen fahre sie ihre Kinder durch die halbe Stadt, um sie an eine anständige Schule zu bringen.

Die Antwort auf die Frage, warum das so sei, hat viel damit zu tun, dass die normalen Leute am Verschwinden sind. Der Soziologe Gunnar Heinsohn hat vor zwei Jahren im „Merkur“ geschrieben, dass inzwischen ungefähr drei Viertel aller Kinder, die in Deutschland geboren werden, aus den sogenannten bildungsfernen Schichten stammen – und selbst wenn man das nicht unbedingt beim Nennwert nehmen mag, weil man die Messmethoden vielleicht kritisieren kann und die Kategorisierungen auch: Man kann sich doch nicht vor der Erkenntnis drücken, dass die meisten der Babys, die heute geboren werden, einen sogenannten Migrationshintergrund haben oder in der deutschen Unterschicht aufwachsen werden. Und Ursula von der Leyens Elterngeld, schreibt Heinsohn, verstärkt noch diesen Trend.

Wem diese Verhältnisse eine Angst einjagen, wer solche Geburtenraten für die eigentliche Katastrophe der deutschen Gegenwart hält: der ist weder Deutschtümler noch Rassist, und es hat schon gar nichts damit zu tun, dass er Einwanderer oder Unterschichtler für genetisch minderbemittelt hielte.

Im Gegenteil, es ist die Sorge um die Kinder, die den Alarm auslöst; es ist der Umstand, dass, wenn die Mittelschichtskinder zu wenige werden, als dass sie die Standards setzen und die Aufstiegsziele anschaulich machen könnten, die Mehrheit der Kinder so gut wie keine Chance mehr hat, überhaupt nur zu sehen, wo oben ist: wohin der Aufstieg führen könnte, wozu Ehrgeiz und Ambition womöglich gut sein könnten. Wenn die Mittelschichtseltern ihre Kinder durch die halbe Stadt kutschieren, damit die im Unterricht unter sich sind; wenn die Kinder der Unterschicht nur noch einander kennenlernen: dann offenbart sich nicht nur, dass Integration letztlich vor allem ein numerisches Problem ist, weil es eben eine Mehrheit braucht, um eine Minderheit zu integrieren. Dann läuft auch alles darauf hinaus, dass die sogenannten bildungsfernen Schichten sich immer wieder selbst reproduzieren: nicht, weil ihre Gene sie dazu verdammten. Sondern weil Aufstieg und Integration aus ihrem Sichtfeld verschwinden.

Diese Zustände schildert Thilo Sarrazin mit angemessener Drastik in seinem Buch. Und was er als Gegenmittel empfiehlt, wird nicht reichen, ist aber auch nicht falsch: Kindergartenpflicht, Strenge, eine konsequentere Durchsetzung des Leistungsprinzips. Dass er dazwischen, beim Versuch, sich auf die Komplexität dieser Verhältnisse einen Reim zu machen, einen ziemlichen Unsinn schreibt über Gene, Intelligenz und Vererbung, ist nicht unbedingt bösartig; eher zeugt es von intellektueller Überforderung. Die Bildungskatastrophe, die auch eine demographische ist, werden unsere Politiker nicht dadurch abwenden, dass sie Thilo Sarrazin zum Geächteten erklären.

Georg Bush, der Jüngere, vergaß, als er seinen Propagandafeldzug gegen Schwangerschaften bei Teenagern führte, niemals, diesen Satz hinzuzufügen: „But we love the babies!“ Darum geht es. Um die Zukunft der Kinder, die gerade geboren werden.

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Ein ausgezeichneter Essay, aber ich habe Kritik. Gestern war die Rede von zwei Designern (6), die der Umma schick gestaltete religiöse Slogans andienen, und die als freundliche Integrationsstory dienen sollte. Was bei den beiden Früchtchen unterschlagen wird, ist ihre Verpflichtung zum Jihad, die doch evident ist. Das Ding muss also unbedingt beim Namen genannt werden. Alles andere sollte man m.E.z.Z. weglassen.

Es geht nicht um Migration und ihre diversen Hintergründe, es geht um den Mohammedanismus, um sein faschistisches Buch. Es geht nicht um Demografie an sich bzw. eine sinkende Geburtenrate der urdeutschen Bevölkerung, sondern es geht um den demografischen Jihad, die enthemmte Vermehrung der Orks als Waffe, wie sie im Kosovo und in Bosnien erfolgreich eingesetzt wurden. Mohammedanismus = Jihad = Sklaverei + Tod. Der Jihad ist eine globale Bedrohung, der niemand ausweichen kann. Sehen Sie sich die Müllhaufen an, die sie ihre Länder nennen. Mehr ist nicht zu erwarten als Staub in Staub.

Die globale Jihad-Pest ist das größte Problem unserer Ära. Sie muss entschlossen bekämpft werden, JETZT!

Ich würde keine rechte Protestpartei wählen aber auf jeden Fall eine counterjihadische.

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Time am 6. September 2010

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1) http://www.sueddeutsche.de/geld/vorstand-beschliesst-abberufung-bundesbank-schafft-sarrazin-ab-1.995448
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/08/26/unser-geert-heist-thilo/
3) http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E8729F9F015FF4FE799E2440420BE011C~ATpl~Ecommon~Scontent.html
4) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E1DF21F95692F4143890AB887644E6C09~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
5) http://vitzliputzli.wordpress.com/
6) http://vitzliputzli.files.wordpress.com/2010/09/www_bild_de_bild_politik_2010_09_05_sarrazin-partei_achtzehn-prozent-wuerden-sarrazin-partei-waehlen_h4.jpg
6) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/09/05/auch-dumme-verbrecher-sind-verbrecher/