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Leserbrief-Counterjihad (#5)

9. Oktober 2010

Das Recht, sich zum Atheismus zu bekennen, wird jedem autochthonen Europäer problemlos zugestanden. In Deutschland bekennt sich etwa ein Drittel der Bevölkerung als Atheisten, zwei Drittel bezeichnen sich als Christen. Dieses selbstverständliche Recht gestehen unsere politischen und medialen Eliten eingewanderten Orientalen und ihren Nachkommen grundsätzlich nicht zu. Egal ob Atheist, Alevit, Bahai oder sonstwas, die Orientalen werden als homogene Masse wahrgenommen und zum Mohammedanismus verdammt. Wurde je eine Umfrage gemacht, wieviele von den Orientalen sich überhaupt zum Mohammedanismus bekennen? Ich könnte mir denken, dass die Mehrheit ihm feindschaftlich gegenübersteht. Aber diese Leute werden nicht gefragt. Stattdessen sucht man sich die machtgierigsten Vertreter dieses Irrglaubens als Gesprächspartner, die eine verschwindend geringe Minderheit unter den Orientalen bilden aber dessen ungeachtet zu ihren Vertretern ernannt werden. Das ist eine Schande und wird nichts Gutes hervorbringen. Der Gemeinplatz „Orientale = Mohammedanist“ ist falsch. Er muss bekämpft werden. Die gestrige FAZ (1):

„Dem gegenüber hatte der Linke-Politiker Wolf gesagt, die deutsche ‚Leitkultur‘ bestehe nur aus zweierlei: Demokratie und Menschenrechte. Wenn man sage ‚Der Islam gehört nicht zur Leitkultur‘, dann sage man den Einwanderern: ‚Ihr gehört nicht zu uns.'“

Das ist kompletter Unsinn und, wenn ich mich nicht täusche, auch ein Verrat am Kommunismus, welcher Atheismus predigt. Niemand ist als Mohammedanist geboren, niemand ist verpflichtet, sich als solcher zu bezeichnen und diese Gewaltideologie auszuüben. Im Gegenteil, die sich dazu bekennen, sollten wir ausschließen, die aber zu uns wollen, sollten sich dagegen bekennen und unseren Schutz erhalten. Deutsche sind nicht zwangsläufig Christen oder Anhänger von Wolfs SED, warum also sollten Orientalen zwangsläufig Mohammedanisten sein und durch die Bekämpfung des Nazislam, die sie wie z.B. Tangsir vielmehr begrüßen, ausgeschlossen werden?

Dass die Worte unseres Bundespräsidenten, der sich ja bereits mehrfach durch promohammedanistisches Verhalten hervorgetan hat, nicht nur Unsinn sondern auch gefährlicher Unsinn sind, stellten drei Professoren in Leserbriefen in der gestrigen FAZ dar, die ich im Folgenden bringen werde. Vorher jedoch lesen Sie einen Brief seines Anhängers Stephan Müller-Iwers, der sich für „DIE“ Christen hält und die letzte Dekade offenbar komplett im Winterschlaf verbracht hat:

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Die Weisheit der Christen

Zu „Die dritte Kultur“ (2): Der Kommentar Berthold Kohlers zeigt seine konservative bis rechte Grundhaltung. Als Angehöriger einer der christlichen Kirchen, die immerhin laut Zeitungsmeldung sechzig Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen, fühle ich mich besser repräsentiert von Herrn Wulff in seiner Geste den Muslimen gegenüber als von der F.A.Z., die seit Wochen Herrn Sarrazin in ihren Zeilen hält. Die Weisheit besteht doch wohl darin, das Versöhnende zu finden, gewissermaßen auf einer höheren Ebene. Diese Weisheit würde ich mir auch in den Zeilen mancher Journalisten mehr wünschen.

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Ich möchte noch kurz eine Anmerkung zum Amt des Bundespräsidenten einschieben: Nicht ohne Grund ist hier ein Mindestalter von 40 Jahren zur Ausübung des Amtes festgelegt (3). Wie man an Herrn Wulff leider sieht, reicht diese Altershürde nicht. Überhaupt ist darüberhinaus zu fragen, warum wir Deutschen uns eigentlich einen zumindest in meinen Augen völlig überflüssigen Grüßaugust leisten. Wozu brauchen freie Bürger so einen Zeremonienmeister? Für allerlei läppische „Grundsatzreden“, Patzer und Peinlichkeiten? Es ist doch lächerlich, wenn einer hier auf the Queen macht, so ein Format hat doch keiner von uns, und warum auch? Ich finde das Amt in hohem Maße grundsätzlich überflüssig, geldverschwenderisch und unserer Gesellschaft unangemessen. Insofern fühle ich mich dem Amt aber auch insbesondere dem Nazislamistenfreund Wulff nicht im gleichen Maße loyal verbunden wie anderen Amtsinhabern unseres Landes. Aber das ist allerdings OT, und das Wort hat jetzt zunächst Professor Dr. Peter P. Baron:

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Ein um sich greifender Vertrauensschwund

Der Bundespräsident hatte vor seiner Rede am 3. Oktober in Bremen wahrscheinlich nicht zwei Tage zuvor den treffenden Leitartikel von Klaus-Dieter Frankenberger zum „Vertrauensschwund“ (4) unter uns Deutschen gegenüber unseren Politikern gelesen. Hier wird uns das aktuelle Befinden unserer Bevölkerung nachvollziehbar vor Augen geführt. Vertrauen mag der Bundespräsident mit seiner Rede bei der muslimischen Bevölkerung beflügelt haben. Für den Rest blieb nicht viel übrig. Es war eben eine politische Rede, unter dem selbstverordneten Diktat der Political Correctness. Aber ist es wirklich ein Gebot auch für einen sich politisch gebenden Bundespräsidenten, uns am Tag der Deutschen Einheit zu sagen: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“? Das wissen wir doch. Es ist bedauerlich, dass selbst das Staatsoberhaupt der „wachsenden Verachtung“ (Frankenberger) der Bevölkerung gegenüber dem „Berliner Betrieb“ nichts Signifikantes entgegenzusetzen vermag oder die Notwendigkeit, solches zu tun, gar nicht wahrnimmt.

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Auch Professor Helmut Kurek geht auf Kohlers Artikel (s.o.) ein und fordert, dass sich Mohammedanismus wie die christlichen Kirchen der säkularen Verfassung unterwerfen müssen.

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Aus gutem Grund in Frage gestellt

Berthold Kohler hat in seinem Kommentar zur Äußerung des Bundespräsidenten, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland, die zentrale Frage gestellt und mit ihr das entscheidende Problem angesprochen: „Was aber wird sein, wenn die dritte, nunmehr von höchster Stelle anerkannte Religion in Deutschland fordert, nun müssten auch ihre Werte geachtet werden, und zwar von allen?“ Aus gutem Grund hat die abendländische Kultur den Absolutheitsanspruch der Religion(en) in Frage gestellt und ihre auf nicht prüfbare Annahmen und Glaubenssätze gründende (weltliche) Macht und ihre gesamtgesellschaftliche Verbindlichkeit gebrochen, ohne die Religionsfreiheit einzuschränken oder sie in theologischen Fragen anzugreifen. Die säkularen Gesellschaften haben indes dem machtvollen Eingriff der Religion in das individuelle Leben klare Schranken gesetzt und die Kritik an deren Absolutheitsanspruch ausdrücklich zugelassen und als Ausdruck der Freiheit von Meinung und Kunst selbst die Satire. Die Vertreter der nun hinzukommenden Religion werden diesen Tatbestand akzeptieren müssen, will diese Gesellschaft einen wesentlichen Teil ihres Selbstverständnisses nicht einer Religion mit (in ihrer stringenten Ausprägung) totalitärem Impetus opfern. Wie jedem das Recht zusteht, zum Beispiel den Papst und die katholische Kirche oder irgendeine andere Religion nicht zu achten, was ja nicht heißt, einen Kreuzzug gegen sie zu führen, muss dies auch gegenüber dem Islam Gültigkeit besitzen.

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Professor em. Dr. Karl-Heinz Kuhlmann ist es indessen, der, ebenfalls auf Kohler Bezug nehmend, eine glasklare, counterjihadische Pointierung zur Kenntnis gibt:

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Was Berthold Kohler noch einigermaßen freundlich, im Kern jedoch entlarvend über die Rede des Bundespräsidenten sagt, sollte die erst nach Sarrazins Buch von der politischen Klasse wahrgenommene Mehrheit des autochthonen deutschen Volkes dazu bewegen, sich noch entschiedener gegen die Etablierung und Anerkennung des Islam zu wehren. Was geht da eigentlich im Kopf von Politikern vor, die sich doch sonst immer auf das christliche und humanistische Fundament dieses Staates berufen? Wissen sie denn gar nichts vom totalen Machtanspruch des Islam und von der Wirklichkeit der Zustände beziehungsweise Lebensbedingungen von Nichtmuslimen in islamischen Ländern? Diese Religion ist nun einmal nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, es sei denn, ihre Vertreter erklärten öffentlich – und das nicht nur in Deutschland -, dass wesentliche Aussagen des Korans wie zum Beispiel über den minderen Rang der Frauen (Sure 4,34), über das Erbrecht (Sure 4,11 f. und Sure 176) sowie über die Blutrache (Sure 2, 178 f.) nur noch historisch zu verstehen sind und keine normative Kraft mehr besitzen. Der Islam in seiner geltenden Form darf nie unsere dritte Kultur sein.

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Time am 9. Oktober 2010

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1) http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E7C9EE38C18874079B461F7840A7A1E58~ATpl~Ecommon~Scontent.html
2) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E101117AA3BA7448490AB8D010774186A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
3) http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespräsident_(Deutschland)#Kandidatenauswahl
4) http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E0860D1DC33334F5C92B69382BF231D31~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Lesen Sie auch
Marco Seliger aus Afghanistan aktuell: http://www.faz.net/s/Rub0CCA23BC3D3C4C78914F85BED3B53F3C/Doc~EA33642C5460A449BB7C750D7AA4119A0~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Wehler über Sarrazin1: http://www.faz.net/s/Rub546D91F15D9A404286667CCD54ACA9BA/Doc~EF6E54E0275CD4FA5860F181736BCBFB7~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Wehler über Sarrazin2: http://www.faz.net/s/Rub546D91F15D9A404286667CCD54ACA9BA/Doc~EC087682BB10E45779C2DCCF4FDD555A7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

 

Let’s roll!

11. September 2010

Studenten und Angestellte der Pepperdine-Universität von Malibu haben für jedes Opfer des Angriffs vom 11.9. eine Flagge aufgestellt (1).

Heute jährt sich zum neunten Mal die Ausrufung des globalen Jihad durch den 3.000-fachen Massenmord an zufälligen und völlig unschuldigen Opfern in New York. Unmittelbar nach dem grauenhaften Schlachtfest begann der bürgerliche Counterjihad, sich zu formieren. Der erste Schritt und eine Bewusstseinserweiterung ersten Ranges war für viele, vielleicht für die meisten, die erstmalige Lektüre des Klorans, der „heiligen“ Schrift der Mohammedanisten.

Wer gedacht hatte, darin irgendeine Form von Poesie, Weisheit, Menschenfreundlichkeit oder vielleicht auch nur einfacher Lebensweisheit zu finden, wurde in schockierender Weise enttäuscht. Ich las mit zwei Stiften in unterschiedlichen Farben und konnte ein paar Nächte kaum schlafen. Was ich erkannte, war für mich ungeheuerlich, erschütternd: Es ist wirklich möglich, dass sich Millionen Menschen über einen Zeitraum von 1.400 Jahren komplett verrennen können, sie können sich irren, sie können in permanter Stampede existieren, sie können einen Haufen Schei*e als Gott verehren. Es ist möglich, dass der Ungeist eines bösen und niedrigen Menschen Jahrtausende fortwirkt und sich in verheerender Weise einer Seuche gleich immer weiter ausbreitet.

Ich meine, dass der Counterjihad in den neun Jahren einiges erreicht hat. Die Mehrheit unserer Mitbürger hat begriffen, dass der Nazislam anders ist als alle anderen Religionen. Sie erkennen, dass der Nazislam nicht gut für die Menschen ist, die an ihn glauben ebenso wie für diejenigen nicht, die nicht an ihn glauben. Kaum einer bei uns kann in ihm eine positive Bedeutung und Wirkung ausmachen. Er wird allgemein als Hindernis oder sogar als Bedrohung erkannt.

Der Counterjihad hat also erreicht, dass das Bewußtsein vom Vorhandensein eines Gegners entstanden ist, und er hat auch erreicht, dass verstanden worden ist, dass der Gegner eine Ideologie ist, die Menschen zu Marionetten macht. Was noch nicht verstanden wurde, ist die Erkenntnis, dass diese Ideologie keine Schattierungen, Häresien, Abweichungen duldet, dass die extremste Form die ursprünglichste und wahrhaftigste Form ist, dass sie keinen Kompromiss kennt, und dass daher der Konflikt naturgemäß ein totaler ist, dass es schließlich um eine Auseinandersetzung geht, die nur mit der totalen Kapitulation oder der vollständigen Vernichtung des Gegners enden kann.

Die geringe Spendenbereitschaft im Fall Pakistan – wo das Leben von Abermillionen durch eine Flutkatastrophe ruiniert oder bedroht ist, man aber offenbar keine größeren Probleme hat, als Puppen eines Pastoren zu verbrennen, der auf der anderen Seite des Globus einen Kloran seinem einzig sinnvollen Zweck zuführen will – zeigt jedoch, dass es immerhin nicht länger als sinnvoll angesehen wird, unseren Feinden auch noch die Waffen zu liefern, mit denen sie uns massakrieren wollen.

Was der Counterjihad auch noch nicht erreicht hat, ist, alle Bürger unter dem Banner des Counterjihad zu einen und gegen ihn auszurichten und sie zu überzeugen, dass uns unsere Feinde auch weitere Opfer abverlangen werden, so wie es den großen Führern des Westens, Roosevelt und Churchill im Kampf gegen den deutschen Nationalsozialismus gelang. Sicher, die Mehrheitsverhältnisse und die Meinung „des Volkes“ wurden in der Sarrazin-Affaire kurzzeitig deutlich, aber Sarrazin selbst hatte offenbar nur schwache Bezüge zur Ideologie des Mohammedanismus hergestellt (wofür ihn Broder kritisierte –2). Bei uns sind es anders als damals die Führer, die Eliten, die zur Schlacht getragen werden müssen.

Lesen Sie im Folgenden einen Beitrag von Wolfgang Günter Lerch (der sich m.E. gut entwickelt) aus der heutigen FAZ, welcher (ungewollt) einige der Probleme aufweist, die der Counterjihad m.E. noch zu bearbeiten hat.

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Was Dschihadisten wollen

Jede Form weltlichen Denkens gilt als Teufelswerk

Die Somalen sind zu hundert Prozent Muslime. Als stolze Nomaden waren sie immer auf ihre Unabhängigkeit bedacht und haben für sie gekämpft. Unter religiösen Führern wie etwa Muhammad Ibn Abdallah al Hassan wehrten sie sich gegen Äthiopier, Franzosen, Italiener und Briten; Letztere erklärten Mullah Hassan denn auch zum „Mad Mullah“. Was also wollen die islamistischen Schabaab-Milizen und die mit ihnen verbündete Al Qaida in ihrem Kampf gegen die von Muslimen geführte Übergangsregierung in Mogadischu erreichen?

Der „Krieg gegen den Terror“ und das Stichwort vom „Zusammenprall der Kulturen“ (Huntington) haben, vor allem nach dem „11. September“, manchmal in den Hintergrund gedrängt, dass die gewalttätigen Auseinandersetzungen in den islamischen Ländern selbst weitaus mehr Opfer gefordert haben und noch immer fordern als im Westen. Der „Zusammenprall“ ist dort viel heftiger. In Ägypten, Algerien und Saudi-Arabien ist es gelungen, die militanten islamistischen und dschihadistischen Bewegungen nach Jahren des Terrors einigermaßen in den Griff zu bekommen (besiegt oder vernichtet sind sie nicht), doch in Afghanistan und Pakistan, auch im Irak ist das nicht der Fall. In jüngster Zeit geben vor allem der Jemen und Somalia Anlass zu größter Sorge. Das sind zwei scheiternde, ja gescheiterte Staaten, in denen die Dschihadisten offenkundig leichteres Spiel haben als anderswo.

Doch was wollen sie? Als radikalste aller islamistischen Strömungen möchten sie alle fremden Einflüsse beseitigen; ausgenommen ist nur die moderne Technik, derer sie sich teilweise virtuos bedienen. Diese Einflüsse sind heute, im Zeitalter der Globalisierung, nicht immer nur westliche, doch sind sie von der westlichen, säkularisierten Moderne besonders geprägt. So konnte Hassan al Banna, der Begründer der Muslimbruderschaft, schon 1928 schreiben: „Den Ideologien des Westens muss widerstanden werden“; wenig später gab der indische, später pakistanische Islamist Abul Ala al Maudoodi das Rezept bekannt: Es gelte „nizam-i mustafa“ zu verwirklichen, die erhabene Ordnung des Propheten.

Die Dschihadisten empfinden alle Formen des Islams als unerträglich „überfremdet“, die ihrer Vision einer buchstäblichen, bis in das kleinste Detail verwirklichten Scharia widersprechen. Der Mensch hat Gottes Gesetz zu gehorchen, so wie es als ein originales Ur-Wort geschrieben steht; eine Autonomie des Individuums, Freiräume des Willens und des Denkens zu selbständigen Entscheidung zumal in Glaubensdingen, wie traditionelle, erst recht liberale Muslime sie – obzwar in unterschiedlichem Grad – gewähren, gibt es nicht. Jede Form weltlichen Denkens, und sei sie noch so bescheiden, ist Teufelswerk und führt den Menschen weg vom Gehorsam, der Gott und der von ihm verordneten Ordnung geschuldet ist. Am konsequentesten und brutalsten haben die Taliban zwischen 1996 und 2001 unter ihrem „Emir“ Mullah Omar in Afghanistan eine solche Ordnung geschaffen. Wo immer Al Qaida an Boden gewann, etwa im Irak unter dem – dann getöteten – Jordanier Zarqawi, setzten sie diese Ordnung durch. Im irakischen Baquba war das eine Schreckensherrschaft.

Zarqawi war es auch, der das zweite Hauptanliegen der Dschihadisten verwirklichen wollte: die Wiedererrichtung eines Kalifats. Den meisten Islamisten und allen Dschihadisten gilt die Liquidierung des Kalifats, das seit den Tagen des ersten Nachfolgers des Propheten Mohammed, Abu Bakr, bestanden hatte, durch den türkischen Reformer Kemal Atatürk als der Sündenfall an sich, zumal in der Türkei auch die meisten religiösen Institutionen abgeschafft wurden. Die Dschihadisten interpretieren die „umma“ nicht als Gemeinschaft einer spirituellen, auch kulturellen Zusammengehörigkeit der Muslime, sondern als monolithische Gemeinschaft der Gläubigen, die sich politisch in einem Staatswesen für alle verwirklicht, geführt vom Kalifen und Beherrscher der Gläubigen. Die heute bis in die UN hinein herrschende Ordnung von Nationalstaaten, die für die Moderne kennzeichnend ist, lehnen sie ab. Zarqawi wollte zunächst im Irak ein Kalifat errichten, das dann weiter auf die gesamte Arabische Halbinsel (und darüber hinaus) hätte ausgreifen sollen. Im Unterschied etwa zu den Fundamentalisten im algerischen Mzab, die seit vielen Generationen streng nach dem Religionsgesetz leben, aber niemanden dazu bekehren wollen – schon gar nicht mit der Waffe -, wollen die Dschihadisten kämpfen, bis überall ihre „reine Lehre“ verwirklicht ist.

Die Vorstellung, der Islam müsse beständig gegen fremde Elemente verteidigt und gereinigt werden, ist uralt. Sie geht unter anderem auf Abdal Wahhab im 18. Jahrhundert zurück, den geistlichen Inspirator der saudischen Dynastie, letztlich jedoch auf den Gelehrten Ibn Taimija (1263-1328), der nach den verheerenden Eroberungen und Zerstörungen durch die Mongolen, die im Orient weit mehr Unheil anrichteten als die Kreuzfahrer, ein Zurück zur „reinen Lehre“ forderte. Ein Mini-Kalifat nach Art der Taliban als Refugium von Terroristen am Horn von Afrika ist eine albtraumhafte Vorstellung.

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„Die Vorstellung, der Islam müsse beständig gegen fremde Elemente verteidigt und gereinigt werden, ist uralt“, meint Lerch und verweist auf das 18. Jahrhundert, so als ob diese Vorstellung nicht eine ganz wesentliche schon des Klorans, aber auch der Hadithe sei. Sie ist typisch für ein nomadisches Reitervolk, und sie ist auch typisch für totalitäre und faschistische Gesellschaften. Es gibt immer wieder diese Versuche, die Dreckigkeit des Mohammedanismus als Entartungen, Aufpfropfungen etc. schönzureden, aber das entspricht nicht den Tatsachen. Es ist der Kloran, der terroristisch ist, es war Klohamett, der ein perverser Massenmörder war. Es ist der gesamte Mohammedanismus, der ein perverser und bösartiger Aberglaube ist, der Jihadisten ebenso wie Momos nach seiner Pfeife tanzen lässt.

Dies alles hat Pastor Terry Jones in geschickter Weise durch seine Kloranverbrennungsaktion, die auf den heutigen Tag angesetzt war, deutlich werden lassen. Es war dann aber auch richtig, dass er sie abgesagt hat, nicht, weil es wohl kaum je einen Menschen gegeben hat, der die Aufmerksamkeit und Ablehnung sämtlicher Politiker der westlichen Zivilisation wie sämtlicher Medien spüren mußte, sondern deshalb, weil er christliche Kompromissbereitschaft, christliches Nachgeben zeigte, und weil er geschickt christliches, konstruktives Denken dem kompromisslosen, mohammedanistischen Herrenmenschendünkel gegenüber stellte, indem er die Kloranverbrennungsfrage mit der Ground-Zero-Triumphmoschee verband. Die heutige FAZ:

„Pastor Jones hatte am Donnerstagabend zunächst erklärt, er habe die Koranverbrennung abgesagt, weil ihm der Imam einer islamischen Gesellschaft in Gainesville, Muhammad Musri, zugesichert habe, das islamische Zentrum nahe der Stelle, an der am 11. September 2001 das ‚World Trade Center‘ zerstört wurde, werde nun anderswo gebaut. Musri widersprach dieser Darstellung und sagte, er habe sich lediglich bereit erklärt, ein Treffen zwischen Jones und Imam Rauf in Manhattan zu vermitteln. Imam Rauf versicherte, er werde ‚weder mit unserer Religion noch mit irgendeiner anderen einen Tauschhandel machen‘.“

N-TV hatte sich mehr Randale erhofft und titelte enttäuscht: „Viel Lärm um Nichts“ (3). NICHTS? Es ist, das haben die Orks durch massenhafte Demonstrationen klargestellt, für sie eine Provokation und eine Kränkung, wenn irgendwo irgendeiner der Millionen Klorane verbrannt wird. Ihr Anspruch gilt in Kandahar, in Fort Laramie und auf dem Mond. Es ist, das ist für die Orks unverständlich, aber für die meisten Amerikaner selbstverständlich, auch eine Provokation und eine Kränkung, eine Triumphmoschee am Ground Zero zu errichten, in Amerika, dem Land der Amerikaner. Wir sehen, wie sich der Präsident der Amerikaner, die deutsche Kanzlerin, all die anderen Hofschranzen und die Medienquallen sich große Mühe geben, eine absurd herbeiargumentierte Kränkung der Orks zu vermeiden, während eine offensichtliche, bösartige und sadistische Kränkung des amerikanischen Volkes sowie der Hinterbliebenen der mohammedanistischen Schlachtopfer des 11. September von ihnen sogar noch unterstützt wird. Dies hat Pastor Terry Jones, den n-tv herablassend „Terry“ nennt anstatt Herrn Jones, Jones oder Pastor Jones, aufgezeigt. Und dann trug er auch noch ein Harley-T-Shirt: genial! Danke Terry!

Let’s roll!

T+I+M+E

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1) http://islamizationwatch.blogspot.com/2010/09/remembering-911-3000-flags-representing.html
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/09/09/das-ding-beim-namen-nennen/
3) http://www.n-tv.de/politik/Jones-sagt-Koran-Verbrennung-ab-article1465486.html

exzellenter, unbedingt empfehlenswerter Artikel zum Thema unter: http://lizaswelt.net/2010/09/09/unter-artenschutz/