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Volltreffer

20. April 2015

Jihad-Monkey

Auf „FAZ.NET“ gibt es einen interessanten Beitrag von Eugen Sorg zur Strategie und Taktik des IS-IS (1). Sorg verortet den Jihadismus korrekt in der Mitte des Mohammedanismus, indem er schreibt: „Der offensichtlich gebildete Autor Naji kann auf 1400 Jahre islamisches Herrschaftswissen zurückgreifen, auf eine imperiale Tradition der Landnahme und Kunst der Unterwerfung ganzer Völkerschaften.“

Sorg darf sogar die Gräueltaten des IS-IS mit denen von Klo H. Metzel gleichsetzen und somit den Mohammedanismus beschreiben als das, was er ist: Eine Religion der Mörder, Räuber und Sklavenjäger: „Als Salafisten folgen sie einerseits strikt dem Vorbild des Propheten. Die Massenenthauptungen, Kreuzigungen, Versklavungen und Steinigungen sind exakte Neuinszenierungen historischer Ereignisse, wie sie im Koran und in den sakralen Berichten über Mohammed aufgeschrieben wurden.“

Volltreffer, FAZ!

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Handbuch des Dschihadismus

Kein Ungläubiger soll sich mehr sicher fühlen

Der „Islamische Staat“ foltert und mordet gezielt. Der Plan dazu stammt von Terrorstrategen. Einer von ihnen ist Abu Bakr Naji, der ehemalige Chefdenker von Al Qaida. Das Ziel ist der Kollaps jeder Ordnung.

Wie gebannt starrt der Westen auf die unerhörten Grausamkeiten des „Islamischen Staates“ – und läuft dabei Gefahr, den größeren Zusammenhang aus den Augen zu verlieren. Die Schlächter des IS handeln nicht im archaischen Blutrausch, sondern gehen gezielt vor. Als Salafisten folgen sie einerseits strikt dem Vorbild des Propheten. Die Massenenthauptungen, Kreuzigungen, Versklavungen und Steinigungen sind exakte Neuinszenierungen historischer Ereignisse, wie sie im Koran und in den sakralen Berichten über Mohammed aufgeschrieben wurden.

Andererseits orientieren sie sich an zeitgenössischen Theoretikern des Dschihad wie Abu Bakr Naji, einem mutmaßlichen Ägypter und ehemaligen Chefdenker von Al Qaida. 2004 war dessen Studie „The Management of Savagery“ (Die Verwaltung der Barbarei) auf Arabisch („Edarat al-Wahsh“) online erschienen, 2006 wurde sie auch ins Englische übersetzt. Es ist ein trockenes Strategie-Handbuch für Dschihadisten, ein nüchternes intellektuelles Manifest zur islamischen Welteroberung. Auf erschreckend genaue Weise nimmt es das Handeln des IS in Syrien und dem Irak vorweg, aber auch dasjenige anderer Trupps wie Boko Haram in Nigeria oder vieler Einzeltäter wie den Bostoner Bomben-Brüdern, dem Attentäter von Toulouse, den Londoner Schlächtern des Soldaten Lee Rigby, den jüngsten islamistischen Mördern in den Vereinigten Staaten, in Kanada, in Paris und in Kopenhagen.

Usama Bin Ladin hatte noch spekuliert, dass einige spektakuläre Anschläge die Amerikaner – als Anführer der „Ungläubigen“ – in eine politische Krise stürzen würden. Aus dieser sollte dann der Verlust ihrer globalen Dominanz folgen. Die entschlossene und harte Reaktion der Amerikaner auf die Attentate vom 11. September aber zeigte, dass man sich verschätzt hatte. Daraufhin entwickelte der Theoretiker Naji das Konzept, dass der Dschihad weltweit auf alle Länder mit muslimischen Bevölkerungsanteilen ausgedehnt werden sollte.

Mit „unzähligen kleinen Operationen“ soll der Alltag der „Ungläubigen“ und deren Kollaborateuren unerträglich gemacht werden, und zwar aus dem Schutz glaubenstreuer Milieus in den arabischen, asiatischen und afrikanischen Kernländern heraus, aber auch aus den wachsenden islamischen Parallelgesellschaften in den westlichen Staaten. Keiner soll sich mehr sicher fühlen können. Naji empfiehlt Kidnapping, Geiselnahme, Verwendung von Frauen und Kindern als lebende Schutzschilde, öffentliche Tötungen, Selbstmordattentate, aber auch Anschläge auf Ölfelder, Häfen, Flugplätze, Touristentreffpunkte.

Das Ziel ist der Kollaps der Ordnung, die Schaffung von Zonen der Gesetzlosigkeit, des Chaos, der Wildheit. Dort herrschen die idealen Bedingungen, um die Scharia einzuführen. In einer Situation der Barbarei und Willkür, so Naji, würden sich die Leute jedem unterwerfen, egal ob gut oder böse, der ihnen Sicherheit und Überleben garantiert. Dies entspreche der „menschlichen Natur“.

„Gewalt ist segensreich“

Naji sieht in einer ganzen Reihe von muslimischen Ländern vielversprechende Kandidaten für die Verwaltung der Barbarei, unter ihnen Afghanistan, Irak, Libanon, Ägypten, Somalia, die Maghreb-Staaten inklusive Libyen, aber auch Saudi-Arabien, Pakistan, Jemen, Türkei und Jordanien. Diese Liste als größenwahnsinnige Träumerei abzutun wäre voreilig. Mindestens zwei Länder, die sogar Naji 2004 noch als stabil eingeschätzt hatte, Mali und Syrien, waren oder sind mittlerweile Chaosregionen.

„Der Westen“, diagnostiziert der Terrorstratege, „hat nicht den Magen für einen langen Kampf.“ Auch Amerika, die letzte Bastion der Ungläubigen, bringt den Willen dazu trotz überlegener Feuerkraft langfristig nicht mehr auf. Das einzige wahre Hindernis auf dem Weg zur Errichtung der Herrschaft Allahs liegt bei den Muslimen selbst. So zum Beispiel, wenn sie sich Weichheit erlauben. Weichheit führt zum Verlust von Stärke und ist einer der Faktoren des Scheiterns. „Wir müssen den Dschihad mit äußerster Gewalt führen, so dass der Tod nur einen Herzschlag entfernt ist.“ Dies ist der Weg zum Sieg über die Westler: rohe, schockierende Gewalt. „Wir müssen den Feind massakrieren und ihm einen Schrecken einjagen.“

Aber auch die muslimischen Massen werden durch die Logik des Massakers, ob sie es wollen oder nicht, in die Schlacht hineingezogen. Gewalt ist segensreich, schreibt Naji und verweist auf die Strategien der zwei ersten Kalifen und Gefährten des Propheten Mohammeds, als es darum ging, das entstehende muslimische Reich zu sichern. „Sie verbrannten Leute bei lebendigem Leibe, obwohl dies abscheulich ist. Aber sie wussten um die Wirkung von roher Brutalität in Zeiten der Not.“

Der grausame Inhalt der Schrift steht im Gegensatz zum belehrenden, abwägend parlierenden Stil, in dem sie verfasst wurde. Der offensichtlich gebildete Autor Naji kann auf 1400 Jahre islamisches Herrschaftswissen zurückgreifen, auf eine imperiale Tradition der Landnahme und Kunst der Unterwerfung ganzer Völkerschaften. Er beruft sich unter anderem auf Ibn Taimiya, einen arabischen Theologen und Ur-Salafisten aus dem 13. Jahrhundert – im Westen ein vollkommen Unbekannter, im Weltbild aller frommen Dschihad-Soldaten hingegen eine verehrte Figur.

Aber Naji hat auch abendländische Denker wie den Yale-Historiker Paul Kennedy aufmerksam gelesen, der mit seiner 1987 veröffentlichten Studie „Aufstieg und Fall der großen Mächte“ und seinem Begriff der „imperialen Überdehnung“ für Diskussionen über den Niedergang Amerikas gesorgt hatte, unter den Eliten in Paris und Berlin ebenso wie in New York. Zudem verweist Naji auf westliche Ethnologenberichte über das Verhalten von Stämmen oder auf Erkenntnisse aus der Verwaltungswissenschaft.

Die besonnene Gedankenführung und die rational anmutende Argumentation könnten jedoch darüber hinwegtäuschen, dass Naji in der „Verwaltung der Barbarei“ ein irrationales, apokalyptisches Projekt entwirft. Dessen Ideologie und Praxis sind mit den üblichen Erklärungswerkzeugen des aufgeklärten Westens nicht zu verstehen. Ökonomie, Soziologie, Politologie, Psychologie, alle gehen davon aus, dass menschliches Verhalten letztlich rationalen Kriterien gehorcht, dem Kampf um Ressourcen, um politische Macht, um kulturelle Würde, Selbstbestimmung, ein besseres Leben.

Die Achillesferse des Westens ist das Mentale

An den Äußerungen Najis und anderer Kalifatsutopisten fällt aber auf, dass sie keinen Gedanken daran verschwenden, wie sie nach einer Machtübernahme Wirtschaft und Handel organisieren, die Arbeitslosigkeit bekämpfen, das Gesundheitswesen einrichten wollen. Sie liefern nicht mal den Hauch eines Konzepts, wie sie ihre Bevölkerung vor Armut, Hungersnöten, Krankheiten bewahren wollen. Das reale, praktische Leben interessiert sie nicht. Sie interessiert nur der Dschihad, der Krieg, die ewige Schlacht für das erträumte Kalifat.

Der Dschihadismus ist ein Todeskult. Sein zentrales Ritual ist das Menschenopfer. Aufnahme im Blutorden findet derjenige, der einen lebenden Ungläubigen eigenhändig enthauptet. Zur düsteren Ikonographie des IS gehört jenes Bild, auf dem ein australischer Muslim zusammen mit seinem ungefähr achtjährigen Sohn zu sehen ist. Der hübsche Junge streckt schüchtern lächelnd einen frisch abgeschnittenen Männerkopf in die Kamera. Hinter ihm steht der Vater, strahlend, stolz. Die Gotteskrieger sind auch jederzeit bereit, das eigene Leben zu opfern, wenn sie mit diesem Akt nur möglichst viele Ungläubige in den Abgrund reißen können. Je gewaltiger das Gemetzel, desto näher fühlen sie sich der Erfüllung. Der Untergang der Welt bedeutet in der islamischen Mythologie die Geburt einer neuen, religiös gereinigten Welt.

Militärisch hat der Westen von den salafistischen Kriegern nichts zu befürchten, seine Armeen und Waffen sind unvergleichlich stärker. Seine Achillesferse, dies erkannte Abu Bakr Naji richtig, liegt im mentalen Bereich. Auf Grausamkeit, Boshaftigkeit und Horror reagiert das verzärtelte westliche Gemüt mit Verleugnung, Kopflosigkeit und Unterwerfungsreflexen. Und mit diesem „schwachen Magen“ der dekadenten Ungläubigen rechnen auch Najis Nachfolger. Ob zu Recht, ist noch längst nicht entschieden.

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Time am 20. April 2015

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/handbuch-des-dschihadismus-kein-unglaeubiger-soll-sich-mehr-sicher-fuehlen-13546097.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Wirtschaftsjihad (#3)

29. August 2014

Mossul

Mossul

In der heutigen FAZ wird die Tatsache beleuchtet, dass die Mörderbande IS-IS zum bedeutendsten Wirtschaftfaktor der Region aufgestiegen ist (1).

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Die Ölgeschäfte der IS-Terroristen

So reiche Extremisten gab es nie zuvor: Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ verdient jeden Tag Millionen – mit Erdöl, aber auch Erpressung und Schmuggel. Wie lassen sich die Dschihadisten finanziell austrocknen?

Mit ihrer Schreckensherrschaft über eine große Bevölkerung und der Möglichkeit zur Eigenfinanzierung ähnelt die Extremistengruppe, die den amerikanischen Journalisten James Foley enthauptet hat, den Taliban. Anders als diese verfügt „IS“ über lukrative Ölquellen. Das erschwert den Kampf gegen die Terrorfinanzierung. Der „Islamische Staat“, kurz IS, kontrolliert mittlerweile schon ein Gebiet im Irak und Syrien, das größer als Großbritannien ist. Seine Einnahmen dürften sich auf mehr als 2 Millionen Dollar am Tag belaufen, schätzen amerikanische Geheimdienstmitarbeiter und Experten für Terrorfinanzierungen. Die Gelder stammen ihrer Einschätzung nach aus Ölverkäufen, aus Erpressung, Steuern und Schmuggelgeschäften.

Im Gegensatz zu anderen Extremistengruppen ist der IS nicht von Geldspenden aus dem Ausland abhängig, die durch Sanktionen, Diplomatie und Strafverfolgung bekämpft werden können, sondern finanziert sich vorwiegend aus lokalen Einkommensquellen. Das stellt die Regierungen vor eine einmalige Herausforderung. Sie suchen nach Wegen, den Vormarsch der IS-Milizen zu stoppen und der Gruppe ihre finanziellen Möglichkeiten zur Ausübung von Terroranschlägen zu nehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten diese gegen die Vereinigten Staaten und Europa gerichtet sein.

„Der Islamische Staat ist wahrscheinlich die vermögendste Terrorgruppe, die wir je gesehen haben“, sagt Matthew Levitt, Direktor des Programms für Terrorismusbekämpfung und Nachrichtendienst der Denkfabrik Washington Institute for Near East Policy und ehemaliger amerikanischer Geheimdienstmitarbeiter. „Sie sind nicht so stark in das internationale Finanzsystem integriert und daher nicht angreifbar“ auf dem Weg von Sanktionen, Geldwäschebekämpfungs-Gesetzen und Bankenregulierung.

Eigenfinanzierung militanter Gruppen ist nicht neu

Im Gegensatz dazu stammte der mittlerweile getötete Al-Qaida-Chef Usama Bin Ladin aus einer reichen Familie und baute auf ein Netzwerk ausländischer Unterstützer. Seine Einnahmequellen konnten von Geheimdienstlern ausgedünnt werden. Doch der IS „holt sich sein Geld primär, wenn nicht gänzlich, vor Ort“, sagt Patrick Johnston, ein Terrorismusbekämpfungsexperte der amerikanischen Denkfabrik Rand Corp.

Auch wenn Al Qaida und andere Organisationen, die von den Vereinigten Staaten wie Hizbullah und Hamas als Terroristen eingestuft werden, hauptsächlich und lange Zeit von den finanziellen Zuwendungen der Sympathisanten und auch von wohlwollenden Staaten, darunter Libyen und Iran, abhängig sind, ist eine Eigenfinanzierung militanter Gruppen nichts Neues. Die Taliban in Afghanistan schmuggelten Opium, Erze und Holz, die marxistische Guerillagruppe FARC aus Kolumbien exportierte Kokain, und Ableger von Al Qaida im Jemen und Nordafrika haben Millionen durch Lösegelderpressungen eingenommen.

Doch die Einnahmen des IS durch die Kontrolle eines ölreichen Gebiets und den Zugang zu lokalen Steuern stellt die Einkommen anderer Terrorgruppen klar in den Schatten. IS kontrolliert sieben Ölfelder und zwei Raffinerien im Nordirak sowie sechs der zehn Ölfelder in Ostsyrien. Das Regime verkauft das Rohöl zwischen 25 Dollar und 60 Dollar je Barrel, sagt Luay al-Khatteeb, Gastwissenschaftler am Doha Center der Brookings Institution in Qatar. Das ist ein hoher Abschlag gegenüber dem Marktpreis aufgrund der Risiken für die Mittelsmänner, die das Öl schmuggeln und vertreiben. Zum Vergleich: Der Oktober-Kontrakt für Brent-Öl kostete an der Warenterminbörse ICE in London zuletzt 102,28 Dollar je Barrel.

IS besteuert Einwohner in dichtbesiedelten Gebieten

Basierend auf Angaben von al-Khatteebs Kontakten im Irak beläuft sich die Produktionskapazität der von IS kontrollierten irakischen Ölfelder auf 80.000 Barrel am Tag, wovon derzeit die Hälfte gefördert wird. Der IS, sagt er, dürfte mit den Ölverkäufen etwa 2 Millionen Dollar am Tag verdienen. Bezahlt wird in bar oder durch Warentausch, wenn das Öl in die irakische Kurdenregion, Syrien, die Türkei und Jordanien geliefert wird.

Außerdem besteuert IS die Einwohner dichtbesiedelter Gebiete. Das geschieht beispielsweise in Mossul, das in einem von der Terrormiliz beherrschten Gebiet liegt. Auch Getreidespeicher und andere wichtige Rohstoffe werden hier kontrolliert. Hinzu kommen Gelder aus kriminellen Aktivitäten innerhalb der besetzten Gebiete, wie Raubüberfälle auf Banken und Juweliere, Erpressung, Schmuggel und Entführungen zur Lösegelderpressung. In den vergangenen Jahren dürfte IS durch Lösegeldzahlungen mindestens 10 Millionen Dollar eingenommen haben, sagt ein amerikanischer Offizieller, der um Anonymität bat.

Die Mittel von ausländischen Geldgebern seien im Vergleich zu der Selbstfinanzierung moderat, erfuhr (die Nachrichtenagentur, T.) Bloomberg. Außerdem würden gemeinnützige Stiftungsnetzwerke unter dem Deckmantel humanitärer Hilfen Kapital einsammeln, das dann an die Extremisten gehe, sagen Personen aus dem Umfeld des Finanzministeriums und des Innenministeriums der Vereinigten Staaten.

All das behindert das Austrocknen der Finanzierungsquellen der Terrormiliz. Während das Militär der Vereinigten Staaten die Luftangriffe gegen die IS-Miliz im Irak fortsetzt – auch um amerikanische Waffen in den Händen von Extremisten zu zerstören, die die irakischen Streitkräfte zurückgelassen haben – denken andere Behörden darüber nach, wie der IS-Staatssäckel geschröpft werden könnte. Dazu gehören auch Anstrengungen, die Vertriebsnetze der Mittelsmänner auszuschalten, die Öl aus dem „Islamischen Staat“ verkaufen, die Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche zu stärken und die Finanzermittlungen zu verbessern. Die Behörden dürften auch den Großteil der IS-Kapitalrücklagen ins Auge fassen. „Es ist nicht völlig klar, wo sie all das Geld haben, aber es dürfte viele Wege geben, das ins Visier zu nehmen“, sagt (Brian, T.) Fishman, ehemals Direktor des Combating Terrorism Center der amerikanischen Militärakademie West Point im Bundesstaat New York. Ob auf einem Konto oder nicht, „irgendwo muss man es aufbewahren“.

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Time am 29. August 2014

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1) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/islamischer-staat-die-oelgeschaefte-der-is-terroristen-13122673.html

Ihr Marsch durch die Instanzen (#2)

11. Juni 2014

UK

Bei dieser Schule handelt es sich um eine „moderat-mohammedanistische“, denn es sind zwar bereits sechsjährige Mädchen verkopftucht, sie werden jedoch mit Jungen gemeinsam ausgebildet. Diese Schule gibt es jedoch nur in mohammedanistischen Broschüren, die eigens dafür hergestellt von den Ork-Kommissaren im Bildungsministerium vorgelegt werden sollen, um staatliche Beihilfen für die Jihad-Madrasas zu erschleichen.

Vor einem Monat habe ich Ihnen einen Aufsatz über die Unterwanderung Hamburger Schulen durch SA-lafisten vorgelegt (1). Heute berichtet Jochen Buchsteiner auf „FAZ.net“ von der Situation in Großbritannien, die schon erheblich verschärft ist (2).

Die FAZ-Redaktion stellt die Angelegenheit unter den Titel „Islamismus“. Das ist falsch. Es handelt sich um eine Entwicklungsphase des ganz normalen Mohammedanismus, der mit Gesellschaften, wie wir sie in Saudi-Arabien, Somalia oder Sudan beobachten können, sein Reifestadium erreicht.

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Islamismus an englischen Schulen

Zusammenprall der Kulturen

Geraten englische Schulen mit überwiegend muslimischen Schülern unter islamistischen Einfluss? Die Schulaufsicht schaut nun genau hin – und sieht sich Rassismusvorwürfen ausgesetzt. Doch ihr Bericht gibt Grund zur Sorge.

Am Zaun der „Oldknow Academy“ hängt ein Plakat, das der Schulaufsichtsbehörde Ofsted Rassismus vorwirft: „Ofsted – Islam angreifen, Muslime verunglimpfen“ steht darauf. Die muslimisch dominierte Grundschule in Birmingham wehrt sich dagegen, dass sie schärfer kontrolliert werden soll. Wo sie dem Staat Verleumdung und Intoleranz vorhält, vermuten die Aufseher die islamische Indoktrination einer öffentlichen Bildungseinrichtung.

Die „Oldknow Academy“ steht zusammen mit vier weiteren Schulen im Zentrum einer Affäre, die seit nunmehr sieben Monaten das Königreich beschäftigt. Im November war ein Brief in die Hände der Stadtverwaltung von Birmingham geraten, in dem ein anonymer Autor unter dem Stichwort „Operation Trojanisches Pferd“ den Plan entwickelte, staatliche Schulen mit einem hohen Anteil muslimischer Kinder systematisch unter islamischen Einfluss zu bringen.

Bis heute wird gerätselt, ob der Brief echt ist, aber seine Wirkung hat er nicht verfehlt. Die Aufregung über den „Trojan Horse Letter“ zwang Ofsted, seine Kontrollen an 21 verdächtigen Schulen zu intensivieren. In fünf Einrichtungen – eine sechste war schon vorher auf der schwarzen Liste gelandet – fand sie nun „beunruhigende“ Zustände vor. In einer Schule sitzen die (überwiegend verschleierten) Mädchen getrennt von den Jungs, in einer anderen wird über Lautsprecher zum regelmäßigen Beten aufgerufen, in einer dritten schürten Lehrer antichristliche Ressentiments und etablierten Arabisch als Pflichtfach.

Weihnachtskarten waren ihr Ende

Die „Oldknow Academy“ ließ die muslimischen Schüler regelmäßig mit Sponsorengeldern nach Mekka reisen und kappte zugleich die Verbindungen zu den Kirchen in der Umgebung. Die wenigen Mädchen, die kein Kopftuch tragen, werden von Lehrern offenbar als „unislamisch“ beschimpft. „Wir versuchen, zu Hause ein Gegengewicht zu bilden, aber das arme Mädchen ist gefangen zwischen der Schule und uns“, erzählte Mohammed Zabar, der Vater einer zehn Jahre alten Schülerin an der „Oldknow Academy“, unlängst einer Zeitung.

Zabar zählt zu den wenigen Betroffenen, die die Zustände offen und mit vollem Namen kritisieren. Viele Eltern, aber auch Lehrer und selbst Schulleiter lebten in einer „Kultur der Angst und Einschüchterung“, stellten die Inspekteure von Ofsted am Montag fest. Anfang des Jahres hatte die langjährige Direktorin der „Oldknow Academy“, Bhupinder Kondal, die Schule verlassen. Sie war das sechste nichtmuslimische Mitglied des Lehrerkollegiums, das binnen eines halben Jahres die Segel strich. „Quellen“ aus dem Schulumfeld, die von britischen Zeitungen zitiert werden, wollen wissen, dass ihr Festhalten am Schreiben und Versenden von Weihnachtskarten das Ende besiegelt habe.

Lehrer lobt Al-Qaida-Ideologen

Frau Kondal verlor den Kampf gegen das einflussreiche Governor-Gremium, in dem Eltern, Angestellte der Schulverwaltung und Geldgeber über die Schulgeschicke bestimmen dürfen. Von „unerträglichem Druck“ auf die Direktorin war die Rede. Der Vorsitzende der Governors, Achmad da Costa, hatte das Lehrerkollegium mit strenggläubigen Muslimen besetzt. Zunächst wurde der Direktorin in Jahangir Akbar ein Islamlehrer als Stellvertreter an die Seite gestellt. Wenig später wurde dessen jüngerer Bruder Khalil ins Kollegium aufgenommen. Keine der beiden Stellen war ausgeschrieben worden. Quellen berichteten, dass weiße Frauen im Unterricht als „Prostituierte“ bezeichnet und Lieder gegen christliche Feste einstudiert wurden.

In der „Park View School“, auch sie steht in Birmingham, soll es sogar Verbindungen in extremistische Kreise geben. Der „Daily Telegraph“ berichtete unlängst, dass ein Lehrer der Schule den Al-Qaida-Ideologen Anwar al-Awlaki öffentlich gelobt und DVDs über Usama Bin Ladin auf Schulcomputern kopiert hat. Zudem lud er den Hassprediger Shady al Suleiman in die „Park View School“ ein. Der Lehrer soll gute Chancen haben, die Direktorin zu beerben, wenn sie demnächst in den Ruhestand geht.

Die angegriffenen Lehrkräfte sehen sich zu Unrecht in den Mittelpunkt einer öffentlichen Kontroverse gezogen. Jahangir Akbar, der inzwischen die kommissarische Leitung der „Oldknow Academy“ übernommen hat, dementiert die meisten Vorwürfe. Gegenüber der „Sunday Times“ sprach er kürzlich von einer „Hasskampagne“ und warf den Journalisten vor, einseitig zu recherchieren. „Warum sind Sie rassistisch?“, fragte er. Auch viele Eltern beklagen sich über die mediale Aufmerksamkeit und fürchten um den Ruf der Schulen. Schützenhilfe erhalten sie von linksliberalen Kreisen und Zeitungen wie dem „Guardian“, der ausländerfeindliche Ressentiments vermutet und dem konservativen Bildungsminister Michael Gove eine „Hexenjagd“ vorhält.

Gove steht auch von anderer Seite unter Druck. Er befindet sich nicht nur im Kulturkampf mit denen, die das multikulturelle Treiben Großbritanniens mit naivem Wohlwollen begleiten, sondern in einer persönlichen Fehde mit Innenministerin Theresa May. Unlängst wurde aus ihrem Haus ein Brief bekannt, der Gove vorwarf, das Problem an muslimisch dominierten Schulen viel zu lange ignoriert zu haben.

Der Verdacht, dass bestimmte Schulen religiös-autoritäre Tendenzen entwickeln, ist nicht neu. Aber frühere Inspektionen der Aufsichtsbehörde haben keine Belege finden können – im Gegenteil: Die „Park View School“, spezialisiert auf Mathematik und Naturwissenschaften, wurde noch vor zwei Jahren als „ausgezeichnet“ prämiert. Nun erhielt sie von Ofsted die Note „ungenügend“. Die Risiken des Extremismus würden „in unzulänglicher Weise“ vermittelt, hieß es zusammenfassend in dem Bericht der Behörde. Ähnlich äußerten sich die Aufseher über die „Oldknow Academy“ und die anderen drei Schulen, an denen zum Teil mehr als neunzig Prozent der Schüler muslimischen Glaubens sind.

Streit im konservativen Lager

Fachleute vermuten, dass die Schulleitungen die lange Vorankündigungszeit früherer Inspektionen genutzt haben, um Lautsprecher für Gebete abzustellen, die Kinder wieder zusammenzusetzen und kurzfristig die Curricula zu verändern. Das will Gove nun ändern. In Zukunft sollen die Schulen erst unmittelbar vor der Inspektion über den Besuch informiert werden. Der Chef von Ofsted, Michael Wilshaw, goss am Montagabend Öl ins Feuer, als er in der BBC sagte, Gove habe vergleichbare Vorschläge noch vor zwei Jahren in den Wind geschrieben.

Angriffe „von rechts“ muss Gove als besondere Pointe erleben. Bisher war er derjenige im Kabinett Cameron, der gerade beim Thema Einwanderungsgesellschaft für eine harte Linie bekannt war. Erst kürzlich flog ein Pfeil aus seinem Haus gegen Theresa May und deren Maßnahmen gegen islamische Extremisten. May würde einzelne Krokodile bekämpfen, anstatt den Sumpf trockenzulegen, wurde ein enger Mitarbeiter zitiert.

Vor allem in der konservativen Presse wird beklagt, dass der Streit zwischen den Ministern die Bilanz der Regierung zu überschatten droht. Das härtere Vorgehen gegen Extremisten, das in zahlreichen Gesetzen und Initiativen Niederschlag gefunden hat, soll im kommenden Wahlkampf zu einem Schlager der Tories werden. Nach einem Donnerwetter Camerons zeigten sich die beiden Minister am Montag einstweilen wieder vereint, als sie auf der engen Regierungsbank ostentativ nebeneinander Platz nahmen.

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Time am 11. Juni 2014

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2014/05/16/konfrontative-religionsausubung/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/islamismus-an-englischen-schulen-zusammenprall-der-kulturen-12982581.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

Lesen Sie auch:
http://www.welt.de/politik/ausland/article128873613/Islamisten-unterwandern-Schulen-in-Grossbritannien.html

Radikale Islamisten für Polio

2. Januar 2014

Polio

Ich hatte Ihnen im Juni einen Aufsatz von Daniel Pipes vorgelegt (1), in dem dieser darlegt, inwiefern sich durch die demagogische Kampagne des nigerianischen „Arztes“ Ibrahim Datti Ahmed die Kinderlähmung, die schon kurz vor der weltweiten Ausrottung stand, seit 2003 insbesondere in der Orksphäre wieder rasant ausbreitet.

Vor zwei Tagen brachte „FAZ.net“ nun einen Artikel von Friederike Böge (2), die aus Pakistan berichtet, dass dort viele Impfhelfer von der mohammedanistischen Avantgarde getötet werden, bei der es sich allerdings nicht um „Islamisten“ sondern „radikale Islamisten“ handelt, so Frau Böge („Islamisten“ – also „nicht radikale Islamisten – sind für sie offenbar die afghanischen Taliban, welche Impfungen zulassen).

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Kinderlähmung

Rückzugsgebiet einer Seuche

In Pakistan haben die Taliban alle Impfhelfer zu Verrätern erklärt – und viele schon ermordet. Wer das Wort Polio auch nur in den Mund nimmt, ist in Lebensgefahr. Das alles hat mit der Tötung Usama Bin Ladins zu tun.

Vor ein paar Jahren lief eine Impfkampagne gegen Kinderlähmung im Nordwesten Pakistans noch so ab: Die Helfer riefen die Bevölkerung über den Lautsprecher der örtlichen Moschee dazu auf, ihre Kleinkinder zu bringen, damit sie gegen die heimtückische Krankheit geschützt werden könnten. Impfgegner, die es in der konservativen paschtunischen Stammesgesellschaft im Nordwesten stets gegeben hat, wurden mit Drohungen zum Umdenken bewegt: „Wir sagten einfach, wenn ihr wollt, dass eure Kinder gelähmt sind, dann bleibt weg‘“, sagt Afzal Khan. „Viele Frauen brachten daraufhin sogar gegen die Anordnung ihrer Männer ihre Kinder zu uns.“

Damals trug der Mitarbeiter einer Hilfsorganisation in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa stets ein T-Shirt, das ihn in großen Buchstaben als Impfhelfer identifizierte. Das wäre heute undenkbar. Das Wort Polio ist in dieser Gegend zum Unwort geworden, wer es in den Mund nimmt, dem droht der Tod. Mehr als 30 Impfhelferinnen und Polizisten, die eingesetzt wurden, um sie gegen Angriffe zu schützen, sind in den vergangenen eineinhalb Jahren von radikalen Islamisten getötet worden.

Seit der Tötung Usama Bin Ladins im Mai 2011 durch eine amerikanische Spezialeinheit sind Polio-Impfhelfer in Pakistan in Verruf geraten. Der pakistanische Arzt Shakil Afridi soll damals dem amerikanischen Geheimdienst CIA unter dem Deckmantel einer Impfkampagne bei der Suche nach dem Al-Qaida-Gründer geholfen haben. Die pakistanischen Behörden warfen ihm Hochverrat vor, er wurde unter fadenscheinigen Begründungen zunächst zu 33 und später zu acht Jahren Haft verurteilt. In den Vereinigten Staaten gilt Afridi dagegen als Held, die Regierung in Washington setzt sich für seine Freilassung ein.

Karte

Die pakistanischen Taliban haben daraufhin alle Polio-Impfhelfer zu Verrätern erklärt und im Juli 2012 ein Verbot entsprechender Kampagnen verfügt. Mit verheerenden Folgen: Die Zahl der Neuerkrankungen an Kinderlähmung ist in Pakistan von 58 im Jahr 2012 auf 72 in diesem Jahr gestiegen. Das klingt nach wenig – doch dahinter verbergen sich 200 Mal höhere Zahlen von Personen, die das hoch ansteckende Poliovirus in sich tragen und weitergeben. Die Zuwachsraten in Pakistan sind ein großer Rückschlag im weltweiten Kampf gegen die Ausrottung der Kinderlähmung. Nach ursprünglichen Planungen der Weltgesundheitsorganisation WHO hätte das längst erreicht sein sollen, inzwischen lautet das Ziel, es bis 2018 zu schaffen. Pakistan ist eines von nur noch drei Ländern auf der Welt, neben Afghanistan und Nigeria, in denen Polio noch endemisch ist.

Impfnachweis für Mekka-Pilger

„Abottabad hat uns sehr geschadet“, sagt der WHO-Landesdirektor in Islamabad, Nima Saeed Abid, unter Verweis auf die Stadt, in der Usama Bin Ladin getötet wurde. Bis heute beginne jedes seiner Treffen mit Mullahs mit der Frage nach dem inhaftierten Arzt Afridi. „Dabei haben wir mit ihm gar nichts zu tun.“ Abid steht in seinem Büro vor einer Pakistan-Karte, in die rote Nadeln gesteckt sind. Jede steht für einen Fall von Kinderlähmung, der in diesem Jahr registriert wurde. Fast alle roten Punkte konzentrieren sich auf zwei Gebiete an der Grenze zu Afghanistan: Nordwasiristan und die nordwestliche Provinz Khyber Pakhtunkhwa. In Nordwasiristan, einer Hochburg der pakistanischen Taliban, hat seit Juli 2012 gar keine Impfkampagne mehr stattgefunden. In Khyber Pakhtunkhwa werden die Helfer von Polizisten begleitet. Erst am vergangenen Wochenende wurde in der Provinzhauptstadt Peshawar wieder eine Helferin getötet. Zwei vermummte Männer hatten von einem Motorrad aus ein Krankenhaus beschossen, in dem die Impfungen stattfanden. „Khyber und Nordwasiristan sind die Schüssel für eine weltweite Ausrottung der Krankheit“, sagt Abid.

Doch Fortschritte sind vorerst nicht zu erwarten. Die pakistanischen Taliban haben ein Ende ihres Impfverbots an die Forderung geknüpft, dass die Vereinigten Staaten ihre Drohnenangriffe einstellen, bei denen in den vergangenen Monaten zahlreiche ranghohe Kommandeure der Extremisten getötet wurden. „Der einzige Ausweg wäre, dass die Bevölkerung die Impfung einfordert. Denn selbst die Taliban sind an einem guten Image interessiert“, sagt Abid. Das zeigt etwa das Beispiel des Nachbarlands Afghanistan: Dort unterstützen die Taliban explizit die Impfkampagnen und machen die WHO sogar darauf aufmerksam, wenn Wohnviertel ausgelassen wurden.

Umso brisanter ist die Angelegenheit für die pakistanische Regierung. Denn einerseits hat sie es vermieden, die Extremisten allzu scharf für ihre todbringende Verweigerungshaltung zu kritisieren. Andererseits droht dem Land die internationale Ächtung. So verlangt etwa Saudi-Arabien inzwischen von Pakistanis, die nach Mekka pilgern oder in dem Land arbeiten wollen, einen Polio-Impfnachweis – eine Demütigung für das ohnehin von Minderwertigkeitskomplexen geplagte Land.

Extremisten fordern Impfkampagnen ohne Frauenbeteiligung

In den betroffenen Gebieten, in denen die Gesundheitsversorgung generell schlecht ist, sieht die Bevölkerung Kinderlähmung aber bislang als sekundäres Problem an. Die WHO, die nach der erfolgreichen Ausrottung der Pocken den Sieg gegen eine weitere Krankheit in greifbarer Nähe sieht, investiert dagegen einen Großteil ihrer für Impfkampagnen bereitgestellten Mittel in den Kampf gegen Polio. Das verstärkt das Misstrauen der Bevölkerung noch. „Warum versuchen sie uns erst mit Drohnen zu töten, um uns dann auf der anderen Seite vor Krankheiten zu bewahren?“ Diese Frage bekommt Afzal Khan, der für eine vom Rotary-Club finanzierte Impfkampagne arbeitet, häufig zu hören. Um Vertrauen zu gewinnen, setzt seine Hilfsorganisation deshalb auf neue Methoden. Das Wort Polio verwendet er in der Öffentlichkeit gar nicht mehr. Stattdessen spricht er über Hygiene, Prävention und den Nutzen von Impfungen allgemein. Bei sogenannten Gesundheitscamps werden neben dem Impfstoff auch andere Medikamente verteilt und kostenlose ärztliche Untersuchungen angeboten.

Eine weitere Strategie ist der Einsatz von Geburtshelferinnen, die im Zuge einer Entbindung die Mütter überzeugen, ihre anderen Kinder impfen zu lassen. Auf diese Weise hat etwa die Geburtshelferin Lal Burhan Impfverweigerer überzeugt, die sich sechs Jahre lang gesperrt hatten. Die alte Frau, die kaum noch Zähne hat, hebt den Zeigefinger und sagt: „Ich bin alt, wenn ich etwas sage, kann mir niemand widersprechen, auch kein Mann.“ Die Männer im Raum, Stammesälteste mit langen Bärten kichern. „Lacht nicht“, herrscht Burhan sie an und berichtet, dass sie häufig auf Männer treffe, die glaubten, dass der Westen die Fruchtbarkeit der Muslime mit Hilfe der Impfungen verringern wolle. Diese Verschwörungstheorie wurde 2003 von dem nigerianischen Arzt und damaligen Leiter des Obersten Shariarats des afrikanischen Landes, Ibrahim Datti Ahmed, verbreitet und hat auch in Pakistan viel Unheil angerichtet.

Von den Taliban wollen sich die alte Frau und die anderen Impfhelfer nicht einschüchtern lassen. „Wenn sie uns wieder einmal drohen, verlassen wir einige Tage nicht das Büro“, sagt Afzal Khan. „Damit zeigen wir ihnen, dass wir ihre Drohungen ernst nehmen.“ Dabei sind die lokalen Zeitungen voll mit Einlassungen der Extremisten zu Polio. An diesem Tag etwa hat die Al Qaida nahestehende Extremistengruppe Jundallah der Lokalzeitung von Nowshera erklärt, dass sie die Impfungen zulassen werde, wenn keine Frauen mehr an den Kampagnen beteiligt würden – was unmöglich ist, da nur sie Zugang zu den Familien haben.

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Time am 2. Januar 2014

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2013/06/09/mohammedanismus-verbreitet-polio/
2) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/kinderlaehmung-rueckzugsgebiet-einer-seuche-12732322.html

Der „Rattenkorridor“

12. Dezember 2013

Rattenkorridor

Einen fulminanten Bericht zur Lage in Syrien legte Rainer Hermann in der gestrigen FAZ vor (1).

Es wird klar, dass entlang des Euphrat in unmittelbarer Nähe zu Europa ein dramatisches Bedrohungspotential aufgebaut wird, das ungleich größer ist als an jeder anderen Jihad-Front.

Es wird klar, dass der Beitritt der Torkei zur EU diese in unmittelbare Nachbarschaft zur heißen Jihadsphäre bringen würde.

Es wird ebenso klar, dass es höchste Zeit ist, dort um jeden Preis zu intervenieren und den Kampf gegen das Assad-Regime, das zumindest halbwegs rationale Züge aufweist, einstweilen einzustellen.

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Al Qaida in Syrien

Ein Afghanistan am Mittelmeer

Al Qaida nutzt das Machtvakuum, das der syrische Bürgerkrieg schafft, um dort einen islamischen Staat aufzubauen. Der Terrorkampf zieht dorthin mehr Dschihadisten als an den Hindukusch.

Abu Bakr al Baghdadi ist erfolgreicher als sein Vorbild Usama Bin Ladin. Anders als der Gründer von Al Qaida gebietet der Iraker aus Samarra über einen islamischen Staat. Er ist selbst erfolgreicher als sein Mentor Abu Musab Zarqawi. Denn der im Jahr 2006 getötete Führer von „Al Qaida im Irak“ herrschte nur über ein „Emirat“ innerhalb der irakischen Provinz Anbar. Der 42 Jahre alte al Baghdadi, vom dem keine Fotos existieren, herrscht aber über einen Staat, der bestehende Grenzen aufhebt: den „Islamischen Staat im Irak und in (Groß-)Syrien“ (Isis), der seinen Terror von der syrischen Provinzhauptstadt Raqqa am Oberlauf des Euphrat bis hinab in die irakische Provinz Anbar ausweitet und der seine Präsenz in Mossul, der zweitgrößten Stadt des Iraks, ausbaut.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich dieser islamische Staat dem Westen zuwendet. Der gefährlichste Arm von Al Qaida diskutiere bereits darüber, wann er den Westen angreifen solle, sagt Mike Rogers, der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses in Washington. In einer Titelgeschichte der amerikanischen Zeitschrift „Time Magazine“ über Isis wird er mit den Worten zitiert: „Das hatte sich genau in Afghanistan ereignet und führte zu 9/11.“

Rekrutierte aus der ganzen islamischen Welt

Das Magazin zitiert ferner Matthew G. Olsen, den Direktor des amerikanischen Nationalen Antiterrorzentrums: „Der wachsende Kader von Kämpfern aus dem Westen verstärkt mutmaßlich den Pool der Gruppe an externen Agenten, der zu Anschlägen gegen den Westen eingesetzt werden kann.“ Aus diesem Grund schlägt Ryan Crocker, der im Nahen Osten erfahrenste amerikanische Diplomat, vor, Kontakt zu Präsident Assad aufzunehmen, um die Bedrohung, die von Al Qaida in Syrien ausgeht, gemeinsam zu bekämpfen. Die „New York Times“ zitiert ihn: „So schlecht Assad ist, er ist nicht so schlecht wie die Dschihadisten, die nach seinem Weggang das Land übernehmen wollen.“

Der Bürgerkrieg in Syrien hat ein Vakuum erzeugt, das Al Qaida nutzt, um ein Afghanistan am Mittelmeer zu schaffen. Mit einem Unterschied: „Syrien hat in zweieinhalb Jahren so viele ausländische Kämpfer angezogen wie Afghanistan in zweieinhalb Jahrzehnten“, sagte ein nicht genanntes Mitglied der Regierung Obama zu „Time“. Die neu Rekrutierten kommen aus der ganzen islamischen Welt, von Albanien über den Kaukasus bis auf die arabische Halbinsel, auch aus Europa. Sie schwören ihren Eid nicht mehr auf al Zawahiri, den Führer von Al Qaida, der sich in Afghanistan oder Pakistan versteckt. Sie schwören ihn auf al Baghdadi und den „Islamischen Staat im Irak und (Groß-)Syrien“.

Baghdadi hat Großes vor

Nicht allein die internationalen Kämpfer haben al Baghdadi in kurzer Zeit große Macht verschafft. Unbestrittener Führer wurde er am 21. Juli 2013. Vom Sommer 2010 an hatte Baghdadi seine Herrschaft im irakischen Niemandsland aufgebaut, im Verborgenen war er zum Führer von „Al Qaida im Irak“ aufgestiegen. Die Zahl der großen Bombenanschläge nahm im Irak zu, auch die Zahl der Gefängnisausbrüche. An jenem 21. Juli 2013 folgte der größte von ihnen: Mehrere Monate hatte Baghdadi den Sturm auf Abu Ghraib vorbereitet, auf das größte irakische Gefängnis. Bei der Erstürmung kamen 500 Insassen frei; die meisten hatten zuvor für Al Qaida gekämpft. Von da an verstärkten sie die Durchschlagskraft von Baghdadi entscheidend. Dessen Machtwille reichte so weit, dass er Zawahiri nicht mehr als seinen Führer anerkannte. Vielmehr wies er dessen Fatwa zurück, dass sich Baghdadi auf den Irak konzentrieren und Syrien der „Dschabhat al Nusra“ unter Muhammad al Dschaulani überlassen solle.

Zawahiri hält die Brutalität Baghdadis, der große Anschläge verübt und die Zivilisten in seinem Herrschaftsbereich terrorisiert, für kontraproduktiv. Baghdadi brüskierte aber Zawahiri, indem er sagte: „Ich muss zwischen der Herrschaft Allahs und der Herrschaft Zawahiris entscheiden, und ich entscheide mich für die Herrschaft Allahs.“ Er gebietet schon über ein kleines Kalifat auf irakischem und syrischem Boden. Anknüpfen will er an die großen Epochen der islamischen Geschichte. Dazu zählen die Zeit von 661 bis 750, als die Omayyaden von Damaskus aus ein islamisches Großreich regierten, sowie die Epoche 750 bis 1258. Damals herrschten die Abassiden von Bagdad aus. Während diese Großreiche zivilisatorischen Fortschritt gebracht hatten, verbreitet Baghdadi Schrecken und Terror.

Baghdadi hat Großes vor. Deshalb nennt er seinen Herrschaftsbereich „Staat“, und er arbeitet daran, dass dieser von Dauer ist. Wie das aussieht, beschreibt die Websitee „Syria Comment“ des amerikanischen Politikwissenschaftlers Joshua Landis, die als eine der wichtigsten Websites zu Syrien gilt: Baghdadis Krieger kontrollieren Grenzübergänge zur Türkei, sie haben Ölfelder und Raffinerien in ihre Gewalt gebracht, verteilen Weizen, Nahrungsmittel und Ölprodukte, betreiben in Raqqa Schulen, die der religiösen Umerziehung dienen, und eine Buslinie. Die Versorgung erfolgt entlang des Euphrat über Schwesterstädte im Irak; Amerikaner nennen die Route den „Rattenkorridor“.

Ein sicheres Rückzugsgebiet

Wäre Baghdadi finanziell von Al Qaidas Führung abhängig, er würde sich nicht so klar von Zawahiri distanzieren. Geld fließt aus in Mossul erpressten Schutzgeldern und dem Verkauf von Erdöl, private Geber aus den Golfstaaten, vor allem Kuweit, lassen Bargeld nach Raqqa bringen. Überweisen können sie es nicht mehr. Denn Baghdadi ließ in Raqqa die letzte Einrichtung schließen, die Überweisungen vorgenommen hatte. Eingestellt sind auch alle Medien, so dass die Einwohner von Raqqa nur noch telefonisch mit der Außenwelt in Verbindung stehen.

Unter Kaiser Justinian, dem Erbauer der Hagia Sophia, hatten die Christen von Raqqa eine Blütezeit erlebt. Unter den Abbasiden war die Stadt ein wichtiges Handelszentrum. Heute erlebt sie als Hauptstadt von Baghdadis Islamischem Staat einen traurigen Tiefpunkt. Die Einwohnerzahl hatte sich durch Flüchtlingswellen auf eine Million vervierfacht. Die Rebellen eroberten die Stadt am 5. März 2013, rasch übernahmen die Dschihadisten die Macht. Von hier kontrollieren sie den Norden Syriens, wo Baghdadi einen Tschetschenen als Kommandeur eingesetzt hat, und den Osten des Landes. Islamische Gerichte sprechen in Raqqa Todesurteile aus, die auf dem zentralen Platz vollstreckt werden; Sittenpolizisten setzen die Vollverschleierung der Frauen durch und ein totales Rauchverbot. Die armenische Kirche von Raqqa ist ein Zentrum für die Verbreitung des Islams, Priester wurden verschleppt, Bibeln öffentlich verbrannt.

Al Qaida hat mit dem „Islamischen Staat im Irak und (Groß-)Syrien“ ein sicheres Rückzugsgebiet geschaffen, das sich entlang des „Rattenkorridors“ weit in den Irak erstreckt. Die Staatsgrenzen der Vergangenheit sind dort aufgehoben. Je stabiler dieses Gebilde wird, desto größer wird die Gefahr für den Westen.

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Time am 12. Dezember 2013

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1) http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/al-qaida-in-syrien-ein-afghanistan-am-mittelmeer-12704655.html

Durch Gewalt hergestellte Macht ist illegitim

20. Mai 2011

Die Liquidierung bin Ka*kens ist für mich das zentrale Ereignis der letzten Jahre. Die Natter hatte ihr Haupt erhoben, aber sie wurde in die Kloake zurückgetrieben, aus der sie hervorgekrochen war. Amerika hat seinen Anspruch, die westliche Welt führen zu können, unter Beweis gestellt. Das Monster wurde zehn Jahre lang gejagt – und zur Strecke gebracht! So wird es jedem gehen, der unsere Freiheit und unsere demokratische Gesellschaft bedroht. Wir kriegen Euch alle, egal in welchem Loch ihr euch nach euren Untaten verkriechen wollt!

Ich fühle mich befreit, gestärkt und ermuntert. Ich spüre die Gewissheit, dass Amerika dem gewalttätigen Jihad auf lange Sicht kein Recht auf Erden einräumen wird. Ohne den gewalttätigen Jihad aber wird der absurde, lächerliche und groteske Aberglauben des Mohammedanismus verschwinden. Zehn Jahre lang habe ich jeden Tag dafür gebetet, dass das satanische Genie gefasst wird, und meine Gebete wurden Wirklichkeit.

Viele meiner intellektuellen Mitbürger sehen das nicht so. Prof. Dr. Raphael Gross (1) wundert sich über sie in der heutigen FAZ.

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Politische Gefangene

Adolf Eichmann, die RAF und der Fall Usama Bin Ladin

Kürzlich jährte sich der in Jerusalem geführte Prozess gegen den SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann zum fünfzigsten Mal, und eine Tagung, die anlässlich dessen stattfand, überraschte mich vor allem in einer Hinsicht: Sie zeigte, wie fundamental sich die Perspektiven von israelischen und deutschen Historikern auf dieses Strafverfahren unterscheiden. Während aus der israelischen Perspektive der 1961 geführte Prozess ein welthistorisches Ereignis darstellt, welches in seiner Bedeutung sogar fast den gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg geführten Prozess der Alliierten in den Schatten stellt, scheinen viele deutsche Spezialisten skeptisch. War es denn überhaupt legitim, ein Gerichtsverfahren gegen einen Menschen durchzuführen, der nur unter Verletzung der Souveränität des Staates Argentinien zustande kommen konnte?

Der damalige hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer sah dieses Problem offenbar als weniger schwerwiegend an: Er hatte den israelischen Behörden den entscheidenden Hinweis gegeben und dadurch selbstlos sein eigenes Amt gefährdet. Die in einem Prozess hergestellte Gerechtigkeit gegenüber einem Massenmörder schien ihm wichtiger als seine berufliche Karriere und vor allem als die Souveränität des argentinischen Staates: ihm war nur zu gut bekannt, wie vielen hochrangigen NS-Verbrechern dieses Land mehr oder weniger offen Asyl gewährte. Die Vorstellung, man hätte Eichmann 1961 – mitten im Kalten Krieg – vor einen internationalen Gerichtshof stellen sollen, war dem Pragmatiker Fritz Bauer wohl zu Recht keine Überlegung wert. Hätte man dann nicht auch den von ihm wesentlich initiierten Auschwitz-Prozess statt in Frankfurt am Main in Den Haag abhalten müssen?

Eine ähnliche Verwunderung löste bei mir die in Deutschland verbreitete Empörung über die amerikanische Aktion gegen Bin Ladin in Pakistan aus. Und dies nicht nur, weil Peter Scholl-Latour im Gespräch mit Helmut Schmidt im deutschen Fernsehen seine Verurteilung mit der Formulierung unterstrich, dass „die Deutschen“ anders als die Amerikaner in solchen Angelegenheiten eben „besonders tugendhaft“ seien. Aber wo liegt das Problem? Während das Vorgehen der amerikanischen Armee gegen zahlreiche Terroristen in Pakistan durch Drohnenangriffe wenig kritische Aufmerksamkeit erhalten hat, ändert sich dies nun im Fall von Bin Ladin schlagartig. Man könnte fast den Eindruck erhalten, es wurde ein feindlicher Staatschef heimtückisch und ganz untugendhaft ermordet. Die schiere Anzahl der Morde vom 11. September 2001 machen aus einem Mörder plötzlich das Oberhaupt einer feindlichen Bewegung, das eine entsprechende Behandlung verdient.

In den siebziger Jahren lehnten die RAF-Terroristen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan Carl Raspe es nachdrücklich ab, als Strafgefangene bezeichnet zu werden. Für eine bestimmte Öffentlichkeit verstanden sie es erfolgreich, sich als politische Gefangene zu inszenieren. Sie glaubten sicherlich auch selbst daran. Der Begriff „Armee“ stand ja nicht zufällig in ihrem Namen „Rote Armee Fraktion“. Gegen sie sollte also nicht das normale Strafgesetzbuch Anwendung finden, sondern sie wollten nach dem Kriegsvölkerrecht behandelt werden. Mit einigem Erfolg münzten sie damit ihre kriminellen Verbrechen in politische Straftaten um.

Ihre Handlungen liefen aber auf nichts anderes als Verbrechen hinaus. Was mich irritiert, ist vor allem, wie sie es trotzdem schafften, mit ihrer allein auf Gewalt gegründeten Macht in den Augen der Öffentlichkeit eine Aura der Legitimität zu erzeugen. Der Gewaltakt scheint sie gewissermaßen nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor einer bestimmten Öffentlichkeit zu politischen Akteuren zu machen. Eine Spur davon findet sich auch in der heute verbreiteten Haltung zu Bin Ladin: Diejenigen, die gerade angesichts der Erschießung von Bin Ladin darauf bestehen, dass er vor ein internationales Strafgericht hätte gestellt werden sollen, scheinen letztlich vielfach zu glauben, dass die von ihm durch reine Gewalt hergestellte Macht irgendwie doch Legitimität beanspruchen kann. Unbemerkt unterstützen sie die Vorstellung, dass Gewalt als solche in der Lage ist, Recht zu setzen. Wegen des Ausmaßes seiner Gewalt scheint Bin Ladin kein gewöhnlicher Verbrecher mehr zu sein, sondern ein politischer Straftäter.

So bleibt dann der Eindruck, dass gerade deutsche Intellektuelle oft in dem Moment, da sie scheinbar am stärksten rechtsstaatliche Prinzipien einfordern, das in einem Kontext tun, in dem sie von der Aura scheinbar rechtssetzender Gewalt geblendet werden. Am Ende ist man daher unsicher, ob wirklich berechenbare und gerechte Normen von ihnen verteidigt werden oder eben doch eine Form des Rechts, welches auf Gewalt beruht.

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Time am 20. Mai 2011

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1) http://de.wikipedia.org/wiki/Raphael_Gross

Raphael Gross zu Gast in der Madrasa unter:
https://madrasaoftime.wordpress.com/2010/02/12/wartet-mal-25-jahre-aber-dann/
https://madrasaoftime.wordpress.com/2009/04/30/aurel-kolnai-und-der-counterjihad/

Mit Manipulation muss gerechnet werden

17. Mai 2011

Charlotte Klonk lehrt Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. In der FAZ vom 14. Mai reflektierte sie über die der Öffentlichkeit vorenthaltenen Totenbilder von A*schl*ch bin K*cken. Sie stimmt dieser Vorenthaltung zu, stellte jedoch heraus, warum Bilder generell für uns jedoch so unersetzbar sind.

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Warum wir trotzdem Bilder brauchen

Es gibt gute Gründe, das Totenbild von Usama Bin Ladin nicht zu zeigen: Wer aber auf Fotografien deshalb verzichten will, weil sie manipulierbar sind, hält den Betrachter zu Unrecht für naiv.

Wer am Tag nach der Stürmung des Hauses in Abbottabad in die Zeitung schaute, um eine bildliche Vorstellung von dem zu bekommen, was sich dort zugetragen hat, musste sich die Augen reiben. In dieser Zeitung erschien auf der ersten Seite ein extrem unscharfes abstraktes orange-braunes Bild. Zu erkennen war nichts, außer der Aufschrift „News Exclusive“. Erst durch den Untertitel verstand man, dass es sich um ein Standbild aus einer Videoaufnahme des Zimmers handelte, in dem Usama Bin Ladin erschossen wurde. In der Wand klaffte ein Loch, stand dort zu lesen. Doch was dieses Loch riss, ist bis heute nicht klar.

Was hier im Dunklen blieb, wurde auch wenige Tage später in einem anderen mittlerweile berühmten Foto nicht deutlicher. Das Bild war zur gleichen Zeit, 11 000 Kilometer entfernt, an einem ebenso hochbrisanten Ort entstanden. Man sah die angespannten Gesichter des amerikanischen Präsidenten Obama und seiner Sicherheitsberater, während sie im abhörsicheren „Situation Room“ im Weißen Haus in Washington der Operation „Geronimo“ in Abbottabad folgten, die live von einer Videokamera am Helm eines Soldaten aufgezeichnet und übertragen wurde (1). Wie so oft, ranken sich auch um dieses Foto mittlerweile endlose Spekulationen: Ist Hillary Clintons Handbewegung zum Mund eine Geste der Angst? Was zeigen die Fotos auf dem Tisch? Warum trägt Obama keine Krawatte und wer ist die junge Frau im Hintergrund? Ja, was erzählen die Kaffeepappbecher über die Versammelten? Doch das Entscheidende an dem Bild ist, dass wir nicht sehen können, was die im Raum Anwesenden vor Augen haben, so dass wir nicht verstehen können, was sie beobachten und wissen.

Keines dieser Fotos zeigt das Ereignis, um das es in der Todesnacht ging und das die Welt zu sehen verlangt. Alles sei eine große Lüge, sagen die einen, die glauben, dass der Al-Qaida Gründer längst wieder anderswo abgetaucht ist, und es deshalb auch gar kein Totenbild von ihm geben könne. Man solle das Foto endlich veröffentlichen, fordern die anderen, denn es führe vor Augen, was Bin Ladin wirklich war: Kein heiliger Krieger, sondern ein armseliger Massenmörder. Das Bild zeige, so schreibt die Washington Post, dass der Terrorist am Ende bekommen habe, was er verdiene.

Doch kein Totenbild von Bin Ladin könnte diesen Verlangen jemals gerecht werden. Jeder weiß, dass Fotografien im Zeitalter der digitalen Bearbeitung schnell, einfach und fast spurlos zu manipulieren sind und tatsächlich kursierten ja schon kurze Zeit nach der Stürmung des Anwesens in Pakistan gefälschte Bilder vom erschossenen Terroristenführer im Netz. In Wirklichkeit geht es vermutlich auch gar nicht um die Frage des Beweises: Dass Bilder lügen können, ist inzwischen eine Binsenweisheit.

Allerdings ist es möglich, mit Bildern sowohl an Tätern Rache zu üben wie auch Tote zu rächen – so als handele es sich um Schand- oder Opferbilder. Das Foto des verlausten Saddam Hussein nach seiner Gefangennahme war ein solches Schandbild, während Terroristenvideos im Internet mit den Folterbildern aus Abu Ghraib neue Mitglieder rekrutieren. Beide Weisen des Bildgebrauchs wollte Obama nach eigenem Bekunden mit der Sperre verhindern, die er über die Veröffentlichung des Totenbildes von Bin Ladin verhängte. In seiner umsichtigen Begründung vom 4. Mai erklärte er, dass man weder mit den Bildern als Trophäen protzen wolle, noch der in ihnen sichtbare gewaltsame Tod als Grundlage für eine Märtyrerkult und weitere Gewalt dienen solle. Man kann ihm nur zustimmen: Dieses Bild brauchen wir nicht.

Doch auch wenn es gute Gründe dafür gibt, das Totenbild von Bin Ladin nicht zu veröffentlichen, ist die Debatte darüber in eine Schieflage geraten. Der Nachdruck, mit dem die Gegner der Veröffentlichung darauf hinweisen, dass Bilder keine Beweise seien, ja dass sie sogar missbraucht werden können, verstellt den Blick darauf, dass wir natürlich Bilder benötigen, wenn es um Ereignisse wie dieses geht.

Dass Bilder lügen können, unterscheidet sie nicht von Texten. Jeder weiß, dass auch sprachlich verfasste Berichte gefälscht und missbraucht werden, und doch kämen wir wohl nicht auf die Idee, auf eine Schilderung solcher Ereignisse wie in Abbottabad verzichten zu wollen. Anders gesagt: Die Naivität, anzunehmen, dass Fotografien unkritisch als Beweise angesehen werden, scheint fast bei jenen am größten zu sein, die diesen Bilderglauben anderen unterstellen. Auch die Fotografien von der Mondlandung beispielsweise aus dem Jahr 1969 haben keineswegs jeden davon überzeugt, dass diese wirklich stattfand. Im Gegenteil, sie sind zum Ausgangspunkt von zahlreichen Verschwörungstheorien geworden. Das Science Museum in London hat der These, die Bilder seien in einem Filmstudio entstanden, sogar einen eigenen Platz in der Ausstellung eingeräumt. Fotografien werden offensichtlich von ihren Konsumenten ebenso wie Texte mit Skepsis auf ihre Wahrscheinlichkeit hin befragt. Sie sind Teil der Berichterstattung, doch ihre Bedeutung erschöpft sich nicht in der Tatsache, dass sie manipuliert werden können.

Warum brauchen wir also Bilder? Nicht um sie als Mittel zu entweder sinnlosen oder niederen Zwecken zu benutzen, sondern um das Leben der anderen besser verstehen zu können. Wir brauchen sie zur reinen Anschauung, nicht weil wir einen unmittelbaren direkten Nutzen damit verfolgen können, wie auch immer rational begründet (Beweis) oder emotional motiviert (Sensationslust, Rache, Schändung etc.). Dazu bedarf es nicht das Bild des toten Usama Bin Ladins, sondern Fotos, die die Umstände seiner Existenz vor dem Kommandoeinsatz der Navy Seals zeigen. Wenn wir dachten, dass der gefährlichste Mann der Welt wie ein wildes Tier in den Höhlen von Tora Bora hauste, sehen wir nun eine mehr oder weniger gewöhnliche zweistöckige Villa. Wo wir provisorische zeltlagerähnliche Zustände erwartet hätten, erfahren wir von einem Leben mit Frauen und Kindern, von einer Nacht im Doppelbett und selbstverliebten Abenden im Sessel vor den eigenen Videobotschaften, in einem Haus, das ansonsten kein Telefon und keinen Internetanschluss hatte. Und man begreift auf einmal, dass das Monster ganz menschlich grausam war. Nicht weniger und nicht mehr.

Das vielleicht eindrücklichste Bild, das vom Sieg über Saddam Hussein veröffentlicht wurde, stammte nicht von seiner Festnahme, sondern von der Beschlagnahmung seines Palastes in Bagdad im April 2003. Man sah schwerbewaffnete amerikanische Soldaten, die breitbeinig und selbstgefällig im protzigen Billigimitatdekor des Palastes herumlungerten. Erstaunlich flegelhaft erschien das Verhalten der Armee und erstaunlich billig die Innenausstattung für einen mächtigen Tyrannen. Es sind die unbedeutenden Details, nicht die in Szene gesetzten großen Ereignisse, auf die es ankommt. Genau dafür brauchen wir nach wie vor besonders die fotografischen Bilder.

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Time am 17. Mai 2011 

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1) https://madrasaoftime.wordpress.com/2011/05/04/his-last-show/ 

Danke, Jungs!

7. Mai 2011

Während in Deutschland ein Richter unsere Kanzlerin anzeigen kann, weil sie Freude über den Tod von Bin Ka*ken geäußert hat, und 52% der Deutschen meinen, man habe den Kriegsverbrecher nicht im Kampf töten sondern in in ein Sanatorium schicken sollen (1), zeichnen sich Stimmen aus dem Ausland durch ihre realistische Einschätzung aus. Lesen Sie „Stimmen der Anderen“ aus der heutigen FAZ.

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Es gibt auch eine Schuld durch Nichtstun

Die „Neue Zürcher Zeitung“ schreibt in der Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Tötung des früheren Terroristenführers Usama Bin Ladin:

„Ist der Kampf gegen den Terrorismus ein Krieg oder die Verfolgung politischer Straftäter durch Polizei und Justiz? Strafverfolgung orientiert sich am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, und sie muss individuelle Schuld in einem Gerichtsverfahren klären. In Kriegshandlungen hingegen ist sogar die Tötung unbeteiligter Zivilisten völkerrechtlich zulässig, sofern dies nicht exzessiv oder mit Absicht geschieht. Die Terrorismusbekämpfung hat unvermeidlich eine Doppelnatur als Krieg (im Ausland) und Strafverfolgung (in Prozessen gegen Attentäter in Europa). Die Europäer tun sich damit jedoch schwer, und besonders die deutsche Politik hat die Heuchelei zu wahrer Kunst erhoben. Der Kampf gegen den Terrorismus kennt viele moralische Dilemmata. Schuld durch Nichtstun ist eines davon.“

Bin Ladins asymmetrischer Krieg

Die Wiener Tageszeitung „Die Presse“ sieht es so:

„Völkerrechtler streiten nun trefflich über die Zulässigkeit der Tötung Bin Ladins. Einer der Knackpunkte ist, ob man ihn als Kriegspartei sieht – oder als gewöhnlichen Kriminellen. Bin Ladin war leider so dreist, mit Al Qaida etwas Neues zu schaffen, das sich gängigen Kategorien widersetzt: eine neue Art von asymmetrischem Krieg. Man wird sich nicht zuletzt an Bin Ladins Selbstbild halten müssen, und an diesem gibt es seit seiner expliziten Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten 1996 keinen Zweifel.“

Barack Obamas Verdienst

Auch die Tageszeitung „The Times“ (London) beschäftigt sich mit der Debatte um die Tötung Bin Ladins:

„Welche Möglichkeiten hatte die amerikanische Regierung, als sie Bin Ladin lokalisierte? Ihre Beute befand sich nicht auf ihrem Hoheitsgebiet und würde sich wohl auch nie dort befunden haben. Hätten die Vereinigten Staaten ihrem tödlichen Feind die andere Wange hinhalten sollen? Damit hätten sie nicht nur ihre eigene Sicherheit vernachlässigt, sondern auch auf eine Gelegenheit verzichtet, einen Massenmörder zur Verantwortung zu ziehen… Vielleicht hätten die Amerikaner Bin Ladin einfach weiter überwachen sollen. Diese Option ist sicherlich sorgfältig geprüft und zu Recht dann verworfen worden. Bin Ladin hätte ihnen wieder einmal entwischen können. Es ist das Verdienst Obamas, sich für eine Kommando-Aktion entschieden zu haben.“

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Hierzu der aktuelle Kommentar von Klaus-Dieter Frankenberger:

Pläne

Bin Ladin habe nicht getötet werden dürfen, weil er keine operative Rolle mehr gespielt habe und nur noch Al Qaidas „spiritueller Führer“ gewesen sei, behaupten mehr oder weniger bekannte Rechtswissenschaftler, die offenbar intime Kenntnisse über die Kommandostrukturen dieses Terrornetzes und seine Hierarchien zu besitzen glauben.

Nun stellt sich heraus, dass diese „Kenntnisse“ allenfalls die Qualität von (falschen) Vermutungen haben. Nach einer ersten Durchsicht der in Abbottabad gefundenen Dokumente wird ersichtlich, dass Bin Ladin in den vergangenen Jahren sehr wohl noch Pläne für Anschläge geschmiedet hatte, dass er Ziele ausgesucht hatte und hierüber mit anderen führenden Al-Qaida-Leuten in Kontakt stand. Er war mitnichten nur die Symbolfigur ohne operative Bedeutung.

Terrorismus-Fachleute geben zu, dass ihre Annahmen über die Aufenthaltsorte, die Rolle und Position Bin Ladins – und die Schlussfolgerungen daraus – falsch gewesen sind. Es wäre gut, wenn die Urteile über die Rechtmäßigkeit der amerikanischen Kommandoaktion weniger von Vermutungen und realitätsfremdem Völkerrechts-Dogmatismus gespeist würden.

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Seinen letzten Satz hätte Herr Frankenberger meiner Ansicht nach durchaus noch pointierter ausführen können. Ich meine, dass hinter den Fehlurteilen der „Fachleute“ nicht schlampige Recherche oder Wichtigtuerei stehen. Sie offenbaren m.E. vielmehr ein (ggf. unterbewußtes) tiefes Unverständnis bzw. tiefe Abneigung gegenüber der Demokratie im Allgemeinen und der amerikanischen im Besonderen. Natürlich traut sich keiner dieser Feiglinge, seine Ablehnung unserer freiheitlichen Gesellschaft offen auszusprechen, zumal die Ablehnung vielen möglicherweise gar nicht wirklich bewusst ist, ebenso wie ihre unterschwellige Romantisierung des (äußerst schlichten und leicht fassbaren) Mohammedanismus und seines Mega-Popstars Osama (samt Harem) nicht.

Und so haben sie zunächst die Meldung an sich in Zweifel gezogen, dann an eine Inszenierung gedacht, dann wurde die Methode kritisiert, Justitia wurde an den Haaren herein geschleift, sich freuen darf man auch nicht usw. usf. Dies spielte sich leider auch in counterjhadischen Kreisen ab. Begreift es, Freunde: Ohne die USA ist der Counterjihad undenkbar, und diese großartige Nation wird von ihrem frei gewählten Präsidenten geführt.

All das Drehen und Winden um die Realität herum aber wird das geheime Idol nicht wieder lebendig machen: Das Aas haben schon die Haie gefressen – und die sind immer hungrig!

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Time am 7. Mai 2011

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1) http://www.pi-news.net/2011/05/guter-richter-zeigt-merkel-an/

You have the right… to die!

5. Mai 2011

An der derzeitigen Diskussion bezüglich des Ablebens A*schlo*h bin Ka*kens finde ich u.a. bemerkenswert, dass sich die Frage über den demokratischen und rechtlichen Zustand unserer Zivilisation im allgemeinen und den der USA im besonderen für einen großen Teil der Mitbürger ausgerechnet am allergrößten und erbittertsten Feind von Demokratie und Rechtsstaat entzündet.

Auch finde ich es merkwürdig, dass die ganze Aktion überhaupt kritisiert wird, denn für Orks im Kampf zu sterben, ist doch nach Ansicht der mohammedanistischen Chef-Ideologen und Religions-Kommissare der einzig wirklich von Alla garantierte Weg, ins Paradies zu kommen. „’Bin-Laden-Gruppe kaltblütig erschossen’ – Pakistan erhebt schwere Vorwürfe“, titelt N-TV heute (1). Wie bitte? Die Seals haben Osama einen ewigen Platz im Paradies verschafft und die Pakies fangen an zu zetern? Ja, wollt ihr alla denn gar nicht zu Alle ins Paradies? Das fände ich doch sehr merkwürdig und ein Stück weit unmohammedanistisch!

Aber eigentlich habe mich bei denen inzwischen ja schon dran gewöhnt: oben ist unten, rechts ist links und Nazislahm ist Frieden.

Übrigens hielt sich bin Ka*ken zumindest in Bezug auf seinen Harem nicht an den Kloran, der ihm vier Ehefrauen zugesteht: Auf dem Bild oben sehen Sie seine fünfte.

Wie bewertet man außerhalb Deutschlands den Fall? Hier ein paar „Stimmen der anderen“ aus der heutigen FAZ.

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Über Bin Ladin darf man schlecht reden

Die Warschauer Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ meint zum Tod des früheren Al-Qaida-Führers Usama Bin Ladin:

„Es werden sich nun die Stimmen mehren, dass Bin Ladin und Al Qaida eine Folge des Dramas der arabischen Welt seien. Der reiche Westen und das Schicksal hätten diese Welt zu Armut, Erniedrigung und Demütigung verurteilt. Es ist wahr, dass Fanatismus und Terrorismus soziale und historische Ursachen haben. Auch Faschismus und Bolschewismus hatten sie. Dennoch war der Tod Hitlers, Mussolinis oder Ceausescus ein Ausdruck des Protests der Menschheit gegen das Böse… Man sollte über die Toten nicht schlecht reden, doch über Tote wie Hitler, Mussolini, Ceausescu und Bin Ladin soll man viel und schlecht reden – als Lehre und Warnung.“

Ein Sieg des Westens

Die Tageszeitung „Rzeczpospolita“ (Warschau) sieht in dem Tod der Al-Qaida-Symbolfigur Usama Bin Ladin einen Sieg der westlichen Zivilisation:

„Ohne Usama Bin Ladin ist die Welt nicht unbedingt sicherer, sie ist aber besser geworden. Den großen Verbrecher gibt es nicht mehr. Verschwunden ist das Symbol des Terrors und des Hasses auf die westliche Zivilisation. Der Tod eines Symbols ist bereits ein Symbol. Ein Symbol des Sieges, das die westliche Welt… so dringend braucht (Siege kann man immer brauchen, aber „so dringend“? Den Orks steht die Schei**e bis zum Kinn, nicht uns, T.). Es ist auch ein Symbol der Kontinuität der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik. Der demokratische Präsident Obama hat die Aufgabe erfüllt, die der… Republikaner George W. Bush gestellt hatte (Nein, die Aufgabe hat uns Klo H. Metzel gestellt, T.).

Neues Prestige für Barack Obama

Die Tageszeitung „Le Monde“ (Paris) beschäftigt sich mit dem Prestigegewinn Präsident Barack Obamas durch Bin Ladins Tod:

„Barack Obama kann diesen Moment zu Recht genießen. Er hat vor acht Monaten die richtige Entscheidung getroffen, als er die Treibjagd auf Usama Bin Ladin in Pakistan noch einmal intensiviert hat. Er hat auch in den letzten Tagen die richtige Entscheidung getroffen, als er den Angriff auf die Villa genehmigte, in welcher der Al-Qaida-Chef lebte. Obama muss diesen Augenblick auskosten, denn er wird nicht von Dauer sein… Innenpolitisch warten auf Obama eine Reihe undankbarer Themen, Arbeitslosigkeit, Wachstum und öffentliche Verschuldung. Doch er wird sie mit einem aufpolierten Image angehen können, dem Prestige eines Mannes, der im richtigen Augenblick richtig entschieden hat.“

Amerikas Kampf geht weiter

Die Tageszeitung „The Times“ (London) bekräftigt die Notwendigkeit des fortgesetzten Kampfs der Vereinigten Staaten gegen islamistische Fanatiker:

„Der Tod Bin Ladins ist ein gewaltiger Schlag gegen die Gotteskrieger (gemeint: „Allakrieger“, T.). Daher dürfte die Politik in Washington sich nun auf den militärischen Rückzug aus Afghanistan konzentrieren. Doch dies sollte nicht mit einem Rückzug des Westens aus der Region verwechselt werden. Al Qaida ist in Pakistan, im Jemen und auch in Afghanistan aktiv… Ein Rückzug des Westens aus der Region würde eine Rückkehr der Islamisten bedeuten. Deshalb müssen die Amerikaner weiterhin Fanatiker in Pakistan und im Jemen in Schach halten.“

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Und die „Titanic“? Hier ihr aktueller Beitrag (2):

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Wie geil sind bitte die Navy-SEALs?

>>Sie bleiben in jeder Situation cool. Im Fall Osama nahmen sie sich sogar die Zeit, dem unbewaffneten Bin Laden noch seine Rechte vorzulesen: „You have the right to – DIE!“
>>Ein Mitglied der Navy-SEALs zu werden ist sehr schwer. Die meisten Anwärter scheiden schon in der „Höllenwoche“ aus, in der sie eine Woche lang nur Trockenpflaumen essen dürfen (Durchfallquote liegt bei 70 bis 80 Prozent).
>>Besonders gefährlich sind die Navy-SEALs im Wasser (Seals = Seehunde, T.). Osama bin Laden hatte noch Glück, daß die Kampftaucher und U-Boote der SEALs nur langsam durch seinen Garten vorankamen und teilweise steckenblieben.
>>Es gibt nur eine Chance, die SEALs zu erledigen: Wenn Sie wehrlos am Boden robben, kräftig mit einem Knüppel draufhauen!

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Time am 5. Mai 2011

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1) http://www.n-tv.de/politik/Pakistan-erhebt-schwere-Vorwuerfe-article3264221.html
2) http://www.titanic-magazin.de/news.html?&tx_ttnews[tt_news]=4250&cHash=67001b3a2885db23614b44fc8631b7ae