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Nazislahmische Mode: Foltern und Töten

6. Juli 2016

Killer

Till Fähnders berichtete heute auf „FAZ.NET“ über den altbekannten Freizeitspaß wohlhabender nazislahmisch-perverser junger Männer (1), den der Rest der Menschheit diesem Irrglauben durchgehen lässt.

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Attentäter von Bangladesch

Der Hip-Faktor des Tötens

Auf den Fotos, die mutmaßlich die Attentäter von Bangladesch zeigen, sind fünf breit lächelnde junge Männer zu sehen. Es sind Bilder wie aus einem Studienjahrbuch, mit dem Unterschied, dass die Männer vor einer schwarzen Flagge der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) stehen und Waffen in den Händen halten. Wie schon bei den Anschlägen vom 11. September 2001 und vielen, die darauf folgten, stammten auch die meisten der Täter von Bangladesch aus wohlhabenden Familien und waren hochgebildet.

Die 18 bis 25 Jahre alten Terroristen, die in einem Restaurant und Café in der Hauptstadt Dhaka 20 Geiseln brutal ermordet haben, sollen auf einige der besten Schulen und Universitäten des Landes gegangen sein. Einer war laut lokalen Presseberichten der Sohn eines Politikers aus der regierenden Awami-Liga. Ein anderer hatte eine Privatschule besucht und an dem Ableger einer australischen Universität in Malaysia studiert. Ein dritter hatte eine Zeit als Lehrer gearbeitet. Nur einer oder zwei der Angreifer stammten demnach aus bescheideneren Verhältnissen.

Mindestens einer dieser beiden soll auch eine Koranschule besucht haben. Bisher galten die Madrassas, unterstützt von arabischen Financiers, als Brutstätten für den Extremismus in Bangladesch – und nicht die Eliteschulen. Vor allem ärmere Familien schicken ihre Kinder dorthin, auch weil dort Bildung, Unterkunft und Versorgung umsonst sind. Die Radikalisierung junger Muslime schien in dieser Hinsicht in Bangladesch anders zu verlaufen als in Europa, wo eher junge Leute aus der Mittelschicht in den „Dschihad“ nach Syrien oder den Irak gezogen sind.

„Es ist eine Mode geworden“

Die Berichte über die Identität der Täter von Dhaka scheinen nun Sorgen zu bestätigen, wonach sich auch dort zunehmend gut situierte, moderne und hoch gebildete junge Männer den Islamisten anschließen. Die Täter waren sozial gut vernetzt, sportlich und hatten Profile bei Facebook. Auf die Frage, warum aus ihnen Dschihadisten geworden seien, sagte Innenminister Asaduzzaman Khan: „Es ist eine Mode geworden.“ Einige überlebende Geiseln hatten ihre Verwunderung darüber geäußert, dass solche „normalen“ jungen Männer zu derartig blutigen Taten fähig waren.

Vieles deutet darauf hin, dass sie unter anderem der Propaganda des IS aufgesessen sind. Einige von ihnen sollen etwa auf Twitter entsprechenden Seiten gefolgt sein. Die Fotos der lachenden Attentäter hatte die dem IS nahe stehende Agentur Amaq zuerst veröffentlicht. Zudem hatte sich die Terrororganisation schon kurz nach der Geiselnahme des Attentats selbst bezichtigt. Der „IS“ hatte zwar nur die arabischen Kampfnamen der Männer veröffentlicht. Doch sie waren schnell über die sozialen Netzwerke von Bekannten und Familienmitgliedern identifiziert worden.

Monate vor der Tat wie vom Erdboden verschluckt

Die Polizei hatte zudem Bilder ihrer Leichen herausgegeben, die sich offenbar in wenigstens vier der fünf Fälle mit den IS-Bildern deckten. Insgesamt waren zwar sechs mutmaßliche Täter getötet worden. Doch ist derzeit noch unklar, ob einer von ihnen wirklich zu den Geiselnehmern gehörte. Die Polizei teilte mit, sie habe möglicherweise versehentlich eine der Geiseln erschossen. Ein mutmaßlicher siebter Attentäter hatte überlebt und war von der Polizei festgenommen worden.

Gemeinsam war offenbar allen fünf identifizierten Tätern, dass sie in den Monaten vor dem Anschlag plötzlich verschwunden waren. Die Polizei hatte deshalb bereits in einigen Fällen vermutet, dass sie sich radikalen Islamistengruppen angeschlossen hätten. Eine Verbindung zum „Islamischen Staat“ dementierten die Behörden jedoch. Die Regierung in Bangladesch bestreitet, dass internationale Terrorgruppen im Land Anschläge planen und durchführen. Sie macht die einheimische Gruppe Jamaat-ul-Mujahedin verantwortlich. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sie ein Attentat dieser Größenordnung ohne Hilfe von außen hätte durchführen können.

Die Geiselnehmer hatten am Abend ein Restaurant mit Café im beliebten Diplomatenviertel Gulshan gestürmt. Sie trennten ihre Geiseln in Bangladescher und Ausländer. Die meisten Ausländer wurden schon binnen der ersten Stunden mit Messern und Macheten brutal gefoltert und hingerichtet. Auch zwei Bangladescher waren unter den Opfern. Die Welt der reichen Einheimischen und weltgewandten Ausländer war den Tätern nicht fremd. Einige sollen sogar früher zu den Besuchern des Restaurants gehört haben.

Universität, Privatschule, Unternehmersohn

Als Wortführer der Attentäter wurde der 22 Jahre alte Nibras Islam identifiziert. Er wurde auf dem Foto von Mitstudenten der elitären North South University in Dhaka erkannt. Zuvor hatte Nibras Islam den malaysischen Ableger der australischen Monash University besucht. Vor seinem Verschwinden soll der junge Mann sich für Fußball begeistert haben und in den sozialen Netzwerken Fan-Artikel über eine indische Schauspielerin veröffentlicht haben.

Zwei Attentäter, Mir Samih Mubashir und Rohan Imtiaz, waren ehemalige Schüler einer englischsprachigen Privatschule in Dhaka. Der Vater eines der beiden Männer mutmaßte in der lokalen Presse, dass seinem 18 Jahre alten Sohn das Gehirn gewaschen worden sei. „Ich habe im Herzen gespürt, dass er im Bann von jemand anderem stand“, sagte der Vater, der bei einem französischen Unternehmen arbeiten soll.

Der Vater des dritten früheren Elitestudenten, der ein früherer Politiker der Regierungspartei ist, sagte, sein Sohn sei zwar fromm gewesen. Er habe ihm so eine Tat aber nicht zugetraut. Der Vater hatte monatelang nach seinem Sohn gesucht. „Während ich ihn suchte, merkte ich, das viele andere Jungen verschwunden waren – gut ausgebildete Jungen aus gutem Hause, Kinder von Fachpersonal und Regierungsbeamten“, sagte der Vater. Nun geht die Angst um, dass noch weitere junge Männer aus diesem Milieu auf ihren Terroreinsatz warten könnten.

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Time am 6. Juli 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/attentaeter-von-bangladesch-der-hip-faktor-des-toetens-14325558.html

Im Interview: Tendzin Gyatsho

1. Juni 2016

Dalai Lama

Till Fähnders interviewte für „FAZ.NET“ den Dalai Lama (1).

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„Flüchtlinge sollten nur vorübergehend aufgenommen werden“

Der 14. Dalai Lama findet zur Flüchtlingskrise unerwartete Worte: Es seien so viele Menschen geflohen, dass es in der Praxis schwierig werde. Deutschland könne kein arabisches Land werden.

Eure Heiligkeit, Sie reisen sehr viel durch die Welt. Haben Sie eigentlich einen Reisepass?

Die indische Regierung gibt uns ein Registrierungszertifikat, das uns erlaubt, in Indien zu leben. Wer ausreisen möchte, kann ein Identitätszertifikat beantragen. Dies ist ein Reisedokument, das besagt, dass man ein tibetischer Flüchtling ist, der in Indien lebt. Normalerweise ist das kein Problem, nur manche Länder akzeptieren dieses Zertifikat nicht und geben uns kein Visum.

Das heißt, Sie sind nach all den Jahren immer noch ein Flüchtling. Wie empfinden Sie die gegenwärtige Flüchtlingskrise in Europa?

Wenn wir in das Gesicht jedes einzelnen Flüchtlings schauen, besonders bei den Kindern und Frauen, spüren wir ihr Leid. Ein Mensch, dem es etwas besser geht, hat die Verantwortung, ihnen zu helfen. Andererseits sind es mittlerweile zu viele. Europa, zum Beispiel Deutschland, kann kein arabisches Land werden. Deutschland ist Deutschland. (lacht) Es sind so viele, dass es in der Praxis schwierig ist. Auch moralisch gesehen finde ich, dass diese Flüchtlinge nur vorübergehend aufgenommen werden sollten. Das Ziel sollte sein, dass sie zurückkehren und beim Wiederaufbau ihrer eigenen Länder mithelfen.

In Europa gibt es eine zunehmend islamfeindliche Stimmung. Wie bewerten Sie das?

Es sind muslimische Individuen und kleine Gruppen, die sich in ihren eigenen Ländern gegenseitig umbringen. Schiiten, Sunniten. Sie repräsentieren nicht den gesamten Islam und nicht alle Muslime. Die Liebe ist bei jeder Religion die Kernbotschaft, auch im Islam. Bösartige Leute gibt es auch bei den Buddhisten, den Christen, den Juden und den Hindus. Nur aufgrund von einigen traurigen Ereignissen, die von einer kleinen Zahl Muslime ausgehen, sollten wir nicht die gesamte muslimische Welt verurteilen.

Wir sind hier in Dharamsala im Norden Indiens, wo Sie seit mehr als 50 Jahren im Exil leben. Ist dies auch der Ort, an dem Ihr Leben enden wird?

Das weiß niemand. Wie Sie wissen, hat sich die Volksrepublik China im Vergleich zum China vor 30, 40 Jahren sehr verändert. Die Kulturrevolutionäre hatten dazu aufgerufen, die „vier Alten“ zu zerstören, darunter die Religion. Heute hat China die größte buddhistische Bevölkerung. Ein kommunistisches Land mit der größten Zahl Buddhisten! Viele Parteimitglieder sind nur im Kopf Atheisten, aber von der Brust an abwärts sind sie gläubige Buddhisten. Freiheit wird zum nationalen Interesse, damit jeder individuelle Bürger seine Kreativität voll ausnutzen kann. Mehrere hunderttausend Studenten, die in Amerika, Europa, auch Deutschland studieren und auch in Japan, Australien und Indien. Sie erleben, was Freiheit und Demokratie sind, Redefreiheit, Gedankenfreiheit, eine freie Presse. China, so mächtig es auch sein mag, kann nicht zu der früheren rigiden, abgeschlossenen Gesellschaft zurückkehren.

Und dann wollen Sie zurückkehren?

Vielleicht in ein paar Jahren. Wenn die Gelegenheit für meine Rückkehr kommt oder wenigstens einen kurzen Besuch, wäre das ein Anlass zur Freude. Die Leute, die aus Tibet hierherkommen, sagen immer: Bitte, komm. Sie wollen mein Gesicht sehen, bevor sie sterben. Millionen Tibeter in Tibet warten darauf. Auch einige Chinesen vom chinesischen Festland. Sie sagen: Bitte, vergiss uns nicht. Auf der anderen Seite gibt es ein tibetisches Sprichwort: Wo immer du glücklich bist, da ist dein Zuhause. In Indien habe ich über 57 Jahre in völliger Freiheit gelebt. Die Freiheit hat mir erlaubt, Menschen unterschiedlichster Hintergründe zu treffen, unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlicher Berufe. Wenn ich das Gefühl habe, hier aus Indien mehr zu bewirken, dann bleibe ich hier. Es ist das Land Buddhas. Und wenn ich hier irgendwann sterbe, bin ich froh. Aber bitte nicht in einem Krankenhaus an irgendeiner Fernbedienung hängend. (lacht)

Sie haben angedeutet, dass Sie der letzte Dalai Lama sein könnten. Wollen Sie überhaupt wiedergeboren werden?

Ja. Solange Menschen leiden, werde ich ihnen weiter dienen. Als der erste Dalai Lama sehr alt war, sagte einer seiner gelehrtesten Schüler: Nun bist du bereit, in den Himmel zu kommen. Er antwortete, im Himmel bin ich überflüssig. Ich möchte dort wiedergeboren werden, wo ich etwas Sinnvolles tun kann, wo es Leiden gibt. Aber die Frage ist, bleibt der Name Dalai Lama. Schon im Jahr 1969 habe ich in einer offiziellen Stellungnahme gesagt, die Entscheidung, ob die Institution des Dalai Lamas weitergeführt werden soll oder nicht, hängt vollkommen vom tibetischen Volk ab. Wenn also eine Situation aufkommen sollte, in der die Institution an Relevanz verloren hat, dann braucht man sie nicht mehr aufrechtzuerhalten. Außerdem habe ich schon im Jahr 2001 einen Teil der politischen Führung abgegeben. Seit dem Jahr 2011 bin ich von allen politischen Aufgaben zurückgetreten. Für 400 Jahre war der Dalai Lama automatisch der weltliche und spirituelle Führer. Die weltliche Führung habe ich freudig, freiwillig und mit Stolz abgegeben. Nur die Chinesen haben das noch nicht verstanden. Um die Zukunft des Dalai Lamas machen sich die chinesischen Kommunisten mehr Gedanken als ich.

Die chinesische Regierung will die Institution unter ihre Kontrolle bringen. Deshalb hat sie ihre Äußerungen über die Reinkarnation sogar als „Blasphemie“ bezeichnet.

Ich kann mit Gewissheit sagen, dass mein Wissen über den Buddhismus um einiges besser ist als das ihrige. (lacht)

In Ihren Instruktionen zur Wiedergeburt haben Sie festgelegt, dass die Tibeter darüber entscheiden sollen, wenn Sie das Alter von 90 Jahren erreicht haben. Halten Sie an dem Zeitplan fest?

Wir beginnen jetzt schon mit der Arbeit. Wahrscheinlich Ende dieses Jahres werden einige Diskussionen geführt werden. Wir werden Leute zusammenbringen und ihre Meinung hören. Dann nach einem oder zwei Jahren werden wir fertig sein, und ich werde mit den höchsten Geistlichen zusammentreffen, um auch ihre Meinung anzuhören. Als 14. Dalai Lama bin ich populär und habe nie Schande über mich gebracht. Mir wäre es lieber, wenn die Tradition des Dalai Lamas mit einem solchen populären und recht guten Dalai Lama enden würde.

Aber einige Ihrer Anhänger dürften traurig sein, wenn Sie das hören. Lassen Sie nicht die tibetischen Buddhisten im Stich?

Nein. Ich sage immer: Es gibt auch keine Reinkarnation Buddhas, aber seine Lehre ist nach 2600 Jahren noch hier. Das gilt auch für viele tibetische Meister. Keine Reinkarnation, keine Institution, aber ihre Lehren gelten immer noch. Es braucht dazu keine Institution.

Aber emotional wird es schwierig für die tibetischen Buddhisten.

Das ist, ehrlich gesagt, ein feudalistisches Denken. Aber das wird sich ändern. Am Anfang werden sie emotional sein. Aber solange ich lebe, kann ich ihnen noch das Gehirn waschen. Mit Argumenten, nicht mit Unterdrückung, wie es die Kommunisten tun. (lacht)

Sie haben die Kulturrevolution erwähnt, die vor fast genau 50 Jahren begann. Sie haben einmal von einer „halben Kulturrevolution“ gesprochen, die in Tibet herrsche. Was meinten Sie damit?

Das war vor der Krise im Jahr 2008, als der damalige Parteisekretär scharfe Kontrollen des Glaubens und der Religion eingeführt hat und politische Umerziehung in den Klöstern. Wegen der starken Kontrolle gab es viel geistigen Widerstand.

Und wie ist die Situation jetzt, im Vergleich zu 2008?

Im Vergleich dazu ist die Situation allgemein besser. Aber die Autonome Region Tibet steht immer noch unter strikter Kontrolle. In den Gebieten Amdo und Kham, also in Siedlungsgebieten der Tibeter in den benachbarten Provinzen, ist die Lage besser. Aber das spiegelt nicht immer die Anweisungen der Zentralregierung wider. Sogar von Bezirk zu Bezirk kann die Lage unterschiedlich sein. Manchmal kommt ein neuer Funktionär, und die Lage ändert sich schlagartig. Es ist sehr schwer vorauszusehen.

Was halten Sie von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping?

Auch er ist schwer zu durchschauen. Er kommt aus einer buddhistischen Familie. Ich kannte seinen Vater, Xi Zhongxun. Er war ein guter Freund des damaligen Pantschen Lamas. Auch er musste während der Kulturrevolution Leid ertragen. Xi Jinpings Denken ist realistischer, aber es gibt eine Menge Widerstand im Establishment. Vor zwei Jahren hat er öffentlich gesagt, Buddhismus sei ein wichtiger Teil der chinesischen Kultur. Etwas Ähnliches sagte er auch in Neu-Delhi. Das ist überraschend, ein kommunistischer Anführer, der etwas Nettes über eine Religion sagt, oder nicht?

Also ist die Lage in China nicht so schlecht?

Die wirtschaftliche Situation ist im Vergleich zu der Zeit vor 1959 besser. Aber innerlich sind die Menschen sehr unglücklich. Sie leben in ständiger Angst.

Befürchten Sie, dass die Tibeter ohne Ihre Führung zu Gewalt greifen könnten?

Das ist möglich. Tatsächlich hat ein Tibeter mir schon vor 15 bis 20 Jahren gesagt, dass die Leute über 40 das Gefühl hätten, es ginge ihnen besser etwa im Vergleich zur Zeit der Kulturrevolution. Viele unter 40 seien unglücklich. Sie sagten, solange der Dalai Lama da ist, müssen wir uns an sein Prinzip der Gewaltlosigkeit halten. Danach müssen wir selbst denken. Dann erklärte ich ihm, es gehe nicht darum, meinem Rat zu folgen. Mein Denken folgt nur der Realität. Gewalt ist unberechenbar und hat negative Folgen.

In der Vergangenheit war der Widerstand der Tibeter schon einmal gewalttätig. Die CIA bildete einst Tibeter für den bewaffneten Widerstand aus. Auch Sie wurden in der Presse damit in Verbindung gebracht. Wie rechtfertigen Sie das?

Als ich im Jahr 1956 in Indien war, bestanden meine älteren Brüder darauf, dass ich nicht zurückkehren sollte. Dann hörte ich, dass mein ältester Bruder, der ein paar Jahre in Amerika verbracht hatte, Verbindungen zu einem CIA-Agenten hatte. Ich entschied mich zurückzukehren. Das war im Jahr 1957. Dann gab es im Jahr 1958 einen Aufstand in Tibet. Ich hörte, dass einige Leute von der CIA ausgebildet worden waren. Ich hatte damit nichts zu tun. Als ich im März 1959 Südtibet erreichte, sah ich einige Tibeter mit Bazookas und anderen Waffen. Ich dachte, ein paar Bazookas bringen nicht viel. (lacht) Als ich Indien erreichte, hörte ich wieder, dass in dem Gebiet von Mustang sich eine Art Guerrilla-Organisation gebildet hatte. Das war strikt geheim. Ich war da außen vor. Mein älterer Bruder, eine recht kontroverse Figur, machte das. Ich hatte damit nichts zu tun.

Gibt es Umstände, unter denen die Anwendung von Gewalt Ihrer Ansicht nach legitim ist?

Wenn die Umstände so sind, dass es keine andere Wahl gibt, und Mitgefühl die Motivation ist. Es gibt solche Geschichten in Buddhas eigener Historie. Um 499 Händlern das Leben zu retten, tötete er einen Händler. Er kalkulierte: Die Sünde, eine Person getötet zu haben, kann ich aushalten. Wenn ich es nicht tue, dann wird er 499 töten. Erstens werden so 499 Menschen sterben, zweitens wird er die Sünde tragen, 499 Menschen getötet zu haben. Also entschloss Buddha sich, die Person zu töten. Es sieht aus wie Gewalt. Aber die Motivation ist Mitgefühl. Diese Unterscheidung machen wir also. Theoretisch können wir das zwar erklären, praktisch ist es aber besser, jede Gewalt zu vermeiden. Das ist sicherer. Wie mein Freund George W. Bush: Seine Motivation war sehr aufrichtig. Er wollte Demokratie in den Irak bringen. Eine Person eliminieren. Er benutzte Gewalt. Die Folgen waren negativ. Gewalt ist unberechenbar. Deshalb besser keine Gewalt.

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Time am 1. Juni 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/interview-tenzin-gyatso-der-letzte-dalai-lama-14260431.html?printPagedArticle=true#aufmacherBildJumpTarget

Ork-Demokratie

2. Mai 2016

Indonesien

Schariapolizei

Bei „FAZ.NET“ durfte Rainer Hermann einmal mehr ein ausführliches Hohelied auf den Nazislahm ausbringen, das nach der Behauptung, die meisten „islamistischen Parteien“ seien für die Demokratie, mit den folgenden sybillinischen Zeilen endete (1):

„In der arabischen Welt gibt es, von Tunesien und dem Sonderfall des Libanons abgesehen, keine liberale Demokratie. Die Mehrheit der Muslime lebt aber in Demokratien, ob in der Türkei oder Malaysia, in Indien oder Indonesien, in Bosnien-Hercegovina oder Senegal, in Amerika oder Europa. Und die meisten Muslime sind so demokratisch wie die Länder, in denen sie leben.“

Also in Wirklichkeit doch keine Demokratie, jedenfalls keine „liberale“, was immer damit gemeint sein soll.

Schauen wir mal mit Till Fähnders nach Indonesien, diesem „demokratischen“ Musterland der Orks (2).

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Scharia-Polizei in Indonesien

Erst Berührung, dann Bestrafung

Mit der Moralpolizei auf Streife: Seit dem vergangenen Jahr wird die Scharia in der indonesischen Region Aceh schärfer ausgelegt. Wie kommt die Bevölkerung damit zurecht?

Im Scheinwerferlicht taucht das Gesicht einer jungen Frau auf. Wie ein scheues Reh schaut sie in Richtung des Pick-up-Trucks. Ihr Haar ist mit einem senffarbenen Kopftuch verhüllt. Neben ihr sitzt ein junger Mann auf einem kleinen Motorrad. Er guckt ebenso erschrocken in Richtung des Autos, auf dem sechs Männer mit Springerstiefeln, dunkelgrünen Uniformen und Schirmmützen sitzen.

Die Mützen der Männer tragen den Aufdruck „POL WH“, die Abkürzung für „Polisi Wilayatul Hisbah“. Es ist der Name der Religionspolizei in Aceh, der einzigen Region in Indonesien, in der die Scharia, die islamische Rechtsprechung, ebenso gilt wie das nationale Gesetzbuch.

Eingeführt wurde die Scharia in dem Gebiet am nördlichen Zipfel Sumatras schon im Jahr 2001. Nachdem der Tsunami das Ende des langjährigen Bürgerkriegs beschleunigt hatte, gewährte die Zentralregierung der Region im Jahr 2005 autonome Sonderrechte, darunter die Erlaubnis, an der Scharia festzuhalten. Im liberal-muslimischen Indonesien, dem Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt, ist Aceh seither die Ausnahme.

Nach der Entdeckung des jungen Paars liegt nun Ärger in der Luft. Sofort sind einige der Polizisten aus dem Auto gesprungen. Sie nähern sich dem Paar mit drohender Haltung. Die beiden Studenten sind unverheiratet, jung und stehen allein in einer dunklen Ecke auf dem Campus ihrer Universität. Nach dem „Qanun Jinayat“, dem islamischen Regelwerk für die Region, ist das ein Problem.

„Khalwat“ nennt sich das Vergehen, wenn unverheiratete Paare allein miteinander sind und ihre Körper zu nah aneinander sind. Die beiden Studenten reagieren nervös. „Seht, ich bin gar nicht nah an ihr dran“, sagt der Junge auf dem Motorrad.

Tatsächlich stehen die beiden mindestens einen Meter voneinander entfernt. Die Polizisten scheint das zu besänftigen. Einer von ihnen macht eine ruckartige Bewegung. „Verschwindet hier“, ruft er. Eilig fahren die beiden mit dem Motorrad in der Dunkelheit davon. Doch nicht immer geht es so glimpflich ab, wenn unverheiratete Paare allein erwischt werden. Seit dem Oktober des vergangenen Jahres gilt eine verschärfte Version des „Qanun Jinayat“. So drohen für Ehebruch, homosexuelle Handlungen und die öffentliche Zurschaustellung von Zuneigung bei unverheirateten Paaren bis zu hundert Schläge mit dem Stock.

Am vergangenen Dienstag wurden in dem Ort Takengon in Zentralaceh ein junger Mann und eine junge Frau geprügelt, weil sie zu nah aneinander gestanden hatten. Sie bekamen jeweils drei Schläge. Zum ersten Mal seit Änderung des Gesetzes wurde dort unter den Blicken von mehr als Tausend Zuschauern auch die Höchststrafe verabreicht. Ein Mann und eine Frau, die des Ehebruchs beschuldigt waren, bekamen die hundert Schläge von jeweils zehn Beamten abwechselnd verabreicht.

Keine kurzen Hosen

Ebenfalls ein Novum war die erste Auspeitschung einer Nichtmuslimin. Eine sechzig Jahre alte Christin wurde 28 Mal geprügelt, weil sie Alkohol verkauft haben soll. Beinahe hätte auch eine deutsche Touristin den Arm der Islam-Gesetzgebung zu spüren bekommen. Die Frau soll im Bikini am Strand gelegen haben, hatte sich aber schon wieder angezogen, als die Scharia-Polizei eintraf.

Die Polizisten sollen dafür sorgen, dass die islamischen Gesetze eingehalten werden. Alkohol und Glücksspiel sind laut „Qanun Jinayat“, streng untersagt. Musliminnen müssen ein Kopftuch tragen. Nach 23 Uhr dürfen Frauen nur noch in Begleitung eines männlichen Verwandten auf die Straße. Auch auf die Kleidung der Frauen achten die Polizisten: Sie sollte nicht zu enganliegend sein. Männer dürfen keine kurzen Hosen tragen, die über dem Knie enden.

Zwei Schichten gibt es am Abend. Die erste beginnt um 17 Uhr am Hauptquartier der Polizei in der Innenstadt von Banda Aceh. Sechs Polizisten besteigen das Gefährt, auf dessen Ladefläche zwei Metallbänke montiert sind, vier hinten, zwei in der Fahrerkabine. Es sind überwiegend junge Männer im Alter zwischen 25 und dreißig. Grünschnäbel, die sich nur mit Vornamen anreden.

„Bitte gehen Sie nach Hause“

Der 25 Jahre alte Muhaddis sagt, sie würden vor allem Studenten bei Regelverstößen erwischen. Banda Aceh ist eine Universitätsstadt, die auch junge Leute aus anderen Regionen anzieht. Doch zunächst fährt die Patrouille an diesem Abend in das Gebiet von Ulee Leu, einem Ort, der von dem Tsunami am zweiten Weihnachtstag 2004 besonders schwer getroffen worden war. Dort verbringen viele Bewohner von Banda Aceh heute gerne ihre freien Stunden.

Familien, kleinere und größere Jugendgruppen sitzen auf einem kleinen Steindamm, der den Strand von der Straße trennt. Sie schauen der Sonne beim Untergehen zu, angeln, picknicken, plaudern. Am Rand stehen die Autos, Mopeds und Motorräder der Ausflügler. Im Schritttempo fährt der Pick-up die Straße entlang.

Der Kommandeur der Patrouille spricht in ein Handmikrofon. Durch einen knarzenden Lautsprecher dröhnt seine Stimme. „Wir fordern alle Besucher auf, den Strand zu verlassen. Er wird um 18 Uhr 30 geschlossen. Bald wird zum Gebet gerufen. Bitte gehen Sie nach Hause und bereiten sich auf das Gebet vor!“, ruft der Kommandeur.

„Das sind keine guten Mädchen“

Die Menschen auf dem Damm drehen sich um und schauen herüber. Manche springen sofort auf. Andere nähern sich nur zögerlich ihren Zweirädern. Nach kurzer Zeit herrscht Stau auf der Küstenstraße. Dann entdeckt die Patrouille ein paar Frauen und Männer, die sich demonstrativ Zeit lassen. Sie stehen auf dem Steindamm und fotografieren sich weiter mit ihren Handys. Noch dazu tragen die Frauen Hosen, die am Bein eng geschnitten sind. „Dies sind keine guten Mädchen“, sagt Muhaddis. Der Kommandeur lässt den Pick-up stoppen. Die Polizisten steigen vom Auto und nähern sich den jungen Leuten. Fünf grün uniformierte Männer stehen auf der anderen Straßenseite und schauen herüber, während der Kommandeur weiter seine Durchsage macht.

Doch auch diesen jungen Leuten gegenüber zeigt sich die Scharia-Polizei an diesem Abend nachgiebig. Sie dürfen auf ihren Rollern und Motorrädern in die Abendsonne düsen. Auch die anderen Leute knattern mit ihren Mopeds zurück in die Stadt. Von dort schallt schon der Ruf der Muezzine herüber. Die Scharia-Polizisten fahren ebenfalls zu einer der Moscheen. Am Eingang streifen sie ihre schweren Stiefel und ihre Socken ab. Dann gesellen sie sich zu den anderen Gläubigen, die schon im Gebetsraum versammelt sind. Die Frauen sind durch einen Vorhang im hinteren Viertel der Moschee abgetrennt.

Die vielen Pausen während der Streife geben Zeit, die Anwohner ein wenig nach ihrer Meinung zu fragen. „Ich finde sie gut, weil sie mich davon abhalten, schlechte Dinge zu tun“, sagt der 18 Jahre alte Dedi Rolia. Er sitzt in einem der Cafés von Banda Aceh und unterhält sich mit seiner ebenfalls 18 Jahre alten Freundin. Das Paar ist seit zwei Jahren zusammen. Es achte peinlich darauf, nichts Verbotenes zu tun, sagt Dedi Rolia. „Wir gehen nur an öffentlichen Plätzen zusammen aus“, sagt er. Die Gelegenheiten dazu seien selten, da die Freundin ohnehin ihr Wohnheim an der Universität nach 18 Uhr nicht mehr verlassen dürfe.

Bei Zugezogenen verhasst

Die Gesetzgebung passe zu den örtlichen Gepflogenheiten, sagt auch der 27 Jahre alte Riansyah, der mit seiner Verlobten ebenfalls in dem Café sitzt. Für eine flächendeckende Einführung ist der Mann aber nicht. „Es gibt so viele Ethnien und Religionen, das würde nur zu Konflikten führen“, sagt er. Eine Sache störe ihn außerdem. Die Scharia-Polizei fange meist nur die kleinen Fische. „Sie wagen nicht, die Mächtigen zu schnappen“, sagt er.

Gerade bei Zugezogenen sei die Scharia-Polizei sehr verhasst, sagt auch der 63 Jahre alte Tamtawi Alba. Der Mann arbeitet als Chauffeur und kennt sich damit aus, wie man die Dinge, die eigentlich verboten sein sollen, dennoch bekommen kann: Alkohol, Prostituierte, Glücksspiel. Man braucht nur ein bisschen Geld und Verbindungen, sagt Tamtawi Alba. Etwa im Luxushotel „Hermes Palace“ wo manchmal Zimmer angemietet würden, um illegale Kartenspiele zu organisieren.

Wie einer der Scharia-Polizisten später berichtet, gab es im vergangenen Jahr allerdings auch im „Hermes Palace“ eine Razzia. Dabei wurden mehrere Muslime beim Spielen und Alkoholtrinken erwischt. Die Strafe: vierzig Schläge mit dem Rohrstock. Auch für Nichtmuslime sind solche Aktivitäten nicht mehr ganz ungefährlich, nachdem seit dem vergangenen Jahr das neue Gesetz gilt. Bei normalen Vergehen können sie sich aussuchen, ob sie vor ein Scharia-Gericht wollen oder vor ein weltliches. Bei Verstößen, die nur im „Qanun Jinayat“ stehen, werden aber auch sie in jedem Fall den islamischen Regeln nach verurteilt.

„Frauen haben hier keine Rechte“

Menschenrechtler kritisieren, dass das Vorgehen gegen die Verfassung verstoße und die Menschenrechte verletze. Die Leidtragenden seien vor allem Frauen, sagt Ratna Saris. „Frauen haben hier keine Rechte“, sagt die Muslimin, die für eine örtliche Nichtregierungsorganisation für Frauenrechte arbeitet. Im Falle einer Vergewaltigung müssten sie vier Zeugen benennen können, damit es überhaupt zu einem Verfahren komme. Zudem würden sie häufig doppelt bestraft. Denn nachdem sie verurteilt wurden, würden die Frauen von der Familie verbannt und von Nachbarn und Freunden geächtet.

Zudem lasse das Gesetz viele Graubereiche offen. So biete es Gelegenheit zum Missbrauch, sagt die Frauenrechtlerin. Zum Beispiel habe es im vergangenen Jahr einen Fall gegeben, in dem eine Frau nach einer Vergewaltigung abermals und mehrfach vergewaltigt worden sei – von Scharia-Polizisten. Nur ein Teil der Übeltäter sei dafür belangt worden. „Sie können ungestraft machen was sie wollen“, sagt Ratna Saris. Auch der Anteil der Frauen unter denen, die mit Peitschenhieben bestraft werden, sei deutlich höher als die der Männer, sagt Ratna Saris.

Die Scharia-Polizisten in Banda Aceh finden allerdings nicht, dass Mitleid angebracht ist. Die Strafen seien zwar hart, aber die Menschen wüssten ja, worauf sie sich einließen, sagt ein junger Polizist mit dem Namen Iqbal. Zudem seien die Schläge weniger dazu da, um Schmerzen zu bereiten. Wichtiger sei der Schameffekt, da die Prügelstrafe in der Regel öffentlich vollstreckt werde, sagt der junge Mann.

Öffentliche Auspeitschungen

Da die öffentlichen Auspeitschungen in der Regel nicht angekündigt werden, ist es schwer, sich selbst ein Bild davon zu machen. Aber es gibt Videoaufnahmen. Sie zeigen etwa den Fall einer Frau, die gegen die Bekleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die für die Bestrafung in ein weites, weißes Gewand gekleidete Frau wird unter dem Jubel der Schaulustigen auf ein Podest geführt. Ihr Kopf ist von einem Tuch umhüllt. Mit gesenktem Haupt muss sie auf dem Boden niederknien.

Der Vollstrecker trägt ein dunkles Gewand am Körper und eine Maske über dem Kopf. Er lässt dreimal einen dünnen Rohrstock auf den Rücken der Frau niedersausen. Das peitschende Geräusch des Stocks, der auf dem Fleisch landet, geht einem durch Mark und Bein.

Nach dem Gebet in der Moschee gehen die Religionspolizisten in ein Restaurant zum Essen. Dann geht es noch einmal in eine andere Moschee; es ist das letzte Gebet für diesen Tag. Erst zum Schluss beginnen die Polizisten ihre Streife durch das Universitätsviertel. Jede Person, die im Dunkeln am Straßenrand sitzt, wird genau inspiziert.

„Wenn es nur Männer sind, ist es o.k.“, sagt Muhaddis. Doch außer dem jungen Paar, das sich auf dem Motorrad davon macht, finden sie an diesem Abend sonst keine Verdächtigen. Erschöpft fahren die Polizisten danach in ihr Hauptquartier zurück. Eine zweite Streife ist noch etwa eine Stunde länger unterwegs. Sie prüft, dass auch nach der Ausgangssperre keine unbegleiteten Frauen mehr auf der Straße sind.
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Time am 2. Mai 2016

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ist-der-islam-mit-demokratie-dem-grundgesetz-vereinbar-14202942.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/auf-streife-mit-der-scharia-polizei-in-aceh-indonesien-14183815.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Lieber Katastrophe als Kambodscha

8. November 2015

Abott

Tony Abbott

Die australische Flüchtlingspolitik war am 31. Oktober Thema für Till Fähnders von der FAZ (1).

Seltsam finde ich Folgendes. Einerseits sollen die Zustände in den Internierungslagern auf Nauru und Manus „katastrophal“ sein, andererseits ist kaum ein Insasse bereit, das Angebot der australischen Regierung anzunehmen, sich z.B. in Kambodscha anzusiedeln. Die Lager werden also offenbar als nicht so schlimm empfunden wie Papua-Neuguinea, Nauru und Kambodscha.

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Der hohe Preis der totalen Abschottung

Australiens früherer Premierminister Abbott empfiehlt Europa seine Flüchtlingspolitik als Vorbild. Asylbewerber werden erst gar nicht ins Land gelassen. Doch auch das kostet hohe Summen.

Der frühere Premierminister Australiens Tony Abbott sorgt sich um sein politisches Erbe. Nach einem Aufstand innerhalb seiner Partei hat er sein Amt verloren. Er hatte es weniger als zwei Jahre inne und befürchtet wohl, dass er bald vergessen sein wird. Auch deshalb dürfte er bei einer Rede in London auf die Asylpolitik seiner konservativen Koalition zu sprechen gekommen sein. Die auf Härte gegenüber Bootsflüchtlingen setzenden Maßnahmen sind so ziemlich die einzigen seiner Amtszeit, die als Erfolg gewertet werden können, sofern man die Verhinderung von ungesteuerter Migration als Ziel ansieht.

Aufmerksamkeit bekam der ehemalige Regierungschef, weil er in seiner „Thatcher Lecture“, die an die frühere Premierministerin erinnert, die australische Politik auch den Europäern für den Umgang mit Flüchtlingen ans Herz legte. Er forderte die EU auf, ihre Außengrenzen zu schließen. Sie sei im Begriff, einen „katastrophalen Fehler“ zu begehen. „Kein Land oder Kontinent kann alle seine Grenzen in alle Richtungen öffnen, ohne sich grundlegend selbst zu schwächen“, sagte Abbott. Es gebe das Risiko, dass die europäischen Länder einem „verfehlten Altruismus“ folgten. Abbott empfahl Europa, Australiens Erfahrungen zu studieren.

Tatsächlich zeigt das Beispiel Australiens, das eine komplette Abschottung möglich ist, jedenfalls wenn man auf einer Insel lebt. In seiner Geschichte ist es Australien schon zwei Mal gelungen, den Zuzug von Migranten über das Meer fast vollständig einzudämmen. Das Vorbild für Tony Abbotts Maßnahmen war die „pazifische Lösung“ seines konservativen Ziehvaters John Howard. Ihr Kern bestand darin, dass die Asylsuchenden, die mit dem Boot in Australien eintrafen, nicht auf das australische Festland gelassen, sondern in Internierungslagern auf der australischen Weihnachtsinsel, dem Territorium des pazifischen Inselstaats Nauru und auf Manus in Papua-Neuguinea festzuhalten. „Wir entscheiden, wer in unser Land kommt und unter welchen Umständen“, hatte Howard im Oktober 2001 verkündet.

Während in den Jahren zuvor noch jeweils mehr als 4000 und im Jahr 2001 noch mehr als 3000 Bootsflüchtlinge in Australien eingetroffen waren, ging die Zahl im Jahr 2002 schlagartig auf null zurück. Bis zur Abschaffung der „pazifischen Lösung“ durch die sozialdemokratische Regierung von Kevin Rudd im Jahr 2007 blieben sie meist im zweistelligen Bereich, schwollen in den Folgejahren aber wieder deutlich an, bis im Jahr 2012 die bis dahin höchste Zahl der „Irregular Maritime Arrivals“ von mehr als 25.000 erreicht war. Dieser sprunghafte Anstieg der eintreffenden Flüchtlinge sowie die Bilder ertrinkender Menschen vor der australischen Küste machten den Umgang mit Asylsuchenden zum vorherrschenden Thema in dem Einwandererland, dessen Bewohner überwiegend Nachfahren europäischer Siedler sind.

Vor diesem Hintergrund entschloss sich die ebenfalls sozialdemokratische Premierministerin Julia Gillard Ende 2012 zu einer Rückkehr zur „pazifischen Lösung“. Auch der im Wahlkampf politisch wieder erweckte Kevin Rudd hielt an dieser im Volk bis heute populären Entscheidung fest. Doch die harte Abschreckungspolitik, die derzeit in Australien praktiziert wird, ist in weiten Teilen das Werk des Konservativen Tony Abbott. Er hatte damals die Wahl mit dem Versprechen gewonnen, die Flüchtlingsboote zu stoppen. Unter dem Schlagwort „Operation Sovereign Borders“ ließ er die See-Patrouillen verstärken und wies die Marine an, Flüchtlingsboote, die meist aus Indonesien und Sri Lanka nach Australien kommen, auf dem offenen Meer zur Rückkehr zu zwingen.

Zudem wurde Bootsflüchtlingen die Hoffnung genommen, jemals in Australien angesiedelt zu werden. Die Asylanträge der Migranten, die sich schon in den wiederbelebten Lagern auf Nauru und Manus befanden oder nicht direkt zurückgeschickt werden konnten, sollten dort geprüft, und anerkannte Flüchtlinge freiwillig in Drittländer umgesiedelt werden, mit denen Australien entsprechende Abkommen getroffen hat. Neben Papua-Neuguinea und Nauru gehört dazu auch Kambodscha. Derzeit sollen diesbezüglich auch Gespräche mit den Philippinen geführt werden. Deren Präsident schloss gegenüber der Presse jedoch eine permanente Ansiedlung von Flüchtlingen auf philippinischem Staatsgebiet aus.

In Australien selbst werden jetzt nur noch sogenannte Kontingentflüchtlinge angesiedelt, deren Status vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ermittelt wurde. Seit der Einführung dieser Maßnahmen haben es Bootsflüchtlinge nicht mehr in nennenswerter Zahl bis nach Australien geschafft. Das Ziel der australischen Asylpolitik, die Zahl der ankommenden Flüchtlinge auf ein kontrolliertes Mindestmaß zurückzufahren, ist damit erreicht. „Die australische Erfahrung lehrt, dass die Menschen sich nur davon abhalten lassen, aus der Ferne hierher zu kommen, wenn man sie nicht hineinlässt“, sagte Abbott in London. Das Geschäft der Menschenschmuggler sei zerschlagen.

Für seinen Vorschlag, Europa solle sich ein Beispiel an Australien nehmen, hat Tony Abbott, von dem Applaus des Chefs der britischen Unabhängigkeitspartei, Nigel Farage, einmal abgesehen, dennoch viel Kritik geerntet. Denn die Verhältnisse sind kaum vergleichbar. Die Zahl der Flüchtlinge, die an den Grenzen Europas eintreffen, ist um ein Vielfaches höher als die in Australien, das europäische Grenzsystem um einiges komplexer.

Daran, dass die Menschen weiter aus ihren Heimatländern fliehen, hat sich zudem nichts geändert. Sie kommen jetzt bloß nicht mehr nach Australien. Während Australien seine Grenzen dichtmachte, mussten die südostasiatischen Länder in diesem und dem vergangenen Jahr damit klarkommen, das eine hohe Zahl von Bootsmigranten aus Burma und Bangladesch vor ihren Küsten auftauchten. Da sich die australischen Behörden über die Details ihrer „Operation Sovereign Borders“ zudem in Schweigen hüllen, ist derzeit völlig unklar, wie viele Boote nun weiter vergeblich versuchen, nach „down under“ zu gelangen.

Das australische Beispiel zeigt außerdem, dass die Abschreckungspolitik nur dann funktioniert, wenn ein hoher Preis dafür gezahlt wird, wie Kritiker hervorheben. Sowohl finanziell – die Kosten für die erhöhte Grenzsicherung, den Unterhalt der Internierungslager sowie die teuer erkauften Ansiedlungsabkommen sind immens – als auch mit Blick auf die Einhaltung der Menschenrechte. Denn die Zustände in den Internierungslagern auf Nauru und Manus sind nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen und früheren Mitarbeitern katastrophal. Derzeit macht etwa der Fall einer Somalierin in Australien Schlagzeilen, die angibt, in einem der Lager vergewaltigt worden zu sein.

Nach Angaben der Organisation Amnesty International soll sich der australische Grenzschutz sogar indirekt an dem beteiligt haben, was er offiziell zu bekämpfen sucht: dem Menschenhandel. So sollen die Grenzer nach Darstellung von Menschenrechtlern in mindestens zwei Fällen Schlepper dafür bezahlt haben, Flüchtlinge auf ihren Booten zurück nach Indonesien zu bringen.

Die größte offene Frage ist aber, was mit den 1600 Menschen geschehen soll, die derzeit auf Nauru und Manus interniert sind. Denn der Plan, dass sich die Flüchtlinge freiwillig zur Ansiedlung in Nauru, Papua Neuguinea oder in Kambodscha melden würden, geht nicht auf. Nur sehr wenige haben sich bisher dazu bereiterklärt. Als „bar jeder Moral“ bezeichnete der prominente australische Kommentator Waleed Aly denn auch die Rhetorik Tony Abbotts, wonach Europa sich an seinem Land ein Beispiel nehmen solle. Was Australien anbiete, sei keine Lösung, sondern nur der Wille, sich einer Lösung zu verweigern.

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Time am 8. November 2015
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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/australiens-fluechtlingspolitik-der-hohe-preis-der-totalen-abschottung-13885398.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Vorbild Australien

28. Februar 2015

Australia

Till Fähnders berichtet auf „FAZ.NET“ über die australische Reaktion auf die fortgesetzte Invasion aus den Orkstaaten per Seeweg (1).

Ich könnte mir denken, dass man die problematische Situation in den Insellagern ohne untragbare Kosten in den Griff bekommen könnte, wenn man diese unter militärisches Kommando stellen würde. Klar ist, dass die Umstände harsch und kontrolliert bleiben müssen um abzuschrecken.

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Flüchtlingspolitik Australien

Abschreckung auf hoher See

Australien sendet Bootsflüchtlinge umgehend zurück, oder verfrachtet sie auf angrenzende Pazifikinseln. In den Internierungslagern dort herrschen üble Zustände.

Die Tropeninsel Manus ist ein schönes Fleckchen Erde. Einst gehörte es zum Schutzgebiet Deutsch-Neuguinea. Von paradiesischen Zuständen aber kann derzeit nicht die Rede sein – jedenfalls nicht für die mehr als 1000 Flüchtlinge, die dort in einem australischen Internierungslager leben. „Seit mehr als 20 Monaten sind wir in dieser Hölle gefangen. Wir werden schlechter behandelt als Tiere“, schreiben die Insassen in einem Brief, den eine australische Flüchtlingsorganisation vor ein paar Tagen veröffentlicht hat.

Der Brief wurde von mehreren hundert Personen unterschrieben. Sie hatten einst versucht, auf morschen Booten von Indonesien oder Sri Lanka nach Australien zu gelangen. „Es blieb uns nichts anderes übrig, als auf ein Stück Holz zu springen und den Ozean zu überqueren“, schrieben die Flüchtlinge. Die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan, Iran, dem Irak und Sri Lanka. Doch statt in Australien finden sie sich heute in Manus wieder.

Canberra hat den Seeweg für Flüchtlinge nach Australien praktisch geschlossen. Es war zunächst die sozialdemokratische Labor-Regierung, die im Jahr 2012 die Unterbringung von Flüchtlingen auf die Pazifikinseln Manus und Nauru ausgelagert hatte, also auf Territorium, das nicht zu Australien gehört. Begründet wurde dies mit der großen Zahl von ertrunkenen Menschen, deren Flüchtlingsschiffe gesunken waren. Die Maßnahme sollte nachfolgende Flüchtlinge abschrecken und ihnen jede Hoffnung auf eine Zukunft in Australien nehmen.

Unter der konservativen Regierung von Premierminister Tony Abbott hat dieses Vorgehen nun einen Höhepunkt erreicht. Unter dem Argument der „Grenzsicherung“ werden die Bootsflüchtlinge gleich auf hoher See zurückgeschickt oder direkt in eines der Lager auf Nauru, Manus oder der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel verfrachtet. Die Abbott-Regierung ist stolz darauf, dass sie mit den rigorosen Maßnahmen ihr Wahlversprechen unter dem Motto „Stop the boats“ einlösen konnte.

Journalisten wird der Zugang verwehrt

Die Abbott-Regierung brüstet sich damit, dem Menschenschmuggel die Geschäftsgrundlage genommen zu haben. Während im Jahr 2013 noch 200 Boote mit 13.000 Migranten die australische Küste erreicht hatten, sei dies nun seit 200 Tagen keinem einzigen mehr gelungen, verkündete Einwanderungsminister Peter Dutton. Auch in der Bevölkerung finden die Maßnahmen der Regierung Zustimmung. Nur eine Minderheit kritisiert öffentlich, wie Australien Flüchtlinge behandelt.

Doch die Politik gegen die Bootsflüchtlinge hat eine dunkle Seite, welche die Regierung am liebsten totschweigen würde. Journalisten verwehrt sie deshalb den Zugang zu den Internierungslagern auf den Inseln Manus und Nauru. Dennoch gelangen immer wieder Berichte von dort an die Öffentlichkeit. In den Lagern ist es bereits mehrfach zu Protesten und Unruhen gekommen.

Im Januar traten auf Manus rund 700 der dort Eingesperrten in einen Hungerstreik. Männer nähten sich die Lippen zu. Einige schluckten Rasierklingen oder Waschpulver. Die Proteste wurden erst beendet, als die Wächter einige der mutmaßlichen Anführer in Isolationshaft steckten. „Wir sind wegen des Hungerstreiks ins Gefängnis gekommen. Als wir in der Zelle saßen, wurden wir geschlagen wie Hunde und gefoltert wie Kriminelle“, heißt es in dem kürzlich veröffentlichten Flüchtlingsbrief.

Für das Schreiben gab es auch noch einen anderen Anlass. Die Flüchtlinge hatten es ein Jahr nach dem Tod eines Mitinsassen aufgesetzt. Der 23 Jahre alte Iraner Reza Barati war während der bisher schwersten Auseinandersetzungen im Manus-Lager zwischen Flüchtlingen, örtlichen Sicherheitskräften und offenbar bewaffneten Anwohnern getötet worden. Nach dem Vorfall, bei dem es auch viele Verletzte gab, wurde in Australien eine parlamentarische Untersuchung eingeleitet. Im Verlauf der Untersuchung wurden erstmals die Zustände in dem Lager genauer untersucht.

„Die Einrichtungen sind nicht adäquat und unhygienisch“

Nicole Judge, eine Mitarbeiterin der Heilsarmee, die eine Zeitlang auf Manus gearbeitet hatte, berichtete davon, dass die Wächter die Lagerinsassen geschlagen hätten. Ärztliche Versorgung und Nahrungsmittel würden den Flüchtlingen regelmäßig verweigert und reichten nicht aus. Die Asylsuchenden verfügten über kaum Kleidung und Hygieneartikel. „Die Einrichtungen sind nicht adäquat und unhygienisch“, berichtete die Augenzeugin.

In dem überfüllten Lager sei es zudem oft unerträglich heiß. Es komme zu Überschwemmungen, berichtete Judge. In den Lebensmitteln fänden sich Würmer, und im gesamten Camp mangele es an Trinkwasser. Viele Flüchtlinge hätten psychische Probleme, es komme immer wieder zu Selbstverletzungen und Suizidversuchen. Zudem gebe es eine fortwährende Bedrohung durch Angehörige der örtlichen Bevölkerung, von denen einige versucht hätten, mit Macheten bewaffnet das Lager zu stürmen.

Was Judge berichtete, deckt sich mit den Erfahrungen anderer Augenzeugen. Immer wieder werden Fälle sexueller Belästigung bekannt. Derzeit untersuchen die australischen Behörden 44 Fälle von sexuellem Missbrauch allein zwischen Januar 2013 und Juli 2014. Die Ermittlungen wurden aufgenommen, nachdem die australische Menschenrechtskommission in einem Bericht die seelischen und körperlichen Schäden geschildert hatte, mit denen die auf der Insel Nauru internierten Kinder leben müssten. Ein Drittel der Kinder benötigt demnach psychiatrische Behandlung.

Eine psychische Belastung ist auch die Ungewissheit darüber, wie lange die Flüchtlinge noch in den Lagern bleiben müssen und wohin sie anschließend geschickt werden. Die Botschaft der australischen Regierung ist eindeutig: Niemals werden sich die Flüchtlinge in Australien niederlassen. Das gilt nach dem Willen Canberras auch für jene, die sich in einem ordentlichen Verfahren als Flüchtlinge anerkennen lassen und damit laut internationaler Abkommen eigentlich Anspruch auf Asyl hätten.

Die Regierung in Canberra sucht deshalb nach Ländern, die bereit sind, die Flüchtlinge aufzunehmen – gegen Bezahlung. Papua-Neuguinea hat sich bereit erklärt, einen Teil der auf Manus internierten Flüchtlinge aufzunehmen. Allerdings sträuben sich viele der Einwohner Papua-Neuguineas dagegen, weil das Land arm ist und es wenig Arbeit gibt. Außerdem fürchten die Bewohner um ihre Sicherheit.

Australien begeht „Verbrechen gegen Menschlichkeit“

In den vergangenen Wochen haben nun ein paar der Internierten vorläufige Visa für Papua-Neuguinea bekommen und sind in eine unbewachte Flüchtlingssiedlung auf Manus umgezogen. Zudem sollen einige der 800 in dem Lager auf Nauru untergebrachten Männer, Frauen und Kinder in Kambodscha angesiedelt werden.

Die australische Regierung hat dazu kürzlich ein Abkommen mit Phnom Penh geschlossen und zahlt dem Regime für die Aufnahme der Flüchtlinge 40 Millionen Dollar. Die Umsiedlung, die auf „freiwilliger Basis“ geschehen soll, ist wegen der in Kambodscha herrschenden Armut, der grassierenden Korruption und der fehlenden Achtung der Menschenrechte allerdings besonders umstritten. Bisher soll keiner der internierten Migranten Interesse an einer Ausreise nach Kambodscha bekundet haben.

Vielen der Menschen, die seit Monaten auf Manus eingesperrt leben, bleibt deshalb vorerst nur das Lager oder die Rückkehr in ihre Heimatländer, in denen ihnen zum Teil Verfolgung und Gefahr drohen. Der Menschenrechtsanwalt Julian Burnside bezeichnet Australiens Behandlung von Asylsuchenden deshalb als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Fachleute weisen darauf hin, dass zwar keine Flüchtlingsboote mehr in Australien ankämen, aber trotzdem noch viele Flüchtlinge versuchen, dorthin zu gelangen. Noch immer ertrinken in dieser Weltregion Migranten im Meer. Aber nun eben nicht mehr direkt vor Australiens Küste.

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Time am 28. Februar 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/australiens-umgang-mit-bootsfluechtlingen-13450347.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Die Lösung? Mehr Jizia natürlich!

14. Dezember 2012

Thailand

Während zehn dubiose Morde eines angeblichen, nationalsozialistischen Mörderduos den Mohammedanisten als Vorwand dienen, im Deutschland die unglaublichsten Gedankenkontrollgesetze zu fordern (1), findet in Thailand ein nahezu unbemerktes Massenmorden durch die Mohammedanisten statt, welche allerdings ebenso wie die überwältigende Mehrheit der Mohammedanisten den Mohammedanismus falsch verstehen. Den 5.000 Opfern seit 2004, überwiegend Zivilisten und sehr oft Lehrer, nützt diese Feststellung allerdings nichts mehr. Auch ist zu fragen, ob angesichts dieser Dimension allein in Thailand die Einschätzung von TROP (2), bei der man von 20.000 Opfern des Mohammedanismus seit dem 11. September 2001 ausgeht, nicht doch arg untertrieben ist. Die „International Crisis Group“ empfiehlt zum Umgang mit den Orkmördern übrigens eine Erhöhung der Jizia. Till Fähnders berichtete in der heutigen FAZ:

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Ein ausgeblendeter Konflikt

Im Süden Thailands schaffen muslimische Aufständische
einen neuen Konfliktherd

Die Schützen kamen auf der Ladefläche eines Lieferwagens, sprangen ab und durchlöcherten die Teestube mit Kugeln. Sechs Menschen wurden getötet, darunter ein elf Monate altes Baby. Ort des Angriffs vom frühen Dienstag war der Bezirk Rangae in der südthailändischen Provinz Narathiwat. Am selben Tag stürmten fünf Männer in Tarnanzügen in der ebenfalls in Südthailand gelegenen Provinz Pattani ein Schulgebäude und eröffneten das Feuer auf die zum Mittagessen versammelten Lehrer. Ein Lehrer und der Schuldirektor starben, wie die Zeitung „The Nation“ berichtete. Es war die jüngste in einer ganzen Reihe von Attacken auf Schulen. In den vergangenen 20 Tagen sind dabei vier Lehrer getötet worden. 300 Schulen setzten daher drei Wochen lang den Unterricht aus, um gegen ihre angespannte Sicherheitslage zu demonstrieren. Wegen der jüngsten Vorfälle bleiben wieder 1.200 Schulen vorübergehend geschlossen.

Am Donnerstag reiste Premierministerin Yingluck Shinawatra in den Süden des Landes, um Gespräche zu führen und eine der Schulen zu besuchen. Die Vorfälle haben weder eine nationale Krise in Thailand ausgelöst, noch waren die Reaktionen der Medien besonders stark. Denn sie setzen sich nur wenig aus dem Alltag eines Konflikts ab, der nach Ansicht von Wissenschaftlern auch international zu wenig beachtet wird. Im tiefen Süden Thailands kämpfen seit einem Jahrzehnt muslimische Aufständische für Autonomie. Seit 2004 seien dort mehr als 5.000 Menschen bei Gewalttaten getötet worden, rechnete die International Crisis Group in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht vor. „Angesichts seiner Intensität und Dauer sollte der Aufstand Thailand und die Region stärker beunruhigen, als er es derzeit tut“, heißt es darin. Betroffen sind die drei Provinzen Pattani, Narathiwat und Yala sowie einige Bezirke der Provinz Songkhla im Grenzgebiet zu Malaysia. Fast 80 Prozent der 1,8 Millionen Einwohner sind Muslime mit Malaiisch als Muttersprache. Die restlichen Einwohner sind in der Regel thailändische oder chinesisch-thailändische Buddhisten.

Zwar habe es schon nach der Annexion der Gebiete durch das Königreich Siam im Jahr 1902 vereinzelten Widerstand gegeben, heißt es in dem Bericht. Die Geschichte der Rebellion sei aber viel jünger. Unklar ist, wer dahintersteckt. Selten übernimmt eine Organisation die Verantwortung. Die Rebellen sehen sich offenbar als Dschihadisten und streben einen eigenständigen islamischen Staat an. Der religiöse Faktor verbindet sich mit dem Gefühl einer eigenen malaiischen Identität, die sich von der mehrheitlichen thailändisch-buddhistischen stark unterscheidet. Nach Ansicht der International Crisis Group gibt es wahrscheinlich sowohl eine hierarchisch organisierte Rebellenorganisation als auch eigenständige dörfliche Widerstandszellen. Schätzungen zufolge können sie über 3.000 ausgebildete Kämpfer und 10000 „aktive“ Unterstützer verfügen. In der Bevölkerung haben sie mutmaßlich weitaus mehr heimliche Befürworter. Die International Crisis Group geht von 100.000 bis 300.000 Sympathisanten aus.

Die meisten Gewalttaten sind kleinere Anschläge und Übergriffe. Erst in ihrer Häufung ergeben sie eine Bedrohung. Verbindungen zu Al Qaida sind indes nicht bekannt. Das ist wohl ein Grund dafür, dass der Konflikt nicht viel Aufmerksamkeit erhält. Zudem ist Bangkok meist zu sehr mit dem politischen Hickhack zwischen den Anhängern des früheren Premierministers Thaksin und den Unterstützern der Monarchie beschäftigt. Die Angriffe werden dem Bericht nach brutaler und technisch raffinierter, die Zahl der Toten nimmt zu. Es kommen häufiger hochgefährliche Autobomben zum Einsatz, es wächst die Zahl koordinierter Anschläge. Die International Crisis Group spricht daher vom „gewalttätigsten Konflikt Südostasiens“.

Dies trifft umso mehr zu, seitdem auf den Philippinen Bewegung in den Konflikt mit der dort ebenfalls im Süden tätigen muslimischen Rebellenorganisation „Moro Islamische Befreiungsfront“ (Milf) gekommen ist. Im Oktober hat die Regierung Manila mit der Milf ein Rahmenabkommen geschlossen, das auf der südphilippinischen Insel Mindanao eine mit mehr autonomen Rechten ausgestattete Region Bangsamoro vorsieht. Der Vertrag lässt viele wichtige Fragen bewusst offen, gilt aber dennoch als Durchbruch.

Die Fortschritte auf den Philippinen machen Hoffnung für andere ethnische und religiöse Konflikte in Südostasien, die nicht selten ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit sind. In Burma erweisen sich, trotz zahlreicher Waffenstillstandsabkommen, die Probleme zwischen den Ethnien als eine der größten Hürden auf dem Weg zu einem demokratischeren Staat. In Indonesien trüben Auseinandersetzungen mit Unabhängigkeitskräften in Papua das Bild vom demokratischen Aufsteigerland, das in der Region vorbildlich politische Verantwortung übernommen hat. Gleichzeitig wird das ehemals von Indonesien annektierte Osttimor mit dem Abzug der UN-Friedenstruppen bis zum Jahresende auf eigenen Füßen stehen, nachdem es im Jahr 2002 bereits die formale Unabhängigkeit erlangt hatte.

Die International Crisis Group empfiehlt in ihrem Südthailand-Bericht der Regierung in Bangkok, vielleicht auch mit Blick auf die Fortschritte in den Philippinen, stärker nach Möglichkeiten des Dialogs zu suchen, die lokale Kultur in Südthailand anzuerkennen und die politische Macht zu dezentralisieren. Außerdem gibt sie zu bedenken, dass die Militärpräsenz von 60.000 Sicherheitskräften in den südthailändischen Provinzen den Konflikt eher verschärfen als mildern könne. Eine rein militärische Lösung scheint bei keinem der südostasiatischen Konflikte wünschenswert. In den meisten Unruheherden ist die wirtschaftliche Entwicklung entscheidend. Denn im zunehmend erfolgreichen Südostasien herrscht insbesondere in den Wohngebieten ethnischer Minderheiten häufig noch große Armut.

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Time am 14. Dezember 2012

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/12/maslos-fordern-macht-unbeliebt/
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/12/05/trop/

It’s just Jihad

23. Juni 2012

Dieser sympathische mohammedanistische Mordbrenner sitzt sicher zu Unrecht hinter Gittern und wäre eigentlich eine große Bereicherung für Burma

Komisch: Überall, wo Länder sich als mohammedanistisch definieren, ist die Unzufriedenheit groß und der Wunsch auszuwandern stark verbreitet. Im subsaharischen Afrika liegt er bei 33%, in der arabischen Welt bei 21% (1). Kaum im freien Westen angekommen, stecken viele der Mohammedanisten ihre ganze Energie darein, die Verhältnisse zu schaffen, denen sie grade entkommen sind. Warum? It’s just jihad!

Der Mohammedanismus ist eine ansteckende Geisteskrankheit, die klares Denken unmöglich macht, aber den Drang zur Expansion ins Unermessliche steigert. Auf der einen Seite haben die Bemühungen Torkei beispielsweise in der Regel den Charakter der Abgrenzung vom Westen und seiner Verächtlichmachung (2), auf der anderen Seite ist ihnen  nichts so wichtig, wie in unsere Länder massenhaft hineinzukommen. Grade ist den Torks mal wieder ein Schachzug gelungen, wie die heutige FAZ berichtet:

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Türkei und EU nähern sich an

Die EU und die Türkei sind einander bei der inneren Sicherheit jeweils einen Schritt entgegengekommen (muhahaha, von wegen „entgegenkommen“, wir machen was die Orks wollen, T.): Die EU-Staaten stimmten jetzt Verhandlungen über eine Aufhebung der Visumpflicht für türkische Bürger bei der Einreise nach Europa zu; im Gegenzug erklärte sich die türkische Regierung dazu bereit, ein Rückübernahmeabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Dieses würde es den Mitgliedstaaten erlauben, illegale Einwanderer in die Türkei zurückzuschicken, wenn sie über dieses Land nach Europa gelangt sind. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström sprach von einer „sehr wichtigen Entwicklung“, der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu von einem „historischen Schritt“. (In der Tat ein „historischer Schritt“ für die Orks, ein Meilenstein in Bezug auf ihr 1400-jähriges Fernziel der Eroberung Europas, T.)

Anlass sind die Probleme an der türkisch-griechischen Grenze, über die ein Großteil der illegalen Migration in die EU läuft. Die Verhandlungen über ein Abkommen wurden schon im Februar vergangenen Jahres abgeschlossen, es kam aber nicht zu einer Unterschrift, weil die Türkei dafür Zugeständnisse bei der Visaliberalisierung verlangte. Da die beiden Themen sachlich nichts miteinander zu tun haben, hatte sich die europäische Seite lange gegen so einen Handel gesträubt. Der Kompromiss lautet nun, dass die Gespräche über Einreiseerleichterungen nur „schrittweise und auf lange Sicht“ geführt würden und außerdem von der Umsetzung des Rückübernahmeabkommens abhängig seien.

Das Abkommen wurde am Donnerstagabend in Brüssel paraphiert, vor einer Unterzeichnung muss es noch von den Sprachjuristen beider Seiten geprüft werden. Zypern, das den Beschluss wegen seiner gespannten Beziehungen zur Türkei gemeinsam mit Frankreich etwas herauszögerte, setzte durch, dass die Türkei das Abkommen ausdrücklich gegenüber „allen Mitgliedstaaten“ zu beachten hat. In Brüssel hofft man, dass es noch während der dänischen Ratspräsidentschaft bis Ende des Monats unterzeichnet werden kann, weil die Türkei eine Unterschrift durch die dann folgende zyprische Präsidentschaft wohl nicht akzeptieren würde. Bis die Türkei in den Genuss der vollen Visafreiheit komme, könnten noch Jahre vergehen, weil sie dazu viele Voraussetzungen erfüllen müsse, sagen EU-Beamte.

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Jetzt kriegen sie die Visumsfreiheit von unseren Dimmies schon auf dem Silbertabelett serviert, das ist ihnen aber auch nicht genug, sie darf auch keinesfalls durch die zyprische Präsidentschaft unterzeichnet werden. Zur Erinnerung, es ist die Torkei, die Zypern angegriffen hat und die Hälfte der Insel besetzt hält (3). Auch der FAZ-Redakteur Günther Nonnenmacher ist reichlich skeptisch.

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Teppichhandel

Die türkisch-griechische Grenze ist eines der wichtigsten Einfallstore für die illegale Immigration in die EU. Dabei hat im Grunde nie ein Zweifel daran bestanden, dass Ankara mit seinem großen und gut ausgerüsteten Militär diese Grenzübertritte verhindern könnte. Doch mit der praktizierten Lässigkeit hat die Türkei zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie konnte Griechenland vorführen, das mit der Bewältigung dieses Zustroms heillos überfordert war; und es bekam einen Hebel für Verhandlungen mit der EU in die Hand. Damit hat Ankara nun Erfolg: Als Gegenleistung für die Rücknahme illegaler Einwanderer wurden der Türkei Gespräche über eine Aufhebung der Visumpflicht für türkische Bürger bei der Einreise in die EU versprochen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun – es ist das, was man üblicherweise einen Teppichhandel nennt. Das Ganze soll schnell unter Dach und Fach gebracht werden, weil die turnusmäßige Ratspräsidentschaft von Juli an Zypern innehat, und unter der Ägide dieses EU-Lands will Ankara kein Abkommen schließen. Ob das die Türkei Europa näher bringt?

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Lieber öffnet man Europa für Millionen von Torks und Mohammedanisten, die sich als Torks ausgeben und von torkischen, korrupten Behörden millionenfach mit torkischen Papieren ausgestattet werden werden, als die Griechen beim Schutz ihrer Grenze zu unterstützen. Ist das logisch? Ich glaube nicht, dass die Torkei einen einzigen Ork zurücknehmen wird, denn sie sind Mohammedanisten und daher zur territorialen Expansion verpflichtet: It’s just jihad!

Nur die Länder des Westens und Russland
sind Länder mit Nettoeinwanderung

Werfen wir einen Blick auf Asien. Überall sorgen wandernde Orks für Scherereien. In Russland, in Nordindien, in Burma, in Thailand – nie richtet sich eine Wanderungsbewegung von Mohammedanisten auf ein mohammedanistisches Land, wo sie doch so schön ihren Aberglauben unter Gleichgesinnten zelebrieren könnten, immer sind nicht-orkische Länder ihr Ziel. Gipfel der Frechheit war die Überlegung des maledivischen Präsidenten Nasheed, sein Volk nach „Australien, Indien oder Sri Lanka“ umzusiedeln (4).

Die thailändische Royal Navy
bringt Rohingya-Ork-Männchen Manieren bei

In Burma gibt es derzeit blutige Auseinandersetzungen zwischen der buddhistischen Mehrheit und den 800.000 Mitgliedern der mohammedanistischen Minderheit der „Rohingya“ (5), die bereits mehrfach Thema in der „MoT“ waren (6). Till Fähnders berichtet in der heutigen FAZ:

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Zehntausende auf der Flucht

Burmas „vergessenes Volk“,
die Rohingya, in Not

Die Welt verfolgt mit Wohlwollen den Wandel in Burma. Präsident Thein Sein hat Schritte zur Demokratisierung unternommen. Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi reist als Quasi-Außenministerin herum und mahnt unter dem Jubel der Würdenträger zu „vorsichtigem Optimismus“. Doch in einem Teil des Landes sind Zehntausende Menschen in einer akuten humanitären Notlage. „Es bahnt sich eine Flüchtlingskrise an“, sagt Chris Lewa. Die Belgierin leitet das in Bangkok ansässige Arakan Project, das sich um die muslimischen Rohingya kümmert, die in Burma nicht als nationale Minderheit anerkannt werden. Bei ethnischen Ausschreitungen in den Rohingya-Gebieten im Rakhaing-Staat (Arakan) waren seit Monatsanfang 80 Menschen getötet worden. Nun sind nach Angaben der Vereinten Nationen 90.000 Menschen auf der Flucht. Viele versuchen, in das angrenzende Bangladesch zu gelangen. Doch von dort werden die burmesischen „Boatpeople“ zurückgeschickt.

Die Rohingya sehen sich schon länger als „vergessenes Volk“. Am Donnerstag protestierten Hunderte von ihnen vor der burmesischen Botschaft in Bangkok. Sie hielten Plakate hoch und riefen „Allahu Akbar“, „Gott ist groß“. (Die üblichen Drohgebärden also, T.) Die im Exil lebenden Rohingyas werfen der Regierung vor, sie betreibe eine systematische Verfolgungskampagne gegen ihre Brüder und Schwestern in Burma. Sie sehen sich sogar als Ziel ethnischer Säuberungen. „Wir rufen Thein Sein auf, den Genozid (Es gibt bisher 80 Tote auf beiden Seiten, aber die mohammedanistischen Pressuregroups kreischen schon von „Genozid“. T.) an den Rohingya sofort zu beenden“, sagte der Vorsitzende der Rohingya-Vereinigung in Thailand, Maung Kyaw Nu. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Buddhisten waren in den vergangenen zwei Wochen ganze Dörfer niedergebrannt worden. Zwar hat es auf beiden Seiten Gewalt gegeben, aber die rund 800.000 Rohingya sehen sich als die eigentlichen Opfer. Sie müssen schon seit Jahrzehnten mit schweren Diskriminierungen leben.

Auslöser der Unruhen war die Vergewaltigung und Ermordung einer Buddhistin, die drei muslimischen Männern angelastet worden war. Zwei von ihnen sind mittlerweile zum Tode verurteilt worden. Ein Mob hatte darauf einen Bus mit Muslimen angegriffen und zehn Passagiere gelyncht. Dann soll es zu Vergeltungsschlägen durch Muslime auf Buddhisten gekommen sein und zu buddhistischen Gegenangriffen auf die Siedlungen der Rohingyas. Einer offiziellen Bilanz nach wurden 2.825 Häuser niedergebrannt, davon gehörten 1.336 Rohingyas.

(Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Buddisten 1.336 Häuser der Orks niedergebrannt haben, die Orks aber 1.489 der Buddisten. Die Orks haben also 153 Häuser MEHR abgebrannt als die Buddhisten. Arme verfolgte Minderheit. T.)

Die Auseinandersetzungen verliefen offenbar vor allem zwischen den Rohingyas und der in dem Gebiet ebenfalls ansässigen buddhistischen Minderheit der Rakhaing.

(Nach ihnen ist also diese Verwaltungseinheit Burmas benannt, die die Orks als seit mehr als 1.000 Jahren ihnen gehörend behaupten, und in der sie aber vor 120 Jahren nur ca. 25% der Bevölkerung stellten (7). => Die Deutschen sollten aufpassen, dass sie keine Minderheit in Deutschland werden, vgl. Kosovo. T.)

Die örtliche Hauptstadt Sittwe, deren Bevölkerung sich jeweils zur Hälfte in Muslime und Buddhisten teilt, wurde besonders schwer getroffen.

Beunruhigend sind Berichte, wonach sich burmesische Polizisten und Soldaten an den Vergeltungsmaßnahmen gegen Muslime beteiligt haben sollen. Eine weitere Eskalation der Gewalt konnte aber zunächst durch die Verhängung des Ausnahmezustandes verhindert werden. Die Regierung bekam dafür Lob von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. Jedoch kritisieren Exil-Rohingyas wie der in Australien lebende Wissenschaftler Hla Myint, dass die Ausgangssperre nur für die Rohingyas gelte. Zudem sieht das Arakan Project von Chris Lewa eine neue Bedrohung für die burmesischen Muslime auftauchen. Demnach häuften sich in Orten wie dem nahe Bangladesch gelegenen Maungdaw seit einigen Tagen die Übergriffe von Soldaten auf die Bevölkerung. Dort würden junge Männer unter dem Vorwand des Notstandes zusammengetrieben und offenbar in hoher Zahl festgenommen; Frauen würden vergewaltigt.

„Zwar gibt es eine neue reformorientierte Regierung, aber das Verhalten der Armee hat sich nicht geändert“, sagt Chris Lewa über die Lage in Burma. Nachdem zuerst vor allem ganze Familien vertrieben worden war, seien seither vor allem junge Männer auf der Flucht. Wichtigstes Ziel müsse sein, die Flüchtlinge medizinisch zu versorgen, ihnen Unterkunft und Essen bereitzustellen. Langfristig ist die Belgierin aber skeptisch, ob es eine bessere Zukunft für die Rohingya in Burma geben kann. Sie glaubt zwar nicht, dass die Unruhen von der Regierung geplant waren. Jedoch sei der Hass auf die Rohingya so verbreitet, dass selbst unter einer demokratischen Führung Diskriminierungen zu erwarten seien.

(NIEMAND mag sie, auch Aung Saan Suu Kyi nicht. Sie werden als Invasoren empfunden, die sie wohl auch sind, denn es gibt keinen Grund, so einen bösartigen Schwachsinn wie den Mohammedanismus freiwillig zu vertreten. T.)

Viele Burmesen sehen die Rohingya als illegale Einwanderer aus Bangladesch, während die Rohingya sich selbst als Nachfahren einer jahrhundertealten muslimischen Tradition in Burma verstehen. „Sie sind staatenlos, haben keine Rechte und werden schlecht behandelt“, sagt Chris Lewa. Nicht nur der in Australien lebende Hla Myint äußerte sich deshalb enttäuscht, dass sich die Friedensnobelpreisträgerin Aung Saan Suu Kyi in ihren Reden nicht für die Rohingyas eingesetzt habe.

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Warum sollte man sich eigentlich für gewalttätige Invasoren einsetzen? Die Rohingyas behaupten, sie hätten schon vor 1.000 Jahren den Mohammedanismus angenommen, aber der kommt aus Arabien. Selbstverständlich lehne ich Lynchmobs ab, auch wenn ausnahmsweise mal Mohammedanisten die Opfer sind, aber ich finde es doch auffällig, dass ihnen niemand helfen will, selbst ihre mohammedanistischen „Brüder und Schwestern“ nicht. Das ist genauso mit den rund 700.000 arabischen Flüchtlingen, die durch die arabischen Angriffskriege gegen Israel 1948 hervorgerufen wurden. Ihnen wird die Aufnahme und Eingliederung in die Orkländer verweigert. Sie werden als antiisraelische Jihadisten separiert und instrumentalisiert.

Wir Deutschen haben es nach dem glücklicherweise verlorenen letzten Weltkrieg anders gemacht. Wir haben alle Deutschen aus den Ländern Osteuropas bei uns aufgenommen, alle, die wir kriegen konnten, obwohl das Territorium unseres Staates halbiert worden war. 

Warum sind die Mohammedanisten so hartherzig gegenüber ihren Gesinnungsgenossen? Einerseits ist sicher der AllaHundseingesandter schuld, der die Orks aufforderte, nicht allzu freigiebig zu sein:

“Und sie werden dich befragen, was sie ausgeben sollen als Almosen. Sprich: (nur) den Überfluß.’” (2. Sure, Vers 216+217; Recl. S. 53)

“Und gib… den Armen und dem Sohn des Weges, doch verschwende nicht in Verschwendung.” (17. Sure, Vers 28; Recl. S. 266/267) 

“Und laß deine Hand nicht an deinen Hals gefesselt sein, und öffne sie nicht, so weit du vermagst, so daß du getadelt und verarmt dasitzest. Siehe, dein Herr gibt reichlich den Unterhalt und bemessen, wem er will.” (17. Sure, Vers 31+32; Recl. S. 267)

“Und diejenigen (seien gesegnet), welche beim Spenden weder verschwenderisch noch geizig sind…” (25. Sure, Vers 67; Recl. S. 343)

Andererseits ist das Ausbleiben der Hilfe in diesem Fall vielleicht die natürliche Konsequenz aus der Verpflichtung zu territorialer Expansion bei gleichzeitiger totaler Unterwerfung des Einzelnen unter die kollektive Ideologie. Wenn sie bei der Expansion schon versagen, sollen sie sich doch im Kampf opfern, anstatt zu uns zu kommen, werden die anderen Orks vermutlich über die Rohingya denken.

It’s  just jihad!

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Time am 23. Juni 2012

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1) http://www.migration-info.de/mub_artikel.php?Id=120306
2) https://madrasaoftime.wordpress.com/2012/06/20/schlachtfeld-archaologie/
3) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/01/13/eu-beitritt-zweifelhaft/
4) http://nachrichten.t-online.de/klimawandel-kabinett-der-malediven-tagt-bereits-unter-wasser/id_20160396/index
5) http://de.wikipedia.org/wiki/Rohingya
6) https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/rohingyas/
7) http://de.wikipedia.org/wiki/Rakhaing-Staat