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Weder müde noch nervös

10. Februar 2019

Tal Leder schrieb für „N-TV“ über die israelische Roboter-Armee (1).

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Israels Armee setzt auf Roboter

Verstärkt setzen Staaten auf neueste Technologien in der Kriegsführung. Künstliche Intelligenz soll dabei helfen, Roboter-Armeen aufzubauen. Das israelische Militär will bei der Entwicklung autonomer Waffensysteme eine führende Rolle einnehmen.

Seit seinem Auftritt als Killermaschine genießt Schauspieler Arnold Schwarzenegger weltweit Kultstatus. Im Film „Terminator“ aus dem Jahr 1984 kämpfen nach einem Atomkrieg in nicht allzu ferner Zukunft Menschen gegen Roboter. Zwar lehrte der gebürtige Österreicher die Kinozuschauer vor 34 Jahren das Fürchten. Dennoch schien sicher, dass das Szenario Science-Fiction bleiben wird.

Heute ist eine Roboterarmee keineswegs mehr ein reines Hirngespinst. Weltweit setzen immer mehr Länder, allen voran die USA, verstärkt auf unbemannte Flugzeuge (Drohnen) und künstliche Intelligenz (KI). Roboter sollen schnell und präzise angreifen können, ohne dass dabei menschliche Verluste auf der eigenen Seite riskiert werden.

Es ist ein technologisches Wettrüsten. Rund um den Erdball liefern sich Staaten ein Rennen in der Entwicklung von autonomen Waffensystemen für den Einsatz zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Die USA investieren Milliarden in entsprechende Forschungen, um ihren Status als stärkste Streitmacht der Erde zu behalten. Auf Rüstungsmessen weltweit werden die Neuheiten präsentiert. Laut Russlands Präsident Wladimir Putin wird die Welt beherrschen, wer in dieser Branche die Führungsrolle einnimmt.

Israel will in diesem Wettbewerb ganz vorne mitspielen. „Roboter haben in vielen Armeen der Welt ihren Platz gefunden und besetzen wichtige Verteidigungs- und Angriffspositionen“, sagt Kfir, ein 30-jähriger Hauptmann der Spezialeinheit Jahalom im Ingenieurskorps der Israelischen Streitkräfte (IDF). „Sie werden bei verschiedenen Operationen eingesetzt und übernehmen hochriskante Aufgaben, die für den Menschen lebensgefährlich sind.“

Seit der Staatsgründung 1948 investierte Israel fortlaufend in neue Technologien für seine Armee. Sie soll heute zu den fortschrittlichsten der Welt gehören. „Für Erkundungsaufgaben entlang unserer Grenzen im Norden und Süden gelten Roboter als zusätzliches Hilfsmittel für Soldaten, die in der Gegend patrouillieren und nach Anzeichen von Infiltration oder Bomben suchen“, erklärt Kfir. „Gerade und vor allem mit Blick auf potenzielle Tunnelbauten werden diese immer wichtiger.“ Die unbemannten Bodenvehikel, die durch Fernsteuerung auch unter der Erdoberfläche operieren, senden Informationen direkt an die Soldaten.

„Wir versuchen, KI an Orte zu bringen, an dem sie eine höhere Effizienz aufweist“, sagt Oberst Nissim Levy von der IDF-Abteilung für motorisierte Systeme. Die Entwicklung solcher Maschinen, die sowohl Bedrohungen erkennen und darauf reagieren als auch verdächtige Ziele verfolgen und neutralisieren, ist in Israel weit vorangeschritten. So können Roboter auch Änderungen in der Umgebung genauer und einfacher erkennen, indem sie diese mit früheren Daten in ihrem System vergleichen. Die Technologie wird bereits in verschiedene Länder exportiert.

„Langfristig werden sie die Effizienz unserer Einsatzmöglichkeiten steigern“, sagt Levy. „In naher Zukunft sollen sie sogar Soldaten für Routineaufgaben ersetzen können.“ Allgemein steht die Entwicklung von KI aus Sicht der IDF erst am Anfang. Ähnliche Programme existieren bereits für die Luft- und Marineverbände sowie für das Heer. Unbemannte Panzer mit eigenem Raketenabwehrsystem oder Patrouillenschiffe zum Schutz der Häfen haben ihren Dienst bereits aufgenommen. Die israelischen Luftstreitkräfte präsentierten erst kürzlich eine Drohne, bestückt mit Boden-Luft-Raketen, die angeblich den Iran erreichen können.

Für neue Rekruten erfordert das Steuern solcher Maschinen nicht viel Training – vor allem, wenn sie mit Computerspielen vertraut sind. „Das ist ein Vorteil“, sagt Oberstleutnant Leon Altarac, Leiter der Robotik-Abteilung bei den israelischen Streitkräften. „Sie brauchen nur einige Stunden Unterricht.“ Das Team um Altarac ist für die Entwicklung und Förderung der IDF-Technik verantwortlich und dient als Bindeglied zur israelischen Rüstungsindustrie.

„Nicht nur das Leben der Soldaten wird geschützt“, betont Robotik-Expertin Isabelle Okashi des Unternehmens Israel Aerospace Industries. „Während gefährlicher Missionen werden Maschinen weder müde noch nervös.“ Sie ist sicher, dass die Maschinen bald „ein fester Bestandteil der Bodentruppen sein“ werden. Schon während der letzten Gaza-Kriege nutzte Israel unterschiedliche Suchroboter, die in Gebäuden nach Sprengfallen suchten, bevor menschliche Truppen eintrafen. „So wissen die Soldaten, was im Haus vor sich geht“, sagt Altarac.

Wie schon bei den ersten unbemannten Luftfahrzeugen – den Unmanned Aerial Vehicles – vor einigen Jahren führten die neusten KI-Entwicklungen zu einer internationalen Ethikdebatte über den Einsatz autonomer Waffen. Über 1000 Technologie-Experten unterzeichneten einen offenen Brief mit der Warnung, dass Waffen mit künstlicher Intelligenz eine dritte Revolution in der Kriegsführung – nach Schießpulver und Atomwaffen – auslösen könnten.

Problematisch ist laut Hauptmann Kfir nicht die Technik selbst, sondern die Wahrnehmung von künstlicher Intelligenz. Geht es um die Integration von Robotern und Menschen, müsse das Militär seine operative Philosophie ändern. „Es ist eine komplexe Herausforderung, ein neues System in eine bestehende Struktur einzuführen.“ Die stetige Weiterentwicklung der Technik bedeute nicht, dass sie Menschen ersetzen werde. „Das ist nicht unsere Vision“, sagt Levy. „Beide sollen zusammenarbeiten. Roboter können den Menschen bei bestimmten Aufgaben behilflich sein. In der Zukunft werden sie Unvorstellbares leisten.“

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Time am 10. Februar 2019

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1) https://www.n-tv.de/politik/Israels-Armee-setzt-auf-Roboter-article20807624.html

Alle gegen Naziran

11. November 2018

Lesen Sie einen Artikel von Tal Leder von „N-TV“ (1).

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Geliebte Feinde am Golf

Wie weit geht Israel mit den Saudis?

Israel, Saudi-Arabien und die USA verbindet die Feindschaft mit dem Iran. Jerusalem tastet sich an die arabischen Golfstaaten vor, in den Beziehungen werden neue Kapitel aufgeschlagen. Bei einem Thema jedoch dürfte eine Grenze erreicht werden.

14 Kampfbomber der israelischen Luftwaffe machten sich am 7. Juni 1981 auf, um den irakischen Kernreaktor Osirak zu vernichten. Um ihr Ziel zu erreichen, mussten die Piloten nicht nur jordanisches Gebiet überfliegen, sondern auch Saudi-Arabien. Die F-16 und F-15-Maschinen flogen so eng beieinander, dass sie auf dem Radar wirkten wie ein Großraumflugzeug. Die Piloten sprachen arabisch und täuschten den Bordfunk einer Passagiermaschine vor. Nach der Operation lag das irakische Atomprogramm in Schutt und Asche. Ein Szenario, dass sich auch auf den Iran anwenden ließe?

„Bei einem Luftschlag gegen die iranischen Atomanlagen könnte Israel über die arabische Halbinsel fliegen“, sagt Uri Nachmias, ehemaliger Offizier beim israelischen Luftwaffennachrichtendienst Lamdan. Dass Israel und Saudi-Arabien wegen der iranischen Bedrohung eng zusammenarbeiten, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Das Interesse daran, die hegemonialen Ambitionen Teherans in der Region einzudämmen, brachte beide Nationen einander näher.

„Es gab stets Annäherungen zwischen Riad und Jerusalem, in denen sich gemeinsame Interessen bildeten. Die haben jedoch den Beziehungsstatus nicht dramatisch verändert“, erzählt Nachmias. „Die Saudis haben Angst vor der Kritik in der arabischen Welt, dass das Ansehen des Königreichs und seinen religiösen Status als Beschützer der heiligen Stätten des Islam beschädigen würde.“

Seit 1945 konnte sich Saudi-Arabien auf seine strategische Allianz mit den USA verlassen. Doch nachdem sich Washington in den letzten Jahren scheute, selbst aktiv in die blutigen Konflikte des Nahen Ostens einzugreifen und stattdessen Riads Unterstützung sucht, um die iranische Expansion einzudämmen, hat sich Israel zu einem Schlüsselakteur bei der Veränderung des regionalen Mächtegleichgewichts entwickelt.

„Saudi-Arabien sieht in Israel neben seinen strategischen und nachrichtendienstlichen Fähigkeiten eine Art wirtschaftliches Vorbild“, sagt Michal Yaari, Expertin für saudische Außenpolitik an der Universität in Tel Aviv. „Da die saudische Wirtschaft eine echte Revolution durchmacht, von einer auf Öl basierten hin zu einer produktiven und fortschrittlichen, wird das Wissen und die Technologie Israels immer attraktiver.“

Offiziell zählt Israel zu den Feinden des Königreiches. Dennoch haben sich die Beziehungen zwischen Jerusalem und einigen Golfstaaten zuletzt erwärmt. So wurde der israelischen Mannschaft bei der Kunstturnweltmeisterschaft in Katar erlaubt, unter ihrer Flagge anzutreten – ein Novum. Und beim Judo-Grand-Slam in Abu Dhabi wurde erstmals öffentlich die israelische Nationalhymne gespielt, nachdem das Team mit dem Davidstern die Goldmedaille geholt hatte.

Die größte Überraschung der jüngsten Vergangenheit war jedoch der Besuch von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Ende Oktober im Oman – ein enger Verbündeter des Iran. Auf Einladung des dort herrschenden Sultans Qabus ibn Said traf zum ersten Mal nach 22 Jahren ein israelischer Regierungschef wieder in Omans Hauptstadt Maskat ein. Erste Kontakte entstanden schon dieses Jahr im Februar während der Münchner Sicherheitskonferenz. Beide Seiten diskutierten über Möglichkeiten, Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu erreichen, sowie eine Vertiefung in Sicherheits-, Technologie- und Wirtschaftsfragen beider Staaten. Verkehrsminister Israel Katz wird in Kürze in Oman zu einer regionalen Transportkonferenz eintreffen und sich für eine Zugstrecke einsetzen, die von der israelischen Hafenstadt Haifa über Jordanien, Saudi-Arabien bis in die Golfstaaten verlaufen soll.

Ein mögliches saudisches Atomprogramm macht Israel Sorgen

Michal Yaari sieht in der Normalisierung zwischen Jerusalem und Riad enormes Potenzial. „Zwar sind die Beziehungen auf strategischer Ebene nicht symmetrisch, was angesichts des klaren militärischen Vorteils Israels nicht von Bedeutung ist. Saudi-Arabiens strategische Lage und Position in der arabischen Welt aber könnte dem Judenstaat helfen, den Kampf gegen den Iran zu verbessern und die Sicherheitskooperation mit anderen arabischen Ländern zu vertiefen.“ Trotzdem sei Israel besorgt darüber, „dass eine saudische Atomwaffe als Reaktion auf eine iranische entwickelt werden könnte“.

Jerusalem hat dafür guten Grund: Berichten zufolge könnte US-Präsident Donald Trump bereit sein, bestimmte Sicherheitsvorkehrungen zu verringern und es so US-Unternehmen zu ermöglichen, Nukleartechnologie an Saudi-Arabien weiterzugeben. In seinen Verhandlungen mit Washington tritt Saudi-Arabien bisher nicht von seiner Forderung nach Anreicherung von Uran im Rahmen seines geplanten zivilen Nuklearprogramms zurück.

Die größte Hürde ist bisher noch der US-Kongress, wo einflussreiche Freunde Israels sitzen. Selbst wenn zwischen der herrschenden Königsfamilie und der Trump-Regierung ein Abkommen erzielt würde, könnte es der Kongress entweder blockieren oder Klauseln hinzufügen, die einen Technologietransfer verhindern.

Mit der Enthüllung des Mordes an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi jedoch werden die USA ihre Beziehungen zu Saudi-Arabien zumindest überdenken. Eine Demontage der amerikanisch-saudischen Allianz ist ausgeschlossen, aber die Ablehnung des Kongresses und der US-Öffentlichkeit wird ihren Preis haben. Für Jerusalem könnte das bedeuten, dass eine israelisch-arabisch-sunnitische Koalition unter US-Schirmherrschaft nicht mehr die gewohnte Zuverlässigkeit hat – auch wenn sich Netanjahu weiterhin bei Trump für den saudischen Kronprinz starkmacht. Die Koordination Israels mit seinen Partnern in der Region ist Realpolitik. Durch eine enge Verbindung mit Saudi-Arabien besteht jedoch auch ein neues Risiko für Reputationsschäden.

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Time am 11. November 2018

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1) https://www.n-tv.de/politik/Wie-weit-geht-Israel-mit-den-Saudis-article20708191.html

Vor allem praktisches Wissen

24. September 2018

Lesen Sie einen Artikel von Tal Leder von „N-TV“ (1).

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Von Israels Armee lernen

Im Sommerkurs zum Personenschützer

Die Soldaten der israelischen Armee gelten als besonders gut ausgebildet. Ihre Erfahrungen aus dem Anti-Terrorkampf geben sie auch an Ausländer weiter, beispielsweise in Personenschützer-Kursen. Sogar aus Südkorea reist manch ein Tourist an.

„Angreifen, worauf wartest du? Benutze deine Waffe“, brüllt Ausbilder Yaniv Livay einem etwas korpulenten Typen hinterher und gibt weitere Befehle. „Esch“, ruft er, das hebräische Wort für Feuer. Yaniv, der mit seinem grimmigen Blick ein wenig an Rambo erinnert, war über 25 Jahre lang Offizier in der israelischen Armee (IDF). Mit dieser langjährigen Kampferfahrung arbeitet er heute als Sicherheitsausbilder.

Doch in dem Trainingszentrum, das sich in der Nähe von Caesarea befindet, werden keine IDF-Rekruten trainiert. In dem einst von den Römern gegründeten Städtchen befindet sich eine Filiale der International Security Academy (ISA), die sich seit 30 Jahren darauf spezialisiert hat, Menschen aus dem In- und Ausland zu professionellen Sicherheitsmitarbeitern zu schulen.

Unter den 45 Teilnehmern aus 14 verschiedenen Ländern, die im Norden Israels den siebenwöchigen Kurs „VIP-Personenschutz und Terrorismusbekämpfung“ absolvieren, ist auch der 37-jährige Tunay Bozkurt aus Karlsruhe. „Ich wollte schon immer im Sicherheitsbereich arbeiten und werde dies auch nach meinem Kurs tun“, sagt er stolz.

Programme der IDF

Der Deutsch-Türke aus Baden war letztes Jahr zum ersten Mal in Israel. Während seines zweiwöchigen Urlaubs verbrachte er auch einen Tag in der Antiterror- und Sicherheitsakademie Calibre 3 in der Region Gush Etzion. Diese bietet Touristen spezielle Programme der IDF an. Danach war er überzeugt, einen richtigen Sicherheitskurs zu absolvieren, um später in diesem Bereich zu arbeiten. „Meine Eltern sind türkische Aleviten und kamen in den 70er-Jahren aus Istanbul nach Deutschland. Einige ihrer jüdischen Freunde sind nach Israel ausgewandert“, erzählt Tunay. „Der Kontakt zu ihnen ist nie abgebrochen.“

Nach der Sicherheitsausbildung will er bei einer Reederei anheuern. Reedereien engagieren oft Wachpersonal, das in Israel ausgebildet wurde. „Der jüdische Staat hat durch seine Geschichte viel Erfahrung in diesem Bereich. Viele schätzen die Marke ‚Security Made in Israel‘, vor allem, um Schiffe an der Küste Somalias gegen Seeräuber zu beschützen.“

Israels Sicherheitsoffiziere besitzen durch ihre große Kampferfahrung nicht nur theoretisches, sondern vor allem praktisches Wissen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es dort einige Institute in dieser Branche gibt, in denen das Sicherheitspersonal vieler Ländern geschult wird. Eines davon ist die ISA.

Für Sicherheitskräfte und Privatpersonen

„Wir haben uns mit dem Training nicht nur auf die Sicherheitskräfte einzelner Staaten spezialisiert,“ sagt der Geschäftsführer des Unternehmens, David Mirza, der die Firma 1987 gründete. „Zu uns kommen auch viele Privatpersonen, die zu den Besten gehören und von den Besten trainiert werden wollen,“ erzählt der ehemalige Oberst der israelischen Armee.

Auch wenn in der Sicherheitsakademie auf technologische Aspekte Wert gelegt wird, ist für Mirza der menschliche Faktor entscheidend. „Wichtig ist vor allem, dass die Teilnehmer bei uns nicht nur physisch geschult, sondern auch mental auf die Terroristen eingestellt werden. Sie müssen im Programm verstehen, was ein Terrorist ist, wie sie operieren und wie sie die Intelligenz und die Einsatzmethoden der verschiedenen Gruppen erfassen.“

Die ISA-Lehrgänge sind nicht günstig. Zwischen 2000 bis 4000 Euro muss ein zukünftiger Sicherheitsfachmann je nach Kurs bezahlen, möchte er später Diplomaten, Botschaften oder auch Kreuzfahrtgäste bei Reedereien beschützen. „Potenzielle Gefahrensituationen erkennen und ihnen entgegenzuwirken, bevor sie eine Gefahr darstellen, das ist unsere Philosophie,“ erzählt der ISA-Boss. „Angriff ist die beste Verteidigung. In Israel lernen Leibwächter nicht, als Schutzschilder zu agieren, sondern den Feind auszuschalten.“ Und so werden im Training echte Szenen mit Selbstmordattentätern oder angreifenden Kampftruppen nachgestellt, wie sie auch in den Kriegen in Afghanistan, Irak oder Gaza der Fall waren.

Nicht alle Teilnehmer bestehen das harte Training des Kurses. Immer wieder gibt es einige, die aufgeben. Der 32-jährige Finn, Major in der norwegischen Marine, und Lee Park, 30-jähriger Bankangestellter aus Südkorea, gehören nicht dazu. Beide wollten Israel hauptsächlich wegen der Sicherheitsakademie besuchen. Sie haben sich während des Kurses angefreundet und wollen ihn nun gemeinsam erfolgreich beenden. „Obwohl die Grundausbildung beim Militär in Norwegen ebenfalls nicht einfach war, ist das hier noch mal was anderes,“ sagt Finn beeindruckt. „Ich muss wirklich an meine Grenzen gehen.“

In Südkorea Promi-Bodyguard werden

Lee Park, der in der südkoreanischen Armee diente und jetzt in Seoul lebt, will die Sicherheitsausbildung unbedingt schaffen. „Das ist hier alles noch eine Stufe anstrengender als in meiner Heimat,“ erzählt er. „Es ist sehr professionell, doch um als VIP-Bodyguard zu arbeiten, werde ich alle Anforderungen bestehen müssen.“

Dies gilt auch für Tunay, der nach der Anfangswoche noch voller Motivation ist. „Das Niveau des Kurses ist sehr hoch und geht bis ans Äußerste“, erzählt er, als er während einer Pause neben einem Kollegen sitzt. „Doch ich bin nicht zum Urlaub machen hierher gekommen.“ Bei seiner letztjährigen Rundreise hat er viel von Israel gesehen. „Dieses Mal nehme ich mit Leib und Seele am Kurs teil, da bleibt nicht viel Zeit für Ausflüge“, sagt er. „Nächstes Jahr werde ich mit meiner Frau ein Auto mieten, um Israel noch besser kennenzulernen. Denn 2019 komme ich wieder – zu einem Fortbildungslehrgang für Sicherheitspersonal“ , lacht Tunay.

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Time am 24. September 2018

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1) https://www.n-tv.de/leben/Im-Sommerkurs-zum-Personenschuetzer-article20594541.html